mit dem Kreisvlatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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üt«rteljähilich»r Bezugspreis: bet der Expedition 2 ML. bei Len Poftämtem 2,25 ML (excl. Bestellgeld).
ZniertiouSgrbühr: di» gespaltme Zeile oder deren Äo* 10 Pfß, Reklamen: di» Zeil« 25 Pfg.
Marburg
Freitag, 25. Januar 1901.
Epch»int lagiut; auuti an zticrttaacn nach <oonn= und Feiertagen.
KonrnagSbktlagr: Jlluftrirtrs Sonntagsdlott. op r< n [UY1 Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Univerfitäts-Buchvruckcrei ° 1 y.
Marbura Markt 21. — Telephon 55
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Die in der ersten Zeit nach seiner Verhaft -
Die Art der Besetzung von Ptschili ist so ^entsprechend wie nur miglich. Graf [ in Schan-
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Wehe dem Armen, der dem Boxergesindel 1 die Hände fällt! Eine teuflische Ersindungs- i6e besitzt der Chinese im Aussinnen gräßlicher, r das Nervensystem der thierisch ' stumpf-
? riftoan, die als Derhindungsgted mit der MM!, ,sfischeu Macht und Bahn in de: Mandschurei ** betrachten ist, das Gebiet am Peiho, von
X, ialdersee hält außer der Abtheilmg d Uhr z hie als Berbindunosoled
l8 von Hans von Stunde zu Stunde von Tag 1 Tag gehoffte Wiederentlassung, dieser fieber- _ Zustand war, als man ihm mittheilte, _ er nach M. zur weiteren Untersuchung über- — rführt werden solle, zunächst in einen ele- — Staren Wuthausbruch, eine, viele Stunden • anhaltende Verzweiflung übergegangen,
98i aber zu einer entschiedenen Resignation
981 Morden. Den neuen Richtern, die Han! mit — 'n verschiedensten Fragen peinigten, um das 3üi ^geständniß seiner Schuld zu erlangen, brachte 361 ? binen ruhigen Gleichmuth entgegen, j hob immer wieder auf das Entschiedene hervor, $ er vollständig unschuldig sei. Allein daran ^rbte Niemand. So oft Hans auch den Sach-
Die Abtheilungen sind aus allen Verbündeten lachten gemischt; die Russen sichen haupt- ptoirpi ßfij) in Schanhaikwan. Die 2600 Mann Hen, die noch in Tientsin eincpartirt sind, erden wahrscheinlich demnächst obmarschiren.
Ilhm Ueber die Grausamkeit der Poxer ' ”atf)t in einem vom „Schwäb. Merkur
cmpfixh erden kann.
♦»• Diese haben, wie unsere gestrig Depesche lUjt eldete, mit den ersten Prälimrnarieg der Ver-
riftr mktionirt die Sache vorzüglich ind ist die mze Provinz von einem Gefühle her Sicherst durchdrungen, die für die Erfüllung der thampj plomatischen Aufgaben nicht unterschätzt
"weicht nnigen Kulis zugeschnittener Martern. So urbe_ vor kurzem einer unserer Leute! befreit, alU 3«
W habe, r aber verlacht und verspottet vrden sei, ihr sogar einige Verwünschungen , Gesicht geschleuderd habe, dann aber, 6 Ees fruchtlos war, rasch davongeeilt fei; — schüttelte nur den Kopf zu diesen Er- „»H ;^n9en, die Hans auch dem Justizrath Böttcher Dsnaz. ^erholt machte, der ihn im Lauf der nächsten k ^Nate wiederholt besuchte.
