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«tt dem Kreisölatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Wo Se. Majestät der
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Bergehen gegen die Gesetze direkt ausreizr
Derurtheilte als Märtyrer feiert, wird man
Damit hat es die Centralstelle mit dem Freisinn total verdorben. Was hilft den Freihändlern eine Vereinigung, die sachlich zu arbeiten bestrebt ist? Agitiren soll sie, die Freihandelsphrase soll sie in Kurs nehmen und die — ach, so heiß ersehnte — „Antikornzoll-Brwegung" endlich auf die Beine bringen! Nun wird man aber in der Bevölkerung hoffentlich gewahr werden, wie wenig Anhang die großspurigen Herren Barth und Konsorten hinter sich haben; man wird auch begreifen, weshalb die Freihändler immer flehentlicher die Socialdemokratie bitten, sie doch nicht auch noch im Stiche zu laffen.
Neue Enttäuschung für die Freihändler.
Recht dunkel ist — so schreibt die „Freis. " — die Natur der sogenannten Central- für Vorbereitung von Handelsverträgen". Kurzem war die „Natur" jener Vereini- im Freisinn nicht zweifelhaft; denn sie e direct als eine freihändlerische angesehen,
erdings aber hat auch die „Centralstelle" nt, daß sich in der Praxis nach den Frei- mdelsideen nicht Politik machen läßt und in Punkten, und zwar in hauptsächlichen nttrn, sich von-der Manchesterdoctrin entfernt.
tzirrtrijährlich.r Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk„ bei allen Postämtern SLS MI. (erd. Bestellgeld).
Znf.rtisu,gebühr: di. gesxaltwe Zeile oder deren Ron» 10 gfc Rerlamev: di» Zeil» LS Pfg.
Der „Vorwätts"-Artikel vom 18. Januar über die 200-Jahrfeier sei mit Recht als eine Gemeinheit bezeichnet worden.
1 also nicht „zu lau" ausfallen dürfe. Der ttalsekretär erklärte demgegenüber, „die kalstelle sei nicht berufen, agitatorisch zu
Marburg
Dienstag, 29. Januar 1901.
Parlamentarisches.
Reichstag.
a. Berlin, 26. Januar.
Bei sehr schwachem Besuch setzte der Reichstag heute die zweite Lesung des Etats des Reichsamts des Innern beim Titel: Gehalt des Staatssekretärs fort.
Erster Redner war der Abg. Hitze (Ctr), der die Angriffe der Sozialdemokraten auf die sozialpolitische Stellung des Centrums zurückwies. Gerade die Sozialdemokratie habe bei ihrer absolut ablehnenden Haltung zum Christenthum keine Berechtigung, die christlichen Gewerkvereine abfällig zu kritisieren.
Abg. Stadthagen (Soz.) meinte, Religion sei Privatsache. Wenn sein Genosse Millerand als französischer Minister aijf sozialpolitischem Gebiet bisher wenig erreicht habe, so liege dies in seiner isolierten Stellung innerhalb des Ministeriums.
Abg. Stöcker (b. k. Fr.) erwidert dem Vorredner, Religion sei der Sozialdemokratie keineswegs Privatsache, ihr Programm sei vielmehr Atheismus, Kommunismus und Republikanismus. Was den Vorwurf mit dem Scheiterhaufenbrief betreffe, so habe er ein gutes Gewissen. -
Die Sozialdemokratie sollte lieber von dem Brief des Bischofs Tucker reden, den Bebel erfunden habe.
Abg. Reihhaus (Soz.) verbreitete sich über die hausindustriellen Uebelstände im Meininger Lande.
Abg. Dr. O e r t e l - Sachsen (ton).) richtet erneut an die Sozialdemokratie die Frage, weshalb sie denn nicht endlich den Erfinder des Tucker-Briefes nenne.
(Nachdruck verboten.)
I Forsthaus, Eulenruf.
r Kutsche Familiengeschichte von L. M. P au l.
(Fortsetzung.)
