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Mttt dem Kreisblatt für die Kreise Marburg rmd Kirchhai«.

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Erstes Blatt.

Jten sich lange innig umschlungen.

"blich machte sich Susanne sanft los

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eine besondere Höhe erreicht haben, und umge­kehrt lehrt die Geschichte, daß gerade in den Jahren deS plötzlichen wirthschaftlichen Auf­schwunges nach dem Kriege und des sich von 1873 an unmittelbar daran anschließenden ge­waltigen Niederganges die Preise für Brod- getreide sich auf einer besonderen Höhe hielten, obwohl überhaupt kein Getreidezoll bestand.

Die fünfjährigen Durchschnittspreise betrugen 1871 bis 1875 für Weizen 23,52, für Roggen 17,12, 1876 bis 1880 für Weizen 21,12 und für Roggen 16,64 Mk. für den Doppelzentner. Jetzt, wo wir 3,5 Mk. Zollschutz haben, find diese Preise auch noch nicht entfernt erreicht, und selbst während des Jahres 1893, wo wir Rußland gegenüber, dem Haupteinfuhrland für Roggen, einen Kriegszoll von 7,50 Mk. hatten, hat der Roggenpreis bei uns in Preußen im Durchschnitt nnr 12,78 Mk. erreicht. Man sieht also schon aus diesen wenigen Angaben, daß die Gestaltung der Getreidepreise zu einem wesentlichen Theile doch noch von ganz anderen Voraussetzungen abhängt, als von denen der Gestaltung der Einfuhrzölle.

Die Theorie deS Brotwuchers kann nur dann ernst genommen werden, wenn man über-

können, daß, so nützlich der Abschluß der letzten Handelsverträge von 1891 für die Entwickelung von Gewerbe und Handel gewesen, jedenfalls die Landwirthschaft dabei nicht auf die Kosten gekommen ist. Auch das ewige Krebsen mit dem Bismarck'schen Ausspruche, daß nur ein Verrückter einen Eetreidezoll von frrei Mark fordern könne, hat kaum noch Auipruch auf Wirkung, denn wie bekannt ist, daß der Fürst schon etwa zehn Jahre später, nachdem er diesen Ausspruch gethan hatte, seinerseits den Getreidezoll auf 6 Mk. erhöhen wollte, und daß es heute von den meisten urtheilsfähigen Leuten als ein schwerer Fehler aufgefaßt wird, daß der Reichstag damals diesen 6-Mark-Zoll ablehnte und daiür einen 5-Mark- Zoll ein setzte, der bei den späteren Vertrags- Verhandlungen dey Unterhändlern nicht mehr genügenden Spielraum bot. Wir glauben, daß bei der bevorstehenden Aufstellung eines neuen Zolltarifs diese Erfahrungen durchaus berück­sichtigt werden, und daß in demselben eine maßvolle Erhöhung der Getreidezölle erfolgen wird, die den Wünschen einer sehr großen Mehrheit im Reichstage entsprechen und dabei doch den späteren, dringend erforderlichen Ab­schluß langfristiger Handelsverträge ermöglichen wird."

In diesem Sinne haben sich bekanntlich die Führer der konservativen Partei ebenfalls aus­gesprochen. Daß die Mahnung derKölnischen Zeitung" Erfolg haben werde, bezweifeln wir allerdings. Es ist aber sehr beachtenswerth und wird seinen Eindruck auch auf die Handels­kreise sicherlich nicht verfehlen, daß ein soanti- agrarisch" gesonnenes Blatt, wie dieKölnische Zeitung", die vor nicht langer Zeit ebenfalls die WorteBrotwucher" undBeutepolitiker" im Munde führte, nunmehr in dieser entschie­denen Weise für die berechtigten Forderungen der Landwirthe eintritt. I

| Haupt jeden Schutzzoll, nicht bloß den agrarischen, sondern auch den industriellen verwirft, wenn man dem Arbeiter unter Beiseiteschiebung des Grundsatzes eines Schutzes der nationalen Arbeit ein Recht auf den billigen Preis zuer­kennt, den jede Waare jeweilig auf dem Welt­märkte erzielt. Jene Kornwucherschreier hüten sich, diese Folgerung zu ziehen, denn sie würde das wirthschaftliche Leben geradeunsererArbeiter- welt aufs ernstlichste gefährden. Unsere Arbeiter sind auch bereits längst zu der Einsicht gelangt, wie haltlos diese fortgesetzten Klagen über die Verteuerung der Lebensbedürfnisse sind. Sie haben längst die Wahrnehmung gemacht, daß sie gerade in Zeiten, wo diese Lebensbedürfnisse am allerbilligsten waren, so niedrige Löhne er­hielten und ihre Arbeitsbedingungen so schlecht waren, daß sie von der Billigkeit der Lebens- bedürfnisse nur sehr spärlichen Gebrauch machen konnten. Unsere Arbeiterwelt hat im Gegen- theil längst einsehen gelernt, daß, je länger der wirthschaftliche Aufschwung andauert, und je reicher und stetiger die Arbeitsgelegenheit ist, um so mehr ihre wirthschaftliche Lage und ihr Einkommen sich bestem, selbst wenn dabei gleich-

