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Es ist dies ein schmachvoller Zustand, dem alsbald ein Ende gemacht werden muß dadurch, daß wir Amerika unbedingt zum Abschlüsse eines Handelsvertrags zu bringen verstehen. Hierbei wird uns neben der Drohung, Amerika die Meistbegünstigung zu entziehen, der erhöhte Getreidezoll und zwar die Erhöhung deS Zolles auf Weizen, der vorwiegend aus der Union zu uns kommt, sehr gute Dienste leisten.

Umschau.

Post und Polen.

Zur Beleuchtung dessen, was die polnische Anmaßung der deutschen Postverwaltung zuzu- muthen sich erdreistet, theilt der Graudenzer Gesellige" folgende Proben mit aus dem Werke von Dr. NadworSkiLudnosc polska w Gru- sach ZacLodnich (Polnische Bevölkerung in Westpreußen) Warschau 1899, auf welches auch Justizrath Wagner aus Berlin in seinem jüngst in der Versammlung der Ortsgruppe des hie­sigen Ostmarkenvereins gehaltenen interasianten Vortrage Bezug nahm:

Was bedeutet: 1) Grugziadz, 2) Gdansk, 3) Tczew, 4) Gniew, 5) Sztum, 6) Malborr, 7) Elblag, 8) Swiecie, 9) Wf-jberowo, 10) Sopoty, 11) W islonjscie, 12) Pszczolki, 13) Skarszewy, 14) Koscierzyna. 15) Chojnice, 16) P.la, 17) Szscecinek, 18) Bydgoszez, 19) Kwidzyn, 20) Radzyn, 21) Kiszpork, 22) Prabuty, 23) stankowo 24) Suez ? Auflösung des RäthselS: 1) Graudenz, 2) Danzig, 3) Dirschau, 4) Mewe, 5) Stuhm, 6) Marienburg, 7) Elbing, 8) Schwetz, 9) Neustadt Westpr., 10) Zoppot, 11) Weichselmünde, 12) Hohenstein (!), 13) Schöneck, 14) Berent, 15) Könitz, 16) Schneidcmühl, 17) Neu­stettin, 18) Bromberg, 19) Marienwerder, 20) Rehden, 21) Christburg, 22) Riesenburg, 23) Riesenwalde, 24) Rosenberg.

Man sollte meinen, auf derartige Heraus­forderungen wäre die allein richtige Antwort der bestimmte Befehl an alle Postbehörden, unter keinen Umständen Sendungen mit der­artig verhunzten rein deutschen Ortsnamen zu befördern. Aber man scheint die etwaige Ver­zögerung in der Bestellung ans dem Wege über die staatlichen Uebersetzungsstellen schon für eine hinreichende Sühne zu halten. Was es übrigens mit dieser Verzögerungsstrafe auf sich hat, dazu schreibt dieDtsch. Ztg." :

Am 10. Februar, 67 Uhr Nachm. ist in Posen eine Postkarte mit folgender Adrcsie an uns aufge­geben worden: Redakcya doGazeta Niemka Berlin in Ulica Wilhelmowka 9. Diese Karte ist Tags darauf zwischen 3 und 41/» Uhr Nachmittags an uns abge­liefert worden. Die Verfpätung ift also kaum zu rechnen. Daß wir eine Postkarte erhalten haben mit ausgedehnter lateinischer Adressirung in cicero- nischem Latem und einer deutschen Uebersetzung der Posener Uebersetzungsstrllr, erwähnen wir nur neben­bei, um desto kräftiger auf folgendes polnische

Adeesfirungsstückchen hinzuweisen. Nach Gießen ist an einen Herrn, den wir Borosch nennen wollen, folgende Sendung aufgegeben und durch die Post ab- geliefert worden: Deutsche Reichspost. Karte pocztowa. Postkarte. Willmozny Pan. Borosz. W W W paa dobrodiej Lac (Hasja wyzsza) Ulica waltorja. Diese Karte ist zwar 6 Tage unterwegs gewesen, da sie zu­nächst 7 Briefträgern am Bestimmungsort vorgelegt ist, die nach der Handschrift den Absender ermitteln sollte» offenbar, um die Karte zurückzustellen. Da man aber die Handschrift nicht kannte, wurde die Karte an die Bromberger Uebersetzungsstelle geleitet und diese hat die polnische Bezeichnung Gießens mit Lac anerkannt und hat die Karte bestellt!--Aus

dem Hannöverschen aber haben wir einen polnisch adresstrten Brief erhalten, der direkt und pünktlich be- stellt ist ohne den Umweg über Posen!