Welche Gefühle die Brust des Angeklagten Mnd diesem, von Olga augenscheinlich mit Mr Genugthunng und aus vollster Ueber- Mg des Herzens heraus geführten Wort- M durchflutheten, welche Gedanken ihn Witterten, das läßt sich nicht in Worte
wurde auf Böttchers Antrag der Zeuge W^ied Huber nochmals vernommen, und be- F,E nun das, was wir bereits wiffen. Auch Mt sich den verschiedenen Fragen des Staats- Ms gegenüber tapfer und antwortete aus B Dorwurf, weshalb er früher und auch von der Begegnung mit dem fremden r* nichts erwähnt habe, mit den Worten: E8r sie mich danach gefragt hätten, hätte k Zleich gesagt, ich dachte aber, mer darf
das sagen, wos mer gefragt werd." W>erständlich stimmte die Aussage des An- P1«. genau mit dem überein, was er
in der Gefangenenzelle seinem Ver- Wkc gesagt hatte. Nachdem die Wirth- k^in, der Verwalter und der Dienstknecht Wüte Eulenried vernommen worden und Wrwalter unter Eid bekundet hatte, daß
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ein nach der Aussage des Angeklagten zur einstigen Derheirathung führendes Derhältniß gehabt hat, steht fest. Daß ferner die genannte Dame ein ähnliches Verhältniß mit dem Herrn v. Lublinow unterhalten hat, ist durch Zeugen nachgewiesen. Daß diese Dame sich trotz deS wppelten Verhältniffes mit einem Dritten verlobt hat, das zu beurteilen enthalte ich mich, weil sie tobt ist.
Der Angeklagte sowohl als auch Herr von Lublinow haben die Anzeige von der Verlobung erhalten. Beide sind mit demselben Zuge ge- ahren, Beide hatten das gleiche Ziel. Mein Client kam früher an, als der Andere, mein Client ist, als der Hilferuf gehört wurde,-bereits auf dem Wege zum Vaterhause gewesen, während der Andere y4 Stunde später denselben Weg gegangen ist. Daraus folgt, daß der Angeklagte zu dieser Zeit nicht mehr an jener Stelle mit Fräulein Lieber zusammen gewesen ist, also nicht die Veranlassung zu dem Sturze ins Wasser gewesen sein kann.
Allerdings ist noch nicht nachgewiesen, ob Lublinow etwa ungesehener Ohren- und Augenzeuge der lauten und erregten Auseinander- etzung zwischen dem Angeklagten und Fräulein Lieber gewesen und erst nach der raschen Ent- ernung des Nebenbuhlers hervorgetreten ist und der jungen Dame Vorwürfe über ihr Benehmen gemacht hat.
(Fortsetzung folgt.)
jjjg des Begnadigungsrechts der Krone ist •yiMii Mus zurückzuweisen. Wo Se. Majestät der
«Ut und Könia Milde oenenüber Vernrtbeilten
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man den Hilferuf 5 Minuten vor 5 Uhr gehört jatte, wurden die vorhin von dem Vertheidiger genannten und auf deffen Veranlassung an- vesenden Herren vernommeu. Was diese aus- agten, werden die Leser aus der, so weit als möglich wörtlich wiedergegebenen Rede des Ver- theidigerS ersahren.
Nach Schluß der Zeugenvernehmung stellte i)er Staatsanwalt den Antrag, die Verhandlung zu vertagen bis der von den Zeugen (genannte Lublinow ermittelt und vernommen worden sei.
Diesem Antrag wiedersprach jedoch Doktor Böttcher energisch und führte Folgendes aus:
„Hoher Gerichtshof und meine geehrten Herrn Geschworenen! Der Angeklagte hat bei allen Vernehmungen und auch heute nicht ge- eugnet, an jenem Nachmittage an der Stelle, wo die Leiche Adelheid Liebers gefunden wurde mit der jungen Dame zusammengetroffen zu sein und derselben begründete Vorwürfe gemacht zu haben, aber er hat stets versichert, sich nicht thätlich an ihr vergriffen zn haben, noch viel weniger, sie ins Wasser gestoßen zu haben, wo dieselbe^, unmittelbar nach dem Ausrufen, des Hilferufes durch die geringen Wärmegrade les Wassers in Folge Herzschlages den Tod ge- ünden hat.
