Mit dem Kreisölatt
für die Kreise Marburg uud Kirchhain.
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Marburg
Freilag, 22. MLiz 1901.
Erscheint täglich außer an Werktagen nad> toontv uns Feiertagen. EouetagödeUage: Jllnftrirte» Sonntagsblatt.
Drnck and Verlag: Joh. Sag. Koch, UuivrrfitätS-Bnchdruckerei Jteibura Markt 91. — Televbon 56
36. Jahrg.
Der südafrikanische Krieg.
Die näheren Nachrichten, die über den Abschluß der Verhandlungen zwischen Kitchener und Botha jetzt einlaufen, lauten für englische Ohren recht betrübend. Wie wir der „Tägl. Rundsch." entnehmen, ist in London die Nachricht eingetroffen, daß die Unterhandlungen mit Botha an der Weigerung der Londoner Regierung scheiterten, die von Botha geforderte Autonomie der inneren Verwaltung unter selbst gewählten Burenführern zuzugestehen, die end- giltigen Friedens - Verhandlungen mit Schalk Burgher und Steijn zu führen und die Kap- Rebellen zu begnadigen. Botha nahm — so heißt er in dem betr. Telegramm weiter — bereits am Sonnabend die Kriegführung wieder auf und besetzte die Delagoabahn. Kitchener erklärt die englischen Truppen gegenwärtig für unfähig, ihrerseits den Angriff zu erneuern, und fordert dringend Verstärkungen. Die Stimmung in London ist überaus gedrückt.
Der Verlauf der Verhandlungen wird so zur demüthigenden Niederlage für die Engländer. Die ganze Welt folgte in der letzten Zeit mit athemloser Spannung den Friedensverhandlungen in Südafrika; sie war dabei naturgemäß auf die Berichte der großen englischen Zeitungen ange- k wiesen, da die britischen amtlichen Stellen sich
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auSschwiegen und von Burenseite keine Nachricht nach Europa kam. So berechtigt das Mißtrauen gegen englische Meldungen von früherher war, man mußte schlechterdings diesmal ihnen glauben, daß es Botha war, der um Frieden gebeten und feine Unterwerfung unter gewiffen Bedingungen angeboten habe. Jetzt stellt sich heraus, daß die englische Presse das britische Volk und ganz Europa aufs erbärmlichste belogen hat. Botha war so wenig in verzweifelter Lage und so wenig zur Uebergabe „gezwungen," daß er die von Kitchener freiwillig ihm gemachten Vorschläge kalt ablehnen konnte!
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Und in welchem Tone! — Hierin scheint der Schwerpunkt der neuesten Ereignisse im Transvaalkriege zu liegen. Der Bauerngeneral spricht mit dem großmächtigen britischen Lord mit einer schlichten Würde, die nichts von jener angeblichen kleinmüthigen Zerknirschung, die man ihm angedichtet, erkennen läßt. Der stolze Heerführer eines freien, unbesiegten Staates spricht so mit dem General der feindlichen Macht, der er Gleichberechtigung, aber nichts mehr, zugesteht. Und diesem Mann konnten englifche Berichte feigen Derrath an seinem Volke und seinem Kameraden nachsagen? Botha lehnt es ab, die ihm gestellten Friedensbedingungen .seiner Regierung" überhaupt
86) (Nachdruck verboten)
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Schwester Katharina.
Roman von O. Elster.
(Fortsetzung)
Dar kleine Fräulein eilte in den Garten. Henning und Käthe folgten ihr, die beiden Liebenden blieben allein vor der Statue der Sehnsucht zurück.
Elfriede wollte den Anderen folgen, doch Ulrich hielt sie zurück, indem er leicht seine Hand auf ihren Arm legte und bat:
„£) bleiben Sie, Elfriede ..."
Dann verstummte er wieder, doch ihre Augen fanden sich und plötzlich ergriff er ihre Hände, beugte sich über sie und küßte sie heiß und leidenschaftlich.