Wenn das genannte Blatt mit beißender Ironie an diese Mittheilungen die Bemerkung knüpft, eS fehle nur noch, daß die deutschen Postämter sich alle Vierteljahre die Nachträge zum polnischen NamenSverzeichniffe deutscher Städte beschaffen, so ist daS wohl begreiflich. Bei konsequentem Fortschreiten auf diesem Wege könnten wir leicht bei der in Oesterreich so üppig in Blüthe stehenden babylonischen Sprach­verwirrung anlangen.

Die freisinnigen Helfershelfer Rußlands.

c. ImBerliner Tageblatt" ist folgende« interessante Geständniß ihres Petersburger Korrespondenten zu lesen:

Da aber jede Erhöhung des deutschen Getreide­zolls die Ausfuhr der deutfchen Industrie nach Ruß­land schädigen würde, so erwartet man hier mit vollem Recht von der Agitadion der Industriellen gegen den Brodwucher die beste» Resultate für Rußland, das mit der Wirkung des Handelsvertrages von 1894 durchaus nicht nach jeder Richtung hin zufrieden gewesen ist."

Nun werden sich Freihändler und Sozial­demokraten noch eifriger bemühen, für Rußland die besten Resultate" zu erzielen und ihnen noch günstigere Handelsvertragsbedingungen als die laufenden zu erwirke».

Dieverfassungstreuen" Sozial­demokraten.

Die sozialdemokratische Presse giebt sich in­folge der Erklärung des Ministers des Innern Freiherrn v. Rheinbaben, daß kein Sozial­demokrat als mittelbarer Staatsbeamter be­stätigt werden dürfe, weil er nicht auf dem Boden der Verfassung stehe, Mühe, die Ver­fassungsmäßigkeit der sozialdemokratischen Partei nachzuweisen. So schreibt derVorwärts", die Sozialdemokratie habe sichbisher in keinem Falle durch ihr praktisches Verhalten in Widerspruch

erfüllt hätte Sie wissen, daß Ihr Vater selbst wünschte, ich sollte bei ihm bleiben . ."

Gewiß und er sowohl als wir alle sind Ihnen von Herzen dankbar."

Nicht so, Herr von Bartfeld! WaS ich that, that ich sehr gern. Und außerdem ich halte es für die Pflicht eines jeden Menschen, da zu helfen, wo er eS vermag. Bor Allem aber ist eS unsere Pflicht als Frau ..."

Die Pflicht der Frau man spricht jetzt nicht mehr so ost davon, sondern viel öfter von dem Recht der Frau."

Wo Rechte, da find auch Pflichten! Und die erste Pflicht der Frau ist. . ."

Sie stockte und erröthete leicht.

Nun Fräulein Käthe? Die erste Pflicht der Frau ist"

Glücklich zu machen"

Ah, Fräulein-Käthe ..." er wollte ihre Hand ergreifen, doch sie entzog sw ihm und fuhr leise fort:Nicht so, wie die Herren der Schöpfung eS sich meistens denken in ihrem Egoismus der Herzen»."

Auf welche Weise wollen Sie sonst Glück schaffen, Fräulein Käthe?"

Kann die Frau nicht auch auf andere Weise glücklich machen, al» nur durch ihre Liebe zu dem Manne, dem sie ihre Hand reicht? So meinten Sie es doch, Herr von Bartfeld, nicht wahr?"

