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Marburg
Donnerstag, 11. Aprll 1901.
Erscheint täglich nufer an Werktagen nach (penn* and Stttriegen. eeuntagäbetlaet: Jllustrirle» So««ta,sblatt.
Drnck and Bnlag: Joh. Äug. Koch, llniverfität»-Buchdruck«rei jRerbnrfl Markt 21. — Telephon 55
36. Jahrg.
15 Pfg. .. Sack.
Umschau.
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Der Regierungswechsel in Schwerin
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-ins Schloß ein, wo ihn die Hofstaaten empfingen. j3n der Marienkammer erwartete das Ministerium den Landesherrn; dort wurde die Urkunde über
Bei schönem Wetter fand am gestrigen Dienstag in Schwerin der Einzug des Großherzogs anläßlich der Uebernahme der Regierung statt. Zum Empfange hatten sich auf dem
Kahnhof eingefunden der Herzog-Regent, Prinz Heinrich der Niederlande, die übrigen hier an- । wesenden fürstlichen Herren und die Spitzen der Eivil-und Militärbehörden. Die Leibkompagnie 3, des Grenadierregiments Nr. 89 hatte auf dem A Bahnhof Ausstellung genommen und begrüßte ben von Ludwigslust mit Sonderzug eintreffenden Großherzog mit den Klängen des Präsentiermarsches, woran sich die Nationalhymne schloß. Nach Begrüßung durch den Herzogregenten und die übrigen Herren ließ der Großherzog die Ehrenkompagnie vorbeimarschieren und bestieg den Wagen zur Fahrt durch die festlich ge- S schmückten Straßen, in welchen die Vereine, $ Gewerke und Schulen Spalier bildeten und den einziehenden Landesherrn mit lauten Zurufen empfingen. Beim Eingang in die Altstadt _ urde der Großherzog von einer Kinderschar S&^fin mecklenburgischen Trachten begrüßt. Ein kleines Mädchen sprach ein plattdeutsches Ge- izffssln dicht und überreichte einen Blumenstrauß. Dor dem Rathhause, wo der Magistrat und der »Haigrröürgerausschuß versammelt war, wurde der ibonum^öandesherr von dem Bürgermeister Tackert be- vch an^totllfoinmnet, dem er seinen Dank für den af)aufeii^önen Empfang aussprach. Unter den Ehren- ——Bezeugungen der Galawache zog dann der Herzog
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den Regierungswechsel vollzogen.
Bei Beendigung seiner Regentschaft hat der
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affen, zwei Herren in eleganten Reisekostümen, mterhielten sich lebhaft miteinander.
„Es thut mir wirklich leid, Alex," sagte •et Eine, „daß Du die Fahrt in einer solchen kalesche machen mußt; aber Du weißt ja, ich
Rein Ton unterbrach die tiefe Ruhe dieses 5ommerabends. Stern um Stern zog am Himmel auf, und der Vollmond warf bald sein Gleiches Licht über Baum und Strauch, und
^Nachdruck verboten.)
Das Heimathlied.
Original-Roman von Irene v. Hellmuth.
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satte die Marotte, die Meinen überraschen zu _________j vollen. Deshalb konnte ich unser eigenes Uhrwerk nicht an den Bahnhof bestellen." Knnvba ► Der Angeredete machte eine abwehrende lande« pandbewegung.
gst (L „Ach was, es ist wirklich nicht der Mühe Verth, davon zu sprechen. Ich möchte Dir überhaupt den Vorschlag machen, den Rest des Keges zu Fuß zurückzulegen, es ist doch ein
(34i ES dunkelte bereits. Wie träumend lag der — Kalb, kein Blatt regte fich an den mächtigen, " .alten Bäumen, die links und rechts die Ehauffee ^begrenzten. Lautlos tummelten fich Hunderte Wpon Leuchtkäferchen in der milden, lauen Luft.
