ietcn.
en.
achten.
Kopl
>rs
21)
Er umschlang sie und preßte einen heißen
hiß auf ihre zuckenden Lippen. Eine kurze eile lag sie mit geschloffenen Xugen, wie
3
»7«
von
Un8 Wiedersehen!" Sie entfloh -
(82»
OIBP,
ngtl
?see. a«iirt,
Hans- ste and
letzten Freitag hat Schatzkanzler Hicks-Beach als Antwort auf die Anfrage der Deputirten H. ^Lewi» erklärt, eS sei vor der Hand unmöglich, festzustellen, wie hoch die gesammten KriegS- bsten sich belaufen werden; bisher seien unge-
-......sie sah nicht die hohe Ge
walt, welche halb verborgen vor der Portiice, regungslos wie eine Statue, bleichen Antlitzes wie ein Marmorbild, dastand; sie entfloh, ohne auch nur einen einzigen Blick zurückzuwerfen T Ne entfloh ihrer eigenen Liebe — ihrem eigenen Herzen.
Henning war auf den Seffel zurückgesunken und preßte die heiße, schmerzende Stirn in die Hände. Was sollte nun werden? — er ver-
vor, es handle sich nur um Anwendung höherer Brodpreise; allein ohne gleichzeitige Erhöhung der Getreidezölle wäre an die Errichtung eine? allgemein wirksamen Schutzzolles nicht zu denken. Was dem Handel und der Industrie recht ist, muß auch der Landwirth- schaft billig sein und was den Jndustriearbeiten zukommt, darauf haben auch die Landarbeiter Anspruch. Gerade die Kalamitäten in der Eisenindustrie sind geeignet, die Arbeiter darüber zu belehren, daß sie durch die Sozialdemokratie irregeführt werden. Das billige Brot allein nützt dem Arbeiter ganz und gar nichts, wenn er arbeitslos ist oder sich Einschränkungen in der Arbeitszeit gefallen laffen muß. In erster Linie kommt die Stetigkeit und Sicherheit der Arbeitsgelegenheit für die Arbeiter in Betracht, und das wird jeder von ihnen wisien. daß sich auch die Löhne bessern, wenn die Preise für die Erzeugnisse steigen — und umgekehrt.
einschließlich der gegen den Reichskanzler persönlich gerichteten Unverschämtheiten wiederge- geben habe, so darf man daraus mit Sicherheit schließen, daß genannter’ Herr selbst Verfasser oder Inspirator des fraglichen Artikels war. Unter diesen Umständen ist e5 nicht ohne Interesse, sich daran zu erinnern, daß Herr Timirjaseff jener russischer Unterhändler war, welcher, nachdem der Caprivische Handelsvertrag mit Rußland abgeschloflen war, bei einem ihm zu Ehren von der russischen Botschaft gegebenen Diner sich über die Dummheit der deutschen Unterhändler lustig machte und zum Beweis erkürte, daß er noch „einen Sack voll Zugeständnisse" wieder mit nach Hause nehme, die er an Deutschland zu machen autorisiert gewesen sei, die aber die deutschen Unterhändler ihm nicht abzuringen verstanden hätten.
Es scheint, daß Herr Timirjaseff unter dem neuen Reichskanzler die Hoffnung aufgeben zu müffen glaubt, Deutschland mit slavischer Ge- riffenheit bei den Handelsvertrags-Derhand- handlungen wieder gründlich übers Ohr hauen zu können. So will er eS mit Grobheit ver suchen. Aber wir müßten uns im Grafen Bülow gründlich irren, sonst dürfte Herr Timirjaseff eine gründliche Enttäuschung erfahren.
den Antrag eingebracht, man möge den Buren Bedingungen stellen, die es ihnen ermöglichen, den Frieden ohne Schande anzunehmen. Vernichtende Urtheile waren es, die der Urheber diese? Feldzuges, Mr. Chamberlain, bei der Debatte dieses Antrages zu hören bekommen hat. Der Antrag ist allerdings mit Mehrheit abgelehnt worden, aber er brennt den Leitern deS Burenfeldzuges auf der Seele, er wird von der Tagesordnung nicht wieder verschwinden. Wie sehr bei diesem Kriege die Wohlfahrt der Natron aufs Spiel gesetzt wird, haben wir bereits wiederholt dargelegt. Soeben hat die „League of Liberal-" eine Broschüre erscheinen lassen über die Kosten deS südafrikanischen Krieges. Wir entnehmen ihr das Folgende:
„Henning — es ist Sünde — es ist schmach- doll, was wir thun!"
