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mit dem Kreisvlatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.
Vi«rtcljahrltch«r Bezugspreis: bet btr Spedition 2 Mk., bet allen Postämtern 2,25 Mk, (erd. Bestellgeld).
Ias»rtt»n«gebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum IV Pfg.
Reclamni: die Zeile 26 Pfg.
Marburg
Freitag, 21. Dezember 1900.
Ärzcheinl täglich auger an 2bcuri«ycu uuu> c-uiui- ur.o Fe vertage«. Sonntagsbeilage: Jlluftrirtes Sonatagsblatt.
Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Univerfitäts-Buchdruckerei Piarbnro Marti 21. — Televbon 55
35 Jahrg.
Die Freundin protestirte, wenn auch nur
— Fritz kann schon warten, wir
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(Nachdruck »erboten.)
Wahre Liebe.
Original-Roman von Irene v. Hellmuth.
(Fortsetzung.)
Ist es denn so sehr wichtig, Schatz?" lachte sänne, die derartige Besprechungen ihres [lobten bereits zu kennen schien, denn sie eite ihm schalkhaft zu und drückte verstohlen e Hand.
Mit rascher Bewegung zog er sie an sich, erröthete ein wenig, und überzeugte sich ob Isa den heimlichen Kuß auch wirklich gesehen habe. Isa stand schon unter der e, und that, als beobachte sie die grauen, den Wolken, die am Himmel hinzogen, sie fühlte es doch, daß es Susanne jetzt wäre, hier bleiben zu können, als mit durch den herbstlichen Wald zu laufen.
h. und da- Schiff trieb weiter der Mole zu. Zu WWWM tm Versuch, mit Hilfe der Segel sich zu retten i doch die Richtung des Treibens günstiger zu ge= tat, war wohl weder Platz noch Zeit genug, denn sandelte sich um einen Weg von 560 bis vtelleicht Mir., und so trieb das Schiff gegen die Stein- !e, wurde durch die See mehrere Male heftig m die ihr vorgelagerten Felsblöcke geschleudert, sinkenden Zustande von dem Rückschläge der kn wieder in tieferes Wasser geworfen und ver- kdann auf den Grund.
An der Unglücksstelle.
Kapitän-Leutnant Werner meldet auS Ma- 1: „Sobald es der Seegang gestattet, wird iSchiff durch Taucher untersucht. Bergungs- »pfer ist eingetroffen. Arbeiten beginnen stwoch. Befinden der Geretteten gut." Nach neuen Meldungen ist der Rumpf k „Gneisenau" infolge des furchtbaren llenschlages in Stücke geborsten und st mehr zu bergen. Die Zollwächter am mde lasen über 200 angeschwemmte Gegen-
piN Untergang der „Gneisenau". Hebet die Ursache der Strandung yen amtliche Meldungen noch nicht vor, da- beschäftigen sich jetzt mehrere Fachleute i- dem Borgang. Nach der Ansicht des Kontre- Wirals z. D. M. Plüdbemann kann er I; f lgendermaßen abgespiebt haben:
Nach den Seekarten liegt der beste Ankerplatz auf , Keede Malagas 0,3 Seemeilen vom Ostmolen- » entfernt. Dort oder vielleicht 0,1 bis 0,2 See= glcn weiter draußen hat zweifelsohne die „Gneisen- gelegen. Ein Ankern noch weiter draußen verbot t Wassertiefe. Nach dem Bericht des geretteten Ljtänteutnant Werner kam plötzlich ein schwerer Mtsturm auf. Dieser bringt in dortiger Gegend ort eine hohe See — Wellen — mit sich. Das fjss wird mit zurückgeschodenen — kleinen — Eisern unter den Kesseln dagelegen Jen. Dampf wurde aufgemacht, was in etwa j h Stunde geschehen konnte. Nachdem dann die lschine klar gemeldet, hat es sich wohl herausgestellt, l keine Zeit mehr zum Ankerlichten sei, da das M wahrscheinlich schon trieb, d. h. seine Anker ich den Grund zog. Daher wurde die Kette ge- sjppt, d. h. an einer Stelle, an welcher zwei Ketten- »n durch ein zu öffnendes Kettenglied miteinander junden waren, von dem Hinteren Ende gelöst und KN gelassen, und der Maschine besohlen, „voll «pf voraus" zu gehen. In diesem kritischen «genblick hat die Maschine versagt, m kann hier nicht von einem Zusammentreffen unsicher Umstände sprechen. Bisher kann alles mal zugegangen sein; denn daß ein Schiff unter ppf von seinem Ankerplatz flüchtet, das Passirt tt jedem Seemann häufiger. Jetzt aber war das jff los von seinem Halt, aber unfähig, sich durch ne Mittel zu bewegen und trieb nun vor dem irm auf die Ostmole zu. Nun wurde schnell der lere Anker fallen gelassen, aber unter der Wucht Lee und dem durch die Fahrt vermehrten Zug die Kette konnte diese nicht widerstehen, sondern
rt .Ich kann ganz gut allein gehen," rief Isa, ' sagte e5 ja vorhin schon."
