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schaftszweiges seine Folgen

Doch genug von diesem unbewußten politischen dsthrspiel, denn die Sache hat noch eine viel mstere Seite, birgt eine viel weiter und tiefer Legende Gefahr, als daß sie der kurze Verstand »er manchesterlichen Ideologen gewahr werden Stinte: Die Gefahr für die nationale Der- heidigung! Die Lebensmittel-Zufuhr wird »ei den nächsten, großen (europäischen) Kriegen

einen regelrechten Aufschlag eintreten ließen damit _ das Volk nicht über Wucher und Aufkauf schrie, falls der offene Krieg ausbräche und die Preise verdoppelte. Das Vereinigte Königreich kann keinen großen Krieg mehr führen, Millionen würden vor Ablauf des ersten Monats Hungers sterben. Wenn erst einmal der Getreidepreis auf nur 50 Shilling für das Quarter stiege, dann würde man ja sehen, welche Regierung sich gegen das Geheul der Menge halten könnte. England ist heute Gefangener des europäischen Friedens, denn nur durch ihn kann es sein tägliches Brod erhalten!

Soweit ist es also mit dem stolzen Albion nach dem Urtheil kompetenter Beobachter ge­kommen.

(Nachdruck verboten.)

Das HkimaWrd.

Original-Roman von Irene v. Hellmuth, l^ortiehung.)

II.

Der mächtige Kronleuchter im Speisesaal fltf sein volles Licht auf die reich besetzte, mit instem Damast gedeckte Tafel, die mitten in in großen Raum stand. Das blitzende Silber- schrrr, die geschliffenen Krhstallkelche, über- upt das ganze Arrangement der Tafel ver- :th den Reichthum des Besitzers. Graf von iren liebte es, zu repräsentiren, zu prunken. ie Feste, die er einigemal im Jahre seinen runden und Nachbarn gab, hatten eine ge- ffe Berühmtheit erlangt; wer dazu eine Ein- )ung erhielt, rechnete es sich zur ganz be- ideren Ehre, und es versäumte gewiß Keiner, n Rufe des Grafen Folge zu leisten. Er, wie seine Vorfahren, hatten es jeher ver- mden, von sich reden zu machen. Der Reich- um der Grafen Düren-Ehrenbach war beinahe nchwörtlich geworden.

Das Familienoberhaupt, Ewald v. Düren, tegfriebS Vater, hielt stets streng darauf, das nsehen des alten Geschlechts womöglich noch 1 erhöhen. Als er sich verheirathete, ließ er 1 ein neues Schloß bauen und mit dem finirtesten Luxus ausstatten. Trotzdem litt ihn nicht lange in den prunkvollen Räumen. : Sehnsucht nach dem waldumrauschten Stamm- seiner Ahnen zog ihn wiederum dahi» ück. Er lebte in glücklichster Harmonie mit >er sanften Krau, die ihn, der manchmal so

Die Aushungerungs-Gefahr für Großbritannien.

DieFranks. Ztg." hat sich dieser Tage be­müßigt gefühlt, zwei Artikel zu bringen mit der Ueberschrift: Der Zusammenbruch der engli­schen Getreidezölle, um damit einen Wink mi: dem Zaunpfahl für diejenige Gestaltung der ent­sprechenden deutschen Derhältniffe zu geben, wie sie dem gedankenlos-selbstischen Standpunkt der Ztichts-als-Konsumenten genügen würde von dem Zusammenbruch der. englischen Landwirth- schaft aber zu sprechen, gerade infolge dieses Wegfalles der Schutzzölle, davor hat sich das genannte Organ wohl gehütet.

Es war aber gerade jetzt recht unvorsichtig, kn diese Vorgeschichte des heutigen Tiefstandes Iber britischen Landwirthschaft zu rühren, da ketabe in letzter Zeit wichtige Zeugen, ber eine lein Englänber (bezw. Schotte), ber anbere ein Bug beobachtender Franzose, ausgetreten sind, die den hoffnungslosen Zustand dieses überall wichtigsten und grundlegenden nationalen Wirth- schaftszweiges in Großbritannien darthun und seine Folgen für dasVereinigte Königreich" besprechen. Außerdem wird natürlich mit be­kannter politischer Ehrlichkeit nach wie vor die Thatsache ängstlich todtgeschwiegen, daß trotz des gepriesenen schrankenlosen Freihandels im wirthschaftlich gebenedeiten England alle Lebensmittel theurer find als bei uns, z. B. um das 2- und 3 fache! Auch bei uns würde dies das Ende vom Liede fein! Wäre erst auf diese Art, wie in England, die heimische Land­wirthschaft ruinirt, dann hätten sicher die konsumenten das Nachsehen!

fichts der schon so gut wie verlorenen Position Großbritanniens. Sollen wir erst das Experi­ment nachmachen, um dann zu finden, daß das Verlorene nicht wieder gut zu machen ist? Denn England würde es erleben, daß selbst mit den größten pekuniären Anstrengungen die Neuschopfung eines verwüsteten Bauernstandes unmöglich ist, es geht damit eben wie mi einem verwüsteten Waldbestand im Gebirge ist der Wald einmal weg, dann schwemmen Regengüsse den Humus vom Bergeshang und der kahle Fels tritt zu tage, dann ist« zu spät, die Hänge wieder zu bewalden, keine Würze haftet mehr oder verdorrt!

