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Hotchkißschnellladekanonen, die sämtlich in unsere Hände fielen. Außer den mitgeschleppten Toten und Verwundeten ließ er auf dem Schlachtfelde etwa 200 Tote. Genau läßt sich die Zahl nicht angeben, da viele Chinesen in die unergründlichen Schluchten abstürzten.
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einige Gewähr gegeben ist, daß die gegebenen Versprechungen auch gehalten werden und daß
Erika begann geduldig wiederum zu singen. Nachdem sie geendet, hörte sie, wie Graf Düren leise zu Beatrice sagte: „Das ist seltsam, die Kleine mahnt mich, — weißt Du an wen?"
„Nein Onkelchen."
Beatrice sagte hier die Unwahrheit. Sie wußte es genau, an wen Erika den Grafen erinnerte, aber sie mochte es ihm nicht eingestehen, daß es ihr ebenso ergirg, um ihn nicht aufzuregen.
„Ich komme nicht darüber hinweg, ist es Einbildung, oder ist etz wirklich so, aber das Mädchen errinnert beim Singen an — Siegfried."
Es war seit Jahren das erste Mal, daß der Graf diesen Namen aussprach, und Beatrice fühlte fich seltsam davon berührt.
„Da täuschest Du dich sicher, Onkel," entgegnete sie rasch und scheinbar unbefangen, „das macht nur, weil Erika gerage dieses Lied sang, es liegt allerdings eine kleine Aehnlichkeit in der Ausdrucksweise, aber, das ist eben Zufall."
Sie suchte von dem Thema abzukommen, um den Onkel nicht aufznregen, als die Präsidentin eintrat. Sie warf einen finsteren Blick aus das Mädchen, das noch immer am Klavier saß, und flüsterte dann hastig Beatrice zu: „Du treibst Deine blinde Vorliebe für die Enkelin des Verwalters ein wenig weit, mein Kind, wie konntest Du sie nur bis hierher bringen."
Erika hatte jedes Wort verstanden, es war wohl auch so berechnet gewesen. Eine heiße Blutwelle stieg in das liebreizende, junge Gesicht, aus dem die blauen Augen förmlich hervorsprühten. Beatrice bemerkte den kleinen Vorgang sehr wohl, sie wandte sich unwillig
Deutscher Unternehmungsgeist
Die Hamburg-Amerika-Linie hat die Liverpooler Atlasgesellschaft angekauft und gedenkt ihr fortan auf eigene Rechnung den Dieust nach Westindien zu übertragen. In England hat dieser abermalige Uebergang einer britischen Schiffahrtslinie in ausländische Hände sehr unangenehm berrührt. Man glaubt darin, wie der „Nat.-Ztg." geschrieben wird, ein Anzeichen der Entmnthigung und des Rückgangs in den britischen Rhedereikreisen zu erblicken, und beginnt nach den Ursachen dieser bedenklichen Etscheinung zu forschen. Wenn man sie aber u. a. darin finden möchte, daß der englische Staat als solcher für die Schiffahrt und deren Entwickelung zu wemg thue, namentlich im Vergleiche zu anderen Ländern, so ist das falsch. An unmittelbaren Unterstützungen an Dampser- linien zahlt Großbritannien nächst Frankreich, noch immer am meisten. Dann erst kommen das deutsche Reich und die Vereinigten Staaten. Allerdings aber schicken letztere sich an, den Betrag der für Schifffahrtszwecke gezahlten Unterstützungen beträchtlich zu steigern, und
Marburg
Dimstag 21. Mai 1901.
ab, und drückte ihren Schützling auf den Seffel zurück. Sie gab fich alle Mühe, den Zwischenfall wieder gut zn machen.
„Du hast sehr schön gesungen, Erika", sagte fie laut, und streichelte die blonden Locken des Mädchens, dessen Lippenfich verächtlich kräuselten.
„Gestatten Sie jetzt, daß ich mich entferne", klang es trotzig und herb zurück.
„Nein", mischte sich der Graf ein, „bitte, bleiben Sie noch, kleines Fräulein, man soll Ihnen eine Erfrischung reichen, meine Frau wird gleich hier sein, ich möchte, daß fie das Lied von Ihnen hört, will doch sehen, ob sie denselben Eindruck davon bekommt wie ich!"
„Welchen Eindruck?" fragte die Präsidentin. Es war, als hielte sie den Athem an, während ihr stechender Blick den Grafen streifte.
