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und Kirchhain.
Sonntag 12 Mai 1901.
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CewrteiMeiteet: IüuftrlrteA Souutagsblatt. 9ca< xi> 8trl<|: I,h. gig. Sich, UnivrrfitLtä-Bxchdrxckmi tRerhire Markt 91. — Televbou 55
36. Jahrg.
9tochmals die Vertagung des Reichstags.
. Aus Berliner Parteikreisen schreibt man * an§ zu der Vertagung des Reichstags, über die — gtr schon gestern an dieser Stelle uns geäußert
haben.
Der Reichstag wird vermuthlich am 14. ds.
18 Mai
8.
itglüdrr j,is zum 26. November seine Pforten schließen.
$iit der Vertagung werden sich Wohl alle Par- reon leien einverstanden erklären, nur über den »paika!« Termin der Wiedereinberufung dürften Mein-
jingsverschiedenheiten obwalten, da man bisher m Ansicht war, der Reichstag würde diesmal zahl be, erheblich früher als sonst wieder seine Arbeiten beginnen. Nothwendig aber war es, den Reichs- ieihbait tag zu vertagen, statt ihn zu schließen, weil sonst die zeitraubenden Kommissionsarbeiten verloren gewesen wären.
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Zur Erledigung sollen in den wenigen noch stattfindenden Sitzungen nur das Handelsver- ttagsprovisorium mit England, der Nachtrags- etat für das neue Versicherungsamt und vor
'cflcm der Branntweinsteuergesetzentwurf ge-
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Leitens aller Parteivertreter daraus verzichtet <31 lt vorden, Beschlußunfähigkeit geltend zu machen —
■ mit Ausschluß der Berathung der Jnitiativ- «iträge betr. die Gewerbegerichte, für welche
langen. Dazu ist es dringend'erforderlich, daß die Abgeordneten sich in beschlußfähiger Zahl nnfinden. Wohl ist im Seniorenkonvent
!bg. v. Kardorff sich einen Auszählungsantrag wrbehalten hat —; allein bindend ist dieser I J sterzicht nicht einmal für die Parteimitglieder, riet weniger noch für die zahlreichen „Wilden".
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Die Abgeordneten werden also unter allen Um- tänden wenigstens in den paar letzten Tagen ihre Pflicht erfüllen und vollzählig zur Stelle ein müssen.
Die „Freisinnige Zeitung" meint, die noth-
vendig gewordene Vertagung sei die Folge der
L Gewesenen Abgeordneten an, dort wird man JJ Acht viele finden, denen man würde zumuthen
men, sie wären erschienen, wenn Tagegelder
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diätenlosigkeit. Ein schlechteres Zeugniß ls dieses kann den sich von den Sitzungen ernhaltenden Reichstagsmitgliedern nicht aus- leftellt werden. Man sehe sich doch einmal die liste der beispielsweise am Mittwoch bei der lbstimmung über den Diätenantrag abwesend
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wert.
(341:
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a'uljch'e estig gebracht hat, ist in der unglaublichen t wird. Bielreberei zu suchen, durch die in der That
etvinkt hätten. Die Ursache dafür, daß der ieichstag in den fast hundert bisherigen Atzungen außer dem Etat so gut wie nichts
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Rinder,
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(Nachdruck verboten.)
Das Heimathlied.
DriginoMloman von Irene v. Hellmuth.
bürg.
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(Fortsetzung.)
.Ich dachte," fuhr der Verwalter fort: damit wäre die Sache abgethan, ja, — aber Tofit Mahlzeit! Die Lisbeth war alleweil risch und munter, langes Ueberlegen war licht ihre Sache, sie ließ sich auch gar nichts «rken. Am nächsten Tage, d« fragte sie mich och einmal: „Also Du willst mir durchaus kine Einwilligung nicht geben?"
Trotzig und entschlossen stand sie vor mir, 8 ist, als sähe ich sie noch, wie ihre Augen »nkelten, — da trug sie sich wohl schon mit 'm Plan, den sie nachher ausgeführt hat. ls ich ihr entgegenschrie: „Nein, nein, hoffe icht, mich umzustimmen," da sagte sie kein ort mehr. Eingesperrt hätt' ich das Mädel, tf ich nur eine Ahnung gehabt von Allem. » that ich nichts, — nichts. Am Abend ist ie Lisbeth in ihr Stübchen gegangen. — ich ti>e sie nicht wiedergesehen." — —
Der Alte schwieg. Er fuhr sich mit dem 'thgewürfelten Taschentuch über die Stirn, es «r ihm ordentlich warm geworden bei seiner Höhlung. Frau Betth weinte jetzt wirklich, in süßer Duft kam von den Beeten herüber- kzogen, man vernahm nichts als das Girren kr Tauben auf dem Dache, das Schnattern 1 Gänse und das Gackern der Hühnerschaar.