,.3n den langen Tagen und Rächte» seiner li Ä kam Hans allmählich zur Erkenntniß, 1 Irrlicht er in seiner Leidenschaft fit "dnd gefolgt. Die» und daS Dewnßtfei«,
iti "1 hefarzt des Lazareths vom Roten Kreuz in fintau (Kiautschou), folgende Mittheilungen:
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—ember 1900. Professor Dr. Küttner, zur Zeit
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Fe — Halt schildern mochte, wie er mit Adelheid
991 k?ammengetroffen, ihr heftige Vorwürfe ge-
92 !°d)t habe, von ibr aber verlacht und toerfbnttet
Forsthaus Eulenruf.
deutsche Familiengeschichte von L. Ml Pou
___z« em sie schon die Haut abzuziehen begonnen uns-nÄ lticn- Einen indischen Reiter haben sie auf "gcdr°» :e festgebunden und über seinem Kopf Nkumzoß «mit Papier überspanntes Gestell angebracht, “uStfga w welchem aus durch ein feines Loch dünner Io. ^"d auf das Gesicht des Gefesselten hmunter-
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.In B goige dieser sachgemäßen Organisation
mdluugen begonnen. i
Der schwierigste gegenwärtig zu qclebigenbe unkt ist die Zahlung einer ansreichchden Ent- )ädiguug, die eine Milliarde überschreiten Mrste und unbedingt sicher gestellt /ein muß, Üenba-Mx non dem Abzug der verbündeten Truppen 14-Uls TsMi gesprochen werden könne. .
jfu bis Peking, mit dem vorgeschtbenen Posten aotingsu, in Händen, so daß mi den 64 000 Vorst, ^n, die er unter seinem Befehl Hat, die ganze rtnnrh covinz, vor allem die Hauptstadt gesichert ist. und 4 Hl Zentrum, in Peking, befindet sich ein gsJ rittel der ganzen Stärke, etwa 21000; in h u. lat, ientsin 17 700 Mann und in Paotingfu >00 Mann. In Schanhaikwan sehen 10300 tonn, von denen nur 600 deutsche Soldaten find.
rann. Auge, Mund und Nase wurden langsam durch den rieselnden Sand verdeckt und der Arme erstickte in langem Todeskampfe. Noch viel schlimmere, wahrhaft unglaubliche Scheußlichkeiten zu schildern, sträubt sich die Feder; daß die Quälereien über 5 bis 6 Tage ausgedehnt und durch Ausreißen sämmtlicher Nägel, Haare und Zähne eingeleitet wurden, ist mehrfach vorgekommen. Ich kenne aus eigener Anschauung den Albanesen wie den Koffern; beide sind unmenschlich, aber sie sind doch nur Stümper gegen die gelben bezopften Bestien. Welch ein Unterschied gegenüber dem Krieg unter gesitteten Nationen!
Umschau.
Zur Hypothekenbank-Affaire.
Die Budgetkommission des Reichstags verhandelte am Mittwoch wieder über die Hypothekenbanken. Niederschlag der Debatte war folgende Resolution:
„Die königliche Staatsregierung zu ersuchen 1) die Staatsaufsicht bei den Hypothekenbanken insbesondere durch Ernennung von Staatskoimnissarien bei den einzelnen Instituten zu verschärfen, 2) nöthigen- falls im Wege der Gesetzgebung die Rechte der Treuhänder im Interesse der Besitzer von Hypotheken- Psandbriefen wirksamer auszugestalten."
Diese Resolution wurde in ihrem ersten Th eil mit 14 gegen 7 Stimmen, in ihrem zweiten Th eil einstimmig angenommen. Aus der Debatte ist folgende Erklärung eines Regierungsvertreters hervorzuheben: Bei der Preußischen Hypotheken - Aktienbank hat die unter Leitung des königlichen Bankinspektors stattgehabte Feststellung des Verhältnisses zwischen den Zins-Eingängen und Zins-Verpflichtungen folgendes Resultat ergeben: Die als ausreichende Pfandbriefdeckung anerkannten Hypotheken im Betrage von 322 Millionen Mk. bringen an Zinsen 13 787 000 Mk., während der gejammte Pfandbriesumlauf von 354 Mill. Mark zur Verzinsung nach Maßgabe der Emissionsbedingungen 13 760 000 Mk. erfordert. Es bleibt alfo aus jenen Hypotheken ein Ueber- schuß von 27 000 Mk. Auf das Erträgniß der von der Revisionskommission nicht anerkannten Hypotheken ist hierbei keine Rücksicht genommen, ebenso wenig allerdings auf das noch ungewisse Schicksal der bekannten streitigen 41 Mill. Hypotheken.
