Umschau.
Eine Ansprache des Kaisers.
Bei der Uebersiedelung des Kaiser Alexander- Garde Grenadier Regiments in die neue Kaserne am Kupsergraben in Berlin hielt der Kaiser an das Regiment folgende Ansprache:
.Alexandriner! Für das Kaiser Alexander-Regi- ment beginnt heute ein neuer Abschnitt seiner Geschichte. Was Ihr heute an Erinnerungen beim Verlassen der allen Kaserne dort zurückgelassen habt, das möge auch im alten Geiste in der neuen Kaserne fortleben: Erinnerungen an die schönsten Tage des Friedens, wie an die heißen Tage des Kampfes. Wie eine feste Burg ragt Eure neue Kaserne in der nächsten Nähe des Schlosses auf, das Ihr in erster Linie zu schützen stets bereit sein werdet. Das Kaiser-Alexander- Regiment ist berufen, gewissermaßen als Leibwache, Tag und Nacht bereit zu sein, um für den König und sein Haus, Wenns gilt, Leben und Blut in die Schanze zu schlagen. Und wenn jemals wieder — iso etwa erinnerte Se. Majestät an das opfermuthlge und pflichttreue Verhalten des Regiments Alexander von 1848) — in dieser Stadt eine Zeit wie damals kommen sollte, eine Zeit der Auflehnung gegen den König, dann, davon bin Ich überzeugt, wird dos Regiment Alexander alle Unbotmäßigkeit und Ungehörigkeit wider seinen Königlichen Herrn nachdrücklich in die Schranken zurückverweisen..... Ich wünsche dem
Regimente, daß für dasselbe in dem neuen Hause ein glänzendes und schönes Dasein vorherrschen möge und ihm ein solches sür die Zukunft Vorbehalten bleibe allezeit. Mögen vor allen Dingen die Erinnerungen hochgehalten werden an feine früheren Chefs und an seine bleibenden Beziehungen zu diesen. Insonderheit erinnerte der Kaiser an weiland Seine Majestät des großen Kaiser Wilhelms Zeit, sür den das Regiment im Kriege sein Blut verspritzt habe. Diese Erinnerung kann nur gepflegt werden durch Tapferkeit, Treue und unbedingten Gehorsam. Und wenn dieser alte Geist fortlebt im Regiment, dann werden auch seine Leistungen sich stets die Zufriedenheit seines Königlichen Herrn erwerben!'
Zu den Zollverhandlungen.
In einer hochosfiziösen Note tritt die „Norddeutsche Allgemeine Ztg." den Preßerörterungen der letzten Tage, entgegen, die dahin gingen, daß in leitenden Regierungskreisen Meinungsverschiedenheiten über das zukünftige System des Schutzzolles und die Höhe des auf land- wirthschaftliche Produkte festzusetzenden Schutzzolles beständen. Insbesondere wendete die Note sich auch gegen die Annahme, als ob diese Vorbereitungen verschleppt werden könnten, und fügt hinzu:
Der Reichskanzler denkt weder daran, die Erledigung oer für die wirthschaftliche Zukunft des Reichs hochwichtigen Zolltariffrage von dem Ausgange der Berathungen des preußischen Landtags über die Kanalvorlage irgendwie abhängig zu manchen, noch ist er geneigt, in den ihm unterstellten Ressorts folgenschwere Meinungsverschiedenheiten aufkommen zu laffen. Die Ressorts haben denn auch bereits in ge- gemeinsamer Arbeit nach den unveränderten
in der Morgensonne und die Oliven- und Citronenhaine athmeten betäubende, süße Düfte aus.
Ein Fleckchen Erde, so recht geschaffen zum Genießen, so recht geeignet zur Lebensfreude, zu Glück und Liebe — und doch legten sich auch über diese wunderbar schöne, sonnige Landschaft gleich trüben Wolkenschatten die Nebel der menschlichen Leidenschaften — unwillkürlich mußte Henning an die schwermüthigen Verse Schillers denken!
