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Sonntag, 5 Mai 1901.

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E»««ra-»deilagt: Ja«ftrt«e» Lorrntagsblatt.

9n< *x> Btrütg: Zoh. las. Koch, Untv«rfitLt»-y»chdr»<krr<t fietbera Markt 91 Talwbsn M»

iNachdruck verboten.)

Das Heimathlied.

Original^roman von 3 r e n e v. H e l l m u t h.

iFortletzunz.)

Giurtatiatzrlicher »n ws w-Kgepaw

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Leiber ist mit dieser Lösung des Kanal­konflikts auch der Verlust eines der tüchtigsten und erfolgreichsten Mitglieder des preußischen Staalsmiuistcriums, nämlich des Ministers Dr. v. Miquel, verbunden. Herr v. Miquel hat, wie wir schon gestern mittheilten, in einem ausführlich begründeten Schreiben den Kaiser um seine Entlassung gebeten. Gleichzeitig hat er die Geschäfte dem Unterstaatssekretär über­geben, um die Entscheidung des Kaisers abzu­warten. Daß diese in bejahendem Sinne aus­fallen wird, dürfte nicht bezweifelt werden. Noch am Dienstag Abend hatte Herr v. Miquel sich dahin ausgesprochen, daß mit der Lösung des Kanalkvnflikts ein Ministerwechsel nicht verknüpft sein werde. Was inzwischen sich ereignet und den Minister veranlaßt hat, um seine Entlastung zu bitten und auf ihrer An­nahme zu bestehen, entzieht sich unserer Kenntniß. Seit Jahren besteht bei Hofe eine Strömung, die darauf gerichtet war, den Minister von Miquel zu beseitigen. Bisher waren die Bemühungen in dieser Richtung vergeblich. Noch vor Jahresfrist hat der Kaiser ein Ent­lassungsgesuch des Ministers mit schmeichelhaften Worten zurückgewiesen. Der Rücktritt des Ministers wird schon um deswillen bei allen vaterländisch gesinnten Männern bedauert werden, weil Herr v. Miquel in seiner 11 jährigen Thätigkeit als Finanzminister stets eine glückliche Hand und eine außerordent­liche Zähigkeit in der Verfolgung seiner Grund­sätze bekundet, eine ungewöhnliche Arbeitskraft und große Erfolge zu verzeichen gehabt hat. Er stand auf dem Boden des Schutzes der nationalen Arbeit, vertrat eine gesunde Mittel- ftandspolitik und war deshalb bei den links- liberalen Parteien, sowohl wie auch in gewissen Hofkreisen im höchsten Maße unbeliebt. Um so mehr wußte jedoch der Kaiser seinen Minister zu schätzen. Was während des letzten Jahres zu der Entfremdung geführt hat, über die wir uns bereits aussprachen, ist hinlänglich bekannt und braucht nicht wiederholt zu werden.

Jedenfalls wird der Donk des Kaisers und

i ..Nun," begann er wieder, .mag der Sense- drnn anklopfen, wann er will, er soll mich tniflftenS gerüstet finden, mein Haus ist ifettm etzxllt."

Wenn die Leute erst merken, daß man die ügel nicht mehr so stramm halten kann, wie Äher, werden sie nachlässig und bestehlen einem oerdeU obendrein, wo sie können. Ich habe längst (3167 Hernt, Lothar als meinen Sohn zu betrachten, _____ er wird dereinst voraussichtlich mein Erbe

Die Präsidentin fiel ein wenig aus der olle. Mit einer jähen hastigen Bewegung $ todte sie ihr Gesicht dem Sprechenden zu, ihre and umfaßte krampfhaft die Lehne des hinter r stehenden Sesfels, jihre Stimme klang beu 1 He heißer, als sie fragte: .WaS soll das s hfcen? Ich verstehe Sie nicht!"

Ter Kanalkonflikt.

** Eine Entscheidung über die Absichten der I Regierung hat auch der gestrige Abend nicht gebrocht; so sensationelle Vermuthungen man Pen die Anberaumung der gemeinschaftlichen Hitzung beider Häuser des Landtags knüpfte hmb nach Lage der Dinge auch knüpften mußte, - so wenig sensationell war der Verlauf dieser Hitzung. Keine Erklärung, ob die Regierung Ln der Kanalvorlage mit Entschiedenheit fest- hält, fein Hinweis ob eine Auflösung des Landtags Li erwarten ist nichts, als die reine Formelle Botschaft, daß die Regierung nach dem bisherigen Verlauf der Kommissionsberathungen W weiteren Verhandlungen nicht die Hand [Meten könne.