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ipfehle» fcnen ohnedies bald wieder, ich fürchte, es i Etikett j>t Regen."
»bi»*11-1 Eie wollte noch mehr sagen, aber ein drei * Kuder Blick ihres Fritz ließ sie verstummen, ckwkr»«* .Nicht wahr, gnädiges Fräulein, Sie nehmen ja Susanne nicht übel, wenn fie hier bleibt. «vaA* nämlich sehr wichtig, was wir auszu- ö ^n haben. Und gerade jetzt kann ich drüben x der Meierei eine halbe Stunde abkommen."
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.Es bedarf Ihrer Entschuldigung nicht, Herr aob 6felbt," unterbrach Isa lächelnb ben Rebe- 8m des Inspektors, „ich hätte es unter diesen
stände aus, darunter drei zertrümmerte Boote der „Gneisenau". Der Strand wird fortgesetzt scharf überwacht, um Entwendungen zu verhüten. Der Madrider deutsche Militär-Atiach« und ber Botschaftskonsul Sprenger befinben sich in Malaga, um ben bortigen Bestattungen beizuwohnen. Die Wellen haben bislang bloß bie Leiche des Kapitäns Kretschmann angeschwemmt.
Das Begräbniß bes Kapitän?
Kretschmann fanb Mittwoch unter Betheiligung ber über- lebenben Offiziere unb Mannschaften, ber Mannschaften bes englischen Kreuzers „Blake" sowie ber Mannschaften aller im Hafen ankernben Hanbelsschiffe unb eines großen Theils ber Bevölkerung von Malaga, ferner bes Regiments „Estremabura" unb aller bienftfreien Offiziere ber Garnison statt.
Eine nachträgliche Ergänzung ber Verlustliste.
Kapitänleutnant Werner melbet aus Malaga: Es stellt sich heraus, baß außer ben bisher als vermißt Gemelbeten noch bie Schiffsjungen Pramschiefer unb Lubes vermißt werben. Schwer erkrankt sinb: Matrose Pagel an Lungenentzünbung, Schiffsjunge Höck an Gehirnerschütterung unb Schiffsjunge Gelhaar an einer Kopfwunbe, jeboch wirb ber Zustanb berfeiben als nicht lebensgefährlich bezeichnet.
Unter ben Kunbgebungen bes Beileibs
zum Untergang ber „Gneisenau" verbient bie. Antwort Beachtung, bie ber Kaiser an ben englischen Abmiral Sir John Fisher in Malta gerichtet hat. Sie lautet:
„Mein Konsul telegraphiert, daß Sie freundlichst zwei Schiffe entsandt, um unseren armen Leuten in Malaga zu helfen. Ich beeile mich, Ihnen aufrichtig zu danken. Ihre Handlungsweise zeigt von Neuem, daß die Seeleute in der ganzen Welt Kameraden sind, und daß Blut dicker ist als Wasser."
