mit dem Kreisblatt für die Kreise Marb«rg and Kirchhai«.
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^Vberhessische Zeit««g" nebst ihren Akilagen werden von unserer Expedition Parkt 21) unseren Ausgabestellen in Kirchhain und Neustadt, sowie von allen Post-
, wächtigter Krug von Nidda weist die Behauptung des Vorredners zurück, daß
Die Drohungen des russischen Finanzministers.
-a- Die Vorstöße des russischen Finanz- mnisters v. Witte in der Zollpolitik scheinen, mnuthigt durch das unnativnale Gebühren
Abgeordnetenhaus.
a. Berlin, 26. Februar.
Am Ministertisch: v. Thielen.
Die Berathung des Eisenbahnetats wird fortgesetzt.
Bei den dauernden Ausgaben, Titel .Besoldungen', verlangt ein von Mitgliedern verschiedener Parteien eingebrachter Antrag, daß den in der Eisenbahnverwaltung beschäftigten Eisenbahn - Bau- und Betriebsinspektoren eine die Dauer von fünf Jahren überschreitende Zeit der diätarischen Beschäftigung bei der Festsetzung des Besolduugsdienstalters in An» rechnnng gebracht werde.
Ferner liegt vor rin Antrag Werner, der die Zahl der Stationsvorsteher erster und zweiter Klafle vermehrt, die der Bureau - Assistenten entsprechend vermindert und die frei werdenden Stellen der nichttechnischen Vetriebssekretäre in Stellen für Güterexpedienten verwandelt wißen will.
Abg. Funk <frf. Vg.) wünscht eine Besierstellung der Bahnwärter und Weichensteller.
Abg. Dr. Böttinger (nl.) verbreitet sich über die Lage der Eisenbahnsekretäre und Betriebssekretäre.
Deutsches Reich
® erlitt, 27. Februar.
— Von dem Verfasser eines Aufsatzes des .Nevy League Journal' in London, der die deutsche Marine behandelt und diese für bedeutend besser als die englische erklärt, berichtet ein Londoner Vertreter der .Asiociated Preß' folgende Aeußerung: .Ich bin ein großer Bewunderer der amerikanischen Kriegsflotte, die ich in mancher Hinsicht für die beste der Welt halte. Doch wenn sie es einmal mit der deutschen zu thun kriegen sollte, dann wird sie alle Hände sehr voll haben. Die Disziplin auf der deutschen Marine ist unübertrefflich.'
Umschau.
Das Ergebniß der letzten Volkszählung.
Das Gesamtergebnis der Volkszählung
1. Dezember 1900 wird jetzt amtlich be-
Bestellungen
für den Monat März auf die
konferenz seien. Es ist allerdings Thatsache, daß Rußland seiner Zuckerindustrie keine direkten Prämien gewährt, wohl aber ist schon wiederholt nachgewiesen worden, daß sein Steuersystem der Industrie Vortheile bietet, die die Ausfuhrvergütungen der übrigen Zuckerländer übertreffen, und das hat Herr v. Witte wohlweislich in seiner halbamtlichen Kundgebung verschwiegen.
Sollte Herr von Witte in der That mit Zuschlagszöllen aus Gußeisen, Stahl, Kupfer, Steinkohle und andere Erzeugniffe kommen, so würde er sich des Bruches der geschloffenen Verträge schuldig machen, und die Folgen dieses Verfahrens würden, wenigstens was Deutschland betrifft, auf das die Drohungen zunächst abzuzielen scheinen, für Rußland wahrscheinlich so empfindliche sein, daß Herr von Witte fich die Sache wohl noch einmal überlegen dürste; denn wenn die deutsche Ausfuhr nach Rußland seit dem Bestehen des Handelsvertrages auch in erfreulicher Weife zugenommen hat, so wird sie doch von der russischen Einfuhr nach Deutschland übertroffen und Rußland würde für feine über die Grenze nach Westen gehenden land- wirthschastlichen Erzeugnisse, namentlich für seinen Roggen, so leicht kein anderes Absatzgebiet finden.