Die Welt ist vollkommen überall,
Wo der Mensch nicht hinkommt mit seiner Qual.
Er war einige Zeit auf dem Quai auf und abgegangen und hatte dem Treiben der Fischer und Fischerinnen zugesehen, als er die stattliche, noch immer schöne Gestalt der Baronin erblickte.
Höflich grüßend trat er auf sie zu.
„Ich danke Ihnen, gnädige Frau, daß Sie gekommen sind."
Sie reichte ihm die Hand.
„Ihre Worte klangen so dringend," sprach sie, „daß ich es für meine Pflicht hielt, Sie anzuhören. Zuerst aber eine Frage: Sie hatten gestern Abend Streit mit dem Marchese Righetti?"
„Wie — Sie wissen bereits —"
„Das Zimmermädchen erzählte es mir; ich verbot ihr, mit Kitty davon zu sprechen. Das arme Kind muß das Bett hüten ..."
„Gnädige Frau," sagte Henning mit freier
Direktiven des Reichskanzlers die Aufstellung des neuen Zolltarifs so weit vollendet, daß der Zeitpunkt nahe bevorsteht, in dem zunächst das preußische Staatsministerium sein Votum abzugeben hat und demnächst der Bundesrath seine Beschlüsse über den Entwurf fassen wird.
Die Volks unterhalt»» gsabende breiten sich in Deutschland immer mehr aus. Ursprünglich nur in größeren und mittleren Städten eingerichtet, haben sie längst auch in Dörfern und Kleinstädten festen Fuß gefaßt und sind ein Mittel geworden, den breitesten Schichten der Bevölkerung Belehrung, Kunstgenuß und edle Geselligkeit zu verschaffen. Daß die Volksunterhaltungsabende jetzt auch von behördlicher Seite Anerkennung finden, zeigt, wie die „Frankfurter Ztg." mittheilt, eine Umfrage des Ministers deS Innern bei den Regierungspräsidenten über die Fortschritte der Unterhaltungsabende. Der Minister bezeichnet die Veranstaltungen als ein besonders wirksames Mittel, die breiten Massen der Bevölkerung auf geistigem und sittlichem Gebiete zu fördern und die oft schmerzlich beklagte Kluft zwischen den Gebildeten und den anderen Dolksklassen zu überbrücken. c.
Deutsches Reich
Berlin, 29. März.
— Der Regierungspräsident v. Jagow ist nunmehr wieder im Staatsdienste angestellt worden und zwar als Regierungspräsident in Marienwerder. Durch diese Ernennung ist das Mandat des Herrn v. Jagow nicht erloschen, da derselbe vorher bereits Regierungspräsident und zwar in Posen war. Wie erinnerlich, wurde er wegen seines ablehnenden Votums zur Kanalvorlage vor zwei Jahren nebst einer größeren Anzahl von Landräthen zur Disposition gestellt. Um weiteren Konflikten aus dem Wege zu gehen, will Herr v. Jagow, wie wir hören, sein Landtags-Mandat niederlegen.
— Der Stadtrath zu Gotha, an dcffen Spitze bekanntlich der sreisinnige Landtagsabgeordnete Liebetrau steht, der mit sozialdemokratischer Hilfe zum Präsidenten des Landtages gewählt worden ist, hat dem Bismarck-Denkmal-Komitee mitgetheilt, daß der Stadtrath sich versagen müsse, der Einladung zur Enthüllung des Bismarck-Denkmals am 31. März Folge zu leisten. Dem Andenken an den alten Kanzler und der Feier selbst wird das keinen Abbruch thun.
— Professor Dr. R u h l a n d hatte in München Serrn Prof. Brentano aufgefordert, mit ihm in einer ersammlung des Bundes der Landwirthe über „brennende Tagesfragen', also Wohl in erster Linie über die Getreidezollerhöhung, deren Gegner Professor Brentano ist, zu diskutieren. Professor Brentano hätte abgelehnt, „weil keine Gewähr für eine wissenschaftliche Behandlung der Frage gegeben sei.'