Lothar faßte nach der Hand des Alten und Ist e, einen eigenthümlich forschenden Blick auf
den meisten Abgeordneten die Theilnahme an den Sitzungen verleidet wird.
Nach der Vertagung werden die Zustände im Reichstage auch nicht viel anders werden; denn einen großen Theil der Zeit lyird dann die Berathung des Zolltarifs in Anspruch nehmen. Werden dazu noch wieder so ausgedehnte „Etatsplaudereien" gepflogen, in denen namentlich die Sozialdemokraten den inzwischen gesammelten Klatsch anbringen, so wird auch der Dortheil der Vertagung verloren gehen und es wird ebensowenig, wie in den abgelaufenen Sitzungen gelingen, die vertagten Aufgaben sammt und sonders neben den neu bevorstehenden zu bewältigen.
Ganz besonders ist der freisinnige Vorschlag, beim Wiederbeginn der Sitzungen im November den Parteien zu gestatten, iunerhalb der ersten vierzehn Tagen mit dem Rechte der Priorität Initiativanträge einzubringen, nicht geeignet, die Reichstagsarbeiten zu fördern. Die parlamentarische Initiative seitens der Linken hat sich in der laufenden Session so fruchtbar erwiesen, daß thatsächlich schon ein starker Ueber- fluß an Anträgen für mehr als zwei Jahre hinaus vorhanden ist. Bei diesem Material sollte man es also bewenden lassen.
Umschau.
An den neuen Handelsminister drängt sich bereits die Börsenpresie in gewohnter Ungenirtheit heran und präsentirt ihm einen Wunschzettel. In erster Linie steht darauf natürlich die „Revision des Börsengesetzes", und diese „That", durch welche der passive Widerstand der Börse gegen die geltende Gesetzgebung direct legalisirt werden soll, wird mit aller Bestimmtheit von Herrn Minister Möller erwartet. Das „Berliner Tageblatt" äußert zu dieser Angelegenheit das Folgende:
„Wie man aus einer privaten Aeußerung des Abgeordneten Büsing in der Sonnabendsitzung des Reichstages schließen darf, scheint der Nachfolger des Herrn Brefeld geneigt zu sein, dieser Frage schon in der nächsten Zeit näher treten zu wollen. Ein mindestens ebenso revisionsbedürftiges Jnventarstück aus der Aera Miquel - Brefeld dürfte auch die Waarenhaussteuer bilden, jenes Monstrum sogenannter Mittelstandsgesetzgebung, womit Herr v. Miquel sich den Agrariern und Zünftlern gefällig zeigen wollte.'
Die Linke, die sonst immer über Mangel an Einheitlichkeit in der Regierung klagt, muthet dem neuen Handelsminister zu, unbekümmert nm die Anschauung des Gesammtministeriums, der Börse und den Bazarunternehmern Liebes-
das erregte Gesicht desielben werfend: „Und sonst wissen Sie nichts?"
„Nein, gnädiger Herr, — nichts."
„Nun, was Sie da erzählten, Trautmann, ist mir nichts Neues, ich — kenne die Geschichte Ihrer Lisbeth bester als Sie!"
„Wie?" entfuhr es den Lippen des Verwalters. Frau Betty hörte einen Moment auf zu schluchzen.
„Ja, — ich kenne die Geschichte," wiederholte Lothar, „ich will Euch alles erzählen. Doch zuvor versprecht mir, daß Ihr von dem, was ich Euch erzähle, zu Niemanden ein Wort verlauten laßt."
Als die immer erstaunter aufhorchenden Alten dies feierlich gelobt hatten, fuhr Lothar fort: „Ich sagte Euch vorhin, als ich von Eurer Tochter sprach, nicht die volle Wahrheit, denn ich bewunderte die Lisbeth nicht nur, — nein, ich liebte sie, — liebte sie, wie nur ein Mann ein Weib lieben kann! Ihr wußtet nichts davon? O das wundert mich!" fügte er erstaunt hinzu, als die beiden Alten gleichzeitig mit einem Ruf der größten Verwunderung von der Bank in die Höhe fuhren.