Herzog Johann Albrecht nachstehenden Erlaß Haschen «an das Volk gerichtet:
ihlt bims gjlit dem heutigen Tage vollendet fich der Lauf enflraßc drr Jahre, für welche Mich der Tod Meine? teuren ’m .unvergeßlichen Bruders zur Regentschaft für Seine ^arlutziimnigijche Hoheit den Großherzog, Meinen vielgeliebten _____^Neffen, berief. Trübsal und Trauer erfüllten damals -4>as Land, heute find es Freude und Hoffnung, in fiTnil benen die Herzen dem jugendlichen Landesherrn ent* " "^egenschlagen. Gottes Gütte hat unsere Bitten er* ' >ört. In der Blüte und Frische der Jugend steht I Seine königliche Hoheit der Großherzog vor dem Antritt der Regierung, deren verantwortungsvolle i Ich mit freudiger Zuversicht in ©eine Hände
Voll demüthigen Dankes blicke ich empor in Bott dem Herrn, daß Ich nach Seinem Rathschluffe v in so schwerer Zeit berufen ward, dem Vaterlande ffgmeü Meine Kräfte zu weihen. Wie Ich im festen Vertrauen (2i iuf den Herrn und tm Gebete zu Ihm Meine Arbeit «gönnen habe, so beschließe Ich anch dieselbe. Das
gen die Erde mit magischem Glanz.
ÄÄMGeheimnißvoll rannte und flüsterte ek in ben >n. eßtoeigen, hie und da fiel ein gelbeS Blatt wie *hekm. 3ur Erde nieder.
. . . Plötzlich wurde das Rollen von Rädern —^-sernehmbar. Eine Kutsche, von zw i Schimmeln
•ft ■- xzogen, kam langsam näher. Die beiden In-
Wohl des Landes habe Ich allerwege gewollt, das Vollbringen steht bei Gott. Meinen Fürstlichen Dank sage Ich Meinen treuen Rächen, die mit ihrer Einsicht und Erfahrung Mir bei Verwaltung des Landes znr Seite standen. Mein Dank bleibt nicht minder den Ständen und allen, die Pflicht und Beruf in den Dienst des Vaterlandes stellten, bleibt der gesammten Bevölkerung, die Mich überall Vertrauen, Liebe und Treue finden ließ, dies Fürst und Volk verbindend« heilige Erbe der Väter. So scheide Ich mit dem Wunsche: Gott segne Seine königliche Hoheit den Großherzog und Mein geliebtes Mecklenburg.
Aerztestreik in Leipzig.
In Leipzig geben die Sozialdemokraten schon jetzt einen kleinen Dorgeschmach von der „Diktatur des Proletariats". Ihr Organ, die „Leipziger Volkszeitung", hat bekanntlich die dem Gewerk- schaftsverbande angehörigen Buchdrucker „hinausgeworfen", weil sie nicht unbedingt sich der Sozialdemokratie ergeben und für sie agitieren wollten, und ihr Krankenkaffenverband hat die Leipziger Kaffenärzte derart tyrannisiert und in der Wahlfreiheit für ihre Vertreterschaft zu beeinträchtigen versucht, daß der größte Theil der Kassenärzte in einen Streik eingetreten ist. Der sozialdemokratische Krankenkassenvorstand hat, abgesehen davon, daß er in jeder Hinsicht den Aerzten gegenüber den „brutalen Arbeitgeberstandpunkt" hervorkehrte, nichts weniger verlangt, als daß die Aerzte ihre Vertrauenskommission nach den Anweisungen der „Genoffen" zusammensetzen solle; es war natürlich Ehrensache, diese Forderungen abzulehnen. Man wird darauf gespannt fein dürfen, wie der von der Sozialdemokratie provozierte Aerztestreik verläuft; jedenfalls kann man aber die ärztlichen „Streikbrecher" ebenso wie die der Buchdrucker nun kaum noch anders, denn als Slaven der Sozialdemokratie betrachten. Man vergleiche die Praxis der Sozialdemokraten mit der der „Bourgeois", die sich fürchten, die Konsequenzen aus dem sozialdemokratischen Klaffenkampfe zu ziehen! Wenn das so weitergeht, wenn den Sozialdemokraten gegenüber auch fernerhin das „Laufenlaffen als Richtschnur gelten soll, während die „Genoffen" dafür rücksichtlos ihre Macht zur Unterdrückung und zur Brandschatzung von ihnen abhängiger Andersgesinnter ausnutzen, so wird freilich das „Hineinwachsen" in den Zukunftsstaat nur eine Frage der Zeit sein. k.