Sie haben heute gehört, daß dieser Hilferuf 5 Minuten vor 5 Uhr vernommen wurde. Tie mit dem Angeklagten durch keinerlei Bande des Blutes verbundene Pflege- und Adoptivtochter
gtfer und König Milde gegenüber Derurtheilten r angebracht hielt, hat er sie noch immer rul ^«glten lassen. In einer Zeit aber, wo die ienbelffl chkte zunehmen, wo die an sich milden Straf- -j fetze häufig viel zu mild angewandt werden, ib wo eine organifirte Unterwühlungspartei
Deutsches Reich
Berlin, 28. Januar.
— Zu der Zeitungsmeldung, der Kaiser habe sich unzufrieden darüber geäußert, daß Reichstag und Abgeordnetenhaus sich nicht zum Zeichen der Trauer über den Tod der Königin Viktoria vertagt hätten, wird in den „B. N. N." bemerkt: „Wir zweifeln an der Richtigkeit dieser Mittheilung in hohem Grade. Der Kaiser ist gerade während seines jetzigen Aufenthalts in England in der Lage, festzu- stellen, daß das englische Parlament nach dem Ableben Kaiser Wilhelms I. sich ebenfalls nicht vertagt hat, während die Parlamente in Wien, Pest und Rom zum Zeichen der Theilnahme an der Trauer des deutschen Volkes sofort schlossen. In England wurde nicht einmal die festliche Begehung der silbernen Hochzeit des jetzigen Königs Eduard VII. verschoben, vielmehr fand sie am 10. März, also am Tage nach dem Ableben unseres unvergeßlichen Kallers unter Theilnahme der Königin Viktoria und aller Mitglieder der königlichen Familie statt."
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aa«1 Perur heilte als Märtyrer feiert, wird nicht darüber beklagen können, daß
,en’ !aß •einer Amnestie Abstand genommen
Abgeordnetenhaus.
a. Berlin, 26. Januar.
Das sehr stark besetzte Haus begann heute die zweite Lesung des Etats der landwirthschaftlichen Verwaltung, zu der von den beiden kanfervativen Parteien und vom Centrum eine Resolution eingebracht worden war, die Staatsregierung aufzufordern, mit größter Entschiedenheit bei Neuordnung unserer handelspolitischen Verhältnisse auf einen wesentlich gesteigerten Zollschutz hinzuwirken und dafür zu sorgen, daß baldigst der neue Zolltarif dem Reichstage vorgelegt werde. Der Antrag war gestellt worden in der Abstcht, die Regierung zu einer bestimmten Erklärung über ihr handelspolitisches Programm zu veranlassen, weil in letzter Zeit Gerüchte im Umlauf waren. des Inhalts, daß die Regierung die alten Verträge um weitere zehn Jahre verlängern wolle.
Von Dr. Barth und Gen. (frf. Vgg.) war folgender Antrag gestellt worden:
Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: die Schlußworte: der Landwirthschaft ein wesentlich gesteigerter Zollschutz zu Theil werde, und in diesem Sinne dafür zu sorgen, daß baldigst die Vorlage des in Vorbereitung begriffenen Zolltarifs an den Reichstag erfolge zu ersetzen durch die Worte: die Interessen der Allgemeinheit wahrgcnommen und nicht durch einseitige Begünstigung des in Grund und Boden angelegten Kapitals die nationale Arbeit geschädigt werde.
- , Nach Erledigung geschäftlicher Vorlagen wurde sofort in die Berathung beider Anträge eingetreten.
