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mit dem Kretsölatt Mr die Kreise Marburg «ad Kirchhai«.

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Erstes Blatt

aatsmann setzen zu dürfen glaubte. Das

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Herr Graf ». Bülow faßt seine Amts-

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nahmen im Wagen neben dem Verletzten

Külow hätte, wofern er ein moderner Staats- litn wäre, für die Linke schlagen müssen.

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Schutz soll eintreten, der für die Landwirthschaft ebenso wirkt, wie für die Industrie. In diesem Sinne hat auch der Reichskanzler sich ausge­sprochen und in diesem Sinne ist es zu ver­stehen, daß die Landwirthe einen wesentlich er­höhten Schutzzoll für ihre Erzeugnisse fordern. Denn erst durch die Gewährung dieser Forder­ung wird die durch die Caprivische Wirthschafts- politik aufgegebene Gleichmäßigkeit des Schutzes für die drei großen Produktivstände Landwirth- schaft, Industrie und Handel überhaupt wieder­hergestellt.

Die letzte Rede des Herrn Grafen v. Bülow wird von den deutschen Landwirthen mit Genug- thuung und Freude ausgenommen werden und ihnen die Ueberzeugung geben, daß sie den be­vorstehenden Verhandlungen über den neuen Zolltarif mit zuversichtlichem Vertrauen ent­gegensetzen können.

-8onNi während Henning nebenher ritt.

uns- \ .E>o setzte sich der traurige Zug langsam in ic. 3® * £0ung, während in der Ferne die Musik » hüllte und das Hurrah der Menge ertönte, tz t,;«i ' dem sie den davonreitenden Monarchen

,@raf Bülow, der Agrarier",

,Graf Bülow und die Junker",Er hat sein p-j entdeckt!"Graf Bülows neueste Agrar- Me",Sie kennen ihn jetzt!" und wie die önen Ueberschriften alle lauten, die die frei-

2. Kapitel.

Schloß Weferlingen war ein großer Stein­bau in dem nüchternen Stil des Zeitalters Friedrich des Großen. In den schlesischen Kriegen Friedrichs war das frühere mittelalter­liche Schloß ein Raub der Flammen geworden und der damalige Besitzer, ein General von Weferling, hatte nicht Mittel genug gehabt, um es in seiner früheren Gestalt wieder aufbauen zu laffen. Er hatte an dessen Stelle ein weit­läufiges Gebäude auS Ziegelsteinen gesetzt, indem er zugleich aus den Steinen des früheren Schlosses die abgebrannten Stallungen des Gutes wieder errichten ließ. Wassergräben und Zugbrücken waren verschwunden, und wo sich früher Wall und Mauer erhoben, breitete sich jetzt ein weiter hübscher Park mit alten Bäumen und einem fischreichen kleinen See aus. Nur ein alter, mächtiger Thurm erinnerte noch an die frühere Gestalt und Bestimmung des festen, zur Vertheigung eingerichteten Schlosser.

Die späteren Besitzer hatten dann durch Neu und Umbauten das Schloß erweitert, und so war ein ziemlich stil, und regelloser Bau entstanden, dessen große Räume wohl allen Be­dürfnissen einer reichen Familie entsprach, aber daS Auge der Baukünstlers wenig befriedigen konnte. Dennoch machte das Schloß »um­geben von den hohen Bäumen des Parkes, der breiten Freitreppe nach dem vorderen Hofe zu, auf dessen Thorweg eine schattige Lindenallee zuführte, und der weinumrankten Veranda an einer Gartenfront, von der aus man eine hübsche Aussicht in den Park und da» flache

Kressen der Landwirthschaft zu fördern, die seit einer langen Reihe von Jahren in »irrigen, sehr schwierigen Verhältnissen be- wt".Die Fürsorge für die Landwirthschaft

so äußerte der Reichskanzler weiter nur Pflicht meines Amtes, sondern auch rfniß meines Herzens." Die deutsche Land­schaft wird dem Herrn Reichskanzlers für

Wort von Herzen dankbar sein; denn klingt denn doch ganz anders, als es früher jener hohen Stelle her in die landwirth- ftlichen Kreise hinausklang.

