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Sl,rte!jährlichgr Bezugspreis: bei der Expedition a ML, bei allen Postämtem 2L6 ML (epi. Bestellgeld).

Inlertiovbgebühr: big gespaltene Zeile «der deren Kan» 10 Pfg, Reelavun: die Zeil, 96 $fg.

Marburg

Sonnabend, 2. Februar 1901.

Erscheint täglich super an LLernuzen nach «sonn» und Feiertagen. SouutagSbeilage: JllustrirteS Louutagsdiatt.

Druck and Verlag: Joh. Ang. Koch, llniverfitätS-Buchdruckerei Marbura Markt 21. Telephon 55

36 Jahrg.

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Weitzel

die Nachbarschaft von Shanhaikwan würden von rionalen Truppen besetzt bleiben müssen, solgmdc Bedingungen erfüllt sind. Erstens mühte M beweisen, daß es Willens und sähig fei, Frieden Ostmung in der Provinz Tschili aufrecht zu er- md alle Missionare, sowie die anderen Aus­wirksam zu schützen. Zweitens müßte die Re­erklären, in welcher Weise sie das Gold die Zahlung der Entschädigungen zu beschaffen ; die alsdann vorgeschlagene Methode müßte Migunc; der Mächte finden. Im weiteren der Brief, während der Uebergangszeit müßten Mationale Truppen in folgenden Stationen itat: 2000 Mann in Peking zum Schutze der ptionen, etwa 6000- Mann im Bezirk Tientsin, i und Taku, 1500 Mann in Shanghaikwan, kleine ngen in sieben Stationen längs der Eisenbahn in der Militärstation am Peiho. Die Städte

Bestellungen

die Monate Februar und März auf die Ierhefsifche Zritnirg" nebst ihren en werden von unserer Expedition

arkt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch - in und Neustadt, sowie von allen Post- kalten und Landbriefträgern entgegen-

!, Matou und Tungchau würden bis zur kimung von Chili besetzt und die provisorische Re- : mmg in Tientsin während der Uebergangszeit in .. raft bleiben/

In einem andern Schreiben sagt Graf Waldersee, 6 Tientsin eine Besatzung von 1500 Mann haben - Ite, während zwischen den Häfen und Peking in qm Zwischenxäumen kleine Besatzungen vertheilt » ! üb»n sollten. Gras Waldersee empfiehlt, daß nur bbben einer Nationalität an jeder Station Bel­ebung finden und daß das Kommando über die ye Streitkraft von den interessirten Nationalitäten «sich der Reihe nach übernommen werden soll.

Die Wirren in China.

(7~ ßine in London eingetroffene Pekinger Depesche a .Laffans Bureau' vom 29. Januar besagt, vf'Waldersee habe den Gesandten seinen Plan cbie Räumung Pekings seitens der inter- ionalen Truppen unterbreitet. Das Schreiben

.Ehe ein Wechsel unternommen werden kann, wird chinesische Regiernng zum mindesten dazu schreiten jsm, die im Friedensvertrag verzeichneten Be- J ngen zu erfüllen. Ich glaube, daß für diesen die von Mitgliedern des diplomatischen Korps gte thatsächliche Bestrafung der Schul­en, sowie das Versprechen, den verschiedenen be- igten Regierungen die von ihnen geforderten iegsentschüdigungen zu zahlen, genügen de. Wenn diese Bedingungen erfüllt find, dürfte liTÜA Zurückziehung der Streitkräfte von Peking und ,R'ingfU erfolgen. Gleichzeitig könnte die Zahl der j auf Pen in Tschili herabgemindert werden. Es werde »tz y vor März wegen des Zustandes des Flusses und ,.s, sowie bei dem Mangel an Transportmitteln »glich sein, die Truppen einzuschiffen. Tientsin

(Nachdruck verboten.)

j k Forsthaus Eulenruf.

| j St deutsche Familiengeschichte von L. M. Paul.

II I (Fortsetzung.)