Freilich -"

Nun ich fasse diesen Glücksbegriff weiter. Ich könnte mir auch den Fall denken, wo eine Frau Glück zu schaffen im Stande ist, fremdes Glück mit Aufopferung ihre» eignen Glücke»!'

DaS wäre übermenschlich!"

Es wäre echt weiblich ..."

Ich glaube. Sie stehen ziemlich vereinzelt mit dieser Ansicht da. DaS Glück ist egoistisch man kann nicht glücklich machen, wenn man selbst nicht glücklich ist! Wie wollten Sie zum Beispiel einen Mann glücklich machen, den Sie lieben"

Wenn er mich wieder liebte" eine heiße Blutwelle überflutete hier wieder ihr Gesicht und sie wandte sich ab . . .wenn er mich nicht liebt," fuhr sie dann leiser fort,indem ich versuche, sein Glück' in seinem Sinne zu be­gründe» und und doch lassen Sie un« von etwa» Anderem sprechen. £» ist wahrlich eine seltsame Wendung, welche unser Gespräch genommen hat."

Und doch bitte ich Sie, fortzufahren" bat Henning weich.

Ich glaube, Ihr Bater ist erwacht ..."

Sie erhob sich; doch jetzt ergriff er ihre Hände und hielt sie mit sanfter Gewalt zurück.

Fräulein Käthe", fagte er mit innigem Tonfall in der Stimme, hören Sie mich noch eine Weile an. Wir haben unS in diesen Wochen der Schmerzen und der Leiden näher kennen gelernt, als es meistens bei Mann und Frau der Fall ist, die sich sonst nur bei gesell­schaftlichen Veranstaltungen treffen. Ich glaube, wir dürfen deshalb offen und ehrlich zu einander sprechen . . . Ihre Theorie von Glück ist groß und edel, aber, Fräulein Käthe, ich fürchte, sie hält vor den Wünschen und Hoff­nungen vor der Sehnsucht der eingenen Herzen» nicht ftanb-M :

folgt.)

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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg

Kirchhai«.

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noch 2247 Tonnen

. n: noch 2247 Tonnen.

«Ni Anders liege» die Verhältnisse für die Ver- iae» sS*en Staaten und für Rußland. Unser Ab- (1224 h nach beiden Ländern ist ungefähr gleich groß

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(1225 I.

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teig, «gehörig aufgebauschte, angeblich zu erwartende) rotvertheuerung der Einführung eines höheren

lauten:Werden wir mit einem höheren etreidezoll neue, günstige Handels- >rträge bekommen?"

mdwirthschaftlichen Erzeugnissen, die Union »gegen bereits mit einer großen Menge in- istrieller Produkte, mit Halb- und Ganzfabri-

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nb und Oesterreich-Ungarn. Oesterreich hat ! Eetreidelieferant nur noch in Bezug auf nfte Bedeutung; seine Weizenaussuhr nach Deutschland ist stetig gesunken und betrug 1899

* Zur Frage der Neugestaltung unseres Zolltarifs

demDogtländischen Anzeiger" aus Plauen, Up aus industriellen Kreisen, eine Aus- sung zugesandt, die in vielen Punkten sehr " ' aus der wir darum

ie vor 50 Jahren haben, einen Aufschlag tbeit, so ist der Lärm groß . . .

An und für sich steht die (jedenfalls ganz

koten. Demzufolge hat Rußland ein unverändert hohes Interesse am deutschen Getreidezoll, wo­hingegen sich die Vereinigten Staaten veranlaßt sehen, auch auf die Gestaltung der deutschen Jndustriezölle Werth zu legen.

Die Grundlage der russischen Getreidepro­duktion ist der Roggen, de»n dessen Ernte­ertrag beziffert sich im Jahresdurchschnitt auf 256 Millionen Hektoliter, während der des Weizens nur 99 Millionen Hektoliter beträgt. Da Rußland mit seiner Ueberproduktion an Roggen fast ausschließlich auf Deutsch­land angewiesen ist, so muß es darnach trachten, sich den deutschen Markt aus alle Fälle zu erhalten. Entnahm doch Deutschland im Durchschnitt der letzten sechs Jahre 77l/g Prozent seines von auswärts zu beziehenden Roggenbedarfs von Rußland. Hier­aus ergiebt sich aber auch, daß das Nachbarland einen bedeutenden Konkurrenten auf dem deut­schen Roggenmarkt nicht besitzt.