Nur eine Aeußerung des Ministerpräsidenten scheint uns eine Andeutung des Regierungs- ! Programms zu enthalten. .Zur Zeit ist eine [Verständigung über die Kanalvorlage ausge- i schlossen". Es scheint uns danach, als ob wir [mit unserer Vermuthung, die Regierung ! werde zu einer Auflösung des Landtags [schreiten, aus falschem Wege waren. Der [Wortlaut der Aeußerungen Bülows läßt Vielmehr die Annahme berechtigter erscheinen, !daß die Regierung der Stimmung in der Mehr- [heit der preußischen Volksvertretung Rechnung [trägt und die Kanalvorlage bis auf weiteres [zurückzieht. Für die lausende Legis­laturperiode verschwindet damit der Kana' atm dem Arbeitspensum des Landtags und ob br später wieder auf die Tagesordnung

zesetzt wird, würde von den im Herbst 1903 stattfindenden Neuwahlen abhängen. Es wäre das eine Lösung der Krisis, die zwar nach alledem, was in der

etzten Zeit über die Stellungnahme unseres Kaisers geschrieben worden ist, unerwartet bmmen würde, die aber den wenig erquicklichen ionflict zwischen Regierung und Volksvertretung a der glücklichsten Weise beseitigen würde, üe Linke würde allerdings über einen solchen Ruß gang wenig Freude bezeugen.

Wenn eine solche Lösung der Krisis ein­treten würde, wenn die Wünsche der Linken, die Mif einen ernsten Conflict zwischen den rechts- Nehenden Parteien und der Regierung hin- prbeitet, nicht in Erfüllung gehen, so hätten wir dies allem Anschein nach dem Minister­präsidenten Grafen von Bülow zu verdanken. J6r scheint es gewesen zu sein, der beim Kaiser erKanalkamarilla gegenüber das konstitutionelle stincip festgehalten hat.

toi, wenn man mir das stille, kleine, enge Haus qimmert hat."

Ein Blitz des Triumphes schoß bei den »orten des Grafen aus den Augen der Präsidentin sie wandte sich rasch ab, um ihre Freude zu «bergen, und führte das Taschentuch an die " ^gen, als ob die Rührung sie übermanne.

Sie sind so gütig," stammelte sie wie in «fer Bewegung,ober von Ihrem Tode ütfen Sie nicht wieder sprechen, Sie thun mir He damit!"

Der Graf ließ sich durch ihre Heuchelei bischen.

aller gut gesinnten Kreise des Vaterlandes den

Minister bei seinem Rücktritt ins Privatleben | alsbald wieder unterbreitet werden. UUIt ;inpr ,,,.,npTlAn . -______

begleiten. Ob mit dem Rücktritt des Herrn [ uns aber unser Berliner Correspondenzbureau mehr sein: mankönnc^zvsilleickt' Jia v. Miquel ein Shstemwechsel verbunden fein meldet, wurde von unterrichteter Seite die aus PoltttW Klugheit der Regierung bezeichnen baft fie wird darüber fehlt zurzeit jeder Anhalt, zumal I Parlamentskreisen stammende Meldung der £u§ >. r Not eine Tugend'mache. Die Kana'lfraae ist man nicht weiß, wer der Nachfolger sein wird. Abendblätter nicht bestätigt. I faXVxtflt'nQJ^re VihrerLösung vcr-

Herr v. Miquel beabsichtigt, sich nach der Er- Preßstimmen 1?" ?? J 1no^«oben,

ledigung seiner Geschäfte nach Frankfurt a. M. I DieKreuzzeituna" findet in hem I pbpnfnTT& v « Linken hat ohne Zweifel zurückzuziehen, will aber auch fernerhin seine schnellen Schluß der Tagung eine befriedigende schloß den Landtags-

Dienste dem öffentlichen Leben widmen. . Lösung der Wirrniß die unsere aeaentoörtiae 'hren Machenschaften, die

M H'-rn v. hab-n. wie °ir vvlll.fch- c-g- hn^.T gSteM Ä3*

I heute schon durch Extrablatt mitgethettt haben, I Vor allem gebührt Sr. Majestät dem Könige auch die Minister Frhr. v. Hammerstein und Dank für den Entschluß, den auf die Beendigung der Brefeld ihr EntlaffungSgesuch eingereicht Der I ~e!'lon bezüglichen Raihschlägen Seiner Regierung Mimst-,»-üd-n. M V WA L

leicht besser gethan, m einer so kritischen Zeit Konservativen bezweifelte, daß es die erhofften günstiaen den Rücktritt eines so bewährten Mitarbeiters, Folgen haben werde. Gewiß war cs für sie schmerz wie des Herrn von Miquel, zu verhindern. bPn'iPn?npnLäie<m^ $u?fte Anschauungen sich mit «-NN -- di-i-n Mltntt klaffen hm. fo ft?ÄftiÄäS barr man erroamn bo6 n sich bereits eines tat Siele, Eegenl»tz ihre B-Mehung-N