Im Forsthause hatte man an dem Gebrauche gehalten, den Tag von Olgas einstigem Auf- kßl toen als deren Geburtstag zu betrachten. Illi Sne Schmälerung der Weihnachtsfeier selbst * ffbtde dem Kinde und später der Jungfrau SMorgen des 24. Dezember ein Geburts- isch aufgebaut und so geschah es auch ml.

Nachdem Olga dem Hausgebrauch gemäß Vorabend dieses Tages ihr Giebelstübchen r als sonst aufgesucht hatte, richtete Frau filde im Wohnzimmer, welches die fleißige tr am Morgen immer zuerst betrat, um Frühstück zu bereiten, den Geburtstagstisch und legte die Geschenke zurecht, welche man >as Pflegetöchterchen eingekauft hatte.

Nachdem auch die Eltern ihr Schlafgemach 'sucht, schlich Hans noch einmal nach dem azimmer, um unter den Geschenken ein iert zu verstecken. Er fühlte, daß er die der Ungewißheit nicht länger mehr ertragen e> daß er die Entscheidung herbeiführen ohne jedoch den Muth zu finden, der ibten sein übervolles Herz auszuschütten, 1 fragen, ob sie sein angebetetes Weib bn wolle. Er hatte sich ausgerafft, und

Graf Waldersee telegraphirte aus Peking am 31. Januar: Die Kolonnen Hofmann und Auer seien ohne Zwischenfall zurückgekommen, da die Räuber durch einen vorzüglichen Nach­richtendienst rechtzeitig gewarnt worden find.

Umschau.

Zur Getreidezollfrage.

Gegenüber den Ausführungen derNat.- Ztg." zu der Eetreidezollfrage, daß die Regierung in Preußen und im Reiche nicht durch die Majorität gedeckt werde, sondern eine selbst­ständige Verantwortlichkeit habe, betont die Berl. Corresp.", daß es Niemand beikomme, dies zu bezweifeln. Der Hinweis auf die Majorität sei erfolgt, um die Inkonsequenz der Oppositionspreffe zu kennzeichnen, die stets eine Majoritätspolitik fordere. Die Sache liege so: Der Entschluß der Regierung, eine Zollerhöhung vorzuschlagen, ist nicht auf das Vorhandensein einer Mehrheit hierfür zurückzuführen, sondern die Regierung ist entschlossen, wie Bülow er­klärte, auf jdie Gewährung einer Zollerhöhung hinzuwirken. Für die Durchführung dieses Ent­schlusses sei eine starke Mehrheit vorhanden. Die Presse der äußersten Linken fordert, daß die Regierung ihren Entschluß aufgiebt und den Kampf gegen diemit ihr übereinstimmende" Mehrheit aufnimmt. Der Artikel schließt:Es scheint ausgeschlossen, daß die Regierung irgend eines Staate? einer derartigen Forderung ent­spräche , deren Aufstellung mindestens über­raschend wäre".

Bebel und der Tuckerbrief.

Nach mancher Richtung hin interessant und für den Abgeordneten Bebel bezeichnend ist folgende Zuschrift an dieKreuz-Zeitung" :

Nach dem Bericht Ihrer Zeitung hat der Abgeordnete Bebel in der gestrigen (29.) Reichs- tagssitzuug in seiner gewohnten derben Weise die Behauptung Stöckers über den. vermeint­lichen Tuckerbrief zu widerlegen versucht und dabei (irre ich nicht, nun schon zum zweiten Male) geäußert:als ich selbst in England Recherchen unternahm, war der Bischof Tucker tobt und die Testamentsvollstrecker erklärten, sie gäben nichts aus den Akten heraus." Wer wohl in England dem Bebel dies Märchen aufgebunden haben mag? Und wenn Bebel die Erklärung aus dem Munde der Testaments­vollstrecker selbst erfahren haben will, dann nun dann mag Bebel für seine Aussage selber die richtige Bezeichnung wählen. Den letzten Brief von meinem Freunde Tucker erhielt ichvor einem halben Jahre, vielleicht daß Bebel Gelegenheit hat, den seit Jahren von ihm todtgesagten Bischof hier in Berlin zu sehen; denn er hat die Absicht,

dem theuren Mädchen den Zustand seines Herzens schriftlich klargelegt. Morgen sollte Olga Alles wissen, sie sollte auf ihrem Geburts­tagstisch seine Liebeserklärungen finden!