Abg. Dr. v. H e y d e b r a n d kvns.): Unser Antrag verlangt eine Aeußerung der Staatsregierung über ihre Stellungnahme zu den bevorstehenden Zolltarifverhandlungen. Wir erwarten, daß unsere Regierung unbedingt für Schutz der nationalen Produktion eintreten wird, und hoffen, daß uns die Regierung eine klare und bestimmte Antwort auf unsere Frage giebt. In Thronreden ist wiederholt von höchster Stelle aus die Rothlage der Landwirthschaft anerkannt worden. Wir meinen daher, die Antwort der Regierung kann nur eint zustimmende feirt. Um die Stellungnahme der Abgeordneten zu unserem Anträge vor dem ganzen Lande klar zu legen, beantrage ich namentliche Abstimmung. Gegen den Antrag Barth an sich habe ich nichts einzuwenden. Denn wir wollen keine einseitige Begünstigung des Kapitals. (Sehr richtig! rechts.) Wohl aber trennt uns von Herrn Barth und seinen Freunden eine unüberbrückbare Kluft in den Grundanschauungen über alle wirthschaftlichen Fragen Wir vertreten die Interessen der Arbeit (Lebhafter Beifall), jener landwirthschaftlichen Arbeit, die schwer zu ringen hat; wir vertreten das Recht der Arbeit, die Vertretung der Interessen der Landwirthschaft ist ein nationales Werk. (Beifall.) Der Antrag Barth ist nicht ernsthaft gemeint; er ist ein schlecht angebrachter Scherz. Ich muß gestehen, ich habe schon bessere Scherze von Herrn Barth gehört. Die Situation ist aber zu ernst, als daß wir solche Witze machen könnten. Ich beantrage daher die Ablehnung dieses Antrages Barth. Beim Abschluß der Handelsverträge vor 10 Jahren erschien sich die Landwirthschaft verrathen und verkauft. Sie hat aber ausgeharrt in dieser schweren Zeit und sich immer auf eine bessere Zukunft vertrösten lassen. Alle Reserven sind in diesen 10 Jahren aufgebraucht. Die Landwirthschaft blutet heute aus 1000 Wunden. Sie hat sicherlich Anrecht auf einen höheren Schutz. Die Regierung kann gar nicht anders handeln; sie muß ihr helfen. Ich erwarte, daß die Regierung eine solche Antwort ertheilen wird. (Lebhafter Beifall rechts.)
()es Herrn Revierförsters Werner, Fräulein Olga Werner, hat unter Eid ausgesagt, daß sie mit iiem Angeklagten V« Stunde vor dieser Zeit, 5 Minuten vor 43/4 Uhr, auf einer in der Nähe gelegenen Waldwiese zusammengetroffen sei. Die Zeugin hat ferner ausgesagt, daß sie 15 Minuten später einen ihr unbekannten Herrn gesehen hat, dessen Anwesenheit von den andern Zeugen ebenfalls nachgewiesen wurde. Der Fremde kam genau auf demselben Wege her, wie der Angeklagte, auf dem Wege, der eben an jenem Teiche vorüberführen mußte. Sie haben ron den anderen Zeugen ferner gehört, daß der- elbe Fremde am Mittag jenes Tages ein Billet ür Hin- und Rückfahrt nach A gelöst hat. Sie wissen ferner, daß der Herr von Lublinow sich eifrig um die Gunst Fräulein Liebers beworben >at. Im Weiteren hörten Sie von dem Ange- lagten selbst, und von dem Jägerburschen Gottfried Humber, der den Angeklagten im Auftrag seines Herrn vom Bahnhof zu A. ab- jolte, daß der fremde, so auffallend gekleidete ,Herr nach dem Wege zum Lieberschen Gute Eulenried gefragt hat, und daß er auf dem Wege dorthin, und von dort gesehen worden ist.
Daß der mit einem flotten Pferde fahrende Angeklagte viel früher als der zu Fuß gehende Herr von Lublinow an dem Hasenwinkel ankam, Bedarf keines Beweises. Ich will mich jeder Ansichtsäußerung über -den Charakter des Fräulein Lieber enthalten. Daß diese seit Jahren
en ist.
Unter allgemeiner Spannung nimmt sodann das Wort Ministerpräsident Graf Bülow: Namens der Königlichen Staatsregierung habe ich zu dem zur Berathung stehenden Antrag Graf Limburg und Genossen folgende Erklärung abzugeben:
„In voller Anerkennung der schwierigen Verhältnisse, in welchen sich die Landwirthschaft befindet, und von dem Wunsche beseelt, deren Lage wirksam zu verbessern, ist die königliche Staatsregierung entschlossen, auf die Gewährung eines ausreichenden und deshalb entsprechend zu erhöhenden Zollschutzes für die landwirth- schaftlichen Produkte hinzuwirken. Die königliche Staatsregierung ist ferner bestrebt, die Vorlage des neuen Zolltarifs in jeder Weise zu beschleunigen."
An diese Erklärung schloß sich eine längere Debatte,,in der der Abg. Sattler (nl.) namens eines Theils seiner Fraktion sich ablehnend zum Anträge der Konservativen verhielt, während Abg. Schmitz (C.) dafür warm eintrat.