Und nun die zweite wichtige Stimme! Es ist das verblüffend deutschfreundliche Werk des Franzosen Viktor Berard, betitelt:England und der Imperialismus," ein herrliches Buch, das alle Vorzüge französischer Darstellungskunf: und Klarheit mit wahrhaft deutscher Gründlich­keit vereint. Der Derfafflr kommt wiederhol:: darauf zu sprechen, daß England seine Selbst­ständigkeit durch Preisgabe der Landwirthschaft verloren habe. England, sagt er an einer Stelle ist Stadt, sein plattes Land sind seine Kolonien! und geht dann etwa folgendermaßen auf unser Thema ein: England weiß durch lange Erfahrung, daß ein großer Krieg irgend­welcher Art es hart trifft, selbst wenn seine Truppen nicht dabei beteiligt find, und daß ein Krieg es an den Rand der Hungersnot bringen kann, sobald es selbst daran theilnimmt. Denn das geringste wirkliche oder nur eingebildeteHinder- nis, das die Zufuhren der Welt sperrt, beraubt e-rrlner ^glichen Nahrung. Der geringste fran- Züstsche, deutsche oder russische Torpedojäger oder Kaperkreuzer, der die Einfuhr von Dänemark Amerika usw. unterbricht, beraubt einen Teil der Einwohner des vereinigten Königreichs des täglichen Frühstücks. Wenn man auf Grund der amtlichen Statistik die Kurve des Getreidepreises seit einem Jahrhundert graphisch darstellt so zeigen die Friedenszeiten ausnahms­los Senkungen, jede europäische Kriegsperiode aber plötzliche und oft gewaltige Steigungen dieser Kurve. Die Steigung, d. h. also der Preisaufschlag für Getreide und Lebensmittel würde aber beim nächsten (europäischen) Kriege noch viel stärker fein, da sich seit dem Krirn- kriege und feit 1870 die mit Getreide bestellten Flächen in Großbritannien dauernd vermindert haben (von noch 3600000 Acres im Jahre 1871 auf P/2 Million 1895!). So war denn auch im Herbst 1898, gelegentlich Faschoda, zu bemerken, daß, sobald der Konflikt drohte, die Einfuhrhäuser in Liverpool langsam gestalten, nicht Einer fand sich darunter, der die schmalen, bleichen Züge Siegftieds aufwies. Der Knabe liebte nur die Vögel, die Blumen, und vor allem die Musik. Stundenlang konnte er an dem kostbaren Flügel sitzen und sich Melodien zusammenkomponiren. Und wenn er glaubte, etwas erreicht zu haben, dann holte er freudestrahlend die Mutter herbei und spielte es ihr vor. Diese streichelte dann zärtlich das blonde, krause Haar des Lieblings und fand alles überaus schön, was er spielte. Sie wurde nie müde, demGeklimper", wie der Vater es nannte, zuzuhören. Selbstverständlich wurde das Talent Siegftieds auf Betreiben der Mutter gepflegt. Er erhielt berühmte Lehrer und Gräfin Luise war entzückt, wenn man ihr von den großen Fortschritten ihres Sohnes berichtete, sie trieb einen förmlichen Kultus mit ihm. Niemand durfte ihn stören, wenn er an feinem Instrument faß, und den Tasten fosüße" Töne entlockte, oder die Geige spielte mit einer Meisterschaft, um die ihn mancher Musiker von Beruf beneiden konnte. Später, als die Ver­wandten die Präsidentin v. Düren mit ihrem Sohn im Schlöffe einzog, hatte Gräfin Luise ihre Noth, den lebhaften Lothar fernzuhalten, wenn Siegfried spielte. Die beiden Knaben waren so grundverschieden von einander, daß sie nie recht zusammen shmpathifirten. An der Präfidentin hatte der Graf ungeahnt eine Bundesgenossin erhalten. Sie tadelte die Er­ziehung Siegftieds als einen großen Mißgriff, man sollte den Jungen einfach zu dem zwingen, was er nicht wollte, und von Neuem begannen für die Gräfin Luife die Kämpfe um die Freiheit des geliebten Sohnes. Endlich ging

Die Wirren in China.

