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mit dem Kreisvlatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
eingetroffenen Tele-
um
zu
macht alle gleich, beim Reichsmarine- theils telephonisch
legung fast, als läge doch ein tieferer Grund vor. Ich will womöglich in zwei Tagen wieder nach Hause. Natürlich beabsichtige ich, meinen
Das gemeinsame Unglück Auch von auswärts wird amt theils telegraphisch, angefragt.
Nach einem in Berlin
sich ich
zukünftigen Schwiegervater aufzusuchen, seine Meinung betreffs unserer Hochzeit hören."
„Den treffen Sie sicher, wenn Sie meiner Führung anvertrauen wollen, da
5t Untergang der „Gneisenau". $ie tieferschütternde Nachricht, die gestern 'Spaniens Südküste kam, wirkt in allen Äthern. Es ist eine trübe Weihnachtschaft für die Angehörigen der Männer und mlinge, die ein Opfer ihres ernsten Berufes L>rden sind, aber einen Trost werden sie und ihnen das gesammte Deutschland in dem anken finden, daß die wackeren Seeleute im
des Vaterlandes untergegangen sind daß ihr Andenken der deutschen Marine dem deutschen Volke ebenso heilig sein wird, das der zahlreichen Kameraden, die ihnen in verhältnißmäßig kurzen Frist des Bestehens >r deutschen Flotte in das feuchte Grab Voranangen sind. Unsere Marine hat viel unter ten Schicksalsschlägen zu leiden. Wem kommt lt bei dieser Gelegenheit die Erinnerung an dunklen Tage, die uns die Nachrichten vom Hergang des „Großen Kurfürsten", von dem Ju’ft der deutschen Schiffe auf der Rhede von $ und vom Scheitern des „Iltis" brachten? ebenso wenig wie damals lassen wir heute Muth sinken, und wir sind stolz in dem vußtsein, daß unsere Seeleute tapfer zu ipfen und muthig zu sterben verstehen, und Hunderte von Jünglingen bereit sind, in Bresche zu treten, die das grause Geschick den Panzer geschlagen hat, der zur See er Vaterland schirmend umgiebt. '
Einzelheiten über das Unglück.
Neber das Unglück melden Privatnach- hten weitere Einzelheiten. Der Sturm che von dem sogenannten Levauteivind ver- icht, der sich Sonntag Vormittags 10 Uhr einer Plötzlichkeit erhob, die selbst alt- lhrene Schiffsleute überraschte. In der Stadt ft erlitten mehrere Personen, die nicht recht- ig in den Häusern Schutz, fanden, Ver- mgen. Der erste Alarm, daß die „Gneisenau"- mnschaft hilsebedürftig sei, ging von einem cherboote aus, das aus der sogenannten letta, dem kleinen Fischerhafen, ausfahren Ite und deffen Bemannung Zeuge des Un- cks war. Als die Anker losließen,, befahl pitön Kretschmann, alle Kessel zu Heizen, in Absicht, die hohe See zu gewinnen. Doch Orkan trieb den „Gneisenau" mit unwiderlicher Gewalt gegen die äußerste Spitze der ichen Mole. Der Sturm machte zunächst i Hilfeleistung unmöglich.
Bei dem furchtbaren Wogenprall schlugen e Boote um. Die Soldaten aus dem Morro- : warfen den Schiffbrüchigen Taue zu und
darnach zu fragen. Miß Bella ritt eben in die Manege, von lautem Beifall empfangen. Sie musterte die Reihen der Zuschauer, sandte da und dorthin einen lächelnden Blick, nickte diesem oder jenem verstohlen zu und dankte durch ein graziöses Neigen des hübschen Köpfchens für den gespendeten Beifall. Auch auf Graf Dornbusch hafteten ihre Augen, wie es Uttrecht scheinen wollte, auffallend lange und oft.
„Sollen wir die kleine Hexe nachher zum Souper einladen?" lächelte der Graf, seinen Begleiter leicht mit dem Ellbogen anstoßend.
„Damit Sie meiner Braut schadenfroh erzählen können, ich hätte mit Kunstreiterinnen soupirt. Sie versprachen ihr doch, mich vor allem Argen behüten zu wollen. Halten Sie so Ihr Wort?" gab Uttrecht leise zurück. „Nein, nein, ich denke, wir gehen allein."
„Nun, nun, Freundchen, nur nicht allzu ängstlich sein, ich werde nichts verrathen. Miß Bella ist ein reizender Käfer, zwar etwas borniert, aber das macht nichts, man unterhält sich ganz gut mit ihr. Was wollen Sie auch mit dem angebrochenen Abend anfangen. Freilich wer eine Braut wie Komtesse Tennewitz sein eigen nennt, der findet keinen Gefallen an Anderen. Ich begreife das, indeß ein armer, abgewiesener Schlucker, wie ich, muß zufrieden fein und mit allem vorlieb nehmen."
Er fuhr sich, wie in komischer Verzweiflung, durch die spärlichen Haare.