„Freilich hielt ich meine Liebe geheim, denn hätte der stolze Graf Düren davon erfahren, er hätte mich wahrscheinlich forlgeschickt. Ich war damals noch sehr jung, und so hoffte ich mit der Leichtgläubigkeit der Jugend auf die Erfüllung meiner Wünsche. Ich schlich damals traurig umher, Ihr müßtet es eigentlich bemerkt haben, wie ich um Euer Haus herumstrich, den Augenblick erspähend, wo die Lisbeth am Fenster oder im Garten erschiene."
bienfte zu erweisen. Was speziell die Börsengesetzgebung betrifft, so ist Herr Moeller ganz gewiß darüber sehr gut informirt, daß im Reichstage keine Mehrheit für die gewünschte Aufhebung des Terminregisters ober gar für Niederlegung der gegen den Waaren-Termin- handel errichteten Schranken zu haben wäre: der Minister dürfte sich also nach dieser Richtung schwerlich engagirt haben. Interessant aber wird es für ihn sein, aus der börsenliberalen Presse zu ersehen, mit welchen Erwartungen seine Berusung als Nachfolger des Herrn Brefeld aufgenommen worden ist.
Minister v. Hammerstein.
Die Urtheile über den neuen Minister des Innern in den Zeitungen lauten äußerst verschieden. Die seltsamen Widersprüche werden in der „Berl. Börs. - Z." in folgender hübscher Weise zusammengestellt:
Der neue Minister des Innern Herr v. Hammerstein hatte gestern seinen ersten heiteren Tag. Aus ben von ten Lektoren ihm vorgelegten Ausschnitten aus der Tagespresse ersah er, 1) daß seine Familie in Hannover stets liberalen Anschauungen huldigte, und daß er ein überaus konservativer Herr sei; 2) daß er der Jugendfreund des Grafen von Bülow sei, daß dieser ihn aber gar nicht kenne, und daß der Kaiser allein aus ihn aufmerksam wurde, als er ihn in Urville kennen lernte: 3) daß er in Hannover begütert sei, sich aber »ort niemals blicken ließ ; gleichzeitig aber las er, daß er, so oft er da erschien, den Eindruck eines schneidigen Beamten machte, und 4) soll Herr von Hammerstein nach der einen Meldung eine streng aristokratische „zugeknöpfte" Natur sein, dem schwer näher zu treten sei, während er nach der Schilderung eines anderen von bestrickender Liebenswürdigkeit, entgegenkommend und gütig sowie leicht nahbar sein soll. Er weiß nun ganz genau, wie sich sein Bild in den Augen der Zeitungsleser darstellt.
Lord Roberts und der Schwarze Adler- O r den.
In den „Hamb. Nachr." lesen wir:
Mit einer Verspätung von über drei Monaten bringt die „London Gazette" d. d. White- hall, 8. Mai, die amtliche Mittheilung, daß der König von England dem Lord Roberts die Erlaubniß ertheilt habe, den dem Letztern im Januar d. I. vom deutschen Kaiser verliehenen Schwarzen Adler-Orden anzunehmen und zu tragen. Im „Reichs-Anzeiger" ist eine amtliche Mittheilung über die Verleihung bekanntlich bisher nicht publizirt worden, die Verleihung muß also, soweit das Deutsche Reich in Betracht kommt, als in partibus erfolgt gelten; d.h. Lord Roberts ist für uns in ähnlicher Weise Krypto - Ritter des Schwarzen Adlers wie seinerzeit Herr Gruner Krypto - Exeellenz war.
Als die beiden alten Leute nur mit Kopfschütteln antworteten, fuhr Lothar fort in seiner Erzählung: „Nun Ihr ahntet natürlich nichts von meiner Sehnsucht nach Lisbeth, die mir niemals Gelegenheit gab, sie ungestört sprechen zu können. E«mal aber gestand ich ihr aber doch meine Liebe, und sie — sie lachte mich aus und lief davon, ich trug mich damals ganz ernstlich mit dem Gedanken, mir eine Kugel durch den Kopf zu schießen."
„Um Gotteswillen," kreischte Frau Betty auf, und faßte nach Lothars Hand, als müßte sie ihm jetzt noch die Mordwaffe entwinden.
„Nun, wie Ihr seht, — ich that es nicht," begann Lothar wieder, „aber nahe daran war ich, das könnt Ihr mir glauben. Die Lisbeth also, die liebte mich nicht," begann Lothar wieder, „aber ich lauerte ihr doch immer auf, wenn ich sie nur sah, war mir schon geholfen. Und eines Abends, ich war gerade im Begriff, mich auf meinen Lauscherposten zu begeben, sah ich sie eilig durch den Garten kommen, mit einem Bündel unter dem Arm. Sie bemerkte mich erst, als ich dicht vor ihr stand, und wich erschrocken vor mir zurück. Sie schien doch sehr aufgeregt zu sein, und als ich sie fragte, wo sie noch so spät hinwolle, gab sie keine Antwort und entschlüpfte mir. Ich aber holte sie dennoch ein, denn mir kam ihr seltsames Gebühren verdächtig vor. Auf meine dringenden Bitten hin gestand sie denn auch, daß sie entschloßen sei, ihr Vaterhaus zu verlassen, weil mau ihr den Mann, den sie liebe, nicht geben wolle, Ich begleitete sie hinunter zum Städtchen, aber beschwor sie wiederholt, doch von ihrem Vorhaben abzustehen. Doch
Ob diese Verhandlung der Ordensverleihung an den englischen General auf deutscher Seite irgend welchen Einfluß auf die Verzögerung der englischen amtlichen Mittheilung über die Verleihung ausgeübt hat, oder ob derartige Verspätungen in England die Regel bilden, muffen wir dahingestellt fein lassen."
