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Statt über die Vorgänge auf dem Kriegsschauplatz verbreitet aber das „Reutersch. Bur." aus Bloemfontein vom 5. Februar die Nachricht, Pich Dewet, der Präsident der Friedens- Kommission, habe an Christian Dewet die inständige Bitte gerichtet sich zu ergeben. Auf solche inständige Bitten fällt aber Christian Dewet nicht herein.
Reliktengesetzes in überraschender Weise erledigt. Nachdem Abg. Graf Oriola Bericht erstattet hatte, wurde auf seinen Antrag beschlosien, dem Plenum zu empfehlen: „mit Rücksicht auf die vom Reichskanzler in der Sitzung vom 24. Januar 1901 abgegebenen Erklärungen und in Erwägung, daß der Weg einer allgemeinen, einheitlichen Neuregelung des Militärversorgungswesens offen bleiben muß, den vorliegenden Gesetzentwurf wegen Versorgung der Theilnehmer an der ostasiatischen Expedition und ihrer Hinterbliebenen in allen seinen Theilen zur Zeit abzulehnen."
Dieser Beschluß der Budgetkommission, der auf den ersten Augenblick überraschen muß, erscheint der gegenwärtigen Sachlage durchaus angemessen. Die Chinareliktenvorlage will den invaliden Chinakämpfern jene erhöhten Bezüge zuwenden, die der Reichstag seit Jahren, aber immer vergeblich, für die Theilnehmer früherer Feldzüge fordert. Nun hat zwar der Reichskanzler bei Einbringung der erwähnten Vorlage die Erklärung abgegeben, daß er auch die Noth- wendigkeit und Dringlichkeit einer Erhöhung der Bezüge der Kombattanten früherer Feldzüge und ihrer Hinterbliebenen anerkenne und daß dem Reichstage noch in dieser Session eine diesbezügliche Vorlage zugehen solle. Man weiß aber nicht, wie diese Vorlage aussehen wird, und ob sie nicht an diesem oder jenem Punkte schließlich scheitern muß, zumal der Reichsschatzsekretär vor einiger Zeit noch erklärte, der Jnvalidenfonds sei bankerott. Es erschien deßhalb der Kommission der Fall nicht ausgeschlossen, daß der Reichstag die erhöhten Bezüge für die Chinakämpfer in dem Vertrauen bewilligt, daß in dieser Session auch noch den Theilnehmern früherer Feldzüge zugewendet werden, daß hinterher aber die in Aussicht gestellte Vorlage an irgend einer Ecke scheitert und daß unsere Veteranen leer ausgehen. Die Kommission hat deßhalb darin sehr weise gehandelt, daß sie die Chinareliktenvorlage bis auf weiteres abgelehnt und der Regierung an- heimgiebt, statt dieses Spezialgesetzes eine'Vorlage einzubringen, die die beffere Versorgung sämmtlicher Kriegstheilnehmer, der jungen wie der alten, umfaßt.
Der jetzige Beschluß der Budgetkommisfion, der allerdings zunächst nur die Bedeutung eines Vorschlags für das Plenum hat, von diesem aber zweifellos angenommen werden wird, bedeutet also nicht eine endgiltige Versagung der den Chinakämpfern zugedachten erhöhten Fürsorge, sondern er will diese Fürsorge sichern. War das Versprechen des Reichskanzlers, war
Der südafrikanische Krieg.
Ein Ueberblick über die Lage.
Zlach allen bis jetzt vorliegenden Meldungen Kriegsschauplätze dürften im Verlaufe
„Zum Abschied, Herr Baron — oder nein — auf baldiges Wiedersehen!"
Der junge Dragoneroffizier leerte das Glas auf einen Zug, dann warf er noch einen innigen Blick auf das erröthende Antlitz der jungen Dame, grüßte nochmals und sprengte in schlankem Jagdgalopp der Anhöhe zu, auf deren Gipfel sich bereits die berittenen Offiziere um den allerhöchsten Kriegsherrn sammelten, um dessen Kritik ihrer Leistungen zu hören.
Seine Majestät waren ausnehmend zufrieden mit dem, was sie gesehen, und dankten dem kommandierenden General für die vortrefflichen Leistungen seines Armeecorps.
Dann wurde der Parademarsch befohlen und die Truppen zogen sich auf dem schon im Vorau» bestimmten Paradeplatz zusammen.