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überwinden, die sich zwischen unS auftürmten. Ich habe gearbeitet, Elfriede — und ich habe Manche- in meinem Leben erreicht, waS Andere erst am Ende einer mühevollen Daseins erlangen.
„Ulrich ..." stammelte sie, süß erschrocken.
,„Sie zürnen mir nicht, Elfriede," flüsterte er. .Ich fühle es — und ich danke Ihnen von ganzem Herzen. — Lasten Sie mir nur Ihre Hände — einmal muß es ja doch zu einer Aussprache zwischen uns kommen — einmal muß ja doch über unser Geschick entschieden werden. Als ich von Ihnen ging, Elfriede, da »ahm ich mir fest vor, Sie zu erringen. Durch treue, ehrliche Arbeit all die Hindernisse zu
zu empfehlen. Die bereits eifrigst verbreitete Legende, daß die Burenstaaten „aufgelöst" seien, daß nur noch einzelne Mordbrennerbanden ohne Zusammenhalt durchs Land zögen, und daß die Burenführer nur noch der Gedanke beseelte, „Rette sich wer kann", das ganze, vor den Augen der Welt künstlich gestützte Lügengebäude von der Vernichtung der Republiken ist elend zusammengebrochen vor diesen stolzen, mannhaften Worten Louis Bothas, des Oberstkommandirenden des „unabhängigen Freistaats Transvaal".
Und noch in einer anderen Beziehung ist die Lage der Engländer ungünstig verschoben, die Stellung der Buren moralisch erheblich gestärkt. Die von Botha gemachten Vorschläge zeigen eine weise politische Nachgiebigkeit in ihrer Beschränkung auf die innere Autonomie. Der Vorwurf der eigensinnigen Hartnäckigkeit der Buren im Festhalten an unmöglichen Wünschen ist entkräftet. Die Verantwortung für das weitere Blutvergießen trifft die englische Regierung. Wie die Opposition sich im Unterhause verhalten wird, muß abgewartet werden. Die von dieser Seite gewünschten Friedensbedingungen sind die Buren, wie sie bewiesen, bereit gewesen, zu erfüllen.
Am Sonnabend hat, wie oben erwähnt, Botha bereits wieder den Krieg ausgenommen, besten ÄuSgang heute dunkler ist wie je. Kitchener braucht noch Divisionen, um mit den Buren fertig zu werden, und alles kann ihm England schicken, nur Menschen nicht mehr. Inzwischen treiben die Dinge in China Verwickelungen entgegen, die von allen Großmächten die Anspannung aller Kräfte verlangen. Großbritannien, um dessen asiatische Stellung eS sich dort handelt, steht ohnmächtig dabei und ist seinem Todfeinde Rußland gegenüber zu trauriger Nachgiebigkeit gezwungen.
Umschau.
ES ist erreicht!
Wir haben ihn nun, den sozialdemokratischen Präsidenten! Sachsen-Koburg-Gotha ist das „glückliche" Ländchen, daS den ersten, schüchternen Versuch mit dem „Zukunftsstaat" unternimmt. In der gestrigen Sitzung des Gothaer Landtag» wurde neben dem Präsidenten, dem freisinnigen Oberbürgermeister Liebetrau der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Bock zum Vizepräsidenten gewählt. In dem Landtagsausschuß find zwei Freisinnige, zwei Sozialisten und ein Agrarier gewählt worden. Nun Gotha den Anfang gemacht, kann Berlin doch nicht mehr zurückstehen; wie lange wird e- dauern, daun sitzt auch Singer im curulifchen Seffel des Reichstags! Wird das eine schöne Zeit werden!
Und doch stehe ich wieder bang und zweifelnd vor Ihnen — nicht jener Hindernisse wegen — ich verachte sie — aber der einen Frage wegen: ob Sie mich noch lieben?"
Sie senkte das Haupt und vermochte in überströmendem Glücksgefühl keine Worte zu finden.