* Ueber die Vorgänge unmittelbar nach der Ablehnung der Känalvorlage macht die „Kreuzzeitung" folgende Mittheilung: ,/Damals entstand bekanntlich ein lebhafter Streit um die Urheberschaft der Maßregelungen. Nachdem er die Presse geraume Zeit hindurch beschäftigt hatte, bildete sich die „communis opinio“, daß der bisherige Finanzminister die Maßregelungen empfohlen habe, um die Auflösung des Abgeordnetenhauses zu verhindern. Jetzt erfahren wir aber aus einer Quelle, an deren Zuversichtlichkeit nicht zu zweifeln ist, daß jene Auffassung nicht zutrifft."
* Kohlen- und Getreidepreise.
Der „Vorwärts" veröffentlicht eine ausführliche Liste der Selbstkosten- und der Verkaufspreise der Kohlen. Wieweit die darin enthaltenen Angaben richtig sind, lassen wir dahingestellt; daß aber der Gewinn der Kohlenproduzenten ein recht ansehnlicher ist, wird zugegeben werden müssen. Am meisten aber interreffirt uns an den „Vorwärts" - Ausführungen deren Schluß, der folgendermaßen lautet:
„Auf die Dauer kann eine solche Dolksausprefsung auch das geduldigste Volk nicht ertragen. Wie der Brotwucher, so ist auch der Kohlenwucher geeignet, dem Publikum —' nicht nur den Arbeitern — die Augen zu öffnen über die Unhaltbarkeit der gekennzeichneten Zustände. Die Enteignung der Kohleu- monopolisten darf nicht von der öffentlichen Tagesordnung verschwinden, das Volk muß endlich sein unveräußerliches Recht an den Erdschätzen geltend machen. Und sollte zur gegebenen Zeit die Frage der Enteignung der „Kohlenherren" akut werden, bann dürfte es sehr werthvoll sein, über die .Selbstkosten" der Kohlenmonopolisten Näheres zu wissen."
Es ist äußerst ungeschickt von dem soziol- bemokratischen Organ, „Brotwucher" unb „Kohlenwucher" zusammenzustellen. Ist der Nachweis richtig, baß die Kohlenproduzenten einen erheblich über die Selbstkosten hinausgehenden Preis anfetzen und erhalten, fo trifft auf die Getreideproduzenten das Gegentheil zu; denn diese „erfreuen" sich solcher Preise, welche die Selbstkosten überhaupt nicht decken. Der „Vorwärts" wird also aus seinen eigenen Dar
nichts half, sie blieb fest. Unb dann bat ich sie noch, mir hie und da zu schreiben, wie es ihr gehe, und, wenn sie einmal in Noth gerathen und eines treuen Freundes bedürfen sollte, sich getrost und vertrauensvoll an mich zu wenden. Sie versprach es mir auch fest und feierlich, aber sie weinte nicht. Ein anderes Mädchen wäre wohl in Thränen zerfloffen. Ihr Muth, ihre Standhaftigkeit steigerte wo möglich meine Leidenschaft. Ich bewunderte das Mädchen noch mehr, wie zuvor. So trennten wir uns:"
Der Erzähler machte eine Pause. Die alten Leute bemerkten in ihrer Erregung nicht den forschenden Blick, den Lothar auf sie heftete.
„Und, — und haben Sie später noch etwas von der Lisbeth gehört?" fragte Frau Betty fast athemlos.
„O ja!" -
„Bitte, erzählen Sie doch!" drängte Trautmann, ebenfalls in gespannter Erwägung.
Lothar schwieg noch immer.
„Es wird mir schwer, aber es muß sein," murmelte er, wie zu sich selbst sprechend, doch laut genug, daß die Anderen es hören konnten.
„Lange Zeit vernahm ich nichts von Lisbeth", fuhr er nach einer kleinen Weile fort, „bis sie mir eines Tages einen langen Brief schrieb. Sie theilte mir mit, daß sie mit ihrem Manne, der überall auf Kirchweihen und Jahrmärkten sein Zelt aufschlug, immer von Ort zu Ort ziehen müsse, nirgends rastend, nirgends eine Heimath findend, immer weiter und weiter, daß ihre Gesundheit sehr leide, daß es ihr nicht gut ginge. Anfangs habe ihr das Zigeuner-