„Reiten Eie zum Oberst von Bartfeld", wandte sich der kommandierende General an den jungen Dragoneroffizier, „sein Regiment soll die Ehrenkompagnie bei der Abfahrt Seiner Majestät stellen und nach der Parade sofort zum Bahnhof von Dransleben marschieren."
„Zu Befehl, Excellenz."
Der junge Offizier ritt schnell davon. Der Auftrag war ihm sehr angenehm, war doch Oberst von Dartfeld sein Vater, dem er diesen für ihn gewiß erfreulichen Befehl überbringen konnte — ein Zeichen, daß der kommandirende General und auch Majestät mit den Leistungen des Regiments während de» Manövers durchaus zufrieden gewesen waren.
Oberst von Bartfeld ordnete gerade die Aufstellung seines Regiment», al» der junge Dragoneroffizier heransprengte.
Louis Botha und Delareh an Hand ihres lichen Nachrichten- und SpionendiensteS jede Einzelheit seiner Pläne und Absichten unterrichtet find, und der Vorstoß der Delareh'schen Buren vom Westen gegen derfontein am Gatsrand läßt darauf eßen, daß der englische Vormarsch nach en gleich zu Beginn von Seiten der Buren e energische Ablenkung erfährt.
Der rührige General French hatte das Glück, ich von Bethel eine verlassene und unbrauchgemachte 15 Centimeter-Kanone der Buren .erobern", wogegen die Transvaaler den gländern vier Transport- und Ambulanz- n fortnahmen. Im übrigen bleibt «Iso weitere Entwickelung der großen „fegenden" ation Kitcheners nach Osten abzuwarten. Dewet setzt inzwischen seinen Marsch auf Grenze der Kapkolonie ungehindert fort und d sich nach den letzten Nachrichten bereits er auf nur zu wohl bekanntem Gebiete,
Neuregelung des Militärversorgungswesens.
Unser parlamentarischer »-Mitarbeiter schreibt
uns unterm 6. November:
In der Budgetkommission des Reichstags wurde heute zunächst die Frage des China-
Marburg
Freitag. 8 Februar 1901.
Lanzen und wehende Fähnlein einen prächtigen Anblick darboten. Dann kam die Artillerie, die Rohre glänzend im Sonnenstrahl, die Pferde schäumend und schweißbedeckt, aber muthig in den Zügeln knirschend.
Adjudanten sprengten hierhin und dorthin, die Paradelinie markierend. Kommandoworte ertönten. Pferdewiehern, Waffenklirren und Hufgestamps — an beiden Seiten des Paradefeldes drängte sich eine dichte Zuschauermenge, dort, gerade dem Standpunkt Seiner Majestät gegenüber hielten die Equipagen der umliegenden Gutsbesitzer und der Honoratioren der nahen Stadt — Hurra-Rufe — Tücher- und Hüte - Schwenken, als Seine Majestät mit der schier endlosen Suite über das Feld dahinsprengte — der Monarch grüßte und winkte mit der Hand und lachend flog sein Auge über die frohbewegte Menschenmasse und die stolze glänzende Truppenschar.
Und über all dem lag die strahlende Septembersonne mit flimmerndem Glanz — und die Herzeu schlugen höher, als jetzt die Musik die Nationalhymne intonirte.
Nun kam Bewegung in die starren Truppenmassen.
Die dicht aufgeschlossenen Regimenter schwenkten gleichmäßig hin und her, die Fahne» flatterten, die Musikkorp» spielten de» alte» Regimentsparademarsch, die Trommeln rasselte» und mit dumpfem Schlag gaben die große» Pauken den Takt de» Marsches an.
(Fortsetzung folgt.)
Jotlt Ute rnar 1 nkllich Restau sie.
„Befehl von Excellenz — Herr Oberst möchten eine Kompagnie sofort nach dem Parademarsch zum Bahnhof Dransleben senden als Ehrenkompagnie bei der Abfahrt Sr. Majestät . . ."
Das verwitterte Soldatenantlitz des bereits im höheren Alter stehenden Regimentskommandeurs röthete sich vor Freude.
„Du bringst mir einen sehr erfreulichen Befehl, Henning," entgegnete er, dem Sohne die Hand reichend. „Also war Excellenz mit dem Regiment zufrieden?"
„Gewiß, Papa — es konnte ja auch nicht anders sein. Gratuliere zum Generalmajor . ." lachte Henning.
„Damit hat'S noch gute Wege, mein Junge. Wenn Du auf dem Rückweg Herrn und Frau von Weferling siehst, bestell ihnen einen Gruß."