Der Tod des Hauptmann Bartsch.

Die offiziöse Angabe, daß der Tod des Hauptmanns Bartsch in Peking auf einen Unglücksfall zurückzuführen sei, scheint den Thatsachen nicht zu entsprechen. Es wird jetzt derKöln. Ztg." aus Peking unter dem 10. d. M. telegraphirt:Hauptmann Bartsch wurde heute Morgen , in der Nähe des Sommerpalastes mit einer Schußwunde im Rücken tobt aufgefunden. Raubmord ist ausgeschloffen, da Uhr und Geld in den Taschen gefunden wurden." Alle Zweifel aber muffen schwinden angesichts folgender ausführlichen Depesche, welche der bekannte Hauptmann a. D. Dannhauer, ein sehr ver­läßlicher Berichterstatter, demB. L.-A." unter dem 10. d. M. gesandt hat:

Hauptmann Bartsch, deffen Kompagnie be­reits ihre Sommerquartiere in der Nähe des Sommerpalastes bezogen hatte, kam zu Pferde nach Peking. Gestern Abend verließ er Peking wieder während eines heftigen Sandsturmes, um zu seiner Kompagnie zurückzukehren. Die berittene Ordonnanz hatte er schon vorher zurück­geschickt. Heute Morgen um 8 Uhr 30 Minuten wurde seine Leiche von zum Oberkommando gehörenden Mannschaften, die fouragiren gingen, außerhalb der Stadt, abseits von der breiten gepflasterten Straße liegend, gefunden. Bartsch hatte einen Schuß im Rücken, sonst war der Körper in keiner Weise verstümmelt. Auch lagen keinerlei Anzeichen für einen Raubmord vor. Die Leiche wurde in die Stadt gebracht und einer genauen Untersuchung unterzogen. Dabei stellte es sich heraus, daß die Kugel, die von einem 8 wm-Revolver älterer Konstruktion herrührte, seitlich in den Rücken gedrungen war, die Leber durchbohrt und edle Theile verletzt dieser selbst als Sieger aus dem Kamps hervor Eine schwere Krankheit hatte ihn niedergeworfen, wochenlang schwebte er zwischen Leben und Tod und der hartgeprüfte Vater gelobte aus eignem Antriebe, wenn fein Sohn und Erbe genefen ollte, diesen den Weg gehen laffen zu wollen, den er sich felbst erwählte.

Und als nach langen, bangen Wochen Sieg- rieb zum ersten Mal bas Krankenzimmer ver- affen bürste, ba leuchtete auch bem strengen SBater bie Freude über den wiedergewonnenen Sohn auS den Augen. Denn wenn er auch manchmal hart mit Siegfried Verfahren, er iebte ihn doch als den Stammhalter und Erben eines Hauses. Seitdem war Siegfried noch tiller geworden, und im Schlöffe wurde das Thema der militärischen Laufbahn nicht wieder berührt.

Selbst die Präsidentin schwieg wohlweislich darüber, als fie einsah, baß Graf Düren nun auchschwach" geworben war.

Im Geheimen schalt bie Frau Präfibentin Leonore von Düren freilich oft über bieAb­götterei", welche bie Gräfin Luise mit Siegfried trieb, währenb man den klugen, aufgeweckten, lebhaften Lothar nichtnach Verdienst" beachtete.

Doch man durfte dergleichen Reden nicht aut werden laffen, sonst konnte es leicht ge- chehen, daß man es mit den reichen Ver­wandten gründlich verdarb, und das wollte bie kluge, berechnende Frau auf jeden Fall ver­meiden ; denn wer konnte wiffen, was die Zn- unft brachte? Siegfried mit feiner schwäch­eren Konstitution, wer mochte behaupten, > er ein hohes Alter erreichte?

(G»Metz»ng fvkat.)

Menschen sofort und ohne daß Englands See­herrschaft schon direkt bedroht ist, der öffent­lichen Wohlthätigkeit zur Last fallen würden. Er behauptet dann, daß diese Zahl auf 20 Millionen steigen würde falls Englands Oberherrschaft zur See gebrochen wäre.

Bezeichnend für die völlige Abhängigkeit Großbritanniens vom Ausland in Bezug auf Lebensmittel ist der Satz Murrays, daß in einem Kriege Englands gegen ein etwaiges russisch-amerikanisches Bündniß letzteres eigent­lich weiter nichts zu thun brauche als jede Aus­fuhr von Lebensmitteln aus ihren Ländern nach England zu verbieten Theuerung und Hungersnoth würden dann binnen wenigen Wochen das englische Volk und damit seine Regierung mürbe machen. Bei einem Kriege gegen den Zweibund, oder gar eine deutsch- französisch-russische Koalition wäre die Gefahr dadurch verschärft, daß die Seeherrschaft Eng­lands aufs ernsteste gefährdet sein würde. Er stellt deshalb als Forderung auf, daß England seine Flotte so stark mache, wie die Flotten der drei nächststarken Seemächte zusammen (das dürste freilich wegen der Bemannungsftage eine allzu harte Nuß sein!).