„Das Mädchen erinnert mich an meinen — Sohn, besonders beim Singen", lautete die Antwort.
Er hatte leise gesprochen, damit Erika es nicht hören sollte.
Die Präsidentin wechselte die Farbe, dann schlug sie die Hände zusammen, und lachte auf: „Um Gotteswillen, wie kommen Sie nur auf so etwas, ach Ewald, nehmen Sie mirs nicht übel, aber ich glaube, Sie werden kindisch! Kein Mensch kann hier eine Aehnlichkeit herausfinden!"
Graf Düren schaute ein wenig überrascht auf bei dem lebhaften Protest.
„Nun, Sie sollen sich selbst überzeugen. Es ist mir ebenfalls noch nie aufgefallen, aber vorhin, bei dem Lied — — —"
„Bei welchem Lied?" Lang es hastig von den Lippen der Präsidentin.
en der Chinese nur wandeln wird, wenn er rnrch die Truppen der Großmächte eskortirt >ird. Immerhin glaubt man jetzt doch ein :nde zu sehen — es mag eine Täuschung sein — lber schon die Annahme der Täuschung macht röhlich. Wie verlautet, hat es sich bei der leise des Reichskanzlers Grafen v. Bülow nach ketz um die Frage der Rückkehr Waldersee'S gehandelt.
' In politischer Beziehung hat fich die deutsche Staatskunst streng in dem Rahmen der programmatischen Erklärungen gehalten, die der Reichskanzler Graf v. Bülow in seinem Rund- chreiben an die Bundesregierungen vom 11. Juli >. Js. niedergelegt und später im Reichstage ingehend erläutert hat: Durch die Ermordung ie§ deutschen Gesandten war Deutschland wider einen Willen in eine weit vorgerückte Position gedrängt worden. Gleichwohl ist deutscherseits Illes ermieden worden, was den Schein hätte erwecken können, daß Deutschlafid irgend welche Eondervortheile anstrebe. Dank dieser Politik list es den chinesischen Machthabern nicht gesungen, die Keime der Zwietracht, die im vchooße des Konzerts der Mächte ohne Zweifel vorhanden waren, zur Entfaltung zu bringen. Die chinesische Regierung ist vielmehr ge-
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für den Monat Juni auf
, Die Wirren in China.
Zur Lage.
Die Chinaexpedition tritt allgemach in Li-
Umschau.
Dr. v. Miquel als Reichstags- Abgeordneter.
In einem Artikel über erledigte Reichstagsmandate regt die „Deutsche Tageszeitung" an, dem zurückgetretenen Finanzminister Dr. von Miquel das durch die Ernennung Möller's zum Handelsminister frei gewordene Mandat für Mülheim a. d. Ruhr - Duisburg anzubieten. Ob Dr. v. Miquel Neigung haben wird dort zu kandidiren, erscheint uns fraglich. Vor etwa l Vr Jahren hat sich allerdings Herr v. Miquel dahin ausgesprochen, nach seinem Rücktritt als Finanzminister ein Reichstagsmandat zu übernehmen, um namentlich bei den Zolldebatten und bei Berathung der neuen Handelsverträge in agrarischem Sinne wirken zu können. Für eine bestimmte Partei zu kandidiren dürfte Herr v. Miquel fich kaum entschließen. In Mülheim würde er aber für die Nationalliberalen kandidiren sollen, und das wird Herr v. Miquel jedenfalls ablehnen.
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man geht schwerlich fehl, wenn man dies mit als einen Hauptgrund der britischen Verstimmung betrachtet. In der Oeffentlichkeit richtet sich dieselbe allerdings weit mehr gegen uns, die wie immer als die gefährlichsten Mitbewerber Englands dargestellt werden. Ueber den wahren Zusammenhang der Dinge darf das aber nicht täuschen. Die Pankees werden ungleich mehr gefürchtet und zwar mit Recht.
