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Das Urheberrecht.
* Der Entwurf eines Gesetzes betreffend das Urheberrecht an Werken der Litteratur und der Tonkunst, wie er aus der Kommissionsberathung hervorgegangen ist, kann als eine erhebliche Verbesserung der jetzigen rechtlichen Zustände betrachtet werden. Namentlich hatten die deutschen Komponisten begründete Ursache, mit dem heutigen Rccht«zu- stande unzufrieden zu sein; dem Nachdruck ihrer Erzeugnisse waren sehr weite Grenzen gezogen und bte Aufführungsfreiheit für ernste Tvnwerke war eine sehr weitgehende, sodaß sich ein großer Teil ernster und tüchtiger Komponisten mit dem bloßen „Ruhme" und einer schönen aber wenigereinträglichen Popularitätbegnügen mußte j und ihren eigentlichen Lebensunterhalt durch Konzertieren oder Stundengeben zu erwerben gezwungen war. Nach den Bestimmungen des neuen Entwurfs wird nunmehr auch den Ton- I setzern ein gebührender materieller Lohn ihrer Geistesarbeit gesichert sein. I
Marburg
Mittwoch, 17. April 1901.
Hcf;er Schutz unserer Tonwerke unbedingt ge-
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haben sie gesehen und — gesprochen, nicht wahr Siegfried?" '
Dieser gab keine Antwort. Er saß mit I vorgebeugtem Oberkörper wortlos da, als dürfte er sich keine Silbe des Gespräches entgehen lassen. Er wußte nicht, daß sein Vater ihn I gespannt beobachtete und daß der Mutter Auge I säst sorgenvoll an seinen Zügen hing.
... »Ach- dar ist interessant," rief die Präsidentin, ebenfalls aufmerksam werdend, „bitte, das müssen Sie mir erzählen, die holde Schöne soll ia sehr spröde sein, das heißt, - nur an- I scheinend, — wie diese Damen eben gewöhnlich I sind. Berechnend, kokett, — nun, die Vergangenheit dieser Primadonna soll eine sehr i bewegte sein — —"
Sie brach plötzlich ab, denn Siegfried war aufgesprungen und schnaubte sie an • Wer sagt Ihnen denn dar Alles? Es ist Lüge die nur der Neid ersann."
Eraf Düren blickte erstaunt auf den Sohn.
„3ch will doch nicht hoffen, Siegfried, daß I Du an der Dame ein besonderes Interesse I nimmst, " sagte er fast schroff, während die Mutter beschwichtigend einfiel.- „Man redet allerlei, das kümmert uns doch nicht."
„Gewiß kümmert es uns," fuhr Siegfried heftig auf, ohne den Einwurf des Vaters I beachten zu wollen, „wenn man den tadellosen I Ruf einer jungen Dame anzugreifen wagt! Es! ist unsere Pflicht, Diejenigen vor Verleumdung zu schützen, die man meuchlings verdächtigt." |
Sie Präsidentin lächelte eigenthümlich. Es als wollte sie Siegfried noch mehr auf- ! stacheln, sie hob geringschätzig die runden
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Umschau.
Der Reichstag wird am heutigen Dienstag seine Berathnngen wieder aufnehmen, während der Bundesrath bereits am Montag zu einer Plenarsitzung zu- sammengetreten ist, um die Branntweinsteuernovelle zu erledigen. Auf der Tagesordnung der nächsten Reichstagssitzung steht zunächst die erste Beratung des Gesetzentwurfs betreffenb die
3' A°rbandstag der Hilfsschulen Deutschlands zu Augsb urg.