Abg. Dr. Barth entwickelte sein bekanntes manchesterliches Programm, das jeden Zollschutz verwirft, und erklärte, daß er es sich zur Ehre anrechne, in diesen Fragen Schulter an Schulter mit der Sozialdemokratie zusammen zu gehen.
.. Abg. Frhr. v. Zedlitz (freit.) wendet sich gegen die Ausführungen des Abg. Barth. Der Antrag der Rechten sage nur, daß der heutige Zollfchutz für die Landwirthschaft nicht ausreicht. Die Regierung solle wissen, daß sie bei dem Streben nach einem höheren Zollschutz für landwirthschaftliche Produkte die große Mehrheit des Hauses hinter sich habe.
Abg. Richter (frf. Vp.) wendet sich gegen diese Ausführungen. Die sogenannten staatserhaltenden Parteien wollten vom Staate erhaltene Parteien seien. Er begreife nicht, was die Rechte mit ihrem Antrag wolle. Sie müsse doch die Freundlichkeit der Regierung gegen die Agrarier kennen. Die Vorbereitung der Handelsverträge, wie sie die Rechte betreibe, fei die denkbar schlechteste. Das Drängen der Rechten beim Zolltarif stehe zu ihrem verzögernden Verhalten zur Kanalvorlage in krassem Widerspruch.
Abg. Herold (Ctr.) bemerkt, seine Partei werde Zolltarif und Kanalvorlage getrennt von einander behandeln. Wenn der Reichstag in feiner Mehrheit für einen höheren Zollschutz sei, so gebe das sicherlich em richtiges Bild von der Volksstimmung. Auch die Industrie leide, wenn es der Landwirthschaft nicht wohl gehe. (Beifall.)
Abg. Hirsch (frf. Vp.) meint, wer das Brod ver- theuere, fei fein Arbeiterfreund. Die Erhöhung der Getreidezölle werde eine Erhöhung der landwirth- fchaftlichen Löhne nicht zur Folge haben. Man solle die Lage der Arbeiter nicht durch eine Vertheuerunq der Lebensmittel verschlechtern.
Präsident v. Kröcher ruft den Abg. Frhr. v. Zedlitz nachträglich zur Ordnung, weil er den Abg. Barth Tiefstand seines nationalen Empfindens zum Vorwurf gemacht habe.
Abg Graf Limburg-Stirum (konf.): Die Abgg. Barth und Richter haben sich eingehend mit den Gründen unseres Antrages beschäftigt. Sie ver- muthen ein Jntriguenspiel und meinen, wir verbinden Kanalvorlage und Zolltarif. Das ist keineswegs der Fall. Man macht uns zum Vorwurf, wir wollten überhaupt keine Handelsverträge. Auch das ist nicht richtig. Sie sollen nur gründlich vorbereitet werden. Auch diejenigen Landwirthe, die den Grund und Boden eit Generationen ererbt haben, leiden heute Roth. Das will doch viel sagen. Die Bemerkung, daß die Arbeiter unter höheren Zöllen besonders leiden werden, ist durchaus zurückzuweisen. Wenn Sie
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mjt g t8e Handelsverträge und Meistbegünstigung behör! Uung genommen wurde, ehrlicher Weise be- vermi 81. daß dem Meistbegünstigungssystem „einige »wana! ngel" anhaften. Was sollen nun die Frei- mziim Her mit einer solchen Resolution anfangen? Daielt au§ der Mitte der Versammlung
verkaui Widerspruch, namentlich wurde betont, daß
_ Resolution doch auch agitatorisch wirken
Erschttnt täglich auger an Weriragen maj oonn« uru> Feüruigen.
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Druck und Verlag: Joh. äug. Koch, Univerfitäts-Buchdruckerci °° -vMstg.
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Zn der letzten Versammlung der Mitglieder erwähnten „Centralstelle" hat „man" sich, i das Richter'sche Organ entrüstet hervor- L „um die Frage der Getreidezölle herum- etzerbai rückt", d. h. „man" hat es ebenso wie der lnmercienrathsverein" und der Handelstag ofott M,^Eisch richtig gehalten, nicht gegen jede -chuh, "hung der Getreidezölle sich auszusprechen.
ser hat die Versammlung in einer Resolution, der gegen den Doppeltarif, aber für lang-
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