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mit dem Kreisblatt Mr die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Der südafrikanische Krieg.
Die Kriegführung der Engländer in Südafrika ist nach vielen Richtungen hin eine andere als bei den europäischen Mächten sonst. Immer neue Erscheinungen besonderer Art treten hervor. So wird jetzt gemeldet, daß Lord Kitchener sich ein eigenes berittenes Kundschaftercorps unter Führung von Mr. Colenbrander, einem der be- rüchtigsten Abenteurer und Reisläufer ganz Südafnkas, gebildet hat. Dieser Mann ist, wie die Engländer naiv berichten, dem Lord Kitchener in die Hände gelaufen und hat von diesem die Aufforderung erhalten, eine berittene Truppe zu bilden und am Kriege theilzunehmen. Bald wird man von seiner Truppe hören, die natürlich aus lauter Gesindel besteht. Offenbar soll ihre Kriegführung eine solche werden, wie gegen die wilden Eingeborenen. So handelt eine „siegreiche und ehrenvolle Armee" in der Regel nicht.
Dom Kriegsschauplatz liegen heute nur spärliche Nachrichten vor. Zu melden ist, daß die Engländer Vicksburg besetzt haben, aber Wepener den Buren überlassen mußten. Bei Hamelfontein (in der Nähe von Colesberg ist eine Burentruppe aufgetaucht. Dewet soll auf dem Marsch nach Philippstown sich befinden. Angeblich „verfolgen" ihn fünf britische Ab- theilungen. Dewet wird Wohl alle fünf an der Nase herumführen. In Transvaal soll General French den Buren einen Convoi von 50 Wagen weggenommen und 45 Buren gefangen genommen haben. Nähere Nachrichten liegen darüber nicht vor.
Sonst ist noch zu berichten, daß in Louren zo Marques die Fieberzeit mit ganz außergewöhnlicher Heftigkeit ausgebrochen ist. Die Zahl der Kranken hält sich beständig hoch. Unter den angesehenen britischen Bewohnern der Stadt find viele Todesfälle vorgekommen. Die meisten Angestellten der unter der britischen Verwaltung stehenden Eisenbahn erkrankten, und wurden auf das Hospitalschiff „Oceana" gebracht. Transportschiffe mit Kranken kommen fast täglich von Komatiport in Lourenzo
nen Versuch, den er mit den intelligentesten tndlern und den geldkräftigsten Landbesitzern 18 anderer Klaffe und anderem Stamme nicht
Kein neuer Kurs in der Polcnpolitik.
Die „Nordd. Allgem. Zeitung" schreibt: Es ist in hohem Grade auffallend, daß im Anschluß an die Reichstagsdebatte über die Postsendungen mit polnischen Adreffen von verschiedenen Blättern behauptet wurde, der Reichskanzler wolle einen neuen Polenturs einschlagen. Wir können feststellen, daß diese Behauptungen völlig haltlos sind. Als Reichskanzler, wie als Ministerpräsident ist sich Graf Bülow der Nothwendigkeit bewußt, in den Ostmarken dem deutschen Dolks- thum in der berechtigten Abwehr gegen das Ueberwuchern des politisch feindseligen Polen- thums zu Hilfe zu kommen und namentlich da einzuschreiten, wo die staatlichen Organisationen zur Förderung national-polnischer Bestrebungen mißbraucht werden sollten. Deshalb wird der Reichskanzler Fürsorge treffen, daß in der Be
aus den Augen dieser treuen deutscher inner der Arbeit nur der eine Wille blitzte: iesmal setzen wir es durch, oder —" so iff man dreierlei: Erstens, daß der von den
Wenn man hörte, wie sich bei einzelnen rten der Redner, die die Noth der Land
wettmachen könnte, und ein Staatsmann, der heute der alles negierenden Sozialdemokratie und dem unverständigen Freisinn gegenüber diese in allen Machtfragen des Staates bisher zuverlässigste Truppe von sich scheuchen würde, beginge nicht nur einen Fehler, sondern ein Verbrechen. Und drittens müßte der unbefangene Beurtheiler zugeben, daß hier der ganze Bauernstand seine Forderungen erhob, nicht nur die Großgrundbesitzer, nicht nur die Junker. Wie weit diese Forderungen über das Ziel hinausschießen, wie weit sie berechtigt oder unberechtigt find, ist eine andere Frage; aber ihre Bekämpfung durch künstliche Scheidung, durch den Trick, daß der brotwuchernde, seinem Volke das Mark aussauchende und dem armen Proletarier den letzten Bissen verteuernde Junker allein schreie und sonst Friede und Wohlgefallen wohne auf jeder deutschen Scholle, ist unehrlich. -
Marques an, dieselben werden an Bord der „Oceana" gebracht, die fast ganz besetzt ist. Auch unter den nach der genannten Stadt geflüchteten Buren ereigneten sich vielt: Todesfälle.