.•zoe’5ie diesjährige Versammlung der Leiter und Lehrer der Hilfsschulen Deutschlands, auf deren Verhandlungen wir bereits vor Wochen aufmerksam machten, wurde am 10. und 11 Jfonl in Augsburg abgehalten. Schon in der Vorversammlung waren 300 auswärtige und I einheimische Theilnchmer anwesend, während an der Hauptversammlung sogar 400 Herren Theil nahmen, von denen ungefähr die Hälfte auf auswärtige Gäste entfiel. Am Vorabend wurde beMossen em besonderes Lesebuch für die schwachbefähigten Schüler der Hilfsschulen zu verfassen und Stellung zu der Einführung des HandfertigkeltSunterrichtes genommen. Nach ! rV ..S ef Rechnungsablage wurden 3 ausscheidende Vorstandsmitglieder wiedergewählt. m <n (.rer Hauptversammlung legte der die Verhandlungen leitende Stadtschulrath Wehr- & “?( den doppelten
Stcerf Mer Verbandstage dar, welche das Hllfvschulwesen innerlich ausbauen und über Deutschland und dessen Nachbargebiete verbreiten sollen Nach seinen weiteren Ausführungen erstrebt man noch eine nachdrücklichere Der- bretung der Schwachsinnigen im Militär- und Rechtswesen. Nachdem hiermit die Verhandlungen eröffnet worden waren, erfolgte die Be- 9Tm o"9?er Erschienenen durch den Regierungs- 'ath Lmdlg als Vertreter des Kreises Schwaben den Geheimen Oberregierungsrath Brandi als
Knegsinvaliden und die Kriegshinterbliebenen Un#L inn rbie zweite Berathung des Urheber- Ä?e"twurf« Die Kriegsinvalidenvorlage wird vermuthlich ohne Schwierigkeiten unter ^.ach gebracht werden, sie entspricht dem ein- stimmlgen Wunsche des Reichstages und ver- q??^-"°f"Entlich der kräftigen Initiative des ;Cnb9" ®r- Udo Graf v. Stolberg-Wernige- I ^de ihre Beschleunigung. An die Urheberrechts- I durften sich dagegen längere Debatten knüpfen doch ist auch hierbei auf ein günstiges &Ä6 i" T*™: B°k°»»«ich liegt bem Echstage noch die endgiltige Entscheidung über eine Reihe wichtiger, in den Kommissionen theils fertiggestellter theils dem Abschluß naher Vorlagen ob Es wird, wofern auf eine glatte Erledigung des Parlamentarischen Pensums ae- 5"et ^den soll, der gewissenhaften Theil- nahme aller Abgeordneten an den Sitzungen bedürfen, um die chronische Beschlußunfähigkeit wenigstens noch zuguterletzt zu vermeiden, darum wird erwartet werden dürfen, daß keiner der Volksvertreter ohne triftigen Grund den Be- rathungen fernbleibe. c
I Was nun das Aufführungsrecht von Musik- | wirken, von dem die zweite der erwähnten Bestimmungen handelt, betrifft, so soll dasselbe | betracht kommen bei Aufführungen an Volksfesten, sür wohlthätige Zwecke und in Vereinen, sofern die Aufführungen nur für die Vereinsmitglieder und deren Angehörige stattfinden. Ter betreffende Paragraph wird, wie I wir erfahren, in der Plenarberathung eine kleine Abänderung erfahren, indem den Vereinsauf- sührungen eine noch engere Grenze gesetzt und onan<ere*nen e*ne Pauschalgebühr von 1 bis 20 Mk., je nach der Größe des Vereins, jährlich für das Aufführungsrecht gegen Entgelt auf- erlegt werden soll. Diese Abänderung ist aus dem Grunde nothwendig, weil die Genossenschaft deutscher Komponisten deS durch diese Pauschalsumme zusammenkommenden Erträgnisses bedarf um eine deutsche Centralanstalt für musikalisches Aufführungsrecht zu errichten. Würde die Genossenschaft von dieser Errichtung Abstand i "nd das müßte der Fall sein, wenn
durch Nichtgewährung der Pauschalgebühr der Centralanstalt von vornherein der Boden entzogen und die Möglichkeit mit der französischen Interessenvertretung ein Kartellverhältniß zu | bilden genommen würde, — so würde — wie bereits von Paris aus geplant ist — die „oociete des Auteurs, Compositeurs et Edi- teurs de Musique“ Deutschland mit einem ausgedehnten Netze von Agenturen überziehen und auch die Rechte der deutschen Komponisten und Verleger wahrnehmen. Heute schon gehören dieser französischen Genossenschaft die namhaftesten deutschen Tonsetzer und Musikalien- verleger an, -und das rigorose Auftreten der „boci6t6 besonders Vereinen gegenüber ist bekannt Es ist also im allseitigen Interesse sowohl der Musikfreunde als auch der Komponisten und Verleger zu wünschen, daß dem Uebergreifen der französischen Genossenschaft vorgebeugt werde; die Vereine werden sich mit der so außerdentlich geringen Pauschalsumme eines Autorenhonorars sehr leicht abfinden können
Vertreter des preußischen Kultusministeriums ben Ho rath Wolsram als 1. Bürgermeister der Stadt Augsburg und den Oberlehrer und Landtagsabgeordneten Schubert für den Ortsausschuß ^„Darauf erhielt der Hilfsfchullehrer Hanke aus Görlitz das Wort zu seinem Vortrage über „Die Bedeutung der Hilfsschulen in pädagogischer und volkswirthschaftlicher Hinsicht." Seinen treffenden und sachgemäßen Ausführ- un9«! folgte dann em Vortrag des Dr. Müller- Augsburg über den „Schwachsinn." Die Der- sammlung stimmte beiden Rednern freudig zu und bezeugte damit, daß man in den betheiligten Jr.ei'en .über die Grundzüge der Hilfsschul- padagoglk einig ist.
