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Doch dann raffte er sich auf. Wozu diese Eriche sentimentale Stimmung? Wer wußte,

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Gewiß gewiß!"

Und wenn ich es wagen dürste, Familie auch einzuladen Ihr Papa wohl kommen, aber die Frau Mama ist immer böse auf mich."

Einige englische Blätter beginnen an dem günstigen Fortgang der Verhandlungen mit Botha zu zweifeln, da nicht nur der Draht schweigt, sondern auch immer neue Meldungen eintreffen, die die Unsicherheit selbst in der Kap- Kolonie bezeugen, da es bei Craddook und Graaf Reinet und Murrahsbury noch immer nicht ruhig und, vor Allem General Delarey noch unbedingter Besitzer der Magalies - Berge sein soll. Wir glauben, daß diese Verhandlungen britischerseitS wohl angeknüpft sein mögen, daß sie aber bei den Buren noch Mißtrauen erwecken. Die heutige Nachricht, daß De Wet und Botha sich Anfang nächster Wochi treffen werden, läßt hoffen, daß trotz aller Zweifel der Krieg seine Erledigung findet. Die im Kap stark an die Thore anpochende Pest wird die Gemüther wohl geneigter zum Frieden machen.

Zeug zu einer respektablen und gedeihlichen Nation in sich, und Japan ist sich längst darüber einig geworden, daß ihm die Aufgabe zusteht, Korea zu dem zu machen, was es zu sein ver­dient. An ein Nachgeben Japans in diesem Punkte ist also nun und nimmer zu denken, und die Regierung des Mikado hat die übrigen Mächte auch niemals darüber im Zweifel ge­lassen, daß mit der koreanischen Frage die vitalsten Interessen ihres Landes verknüpft sind. Ob und wie weit Rußland diese zu berücksichtigen gesonnen ist, dürfte sich in nicht allzuferner Zukunft Herausstellen.

mrch Verbreitung dieser Konzessionsgerüchte »diglich den Buren die Schuld für die event.- Fortdauer des Krieges aufbürden wolle, als

plötzlich scheinbar damit gar nicht im Zusammen­hang stehende Meldungen über eine Zuspitzung der Dinge in Ostasien kamen. Dann erfuhr man, der in so überstürzter Eile gestern Morgen einberufene Kabinettsrath habe sich in erster Linie nicht sowohl mit dem südafrikanischen Angelegenheiten, als mit einer Anfrage Japans beschäftigt, ob und in wie weit letzteres au: Englands Unterstützung für den Fall rechnen könne, daß eS mit Rußland zum offenen Kon­flikt über die Mandschurei gedrängt werde. Lord Lansdowne habe daraufhin in Washington angefragt, wie die Vereinigten Staaten sich in diesem Falle stellen würden und ob sie im be­sonderen bereit wären, sich England zu einem energischen Proteste gegen die Mandschurei- Konvention Petersburg anzuschließen. Erst in zweiter Linie hätte sich dann. der Ministerrath mit der Lage in Südafrika beschäftigt. Alles Uebrige schien in der Schwebe zu bleiben.

Heute Mittag kam dann plötzlich die faf: sensationelle Nachricht aus sonst vorzüglich unter­richteter Quelle, die Regierung habe Sir Alfred Milner weitestgehende Vollmachten allerdings gekabelt, aber unter der Bedingung, daß es ihm gelänge, einen sofortigen Friedensschluß herbei­zuführen und zwar zu dem ausgesprochenen Zwecke, um Englands Hände frei zu bekommen angesichts des drohenden neuen Konflikts in Ostasien. Hinzugefügt wurde, daßvon einem direkten Eingreifen Englands an der Seite Japans keine Rede sein könne, aber dieses wolle wenigstens Herr seiner ganzen Bewegungsfrei­heit und aller seiner Streitkräfte zu Wasser und zu Lande sein, um bei einem ausbrechenden Kriege zwischen Japan und Rußland seine Interessen kraftvoll und nachhaltig wahren zu können. Gerade das werde mehr als alles andere dazu beitragen, den drohenden Krieg zwischen Japan und Rußland noch rechtzeitig abzuwenden."

Gleich darauf traf aus Washington die Ant­wort ein, man wünsche dort freie Hand zu be­halten. Vielleicht schützt das noch mehr als alle? andere den angeblich bedrohten Frieden. Fest steht jetzt, daß die ganze Lage immense Schwierigkeiten darbietet. Japan kann unmög­lich das Vordringen Rußlands in der Mandschurei mit Gleichgiltigkeit ansehen, denn es ist an Korea zu denken. Korea ist für Japan eine Nothwendigkeit, daS steht ein für alle Mal fest, und so sehr erwünscht es auch für Rußland sein dürfte, seinen Besitz in Ostasien abzurunden, so wenig wird es dabei an die koreanische Halb­insel denken können, deren Besitz für Japan in Zukunft jederzeit einen Kampf auf Leben und Tod Werth sein wird. Die Koreaner haben das

mir die liebste Freundin aus der ganzen weiten Welt ... das sollten Sie doch wissen! Ich freue mich sehr, sie wiederzusehen."

