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Zweites Blatt

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MU dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.

dieselbe Weise nach Kiuvan gekommen, wie die . Schließlich trafen auch noch die beiden rigeu Fahrzeuge von llgoi in Kiuvan ein, daß nunmehr sieben Kanus ihrer Insel mit Personen vereinigt waren. Sie wollten dort

Infolge vorgekommeuer »mensverwechsluuge« er- ötrt hiermit, daß ich nicht

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»ten Insel.

«uf Kiuvan befanden sich keine Weißen, die

Lerautwortlich für die Redaktion: Hans Hupfer in Marburg.

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auf den Eintritt des Westwinds warten, als aber nach Verlauf von sechs Wochen zwei Leute am Fieber starben, wurden sie ängstlich, nahmen Kokosnüsse und Wasser, soviel sie bergen konnten, und setzten Segel, trotzdem Kopfwind herrschte. Dreißig Tage sind sie aufgekreuzt, ohne Land zu sehen. Ihrem Gefühl nach mußten sie in der Hohe von Palau sein, die mitgenommene Nahrung war ganz aufgezehrt, da es aber stark regnete und fie. hier und da Fische fangen konnten, erhielten sie sich einiger­maßen bei Kräften. lieber die nächste Nähe von Land waren sie verschiedener Meinung, sie trennten sich deshalb, zwei Kanus wollten nach den Palau, vier nach den Matelotas (Ngoli), einer südlich von Pap gelegenen Inselgruppe, und das siebente nach Pap. Dieses ist dann auch nach 19 weiteren Tagen in Pap einge­troffen. Als Nahrung diente seinen Insassen schließlich ein Brei aus Wasser und Reng (einem Farbstoff, den sie nach hier verkaufen). Im Anblick von Pap beabsichtigten sie gleich nach Ugoi weiterzusegeln, und nur durch die Drohung eines der vier Männer, über Bord zu springen und an die Küste zu schwimmen, ließen sie sich zum Landen bewegen.

Die von ihnen aus den winzigen und zer­brechlichen Fahrzeugen zurückgelegte Entfernung betrügt gut über 2000 Seemeilen.

Später sind auch die vier Kanus, welche sich auf der Fahrt von den Visayas (Philippinen) nach den Karolinen von den übrigen drei ge­trennt hatten, um die Matelotas zu gewinnen, in Pap eingetroffen. Nach einer weitern Fahrt von 10, Monaten, also nach 21/, Monaten seit der Abfahrt von Kiuva, hatzjen sie die Mate­lotas erreicht und sich dort wieder erholt. Nach Verlauf einiger Zeit setzten die Kanus Segel, um in Gesellschast von drei Fahrzeugen von den Matelotas nach Pap zu fahren, das sie auch glücklich erreichten. Das vierte Kanu von Ugoi hatte geraden Kurs aus Ugoi genommen, konnte die Insel aber widrigen Windes wegen nicht gewinnen und ist dann nach Pap gekommen. Im Ganzen befanden sich 15 Männer und 3 Frauen in den Fahrzeugen, einer der Männer ist blind.

Es erschien unfaßbar, wie die Leute sich auf der ungeheuren Wasserfläche zurechtfinden konnten. Auf die Frage des Bezirksamtmanns theilten sie mit, daß sich in jedem Kanu ein bis zwei Navigateure befänden, die nach den Sternen steuerten. Von früher Kindheit an werde eine Anzahl Knaben in der Wissenschaft, sich nach den Sternen zurechtzufinden, unterrichtet. Sie Hütten später Probefahrten unter Betheiligung Kundiger zurückzulegen, und erst wenn sie diese Prüfungen bestanden hätten, würde ihnen die Führung der Kanus auf weiteren Fahrten an­vertraut. Die in Pap befindlichen Navigateure unter den Ugoi-Leuten sagten Senfft, es wäre ihnen sehr wohl bekannt, daß d:e Sterne ihre Stellungen zu verschiedenen Zeiten änderten, damit rechneten sie auch, und so lange sie Nahrung und Wasser Hütten,' wären sie ohne Sorgen wenn auch nicht nach dem ersten Ver­such,' fänden sie sich doch nach dem zweiten oder ferneren zurecht.

der Saatkrähe lasten diese für die Landwirth- schaft bedeutend nützlicher erscheinen, als die Nebel- und Rabenkrähe, denn Dr. Rörig hat den Gewinn, den die Landwirthschaft von den 1500 Saatkrähen hatte, auf 7000 Mk. berechnet.