Die Mission des Kolonialdirektors.
Der Kolonialdirektor Dr. Stübel ist vor den Feiertagen wieder in Berlin eingetroffen; ob er noch einmal nach London zurückkehrt, ist noch nicht sicher. Seine Verhandlungen mit den britischen Staatsmännern haben, wie Ver
wahrer Genuß, diese köstliche, reine Luft zu athmen, und Du sagtest schon vor einer Viertelstunde, wir wären bald am Ziel."
„Ganz wie Du willst", lächelte der Andere, „am Fuße des Berges müßten wir ohnedies aussteigen, wenigstens möchte ich in so einem Marterkasten und mit diesen alten Gäulen die Fahrt dahin nicht machen. Es war ja leider kein andere? Fuhrwerk aufzutreiben, ich hätte das eigentlich wiffen sollen; denn so ein Nest, wie das hinter uns liegende Städtchen, existirt nicht wieder, da könnte man lange nach einem eleganten Geführt suchen."
„Na, Siegfried, rege Dich nur wegen solcher Bagatelle nicht auf", mahnte Alex und ließ den Kutscher halten. Derselbe riß die Augen weit auf bei dem reichlich bemessenen Trinkgeld, das Siegfried ihm in die Hand drückte.
„Danke unterthünigst, gnädiger Herr", stammelte der Roffelenker überrascht und ließ )aS Goldstück im Schein der Laterne funkeln. So etwas war dem biederen Alten offenbar noch nicht vorgekommen, denn als die beiden vornehmen Herrn sich schon zum Gehen wandten, knixte der Beschenkte noch immer ehrerbietig und starrte bald aus seine Hand, bald auf den Spender des Geldes. „Ein nobler Herr, unser junger Graf", grinste er dann, „na ja, — der hat'?, was liegt dem Grasen Düren-Ehrenbach an einem lumpigen Goldstück? Dar ist ihm gerade so viel, wie unsereinem ein rother Pfennig. Aber wer der Andere ist, möcht' ich gern wiffen, sieht so vornehm aus wie ein Fürst. Wenn ich zurückfahre, muß mir ja sein Diener begegnen, den werde ich fragen."
Dann wandte er sich seinen Pferden zu und
lautet einen sehr freundlichen Charakter gehabt. Eine weitgehende Uebereinstimmung hinsichtlich der Behandlung der Entschädigungen von Seiten Chinas hat sich ergeben; infolge deffen ist auch eine volle Verständigung beider Regierungen über diesen Punkt sehr wahrscheinlich. Was Entschädigungen für Privatverluste anlangt, für deren Anmeldung deutscherseits jetzt ein bestimmter letzter Termin ausgeschrieben ist, so könnte wohl jede Macht eine Pauschsumme verlangen und dann die Auszahlung an die eigene« Geschädigten selbst vollziehen. Aus diese Weise könnte die Berechtigung der Forderungen am besten geprüft werden, und die Abwickelung des Ganzen würde sich rascher erledigen lassen, als wenn sie von einer allgemeinen Zentralstelle ausgeht. Zu China zeigen die Unterhändler das größte Vertrauen, China wird danach nicht nur die Entschädigungen anerkennen, sondern auch unbedingt zahlen, da es dazu vollkommen im Stande ist- Zur Frage der Entschädigung der aus Transvaal vertriebenen Deutschen scheint die britische Regierung sich grundsätzlich zustimmend zu verhalten, wenigstens ist in London schon eine Kommission eingesetzt, die sich mit der Feststellung dieser Angelegenheit beschäftigen soll. Dem Vernehmen nach sind auch viele anfechtbare Forderungen eingegangen, man wird daher erst die Spreu vom Weizen sondern müssen, ehe an eine bestimmte Festsetzung gegangen werden kann. Hinsichtlich der Togoabgrenzung haben sich die Engländer offenbar geirrt über die Wirkung der Bestimmung, wonach der Schnittpunkt des 9° nördl. Breite mit dem Takaflusse die Grenze im Salagha- gebiete bilden soll. Zugleich bekommt man immer mehr den Eindruck, daß man in London geglaubt hat, sehr leicht Deutschland zu einer Aenderung nach britischen Wünschen bringen zu können. Auch jetzt wieder ist kein Zweifel darüber gelassen worden, daß von unserer Seite kein Titelchen unserer Rechte aufgegeben werden wird.