Nachfolgers vergewissert hat, der die Gewähr -Regierung m einer das Land schwer schädigenden bietet die preußische Finanzpolitik und die §"ch bte^bKhmin^ffntf*^ahr Meint uns preußische Allgemeinpolitik in den bisherigen des Königs bAeüig? Entscheidung Seiner Majestät Traditionen fortzuführen. Ob der Schluß des Landtages Veränderungen in

---- ! der Zusammensetzung des Staatsministeriums zur9Folge s" 6U1'

Angeblich authentisch wird gemeldet, daß gegründete Hornung,°daß Seiner Mapstät^dcm Äöni'ge der Kaiser das Abschiedsgesuch des Ministers I Bunner zur Seite stehen werden, die für ein ver- v. Thielen in sehr huldvoller Weise ab- V?,ernÄVn 3ufanimen arbeiten ber gelehnt hat. Dar eicn staatserhaltenden

Ueber die Nachfolger der drei abtretenden der Meinungsverschiedenheit üb?r^emen'l"n? auch Minister erfahrt man noch nichts Sicheres. I n.0(5 wichtigen Gegenstand den Grund entnehmen Als muthmaßlichen Nachfolger Miquels nennt "ne schwere innere Krisis herbeizuführem man den Minister des Innern Freiherrn von! Die freikonservativePost" benrtheilt die Rheinbaben, den Staatssekretär Grafen Posa- I "a8e folgendermaßen:

bowskh u. a. Als Landwirthschaftsminister soll, I !ürr.^e Staatsregierung und ihr Ansehen

wie mit größter Bestimmtheit verlautet, Staats- ben Sellua bnSr^»Lnen roe?'9 ^folg versprechen- fetatfc.. ^0bbi.IS(/taSISMt9CTOmmt S'lSftÄff» lein, tfur den Fall, datz Herr v. Rheinbaben fu.r b,ie Durchführung desselben möglichst ungeeignet Finanzminister werden sollte, wird Oberpräfi- W'tL$ Sin!r Niederlage auszusetzen. Ebenso sehr deuten v. Bitter in Posen als muthmaßlicher daß sich sie Parteien iebt^iN^n Verständigung, rsslnanzminister genannt. UebrigenS fungiren einen ober ber anberen Richtung festlegen" b(T auch 2 sehr bekannte Oberbürgermeister, einer I In gleichem Sinne bemerk

aus dem Osten, einer aus dem Westen auf der Tageszeitung» ble "Deutsche

Finanzminister-Kandidatenliste. Auch Landes- . .Hätten wir es zu einer entfdtoh,t,hpn »h bireftor Frhr. von Manteufel und Minister I stimm«ug kommen lassen, so wäre entweder eine Heutig in Coburg-Gotha werden in sehr unwahr- btet Negiermng konstatirt oder die ganze

scheinlicher Weise als Ministerkandidaten genannt. Bottes^in-^unb Beunruhigung des

Di- B-rli--- Ab-»dbl-tt°- verzeichnen bi,

Meldung, der zufolge tn Parlamentskreisen I wurde daraus ein Konflikt entstanden fein dessen angenommen wird, daß nach der vom Grafen Tragweite nicht näher auseinand'ergesitzt

Bülow alsbald herbeizuführenden Kabinets- braucht.

bildung die Auflösung des Abgeordnetenhauses.Germania" schreibt, daß die Re­erfolge. Die Neuwahlen würden so angesetzt, enen Ausweg ergriffen habe, auf den

daß die neue Session Ende Oktober oder Anfang '?' 0,e. "1Ser,m?niaM°n vor einigen Tagen November beginne. Die Kanalvorlage dürfte

c ..... - _ Wie I von Entscheidung könne von keiner Seile

____ e I biner Niederlage ober von einem Sieg bie Rebe

-Das soll heißen, daß ich vorgestern mein sprechen. Ich glaube, Du würdest es nickt be-