Aus einem offenen Briefe, den Professor Lujo Brentano an den Professor Adolf Wagner gerichtet hat, um gegen dessen Stellungnahme zu Gunsten eines höheren Zolles für landwirthschaftliche Erzeugnisse anzukämpfen, entnehmen wir folgende anmuthige Sätze:
fester Stimme, „lassen Sie uns offen und ehrlich sein!"
„Ich bitte Herr von Bartfeld ..."
„Verzeihen Sie, Frau Baronin — aber ich muß offen und frei sprechen — und zwar nicht um meinetwillen! Lassen wir meine Person ganz auS dem Spiele. Aber nach dem, was ich gesehen und gehört habe, würde ich mich verpflichtet fühlen, auch einer oberflächlichen Bekanntschaft das mitzuteilen, war ich erfahren habe. Ja, gnädige Frau, ich hatte einen geringfügigen Streit mit dem Marchese."
„Einen Streit, der zu einem Duell führen wird?"
„Lassen Sie uns über meine Angelegenheiten nicht mehr sprechen, Baronin! Es handelt sich um Sie — um Kitty! Sie wollen nicht, daß ich wieder mit Kitty zusammentreffe — ich achte Ihre Gründe, ich will annehmen, daß Sie stichhaltig find. Glauben Sie nicht, daß ich ein Wiedersehen erzwingen werde. Aber, gnädige Frau, Sie und Ihre Tochter befinden sich in einer großen Gefahr! Sie täuschen sich üt dem Marchese — er ist kein Gentleman, kein Ehrenmann ..."
Herr von Bartfeld!" —
„Glauben Sie mir, Baronin — oder nein glauben Sie mir nicht, sondern prüfen Sie selbst."
„Der Marchese verkehrte in Rom in der besten Gesellschaft — er gilt als sehr reich — er besitzt große Güter im Neapolitanischen —"
„Um die steigende Bevölkerung zu ernähren, muß nämlich alsdann schlechter Boden noch in höherem Maße wie heute in Anbau genommen werden. Damit werden die Ernährungsbedingungen härter. Die Lebensweise wird verschlechtert; die Geburtenziffer der unteren Klassen nimmt zu, während die gesteigerte Schwierigkeit, die Geborenen zu ernähren, die Sterbeziffer und die Zahl derer, die dem nicht länger nahrhaften Vaterland als Auswanderer den Rücken kehren, wieder vermehrt. Und während so die Zahl derjenigen abnimmt, welche Deutschland zur Vertheidigung seiner Interessen ins Feld schicken kann, schwinden gleichzeilig die finanziellen Mittel, welche die.Aufrechterhaltung der nationalen Machtstellung erheischt. Oder soll etwa ein Erwerbszweig, der selbst Arm en- unter st ützung aus den Taschen der A e r m st e n zu benöthigen behauptet, im stände sein, die Mittel zur Bezahlung der kolossalen Rüstung aufzubringen, welche Deutschland zur Sicherung seiner Machtstellung nölhig hat?'
Nennt das etwa Pros. Brentano wissenschaftliche Behandlung? Uns will es als Gegentheil davon erscheinen.
— Der „Deutsche Müllerbund' befürwortet gleichfalls eine Erhöhung der Getreideeinfuhrzölle.
Parlamentarisches.
Herrenhaus.
a. Berlin, 28. März.
Auf der Tagesordnung steht die Berathung des Staatshaushaltsetats.
Ministerpräsident Gras v. Bülow: Ich habe daS Wort erbeten, nicht zu längeren Ausführungen, sondern um die erste Gelegenheit, die sich mir bietet, zu ergreifen, um mich diesem hohen Hause an der Spitze des Königlichen Staatsministeriums vorzustellen. Ich habe längere Zeit in Ländern mit rein parlamentarischer Regierungsform gelebt. Manches habe ich da ganz nett gesunden. Aber unter den Sachen, die mir nicht gefielen, war, daß sich dort jede neue Regierung, jeder neue Minister mit einem neuen, mit Verheißungen und Versprechungen erfüllten Programm vorzustellen pflegt. Wenn nun Gott hinterher den Schaden besieht, d. h. wenn ein Minister nicht mehr im Amt ist, so pflegen von den Versprechungen nicht alle erfüllt zu fein. Darum will ich mich darauf beschränken, durch mein thatsächliches Verhalten mir das Vertrauen und die Zufriedenheit dieses hohen Hauses zu verdienen. (Beifall.)