Befremdlich muß es erscheinen, daß die deutsche Regierung nicht umgehend diesen Ueber- griffen des russischen Finanzministers eine scharfe Zurückweisung zu Theil werden ließ. Wie kommt Herr Witte dazu, der deutschen Regierung bif Absicht des Brotwuchers zu unterstellen? Der Regierung und den Vertretern nationaler Wirtschaftspolitik liegt Korn- und Brotver- theuerung völlig fern. Man fordert Schutz der nationalen Arbeit, um die deutsche Industrie und die deutsche Landwirthschaft in den Stand zu setzen, den inländischen Markt zu decken und sich vom Auslande unabhängig zu machen. Das ist eine innere Angelegenheit Deutschlands, die Herrn Witte gar nichts angeht.
Parlamentarisches.
Reichstag.
a. Berlin, 26. Februar.
Am Bundesrathstisch: Kriegsminister v. G o ß l e r, sowie Vertreter des bayerischen, württembergischen und sächsischen Kontingents.
Der Reichstag begann heute bei wiederum schwach besetztem Hause aber stärkerem Andrang zu den Tribünen die zweite Lesung des Militäretats.
Der Etat balanzierte nach den Ansätzen der Regierung in Ein- und Ausgaben mit 597 Millionen. Die Budgerkammission schlägt vor 6 Millionen Mark zu streichen.
Die Berathung wurde eingeleitet durch einen Vortrag des Referenten Abg. Graf Roon stouf.) über die Berathungen der Budgetkommission.
Als erster Redner nahm sodann das Wort
Abg. Görber (6.): Auf die Duellangelegenheit in Köln zurückkommend, wünscht Redner den Wortlaut des Kaiserlichen Erlaßes über das Duell kennen zu lernen. In Köln sei durch die Frage des Bczirks- kommandanten die Annahme zum Offizier ausdrücklich davon abhängig gemacht worden, ob der Aspirant sich verpflichte, im gegebenen Falle ein Duell anzunehmen. Diese Auffassung scheine auch im Mörchinger-Fall Vorgelegen zu haben. Es sei ein unhaltbarer Zustand, daß das Duell ehrengerichtlich vorgeschrieben werde, während das Strafgesetzbuch es verbietet. Gleiches Recht für alle; nicht nur für andere soll das Duell verboten sein, sondern auch für das Heer.
Kriegsminister v. Goßler: Was den Kölner Fall anbetrifft, so feien die Schuldigen bestraft worden. Nach der Cabinetsordre vom 16. Juni 1895 und einem weiteren Erlaß des Kaisers sei es unzulässig, die Candidaten nach ihrer Stellung zum Duell zu befragen. Zum Mörchinger Fall übergehend erklärte
PfE Unseres Manchesterthums, noch weitere Fort- (133£ Atzungen erfahren zu sollen; in einem Artikel
— Wie der „R. Z.' mitgetheilt wird, hat der Kaiser den Arbeitern der Staatswerften eine große Freude bereitet. Bisher erhielten sie am Geburtstag des Monarchen, obgleich dieser ein Feiertag ist, den vollen Tagelohn ausbezahlt. Da der 27. Januar in diesem Jahre ein Sonntag war, konnte ein Lohnausfall nicht eintreten. Nunmehr hat der Kaiser angeordnet, daß den Werftarbeitern dennoch ein voller Tagelohn für den Geburtstag nachträglich bezahlt werden soll.
— Aus der „Deutschen volkswirthschaftlichen Korrespondenz' entnehmen wir, daß vor kurzem die Handelskammer zu Sheffield eine Resolution gefaßt hat, welche für den Fall einer Erhöhung des deutschen Eingangszolles auf Stahl Gegenmaßregeln in Gestalt von Zollerhöhungen auf deutsche Biere, Weine und Tabake vorschlägt. — Solche Drohungen find billig wie die Brombeeren. Unsere Regierung wird sich dadurch nicht von einer gesunden Zollpolitik abhalten lasten.