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Die Antrittsrede des Grafen v. Bülow

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(Nachdruck »erbeten.)

Wahre Liebe.

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vor dem Finanzminister das Wort genommen habe vielleichtsymbolische Bedeutung"; an demselben Gedanken sonnt sich derBerliner Börsen-Kurier", in dem man liest, der Ministerpräsident habe, indem er auch im Landtage sich als leitender Mann präsen- tirte und Herrn von Miquel auf die Vertretung seines Restarts beschränkte, er­wiesen, daß er entschlossen sei, die Sache über die Person zu stellen. Auch dieFrei­sinnige Zeitung" scheint dem Auftreten des I ®rai®n v Bülow vor dem Finanzminister eine trnbolilte" Bedeutung beizulegen; wenigsten» glaubt sie dieses angebliche Rovnm konstatiren zu müssen. Wir finden die Erklärung für diesen Vorgang aber lediglich in dem leicht begreif­lichen Verlangen des neuen leitenden Staats­mannes in Preußen, sich bei der ersten Ge­legenheit dem Landtage vorzustellcn, dem er bis jetzt noch ein vollständiger homo novus mar- daß ihm als Ministerpräsidenten dabei der Vortritt vor seinem Stellvertreter gebührt, itt doch selbstverständlich.

DieFreis. Ztg." scheint den Ministerpräsi­denten büßen lassen zu wollen, was der Reichs­kanzler an ihrem Herausgeber durch Sarkas­mus gesündigt hat; denn sie behandelt die Antrittsrede ziemlich von oben herab Graf Bülow warf rhetorische Blumen bald nach der Rechten, bald nach der Linken, bald nach Osteibien, bald nach Westen, zumeist aber in die Bänke der Agarier." So äußert das Richtersche Organ, das am Schlüsse der Rede eine sehr betrübende Erscheinung ungefähr ebenso klug wie zuvor" war. Das Berliner Tageblatt" scheint in derselben Verfassung zu fein, es findet, daß das Merk­wort auch für die letzte Rede des Grafen Bulow der römisch-rechtliche Grundsatz gewesen sei: nem nein lagere. Dieser Ansicht dürfe man aber nicht auf allen Theilen der Linken beipflichten.

Midczölle und Handelsverträge.

* In bemerkenswerther Weise richtete die Slnifche Zeitung" eine Mahnung an die ndelsvertretungen, die zugleich für lang- liqe Handelsverträge und gegen die Erhöhung industriellen und landwirthschaftlichen Zölle mmung zu machen suchen. Das rheinische itt erklärt, dieses Verlangen sei, wie die ige wirklich liegen, etwas Unerreichbares und eibt dann:

.Wer Handelsverträge will, ohne in eine ßvolle Erhöhung der Getreidezölle zu willigen, arbeitet thatsächlich zur Zeit gegen ein landekommen solcher langfristigen Handels- tröge. Denn je zahlreicher diejenigen Kreise >, die sich öffentlich in Deutschland gegen : Getreidezoll-Erhöhung aussprechen, um so r werden dadurch mittelbar die maßgebenden ist des Auslandes in ihrem etwaigen Wider- ibe gegen die Bewilligung erhöhter Getreide- e oder vielmehr in späteren Forderungen Einräumung beträchtlicher Gegenleistungen Srkt. Zu diesen Kreisen zählen wir selbst- tändlich nicht diejenigen, die sich nicht genug t können durch öde Schreiereien über bevor-

ßiigittal-Roman von Irene v. Hellmuth. (Fortsetzung.)