Wir brachten jüngst einen Privatbrief, worin geschildert wurde, wie eine Frau durch australische Waldläufer niedergeschoffen wurde. Präsident Krüger hat Bericht empfangen, daß diese Frau seine Nichte, Frau Eloff, gewesen ist.
sahen ernst und mild nnter langen dunklen Wimpern hervor. Eine leichte Röte überflutete die zarten Wangen des jungen Mädchens.
„Verzeihen Sie, wenn nicht sogleich geöffnet wurde," sagte sie mit sanfter, etwas verschleiert klingender Stimme. „Unser Mädchen ist nicht da . . ."
„Ach, Fräulein Gehrmann, das macht ja nichts," meinte lachend der Portier. „Ich bringe dem Herrn Vater ’nen neuen Mieter — Herr Oberst von Bartfeld" — setzte er würdevoll und stolz hinzu.
Das junge Mädchen errötete noch tiefer, der Oberst verbeugte sich artig. „Kann ich Ihren Herrn Vater sprechen, mein Fräulein?" fragte er.
„Mein Later ist in seinem Zimmer. Bitte hier einzutreten!"
Sie öffnete die Thür eines Zimmers und sagte: „Papa, ein Herr wünscht Dich zu sprechen." Dann ließ sie den Oberst eintreten und entfernte sich rasch.
Dor dem mit Papieren, Rechnungen und Briefen bedeckten Schreibtisch, der zwischen den beiden Fenstern des Zimmers stand, erhob sich schwerfällig die robuste Gestalt eine» in den sechziger Jahren stehenden Mannes, deffe» Toilette manches zu wünschen übrig ließ. Der graue Jacketanzug zeigte deutliche Spuren seines ehrwürdigen Alters: der Hemdkragen war nicht ganz sauber und der Shlips war zerknittert und abgenutzt. Zu diesem nachlässigen Anzuge paßten die schweren Brillantringe an den Händen des Hausbesitzers und die dicke goldene Uhrkette ganz und gar nicht.
(Fortsetzung folgt.)
Ein Freihändler über die Nothwendigkeit l a n d w i r t h sch a ft l i ch er Schutzzölle.
Lord Salisbury hat sich bereits im Dezember 1891 über die Getreidezollfrage folgendermaßen ausgesprochen:
„Nirgends in der Welt gäbe es eine Gegend unter dem 52. Breitengrade, wo man ohne Schutzzoll Getreide mit Nutzen bauen könne. Die Folge sei schließlich gewesen, daß viel Land in England brach liege, niemand aber könne diese Angelegenheit bessern, ohne den Freihandel aufzugeben."
Vielleicht äußern sich unsere Antikornzoll- Männer einmal über diese sachverständige Aus- laffung ihrer englischen Autorität.
und den spiegelblanken Parkettfußboden des Zimmers.
„Der Garten ist mir sehr gleichgiltig," entgegnete sie in ihrer ruhigen kalten Weise. „Ich liebe es nicht, den Aufenthalt im Garten mit so und so viel anderen Familien zu theilen, wie daS in diesen Mietshäusern der Fall ist. Aber die Wohnung sagt mir zu. Dieses Zimmer könnte man als Speisesaal benützen, die Zimmer vorn heraus als Gesellschaftsräume und Wohnzimmer — die Ausstattung der Wohnung ist angemeffen, nur die drei Treppen find lästig."
„Bitte, gnädige Frau," warf der Portier ein, „eigentlich nur zwei Treppen, denn das Hochpartere, wo der HauSwirth wohnt, zählt doch nicht mit."
„Nun, eS soll mir auf die eine Treppe nicht ankommen. Ich bin des Suchens nach einer Wohnung überdrüssig! Sprich mit dem Hauswirt lieber Erich, damit wir einziehen können," meinte Frau von Bartfeld.
„Willst Du nicht mitkommen, Erna?"
„Nein. Diese Verhandlungen sind mir zuwider. Ich fahre nach dem Kaiserhof-Hotel zurück und werde mit Emmi und Elfriede noch einige Besorgungen machen. Zum Diner sehen wir uns wieder, dann wirst Du ja alles Geschäftliche erledigt haben."