„WaS ich gefühlt, Elfriede, all die Jahre hindurch, da wir uns nicht gesehen — da» sollte Dir jene Statue der Sehnsucht sagen. Sehnsucht — heiße, innige, unbezwingliche Sehnsucht nach Dir hat mich all diese lange Zeit über beseelt und mir keine Ruhe gelassen — und hat mich begleitet auf allen meinen Wegen. Elfriede ich wäre fast gestorben vor Sehnsucht nach Dir — —'
Wie ein Schluchzen — ein glückliche» au» befreiter Brust hervordringende», jubelnde» Aufschluchzen Hangen seine letzten Worte. Er sank zu ihren Füßen nieder und preßte seine Stirn auf ihre Hände.
„Ulli - lieber Ulli---"
Nach einer Weile ertönte plötzlich ein lauter Schrei von der offenen Gartenthüre her. Emmi stand da und ließ vor lieber» raschung die Blumen, die fie gepflückt hatte, zur Erde fallen.
„Fritzi — Herr Ulrich —"
Ulrich erhob fich, während Elfriede ihr erglühendes Antlitz in die Hände barg.
Jetzt schaute auch da» lachende Gesicht Henning» über Emmis Schultern.
„Brodwucher und Sozialdemokratie."
Im Jahre 1890 verlangte die sozialdemokratische „Münch. Post", die dem Abgeordneten v. Vollmar sehr nahe steht, das Verbot des Terminhandels in Nahrungsmitteln und unentbehrlichen Gebrauchsgegenständen und bezeichnete dabei diesen Terminhandel als einen Schandfleck der modernen Wirthschafts- ordnung. Das genannte Blatt führte damals aus, durch solches Börsenspiel würden dem Verbraucher die unentbehrlichsten Bedürfnisse des Lebens nach Willkür verthenert oder aber den Erzeugern der wohlerworbene Lohn der Arbeitsthätigkeit gekürzt oder geschmälert. — Der betreffende Artilel schloß mit den Worten: „Das muß anders werden, Völker undRegierungen aller Länder müssen gegen das anarchistische Treiben des Kapitalismus, gegen die Einführung des Faustrecht», wo brutale Gewalt und rücksichtslose Schlauheit die wirthschaftlich Schwachen vernichtet, entschieden auftreten und Wandel schaffen". So schrieb die „Münchener Post" im Jahre 1890. Die sozialdemokratische Partei hat aber im deutschen Reichstage am 1. Mai 1896 gegen das Verbot des Terminhandels in Getreide und Mühlenfabrikaten und dann am 23. Juni 1896 gegen das ganze Börsengesetz gestimmt. -a-
Deutsches Reich
Berlin, 21. März.
— Im Abgeordnetenhaus ist jetzt der Antrag ge- stellt worden, einen Gesetzentwurf zur Verhinderung von Reklameschilver in schöney Gegenden, nicht nur für daS Rheinland, sondern für alle Landestheile, Vorzubereilen.
— Freiherr v. Beaulieu-Marconnah ist von seinem Posten als Kanzler des Deutschen Flottenvereins zurückgetreten, weil einige von ihm getroffene Maßnahmen, insbesondere die kost, spielige Chinanachrichten-Expedition, unter den Mitgliedern des Flottenvereins eine abfällige Beur- theilung gefunden haben.
— Der Dampfer „Andalufia", der mit 700 Rekruten des Seebataillons nach Kiautschou unterwegs ist, erhielt Befehl, Singapore wegen der ausgebrochenen Pest nicht anzulausen.
Parlamentarisches.
Reichstag.
a. Berlin, 20. März.