„Kitty — Kitty
„Rein, nein — kein Wort mehr — laß dlich — vergiß mich — nie — nie dürfen wir
führ 81,5 Millionen Lrstl. gebraucht worden. Die Liga der Liberalen bringt nun in Erinnerung, daß nach dem Abschlüße des Krimkrieges im März 1856 der damalige Schatzkanzler Sir George Cornewall Lewis die gesammten Kriegsauslagen mit 76 Mill, festgestellt hat, daß somit der zweijährige Krieg gegen Rußland weniger gekostet hat als die noch nicht ganz anderthalbjährige Campagne gegen die zwei kleinen südafrikanischen Republiken. Alle diese Umstände, deren Ernst von Niemand unterschätzt wird, und selbst die keinem Engländer gleichgiltige That- fache, daß durch das Deficit vom Jahre 1900 mit 52 Millionen, zu dem noch das Deficit für 1899 mit 14 Millionen hinzukommt, die National- schuld um 66 Millionen erhöht wurde, haben die Entschlossenheit der überwiegenden Majorität des britischen Volkes ohne Rücksicht auf Kosten und Opfer den südafrikanischen Krieg bis zum erfolgreichen Abschluß fortzuführen, nicht im Geringsten erschüttert.
Die Engländer müffen sich ganz ungewöhnliche Dortheile von diesem Kriege versprechen, wenn sie trotz der ungeheuren Kosten, trotz des immer mehr anschwellenden Defizits ihrer Staatskaffe den Krieg fortsetzen. Die englischen Krämerseelen wiffen zu rechnen, sie wissen sehr Wohl, daß die transvaalischen Goldminen die Kosten nicht aufzubringen vermögen. Die Dortheile, die sie erwarten, liegen auf anderem Gebiete, und hier eben kommt das Jntereffe des Deutschen Reichs sehr in Frage. England will die Alleinherrschaft über ganz Afrika vom Kap bis zur Mündung des Nils. Das ist das Ziel des britischen Imperialismus, und zur Erreichung dieses Zieles ist ihm die Zurück- drängung Deutschlands aus Afrika und die Entwerthung seiner dortigen Kolonieen noth- wendig. Das letztere scheint heute in Regierungskreisen ganz übersetzen zu werden. Aus sittlichen Gründen und aus Erwägung der Reichsintereffen selbst wird daS deutsche Volk nach wie vor den Feldzug Englands in Südafrika verurtheilen. -r-
„Unsinn", brauste Herr Gehrman» auf. „Henning von Bartfeld ist ein Ehrenmann und wenn seine Phantasie wirklich einmal mit ihm durchgegangen ist, so wird er eS bereuen und eS durch größere Liebe und Achtung Dir gegenüber wieder gut machen. Es wäre eine Blamage sondergleichen, diese Verlobung aufzuheben!"
„Und doch muß eS geschehen, Vater! ES geht nicht anders! Ich habe bereits an Leutnant von Bartfeld geschrieben und ihm sein Wort zurückgegeben!"
Herr Gehrmann raufte sich seine wenigen grauen Haare, dann stürmte er zu dem Oberst hinauf, den er in nicht geringerer Aufregung traf.
„Ich wollte Ihnen nur sagen, Herr Oberst, daß ich an dieser fatalen Geschichte nicht schuld bin', rief er, indem er erregt im Zimmer auf und ab lief.
„Ich weiß nicht, waS ich dazu sagen soll, alter Freund," entgegnete der Oberst mit bekümmerter Miene. „ES war mein Herzenswunsch — diese Verlobung — denn ich habe Ihre Tochter herzlich lieb gewonnen! Aber erzwingen läßt sich die Liebe nicht — und Nenn Käthe zu der Erkenntniß gekommen ist, daß sie meinen Sohn nicht liebt — dann — dann ist eS wohl beffer, wenn daS Derhältniß gelöst wird, ehe eS zu spät ist."
„DaS ist auch meine Ansicht," sagte Frau von Barlfeld, welche durch die Aufhebung der Verlobung in ihrem Stolze tief verletzt war. „Wenn zwei Menschen nicht zusammen Paffen, soll man sie nicht zusammen zwingen!"
„Frau Oberst waren früher anderer Meinung," entgegnete Herr Gehrman« empfindlich. „Wer war eS denn, welcher die beiden
höumenb von einem seligen Glück, an seinem Herzen. Doch als er wieder und wieder in auflodender Leidenschaft seine Lipoen auf ihre» Mund preßte, da riß sie sich los und stieß ihn von sich.
mochte keine Antwort auf diese Frage zu finde» — schmerzlich stöhnte er auf.
Da legte sich ■ eine kühle, weiche Hand auf seine Stirn.
Er fuhr empor ...
„Kitty
„Ich bin es nur — Käthe —'
Henning blickte in da» blasse Antlitz seiner Braut — in ihre ernsten, traurigen Augen — und er erkannte, daß sie Alles wußte.