„Zu Befehl, Herr Oberst . ."
„Na, denn auf Wiedersehen, mein Junge — und mach' Deine Sache weiterhin gut."
Henning grüßte lachenden Gesichts u»d sprengte davon. Gewiß würde er Herr» und Frau von Weferling noch einmal begrüßen, zog ihn doch sein Herz mit aller Macht nach jenem Platz, wo der Wagen WeferlingS hielt, auS dem ihm zwei tiefblaue herzige Mädchenauge» entgegengrüßten.
Der Oberst setzte sich an die Spitze seines Regiments, das in dicht aufgerückten Kolonnen dastand, des Befehl» zum Antreten harrend. Regiment schloß sich an Regiment; die Bajonette waren aufgepflanzt und glitzernd ruhte die Septembersonne auf dem glänzenden Wald der blanken Klingen.
Hinter der Infanterie formierte sich die Kavallerie, deren bunte Uniformen, blitzende
Umschau.
Der Reichskanzler und die Land- wirthschaft.
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In Berlin tagt gegenwärtig der Deutsche Landwirthschaftsrath. Dem dabei veranstalteten Festessen wohnten der Reichskanzler, ferner die Minister Dr. v. Miquel und Hammerstein, sowie Staatssekretär von Podbielski bei. Nach einem begeistert aufgenommenen Hoch des ersten Vorsitzenden auf den Kaiser toastete der erste Vizepräsident auf die Ehrengäste, insbesondere den Reichskanzler. Letzterer erwiderte dankend, indem er ausführte, er wisse sich eins mit den Mitgliedern des Landwirthschaftsraths in dem ernstlichen Bestreben, die Interessen der Land- wirthschaft zu förden, die seit einer langen Reihe von Jahren sich in einer sehr schwierigen Lage befinde.
(des Reichskanzlers) Pflicht sei es, für diesen Beruf zu sorgen, dessen Ergehen von so
vitaler Bedeutung sei für die Unabhängigkeit des Vaterlandes nach
außen, sowie seine innere Wohlfahrt. Es
werde für ihn in der äußeren wie in der inneren Politik nur eine einzige Richtschnur geben, das öffentliche Wohl, das es ihm zur Pflicht mache, Landwirthschaft, Industrie und Handel gleichmäßig zu schützen. Er werde sich niemals verleiten lassen, die Waage der ausgleichenden Gerechtigkeit zu Ungunsten des einen oder andern Theiles sich heben oder senken zu lassen. Die Sorge für die Landwirthschaft sei ihm nicht nur eine Pflicht seines Amtes, sondern auch eine Sache seines Herzens. Der Reichskanzler schloß mit einem Hoch auf den Landwirthschaftsrath und mit dem Wunsche, daß die deutsche Landwirthschaft blühen und gedeihen möge.
alpolit^e^^ und Schlachten bevorstehen. — Lord taudk^M^euer hat jedenfalls die Absicht, von der ‘ gtsache, daß der lästige Christian Dewet wieder mal „südwärts getrieben worden ist", zu
(Nachdruck verboten.)
Schwester Katharina.
Roman von O. Elster.
1. Kapitel.
.Trara — Trara — a — a!"
3» langen Tönen hallte das Signal über sonnenüberstrahlte Manöverfeld und auf
nämlich südlich von Dewetsdorp, also nur noch ca. 100 Kilometer vom Oranjeflusse und der Grenze entfernt. Im übrigen scheinen ihm keine nennenßwerthen feindlichen Detachements mehr im Wege zu stehen, und da Dewet den „verfolgenden", unglückseligen General Knox immer wieder, wie der Pudel das Wasser, abschüttelt, so ist er wahrscheinlich heute schon an der Grenze angelangt und hält seinen lange beabsichtigten Einzug in die Kapkolonie.
Damit hat Dewet wieder eine seiner meisterhaften Marsch - Operationen ausgeführt, denen die britischen „Feldherren" bisher vollständig machtlos gegenüberstanden. Nordwärts, südwärts, ostwärts und westwärts hat er dem bedauernswerthen Knox den Weg gewiesen, gerade wie früher dem ganzen Rudel englischer Generäle, die mit ihren Corps ihn umstellten, ihn hetzten und jagten, wie sie glaubten, um schließlich doch immer wieder die Genasführten zu sein. — In der Kapkolonie weiß man so gut wie in Pretoria, was das Eindringen Dewets bedeutet, und von Kapstadt wird bereits gemeldet, daß man sich den schwersten Befürchtungen hinaiebt und erwartet, daß mit dem Erscheinen des kühnen Buren - Feldherrn der Zeitpunkt gekommen sein wird, wo die Kapholländer, besonders in den nördlichen Distrikten in größerer Zahl, wenn nicht einheitlich sich offen zur Sache der Buren bekennen und die kleine Armee Dewets in außerordentlichem Umfange verstärken werden.