— In der zweiten hessischen Kammer hat die Zentrums-Fraktion folgenden dringlichen Antrag eingebracht: Die Kammer wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, den Bevollmächtigten Hessecks im Bundesrathe dahin anzuweisen, daß derselbe für eine mäßige Erhöhung der land- wirthschaftlichen Schutzzölle insoweit stimmt, als dies mit den berechtigten Interessen der Industrie in Einklang zu bringen ist und das Zustandekommen der neuen Handelsverträge ermöglicht.
ll W belief, ist mithin die Einwohnerzahl in den 3l ulchten fünf Jahren um 4065113 oder 7.78 pCt.
l gavachsen. _____________
' »8 halbamtlichen „Finanzboten" sucht er den SÜ Nachweis zu führen, daß die Erhebung deS KA Ausgleichzolles für russischen Zucker eine unge- Ä rechte ist, weil dieser bei der Ausfuhr weder (13& me öffentliche noch eine geheime Prämie aus der Staatskaffe genieße. Herr v. Witte möchte B>__den Glauben erwecken, daß die russischen Zucker-
R ftämien eine Erfindung der Brüffeler Zucker
der Minister, daß dieser Fall noch nicht zum Abschluß gelangt und nicht genügend geklärt sei. Er, Redner, wolle nur bemerken, daß, wenn einer dem andern ins Gesicht schlage, er die Grenze des Unpassenden bei weitem überschreite. Er könne sich eine schwerere Beleidigung wohl nicht denken, als die, wenn Jemand einen anderen in dieser Weise in seiner Ehre verletzt. Es sei alles geschehen, um den sogenannten Duellunfug zu beseitigen. Jeder habe seine Ehre zu wahren und danach zu streben, die Ehre des anderen nicht anzugreisen. General v. d. Gröben habe das Duell in zwei Fällen für unvermeidlich erklärt: bei Beschuldigung der Feigheit, ohne daß eine Ehrenerklärung gegeben wurde, und bei thätlichen Angriffen der Person, oder moralischer Befleckung seiner Ehre oder der Familie. Das sei auch seine persönliche Ansicht.
Abg. Bebel (Soz.) meint, die Cabinetsordre vom Jahre 1897 stehe im Gegensatz zum Gesetz, das das Duell verbiete. Es genüge nicht die Bestrafung der Duellanten, die Strafe müsse auch verbüßt werden. Das 20. Jahrhundert vertrage sich nicht mehr mit einem Ehrenkodex; über den Mörchinger Fall muffe
kannt gegeben. Danach wies das Deutsche Seid) an diesem Tage eine Bevölkerung von 56345 014 Personen auf, davon sind 27 731067 »ünnlich, 28 613947 weiblich.
An dieser Reichszahl ist Preußen mit 34,5
seitens der sächsischen Heeresverwaltung in der Duellfrage ■ etwas versäumt sei. Die vom Vorredner erwähnten Soldatenselbstmorde seien auf ehrenrührige Vergehen der Betreffenden zurückzusühren.
Abg. Dr. Oertel-Sachsen (tonf.) kann sich von einer solchen rein akademischen Erörterung über die Duellfrage hier im Hause nicht viel versprechen. Der Burenkrieg beweise, daß eine gute Strategie und Taktik mehr Werth sind, als persönliche Tapferkeit. Zum Schluß legte Redner der Militärverwaltung den direkten Ankauf bei den landwirthschaftlichen Producenten dringend ans Herz.
Generalmajor v. Heeringen erwidert, daß die Ankäufe von Getreide bis 70 pCt. aus erster Hand erfolgt seien und daß die Verwaltung aus diesem Ankäufe auch Vortheil ziehe. Anfänglich habe man Schwierigkeiten mit falschen Producenten zu überwinden gehabt.
Nach weiterer unwesentlicher Debatte wurde die Weiterberathung aus Mittwoch 1 Uhr vertagt.