Sie nickte ihrem Gatten zu und entfernte sich langsam, im Durchschreiten der Räume deren Ausstattung noch einmal flüchtig musternd.
Der Oberst seufzte leise aus.
„Führen Sie mich zu Herrn Gehrmann," wandte er sich an den Portie. „Meinen Namen wiffen Sie ja, Oberst von Lartfeld."
L/4.M«Pfinden dieser Männer trafen, sich das PJO|ly$en dieser Landleute mit einer fast elemen- » Wucht dokumentierte und wenn man sah,
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Umschau.
Die Heerschau des Bundes der Landwirthe.
: Ueber die imposante Generalversammlung $ Bundes der Landwirthe werden in diesen ,gcn zweifellos wieder sämmtliche Blätter der inten' ihre Witze reißen; das ist ja die be- iemste Art, mit dieser für unsere Radikalen erfreulichen Erscheinung fertig zu werden, pngegenüber sei hier einiges aus einem Artikel fiert, den die parteilose „Tägl. Rdsch.", ein hüt, das der Forderung des 7,50 Mark-Zolls jgegentritt, über die Generalversammlung auf tunb eigener Eindrücke plaudert. Das ge- tnnte Blatt schreibt:
Es war eine imponierende Heerschau, die e Montag Mittag im Zirkus Busch vom enbe bei Landwirthe abgehalten wurde — so ich an Zahl, so einheitlich in der Stimmung
so wuchtig in der Wirkung, wie wir uns Berlin feine zweite erlebt zu haben erinnern
(Nachdruck verboten^ Schwester Katharina.
Romau von O. Elster. (Fortsetzung.!
3. Kapitel.
„Zu Befehl, Herr Oberst," entgegnete der Schuhmacher und Portier, indem er versuchte seiner gekrümmten Gestalt eine militärische Haltung zu geben. „Wenn Herr Oberst mir folge» wollen, Gehrmann ist gerade jetzt zu sprechen."
Das fünfstöckige HauS war auf das Eleganteste eingerichtet. Die Marmorstufen der Treppe waren mit dicken rothen Läufern belegt die Treppengeländer schwer vergoldet, an den Wänden befanden sich künstlerisch ausgeführte Gemälde, die Flurfenster bestanden aus werth- vollen farbigen Glasscheiben. Auf den Treppen- absätzen waren Ruhebänke aufgestellt, elektrisches Licht beleuchtete am Abend das Treppenhaus, das den Eindrck machte, als befände man sich in einem fürstlichen Schlöffe. Freilich, je höher man hinaufkam, desto einfacher wurde die Ausstattung, welche zu den Malerateliers unter dem Dach führten, das Aussehen eines einfachen bürgerlichen Hanfes zeigten. Abstr wer kam bis zu jener schwindelhaften Höhe? Frau Oberst von Bartfeld, gebotene Gräfin von Schaardorff, sicherlich nicht! Die Welt über drei Treppe» hoch war für sie nicht vorhanden.
Dor der Thür der Gehrmanschen Wohnung mußte man einige Zeit warten, ehe geöffnet wurde. Der Oberst ward schon ungeduldig, er wollte das öffnende Dienstmädchen rauh an- laffen, aber erstaunt blickte er auf die schlanke junge Dame, welche die Thür öffnete. Ein einfaches dunkles Hauskleid umschloß die hohe, jugendliche Gestalt; hellblondes gelocktes Haar floß in natürlichen Wellen auf die Schultern nieder und große, sanftblickende, tiefblaue Augen
„Herr Oberst können die Wohnung unbe- rgt nehmen. ES ist das vornehmste HauS in 1 ganzen Straße, drei Zimmer Front, vier «»er nach hinten heraus — nach dem Garten, Oberst — denn unser Hof ist schon mehr Garten, wie sich die Herrschaften gefälligst überzeugen wollen."
Mit diesen Worten öffnete der Schuhmacher- und Portier des „hochherrschaftlichen ses" auf der „vornehmsten Straße" im Berlins das breite Fenster der „Ber- Stube", aus dem man in der That einen scheu Blick über mehrere aneinander stoßende »ähnliche Höfe genoß. Die hohen Mauern Hinterhäuser warfen jedoch selbst zur Mittags- einen tiefen Schatten auf die Gärten, die rch ein finsteres, feuchtes Aussehen erhielten. Oberst von Bartfeld, der sich fest auf seinen Krückstock stützte, schien die Aussicht zu en.