Herr Herold sucht zunächst das Jntereffe des Grafen Posadowsky für umfaflende Veröffentlichungen über die Getreidepreise und Getreidevorräthe zu erwecken ; auch hier zeigt der Minister das freundlichste Entgegenkommen. Dann entspinnt sich die andauernde Stöckerdebatte über die die,Tgl. Rdsch." folgendes Stimmungsbild giebt. Erft erhebt sich Herr Bebel, um zunächst unumwunden zuzugeben, daß er mit dem Tuckerbrief hineingefallen fei; aber er sei nicht leichtfertig gewesen, Herr Schmidt - Elberfeld könne bezeugen — was dieser nachher auch that —
„Was ist denn hier geschehen?" fragte er scherzend.
„Denke Dir nur, Henning," rief Emmi --„ich glaube, Elfriede hat sich mit Ulrich verlobt!"
„€i — da muß man also gratuliren ?„
Er trat ein, aber er kam nicht weit, denn Elfriede flog ihm entgegen und schlang die Arme um feinen Nacken.
„Du guter, Du böser Henning," flüsterte fie.
.Herr Rittmeister —" hob Ulrich verlegen an.
„Herr Rittmeister?" fragteHenning scheinbar erstaunt. „Ich denke, wir find jetzt auf Du und Du, Ulrich?"
Er reichte dem Künstler die Hand, die dieser tiefbewegt drückte.
„Aber, Kinder," fuhr Henning ernster fort, .so leicht ist denn die Sache doch nicht! Was werden wohl Eure Eltern dazu sagen? — Ja, Elfriede, wohin willst Du denn?"
Diese hatte fich aus seinen Armen frei gemacht und eilte in den Garten, wo fie Käthe traf und ihr unter heißem Erröthen ihr Glück gestand.
„Meiner Eltern bin ich ganz sicher," meinte Ulrich zuversichtlich. „Und wenn Sie — wenn Du ein gutes Wort bei Deinen Eltern für uns einlegen wolltest —"
„Das will ich gewiß — aber Mam« wird fich zuerst wohl ein wenig sträuben. Doch Mut gefaßt, Kinder! Treue Liebe überwindet all»
daß ein hochangesehener Mann sein Gewährsmann gewesen sei. Der zweite Theil seiner Rede galt dem bekannten Prozeß Stöcker-Bäcker, in dem der frühere Hofprediger leichtfertig mit seinem Eide umgegangen sein soll. Die sonstigen Einzelheiten, die hier Herr Bebel vorbrachte, mochten ihm, dem Redner, wohl die Grundlage zu seinem Urtheil geben, daß sein Gegner sich als ein Mann mit doppelter Zunge zeigt, auf Unbefangene aber wirkten sie in keiner Weise überzeugend. Wirksamer war Bebels Kritik des Scheiterhoufenbrieses. Immerhin konnte er sich hierbei auf das Verhalten der konservativen Partei berufen, die vornehmlich um dieses Briefes willen das begabteste Mitglied auS der Partei entfernt hat. Herr Bebel eröffnete, indem er von einer „niederträchtigen Jntrigue" sprach, durch die Zwietracht zwischen dem Kaiser und dem Fürsten Bismarck gesäct werden sollte, den Reigen der Ordnungsrufe, dem sich später die Herren Ledebour und Singer ohne Grazie anschloffen. Daß Herr Stöcker während der Verhandlungen großentheil» nicht zugegen war, machte einen recht unerfreulichen Eindruck Denn wenn auch gleichzeitig im Landtag namentliche Abstimmungen stattsanden, so wäre doch seine Anwesenheit im Reichstag um so nvtbiger gewesen, als er selbst die Erneuerung des Kampfes heraufbeschworen hatte. Sowohl Herr Ledebour al» Herr Singer konnten denn auch recht wirksam an diese unerquickliche Thatsache anknüpfen. Erst während der Rede Singers erschien der so schwer Angegriffene und sofort meldete er fich zum Wort. Es waren auch in der That überaus massive Angriffe, die namentlich Singer gegen den einstigen Hosprediger schleuderte. Das ganze Register