Die Nacht, die nun folgte, dünkte Hans unendlich lang. DasHangen und Bangen in schwebender Pein" war doch zu quälend. Er fand keiuen Schlaf, stand auf, öffnete das Fenster und ließ die kalte Nachtluft herein­strömen. Am nächsten Morgen war er der Erste im Familienzimmer. Der Kaffeetisch war aber doch schon hergerichtet. Einen Augen­blick stand Hans unschlüssig.

Ob Olga seinen Herzenserguß schon gelesen hatte? Erschielte nach dem Tisch hinüber, auf dem die Geschenke alle noch scheinbar unberührt standen. Nichts fehlte, als daS Couvert, welches er gestern hingelegt.

Nun durchzuckte ein freudiger Schreck das Herz des hoffenden jungen Mannes. Also Olga hat den Brief an sich genommen. Leise öffnete Hans die Thür zur Küche, dort sah er allerdings etwas, das ihm fast die Sinne verwirrte.

Am Herd stand Olga, sie sah nicht, daß das Kaffeewasser übersprudelte, daß die Milch schäumend und kochend über den Herdrand herabrieselte und am Boden einen kleinen, weißen See bildete. Olga las und las und schien nicht zu Ende kommen zu können. End­lich preßte sie das leise knisternde Papier an die Lippen. Nun war aber auch kein Halten

bei dieser Reise auch wieder unsere Stadt zu besuchen, wie er es bereits vor sieben Jahren gethan. Schon am 18. November 1896 gab dieKreuz-Zeitung" Mittheilung aus" einem Schreiben Tuckers, dem der Briefempfänger in Berlin das Bedauern beifügte, daß durch eine unliebsame Begegnung an der deutschen Grenze in Ostafrika dem Bischof die Möglichkeit ge­nommen war, sich über den vermeintlichen Brief an ihn, von dem er bis dahin keine Kunde hatte, zu äußern. Bebel hätte später bei der Lambeth-Konferenz im Jahre 1897 den von ihm todtgesagten Bischof über den Brief aus­fragen können. Noch einmal hat dieKreuz- Zeitung" am 3. Februar 1900 Briefauszüge über den ungemein eifrigen Bischof im Uganda­gebiet gebracht, und trotzdem erklärt ihn Bebel feit Jahren schon und noch am gestrigen Tage für tobt.

Deutsches Reich

Berlin, 1. Februar.

Wie nachträglich bekannt wird, hat der Kaiser aus Anlaß der 200jährigen Krönungsfeier dem Offiziercorps des Königs-Ulancn-Regi- ments ein Kapital von 10000 Mk. überweisen lassen. Diese Summe soll alsKaiser Wilhelmsfonds", wie ihn bereits andere Leib-Regimenter besitzen, zur Be­streitung besonderer unvorhergesehener Ausgaben Ver­wendung finden.

Der Kaiser hat dem Herzog Heinrich den er­betenen Abschied aus dem königlich preußischen Militärdienst ertheilt. Der Herzog-Regent hat den Herzog Heinrich zum General ernannt. Dem Herzog ist auch auf seinen Mittag die Entlassung aus dem mecklenburgischen Staatsverbande ertheilt worden.

Der Staatssekretär des Reichspostamts hat Vertreter des Handels und der Industrie sür Montag, den 18. Februar, zu einer Postkonferenz eingeladen, auf der u. a folgende Fragen zur Ver­handlung kommen sollen: Verhütung von Telegramm- Entstellungen , Vorkehrungen gegen das Hineingleiten von Briesen in Streifbandsendungen, Aushändigung von Geldbeträgen unter 400 Mark an erwachsene Familienmitglieder des Bevollmächtigten, gleich­mäßiges Format für Briefe und die Post-Checksrage.

Parlamentarisches.'

Reichstag.

a. Berlin, 31. Januar.

Vor schwach besetztem Hause wurde heute die zweite Lesung des Etats des Reichsamts des Innern fortgesetzt.

