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§ 60 »eMeeftX WdlvUlfl Sonntagsbeilage: Jllnftrirte» Sountagsbtatt. oz? cv(1f.rn
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Stedawn: »tü * Pfg. L)leNMg, 14 MaiZ 1901. Jtorbura Markt 21. - Telephon 55
gelungen, 75—95 Prozent ihrer Zöglinge zu einem bescheidenen selbstständigen Broterwerb zu befähigen. Daneben machen es sich die Lehrkräfte der Hilfsschulen zur Aufgabe, die nothwendige Rücksichtnahme auf Schwachbefähigte im Rechtswesen und Militärleben herbeizuführen.
Mit ganz besonderem Eifer wird an dem inneren Ausbau des Hilfsschulwesens auf den VerbandStagen für dasselbe gearbeitet. Der dritte wird, nachdem 1898 und 1899 Hannover und kastel den beiden ersten derselben eine gastliche Stätte bereitet hatten, am 10. und 11. April d. I. unter dem Vorsitze des hannoverschen StadtschulratheS Dr. Wehrhan in Augsburg abgehalten werden, um eine weitere Verbreitung des Hilfsschulwesens in Süddeutschland und den angrenzenden Gebieten anzubahnen.
Die Verhandlungen dieses Verbandes werden unsere Leser umso lebhafter interesfiren, als auch hier in Marburg über kurz oder lang der Frage eines gesonderten Unterrichtes für schwachbefähigte Kinder nahegetreten werden muß. Die Berichte über jenen Verbandstag werden daher schon jetzt der allgemeinen Aufmerksamkeit empfohlen; es wird sich in ihnen um die Erfüllung der heiligsten Verpflichtung unserer menschlichen Gesellschaft handeln, „die nur der Liebe gelingt, wenn sie sich selbst bezwingt." H-.
Umschau.
Freiherr v. Stumm f.
Der Tod des Geheimen CommercienrathS Frhrn. v. Stumm-Halberg hat auch in unseren parlamentarischen Kreisen die lebhafteste Theil- nahme hervorgerufen. Hatte der Verstorbene auch sehr viele politische Gegner, mit denen er in seiner langjährigen parlamentarischen Wirksamkeit manchen schweren und heftigen Strauß durchzufechten hatte, so stand er doch bei allen in hohem persönlichem Ansehen, denn er hat jederzeit seine politischen und socialpolitischen Anschauungen mit offenem Disir und mit unerschütterlichem Eifer vertreten.
Mit Stumm ist einer der verdienstvollsten und bedeutendsten deutschen Arbeitgeber dahingegangen. Mit Recht weist die „Köln. Ztg." darauf hin, daß gerade Frhr. v. Stumm schon früh die socialen Pflichten der Arbeitgeber erkannte. Mit seiner persönlichen Aufsicht durchdrang er alle Wohlfahrtseinrichtungen seiner Werke, da- Kastenwesen, die Armen- und Krankenpflege, die Speiseanstalten u. s. w. Im Dienste seines socialen Gedankens scheute er
Dieselbe wehmüthige Trauer, mit welcher
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für Schwachbefähigte errichtet
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Der Kampf war schwer gewesen und hatte kr kleinen Besatzung zwei Tote und mehrere ^Uvundete gekostet. Henning sah nicht ohne ^Ivrgniß dem kommenden Tage entgegen, der
Zur Hilfsschulfrage.
„Kinder sind nicht nur freundliche Lichtstrahlen des Himmels und Gottesgrüße, die unser Haus der- klären, es sind auch ernste Fragen aus der Ewigkeit und schwere Aufgaben für die Zeit." —
(Nachdruck verboten.)
Schwester Katharina.
Roman von O. Elster.
(Fortsetzung.)
iefahr — An gl iten £ kaufe t Pae hab,
n.
D In der praktischen Ausführung ihrer Dor- * • chläge sind während der letzten 20 Jahre • in Städten Deutschlands Hilfs-
iußerst schwer erhellt werden kann, find schwach- innige Kinder meistens mehr zu beklagen als rblindete. Erst in den letzten Jahrzehnten ;at die unermüdliche Thätigkeit unserer Istychiat und Pädagogen genügenden Auf- III .Muß über das Wesen des Schwachsinns gegeben, seine Aeußerungen genau beobachtet und 5 mach den günstigsten ErziehungS- und Unter- . lichtsmethoden für die mit erheblichem Schwach- behafteten Kinder geforscht.
f; lugenlichtes hinwegzutrösten vermag, die tiefe mom, Rächt des Blöd- und Schwachsinns aber nur
Gegen Morgen wiederholte sich der Ansturm ft Angreifer. Diese» Mal drangen sie bi« an Umfaffung«mauer vor, die einzelne von erkletterten.