Testament aufsetzen ließ. Es bedarf nur noch reuen, wenn Du seine Fran würdest Natür- sckritt nack dem^M6^' &ie &nb Quf unb ber Unterschrift. Man kann doch nicht wissen, lich habe ich bei dieser Fürsprache auch meinen sich still?n ben ö" * fie

was passirt und vorkommenden Falles möchte Vortheil im Auge, es ist ein gutes Stück Gleick daraus^-1^

ich gerüstet sein. Das stolze Besitzthum unseres Egoismus dabei, denn wenn ein Fremder käme, star^ aber wohllautmdel?"" bl£ 5^ar nid)t alten Geschlechtes mutz in einer Hand vereinigt und Dich von uns losreißen wollte, ich glaube die Siegfrieds ber Comteffe,

bleiben So handelten meine Vorfahren, so ich würde Dir nicht zureden, ihn zu nehmen Trautelei^^ ^ f°n9-

will auch ich es halten. Das Majorat verlangt Mr zwei alten Leute wären dann ja auch ganz Wie ein ^Stützt."

einen ganzen Mann, der es versteht zu herrschen und gar verlassen unb das könnten toir nur be8 ßiebeS herfbeilann K es'ff ff4 <e zu befehlen unb em strenges Regiment zu schwer verwinben. Du warst immer unser Trost liebte bieses <sted sie^ana es .si f ?\$^atrlCL' uhrenl I unser Sonnenschein in all bem Leib bas über ! laulckk» kor es oft, unb bie Gräfin

Die Präsidentin wußte genug; denn da ber uns hereinbrach, unb deshalb bitte ich Dich imilil auf's fc ^ermüthlgen Melodie Gras ausdrücklich betont hatte, Lothar würde überlege es Dir, ob Du Lothars JBerbuna an- ein lefcter x - ^le et^en rhr wie voraussichtlich sein Erbe, so vermuthete sie ganz nehmen kannst. Ich ahnte freilich nicht daß Sohnes ® 6 be6 schmerzlich betrauerten richtig, daß auch das tn dem Testament so ich einmal in die Lage käme für Lotbar um gnn,r r

niedergeschrieben sei. Nun galt es nur noch, Deine Hand zu bitten solltest uns ia mehr lebe? 1 mrc^te? Cb er noch

alle etwa eintreffenden Nachrichten über Sieg- werden, wenn unsere Hoffnungen uns mch^be- barienbS TOirtS? m 8 sehnsüchtig fried geschickt fern zu halten, und dies erschien trogen hätten! Doch das ist vorbei - vor- wüßte ob " « nur

ihr durchaus nicht schwer. Ueberdies, allzulange bei - " ' ' I er geworden wäre, es würde

würde das Erbe ohnehin nicht mehr auf sich Er brach plötzlich ab, da feine Gattin über fe?n SAiSl^ä It9enb cttoc§ warten lassen, meinte die kluge Frau. Die schluchzend in ihren Sessel zuäckg! Ünken war n« ? 5 r

letzte Krankheit hatte das Haar des Grafenge- und da ihm selbst etwas in eigentümlicher ^mlich Siegfrieds Bild,

bleicht; es war schneeweiß geworden. Weise an der Kehle würgte ei^ümlx^x b«§ m hing, und ihn als kleinen

Ernes Tages ließ Graf Düren Beatrice Beatrice, die den Grasen mit keinem WorteS ^ar x'' «°n b,er 28anb genommen, zu sich bitten. In gewohnter Weise ging er unterbrochen hatte, faßte noch der Hand der SL * ^ranenben ?uges betrachtet, um es mit ohne Umschweife auf sein Ziel los. Gräfin. yan0 Hlfen Seufzern wieder an feinen Platz -u

wichtiges mit Dir zu besprechen,Beruhige Dich, Tantchen," bat fie innig, ~

mein hebe§ ßmb, begann er in ernstem Ton. von tiefem Mitleid ergriffen, ich werde Euch Gräfin Luife zog das Mädchen, dessen zartes nicht verlassen, ich brächte es nickt übers Len

glicht sich mit heller Röthe bedeckte neben sich Ihr sollt an mir eine Tochter haben, die Euch benlfonbefen Wunsch^de^R^^/" toutb?nQuf auf einen Sessel nieder. I pflegen wird. Ich will thun, was in meinen I kleinem Kreise . Eraut ganz still in

Höre mich ruhig an, Bea," fuhr der Graf Kräften steht, um Euch das Leid erträglicher in letztere ! ,mLan überhaupt

Tort, Du weißt, Lothar bewirbt sich schon lang zu machen!" 9 jedem Verkehr mit der Außer-,-

um Derne Zuneigung, er liebt Dich wirklich IGott segne Dich, Kind" sagte Gräfin nackdlm e« s? ^Ä'-Dw Gäste waren, von ganzem Herzen und hat mich gebeten, ein Luise, ihre Thränen trocknend Lothar darf felbft ? H ,m ®We geworden, von

gute« Wort bei Dir zu seinen Gunsten zu ! also hoffen? Er wi^d üb^glücklich sein!" I mehr eiü. 9 Iub Quä> Niemand