An ben Staatssekretär bes Reichsmarineamts gehen noch fortgesetzt Beweise ber Theilnahme ein. Fast alle fremben Marinen haben braht- lich ihr Beileib zu bent schweren Schicksalsschlage ausgesprochen nnb habet mit Worten ber Anerkennung des Verhaltens unserer Seeleute bei bent Unfall gedacht. Allen hat der Staatssekretär seinen Dank für den Beweis der Theilnahme ausgesprochen.
Einzelheiten.
Das deutsche Schulschiff „Charlotte" wird Sonnabend aus Korfu in Malaga eintreffen, um die Ueberlebenben aufzunehmen.
Umstänben überhaupt nicht zugegeben, baß Susanne mich begleitet. Es ist boch selbstver- stänblich, baß fie hier bleibt, wenn ihr Verlobter ba ist."
Susanne sagte nichts mehr. Sie nickte ber Freunbin dankbar zu, hing sich an den Arm Heßfeldt's und zog ihn mit sich, den Flur entlang, an deffen Ende Tante Marthas Zimmer lag. Isa hörte noch, wie die alte Dame Heßfeldt lebhaft begrüßte, dann schritt sie die steinernen Stufen hinab und eilte rasch weiter.
„Wie das Glück den Beiden au8 den Augen lacht," dachte fie, während ein leiser Seufzer ihren Lippen entfloh.
Ja, Susanne war glücklich, daS konnte Jeder von dem strahlenden Gesicht ablesen. Heßfeldt besaß ober auch ein goldtreues Herz und die Liebe zu seiner Braut erfüllte dasselbe ganz.
In tiefen Gedanken war Isa weiter gewandert. Ihr Blick haftete am Boden. Den feuchten, gelben Blättern, die haufenweise herumlagen, entströmte ein eigenthümlicher, modriger Geruch. Die Sonne hatte sich wieder hinter einer grauen Wolkenwand versteckt unb es fielen bereits einzelne, schwere Regentropfen, so daß die junge Dame unschlüssig stehen blieb und überlegte, ob sie weitergehen ober umkehren sollte. Sie beschloß, bei ber nächsten Wegbiegung ben schmalen Fußpfab einzuschlagen, ber birekt nach Buchecke zurückführte, als sie plötzlich hinter sich rasche Schritte vernahm. Sie toanbte ben Kopf unb machte eine jähe, heftige Bewegung ber Ueberraschung. Im nächsten Moment staub Hans v. Uttrecht vor ihr.
Ein Gefühl aufwallenber Freube durch- strömte fie.
Das Zentral komite ber beutschen Vereine vom Rothen Kreuz trat auf Anregung ber Kaiserin zu einer Sitzung zusammen unb beschloß bie Bewilligung eines Krebits von zunächst 10000 Mk. für Zwecke ber Pflege ber ver - tounbeten unb kranken Matrosen ber „ @ n e i f e n a u" in Malaga. Die Geldanweisung wird dem deutschen Konsul zugehen. Gleichzeitig ließ das Zentralkomite die eventuelle Entsendung deutscher Aerzte unb Pflegekräfte nach Malaga im Bebarfsfalle anbieten.
lieber Rettungsszenen wirb ber „Köln. Ztg." aus Mabrib berichtet: Der spanische Seemann Angel Fons war ber erste, ber unter Einsetzung seines Lebensbie „Gneisenau" erreichte unb bas Rettungsseil brachte. Der Kommanbant, Kapitän Kretschmann, soll ihm als Lohn sür ben Tobesmuth seinen Degen zugeworfen haben. Ein Offizier würbe mit vieler Mühe in ein Boot gerettet, aber als er sah, baß ein Kamerab untersank, sprang er von neuem inS Meer unb erreichte nach ungeheuren Anstrengungen ben Ertrinkenben, unb beibe konnten an ben Straub gezogen werben.
Deutsches Reich
Berlin, 20. Dezember.