Aus einem an alle Theilnehmer verthei lten Sonderabdruck aus der „Zeitschrift für Kinder- Kine [et)T erfreuliche Zunahme bet Hilfsschulklaffen hervor. Am Ende des ?a^oS Qab e§ 'n Deutschland in W Hilfeschulen 326 einzelne Klaffen, von denen
VA Knaben 23 nur von Mädchen und 262 von Kindern beiderlei Geschlechtes besucht wurden während 13 nur Filialklassen waren. äfc?en to??en mit 3940 Knaben und 3073 Mädchen, also mit insgesammt 7013 , ndern besetzt, während eS in ganz Deutscb- in^'rrS 6r°000 Miller giebt, die eigentlich in Hilfsschulen untergebracht werden müßten. Wie groß aber schon der Segen ist, den die vorhandenen Hilfsschulen verbreiten, beweist wohl der Umstand daß nach den angestellten Proz. der bedauernswerthen sthwachsinmgen Schüler erwerbsfähig werden. Treffen die statistischen Erhebungen, nach denen ß? 1000 ®into0^etn 1 schwachsinniges schulpflichtiges Kind befinden soll, auch für unsere Stadt zu, so müßte es hier 15—20 ^Hiber geben, die den Segen eines abgesonderten Unterrichtes noch nicht genießen.
Zu der sozialdemokratischen Hunnen- Agitation
wird dem „Hann. C." aus der Pfalz geschrieben: Die schon von der ministeriellen „Berliner eines in einem Reuewerke Eugen Wolfs wiedergegebenen Bildes &SV$meteJeSe .'photographirte Hunnen- .etf^Tt eine noch drastischere '’w-f10 ß” ■ ut^ eine Mittheilung, die dem „Pfalz Kurier" aus Mußbach (Pfalz) zugebt Darnach ist eine Familie in Mußbach im%e= 3m mit chinesischer Kunst ausgestatteten Albums, das ihr ein Verwandter, ein in Schang- har lebender junger Pfälzer, bereits im Herbst de§ Jahres 1899 von dort zuschickte. Dieses
Schultern, sah herausfordernd auf den jungen Mann, und sagte spöttisch: „Bah, - eine Theaterprlnzessin! eine ist wie die Andere, aber ^^mPunkte der Ehre sind sie gewöhnlich " $ lehr heikel. Es befremdet mich, daß Du Dich der Dame so sehr annimmst, es gehörte früher Nicht gerade zu Deinen Passionen, für i die Ehre verkannter Schönen einzutreten. Der- gilüg " ®tn9e toaren Dir vollständig gkeich-
. Die Präsidentin, die ja schon im Schlosse ae- we. t als Siegfried noch ein Knabe toar be- Ä ?a§ vertrauliche „Du" in der Anrede gewohntermaßen auch fetzt noch bei. .
. Siegfrieds Stirn schwoll eine Ader £a§ bei ihm immer ein Zeichen hochgradigster Erregung war. ^ürst Santoff kannte daS wshl und legte sich deshalb rasch ins Mittel.
sUle‘n AweBernhardi ist eS allerdings to e r.' bQ£.mon Vä) ihrer annimmt", begann er fehr ruhig „sie ist eine Dame, die unsere Achtung vollkommen verdient. Sie lebt sehr ^^bzogen und unterhält keinerlei Verkehr- trotzdem es Jeder als eine Gunst betrachten wurde, bei ihr vorgelaffen zu werden, empfängt sie zu Hause Niemand". 8
"Eh mich wundert nur, daß Sie so genau informirt sind , jagte Graf Düren, und aus einem Lon klang etwas wie Besorgniß, während er feinen Sohn nicht aus den Augen ließ, n ."Sfe scheinen allerdings Glück gehabt zu haben, lächelte die Präsidentin ironisch, Sie Sirene6?1" $U ben bevorzugten dieser
«Nachdruck verboten.)
Das Heimathlied.
Original-Roman von I r e n e v. Hellmuth.
lFortsetzung.)
Siegfried schien vergeffen zu haben, wo fi? Jr3nrb/. unb bfl6 er der Mutter eine Wort schuldig war Die Gräfin Luise fühlte, die Hand des Sohnes in der ihrigen nervös nie und wie seine Augen unruhig von rem zum Anderen flogen.