Der Ausgabetitel 4000 Mk. zur Förderung der Hochseefischerei gab Anlaß zu einer Erörterung über die Art, wie die Hochseefischerei ferner besser gefördert werden könne. Staatssekretär Graf Pofa- dowsky gab auf die diesbezüglichen Anregungen der Abgg. Träger und P a ch n i ck e (frf. Vg.) und des Fürsten zu Inn- und Knyphausen die Er­klärung ab, daß am 1. Mai ein Dampfer ausgerüstet werden solle, um die Frage der Schonreviere näher zu studieren. Beim Ausgabe-Titelzur Förderung des Absatzes landwirthschaftlicher Erzeugnisse 50000 Mark" gab Abg. Frhr. v. Wangenheim (Bund

mehr. Ungestüm riß Hans bie Geliebte an seine hochschlagende Brust unb küßte ben rothen Kirschenmunb. Weiter kochte bie Milch unb brodelte bas Wasser in bem Kessel. Die. Glücklichen merkten es nicht. Sie fuhren erst' auseinanber, als eine vor Rührung bebenbe Stimme an ihr Ohr schlug:Potz tausend, heißt Ihr bas Kaffee kochen?"

Olga flog bem Pflegevater an ben Hals unb küßte ihn in überschwänglichem Glücksgefühl.

Solcher Jubel, wie am Morgen und Abend des 24. Dezember das alte Forsthaus durchzog, war, seitdem die Familie Werner dort hauste, noch nicht in diesen Räumen erklungen. Alles Trübe, da? sie durchleben mußten, war vergessen, und die frohe Hoffnung auf eine glückliche Zu­kunft lebte in den Herzen Aller. Hans fühlte sich vollauf befriedigt, er merkte jetzt erst, welch' ein Juwel er in Olga sein eigen nennen durfte, auch wurde es ihm klar, daß er durch diese Verbindung einen langjährigen Herzenswunsch der Eltern erfüllte. Das Bild Adelheids war verschwunden, die rechte Liebe war das uicht gewesen, waS er sür das kokette Mädchen em­pfunden hatte.

Gerührt hörte Hans zu, als Olga ihm gestand daß sie schon von dem Tage an, da sie erfahren, daß sie nicht seine leibliche Schwester sei, ange­fangen habe, ihn zn lieben, daß das Gefühl stärker und mächtiger geworben war, je mehr sie sich bemüht habe, cs zu verbergen. Wie echt jungfräulich, rein und kindlich das Alles von

bet Landw.) feiner Befriedigung über diesen Titel Ausdruck und hoffte, daß dieser Posten im nächsten Jahre in verstärkter Form wiederkehren werde, da insbesondere für Zwecke der Landesmelioration mehr geschehen müsse. Des weiteren polemisierte Redner gegen ben Abg. v. Siemens unb die Thäkigkeit des VereinsNordost", bie lebiglich aufreizend wirke, aber der Landwirthschast selbst in keiner Weise nütze.

Beim Titel Reichsschul-Kommission kam der Antrag Müller-Sagau zur Verhandlung, betreffend bie Einführung einer möglichst gleichmäßigen deutschen Rechtschreibung sür das Reichsgebiet. Gras von Posadowsky gab die Erklärung ab, daß die sogen. Puttkamer'sche Orthographie einer Revision unter­zogen worden sei, und daß bezüglich dieser veränderten Orthographie Verhandlungen schweben. Eine neue Orthographie auf Grund der Rechtschreibung des Bürgerlichen Gesetzbuches sei nicht beabsichtigt.

Das KapitelStatistisches Amt" wurde ohne wesentliche Debatte genehmigt und hieraus die Weiter- berathnng aus Freitag 1 Uhr vertagt.

Abgeordnetenhaus.

a. Berlin, 31. Januar.

Die Beratung des landwirthschaftlichen Etats wird fortgesetzt.