Hochzeitsvortereitungr« im Haag. Große Menschenmasten bewegen sich schon auf den Straßen, um die Ausschmückung zu bewundern. Bürgerhäuser und Läden find aufs schönste herausgeputzt und hauptsächlich mit holländischen und mecklenburgischen Fahnen geschmückt. Be­sonders oft ist Orange vertreten; Gewinde auS Immergrün und Epheu bilden eine schöne Ab­wechslung in den bunten Farben. Ueberall hört man nur von der Hochzeit sprechen. Nach der amtlichen Festordnung ist jetzt die auf Sonnabend festgesetzte Beleuchtung wegen der Beisetzung der Königin Viktoria aufgeschoben worden. Viel ist natürlich auch von den Hoch­zeitsgeschenken die Rede. Königin Wilhelmina wird u. A. einen schönen Kasten als HochzeitS- gefchenk erhalten, der aus verschiedenen Holz­arten gearbeitet und mit weißem Atlas aus- geschlagen ist. Der Deckel zeigt ein in Gold gemaltesW" mit der Krone. Der Kasten, den ein goldener Schlüstel schließt, enthält schön geschliffene Glasflaschen mit Wohlgerüchen, die mit seidenen Bändern gebunden find. In der Fabrik, in der der Kasten hergestellt wurde, ent­stand dabei ein ordentlicher Zank; denn jedes Mädchen wollte ein Band binden, weil es sich um ein Geschenkfür die kleine Königin von Holland" handelte. Die Damen aus dem Haag schenken Königin Wilhelmina einen kostbaren Speise- fchrank mit Vasen und schönen Tisch. Auf denselben wird ein Buch gelegt, das die Unter­schriften der Geberinnen enthält. Der unter dem NamenPulchri Studio" bekannte Künstler­klub wird der Königin auch einen Speiseschrank schenken, besten Außenseite von den besten Bild­hauern gearbeitet ist, während die inneren Füllungen von den Mitgliedern des Klubs ge­malt sind.

Ei« interesfimter Prozeß ist in Stolp an­gestrengt worden. Ein Schüler des dortigen Gymnasiums, der Sohn eines MajorS, ver­unglückte vor längerer Zeit beim Turnen, indem der von ihm zum Hochsprung benutzte Stab zusammenbrach, als er gerade auf der Höhe des Sprunges war. Der Sturz hatte einen doppelten Bruch des einen Oberarmes zur Folge. Der Vater forderte nun von der Stadt Ersatz der Kurkosten in der Höhe von 291 Mk. Die Stadt fühlt sich aber zur Zahlung nicht verpflichtet, da nach Ausage deS Magistrats be­züglich der Geräte alles geschehen ist, um Un­glücksfälle zu verhüten. Da auch nach Ansicht des konsultirten Rechtsanwaltes die Sache für die Stadt nicht aussichtslos ist, soll eine rechtliche Entscheidung herbeigeführt werden. Sollte die Stadt wider Erwarten verurtheilt werden, so gedenkt sie den betreffenden Turnlehrer regreß­pflichtig zu machen. Auf den AuSgang deS Prozesses darf man gespannt sein.