DieNational-Zeitung" tröstet sich in dem Gedanken, daß dem Grafen t>. Bülow Neigungen" nicht zuzutrauen seien; im Abgeordnetenhause wird in der Preffe der I die ^raae werte'mm ^sein'°'^

'M ??'^r ZurühalUmg behandelt. Nur Staatsmann mit seinem Ausgleichsproaramm ktoie «e BerlinerVolksztg." einen anderen Sinn verbinde als die Sammel- onb natürlich her Vorwärts rufen zum I Politiker und ob er entschlossen fei nöthiaen- Äamtfe gegen ben Grafen v. Bülow; die übrigen falls dafür mit den verfassungsmäßigen Mitte?» Zeitungen des Freisinns und der Demokratie einzutreten. Man sieht, wie das national- verhalten sich abwartend und suchen aus den liberale Blatt noch immer seine Hoffnung auf ©rflnrungen des Ministerpräsidenten möglichst Zwangsmaßregeln gegen die Konservative/seht k« sie Angenehmes herauszu esen. DieVoss. Da ist bieÄlf fäeitungreRanirt/- Re 3eit.mg meint, der Umstand, daß Graf Bulow | schreibt:Der Kurs bleib? der alte. 'Da»

Isa lachte und weinte in einem Athem, und offenbar, daß d'e Beiden weiternino-n d°n» to'- d°» wi°d°- langes»«!.! in d-- ä tta b

jungen Seele ausManchen- .Willst Du »ich Brauen ,u,ammen. " W

denn noch, Kurt, nach allem, was geschehen ist? .. ,,

Warst Du im Cirkus?" m "®ieerto,arten ^ohl die schöne Signora

Ob ich Dich will!" jubelte Kurt.O wärst \ Jra9te Fritz Heßfeldt mit leichtem

Du doch eine Bettlerin, damit ich Dir beweisen auf J?te ®Iumen deutete,

könnte wie wenig ich nach dem äußeren Schein fc?V "®ei 6treu& 'st wohl frage! Dich will ich, Dich allein, Du mein I ' « bestimmt?

Glück ! Ach Isa, was habe ich gelitten um Dich, A Dornbusch nickte hochmüthig mit dem als ich Dich für immer verloren zu haben Ro^-.

meinte. Was habe ich gelitten unter den Selbst- uCTB zuckte die Achseln.

vorwürfen, daß ich nicht zur rechten Zeit da« »Ich glaubte nicht, daß Signor« Gratiana

Wort auSfprach, das mir mein Glück sicherte!" heute noch in der Lage fein wird, mit Ihnen

-Und e» stött Dich nicht, daß ich 3« sprechen, oder von Ihnen Blumen anzu- daß ich---" nehmen. Das würde ihr Verlobter kaum ae-

O still davon, Geliebte," unterbrach Kutt I statten!"

die Rede Jsa'r. Der Graf fuhr zurück, wie von einer Natter

Ich wußte eS ja," murmelte sie,denn Du gebissen.

brst treu!"Ihr Verlobter? Der Direktor Conradth?

Während die beiden Glücklichen sich um- I hat sie sich doch von ihm überreden lassen?"

ihnen versank, und Fritz weidete sich einen Augenblick an den

^e Gegenwart ihnen entrückt war, hatte zornfunkelnden Augen bei Grafen Dan» Susanne mit ihrem Fritz vor der Thüre Posto schüttelte er den Kopf.Der Direktor nicht Ü^aßt. 3Jht entern Dlake hörten sie rasche I aber ein Anderer! Bitte übeneuaei Sie Schritte und sahen eine Gestalt daher komme» sich selbst!" ' ifl 6

ne ihnen bekannt schien. Sie traten etwas in Er wies auf ben kleinen Spalt in der Thüre den Schatten zurück, um nicht gesehen zu der Graf bückte sich und warf einen Blick durch Sa Naherkommende trug einen die Ritze in dal kleine Gemach, und Wal er da Wend ffeben6 Unb bIteb mu&te ihm genug fein und ihn zu der

Ob q- k . Ueberzeugung bringen, daß feine Blumen über-

|err ,®f' sagte Fritz vortretend und flüssig feien. Mit einer Verwünschung schleuderte mx Mündlich- er ben Strauß in einen Winkel und ging davon,

noL ÄrfA?fnbe6 besonders ange- ohne die ZurÜckbleibende» noch einel GrußeS zu nehm überrascht zu fein, er grüßte nur fluchtig I würdigen " *

all auch Susanne auf ihn zukam. Er w.ttete | (Fortsetzung folgt)

ein Freudenschauer durch ihren Körper rann. Ihr erschien alle! wie ein Traum. Stand denn der längst Ersehnte wirklich unb leib­haftig vor ihr? Er blickte sie mit ben treuen K v , , r Augen so zärtlich an, baß kaum ein Zweifel an