Das tendenziöse Verhalten der „Sozialreformer"
zeigt sich sehr deutlich in der Art und Weise, wie das führende Organ dieser Richtung, die
die einst so Heißgeliebte ohne seine Schuld für immer verloren zu haben, ließ das Bild, die Erinnerung an dieselbe mehr und mehr erblaffen.
Unablässig grübelte Hans über seine Zukunft nach, und er konnte sich der Annahme nicht verschließen, daß ihm bei mildester Beurtheilung des ihm zur Last gelegten Verbrechens eine jahrelang, entehrende Strafe bevorstand. Es mußte fast ein Wunder geschehen, sollte seine Unschuld bewiesen werden können. Oft in Stunden der Verzweiflung stieg das Bild der Eltern und der Pflegeschwester vor ihm aus er gedachte so mancher schönen Stunde, die er im Vaterhause verlebt, und eine heiße Sehnsucht nach den fernen Sieben bemächtigte sich seiner.
VII.
Für den 14. Oktober wurde die Verhandlung gegen Hans vor dem Schwurgericht angeordnet. Don den Insassen des Forsthauses war nur Gottfried als Zeuge vorgeladen. Der Förster hätte sich jedoch um keinen Preis abhalten lassen bei der Verhandlung anwesend zu sein, auch Justizrath Dr. Böttcher wünschte den Vater des Angeklagten möglichst schon am Tage vorher sehen und sprechen zu können. Der Dertheidiger verhehlte sich nicht, daß die Angelegenheit verzweifelt schlecht stand, er könnte nur mit allen Kräften dahinwirken, den Geschworenen die Auffassung beizubringen, daß die jedenfalls willenslos ausgeführte Handlung vielleicht ein Stoß, oder ein Heftiges Schieben, durch welche Adelheid rückwärts in das Wasser geraden war, im höchsten, seelischen Affect begangen sei, während HanS sich der Folgen der That nicht bewußt gewesen sei. Nur dadurch
„Soziale Praxis", die sozialpolitische Debatte bei den Verhandlungen über den Etat des Reichsamts des Innern darstellt. Es schreibt nämlich:
„Wie alljährlich, so hat sich auch diesmal im Reichstage beim Etat des ReichsamtS des Innern eine umfangreiche sozialpolitische Debatte entwickelt. Sie zeigte die erfreuliche Erscheinung, daß aus der Mitte des Hauses, insbesondere bisher von den Abgeordneten Bassermann, Roesike (Dessau) und Hitze, auf ein schnelleres Tempo in der Sozialpolitik gedrungen wurde, und daß der Staatssekretär des Innern nicht umhin konnte, verschiedene Reformen in Aussicht zu stellen. Freilich sehlte es auf der Rechten dagegen nicht an Stimmen, die, wie der Abgeordnete Dr, Oertel (Sachsen), einer baldigen Ersetzung der vielbesprochenen Bäckereiverordnung durch die an - gekündigte Verordnung über die Mindestruhezeit im Bäckereigewerbe das Wort redeten und der geplanten Verordnung über die sanitären beziehungsweise hygienischen Vorkehrungen in Backstuben mit unverhohlenem Mißtrauen begegneten, überhaupt den Schutz der Kleingewerbetreibenden als politisch werthvoller bezeichneten , als den Schutz der angeblich undankbaren Arbeitermassen. Im allgemeinen herrscht indessen im Reichstag nach wie vor eine für die Sozialreform sehr günstige Stimmung. Selbst Dr. Oertel bezeichnete seine konservativ-agrarischen Freunde als Anhänger einer „besonnenen, maßvollen und ruhig fortschreitenden Sozialpolitik", wobei allerdings der Schwerpunkt wohl mehr in der Ruhe als im Fortschreiten zu suchen ist."
