Einzelbild herunterladen
 

Btt lern Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

M. 101

n

'Hieben

efchä» Leffel, dem die Generale Bailloud und von unterstanden.

rn

Etac

s bet

i

Ui

ist ngtn

t, n

» c e

<8 V

8 L ?

ombinirtes Vorgehen von deutschen und fran- »sischen Truppen unter dem General-Leutnant

Die Wirren in China.

Ein ernstes Gefecht.

»ich nicht die reichlichen Trinkgelder Fürst pantoffs hielten, wäre ich schon längst ge­nügen."

flonnen gegen die chinesische Mauer vor, und >ar: die Kolonne v. Ledebur auf dem rechten ügel. Schon am 23. geriethen die mittleren flonnen v. Mühlenfels und Hoffmeister an

W4,r1eltithrlich«r B«»»|lpr is bei ter 6a»Aitton S #L Mdtai Mtatan 9J6 Mk (erd.HMMbL

>Es ist gut, ich wollte meine Frau damit berraschen. Wenn sie von der Probe kommt, oll sie alles in schönster Ordnung finden, ver- nuthlich bringt sie einige ihrer Kolleginnen nit, dann müssen eben rasch noch ein paar louverts aufgelegt werden, das Menu ist doch eichlich, nicht wahr?"

zogen, um deutsche Abteilungen zu Kampf und Sieg zu führen.

Das sind die Gedanken, mit denen vorurtheils- freie Deutsche die Vorgänge betrachten. Dabei soll nicht verschwiegen werden, daß derartige Weisungen wie die an die französischen Truppen ergangenen, in diesem Falle also: die chinesi­schen Abtheilungen, die die Abmachungen miß­achtet und sich diesseit der Grenzlinie gezeigt haben, nicht anzugreifen, recht wenig sachgemäß sind. Im Kriege heißt es immer: entweder oder. Entweder also die Augen zudrücken und die Chinesen lassen, wo sie find, oder ihnen zeigen, daß, wo der fremde Soldat steht, er da ist, den Willen seiner Regierung zu erzwingen. Auf die Wirkung chinesischer Erlasse warten, wie es den Franzosen in diesem Falle vorge­schrieben war, heißt viel Geduld verlangen und sich bei den Chinesen dem Verdacht mangelnder Thatkraft aussetzen.

Die bisherige ungestörte Einmüthigkeit, die gerade zwischen Deutschland und Frankreich und zwischen französischen und deutschen Truppen geherrscht hat und auch durch den erwähnten Fall nicht gestört werden kann, läßt erwarten, daß in Zukunft sich ähnliche Lagen nicht wieder ergeben werden.

Ah, Du bist es, Alex," rief Siegfried, dem Ankommenden einige Schritte entgegengehend. Komm, setze Dich zu mir, wirst Du heute endlich einmal mit uns speisen?"

Ach nein, Siegfried," entgegnete Santoff ausweichend,ich wollte Dich nur zu einem Gang ins Freie abholen; Du kommst übrigens zu wenig hinaus, es ist nicht gut, immer zu Hause zu fitzen."

Meine Frau ist noch nicht da, sie hat Probe, und muß gleich kommen, wir speisen dann zusammen."

Aber die Probe ist längst aus, ich sah schon vor einer halben Stunde verschiedene Damen das Theater verlassen."

.So? Nun da wird Alice irgend wo festge­halten worden sein. Sie feiert heute ihren Geburtstag, und ich habe deswegen Alles fein Herrichten lasten, ich möchte doch sehen, ob sie sich freut, wenn sie kommt. Bitte bleibe doch zum Esten da."

Nein, ich will Euch nicht stören," meinte Santoff, und blickte gedankenvoll im Zimmer umher. Es that ihm weh, den Freund stets so gedrückt zu sehen, doch wagte er nicht, ihn zu fragen, was ihm fehle, eine gewiste Scheu hielt ihn davon ab. Aus verschiedenen Andeutungen hatte er entnommen, daß es mit dem Gelde etwas knapp herging. Wie gerne hätte er dem Freunde eine größere Summe zur Verfügung

' Die Franzosen rückten über Tschengtingfu d Huolu gegen Tsinghing und Kukwan vor. - e Deutschen gingen in vier Kolonnen von sehnlicher Stärke unter dem Befehl des meralleutnants v. Leffel in der Richtung auf Kischankwan am Kreuzungspunkt des Hutho ||kt der großen Mauer und schließlich auf den llreuzungspunkt des Thaoho mit der großen lauer und auf Kukwan vor. Den französischen Gruppen war der Befehl ertheilt worden, sich n Gefechten nicht zu betheiligen, sondern den irfolg des angeblich ergangenen kaiserlichen irlaffes abzuwarten, der dem General Liu be- ohlen haben sollte, hinter die Abgrenzungslinie urückzukehren. Es scheint, daß erst infolge

gestellt, aber er fürchtete, diesen mit seinem Anerbieten zu verletzen.