Ein amerikanischer Vorstoß gegen unsere Industrie.
np. Es ist noch lange kein Menschenalter her, seit die amerikanische Landwirthschast sich planmäßig und einheitlich zu dem Zwecke organifirte, den europäischen Markt zu erobern und dauernd ihrer Herrschaft zu unterwerfen. Dieses mit zäher Energie verfolgte Ziel ist bekanntlich auch in dem Maße erreicht worden, daß Chicago preisbestimmend für den europäischen Markt, insbesondere den Getreidemarkt, geworden ist. Jetzt deuten alle Anzeichen darauf hin, daß die amerikanische Industrie sich anschickt, dem Beispiele der amerikanischen Land- wirthschaft zu folgen und, während früher die europäische Industrie den amerikanischen Markt beherrschte und die Vereinigten Staaten als ihr natürliches Absatzgebiet ansah, umgekehrt beabsichtigt, selbst den europäischen Markt für sich zu erobern und der europäischen Industrie das Feld in Europa streitig zu machen. Die Vereinigung der größten amerikanischen Industrien in riesige, ungemein kapitalkräftige Trusts und die Erwerbung ganzer Flotten von Seeschiffen für diese industriellen Vereinigungen lassen keinen Zweifel darüber, welches Ziel ^fich die amerikanische Industrie gesteckt hat. Wer die Amerikaner kennt, wird auch keinen Zweifel darüber hegen können, daß der wirthschaftliche Kampf gegen die europäische Industrie mit äußerster Energie, Zähigkeit und Rücksichtslosigkeit geführt werden wird und daß demzufolge die europäische Industrie alle Ursache hat, sich rechtzeitig nach Kräften für diesen Kampf zu rüsten, wenn sie ihn mit einiger Aussicht auf Erfolg aufnehmen will. Daß sich die Länder und Staaten Europas zu gemeinsamer Abwehr gegen den überseeischen Angriff vereinigen, erscheint bedauerlicher Weise ausgeschloffen. Die deutsche Industrie wird daher den Kampf für sich aufnehmen, und ernstlich überlegen muffen, ob sie für einen solchen Kampf, der zweifellos den Charakter eines Existenzkampfes annehmen wird, voll gerüstet ist, oder was zu diesem Ende noch zu geschehen hat.
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„Das „Heimathlied" sang die Kleine vorhin mit einer Ausdruckweise, wie ich es nur von — Siegfried hörte!"
„Nun, da haben wir's," rief Frau v. Düren lachend, „weil das Mädchen zufällig daffelbe Lied sang, daS Sie einst von Siegfried hörten, nun wollen Sie gleich eine Aehnlichkeit herausfinden ! Und damit sollte Luise aufgeregt werden. DaS kann ich nicht zugeben! Ich bitte Sie, folgen Sie mir, sprechen Sie zu der armen Frau nicht davon sie leidet nur unnütz dabei, das muffen Sie zu vermeiden suchen.
„Sie mögen recht haben, Leonore," seufzte der Graf, aber ich wollte, daß Sie wenigstens das Lied hörten, damit Sie sich überzeugen könnten."
Beatrice, die wieder zu den Beiden getreten war, fühlte sich peinlich berührt von dem Allen. Sie wollte das Gespräch in andere Bahnen lenken, als die Präsidentin ihr zuflüsterte: „Da hast Du etwas Schönes angerichtet, nun geht die Grübelei wieder wochenlang fort!"
Erika war aufgestanden, und mit einer kühlen Verneigung gegen den Grasen und Beatrice schritt sie der Thüre zu.
„Sie wollen wirklich fort?" fragte der Graf. Es klgng fast bedauernd.
„Jawohl, Herr Graf! Versuchen Sie nicht, mich zurückzuhalten, es würde doch vergebens sein!"
Das kam so trotzig und fest von denrothen Lippen, daß die Zurückbleibenden der schlanken Mädchengestalt verdutzt nachblickten.
„Die Kleine ist stolz, aber sie gefällt mir dennoch, sie hat Race," murmelte Graf Düren, der heute ungewöhnlich mild gestimmt schien.
(Fortsetzung folgt.)
(Nachdruck verboten.)
Das Heimathlied.
Original-Roman von Irene v. Hellmuth.
(Fortsetzung!)
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kranke.
zwangen worden, allen wesentlichen Forderungen nachzugeben, für die geschehenen Greuel- thaten Sühne zu leisten, Bürgschaft für die Zukunft zu bieten und eine schwere, aber gerecht bemessene finanzielle Last als Buße für den bösen Willen und die Lässigkeit auf sich zu nehmen, womit sie die Nichtachtung der Verträge und die Unthaten gegen die Fremden und die einheimischen Christen hat verüben lassen. Auch Graf Waldersee darf mit Befriedigung auf seine Thätigkeit als Oberkornrnandirender von Petschili zurückblicken. Er befand sich in einer äußerst schwierigen Lage, aber er hat sie mit Geschick gelöst.