Es liegt vor eine Resolution der Kommission, in der für die Landwirthschaft ein erhöhter Zollschutz und baldige Einbringung des Zolltarif-Gesetzes im Reichstage gefordert wird.
Der Berichterstatter Graf Königsmarck empfiehlt die Annahme der Resolution.
Ministerpräsident Graf Bülow: Der Herr Berichterstatter Graf v. Königsmarck hat in seinen Ausführungen auch die Refolution berührt, durch welche die Königliche Staatsregierung anfgefordert wird, darauf hinzuwirken, daß bei der bevorstehenden Neuordnung unserer Handels-Beziehungen der Landwirth- schast ein wesentlich gesteigerter Zvllschutz zu Theil werde, und dafür zu sorgen, daß baldigst die Einbringung der Vorlage des in Vorbereitung begriffenen Zolltarifs an den Reichstag erfolge. Ich möchte, was den Schluß dieser Resolution betrifft, konstatiren, daß meinerseits und von b.n mir unterstellten Ressorts Alles geschehen ist, um die Einbringung der Zolltarifvorlage zu beschleunigen. In dieser Hinsicht ist von allen betheiligten Ressorts maxitna diligentia prästirt worden. Ich weiß mich im Einverständniß mit dem hohen Haufe, wenn ich sage, daß die Beschleunigung der Einbringung der Zolltarifvorlage nicht erfolgen
„Woher wissen Sie denn das Alles, gnädige Frau?"
„Von ihm selbst!"
„Aha, das dachte ich mir, haben Sie sich niemals nach Ihm bei Anderen erkundigt? Haben Sie niemals nach seiner Vergangenheit geforscht? In der internationalen Gesellschaft einer Weltstadt, wie Rom, verkehren oft Elemente, die bei einer glänzenden Außenseite dennnoch keines Vertrauens würdig sind. Der Marchese entstammt freilich einem alten neapolitanischen Adelsgeschlecht, das aber schon seit langer Zeit verarmt ist —"
„Aber wovon lebt der Marchese so glänzend?
„Vom gewerbsmäßigen Hazardspiel, gnädige Frau!"
„Ah, das ist nicht möglich!"
„Erkundigen Sie sich bei dem Kolonel Muralto — er kennt den Marchese ganz genau. Ich selbst sah ihn übrigen? gestern Abend in recht zweifelhafter Gesellschaft am Spieltisch."
„Herr von Bartseld — geben Sie mir Ihr Ehrenwort, daß sich alles so verhält?"
„Ich gebe Ihnen mein Wort, daß Kolonel Muralto, dem ich volles Vertrauen schenk'-, den Marchese einen gewerbsmäßigen Spieler und Schurken genannt hat! Auch Herr von Schersau, der ja in demselben Hotel mit Ihnen wohnt hat den Marchese als Spieler kennen gelernt, er ist selbst von dem Marchese — verzeihen Sie — gerupft worden."
(Fortsetzung folgt.)
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In einigen Tagen
ist das elfte Quartal dieses Jahres zu Ende. Mit ihm läuft das Abonnement auf die „Ober hessische Zeitung" ab. Wir dürfen uns daher wohl an unsere Leser mit der Bitte wenden, so bald als möglich, die Bestell»«« z« erneuern, damit in dem Weiterbezug der gewohnten Lektüre keine Unter» »rech««« entsteht. Die Vierteljahrswende bietet uns aber nicht nur Anlaß zu der Bitte an alle unsere Leser, uns auch künftighin ihr Wohlwollen zu erhalten, sondern auch zu dem Ersuchen, unser Blatt in ihren Bekanntenkreisen zu empfehlen und «ns dadurch in dem Bestreben zu unterstützen, unsere Zeitung mehr und mehr auszubauen.