Ich werde mit Mama sprechen", entgegnete Henning,und ich hoffe, daß sie kommen wird. Sie weiß, wie mich Käthe in Windhoek ge­pflegt hat unö daß ich ihr eigentlich Leben und Gesundheit verdanke."

Na, ganz so schlimm wird's nicht gewesen ein. Aber freuen sollte es mich, wenn Sie alle kämen. Auch Ihre Schwester, die liebe Fritzi . . ."

Herrn Gehrmanns Zigarre schien nicht recht brennen zu wollen, denn er streifte langsam und bedächtig die Asche ab, um sie dann eben o langsam und bedächtig von Neuem an­zuzünden, wobei er gefliffentlich vermied, Hennings Blicken zu begegnen.

Ich vermag Ihre Schwester Fritzi sehr gern wahrhaftig, sehr gern sie ist ein o liebes, gutes Mädchen! Wenn ich mir noch 'ne Tochter wünschte, Fritzi wäre mein Ideal . . . aber warum lachen Sie, Rittmeisterchen?"

.Ich kann nur meine Worte von vorhin wiederholen, sagte Henning lachend,daß Sie

Dierteljührlicher bei bet Erpepsttou 8 gRL

Bei «Ben Pofttmtmr 2,25 ML (tjd. »tMgtlb).

3*fotti0BleeMtr: bi. Spalte« Bette ob« bm Ree* IH Hl Ätdeeen: bi« Zeil« 86 Rfa.

Gewitterwolken.

Der Burenkrieg scheint kaum seinem Ende zu nahen, in China klingt der nicht offizielle Krieg immer wieder in erneutenlokalen

Umschau.

Zu den Zollverhandlungen.

Der Getreidezoll ist, wie ein Berliner Lokal­blatt von einer der Großindustrie deS Westens nahestehenden Seite erfährt, in der Höhe von 6 bis 6"/2 Mark als gesichert anzusehen. Als ausgemacht gelten ferner, daß die deutsche In­dustrie den Zoll in dieser Höhe bequem tragen kann. Ferner sei es sicher/ daß der Handels­vertrag mit Rußland trotz des Zolls und trotz des von Witte abgebrannten, lediglich auf die öffentliche Meinung in Deutschland berechneten Feuerwerks zu Stande kommen wird. Zweifel­haft sei es aber, ob der g l e i ch e Zoll für Roggen und Weizen beschlossen wird.

Wenn die Mittheilung sich bestätigt, so wäre sie lediglich die Konsequenz der vom Reichs­kanzler im Abgeordnetenhause und im Reichstag feierlich abgegebenen Erklärungen.

Marburg

Dienstag. 19. Mär, 1901.

Das können Sie haben. Wir wollten nächsten Sonntag eine kleine Festlichkeit zur Feier der Rückkehr Käthe» veranstalten. " ' hoffe, Sie werden kommen"

Wenn ich nicht wüßte, daß Sie ein braver Rann find und ein gute», ehrliches Herz be- itzen, Herr Gehrmann, ich könnte Ihnen wahr- astig zürnen. Lasten Sie mich mit Ihren ldgeschäften in Ruhe. Selbst wenn ich die roneste noch liebte, wer weiß, ob fie mich, halben Invaliden noch leiden kann. KeineS- S würde ich mich aber auf da» von Ihnen rgefchlagene Geschäft einlaffen, Herr Gehr- ann. Sie sollten mich doch genügend kennen, ne Heirath ist für mich kein Geschäft . . ."

Ereifern Sie sich nicht, bester Herr Ritt- eister," sagte der Kommissionsrath lächelnd. Eie sollen ja kein Geschäft machen, sondern ich

eins machen und außerdem soll der Baronin elfen werden."

Lasten Sie mich in Ruhe damit!"

(Nachdruck verboten.)

Schwester Katharina.