Deutsches Reich
Berlin, 10. April.
— Der Studienplan des Kronprinzen für sein erstes Semester in Bonn ist unter Mitwirkung der Universitätsverwaltung und hervorragender Uni- verfitätSlehrer mit großer Sorgfalt ausgearbeitet worden. Den breitesten Raum nehmen darin die juristischen und historischen Vorlesungen ein, doch wird er auch literarhistorische, sprachliche und naturwissenschaftliche Studien treiben, um in alle Wissenschaftsgebiete einen Einblick zu gewinnen. So wird der Kronprinz im Einzelnen folgende Vorlesungen hören: Grundzüge der allgemeinen Rechtslehre und
zog feelenbergnügt ben Weg zurück, den er eben gekommen. Hätte er ahnen können, daß er mit dem „Fürst" das Richtige getroffen, er hätte wahrscheinlich seinen breiten Mund noch weiter aufgesperrt, «18 vorhin beim Anblick deS Goldstückes.
Graf v. Düren wanderte indeß mit seinem Begleiter eine Weile schweigend dahin. Die Straße stieg jetzt allmählich bergan, rechts und links lichtete sich der Wald, und machte weiten Rasenflächen Platz. Plötzlich, bei einer Biegung des Weges, blieben die beiden Wanderer wie angewurzelt stehen, gleichzeitig einen Ruf. der Ueberraschung ausstoßend. Es war aber auch ein herrlicher Anblick, der fich ihnen hier bot. Umgeben von dunklen Tannen und Fichten, tauchte dort oben auf der Bergeshöhe ein stolzes Schloß auf, fast gespenstisch, geisterhaft nahm es sich aus mit seinen Mauern und der hell erleuchteten Fensterreihe. ES schien beinahe, als hätte der Mond eS darauf abgesehen, das riesenhafte Gebäude recht hell erscheinen zu affen, es leuchtete ordentlich heraus auS seiner lunklen Umgebung und man konnte deutlich die Erker und Thürmchen unterscheiden, die daS Schloß zierten. Zauberhaft fchön war eS anzusehen, umflossen von bläulichem Mondesglanz. „O meine geliebte Heimath, wie bist du herrlich!" rief Graf Düren mit einem tiefen Athernzug, und streckte die Arme weit auS, als wandelte ihn die Lust an, das stolze Gebäude dort oben zu umfassen. Seine Augen glänzten, er hatte offenbar vergessen, daß sein Freund neben ihm tand; erst die bewundernden Worte desselben erinnerten ihn an dessen Gegenwart. „Siehst Du, Alexander, das ist meine Heimath, — das
Einleitung in das Privatrecht bei Professor Zitelmann, RechtS-EncykloPädie bei Professor Cosack, Ueberblick über die Geschichte und Grundzüge deS deutschen Reichs bei Professor Loersch, Reichs- und Staatsrccht bei Profeffor Zorn, biographische Einzelbilder aus der alten Geschichte bei Professor Riffen, Zeitalter Friedrichs des Großen bei Prof. v. Bezold, Geschichte der Kunst in den Rheinlanden bei Prof. Clemen, Goethes „Faust' bei dem bekannten Literarhistoriker Prof. Litzmann, Schillers Dramen bei Prof. Drescher, Les cbefs d'oeuvre du theatre classique francais und französische Hebungen bei dem Lektor Gaufinez, Zoologie und Paläontologie. Jnsgesammt sind für die Vorlesungen zwanzig Stunden wöchentlich festgesetzt. Außerdem wird der Kronprinz neben sportlichen Hebungen auch das Violinspiel fortsetzen, das er schon feit Jahren betreibt.
— Ein öffentlicher Bries Professor Brentanos lehnt neuerdings eine mündliche Getreidezoll- Diskussion mit Ruhland ab. Brentano erklärt sich aber zu literarischer Auseinandersetzung bereit.