— Abg. Graf Klinckowström soll auf bet konservativen Parteiversammlung in Königsberg erklärt haben, bie Agrarier könnten bem Zolltarif zuversichtlich entgegensetzen; bie Agrarier unb Bülow seien eins, mehr bürfe er nicht sagen. Das „Berl. Tagebl." melbet bazu noch, baß GrafKlinckowström sich mit bem Reichskanzler dahin verständigt habe, „baß bie Regierung an einem Getreidesoll von 6 oder 7 M. unbedingt sesthalten werde." Diesem Kompromiß sollen bereits das Centrum und die Freikonservativen sowie ein Theil der Nationalliberalen, die Möllergruppe, beigetreten sein. Man wird abwarten müssen, ob diese Nachricht sich bestätige.
Ausland
Niederlande. Präsibent Krüger ist in Amsterbam eingetragen unb am Bahnhof von ben Behörben, Mitgliebern bes Gemeinberaths unb ben Konsuln vom Transvaal unb bem Oranje-Freistaat empfangen worben. Es würben Begrüßungsreben gehalten unb Blumenspenben überreicht. Auf ber Fahrt zum Rathhause begrüßte eine große Menschenmenge ben Präsi- benten mit lebhaften Zurufen.
Südafrika. Das englische Kriegsamt ist burch bie letzten Hiobsposten vom Kriegsschauplätze in fieberhafte Aufregung versetzt worben, unb wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, hat man sich im hohen Rate entschlossen, nunmehr
„Wie, Du bist schon toieber zurück, Du wolltest hoch länger bleiben, wie gut von Dir, baß Du schon ba bist!" rief sie, unb wollte ihm, wie gewöhnlich beibe Hänbe entgegenstrecken. Doch plötzlich hielt sie inne. Ein seltsamer Blick aus ben Augen ihres Verlobten, halb Verlegenheit, halb peinlische Ueberraschung ver- rathenb, hatte sie getroffen. Auf seinem Gesicht war nichts von ber Freube bes Wiedersehens zu lesen, fast feinbselig schaute er zu ihr hin. Isa ließ bie Arme sinken, eine tiefe Blässe bebeckte baS junge Gesicht. Eine jähe Angst packte sie gewaltsam, unb machte ihr Herz in raschen Schlägen pochen. Eie fühlte, e5 war irgenb etwas vorgefallen, was den Verlobten verändert hatte. Das schadenfrohe, lächelnde Gesicht deS Grafen Dornbusch stand mit einem Male vor ihr, und sie mußte sich zusammennehmen, um nicht laut zu meinen. Ihr war so bang, das Herz zog sich in heftigem Schmerz zusammen.
„Wann bist Du benn angekommen?" fragte sie, um nur irgend etwas zu sagen, die Verlegenheitspause dünkte ihr doch gar zu lang.
Uttrecht stand noch immer unbeweglich und starrte sie an. Er hatte ihr noch nicht einmal die 'Hand zum Willkommen gereicht.
„Ich wollte Dir schreiben Isa," sagte er endlich, ohne ihre Frage zu beantworten. Wie anders klang seine Stimme, fast heiser kamen die Worte heraus, wie wenn ihm die Kehle völlig ausgetrocknet wäre.
„Schreiben? — Und warum? fragte Isa angstvoll, und preßte die Hand auf das pochende Herz.
alle, bem jetzigen Oberbefehlshaber Lvrb Kitchener bisher noch unterlegten Beschränkungen fallen zu lassen unb ihm bei voller persönlicher Verantwortlichkeit gänzlich freie Hanb zu geben. Mit anberen Worten, Kitchener kann nach seinem Gutbünken schalten unb malten, — soweit bie Buren ihm bies gestatten! — Von ber angeblich bislang angetoanbten Politik ber Persönlichkeit (!) unb bes Entgegenkommens (??) soll natürlich ganz unb gar abgesehen werben, unb jetzt steht es bem Lorb-General sogar burch- aus frei, ohne wie bisher bie Genehmigung ber britischen Regierung in be'onberen Fällen erst einzuholen, nach Gutbünken jebe Art von „Straf-Expebition" gegen bie wiberspenstigen Buren vorzunehmen, b. h. jebes Mittel wirb recht fein, um ben Wiberstanb ber braven Transvaaler zu brechen, koste es was es wolle.