Eine mäßige Zollerhöhung wird auf Ruß­land nicht erregend wirken können, wenn dieses Land nur nicht ungünstiger gestellt wird, als andere Produzenten, zumal sich der Getreideverkehr über die Grenzen durch verhältnißmäßig kleine Zolldifferenzen erwiesener­maßen nicht allzu sehr beeinflussen läßt, sondern weit mehr von den schwankenden Ernteerträgen abhängt. Doch darf man wohl annehmen, daß eine Erhöhung des Roggenzolles ein Hinderniß für das Zustandekommen eines Handelsvertrages mit Rußland nicht bilden würde......

Den VereinigtenStaatenAmerikaS gegenüber bedürfen wir eines Mittels, um einen Druck auszuüben. Die Zollbehand­lung, die seitens der Union den Lieferanten zu theil geworden ist, kann geradezu als brutal bezeichnet werden; denn die amerikanischen Zollerhöhungen haben sich gejagt, und die Werthbestimmung der ausländischen Maaren hat an Einseitigkeit nichts zu wünschen übrig gelassen. Weniger die Zollerhöhung an sich, als das Sprunghafte, Veränderliche derselben hat zahlreiche deutsche Industriezweige in die schwierigsten Verhältnisse gebracht. Dies war infolge detz Mangels eines TarifvertzagS mög­lich. Die scharfe, willkürliche Zollpolitik be­günstigte die den Vereinigten Staaten eigen- thümliche stoßweise Entwicklung einzelner Fabrikationszweige, die wegen unserer den Amerikanern gewährten stetigen Tarife auch von uns herzustellende Artikel in solcher Menge auf unseren Markt warf, daß die amerikanische Einfuhr bereits mehr als daS Doppelte unserer Ausfuhr nach der Union beträgt.

ßung zugefandt, die m 1

|1| Men swerth erscheint und

«Nachstehendem daSWesentlichste wiedergeben:

__ Der Zoll auf Getreide kommt bei den HandelS- ertrügen mit nur drei Ländern in Be­acht : mit den Vereinigten Staaten, mit Ruß-

Siirteljährlichtr B«r»gSpr»iS: bet der Expedition 2 ML. zit-StotErpheuu UigNch auger <u. titniujcii uaa# cnn- uno yretenafl«».

bei allen Postämtern ä,25 ML (epL Bestell-eld). »'♦UlVUlH ®e«»tag0beile<e: 3U»ftrirte» 6o»»tag8b£ett.

3»hrtt»»»|ibibr: die «tfraltatt 3eüe aber bma 8te* * 10 Wt inm 4 »erlag: 3°h. Hua. »och, Universtiäts-Buchdni-kerei

«eclamea: Re «eile « Psg. D0MIll0eN0 #60111(11 1901. Marburo Markt 91. - Televbon 55

nb beziffert sich auf nicht ganz 400 Millionen anKkark. Nach beiden Ländern fetzen wir Jn- ia«-flstrieprodukte und zwar fast ausschließlich anzfabrikate ab. Diese bezahlt Rußland mit