Das neue Vierteljahr wird nicht stiller werden als das alte. Die letzten Ereignisse in Ost- a s i e n haben bewiesen, daß dort sich schnell Reibungsflächen zwischen den Mächten bilden und daß leicht aus kleinen Reibungen ein großer Brand entstehen kann. Mit Aufmerksamkeit wird man daher der Entwirrung der chinesischen Angelegenheit folgen müssen. Auch der Burenkrieg wird jetzt nach dem Scheitern der Friedensverhandlungen aufs Neue und in verstärktem Maße das Interesse an sich fesseln. In der inneren Politik wird nach wie vor reges Leben herrschen. Hier wird vornehmlich der Kamps um die Handelsverträge dem Vierteljahr das Gepräge geben. So wird es für jeden eine Nothwendigkeit sich aus einer g«t nntcrrichtete« und schnell bedientenZeitung zu orientiren. Die bewährten Verbindungen der „Oderhessische« Zeit«««" bürgen dafür, daß sie diesen Anforderungen entspricht und rasch und zuverlässig ihre Leser auf dem Lausenden erhalten wird.
Nach wie vor werden wir auch dem lokale« und provinziellen Theile volle Ausmerksamkeit und be- sondere Pfl^e schenken; wir werden bestrebt fein, den Kreis unserer Mitarbeiter mehr und mehr zu erweitern und bitten unsere Freunde, uns in diesen Bestrebungen zu unterstützen. Anerbietungen nach dieser Richtung hin sind uns stets angenehm.
Für J«sere»te« bietet die „Oberhessische Zeitung' die Dortheile eines gut eingesührteu Provinzialblattes Vereinzelte Leser in fremden Provinzen können dem Inserenten nichts nützen; er wird naturgemäß den größten Ersolg seiner Anzeigen bei einem Blatte haben, das nicht einen über ein weites Gebiet dünngesäten Leserkreis hat, sondern das mit seiner ganzen Auflage in Marburg und den nahegelegenen Orten verbreitet wird. Da das bei der „Oberhessischen Zeitung' der Fall ist und sie die größte Auflage der in Marburg und der näheren Umgebung erscheinenden Zeitungen hat, kann sie als JusertionSorgan bestens empfohlen werden.
Der Ado»«eme«tspreis der „Oberhesstschen Zeitung' beträgt wie diSher bei allen Postämtern 2,25 Mk., in der Stadt Marburg 2 Mk. pro Quartal.
Redaktion und Verlag der „Oberhessischen Zeitung'.
42) (Nachdruck verboten.)
Schwester Katharina.
Roman von O. Elster.
(Fortfrtzu»«.)
Henning fuhr in seinem Schreiben an die Baromn fort: „Ich werde aller vermeiden, um eine Begegnung mit Ihrem Fräulein Tochter herbeizusühren. Seien Sie darüber »»besorgt. — Dagegen bitte ich Eie um Ihrer selbst und der Zukunst Ihres Kindes willen um eine kurze Unterredung! Ich wiederhole, er handelt sich um Sie und Ihr Fräulein Tochter — nicht um mich. Ich erwarte Sie morgen zwischen acht und neun Uhr am Strande.
Ihr sehr ergebener H. von Bartfeld."
Er kouvertierte und adressierte den Brief «nd übergab ihn dem Zimmermädchen zur sofortigen Besorgung.
Nach einer Viertelstunde erhielt er die kurze schriftliche Nachricht aus einer Visitenkarte: „Ich werde kommen."
Nachdem Henning am anderen Morgen in aller Frühe mit Kolonel Muralto und Herrn v. Schmersau alles Nothwendige verabredet, begab er sich an den Strand.
Es war ein wundervoller Morgen. Auf jedem Grashalm glitzerte ein Tautropfen; ein leichter Südwind kräuselte die blaue Fläche des SeeS; die Schneegipfel der nahen Alpen glühten