Somit hat der siegreiche Vormarsch Dewets nach Süden eine viel größere Bedeutung, als man in London einstweilen zuzugeben gewillt ist, und die Ereignisse der nächsten Tage in der Kapkolonie werden dies in eklatanter Weise kundthun.
Neue Nachrichten.
Lord Kitchener hat über die Thätigkeit der Buren wieder eines seiner nichtssagenden Telegramme geschickt. Nach dem Inhalt desselben treibt General French den Feind auf Amsterdam zurück. Dewet steht nördlich von Thabanchu. Seine Leute beschädigten einen Transportzug bei Pomeysidina." Ueber das Schicksal dieses Transportzuges schweigt sich aber Kitchener aus. Offenbar ist es ihm unangenehm mitzutheilen, daß die Buren wieder einmal billig zu Proviant gekommen find.
Auch über die Vorgänge in dem portugiesischen Gebiet hört man nichts Näheres. Es wird uns aus Lorenzo Marques gemeldet, daß die Eisenbahn 58 Kilometer von dort von den Buren abgeschnitten ist.
iigs-Stsdien, und es fragt sich jetzt nur, Arbeit i eiche Gegenmaßregeln die Buren mit Bezug f den sechsfachen „fegenden" Vormarsch der igländer getroffen haben. Wenn Kitchener t|e langen Wochen in Pretoria mühselig feine nbereitungen zu dem beabsichtigten großen chlage getroffen hat, so kann er versichert sein,
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ut9- jj en Schlage ein für alle Mal zu „zer- y metteru". Sechs separate Kolonnen, die k it einander in Fühlung bleiben, sollen, wie tt im Einzelnen schon gemeldet haben, von et Linie Pretoria-Johannesburg aus die Buren
Grichtrm tagUd) aufetr an itotrfiugcn naaj toonit» um» Feiertagen.
Sonntagddeilage: JllnstrlrteS Souutagöblatt. or?
Staut und Verlag: Joh. Aug. Koch, llniverfitäts-Buchdruckerei. 00 <x3Ul)iy.
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7. Fkbk ividerstehlich gegen die portugiesische Grenze Ä' ä, itütf „fegen", wobei darauf gerechnet wird, f Bll «ß die einzige Rückzugs-Linie nach Norden letsch egen des dort herrschenden Fiebers undPferde- Vurft' i ilbenS für die flüchtenden Buren-Kommandos iS ozusagen" nutzlos und nur noch mehr ver- Sou»k. ntlich ist. — Diese große kombinirte Operation
tier, auf der sie sich gerade befanden.
Offiziersruf wurde geblasen — daS war daS eichen, daß das Manöver zu Ende war und >he 27.^ sch ein strammer Parademarsch folgte. Dann shund» vgS in die Quartiere, am folgenden Tage *f der Bahn in die alten Garnisonen und dann H es: Reserve hat Ruh! Das Gesicht solches ehrlichen Burschen verklärte sich zu «em behaglichen Schmunzeln, wenn er an die rischtöpfe von Muttern daheim dachte, die * i« einigen Tagen von neuem winkten. Da : M man denn die Strapazen des letzten Mövertage» willig auf sich. Alle» hat ei» — auch die Militärzeit und daS Manöver. ^.Verzeihen, Baroneß, ich muß mich verab- veden — mein General wartet nicht".
M®er junge Dragonerosficier mit der Adjudan- ^chärpe Brust verbeugte sich grüßend Mer schlanken Mädchengestalt, die aufrecht ,dem Landauer stand, in dessen Sitz sich ein ^ier Herr und eine ältere Dame — augen- wnlid) die Eltern deS jungen Mädchens — I zurücklehnten.
, »Noch ein Glas Rüdesheimer, Herr Leutnant", 1 der alte Herr lächelnd", den grünen "*er vollschenkend.
wfitiren und sich ungestört (wie er glaubt) xr Aufgabe zu widmen, die im östlichen Trans- uvlnW ial und im Witwatersrandbezirk „umher- nd [eifenben Räuberbanden" mit einem energi-
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