„Du hier — Käthe — stammelte er ton- lo«. „Du — Du weißt —"
Sie neigte wehmüthig das Haupt. „Komm Henning — hier ist nicht der Ort für eiue Aussprache . . ."
„O Käthe — ich — ich bin ein Elender!" schrie er da plötzlich auf und sank neben ihr nieder, sie umklammernd.
„Ein Unglücklicher," flüsterte sie mit zuckenden Lippen. „Komm — ich will Dir helfen!" Sie legte die Hände auf fein Haupt. Wie eine Heilige stand sie vor ihm — bereit/’für das Glück des Geliebten sich selbst zum Opfer zu bringen.
Zum ersten Mal in seinem Leben war Herr Gehrmann erzürnt auf seine Tochter, die sonst sein Stolz gewesen war. Ja, er schalt sogar heftig mit ihr und nannte sie ein „überspanntes Frauenzimmer."
„Ich kann Dir und mir nicht anders helfen, Vater", entgegnete Käthe mit schwermüthigem Lächeln, „ich vermag e5 nun einmal nicht, einem Mann meine Hand zu reichen, von deffen Zuneigung ich nicht fest überzeugt bin. Ich würde ihn und mich nur unglücklich machen!"
Umschau.
Zu den Zollverhandlungen.
anb. Der viel besprochene Artikel der russischen „Handels- und Industrie-Zeitung" hat sich nun doch als eine offizielle Kundgebung erwiesen. Wenn eS richtig ist, daß wie behauptet, der Geh. StaatSrath v. Timirjaseff fei» Bedauern barüber geäußert hat, daß die deutsche Preffe nicht den vollen Wortlaut deS Artikels
Der südafrikanische Krieg.
De Wet.
De Wet scheint nach wie vor aller Anstrengungen der Engländer, ihn einzuschließen und zu fangen, zu spotten. Während man in London nur noch zweifelhaft war, ob der Gefürchtete und Gehaßte in den Fluthen des reißenden Oranje umgekommen oder den englischen Bataillonen in die Hände gefallen sei, hat der Rastlose alle britischen Kriegspläne zu nichte gemacht und, anstatt Rettung in schleuniger Flucht zu suchen, scheint es ihm gelungen zu sein, seine Mannschaften wieder zu sammeln und südostwärts in die Kapkolonie weiter einzudringen. Ein Privattelegramm aus London meldet:
Nach Telegrammen aus Kapstadt vom 28. Februar durchbrach De Wet nach Vereinigung mit Hertzog und Brand mit 2500 Mann d i e englischen Truppenmassen und marschiert südwärts in der Richtung auf Colesberg.
Diese Londoner Mittheilung findet ihre Bestätigung in Drahtberichten aus Paris. Demzufolge sind Meldungen aus De Aar eingetroffen, daß die vereinigte Streitmacht De Wets und Hertzogs östlich von PhilippS- t o w n steht.
Freilich wird man nicht verkennen dürfen, daß die Expedition DeWets, so kühn sie eingeleitet und durchgeführt wurde, den Hauptzweck, Aufwiegelung des KaplandeS, schließlich nicht erreichen wird. Der Moment ist verpaßt! Aus den Berichten über den Krieg geht hervor, daß
Arbeiterschaft und Schutzzollsystem.
k. Die schwierige Lage in der Eisenindustrie dürfte mehr als alle theoretischen Belehrungen geeignet sein, die Arbeiter davon zu überzeugen, daß sie selbst das größte Jntereffe haben, den neuen Zolltarif auf der Grundlage eines gleichmäßigen Schutzes der nationalen Produktion zu Stande kommen zu sehen. Hauptsächlich ist der Niedergang der Eisenindustrie und die Unsicherheit auf dem Eisenmarkte der amerikanischen Konkurrenz, die unter der Herrschaft der Eaprivischen Handelsverträge mächtig in» Kraut geschaffen ist, zu verdanken. Die Meistbegünstigungsklausel hat den amerikanischen Industriellen ungeheure Dortheile in den Schooß geworfen, und daß diese Dortheile rücksichtslos auSgenutzt werden, wer will das gerade den Amerikanern verdenken? Würden die jetzigen Verhältnisse noch weiter bestehen, so könnte eS leicht zu einer industriellen Krisis kommen, unter der am meisten die Arbeiter leiden würden. Es ist unfaßbar, daß die Sozialdemokratie trotzdem sich auf den freihändlerische« Standpunkt gestellt hat, obwohl sie behauptet, ausschließlich dieAr- beiterintereffen zu vertreten. Wohl redet die sozialdemokratische Presse den Arbeitern
(Nachdruck verboten.)
Schwester Katharina.
Roman von O. Elster.
lFortseh««s9
»er rjuiispp, senden h.
lover.
eutsehl.
ifteit?: l-, weih s°nst,^ co. ->sM
ist eine lF bestehM
zusammengebracht hat? Ich doch wohl nicht! Für meine Käthe finde ich noch jeden Tag einen Leutnant!"