’ Millionen, Bayern mit 6,2, Sachsen mit 4,2, [“I S Württemberg mit 2,3- Millionen betheiligt, so auf die vier Königreiche 83,41 Prozent der Reichsbevölkerung treffen. In Großstädten, F- 1 i. h. Städten mit 100000 und mehr Einwohnern, Dosen denen es jetzt 33 im Reiche giebt — die größte
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>o bet allen Postämter!, 2L5 ML (excl. Bestellgeld). AWUlVUlfl Sonntagsbeilage: JllnstrirteS Sonntagsblatt. oz?
V I»f-ertien,gebühr: die gefbtitent Zeile oder deren Rau» 10 Pf^ qq e nm Dmck und »erlag: Joh. Aug. «och, llniversitätS-Buchbruckerei ou
«edamen: die Zeile SS Pf,. D0MlMM. ‘28 FebrillN 1901. Marbuta Markt 21. - Telephon 55
davon Berlin (1884151), die kleinste Cassel । T' < 106001) wohnen 16,47 pCt. der Reichsbe- L tilferung, nämlich 9108 814 Personen.
- . ! Da bei der Volkszählung vom 2. Dezember i ",4 1895 die Reichsbevölkerung auf 52 279001, lanZU 25661 250 männliche und 26 618651 weibliche,
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(Nachdruck verboten.)
1 Schwester Katharina.
Roman von O. Elster.
tttfl (Fortsetzung^
Kitty verbeugte fich leicht und wollte davon. 2^ „Fräulein Kitty — noch ein Wort — find - 6te - sind Sie glücklich?"
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" nächsten Augenblick von einigen Herren IZ' ich Damen ihrer Gesellschaft umringt.
~ Seltsame Frage! Weshalb sollte ich nicht _ : Mcklich sein?" Doch nun adieu, Herr von — «artfeld. Bitte, noch einen Gruß an Fritzi — v>d Ihre Eltern. Leben Sie wohl!"
Er streckte ihr die Hand entgegen, doch sie 99 i Hirn es nicht zu bemerken. Mit einer raschen — ; «endung entglitt sie ihm und eilte davon, in
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, Fest preßte er die Lippen aufeinander. „Sei E>n Mann," so halte es in seinem Herzen Wieder, „und halte wenigstens jetzt die Treue! ^ie Pflicht ist es, die fortan Dein Leben lenken »uß
Langsam wandte er sich ab, um Käthe und ufttzi zu suchen. Nach einer Zeit fand er sie, *äthe schweigend und ernst, Fritzi fröhlich Zaudernd.
"Eine Weile blickte Henniug ihr nach, wie fe einer leichtbeschwingten Schwalbe gleich durch gyn sie Reihen der anderen Schlittschuhläufer und — Ruferinnen sich hindurchwand. Dann seufzte wie aus einem Traum erwachend, tief auf.
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Hebel' „Nicht, Henning," neckte das übermüthige Mädchen den Bruder, „daS war eine Ueber- ^schuug! War Dir wohl nicht ganz ange
nehm, diese plötzliche Begegnung mit Deiner früheren Flamme?"
„Aber, Fritzi!"
„Aha, er will nicht mit der Sprache heraus! Ja, Du willst doch wohl nicht leugnen, daß Du Kitty in diesem Herbst auf Leben und Tod den Hof gemacht hast? Oh, wir alle haben es bemerkt. Und wenn Käthe nicht dazwischen gekommen wäre — wer weiß, ob nicht Kitty jetzt Deine Braut wäre Ein Faible hatte sie für meinen Bruder, Käthe, das kann ich Dich versichern. Aber Du brauchst nicht eifersüchtig zu sein ..."
„Das bin ich auch nicht im geringsten, Fritzi. Ich finde eS ganz natürlich, daß Fräulein von Weserling den Herren gefällt. Sie ist eine reizende Erscheinung."
„Ja, das ist sie, bekräftigte Fritzi. „Aber Du bist doch viel schöner, Käthe."
„Kleine Schmeichlerin!"