Ein wüthendes Handgemenge entspann sich — Rann gegen Mann wurde gekämpft, bi» Sergeant Müller mit einer kleinen Schar, die
r aus dem Hinteren Thor geführt hatte, den «inden in den Rücken fiel, die dann in der Meinung, es mit einem neuen Gegner zu thun uänj * haben, erschreckt davon flohen, efttn!
31.
trb Kir men ■ete.
-lbstth ahlreichen les chulen
vorden, sodaß vorzüglich im Norden und Westen meine mseres Vaterlandes kaum noch eine größere
1 Stadt ohne eine solche Einrichtung ist. Man oird ihrer ungefähr 90 zählen können, und r.. 18 iele unter ihnen umfasien bereits mehrere auf- eigende Klassen. Rach den angestellten tatistischen Erhebungen find die Vorbedingungen ür die Einrichtung einer einklassigen Hilfs- zhRHchule mit 2 aufsteigenden Abtheilungen unter billig, wrmalen Verhältnissen bereits in Städten on 15 000 Einwohnern vorhanden. Auch olche weniggegliederten Schulen vermögen nach ien bisher gemachten Erfahrungen die schwach- «efähigten Kinder wesentlich zu fördern, während . ne letzteren ohne abgesonderten Unterricht geistig 'and."^^kümmern müffen. Natürlich dürfen in solchen groj^laffen kaum mehr als 15 Kinder gleichzeitig ÖOti luterrichtet werden, da „das individualisierende ejbni Zerfahren der eigentliche Zauberstab des Er- ieher«" ist, und die Arbeit mit ihnen ist trotz- it ü em den aufreibendsten zuzuzählen, die es über- ( aupt giebt. Daß sie aber auch zu den erdienstvollsten gehört, beweist wohl ein Blick uf ihre Erfolge. E» ist nämlich in den bereits
Die Nacht brach heran. Die Hoffnung, daß w *e Feinde sich ganz zurückziehen würden, er- : Wä illte sich nicht. Einige der ausgesandten Herero- nderu ündschafter kehrten mit der Nachricht zurück, ; aß sich die Gegner in weitem Bogen um die a$ . Station lagerten und daß eine Abtheilung in as Gebirge entsandt sei, um der Besatzung, ■—tt ills sie sich zurückziehen wollte, den Rückweg lemö^iuschneiden.
Henning entschloß sich, mehrere Kundschafter der nächsten Station zu senden und um terstützung zu bitten. Dann wollte er den «ind im offenen Felde angreifen nnd ihn in Kalahari-Wüste zurücktreiben.
liebende Mutter bei ihrem blindgeborenen Kl JKnbe das Fehlen des Sehvermögens feststellt, ■ erfüllt das Herz derjenigen Eltern, welche ein chwachsinnigeS Kind ihr eigen nennen. Da ie früh herbeigeführte hohe Ausbildung der stindenerziehung fast über den Verlust de»
ebenso wolkenlos und glühend heiß anbrach, wie die vorhergegangenen.
Die um daS Fort Herumliegenden Reichen von Menschen und Thieren gingen rasch in Verwesung über und verbreiteten einen ekelhaften Geruch. Am blauen wolkenlosen Himmel schwebte eine Schar Aasgeier und ließ sich mit widerlichem Gekreisch auf die Leichen nieder. Schakale und Hyänen strichen scheu durch daS Dickicht, die Gelegenheit zu ihrem eklen Mahl erspähend, und in der Ferne zeigten sich dann und wann kleine Trupp» der Wilden, die mit gierigem Auge nach der kleinen Station hinüberlugten.
Ein verlorener Posten schien diese kleine Festung in der Wildniß zu sein, aber in der Brust der tapferen Soldaten schlug ein männliche» Herz — die Hand faßte die Flinte fester und kühn blickte das Auge der kommenden Gefahr entgegen.
Da traf eine Botschaft ein, welche Henning mit der größten Besorgniß erfüllte.
„Die Wasserleitung versagt, Herr Leutnant," meldete Sergeant Müller. „Die Hallunken scheinen uns die Quelle abgegraben zu haben."
Henning überzeugte sich von der Richtigkeit dieser Meldung. Nur wenige Tropfen deS erfrischenden Naß rieselten auS der Leitung hervor — dann verstechte sie ganz.