Von den Kämpfen in denSchansi- Gebirgspässen
werden der „Köln. Dolksztg." in einem Briefe aus Paotingfu vom 26. März allerlei Einzelheiten gemeldet. Am 1. März wurde eine deutsche Patrouille unter Oberstleutnant von Wallmenich von Chinesen fast umgangen. Bei diesem Kampfe verlor die Truppe 3 Mann. An der Erstürmung des Schanschöngpasses waren vor Allem die Bayern betheiligt. So rasch als das Gelände es zuließ, stürmten die Bayern bis auf 900 Meter heran und eröffneten von dort aus ein vernichtendes Feuer auf die nur schwach geschützte und ganz überraschte linke Flaute des Feindes. Die schon dadurch entstandene Verwirrung wurde noch gesteigert, als gerade jetzt aus einer scheinbar ganz ungangbaren Schlucht eine bayerische Patrouille zum Vorschein kam. Sie war gebildet aus den bestgeübten Gebirglern des Allgäu und des bayerischen Hochgebirges. Leutnant Giehrl führte sie; die einzelnen mußten schon entweder die Zugspitze oder den Watzmann erklettert haben. Sie hatten sich gegenseitig angefeilt; in Lungtfüen gefundene Boxerlanzen dienten als Alpstöcke. Ihre eigentliche anfängliche Aufgabe war, die linke Flanke des aufsteigenden bayerischen Bataillons zu decken. Als diese Aufgabe mit der Ersteigung der Höhe erfüllt war, führte Leutnant Giehrl seine Leute gegen die nächste feindliche Stellung, wo die bayerischen Gebirgler den Chinesen zeigten, wie gut sie zu Hause mit den Stutzen umzugehen gelernt haben. Ein chinesischer Schützengraben nach dem anderen räumte vor diesen blauen Scharfschützen. Dieser Zug war es, der die erste chinesische Fahne von der großen Mauer herunternahm und schließlich noch zwei Hotchißkanouen im Feuer eroberte. Der Gegner war gut bewaffnet, sein Gewehr war unser verbessertes Modell 88 Die chinesische Artillerie verfügte außer über zahlreiche veraltete Mörser und Vorderlader über vier moderne
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Inflation Wd)t alles schlimmer werde, tote zuvor. In
»m» Hain und Neustadt, sowie von allen Post- ßfl! Anstalten und Landbriefträgern entgegen;
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i-Dresden Beilagen werden von unserer Expedition vmm. (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch -
tt dem Flügel Platz, und, —sie wußte selbst licht wie es kam, — aber unter ihren Fingern luoll plötzlich die Melodie des „Heimathliedes" ervor. ;
Beatrice hatte das nun z^war schon öfters ier gespielt, aber fie besaß inicht den Weichen, migen Anschlag, nicht den feh.nsuchtsvollenTon. Senn fie das Lied fang, fn klang es ganz
Erika fühlte fich aufs Tiefste betroffen, tt Warum durste man von jenem Bilde nicht
|| sprechen? Wie magnetisch angezogen kehrten
*hre Blicke immer wieder zu ibem stillen Gesicht llrück, fie vermochte fich nicht loszureißen, iuch dem Grasen schien es ähnlich zu ergehen. tfottP1 schaut, bald das Bild, bald Erika an, als IJ vllpoHte er im Stillen die beiden Gesichter mit auf dupnander vergleichen. Doch kurz, darauf schüttelte I jartenft wie unwillig über sich selbst, heftig den
LÜl.
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MUh, eltlichi tbicrcnj emittelt,
kfatz. titutä:
, l336tz.-xr Theorie ist man ja über die zu leistende HU, tßühne, über die Kriegsentschädigung und die Bestrafungen einig; aber von der Theorie zur staxis ist in China ein besonders weiter Weg,
Das junge Mädchen fühlte ßich so beklommen, »aß es, als Beatrice um ein Lied bat, nur <3331 chwer zum Singen zu bewegen war. Endlich ndlich, nackf vielem Zureden nahm Erika doch
tlll quidation. Eine Macht nach der andern zieht
--ihre Truppen zurück, und auch unsere Soldaten »d Stall' werden froh sein, wenn sie bald nach Hause ■gplattei L‘ '
ssirungs- tzird freilich in China bleiben müssen, damit
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t hatte plötzlich die Hand DAor die Äugen ge- rgt, und lauschte, ohne sich,'zu rühren. Nur Is der letzte Ton verklungen war, flüsterte er: Sitte, — ich möchte eS Hern noch einmal
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