Schwierig, sehr schwierig in der That find Verhältnisse in der Landwirthschaft. Alle auch der deutsche Landwirth freut über den wirtschaftlichen Aufschwung, n aber der Landwirthschaft, die im Nieder- ge begriffen ist, Förderung zugesagt wird, sten" sich die Freihändler und Sozial- kraten und stellen sich, als solle etwa- echtmäßiges geschehen. Die Linke behauptet, Rede des Herrn Grafen v. Bülow lasse er- Hen, daß die Landwirthschaft erheblich be- rzugt werden soll. Das verlangt selbst derverrückteste Agrarier." Nur die cksetzung soll aufhören; ein gleichmäßiger

(Nachdruck verboten.),

Schwester Katharina.

Umschau.

* Die englischen Ovationen an unsern Kaiser

werden in einem Theile der deutschen Presse mit förmlicher Begeisterung gepriesen. Wir können gegenüber englischen Kundgebungen nur zur größten Kaltblütigkeit rathen, zumal die Berichte über dieselben recht widersprechend lauten und den Skeptizismus geradezu heraus­fordern. Glaubt man aber, die praktischen und ausschließlich auf ihren Vorteil bedachteneng­lischen Detter" würden unfern Kaiser Ovationen bereiten, wenn fie nicht die Abficht hätten, dadurch sich selbst Dienste zu leisten? Man vergesse doch nicht, wie schmählich sich dieselbe englische Be­völkerung gegen' unsern kaiserlichen Herrn be­nommen hat, als er in dem bekannten Telegramm an den Präsidenten Krüger unter dem Jubel des deutschen Volkes den Jameson'schen Raubzug gegen die Buren brandmarkte! Und doch war damals Kaiser Wilhelm ebenso der liebende und verehrende Enkelsohn der Königin Viktoria, als der er fich auch in den letzten Wochen er­wiesen hat. Also nur keine Ueberschwenglichkeit und keine Illusionen!

Der südafrikanische Krieg.

Die Engländer räumen angeblich einmal wieder mit den Buren im Kaplande auf. Reuter meldet aus Kapstadt: Wie berichtet wird, drängen die britischen Truppen den Feind in der Kapkolonie zurück, und ein ausgedehnter Frontvormarsch der Kavallerie auf beiden Flanken säubere das ganze Gelände. Unab-

lobern" ist also nach der Anschauung der .orstaiu »Händler nur derjenige Staatsmann, der haltpla [tn Herons die Landwirthschaft dem Ruin

Roman von O. Elster.

(Fortsetzung.)

Der Stabsarzt winkte mehreren Lazareth- fen, welche den Verunglückten aufhoben vorsichtig zu dem Wagen des Herrn von erling trugen.

Oberst von Bartfeld stöhnte einige Male erzlich auf, dann lag er wieder regungs­still.

A Mit Thränen in den Augen begrüßte Fräulein Weferling Henning.

«Wie schrecklich" flüsterte sie mit bebender me.Wie ich Sie bedaure . . ." Das ist ein trauriges Wiedersehen, Herr ant", fügte Frau von Weferling hinzu, man es jedoch anmerkte, daß fie nur ungern r bequemen Sitz im Wagen dem Verwundeten mte. Aber fie mußte fich in das Unver- liche schicken.

-Ich sende Euch einen anderen Wagen", der Landrath.In einer halben Stunde ? hier. Erwartet ihn dort an der Wind- e.

6in Arzt, ein Lazarethgehülfe und der Land­

in»" fühle, demehrlichen, ordentlichen b eifrigen Bestreben, mit allen Kräften die

mlui rrliner Tageblatt" verräth diese Aspirationen 1 i deutlichsten; es schreibt, daS Herz des Grafen

Londoner Versammlung über den südafrikanischen Krieg hielt. Clarke sagte: Vorerst müßten die Buren um jeden Preis aus der Kapkolonie vertrieben werden. Wenn diese unerläßliche Bedingung erfüllt ist, würde sich bald eine Möglichkeit bieten zu dem Versuch, den Krieg zu einem ehrenvollen und befriedigenden Abschlüsse zu bringen. Dies sollte indeß nicht durch das Schwert allein geschehen. Es gewähre keine Genugthuung, Englands Herr­schaft über eine Wüste geltend zu machen. England wolle nicht tine verheerte Einöde, sondern ein fleißiges ordentliches Volk beherrschen. Den Buren müßten billige und gerechte FriedeuS- bedingungen gestellt werden. Besonders interessant wird diese Rede durch eine Meldung berVoss. Ztg.", wonach verlautet Chamberlain habe kürzlich Beratungen mit liberalen Staatsmännern, wie Campbell Bannermann, Harcourt, John Morleh, über dieAenderung der ministeriellen Politik hinsichtlich des Krieges in Südafrika gepflogen. Danach sollen gleichzeitig mit einer ansehnlichen Ver­stärkung des britischen Heeres in Südafrika ge­wisse Friedensanträge im Sinne der Rede Clarkes gemacht werden, sobald das Parlament wieder zusammengetreten ist. Ferner heiße es, diesen Friedensanträgen würde die Abberufung Milners vorangehen, worauf die Liberalen an­geblich bestanden.