„Herr Gehrmann — ich muß sehr bitten." „Ra ja, es ist aber doch wahr!"
„Meiner Erziehung widerstrebt es, auf diese» Ton einzugehen," entgegnete Frau von Bartfeld stolz u»d verließ erhobenen Hauptes daS Zimmer.
Der Bruch war vollständig. Sogar her Oberst und Gehrmann geriethen ziemlich scharf aneinander. Aergerlich empfahl sich Herr Gehrmann, nachdem er in seiner Erregung Herrn von Bartfeld die Wohnung gekündigt hatte.
Der Oberst begab sich hierauf sofort zu seinem Sohn, der in der Nähe der Kriegsakademie wohnte. Er traf Henning mit dem Ordnen seiner Sachen beschäftigt, mehrere Koffer standen in dem Zimmer umher. Ein tiefernster, trauriger Ausdruck ruhte auf dem Antlitz des jungen Offiziers.
„Mein armer Junge," sagte der Oberst ihm die Hand reichend. „Wie ist da» Alle- nnr gekommen?"
„Erlaß es mir, Vater, Dir die nähere» Umstände anzugeben," entgegnete Henning. „ES nützt ja nichts — es ist einmal geschehen und — und es mußte geschehen!"
„ES mußte geschehen, Henning?"
„Ja, Vater — früher oder später! Und da ist es denn doch besser, daß es jetzt gleich geschehen ist. Nun muß es auch ertragen toeroen!"
„Ich begreife nur nicht — Käthe schien Dich doch aufrichtig zu lieben ..."
zu jebti können nur wünschen, daß auch in diesem Falle ■ Weltgeschichte zum Weltgerichte wird.
geeigne Die Ueberzeugung, daß England keine sitt- achtcn. lichen Beweggründe für diesen Krieg besitzt, daß es sich an der Weltgeschichte versündigt, bricht sich auch in immer weiteren Kreisen deS ^britischen Volkes Bahn. Vor wenigen Tagen erst hat ein Mitglied deS Unterhauses, Dillon,
ich inne dem einstimmigen Verdammungsurtheil der gesitteten Welt. Der zur Zeit von England gegen die Buren geführte Feldzug entbehrt öWMjedes sittlichen Motivs, so viel Scheingründe tjen LaÄ auch die Engländer selbst Vorbringen, und wir
Schon im März 1900, bei der Einbringung deS Budgets, wurden aus den ursprünglichen -fll nicht weniger als 50 Millionen und am
„Auch ich trage Schuld daran," fuhr sie fort. - Ich mußte Dir fern bleiben — aber ich weidete mich an Deinem Schmerz, an Deinem Unglück t- und ich fühlte mich doch selbst so grenzen- @08 unglücklich
„Kitty — meine Kitty."
-ihrt^ • «ckel, 'S-
'Mplettey werden die Nothwendigkeit des Krieges da nicht htetenL« verneinen, wo er unvermeidlich erscheint, wo mb übr n der Erfüllung der weltgeschichtlichen Mission idube ent eines Volkes oder zur Erhaltung des Friedens für der dient. Kriege aber, die lediglich aus Ländergier Wphnia- unb Raublust vom Zaune gebrochen werden, “[Ä sind verwerflich, sie sind eine Versündigung ^an der Menschheit, sie unterliegen mit Recht
Erscheint täglich außer en Werktagen nach Sonn- uns Feiertag«.
So»tagSbeilage: JllustrirteS Lo»utagsblatt. oc;
Dank und Verlag: Joh. Ang. Koch, UniverfitätS-Buchdruckerei OO x)ul)lst.
jJletbuia Markt 21. — Telephon 55
Sierteljährltcher «.»uzspretS: bei der Erudition 2 Mk., Q« . „r. .. „ .
Jlo 52 bei aLm Postämter« 2.35 Rk. (exel. Bestellgeld). VluWUlH
e>,=* uo Imle'ttoaSgebShr: die g-fpaltrne Zeil« ad« denn Ream 10 Vf» t n ernst
««lamm di. ZUl. 25 M,. w Sonntaa. 3 März 1901.
[|tt Em Rückblick auf den Burenkrieg.
। i b Der Thronwechsel in England sowie die fr für dq Anwesenheit des Königs Eduard in Deutschland öertaufk haben erneut die politische Welt veranlaßt, die Frage aufzuwerfen, wie lange denn nun eigent- jälfte bg Wch noch dieser ruchlose, von schnöder Habsucht fiktirte Raubzug in Südafrika dauern wird.
—6 fp) Der Krieg ifi die ultima ratio im Verkehr der i 2c. Kölker, und auch die Apostel des Weltfriedens