„Wie steht's mit unserem Wasservorrath, Sergeant?"
„Schlecht, Herr Leutnant. Für heute mags bei großer Sparsamkeit noch reichen. 'Morgen müssen wir dursten."
„DaS geht nicht — dann find wir verloren ..."
keine Opfer; er beantragte bereits 1869 im Reichstag die Invalidenversicherung; er trat stets entschieden dafür ein, den Bau der socialen Gesetzgebung durch eine Wittwen- und Waisenversicherung zu krönen. Der Kaiser berief ihn denn auch 1890 in den Staatsrath, als es galt, den Arbeiterschutz wirksamer durchzuführen. Er selbst ging mit gutem Beispiel voran; seine Arbeitsordnung gewährt denjenigen, die noth- gedrungen mehr als drei Tage feiern, den halben Lohn; sie setzt für die Jugendlichen die Arbeitsdauer einschließlich der Pausen auf acht Stunden. Stumm erzielte denn auch den Erfolg, seine Arbeiterschaft' allen Verhetzungen zum Trotz, auch 'politisch um sich zu sammeln. Freilich rief das patriarchalische System dieser Fürsorge manchen Widerspruch hervor. Das Selbstbewußtsein deS modernen, viel umschmeichelten Arbeiters bäumte sich gegen das System der väterlichen Fürsorge auf, daS ihn vor wirthschaftlichen und seelischen Schäden zu behüten trachtete; nach eigener freier Wahl wollte der Arbeiter seine Geschicke und seine Lebensführung bestimmen. Die Socialdemokratie erkannte in „König Stumm", in dem „Scharfmacher", ihren mächtigsten Feind und verfolgte ihn mit dem grimmigsten Hasse. Sie hatte kein Derständniß dafür, daß er der opfermuthigste Vorkämpfer socialen Denken» und Wirkens unter den deutschen Unternehmern war. Sie konnte es nicht dulden, daß ein hochherziger Unternehmer der politische Führer seiner Arbeiter wurde.
Geboren am 30. März 1836 in Saarbrücken, studirte Stumm zu Bonn und Berlin und trat 1858 an die Spitze der Firma Gebrüder Stumm zu Neunkirchen, die er einer großartigen Entwicklung entgegenführte. Stumm war ferner Vorsitzender der Dillinger Hüttenwerke, der Saarbrücker Handelskammer und verschiedener wirthschaftlicher Vereine. Den Franzosenkrieg machte er al» Schwadronsführer mit. 1888 erhielt er den Freiherrntitel. Politisch hielt er sich zu der deutschen ReichSpartei, die er mitbegründet hatte. Dem Abgeordnetenhause gehörte er 1867—70, dem Reichstage 1867—81 und wieder seit dem Jahre 1889 an; 1882 wurde er in da» Herrenhaus berufen. In den letzten Jahren nöthigte ihn zunehmende Kränklichkeit zu einer Einschränkung seiner politischen Thätigkeit.
Mit Frhrn. v. Stumm scheidet ans bem deutschen Reichstage ein Charakterkopf, der in der deutschen Volksvertretung immer eine hervorragende Rolle gespielt und ihr niemals zur Unehre gereicht hat. Mit ihm ist ein könig-
„Die Pferde haben schon seit heute Morgen kein Wasser mehr bekommen. Die armen Thiere lassen bereits die Köpfe hängen."
Nachdenklich blickte Henning vor sich nieder.
„Können die Verwundeten reiten?" fragte er dann.
„Ja, Herr Leutnant. Niemand ist schwer verwundet. Wollen Herr Leutnant die Station verlassen?"
„Wenn'» nicht anders sein kann — ja. Bis morgen wollen wir noch warten — wenn dann kein Entsatz kommt, müssen wir uns zur nächsten Station durchschlagen."
„Zu Befehl, Herr Leutnant." —
Der Tag verging und brachte keine Aenderung. Am Abend wurde der letzte Schluck Wasser an die Mannschaften vertheilt und die Pferde noth- dürftig getränkt.
Jeder Mann wußte wa» ihnen bevorstand, wenn keine Hilfe von außen kam: entweder sich durchkämpfen oder — sterben!
In der Nacht fiel ein erquickender Gewitterregen , der einestheils die Feinde von einem erneuten Sturm abhielt, auderntheils Mannschaften und Pferden Erquickung brachte. Nun konnte man noch einen Tag länger ausharren.