Zum Schluß unserer heutigen Ueberficht sei noch einer kurzen Episode Erwähnung gethan, die sich in Colombo abgespielt hat. Dort lag nämlich ein englischer Dampfer mit gefangenen Buren vor Anker; vier von ihnen ergriffen die Flucht, stürzten sich ins Wasser und suchten schwimmend ihren Feinden zu entgehen. Der Kapitän des mit abgelösten Truppen aus China heimkehrenden französischen DampfersChersson" fischte die Flüchtlinge auf und nahm sie an Bord, wo sie von den Passagieren und der Mannschaft des Dampfers mit großer Be­geisterung empfangen wurden.

y ,tierischen und socialdemokratischen Blätter p ttn anmuthigen Betrachtungen über den Trink- HAttj mch des Reichskanzlers beim Festmahle des 11III MdwirthschaftsratheS gegeben haben, sie eichnen am besten, welche Hoffnungen die Kale Linke noch immer auf den leitenden

Deutsches Reich

»erlitt, 9. Februar.

Die Verleihung des Schwarzen Adler­ordens, des höchsten, den der König von Preußen zu vergeben hat, an Lord Roberts be- stätigt sich anscheinend. Freudige Zustimmung wird diese Verleihung in Deutschland kaum finden. Es vereinigt sich da in weiten Kreisen der Bevölkerung die allgemeine Abneigung gegen den Mann,, der den Unterdrückskrieg gegen die Buren in seinem ersten Theile zu führen hatte. Es muß nun dem gegenüber darauf hingewiesen werden, daß, wenn der Kaiser seine Ernennung zum britischen Feldmarschall zum Anlaß genommen hat, eine Anzahl von Auszeich- seinem Stabe in Weferlingen gelegen und so kam denn Henning von Bartfeld, der als Ordonnanzoffizier zu Excellenz kommandirt war, in näheren Verkehr mit der der Familie des LandrathS.

Herr von Weferling liebte es, aus dem Vollen zu leben und zu geben. Ein gutmüthiger und leichtherziger Charakter, ließ er für seine noblen Passionen der Jagd und eines reichbe­setzten Tisches mehr darauf gehen, als seine Mittel eigentlich erlaubten, den Anforderungen seiner Kinder und seiner anspruchsvoll erzogenen Gattin setzte er auch nicht die erforderliche Festigkeit entgegen, sorglos lebte er in den Tag hinein, ohne sich um die Zukunft große Skrupelzu machen. Einstweilen war ja auch noch kein Grund für irgendwelche Sorge vor­handen, und die Zukunft würde schon weitere Hülfe bringen. Gastfrei bis zum Aeußersten, war der Landrath in den weitesten Kreisen beliebt und ein stets gern gesehener Gast, wie denn auch fein Haus von Gästen selten leer ward.

Auch durch die Aufnahme des verletzten Oberst von Dartfeld kam wieder viel Unruhe in das Schloß. Nicht nur daß der Oberst, sei« Diener, ein Lazaretgehülfe und ein Arzt gast­freie Aufnahme fanden, lud der Landrath auch noch Frau von Bartfeld mit ihren beiden Töchtern ein, und Henning blieb ebenfalls noch mehrere Tage all East auf Weferlingen.

_____ (Fartsetznng folgt.)

hängig von dieser Bewegung find auch die in dem südlichen Distrikt befindlichen Truppen in einheitlichem Vorrücken begriffen. Da die Flanken, wenn sie die Kapkolonie nur einiger­maßensäubern" wollen, 500 km (etwa so weit toie~ hier bis Berlin) von einander entfernt sein müßten, so würde dieserFrontmarsch" wirklich absonderlich aussehen, da auf jede 10 m 1 Reiter kommen würde!