-Was meinst Du, Erna," wandte er sich an e Gattin, „sollen wir die Wohnung nehmen? glaube, sie ist paffend für uns — wenn * etwas theuer — sieh »ur den hübschen en."
Jytau von Bartfeld wandte sich mit gleich- ^gem Achselzucken ab und prüfte mit ihrer ^östieligen Lorgnette die schwere Stuckdecke
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Deutsches Reich
Berlin, 13. Februar.
~ .Daily Ehronicle" weiß zu berichten, ein Mitglied des Kabinets habe erklärt, daß wahrscheinlich in kurzer Zeit die Verlobung des deutschen Kronprinzen mit der Prinzessin Eva 6_o n Battenberg veröffentlicht werden soll. Vorläufig wird man sich der Meldung gegenwärtig sehr skeptisch verhalten müssen.
— In Reichstagskreisen erwartet man aufs allerbestimmteste das Eintreffen des Zolltarifs noch im Laufe des nächsten Monats und rechnet demgemäß mit der Thatsache, daß der Reichstag schon Anfang Mai vertagt wird.
— Der Provinziallandtag der Rheinprovinz ist dieser Tage für den Emscher-Kanal eingetreten und hat die Erbauung eines Mosel- und Saarkanals für dringend geboten erklärt. Bemerkenswerth ist aus der betr. Resolution folgender Passus: -Nach der Erklärung des Herrn Reichskanzlers soll der Landwirthschaft bei den bevorstehenden Zollvertragsverhandlungen ein ausreichender Zollschutz gewährt werden. Diese Erklärung des Herrn Reichskanzlers findet die ungetheilte Zustimmung sowohl der rheinischen I n d u st r i e als auch des rheinischen Landtages. Es kann daher an- genommen werden, daß der Landwirthschaft ein solcher Zollschutz gewährt werden wird, welcher von ihr selb st als ausreichend anerkannt wird und daß dadurch die von landwirthschastlicher Seite gegen den Kanal geltend gemachten Bedenken als gehoben zu betrachten sind".
Handlung von Postsendungen mit polnischen Adreffen eine feste und gleichmäßige Praxis beobachtet wird. Unsere polnischen Mitbürger aber mögen sich in ihrem eigenen Interesse gesagt sein lasten, daß die Abneigung des leitenden Staatsmannes gegen die Anwendung kleinlicher Mittel sie nicht davor schützen wird, die harte H a n d zu fühlen, wenn sie in einer preußischen Provinz etwas anderes sein wollen, als loyale preußische Untertanen.
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Parlamentarisches.
Reichstag.
». Berlin, 12. Februar.
Der Reichstag war heute beim Beginn so schwach besetzt, daß der Präsident die Eröffnung der Sitzung eine geraume Zeit hinausschieben mußte. Die Tribünen waren dagegen stark besetzt, weil man eine China- debatte größeren Stils erwartete. Damit hatte es freilich noch gute Zeit, weil auf der Tagesordnung zunächst noch die Fortsetzung der zweiten Lesung des Reichseisenbahnetats stand. Wiederum drehte sich die Debatte um die von der Kommission vorgelegte Resolution betreffend die Herabsetzung des Gepäcktarifs und des Tarifs für die Militärurlauber. An der längeren Debatte betheiligten sich die Abgg. Hug (Centr.), Luz (Centr.), Delsor (Elsässer), Müller- Sagau (frs. Bp.), Graf Stolberg, Graf Oriola und andere, sowie der Minister v. Thielen, der letztere lehnte eine Verbilligung des Sonntagsverkehrs der
mgebilde ist und daß dieser Bund auch nicht rbt, sondern aufwächst zu einer nationalen truppe für die Schlachten der Zukunft gegen internationalen Umsturz. Und zweitens, ; man die Handelsvertragspolitik nicht ein- g vom Konsumentenstandpunkt beurteilen , nicht allein von der Warte der Preis- ng ober Preiserhöhung des Brotes und eter Lebensbedürfnisse aus, sondern daß hier tionale Fragen von so weittragender Be- Dot tun9 mit in Frage kommen, daß ihnen enüber die materiellen, so wichtig sie sind, tgtx icftreten müssen. Wenn diese Männer, von thstr. en man das Wort „königstreu und deutsch 'S in die Knochen" anwenden kann, ohne sich ” j! MI Phrase schuldig zu machen, kopfscheu und L ihrem materiellen Bestände unmöglich gemacht .e toben, so bedeutete das für den Staat
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