Als aber auch diese Frist verstrichen war und kein Entsatz nahte, als der letzte Trunk Wasser verteilt worden, da entschloß sich Henning zu dem letzten Rettungsmittel. Er versammelte die Mannschaft um sich und setzte ihr die Lage auseinander.
„Ich vertraue auf Euch, ich weiß, Ihr werdet Euren Namen als deutsche Soldaten Ehre machen!" schloß er seine Anrede.
kicher Kaufmann dahingeschieden, der au» ver- hältnißmäßig kleinen Anfängen heraus für seine Werke eine große Bedeutung in der ganzen industriellen Welt sich errungen hat und der der deutschen Arbeitsthätigkeit und Rührigkeit in hohem Grade Ruhm eingebracht hat.
Die deutsche Sozialdemokratie und die Pariser Kommune.
Nach einer neuerlichen Ankündigung de» „Vorwärts" soll zum 18. März als ein Beitrag zur Parteilitteratur eine „reich illustrirte Kommune- Erinnerungsnummer" erscheinen. Von dem von Bebel verfaßten EinführnngSartikel sagt der „Vorwärts", daß er eine „schwungvolle Darlegung und Würdigung der Kommune" fei. Hieraus und aus den Angaben über die Illustrationen geht hervor, daß es sich um eine Verherrlichung der Pariser Kommune, wie auch der historische Kalender deS „Vorwärts" sie sich angelegen sein läßt, handelt. Als auf dem Stuttgarter Parteitage im Jahre 1898 die „Genossin" Rosalie Lübeck im Gegensätze zu Bernstein die Pariser Kommunisten gefeiert hatte, antwortete ihr „Genosse" v. Vollmar: „Schlechter würden die französischen Arbeiter der Sache nicht des Proletariats nicht gebient haben, wenn sie bamals geschlafen hätten." — Diese Worte v. Vollmars haben laut bem offiziellen Parteibericht „lebhafte Zustimmung" gefunden. Wenn jetzt bte sozialdemokratische Parteileitung eine so demonstrative Huldigung für die Pariser Kommune in» Werk setzt, so ist das ein Vorgang, der zeigt, wie einflußreich die „zielbewußten", „revolutionären" Taktiker der Partei trotz alledem nach wie vor find.
Der südafrikanische Krieg.
Die Friedensverhandlungen.
Aus London meldet ein Drahtbericht der „Tägl. Rdsch.", dort verlaute, die Vorbesprechungen zwischen Milner und der englischen Regierung einerseits und Botha andererseits machten befriedigende Fortschritte. Die Hauptschwierigkeit liege in der Ausgleichung der englischen Ansprüche auf unbeschränkte Oberherrschaft mit der Forderung Botha», den Buren die Autonomie zu gewähren. Milner nimmt die Einstellung der Feindseligkeiten seitens Bothas in Aussicht, sobald die britische Regierung die Bedingungen der Buren hinsichtlich der Autonomie angenommen.
„Daily Chronicle" erfährt, die Hauptvermittlerin zwischen Kitchener und Botha war die in Pretoria wohnende Gattin Botha»,
Mit einem kräftigen Hurra erwiderte die Mannschaft. Unverzagt stand sie auf ihren Posten, unverzagt folgten sie ihrem Führer in den letzten Kampf.
Für den folgenden Morgen wurde der Ausfall beschlossen.
Noch ehe der erste Strahl der aufgehenden Sonne über die Ebene blitzte, stand die kleine mannhafte Schar in Wehr und Waffen bei ihren Pferden im Hofe der Station bereit, die deutschen Reiter in erster Linie, die schwarzen „boys" mit dem Gepäck in der Mitte, während die Hereros unter Aufsicht des Sergeanten Müller den Schluß machten.
Das Thor sprang auf und der Zug verließ schweigend die kleine Festung. Die nächste Station lag etwa vierzig Kilometer nach Norden zu. Das Gepäck und die Verwundeten sollten sofort die Richtung nach der Station einschlagen, während die kampffähigen Leute das Gepäck gegen den Feind decken sollten. Der Weg wandte sich den Bergen zu — doch kaum war man einige hundert Schritt vorgerückt, als die Flut der feindlichen Reiter heranbrauste.
Henning ließ seine Leute aufmarschiren und empfing den Gegner mit einer wohlgezielten Salve — die Feinde stutzten — jetzt den Säbel zur Hand — der Trompeter blieS da» Signal zur Attacke und mit kräftigem Hurra warf sich die kleine Reiterschar auf den verdutzten Feind.
(Fortsetzung folgt.)