'na5-j?,2)i^.eic^rieb"' ^agte sie besorgt. £ nichts, nichts, Mutter".
Inzwischen zeigte Fürst Santoff wieder eine I rg ruhige Miene.
"^^bia »nicht recht klar darüber, wen Sie -iltlich meinen, gnädige Frau", beantwortete Heinbar gleichgiltig die Frage der Präsidentin -
er eine Rose aus dem in kostbarer | auf dem Tisch stehenden Bouquet, und | «ete m tiefen Zügen den süßen Duft der we ein. I
-Prr[,.bentin lächelte und zeigte dabei Reihe blitzender Zähne.
.Kommen Sie aus der Residenz, und haben 18 von Alice Bernhardt gehört, der dort die I »mte Herrenwelt zu Füßen liegen soll? | Zeitungen bringen doch spaltenlange Artikel, beurtheilt die junge Sängerin sehr ver- I
oHerhingS, wir haben von ihr gehört," I Fte Santoff etwas gezwungen, noch immer | •et Rofe spielend, und wiederum wie vorher, | rafchen Blick mit dem Freunde tauschend. | einer kurzen" Pause fuhr er fort: „Wir j
Der Fürst schien die letzten Worte übcr- rr* h°b?n, offenbar wollte er das Gespräch abbrechen, denn er wandte sich an Siegfried mit der Ditte: „Willst Du nicht ein wenig murren? Du weißt, ich höre Dir gerne zu unb bö.s Lred das Du fern von der Hei mal h gedichtet und komponirt hast, ist den Deinen noch unbekannt ich denke, Du hast das Manuskript bei Dir?
Das half. Santoff kannte das ganz genau. Wenn man Siegfried auf die Musik lenkte Sb.e /VÄ9-- @etne Stirn glättete sich auch jetzt, er fuhr sich ein paar Mal über die brennenden Augen, dann reichte er seiner Mutter den Arm und führte sie hinüber nach dem Musikzimmer.
„Dahinter steckt etwas!" raunte die Präsidentin Lothar zu, ehe sie mit einer gezierten Bewegung ihren rnndlichen Arm in den des Oiürsten legte, um sich führen zu laffen. Gras Duren, von dessen Gesicht der sorgenvolle Aufdruck nicht weichen wollte, folgte mit Lothar nach
'^s. Dir nur möglich, mit diesem fpottijchen Weibe zusammzuleben, Mutter?" fragte Siegfried leise im Hinüberaeben <V* bitte Dich, bette mir diese tzrau mFchst A 63 geschehen, daß ich einmal wirtlich die Rücksicht vergesse, die man Lisch d?,7-° ,d6“lbl9 E'° r,i,t mich „ftimm Dich zusammen," mahnte die Mutter, „und suche Dich in das Unvermeidliche L T- „Es liegt nun einmal in Leonorens
4 7 "'Utz immer etwas zu spötteln haben, latz sie, wie sie ist."
(Fortsetzung folgt.)
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Zwei der neuen Bestimmungen waren besonders heiß umstritten. Die erste betrifft die Aushebung der Nachdrucksfreiheit für gewisse mechanische Musikinstrumente, durch Ne ein Tonwerk nach Art des Persönlichen Ver- rags wiedergegeben werden kann. Auf Dreh- irgeln, Kinderinstrumente u. dgl. soll die Be- timmung selbstverständlich keine Anwendung mden. Wie nothwendig aber eine Einschränkung >er Vervielfältigungsfreiheit auf diesem Gebiete st, ergiebt sich aus folgender in der Kommission
Sprache gebrachten allgemein interessanten ll^ltheilung: In Amerika ist vor kurzem eine Vorrichtung, „Pianola" genannt, erfunden wtben, die an das Klavier geschoben und durch eren Vermittelung das auf einem über eine oalze gelegten Papierstreifen eingestanzte Ton- ück auf mechanischem Wege von jedermann | um Vortrag gebracht werden kann. Der Vortag ist aber nicht etwa so monoton wie der | uf einem „Drehpianino", sondern er kann ard) eine Art von Register derart individuali- rrt werden, daß er nach dem Gutachten her- | itragen&er Virtuosen fast künstlerische ollendung erlangt. Durch das „Pianolo" erden ohne Zweifel die bisherigen mechanischen mslkwerke in den Hintergrund gedrängt; aber | ift noch weitet zu befürchten, daß unser mzer Notenschatz entwerthet werden würde: »n der Katalog der gestanzten „Pianola"- »en weist bereits etwa zehntausend Nummern |
und vierhändiger und Begleitungsmusik unter diesen Umständen war ein gesetz- I