Ein soeben aus Südafrika zurückgekehrter englischer Arzt, Dr. Pennington, hielt in einer Londoner ärztlichen Gesellschaft einen Vortrag über bie Erfahrungen im südafrikanischen Kriege. Er erklärte babei, baß neun Zehntel aller englischen Aerzte ganz unerfahrene Leute gdwesen seien unb bis zu ihrer Abreise nach bem Kriegsschauplatz Chirurgie höchstens in einem theoretischen Lehrkursus kennen gelernt hätten. Nach seiner Ueberzeugung seien an ben Verwunbeten 10 bis 12 000 unnöthige Amputationen von Armen unb Beinen vorgenommen worben, unb bie Mehrzahl ber heimgekehrten Krüppel könne als Opfer ber ärztlichen Unfähigkeit bes britischen Sanitätsbienstes angesehen werben.
lieber bas Einbringen ber Buren in bie Kapkolonie berichtet „Daily Maily": Die Buren überschritten ben Oranjefluß an zwei Stellen. Eine Kolonne rückt gegen Philipstown zwischen Colesberg unb Kimberley vor, bie zweite Abtheilung, welche man für Hertzogs Kommanbo hält, überschritt.ben Fluß zwischen Olbenbaalsstroom unb Bekhulie, unmittelbar norbwestlich von Burghersborp. Ihr Ziel ist anscheinenb Crabock, welches via Streek- stroom erreicht werben kann. Privatbriefe aus Burghersborp melben, baß bie Buren bie Stabt zu zerstören brohen, baß aber General Macbonald 20 englische Meilen westlich bie Buren bekämpft. Die Buren haben keine Kanonen. Die Unruhe hat in ben norböstlichen Distrikten (ber Kapkolonie) zugenommen unb sie ist schlimmer als je währenb ber letzten sechs Monate.
Der Einbruch in bie Kapkolonie bereitet natürlich ben Englänbern erhebliche Schmerzen. „Evening ©tanbarb" melbet: General Knox mußte bie Jagb auf Dewet (?) aufgeben angesichts ber Lage, bie bie Buren
„Minbestens ein Dutzenb Briefbogen habe ich zerrissen, und immer noch konnte ich die rechten Worte nicht finden," fuhr er in demselben Tone fort. Wieder schwieg er eine Weile, als müsse er sich erst besinnen, dann begann er auf’? Neue: „Ich hatte nicht geglaubt, daß ich Dir hier begegnen würde, — doch, da es der Zufall fo gefügt, denke ich, es ist am besten, ich rede mir bie Last von ber Seele, unb sage Dir, waS Du boch erfahren mußt. So etwas kann man in einem Briefe ohnehin nicht richtig fo zum AuSbruck bringen, unb ich möchte Dir klar und offen alles sagen, was mich zu dem Schritte zwingt, der mir wirklich sauer genug wird! — Isa, wir--"
Er stockte und sah an ihr vorbei, als müßte er die Baumstämme zählen, die stumm und starr ringsum standen und ihre kahlen, entlaubten Aeste gen Himmel reckten.
Isa schaute noch immer angstvoll auf ben ihr gegenüber Stehenben. Bei ben letzten Worten blitzte eS zornig in ihren schönen Augen auf, fie hatte begriffen,
„Warum zögerst Du, eS auszufprechen? rief sie heftig. „Sag es boch, baß wir uns trennen müssen, — baß Du Dich getäuscht hast, baß Du erkennst, wir passen nicht zu einanber! — Abieu, ich weiß genug, — wir haben uns nichts mehr zu sagen!" ■
Sie wollte an ihm vorbei schlüpfen, einen verachtungsvollen Blick auf ihn toerfenb.
Doch plötzlich kam Leben in feine bisher starren ©lieber. Er packte sie am Handgelenk unb hielt sie mit eifernem Griffe fest.
(Fortsetzung folgt.)