Susanne bankte unb eilte ber bezeichneten I feiner Liebe aufkommen konnte

zu. Sie lauschte ein wenig, unb da sie Sin unaussprechliches Glücksgefühl kam über

' «°ru°hm. suchte sie durch eine kleine Ritze sie, und Kurt mochte nun wohl ahnen, daß dies

*n Siwe« 3" toerfen. Richtig, Herz ihm entgegenschlug, daß er nichts mehr Wb Isa noch im Reitkleib, tote sie eben zu befürchten hatte. Vielleicht lal er es in ben IS ?erIa^enJQ.UA unb steifte langsam strahlenden Blicken bei Mädchens, baS keinen Mdschnhe ab Peitsche und Hut lagen auf Versuch machte, bie Hand, die er noch immer 1 ^Pchchen neben ihr. Sinnend blickten die festhielt, zu befreien.

ÄS 8ieT * Js°. begann er endlich, und bückte sich tief

Str ift flOP?-e k Zu ihr nieder, um ihr in bie Augen sehen zu

» 1 'st d fragte Isa, unb el schien, können, an ben langen schwarzen Wimpern »X Stimme ein heftiger Unwille, hingen helle Tropfen, -Isa, - ich kann das »tache auf, liebste, beste Isa, ich btn es - Wort nicht mehr zurückdrängen, - ich kann

, e». < . nicht! Laß e» mich aussprechen in dieser ersten

»xxti m ?er ^'eflel stog zurück, I Stunde bei Wiedersehen», ich fürchte, man könnte

"chsten Moment lagen sich bie Freund- I mir mein Glück noch einmal entreißen, unb

endes Brotwucherthum. Das sinb genau eiben Kreise, bie sich seit nahezu 25 Jahren r Erhöhung der Heerespräsenzstärke ent- mgestemmt haben mit dem immer gleichen immer falschen Geschrei, das deutsche Volk |u arm, um alle diese Heeresverstärkungen agen und bezahlen zu können.

Die geschichtliche Entwickelung unseres Dater- des hat alle diese Prophezeiungen Lügen ge- :ft. Immer weitere Kreise haben sich davon rzeugen können, daß gerade die große Stärke deutschen Heeres ben europäischen Frieden ijert und damit in erster Linie die ge- tige wirthschaftliche Blüthe und Entwicklung reS Vaterlandes, die noch lange nicht einem chlusse zuneigt, gefördert hat. Ebenso ist es mit diesem Geschrei über den kommenden dvucher. ES ist mit aller Kraft erhoben >en vor 20 Jahren, als ein Zoll von 1 Mk. lassen wurde; es ist erneuert worden 1885, , .................. ,clU|t ,uclul uuuc.

£ m k QlS et aul 5 rostig wichtige Lebensbedürfnisse in die^Höhe

)t wurde. Die Erfahrung aber hat be- gehen sollten.

7R9OQ6nrlerabe Äen ^b88, 1889 Das Geschrei vom Drotwucher hat sich auch 1890, als iener höchste Zoll von 5 Mk. m in diesen Kreisen längst überlebt auch hier t stand, bie Getreideprerse durchaus nicht wird man sich nicht der Einsicht verschließen

wrL?cx vor Freude I baS ertrüge ich nicht zum zweiten Mal! Sie

" " tJr I sagten dort im Cirkul, Du würbest ben Direktor

i--r----- ' «ul heirathe», ist es wahr?"

Umarmung. ES lag eine bebenbe Angst in ben Worten

doch, wen ich da mttgebracht habe," be» ManneS, dessen Augen forschend an denen kw .^-gt- auf Kurt, ber kaum wußte, deS Mädchens hingen. Doch all dieses heftig

^e^ er sich recht besann, und abwehrend den schöne», blonden Kopf

o», ob dieses Streichel glücklich lachende schüttelte, da kam es über ihn, wie ein Freuden- Rh;b" vollends m den kleinen rausch! Er zog die Erglühende an sich und

«"geschoben unb bie Thüre hinter drückte sie an bie Brust in nie gekannter

Glossen. wonniger Seligkeit.

1'« - ^urt?" stammelte Isa,Isa, geliebtes, theures Mädchen, - so bist , blaß werdend, unb ihre zitternben Du mein, wirklich uub wahrhaftig mein' O lagen i» benen be» vor Aufregung Gott, kann el be»» eine solche Fülle bes ^Manuel, ber sie so innig drückte, daß | Glücke» geben?"

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