Diese Darstellung bezweckt unzweifelhaft die Erweckung eines Eindruckes, als haben die Herren Bassermann und Roesicke, nebenbei wohl auch noch der Abg. Hitze, dem Staatssekretär Grafen Posadowsky die Zusage verschiedener sozialpolitischer Reformen erst abgenöthigt und als habe auch die konservative Partei sich durch das tapfere Auftreten jener Herren erst gedrungen gefühlt, sich als Anhänger der Sozialreform — und zwar wie die „Soziale Praxis" durchblicken läßt — in nicht ganz unzweideutiger Weise zu bekennen.
So tendenziös diese Darstellung ist, so falsch ist sie. Die Reformen, von denen Herr Graf v. Posadowsky sprach, sind sämmtlich solche, die bereits im Gange sind und auch ohne besonderes Drängen zur Ausführung gebracht werden sollen. Die Stellungnahme aber, die, Herr Dr. Oertel im Namen der konservativen' Fraktion skizzierte, ist die alte unveränderte sozialpolitische Stellung laut unserem Parteiprogramm. Die Konservativen, die für die Sozialreform jederzeit und schon eingetreten sind, bevor andere Leute ihr sozialpolitisches Herz entdeckt hatten, brauchen keinen Stimulus, sie huldigen nach wie vor auch dem vernünftigen und stetigen Fortschritte auf sozialpolitischem Gebiete. Von dem fortwährenden Drängen und dem Vorgaukeln unreifer Pläne, sowie von
den „Reformen" auf dem Gebiete schrankenloser Koalitions- und Agitationsfreiheit halten wir nach wie vor nichts. Dadurch wird nur immer neue Beunruhigung in unser Wirtschaftsleben getragen und der Sache der Sozialreform nicht nur nicht genützt, sondern geschadet. k.
Deutsches Reich
Berit«, 24. Januar.
— Der „Rationalzeitung" zufolge wird sich der deutsche Kronprinz zur Theclnahme an den Leichenfeierlichkeiten nach England begeben.
— Aus Anlaß des Ablebens der Königin von England flaggen die in den heimischen Gewässern befindlichen deutschen Kriegsschiffe bis zum Beisetzungstage h a l b st 0 ck.
— Die erste Bronzegruppc zum Bismarck- denkmal vor dem Reichstagshause wurde aus der Gießerei von Martin u. Piltzing nach deni Bauplatz geschafft. Das Bildwerk stellt eine auf der Sphinx ruhende Sibylle dar, eine Gewandfigur von ernster Auffassung, die sich in ein Buch versenkt. Die Gruppe erhält ihren Platz zur Rechten von Bismarck auf einem der beiden seitlich angegliederten niedrigeren Postamente. Das umfangreiche Werk ist etwa 4 Dieter lang und hat eine Höhe von 4,55 Meter. Das Gewicht beträgt etwa 100 Centner. Kürzlich hat Prof. Reinhold Begas auch die letzten Reliefs für das Denkmal vollendet.
Parlamentarisches.
Reichstag.
a. Berlin, 23. Januar.
Ter Beginn der heutigen Sitzung war dem An- denken der verstorbenen Königin Viktoria von England gewidmet.
Unmittelbar nach Eröffnung nahm der Reichskanzler Graf v. Bülow das Wort zu folgender Erklärung: Meine Herren! Nach 63 jähriger Regierung ist Ihre Majestät die Königin von England im 82 sten Lebensjahre zur ewigen Ruhe eingegangen. Während ihrer langen Regierungszeit ist die Königin Viktoria immer bestrebt gewesen, ein freundliches und friedliches Verhältniß zwischen Deutschland und England zu pflegen. Nicht nur die nahen verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen unserem Kaiserhaufe und dem englischen Königshause, sondern auch die mannigfachen wirthschaftlichen, politischen und kulturellen Interessen, welche Dentschland und England verbinden, lassen uns aufrichtigen Antheil nehmen an der Trauer des britifchen Volkes um seine ehrwürdige Herrscherin. Ich bin gewiß, den Empfindungen des hohen Hauses zu begegnen, wenn ich dieser Ihrer Theilnahme hier Ausdruck verleihe.