Im Frühjahr reise ich nach Hause, Sieg­fried, da kommt Ihr Beide, Du und Deine Frau mit, als meine lieben Gäste, nicht wahr?" sagte Santoff nach einer kleinen Pause.

Es wird sich schwerlich machen lasten," entgegnete der Angeredete,Alice muß im Sommer viel studiren."

Ach, das kann sie bei mir auch."

Du weißt ja, meine Frau genießt nicht gerne Gastfreundschaft."

Aber bei dem Freunde ihres Gatten?"

Der Fürst hätte Siegfried so gerne losge- riffen, ihn ein wenig aufgeheitert; außerdem konnte dar junge Ehepaar den ganzen Sommer wo Alice kein Engagement hatte, sorgen- und kostenlos bei ihm leben. Daß Siegfried das gar nicht begreifen wollte! Wenn seine Kaffe jetzt schon knapp war, wie sollte das erst im Sommer werden, wo die Einnahme ausblieb ? Ach wie bald hatte sich diese ganze Heirath als ein Mißgriff erwiesen! Wenn Siegfried auch nicht klagte, Santoff wußte es doch, daß der Freund litt, um so mehr, als die Sehnsucht nach der geliebtenHeimath, die er für immer verloren ihm tief im Herzen saß. Der Fürst merkte es am deutlichsten, wenn er Siegfried sein Heimath- lied singen hörte, was fast täglich vorkam.

(Fortsetzung folgt.)

Batbutn

Mittwoch, 1. Mai 1901.

Damit fing sie an, die Küche in Ordnung zu bringen, bis Siegfried sie wieder in das Zimmer rief.

Hergstt, was ist denn nun schon wieder los?" rief Marie, die derben Arme in die Hüften stemmend.

Sehen Sie doch, das Tuch, daS Sie auf den Tisch breiteten, hat einen Riß, und ist auch sonst nicht tadellos, das müssen Sie fortnehmen, es sieht zu schlecht aus. Alice meine Frau" verbesserte er sich rasch, ärgert sich, wenn sie dergleichen sieht."

Ach da hätte ich aber wirklich viel zu thun, die Sachen wieder wegzuräumen; ich habe gar keine Zeit dazu, die gnädige Frau wird auch gleich da sein", meinte das Mädchen leichthin.

Gehen. Sie nur, Marie, und holen Sie rasch ein einderes Tuch, ich werde selbst den Tisch noch einmal decken."

Die anderen sind in der Wäsche", be­kannte daS Mädchen achselzuckend.Ich habe der gnädigen Frau schon oft gesagt, wir müßten eigentlich noch Wäsche nachschaffen,"

In diesem Augenblick ertönte draußen die Klingel.

Das wird meine Frau sein, gehen Sie rasch, die Thüre zu öffnen."

Gleich darauf trat Fürst Santoff in das Zimmer.

fördert worden. Aus dem Rückmärsche von den Bergen hatten die Truppen unter enormer Hitze zu leiden. Trotzdem war ihre Haltung vorzüglich, was auch Generalleutnant v. Leffel in einem Spezial-Tagesbefehl ausdrücklich her­vorhob. Das zweite Bataillon des 1. Regiments marschirt nach Peking zurück. Die Franzosen haben ihre Stellungen aufgegeben. Als sie von Kukuan ihren Rückmarsch begannen, brachen sie auch den Feldtelegraphen ab, der mit unseren Telegraphen zusammen gearbeitet hatte. In Folge dessen entstand im, Anfang bei uns eine gewisse Störung, und unser Feld­telegraph mußte die abgebrochenen Linien er­gänzen. Dies geschah auch so schnell wie mög­lich. Aus dem Marsche durch Hunfinshan sah ich die sechs Kanonen, die von der Kolonne Mühlmann erbeutet worden waren. Sie sind ganz neu und erst im Jahre 1898 im chinesischen Arsenal von Hanyang fabrizirt worden. Leut­nant Drewello ist seinen Wunden erlegen.

Die Haltung der französischen Truppen.