Abg. Dr. W i e m e r (freis. Volksp.) bittet, ben Titel ber außerordentlichen Ausgaben - Verstärkung des Dispositionsfonds für Prämien zu Pferderennen abzulehnen, da bie Rennen für bie Pferdezucht eine zweifelhafte Bedeutung hätten. In der Debatte traten alle Redner sowie der Landwirthschaftsminister für die Rennen als ein unentbehrliches Mittel zur Hebung der Pferdezucht ein. Der Titel wird darauf mit großer Mehrheit bewilligt. Bei ben übrigen Titeln ber außerorbentlichen Ausgaben trugen einige Abge­ordnete Wünsche von rein lokaler Bedeutung vor. Der Rest des Etats wird ohne erhebliche Debatte be­willigt; die Besprechung des HypothekenbankwesenS soll später erfolgen.

Es folgt bie Berathung bes Jnstizetats.

Beim TitelMinistergehalt" fragt nach einigen Bemerkungen ber Abgg. Hölle (nl.) und Schmitz (Ceutr.) Abg. Peltafohn (frf. Vp.) an, warum die jüdischen Rechtsanwälte bei ber Ernennung zu Notaren oft übergangen werben. Justizminister Schönstedt erwidert, daß nicht das Interesse ber fonturrirenben Rechtsanwälte, sondern das Interesse ber Bevölkerung für ihn maßgebend sei Er verweist auf den hohen Prozentsatz der jüdischen Rechtsanwälte und Notare in Berlin, denen ein viel geringerer Prozentsatz der jüdischen Bevölkerung gegenübersteht. Die Bevölkerung wolle mit christlichen Notaren verkehren, lieber die Gründe der Nichtanstellung entscheide er in jedem einzelnen Fall nach Pflicht und Gewissen. (Lebhafter Beifall rechts und im Centrum.) Abg. Dr. Barth (frf. Vg.- meint, diese Erklärung des Ministers stehe im Widerspruch mit ber Verfassung. Dem Wunsche bes Abg. Faltien (Ctr.) auf Vermehrung ber gericht­lichen Dolmetscher unb ber Gerichtsfchreiber in Ober­schlesien tritt ber Minister bei.

Darauf vertagt sich bas Haus. Nächste Sitzung Montag 11 Uhr cKanalvorlage).

Nachbem bas G eha 11 bes Staats­sekretärs Grafen Posabowsky bewilligt, macht sich berVorwärts" barüber luftig, daß der Reichs­tag 12 lange unb bittere Tage darum streiten mußte. Bezeichnend ist dabei bie Statistik ber Redner in diesenStrafsitzungen"; es zeigt sich, daß bie zusammen vierzig Mitglieder zählenden freisinnigen Fraktionen zunächst hinter der 57 Mann starken Sozialdemokratie kommen, denn sie haben in ber Debatte 13 Redner vvrgeschickt, die Sozialdemokraten

den rothen Lippen floß! Mit heimlichen Ent­zücken betrachtete Hans seine schöne Braut. Ein Kleinod von seltenem Werth hatte er mit ihr gewonnen.

HanS trat am 2. Januar sein neues Amt an, das ihm bereits nach vier Monaten desenitiv übertragen wurde. Am Johannistage 1868 wurde die Hochzeit gefeiert, zu welcher Justiz­rath Böttcher persönlich, wie er einst versprochen, mit einer kostbaren Gabe erschien. Nach dem solennen Mahle brachte der joviale Herr einen Toast auf das junge, glückliche' Paar aus, der ganz dazu angethan war, die allgemeine Heiter­keit zu erhöhen. Der Justizrath verrieth der fidelen Hochzeitsgesellschaft, daß er längst geahnt habe, wie es in dem Herzen der reizenden Braut aussehe. Schon während der Gerichtsverhand­lung sei es ihm ausgefallen, daß das kluge Fräulein Olga etwas verberge, nämlich die Liebe zu ihrem Hans. Begleitet von dem Jubel der Gäste trug er sodann ein selbstverfaßtes Gedicht vor, in demHerz und Schmerz, Sonn' und Worin', licht und nicht" sich auf einander folgten. Riesiger Beifall lohnte den Sprecher.

Im Forsthause wurde es nun recht still und einsam.

Tas junge Paar fiedelte nach wenigen Tagen in das neue vorzüglich eingerichtete Heim über. Das Glück wohnte dort, und schien sich dauernd hier niedergelassen zu haben.

(Fortsetzung folgt.)