Wenn die Schuhmacher, die Glaser, die jhloffer und eine Menge anderer Handwerker in pöthigt find, ihre Preise um zehn oder zwanzig i" er 25 Prozent zu erhöhen, weil alle ihre Maben für Löhne und Einkäufe gestiegen id, so findet man dies mit Recht ganz in der I^Kfaung. Auch wenn die Wirthe Vierzehntel- n^Mer statt Fünfzehntelgläser geben, weil sie kd» V $ren Gewerbebetrieb höhere Auslagen und iefen haben als früher, so spricht Niemand il*ne iBierwucher. Wenn aber der deutsche Bauer, ter ifen Ausgaben ganz außerordentlich gestiegen treu! ib, während seine Erzeugnisse noch die Preise

etreidezolles nicht im Wege, sondern nur, mn sie in Verbindung mit wirthschaftlich lechten Zeiten erfolgt. Es wird sich deshalb i erster Linie darum handeln, einem wirth- ttor2 glichen Niedergang vorzubeugen. Dies aber gj-jj t bei Zweck der Handelsverträge. Die Frage irf nicht so gestellt werden:Erhöhung oder H ichterhöhung der Getreidezölle?" sondern sie

ante.

88» 98

I (Nachdruck verboten.)

^Schwester Katharina.

Roma» von O. Elster.

lFortfetzrm«)

Nur eine Frage quälte ihn: ob Käthe ihn eben konnte!

An jedem Tage nahm er sich vor, eine AuS- ** rache herbeizuführen, doch es vergingen mehrere _ ochen, ehe er die entscheidende Frage stellen

II. ff-htt

19.

98t 991» 94*

301» 37»

Da traf er Käthe eine» Nachmittags allein i dem Nebengemach zum Krankenzimmer. Sie «nd am Fenster und blickte sinnend in die vtgsam und still niederrieselnden Schneeflocken toau», die mit weißer Decke alle Gegenstände vhüllten. Tief senkten die Bäume und Büsche ie im Traume ihre Zweige zur schneebedeckten rde nieder. Kein Geräusch der Weltstadt

lang in daS stille Zimmer und selbst der Ton

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kr vorüberfahrenden Wagen wurde von dem eichen Schneeteppich gedämpft.

Unbemerkt war Henning eingetrete». Eine teile beobachtete er Käthe; sie hatte beide ünde auf den Griff de» Fenster» gelegt und « Wange gegen die verschlungenen Hände ge= H«lt. Ei» ernster, fast schwermüthiger Zug 'hte auf ihrem reinen, edlen Antlitz; die dunkle leibung hob die klassische, ebenmäßige Gestalt "Nheilhaft hervor, und auf ihrem Weichen Ichblonden Haar schimmerte e» wie ei» ber= fetter Sonnenstrahl.

.Fräulein Käthe," sagte er leis».

Da schrak sie zusammen und wandte sich »m, während eine tiefe Glut ihre Wangen

überflammte. Aber in ihren grauen Augen leuchtete e» freudig auf, al» er ihre Hand er­griff und an die Lippen führte.

Ihr Vater schläft," flüsterte sie, wie ent­schuldigend, daß sie nicht bei ihm war.

So lassen Sie un» hier ein wenig plaudern Fräulein Käthe," eutgegnete er.Wir hören ja, wenn Papa erwacht. Mama ist wohl auS- gegangen."

Ja, sie wollte einige nothwendige Besorgungen machen."

Und Fritzi begleitet sie?"

.3a . . ."

Nun denn so find wir ja ganz allein," sagte er lächelnd.

Sie erwiderte nicht», sondern setzte fich an da» Fenster und nahm ihre Handarbeit wieder auf. Er nahm ihr gegenüber Platz und sah ihr schweigend zu, wie fie stickte.

Nach einer Weile erhob sie da» Haupt. Ihre Blicke trafen sich.

Weshalb beobachten Sie meine Arbeit so aufmerksam?" fragte fie mit leicht verlegenem Lächeln.

Ich stellte soeben einen Vergleich zwischen Ihnen und anderen jungen Damen au."

*Wieso?"

Run, ich meine, daß man im Leben .wenige junge Damen trifft, welche fich so selbstlos wie Sie der Arbeit und der Pflege eines schwer Kranken hingeben, der Ihnen noch dazu ver­wandtschaftlich fern steht."

Ihr Vater war stet» so freundlich und gütig zu mir, daß e» sehr undankbar von mir gewesen wäre, wenn ich seinen Wunsch nicht

36. Jahrg.