Nachrichten von Belang liegen somit vom Kriegsschauplatz nicht vor. Unseres gestriges Telegramm, daß der Herausgeber derSouth African News in Kapstadt unter der Be­schuldigung, ein verbrecherisches und aufrührer­isches Pamphlet geschrieben zu haben, verhaftet worden ist, müssen wir nachträglich noch mit kurzem Commentar versehen. Der Herausgeber des Blattes hatte blos einen Artikel von einem englischen Offizier, der in der Londoner Wochen­schriftNew Age" im vorigen Monat erschienen war, abgedruckt. In dem Artikel war gesagt worden, der Oberstkornmandirende hätte den Truppen die geheime Instruktion ertheilt, keine Gefangenen zu machen und die Buren, welche weiße Flaggen zeigten, sollten bis auf den letzten Mann erschossen werden; der Befehl sei zweimal wiederholt worden und es könne also kein Zweifel darüber bestehen. Dieser Bericht des englischen OfficierS ist bekanntlich auch in die deutsche Presse übergegangen und hat nicht ge­ringes Aufsehen erregt, zumal kein Dementi erfolgte. Jetzt endlich bequemt sich Lord Kitchener zu der Erklärung, er habe nicht den Befehl ge­geben, keine Buren gefangen zu nehmen, und fügt hinzu, die gefangenen Buren feien stets gut und menfchlich behandelt worden, lieber den letzten Punkt läßt sich bekanntlich streiten, über den ersten wird noch eine Aufklärung nöthig fein. Wer hat denn den Befehl ertheilt, für dessen Vorhandensein mehrfache Beweise vorliegen?

Die Ankündigung, daß Lord Kitchener angesichts erneuerter Thätigkeit der Buren in verschiedenen Gegenden" 30000 Mann Ver­stärkung erhalten soll, wird von derDaily News mit der Bemerkung fommentirt, daß man jetzt viele Millionen Soldaten in Süd­afrika stehen haben würde, wenn die Ausführung der Ankündigung immer entsprochen hätte. Die Fehler der Kriegsleitung sollten doch zum Nachdenken veranlassen. Die Verlustlisten zeigten den Ernst der Lage. Ob man denn garnicht eine Politik ausdenken und immer so weiter Menschen und Geld opfern wolle?

Aufsehen erregt auch in London die Rede, die Sir Eduard Clarke, früher konservatives Unterhausmitglied, und Generalanwalt im Ministerium Salisburys, in einer konservativen

Land genoß einen behaglichen und vornehmen Eindruck. Wohlbefestigter, gediegener Reichthum schien die Grundlage dieses Sitzes zu sein, welcher Eindruck indessen etwas gestört wurde, wenn man einen Blick auf den Wirthschaftshof und in die Wirtschaftsgebäude' warf. Hatte im Schloß alles einen großen Anstrich, em­pfingen einen dort reich gallonierte Diener, wirt­schafteten in Küche und Haus zahlreiche Mägde so schien es in den Ställen und Wirtschafts­räumen überall zu fehlen, und man gewann den Eindruck, daß das, was im Schloß aufgewandt wurde, auf dem Wirthschaftshof erspart werden sollte. SGSK «#. .....

Und die Wirtschaft mu^te^gat^zu viel tn das Schloß abliefern, denn ein glänzendes Leben entfaltete fich in diesem, wenn die Familie des Landraths anwesend war oder der Landrath mit den ©einigen in Berlin weilte, was fast den ganzen Winter über der Fall war, da Herr von Weferling Abgeordneter für seinen Kreis war. Außerdem stand Ott­fried, der Sohn des LandrathS, bei den Garde- kürasfieren in Berlin und die älteste Tochter Mechtild war an einen Rittmeister der Garde­dragoner verheirathet. Zu Haus war nur noch Kitty, die eben achtzehn Jahr geworden, denn der jüngste Sohn Kurt besuchte das Kadetten­korps in Groß-Lichterfelde bei Berlin.

Während des Manövers hatte ein reges Lebes in Schloß Weferlingen geherrscht. Kein Tag verging ohne zahlreiche Einquartierung, ohne glänzende Feste, zu deren einem sogar Seine Majestät erschienen war. Die letzten Tage Hatte der kommandierende tteneral mit

von $ ichten zum Glück anders aus; er hat erklärt, oilbenl er fich mit dem Landwirthschaftsrathe, der ordneten Vertretung der deutschen Landwirthe,

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