Aus den amtlichen Mittheilungen des Ober­kommandos und de? Kommandos der deutschen Truppen (Tientsin) geht, wie schon oben er­wähnt, hervor, daß die französischen Truppen mit Weisungen versehen worden sind, die von den für die Deutschen gegebenen abweichen. Auf die Nachricht von dem Einmarsch der Chi­nesen unter Ma auf der Straße Kalgan-Peking und unter Liu auf den Straßen Taiyüanfu- Pao-Tingfu hatte das Oberkommando beschlossen, mit kräftigen Schlägen den Chinesen zu beweisen, daß die Verbündeten die Macht haben, Achtung vor den Abmachungen zu erzwingen. Für die französischen Jnteresten war eine solche Macht­entwickelung viel wünschenswerther, als für die deutschen Interessen, da Frankreich die Her­stellung beziehentlich Weiterführung der Bahn Peking-Paotingfu-Tschendtingfu und weiter be­treibt. Trotzdem haben die Deutschen die Unter­stützung der Franzosen infolge der Weisungen aus Paris entbehren muffen. Niemand im deutschen Lager wird darüber Beschwerde führen, daß die Verluste, deren Hauptantheil diese Ge­fechte lieferten, von den Deutschen getragen werden mußten, und niemand wird kleinlich genug sein, hierbei an das französische Jntereffe der Sicherung der Eisenbahn Paotingfu-Tscheng- tingfu zu denken. Man wird sich als im Dienste des internationalen Oberkommandos stehend betrachten, für das es getrennte nationale Interessen nicht gegeben hat und nicht geben darf. Und gleichzeitig wird man bedauern, daß die Gelegenheit, mit französischen Truppen gemeinsam ein Gefecht zu liefern, vorüberge­gangen ist. Man wird sich auch in die Empfindungen der französischen Osficiere und Soldaten versenken und mit ihnen bedauern, daß sie Gewehr bei Fuß stehen bleiben mußten, während an ihnen vorüber deutsche Fahnen

tabetat täglich cuftn en Werktagen nach e>onn* nna Feiertagen. Cta**taeHeiI*et: Jllnftrtrle» Sonntagöblatt.

Äet «ch 3»h. Ang. Ä»ch, vniverfititg-Bnchbrnikeret

Fterbnr» Merkt 91. Telephon 56

den Feind; letztere warf ihn im ersten Anläufe zurück. Major v. Mühlenfels aber stieß auf eine starke Stellung, gegen die er seine Truppen entwickeln mußte, so daß er erst nach elf­stündigem hartnäckigen Gefecht Herr des Schlacht­feldes werden konnte.

Fast gleichzeitig kam auch die linke Kolonne b. Wallmenich ins Feuer, da der Feind östlich des Thaoho-Berges sich ebenfalls verschanzt hatte. Auch hier kam es zu einem Kampfe mit überlegenen chinesischen Truppen, die aber von der Abtheilung nach hartnäckigem Gefechte aus ihrer Position gedrängt wurden. Da gleich­zeitig das Bataillon Mülmann aus Tsinghing auf dem Gefechtsselde eintraf, so übernahm dieses die vollständige Zersprengung der Gegner und deren Verfolgung auf Kukuan (in Schansi), während Hoffmeister langsam folgte. Am 24. stieß auch die Kolonne Ledebur auf Widerstand dicht an der großen Mauer, den sie aber leicht überwand.

Die Absicht der deutschen Kolonne, den Feind völlig zu umzingeln und gefangen zu nehmen, soll durch die Indiskretion englischer ameri­kanischer Blätter verrothen und sofort durch Li-Hung-Tschang dem chinesischen Hofe gemeldet sein, der seinerseits aber dem General Liu den Befehl zum Rückzüge nach Schansi zu spät er- theilt haben soll. Wir zweifeln an dieser Meldung, weil sie ein völliges Einvernehmen zwischen Li-Hung-Tschang, dem Hofe und den Schwarzflaggen zur Voraussetzung hat, das in solcher Form wohl kaum bestehen möchte.

Eine neue Depesche Walder see's:

Ueber die Gefechte an der großen Mauer meldet Graf Waldersee weiter:

Das Bataillon Mülmann stieß bei der Ver­folgung 5 Kilometer östlich der Mauer auf die linke Flanke der chinesischen Hauptstellung, rücklings der Straße Tsinghing-Kukuan. Der überraschte Feind floh und wurde bis Kukuan verfolgt. Außer einer größeren Zahl älterer wurden 16 moderne Schnellfeuergeschütze ge­nommen. Wallmenich und Mülmann standen etwa 7000 Chinesen gegenüber. Der Rückmarsch aller Kolonnen ist seit dem 26. April einge­leitet. Wallmenich bleibt bei Tsinghing, bis alle Kolonnen hinter ihm durchgezogen find. Die Franzosen halten noch Püssuitien und Huolu zur Sicherung unserer linken Flanke. Die nachherige Räumung Huolus und Schengtings ist von Baillond bereits befohlen.

Der Rückmarsch.