Henning hörte deutlich die leichte Mißstimmung heraus, die fich Käthes bemächtigt haben mußte.
„Höre nicht auf das thörichte Geschwätz," sagte er kurz. „Und Dich, Fritzi, bitte ich dringend, derartige Neckereien zu Unterlasten."
„Ei, wie empfindlich!"
„Sie sind im höchsten Grade unpastend! Wollen wir uns den schwedischen Eißlaufkünstler einmal ansehen, Käthe?" wandte er sich an diese.
„Ich glaube, es wird Zeit, daß wir heimkehren," antwortete Käthe.
„Wie Du willst — auch ich habe genug.."
Rasch entledigte er sich seiner Schlittschuhe und löste auch die Slittschuhe von Käthe-
Füßen. Dann bot er ihr den Arm, schweigend still und ernst.
Erstaunt blickte Fritzi auf die Beiden. Sollte sie wirklich eine Dummheit gemacht haben, als sie Kitty von Weferling dem Brautpaar zugeführt?
„Doch nein — Käthe war ja so verständig und Henning dachte gewiß gar nicht mehr an die harmlose Liebelei im Herbste. Dennoch fühlte Fritzi so etwas wie Gewisiens- biffe. Schweigend trottete sie neben dem Brautpaar her.
Als sie dann vor der Thür von Käthes Eltern Abschied nahmen und Henning bereits vorausgegangen war, warf fich Fritzi in die Arme Käthes.
„Liebe Käthe," flüsterte fie bittend, „habe ich Dir wehe gethan mit meinem kindischen Geschwätz? Verzeihe mir ..."
„Du hast mir nicht wehe gethan, liebe Fritzi," entgegnete Käthe freundlich. „Laß es nur gut sein — Du brauchst Dich nicht zu beunruhigen!"
Sie küßte Fritzi zärtlich und verabschiedete fich. Fritzi aber ward das bange Gefühl nicht los, daß sie eine „riesige Dummheit" begangen hatte.
8. Kapitel.
Nach einigen Tagen erhielt Herr v. Weferling für sich und seine Familie eine Einladung zu einem einfachen Diner von Oberst und Frau v. Bartfeld.
„Wahrhaftig," rief er, „hab ich doch im Drange der Geschäfte ganz vergessen, dem armen alten Freund einen Besuch zu machen! Du
hättest mich auch einmal daran erinnern können, Wanda."
Frau von Weferling zuckte die Schultern.
„Ich hielt es nicht für nöthig," entgegnete fie. „Die Verlobung des Leutnants v. Bartfeld mit diesem Fräulein Gehrmann war mir unsympathisch!"
„War geht Dich denn die Verlobung deS Leutnants an?" lachte der Landrath. „Und übrigen- — dieser Herr Gehrmann ist ein sehr reicher Mann und auch in offizielen Kreisen sehr angesehen. Er beteiligt fich mit einem großen Kapital an unseren kolonialen Bestrebungen; er hat auch zur Erbauung eines deutschen Krankenhauses in Deutsch-Südwestafrika eine bedeutende Summe gestiftet."
„WaS geht mich Afrika an!"
„Erlaube mal, Wanda, Du brauchst Dich freilich nicht darum zu bekümmern, aber ich als Politiker — doch Einerlei! Hier handelt es sich nicht um Herrn Gehrmann, sondern um meinen alten Freund den Oberst, und ich denke, wir nehmen die Einladung an."
„Gilt diese Einladung auch mir, Papa?" fragte Kitty.
„Allerdings, mein Schätzchen," erwiderte der Landrath scherzend. „Oder willst Du streiken?"
Einen Augenblick dachte Kitty allerdings daran irgend einen Grund vorzuschützen, die Einladung ablehnen zu können. Doch dann hätte ja Henning von Bartfeld erst recht ver- muthen können, daß sie si ch seine Verlobung gekränkt fühlte! Mit einer leicht trotzigen Geberde warf fie den hübschen Kopf zurück.
(Fortsetzung felgt.)