Präsident Graf Balle st rem: Im Anschluß an die Trauerbotschaft, welche uns soeben der Herr Reichskanzler mitgetheilt hat, nehmen auch wir vollen Antheil an dieser tieferschütternden Trauerkunde. Ich konstatiere, daß der Reichstag das Gedächtniß der verstorbenen erhabenen Fürstin stets in Ehren halten wird und an der Trauer herzlichsten Antheil nimmt. Ich bitte, mich zu ermächtigen, diese Kundgebung Sr.
könne erlangt werden, daß man den Fall als willenslos erfolgten Todfchlag und nicht als absichtlichen Mord auffasse und darnach beurtheile. Jrn günstigsten Falle würde demnach eine Ver- urttjeilung zu 3- bis 5jähriger Gefängnißstrafe kaum zu vermeiden sein. So schrieb Doktor Böttcher.
Wenige Tage vor der Abreise des Försters wurde dieser von Olga bestürmt, sie an der Fahrt nach M. theilnehmen zu lassen. Ueber- gehen wir die längeren Verhandlungen über diesen so plötzlich auftretenden Wunsch der Pflegetochter. Frau Mathilde, die sich in der Zwischenzeit so weit erholt hatte, um mit gewohnter Sorgfalt den häuslichen Beschäftigungen nachgehen zu können, unterstützte nach reiflicher Ueberlegung den Wunsch Olgas, und so fuhr Werner mit ihr und Gottfried nach M. ab. Der benachrichtigte Justizrath erwartete die Ankommenden, und fuhr mit ihnen nach dem in nächster Nähe deS Gerichtsgebäudes gelegenen Hotel, wo er für die Ankömmlinge Zimmer bestellt hatte. Hier wurde nun die traurige Angelegenheit nochmals gründlich durchgesprachen, und Justizrath Böttcher verhehlte seinen Zuhörem nicht, daß die Sache, wie er bereits geschrieben, sehr schlecht stand.
„Wenn ich auch", äußerte er wiederholt, „nachdem ich den Angeklagten persönlich lernten gelernt habe, gerne an seine Unschuld glauben möchte, der Staatsanwalt und die Richter werden es nicht thun. Die Beweise sind zu schwerwiegend. Denn es steht fest, daß die Wirth- schafterin eine» Hilferuf gehört hat, daß Herr HanS Werner »w die angegebene Zeit mit Fräulein Lieber z»fammengetroffen ist, baß er
ihr Vorwürfe gemacht hat. So greift ein Glied genau in das Andere, nichts ist da um den Angeklagten zu entlasten. Wie jener König einst in den Ruf ausbrach: Ein Königreich für ein Pferd! So möchte ich in diesem Falle sagen: Ein Königreich für eine dritte Person, die vielleicht unmittelbar nach Ihrem Sohn mit Adelheid Lieber hätte Zusammentreffen können!
Der Förster sowohl, als auch Olga hatten den Ausführungen des Justizrathes mit erklärlicher Spannung wortlos zugehört. Olga hatte sich während der letzten Worte erhoben. Auf ihren Wangen lag eine hohe Röthe, sie trat an die Seite des Sprechers, legte ihre Hand auf seinen Arm und rief:
Herr Justizrath, diese dritte Person existirt, ich habe sie gesehen!"
Als ob eine Bombe zu ihren Füßen eingeschlagen hätte, so erstarrt lauschten die Beiden Olgas Worten, aber rasch faßte der Justizrath sich wieder.
„Bitte, mein Fräulein, schnell, erzählen Sie alles!" rief er hastig.
Wie ein Blitz war Olga die Erinnerung an jene Begegnung mit dem fremden jungen Manne, der sie auf der Waldwiese nach dem Wege gefragt habe, gekommen, und in fliegender Hast erzählte sie den aushorchenden Männern jedes Wort, das damals gewechselt worden war.
„Um Gotteswillen, warum haben Sie denn davon früher nichts erzählt, in solchem Falle ist alles wichtig!" stieß der Justizrath hervor.
„Man hat mich noch nicht danach gefragt. Ich habe auch nicht eher daran gedacht, weil ich in der ersten Bestürzung und später in der ersten Sorge nm dar Schicksal des armen Hans