— Der Verleihung des „Dr. ing.“ durch die technischen Hochschulen steht nunmehr kein Hinderniß mehr entgegen. Der Kultusminister hat nämlich in einem besonderen Erlasse neuerdings die technischen Hochschulen daraus hingewiesen, daß sie berechtigt sind, erstens denjenigen Personen, welche die Diplomprüfung auf Grund der bisherigen Prüfungsordnung bestanden haben, oder, so lange dieselbe noch in Geltung bleibt, bestehen werden, den Grad eines Diplom-Ingenieurs zu verleihen, und zweitens die demzufolge mit dem Grade eines Diplom-Ingenieurs belieheuen, sofern sie den sonstigen Erfordernissen der Promotionsordnung vom 19. Juni 1900 entsprechen, zu Doktor-Ingenieuren zu promovieren. — Damit ist nun hoffentlich den vielen, nicht unberechtigten Klagen ein Ziel gesetzt.
— Die Conservenfabriken in Mainz haben in Gemeinschaft mit den übrigen Conservenfabriken Rheinhessens mit Rücksicht auf den drohenden Eingangszoll für frischesLbst eine Eingabe an den Reichstag gerichtet, welche daraus abzielt, daß bei den Berathungen über den Abschluß der neuen Handelsverträge die zollfreie Einfuhr frischen Obstes aus Oesterreich - Ungarn, Italien, Frankreich, Schweiz, Holland und Belgien gewährleistet bleibe. Begründet wird das Verlangen damit, daß der deutsche Obstbau den Bedarf an Rohwaaren für Conservenfabriken nicht einmal der Menge nach zu decken im Stande sei, abgesehen davon, daß eine große Anzahl von Sorten der einzelnen Obstgattungen, wie sie in Deutschland gezogen werden, für die Conservenfabriken ganz unverwendbar seien.
Ausland
Rutzlaud. Ein persisch-russischer Zollkrieg steht bevor. AuS Täbris wird gemeldet, daß ein aus Teheran telegraphisch dorthin übermittelter Befehl deS Schahs die sofortige Erhöhung der Einfuhr- und Ausfuhrzölle anordnet. Alle Maaren, die aus Persien nach Rußland ausgeführt und aus Rußland nach Persien ein- geführt werden, unterliegen einem Zoll von 5 pCt. ihres WertheS. Bisher betrugen die persischen Ausfuhrzölle 3 bis4pCt. vom Werthe
Rauschen der Bäume dort oben war mein Wiegenlied!" rief Siegfried begeistert. Hier verlebte ich eine schöne, sorgenfreie Jugend, behütet von der besten, gütigsten Mutter, die eS geben kann. O, meine Mutter, was wird sie sagen, wenn ich so plötzlich vor ihr stehe, und ihr zurufe: Mutter, da bin ich wieder — und nun bleibe ich bei Dir! — Aber, — ein Anliegen habe ich an Dich, — Du sollst meine Fürsprecherin sein, — sollst mir helfen, daß ich es erringe, daS große namenlose Glück, — )enn denke Dir, — Dein Sohn, Dein Einziger ist — — —"
Er hielt mitten im Satze inne und blickte auf seinen Begleiter, der noch immer zu dem mondbeleuchteten Schlosse emporstarrte, als hätte er keiner von Siegfrieds Worten vernommen.
„Arme Mutter," murmelte er dabei, „da zieht die Sorge in Dein stilles Haus."
„Was sinnst Du, Alexander?" fragte Siegfried.
Fürst Santoff fuhr sich über die Augen.
„Nichts, mein Freund, doch sage mir, wird S nicht besser fein, ich ziehe mich zurück, bis der erste Sturm der Wiederfehensfreude fich gelegt hat? Ich bin den Deinen ein Fremder, und fürchte zu stören."
„Nein, nein," wehrte Siegfried fast heftig. „Gerade diesen ersten Sturm, wie Du es nennst, will ich tüchtig ausnützen, und Du sollst mir oabei Helsen. Ja, so wird e* gehen, erst werde ich Dich mit den Meinigen bekannt machen, und dann trete ich sofort mit meinem Anliegen hervor. Du wirst den besten Eindruck auf meinen Vater machen, ich kenne ihn. ES kann ja auch gar nicht anders fein!" (Forts, f.)