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Vermischtes

Ist dir Krahr rin schädlicher Vogel? Seit Jahren besteht unter Land- wie Forstleuten ein Zwiespalt in der Anschauung darüber, ob der Schaden, den die Krähen, und namentlich die Saatkrähen, der Landwirthschaft zufügen, größer ist, als der Nutzen. Es ist klar, daß je nach der Gegend und der Jahreszeit und der Art der Krähe, die Urtheilc auseinandergehen müssen. Um die Frage nach dem Nutzen und Schaden der Krähen unter gewissen Gesichts­punkten mit einiger Bestimmtheit zu beant­worten, hat Regierungsrath Dr. Rörig die Ver­breitung der Krähen in Deutschland und ihre Bedeutung für die Landwirthschaft zählwifsen- schaftlich zu ermitteln gesucht und das Ergebniß feiner Sammelforschung in denArbeiten aus der Biologischen Abtheilung für Land- und Fvrstwirthschaft am kaiserlichen Gesundheits­amte" veröffentlicht. Danach beträgt die Gesammtzahl der Krähen in Deutschland 2x/2 Millionen Stück; Norddeutschland aus der gleichen Fläche mehr als die doppelte Zahl von Nestern als Süddeutschland. Diese un­geheure Menge von Krähen kann ja, wenn sie statt der niederen Thierwelt sich die Saaten zum Futterplatz ausfucht, der Land­wirthschaft beträchtlichen Schaden zufügen, namentlich in denjenigen Gegenden, wo Krähen horstmäßig nisten. Um über die Nahrung der Vögel ein klares Bild zu bekommen, hat Dr. Rörig um Zusendung frisch geschossener Krähen aus ganz Deutschland gebeten. Es sind bei ihm 3259 geschossene Nebel - und Rabenkrähen eingegangen, deren Mageninhalt er untersucht und den Befund dann nach be­stimmten Zeitabschnitten (Winter-, Frühjahrssaat­zeit, Sommer-, Herbstsaatzeit) gesichtet hat. Da­nach bilden im Durchschnitt 57 v. H. der Nahrung der Nebel- und Rabenkrähe Pslanzenstoffe. DerAntheil der Fleischnahrung wechselt mit den Jahreszeiten, von 1526 v. H. (der Rest sind Steine). Wegen ihrer Fleischnahrung ist die Nebel- und Rabenkrähe nützlich und schäd­lich ; von diesem Theil ihrer Nahrungsaufnahme hat jedoch die Landwirthschaft den alleinigen Nutzen, den Schaden die Jagd; mancher junge Hase und manches Rebhühnergelege fällt den Krähen zur Beute. In seiner Gesammtberech- nung des Nutzens und Schadens der Nebel- und Rabenkrähe kommt Dr. Rörig zu dem Ergebniß, daß die eingesandten 3259 Krähen einen Schaden von etwa 47000 Mk. und einen Nutzen von 50 000 Mk., also der Landwirthschaft einen reinen Nutzen von 3000 Mk. brachten.

An Saatkrähen waren ihm 1204 Stück zugegangen. Diese Krühenart nährt sich im allgemeinen mit denselben Stoffen wie die anderen, doch waren an ihrer Nahrung nur 46,9 v. H. Pflanzenstoffe betheiligt. In der Mäusevertilgung liefert sie bedeutend weniger als die Raben und Nebelkrähe, dagegen frißt sie viel mehr Kerfe u. dergl. (22:8,3). Die Saatkrähen fchädigen hauptsächlich das Sommer­getreide, während die Nebel- und Rabenkrähen die Wintersaaten mitnehmen. Dr. Rörigs Berechnungen über den stutzen und Schaden

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~;7t Heber märchenhafte Kanufahrten der Einge- nit ptut* auf den Karolinen berichtet der deutsche irksamtmann Senfft in Pap im amtlichen Hlonialblatt". Am 29. Juli 1899 traf in an der Ostküste der Insel Pap gelegenen e Eatschbar ein mit vier Leuten bemanntes u aus dem Westen kommend ein. Senfft sie mit dem Häuptling von Eatschbar ürntn und stellte Folgendes fest:

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10 ** Sonntag, 3 Februar 1901.

Rach dem Taifun am 10. bis 11. November 9, der die Ugoi-Leute auf ihrer Fahrt nach il (liegt etwa 270 Kilometer östlich von ) überraschte und die Kanuflottille zer- te, sind nach einigen Tagen fünf Fahrzeuge Jt zusammen 32 Personen, darunter eine Frau Ä ein Kind, wieder in Ugoi eingetroffen. Es tz bald daraus ein Kanu nach Fais abgesegelt, m Erkundigungen nach dem Verbleib der j-53 ik^n etwa 120 Verschollenen anzustellen, Tu!)- km nach kurzer Zeit sechs weitere Kanus von eustadt! ÜW folgten. Diesen Kanus ist es widrigen $i,be6 wegen nicht gelungen, Fais zu erreichen, _ ebenso wenig wie sie nach Ugoi zurückzukehreu Küche: stmiochten. Sie haben dann versucht, Pap zu n, und als sie auch damit kein Glück hatten, chten sie, die Palau-Inseln zu gewinnen, effen erfolglos. Nach verschiedenen Hin- mb Herkreuzen beschlossen sie, da ihnen Nahrung auSging, immer weiter ch Westen zu segeln, in der Hoffnung, auf ie Philippinen zu stoßen. Diesmal hatten sie lück, vier Kanus erreichten eine angeblich zu LisahaS (dem Mittlern Theil des Philippineu- ipelS) gehörende Insel Kiuvan; die andern ihn KanuS waren durch den starken Wind m ihnen getrennt worden und landeten auf er andern, ihnen dem Namen nach nicht be-

kutisch bin.

.Meine Wohnung befindet OjWj! R nach wie vor

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