Die Befestigungen an den Thoren der großen Mauer wurden zerstört. Auf dem Rückmarsch der vier Expeditionskolonnen wurden die Ver­wundeten auf Tragbahren von den Bergen nach Hunshiu gebracht, wo unter der Leitung des Stabsarztes Herold ein Feldlazareth aufge­schlagen war. Die transportfähigen Der- Verwundeten sind bereits nach Paotingfu be-

Umschau.

FreisinnigerBier- und Fleischwucher." Im Widerspruche mit den Grundsätzen, die von den freisinnigen und freihändlerischen Organen tagtäglich gegenüber der Staats­regierung und den konservativen Parteien hervor- gehoben werden, hat die freisinnige Stadt­verwaltung von Königsberg die Einführung einer städtischen Biersteuer von 65 Pf. für das Hektoliter beschloffen. Die freisinnige Presse schweigt sich darüber aus, während sie in lauter Entrüstung machte, als das Gerückt ging, daß die Regierung eine Erhöhung der Bierbesteuerung in Erwägung ziehe. Alle Vorwürfe, die von freihändlerischer Seite dem Staate gemacht worden sind, weil er Zölle einführt oder erhöht oder Verbrauchssteuern fordert, treffen auch auf die freisinnige Stadtverwaltung von Königs­berg zu. Bekanntlich hat die nicht minder freisinnige Stadtverwaltung von Breslau unlängst die weitere Erhebung der städtischen Abgaben auf Vieh, Fleisch u. s. w. bewilligt.

Die Königsberger Stadtverordneten haben jüngst alle Stadtverdneten zum Protest gegen die Getreidezölle aufgefordert, die Breslauer Stadtverordneten haben jüngst eine aeharnischte Resolution gegen die geplante Erhöhung der Getreidezölle beschloffen. Was diese Leute da, wo es ihren eigenen Dortheil gilt, mit Ver­gnügen gut heißen, das verwerfen sie, sobald es sich um den lieben Nächsten handelt. Wenn die freisinnigen Politiker dort, wo sie über die Mehrheit verfügen und die Geschäfte leiten,

"Schwarzflaggen unter seiner Fahne gesammelt milm'nb bedrohte wie weit im stillen Einver- heu .v tändniffe mit der Regierung, weiß man nicht »tiditi >ie westlichen Gebiete von Petschili, erst mit nd du Zerlegungen seiner Trupperi und dann mit der 'e"Vr Annahme einer festen Stellung innerhalb der »effn «inefischen Mauer. Sobald das Ober-Kommando Heffcr iervon Nachricht erhielt, ordnete dieses ein

(Nachdruck verboten.»

Das Heimathlied.

Vriginal-Roman von Irene v. Hellmuth.

(Fortsetzung.!

Bestellungen

für die Monate Mai und Juni auf die Dverhesfifche 3eit«»s" nebst ihren Allagen werden von unserer Expedition Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch - ein und Neustadt, sowie von allen Post­ustalten und Landbriefträgern entgegen« enommen.

_ In unserem gestrigen Depeschentheil haben BÜBdh: bereits unsere Leser von einem ernsten Ge- ~ echt in Kenntniß gesetzt, das deutsche Truppen­heile an der chinesischen Mauer zu be- inz ße eben hatten. .

Bekanntlich hatte General Lru eine Anzahl

i »escr französischen Anordnungen die Richtung IC1 >er deutschen Kolonnen so weit nach Süden 8. »erlegt wurde. Jedenfalls standen an manchen "7~3$imtten deS Gefechtsfeldes deutsche und fran- ^MHzöfische Truppen unweit von einander den '"Chinesen gegenüber, wobei die Deutschen fochten, 8 Sie Franzosen dagegen jedenfalls durch ihre 8 WSeisungen gezwungen Zuschauer waren.

S- 5 Die verstärkte Brigade Kettler ging in vier

nscher Das könnte er doch wirruch allem vesvrgen , 5tr. 1 lummte Marie im Hinausgehen,thut den . . »nzcn Tag nichts, höchstens ein wenig Klavier der Violine spielen. Ist das eine Wirthschaft ilftr ? B dem Hause! Na, ich drücke mich bald. Wenn

Ja, ja," sagte daS Mädchen etwa? unge- nlbig, und wollte das Zimmer verlaffen, doch Siegfried hielt die Dienerin zurück.

jLegen Sie noch ein paar Holzscheite nach, teicho Rüric- Meine Frau friert immer so sehr, st 15; ®enn sie von der Probe kommt, und hat es l.Lol em, wenn es hübsch warm hier ist.

l,L«l Sichtlich unwillig befolgte das Mädchen die Weisung.

Das könnte er doch wirklich allein besorgen",