Roman von O. Elster.

lFortfetzung.)

i. tränen aus der Umgebung von Mitglieder» der Regierung und zwar in einer Weise, und auf SBegen, die kaum einen Zweifel darüber ließen, daß es sich um die bekanntenFühler" und

ob Kitth feiner überhaupt noch gedachte? Wer wußte, ob sie nicht schon längst einen anderen HerzenSbund geschloffen? Bald nach dem Tode de» alten Landraths war die Baronin mit Kitty aus Reisen gegangen; man hatte nichts weiter von ihr gehört, als daß sie in Rom oder Neapel den Winter verbracht habe. Da dachte Kitty gewiß kaum noch an den einfachen Dragpner- offizier, der sich seit Jahren draußen in der afrikanischen Wildniß herumtrieb.

Herr Gehrmann beobachtete Henning mit einem schmunzelnden, pfiffigen Ausdruck, legte sich bequem in den Sessel zurück, schenkte von Neuem die Gläser voll und meinte:

Also die Angelegenheit ist erledigt, Herr Rittmeister! Sie wollen die Baronesse nicht heirathen?"

Aber wer spricht denn davon? Sind Sie etwa Heirathsvermittler geworden?"

DaS nicht," lachte der KommissionSrath. Brausen Sie nur nicht wieder auf die Geschichte ist erledigt, ich weiß jetzt, waS ich zu thun habe."

Sie wollen die arme Frau im Stich lasten?"

DaS ist meine Sache ganz allein meine Sache," entgegnete Gehrmann lächelnd.Lasten Sie uns von etwas Anderem spreche». Morgen reife ich übrigens nach Hamburg, um meine Käthe abzuholen ..."

Und da» sagen Sie erst jetzt?"

Ich dachte, Sie intereffirten sich für die

<?üthe nicht mehr.".

Herr Gehrmann, Sie find verzeihen Sie ein ganz durchtriebener Schelm. Käthe ist

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Henning ging erregt im Zimmer auf und >6. Er war in der That empört über diese silmuthung und doch that ihm auch die Baronin «d, daß sie ihres Besitzes beraubt werden sollte. Das liebliche Gesicht Kittys stand mit einem ? Rale wieder deutlich vor seinem geistigen Auge. [ schien ihm, als wenn sie ihn traurig an- Mckte, als wenn fie bittend die Hände faltete und ihre Lippen flüsterten:Hilf mir! Ich K6e Dich ja so lieb!"

hervor, soweit sie sich auf die letzteren beiden Burenführer bezogen. Noch am Abend hatte s| ber©lobe" verlangt, daß Dewet alsgemeiner 2"2 Storber" standrechtlich abgeurtheilt werde. Und doch kamen alle diese durchsickernden Jnforma-

_ Carlton-, St. Stephans-, und dem Primrose- thhton auf Unglauben, ja Entrüstung stießen, een ö als nach diesen Mittheilungen es sich gar nicht ckzngchnrehr um eineUebergabe Bothas", sondern um einen regelrechten Friedensschluß mit den Regierungen beider Republiken handeln sollte, welcher sogar die Weiterführung der Ge­schäfte der inneren Verwaltung beider Länder durch deren jetzige Führer ein­schließlich Steijns und Dewets vorsähe. Daran wollte Niemand glauben und besondere Erbitterung geradezu riefen diese Meldungen

Operationen" und militärisch - diplomatischen Reibungen unter den Verbündeten selbst aus, ICKUCI und schon ladet sich die diplomatische Atmosphäre wieder unter Wetterzeichen, als wolle aus den sich langsam verziehenden Gewitterwolken ein neuer Kriegssturm sich zusammenballen. Ein Bericht aus London, den wir in verschiedenen deutschen Zeitungen finden, beleuchtet die Sage in folgender Weise:In der Umgebung von Downingstreet herrscht seit 24 Stunden eine Nervosität, die bereits gestern Abend in den Klubs ihr erstes, aber noch überaus konfuses Echo fand. Die widersprechendsten vertraulichen Informationen schwirrten da durcheinander. Zuerst hieß es übereinstimmend, der Minister­rath fei zu einer großen Entscheidung auf einen neuen Bericht Milners gekommen, der aller Wahrscheinlichkeit nach dem Kriege in Süd­afrika ein plötzliches Ende bereiten würde. Dann folgten Mittheilungen über dieweitgehendsten Zugeständnisse", welche dort beschlossen seien, die um so mehr in den Militärklubs, dem

ffth «ne beabsichtigte Vorbereitung der öffentlichen Hl Meinung handele. Bereit» wurde vielfach Mode! daraus der Schluß gezogen, daß die Unter- itcn, Handlungen mit den Burenführeru entweder reasi gescheitert seien oder doch in Downingstreet uv* als aussichtslos betrachtet würden, und man

Vorn Kriegsschauplatz.