von Pastor Witte, Scheiterhaufenbrief, Kalscheid wurde gezogen, daS Verhältniß zu Hammerstein mußte herhalten, die Sanden - Bank und der abscheulich - bigotte Bries der Frau Sanden wurden ins Feld geführt, um zu beweisen, wie sehr bei den Konservativen die Religion Geschäftssache sei. Aber wunderbar im höchsten Grade berührte es, als Herr Büsing, der gerade das Präsidium führte, den Grundsatz aufstellte, ein Abgeordneter dürfe nur über das reden, was er persönlich gehört habe. Damit war Herr Stöcker die Möglichkeit abgeschnitten, sich den größten Theil der gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu vertheidigen. Es wäre in der That merkwürdig, wenn diese präfiden- tiale Affassung allgemeine Geltung erhielte! Immerhin antwortete Stöcker in dem engen ihm zugewiesenen Rahmen schneidig und geschickt, und als er das bekannte Gerichtserkenntniß gegen Singers Kompagnon Rosenthal zitierte und nach den Akten icststellte, Herr Singer habe auch, als er Kunde erhalten hatte von Rosenthals Benehmen, sich nicht von ihm getrennt, da zog sich Herrn Singers feistes Gesicht bedenklich in die Länge. Herr Stöcker aber hatte sich einen guten Abgang gesichert. Doch nicht lange währte der Frieden. Nach einigen gleichgiltigen Zwischcn- episoden wurde von neuem gegen einander gekämpft. Herr Singer versuchte seinen Kompagnon Rosenthal von den Rockschößen abzuschütteln, Herr Stöcker bängte fie ihm sorgfältig wieder an, und Herr Bebel zog fich, als er allzu eifrig wurde, gleich zwei Ordnungsrufe zu, während er den dritten erst nach Schluß seiner Rede empfing, als er nicht mehr der Strafe der Wortentziehung ausgesetzt war. Selbst Herr Stöcker verfiel der Rüge des Grafen Ballestrem. Ueberhaupt — es waren die ersten Stunden der heutigen Sitzung wohl die lebhaftesten, die der Reichstag feit langem gesehen hat.
Nach weiteren, mehr Persönlichen Auseinandersetzungen, wobei Abgeordneter Stöcker Herrn Stadthagen den Rath gab, darüber nachzudenken, weshalb er nicht noch Rechtsanwalt sei, wurde gegen 3 Uhr die Debatte geschloffen und der Etatstitel bewilligt.
Hindernisse! Kommt, gebt Euch den Arm — so wollen wir vor die gestrengen Eltern treten. (Segen eine vollendete Thatsache ist schwer an» zukämpfen."
Niemand hatte indessen auf Emmi geachtet. Diese war in ihrer freudigen Erregung zu ihrer Mutter geeilt und hatte ihr die große Neuigkeit mit wichtiger Miene zugeflüstert.
Aber die Frau Oberst war garnicht sehr erfreut über diese Mittheilung. 68 gab eine etwa» heftige Scene mit dem Herrn Kommifsion»- rath, während Frau Helene Gehrmann in da» Atelier ihres Sohnes eilte. Herr Fritz Gehrmann fetzte jedoch den etwas heftige» Worten der Frau Oberst fei» schlauestes und harmloseste» Gesicht entgegen.
„WaS wollen Sie, Frau Oberst", meinte er behaglich schmunzelnd, „wenn ich den Sohn nicht kriegen kann, nehme ich die Tochter! Ein Mitglied Ihrer werthen Familie „muß" ich nun einmal haben
Der Oberst lachte und schließlich mußte auch feine Gattin lachen und fich über das Glück ihrer Tochter freuen, die sich glückstrahlend in die Arme der Mutter warf.
Dann hielt der Königliche KommisfionS- rath Herr Fritz Gehrmann bei einer neuen Flasche Champagner eine große Rede, die mit de» Worten schloß: „Die Zeiten ändern fich und wenn ich den Sohn nicht kriegen kann, so nehme ich die Tochter ..."
(Fortsetzung folgt.)