Da aber unserem Gewährsmann auch selbst bei einer solchen Stärke die Niederlage der engl. Kriegsflotte doch nicht gänzlich ausge­schloffen erscheint, und somit auch dann noch die Gefahr derAushungerung" Großbritanniens bestehen bliebe, so kommt Murray zu den fast verzweifelten Vorschlägen, um Englands Macht vor Hiflosigkeit und Zusammenbruch zu be­wahren. lind da ist es denn für unsere Nach­beter von Sankt Manchester lehrreich, was der Landsmann ihres Propheten Eobden wörtlich vorschlägt: 1) Die jetzt schon sehr gesunkene und immer mehr dahinsiechende Landwirth­schaft muß mit allen Mitteln wieder ge­hoben, die Entvölkerung des flachen Landes verhindert werden. Kein Preis ist hierfür zu hoch. 2) Es muß im Frieden schon eine Organisation geschaffen werden, welche die Lieferung, Beschaffung und den Konsum von Nahrungsmitteln im Kriege regelt. Im Kriege müßten die zum Lebensunterhalt abfolut noth- wendigen Nahrungsmittel wie in einer be­lagerten Festung allen Bewohnern des ver­einigten Königreichs rationsweise zugemessen werden, damit England imstande sei, eine Unterbindung der Zufuhr, sei es durch Blokade, sei es durch Aufkauf, auszuhalten!!

Kein Preis ist zu hoch" für die Erhaltung, bezw. Wiederherstellung der Landwirthschaft, so spricht ein sorgenvoller, denkender Patriot ange- jähzornig aufbrausen konnte, richtig zu behandeln verstand. Nur einmal hatten sich die Gatten ernstlich entzweit. Als nämlich Siegfried ge­boren wurde, bestimmte der Vater sogleich, daß sein Sohn einst, wie alle Vorfahren, die mili­tärische Laufbahn ergreifen müjfe. Die Mutter widersetzte sich dem auf daS Entschiedenste. Sie mochte von einem Zwang, den man auf ihren «Jungen" ausüben wollte, durchaus nichts wisien.

Man müffe einem jeden Menschen freie Wahl affen, meinte die Mutter; ein aufgezwungener Beruf, zu dem man keine Neigung besäße, sei ein Unding. Und als hätte das Gespräch, das die Eltern an der Wiege des Kleinen geführt, eine Wirkung auf diesen ausgeübt, wuchs Sieg­ried empor, ein zartes, stets ängstlich behütetes Kind, gleich einer Treibhauspflanze, die jeder chärfere Windhauch verderben konnte. So viel Graf Düren auch wettern mochte, so viel Schmerz es ihm auch bereitete, er mußte zuletzt selbst einsehen, daß sein Sohn und Erbe, der Träumer", wie er ihn stets nannte, ganz und gar nicht das wurde, was er sich von ihm ver- prochen hatte. Ob er auch zornig mit dem Fuße stampfte, ob er den zarten Knaben oft rauh bei den schmalen Schultern faßte und, ihn »erb schüttelnd, in die Worte ausbrach:Junge, geh doch nicht immer umher, als ob Du träumtest, ' lach doch auf, in Dir ist ja kein Leben, keine ftast und Energie! Bist Du denn einer von >em starken, stolzen Geschlecht der Düren- Ehrenbach?" es half ihm nichts, Siegfried »lieb wie er war. Seufzend stand sein Vater oft in der Ahnengallerie und betrachtete die Reihe der tolzen Vorfahren. 6$ waren lautet Recken-

Ee früher ungeahnte Bedeutung erlangen, e es aber damit jetzt in Großbritannien ieht, das ist der Gegenstand eines sorgenvollen Vortrags, den der oben erwähnte Schotte, Haupt- »ann Murray von den Gordon - Hochländern kürzlich veröffentlicht hat und über den der -Ah. C." jetzt einiges mittheilte. Murray »ersucht an der Hand statistischer Zahlen nach- »weisen, wie in einem Kriege Englands mit inet oder mehreren Seemächten durch Ver­heuerung der Lebensmittel 23 Millionen

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Bedow: di» H-it» X ** ©Dflttflbenb, 13 AprU 1901 XBb *"ß- Se*- UrriversttLtS-Buchdruckertl Oy.