General Kitchener meldet aus Pretoria vom 15. März: Eine von Lydenburg gekommene Truppenabtheilung unter Oberst Parker über­raschte ein Burenlager bei Krügersport und nahm dasselbe. Ein Bur wurde getöbtet, fünf würben verwunbet 32 gefangen genommen, auch würbe Vieh unb ©etreibe erbeutet. Auf englischer Seite fiel ein Mann, vier würben verwunbet.

Wie ferner aus Pretoria gemelbet wirb, ist der Deutsche Schlomer, Besitzer eines großen Hotels, ber kürzlich unter bet Anklage, er hätte an Botha Mittheilungen gelangen laffen, ver­haftet würbe, nunmehr gegen Bürgschaft ent­lassen worben, da sich bie Beschulbigung als unbegrünbet erwiesen hat. Die englische Blätter sagen bazu:Der Zwischenfall ist bamit er­ledigt. Schlomer sprach sich über bie ihm wiberfahrene Behandlung seitens ber Militär­behörden anerkennend aus." Ob damit der Zwischenfall erledigt ist, dürfte Wohl noch dahin stehen. Die Engländer scheinen wieder einmal nicht wissen zu wollen, daß sie auch für die Mißgriffe", die sie begehen, Sühne,zu leisten haben.

Die gefangenen Buren.

DieDaily News" bringen einen Bericht über das Geschick ber Gefangenen, ber nach der Londoner Kr.-Korr. lautet:

.Wir entnehmen einer Aeußerung des Minister» ~otb Hamilton, daß die Regierung Vorbereitungen trifft, um fernere Burengefangene an verschiedenen Orten m Indien zu interniren. St. Helena ist bereits überfüllt mit diesen unglücklichen Männern, deren Zustand nach Aussagen von Augenzeugen 'n vieler Hinsicht geradezu kläglich fein muß. Auf Ceylon find ebenfalls Tausende von Ge­fangenen zusammengepfercht, und nun nimmt die Regierung ihre Zuflucht zu dem Innern des indischen Reiches, wo das Leben für uns Engländer niemals verlockend sein kann, was aber nicht hindert, daß jetzt die gefangenen Buren es ertragen sollen. Warum bringen wir wie in früheren Kriegen die Kriegs­gefangenen nicht nach England, wo Platz genug für sie wäre? Vielleicht fürchtet unsere Regierung, daß der Anblick dieser Männer und K n a b e n das britische Volk überraschen und peinlich berühren würde, so daß möglicherweise manche Leute ihre Ansichten über die Buren ändern könnten."

Die Zukunft Südafrikas.

DaS fanabifdje Parlament hat mit einer ganz überwältigenden Majorität eine Resolution abgelehnt, die ausdrücklich festsetzte, daß keine Truppen mehr für Südafrika in Kanada ange- worben werden dürften. Dieser Beschluß war vorauszusehen und das Stimmenverhältniß von 144 zu 3 beweist, daß das Band, welches die Kolonie mit dem Mutterland verknüpft, noch unverletzt ist, aber au» der Rede, mit der Sir ein ganz durchtriebener Schelm sind. Aber nun reichen Sie mir die Hand wir verstehen unS bester Herr Gehrmann! Und ich denke, wir feiern nächsten Sonntag allesamt ein recht fröh­liches Wiedersehen!"

Sollte mich aufrichtig freuen! Noch ein Glas?"

Nein, ich danke. Ich wollte noch bei Ihrem Sohn vorsprechen. Ulrich ist doch in einem Atelier?"

Wo sollte er sonst sein? Der Junge ist ja tote versessen auf'» Arbeiten u*b hat es doch garnicht nöthig."

Weil sein wackerer Vater für ih» gearbeitet Hot - Nicht wahr?"

Na da» ist doch die Pflicht der Väter."

Pflicht der Söhne ober ist es, das zu er- jolten, was die Väter ihnen überliefert."

Stimmt, Herr Rittmeister! Sie habe»'» !jethan, Sie find der rechte Sohn Ihrer Väter!"

Sie fdjüttelten sich herzlich die Hände, dann ![ing Henning.

Der Königliche KommissionSrath saß eine Weile nachdenklich da. Dann trank er fein Glas aus und sagte:

Ein braver Mensch schade, daß meine >?äthe doch das ist ja nun vorbei! Aber der Baronin gebe ich das Geld, denn die beiden jungen Leute kommen doch wieder zusammen"

(Footsetzung folgt.)

Enchetm täglich aufctr an W erringen noaj «e>i>nn» iinb Feiertagen ®oeetagebetlage: Illustriere» Souutagsdlatt. oe

Druck enb Verlag: Joh. Lug. Koch, UntversttätS-Buchdruckrrei "O v)lll)tft.

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