„Ich möchte mich nicht allzu lange in der Residenz aufhalten", begann Uttrecht wieder, „ich fürchte, meine Braut thatsächlich verletzt zu haben. War ihr Verlangen auch kindisch genug, so scheint es mir bei reiflicher Ueber-
!)üreau des Reichsmarineamtes Nachtdienst angeordnet worden Die Anfragen haben sich im Laufe des Nachmittags und Abends bedeutend gemehrt. Häufig begegneten sich heute hohe Offiziere und Beamte, die Söhne und andere Verwandte als Kadetten auf dem Schulschiffe haben, mit Männern und Frauen aus den niedrigsten Klaffen, deren Angehörige gleichfalls zur Besatzung gehören, im Reichsmarineamt.
gramm des ältesten Navigationsoffiziers sollen sich von der 452 Mann betragenden Besatzung 314 Mann an Land befinden und zwar 39 in den Hospitälern, 150 Gerettete im Rathhaus und 125 in der Kaserne. Hiernach würde sich beider das Unglück noch größer Herausstellen. Es scheint aber, daß bei dieser Meldung !üejenigen nicht berücksichtigt sind, die in Privathäusern Unterkunft gefunden haben. Da eine Privatmeldung die Zahl dieser Mannschaften auf hundert angiebt, darf man hoffen, daß zwei amtliche Meldungen, die wir heute Nacht erhielten und die wir früh morgens durch Extrablatt verbreitet haben, die Zahl der Todten richtig angeben. Danach würde das entsetzliche Unglück doch nicht den anfangs befürchteten gewaltigen Umfang haben. Die betreffenden Meldungen lauten:
Berlin, 17. Dezember, 11.25 Uhr Nachts. Der kaiserliche Konsul in Malaga meldet; Von der „Gneisenap", sind vermuthlich 3 8 Mann umgekommen, darunter der Komandant Kretschmann, erster Offizier Berninghaus, erster Ingenieur Prüfer. Das Reichsmarineamt bemerkt: die Feststellung der Namen der Verunglückten ist anscheinend schwierig, weil die Geretteten in der ganzen Stadt zerstreut untergebracht sind.
Berlin, 17. Dezember,. 12,5 Uhr Nachts. Nach einem dem Reichsmarineamt zugegangenen Telegramm werden von der Besatzung der „Gneisenau" vermißt: Kapitän Kretschmann Kapitänleutnant Berninghaus, Ingenieur Prüfer, Maschinist Seher, Seekadett Berrett, Maschinistenmaat Brewe, Feuermeistermaate Marten, Rühe, Vierling, Heizer Wirchör, Witzler, Schiffsjungen Eriemer, Weisel, Richard, Jaserich, Schreck, Hamert, Becker, Petz, Delitz, Philippsen, Jo-
pannsen, Möller, Friedrich, Beehs, Scharf, Kühl' von Sperl, Groll, Matrosen Herwangen, Meyer, Wilhelm Weiß, Giese, Zimmermannsgast Det- ehsen, Verwaltersapplikant Rappe, Steward Schröder, Barbier Rudloff. Bezüglich des Namens Meyer Wilhelm Weiß ist zweifelhaft, ob Wilhelm zu Meyer oder zu Weiß gehört.
Die in den Hospitälern Liegenden sollen zum großen Theile schwere Verletzungen haben; vielen müssen Arme oder Beine amputirt werden. Einer der Geretteten soll den Verstand verloren haben.
Der Ort des Unglücks — Die „Gneisenau."
lieber den Ort des Unglücks und das verunglückte Schiff geht uns aus Marinekreisen 'olgende Zuschrift zu:
m. Der Hafen von Malaga wird durch zwei Molen gebildet, von denen die östliche bei der Batterie San Nicolas beginnend, sich zunächst in Südsüdöstlicher Richtung, dann umbiegend in Südwestlicher Richtung etwa 700 Meter weit in die See erstreckt. Die westliche Mole beginnt an der Mündung des Flüßchens Gua- damedina und verläuft in südöstlicher Richtung gegen die Mitte der Ostmole. Die Hafeneinfahrt ist nur 300 Meter breit. Beim Einlaufen in den Hafen müssen die Schiffe eine fcharfe Kurve beschreiben.
Unsere unglückliche „Gneisenau" lag auf der Rhede, also in östlicher Richtung vom Molenkopf der Ostmole. Nachdem beide Ankerketten gebrochen waren, mußte das Schiff versuchen, in den Hafen einzulaufen, und da unglücklicher Weise die Kessel noch keinen genügenden Dampfdruck gehabt haben müssen, war es auf die Segel angewiesen. Es ist kaum zu bezweifeln, daß trotz des schweren Sturmes das Manöver gelungen wäre, da besonders der Kommandant, Kapitän zur See Kretschmann und der erste Offizier Kapitänleutnant Berninghaus sich des besten Rufes als besonders tüchtige und erfahrene Seeleute erfreuen; werden doch an Bord der Schulschiffe nur die geeignetsten Seeoffiziere kommandirt. Im vorliegenden Falle mußte das Schiff eine Wendung um etwa 180 Grad machen, ehe es in den Kurs auf den östlichen Molenkopf gelangte. Hierzu brauchen Schiffe, wie die „Gneisenau", sehr viel Seeraum. Letzterer war aber nicht vorhanden. Das Schiff ist daher, bevor die Wendung gemacht war, auf die Mole getrieben worden und dort gescheitert.
Das deutsche Kadettenschulschiff „Gneisenau" ist am 4. September 1879 aus der Kaiserlichen Werft in Danzig vom Stapel gelaufen und gehört der Marine
weiß, wo er verkehrt. Ich sagte Ihnen doch bereits, ich bin gut Freund mit Graf Tennewitz, wir machen öfters ein Spielchen zusammen und unterhalten uns vorzüglich."
„Im Vertrauen, Herr Kamerad", raunte Uttrecht dem gespannt horchenden Grafen zu, „Tennewitz ist doch reich, nicht wahr? Wie hoch schätzen Sie ungefähr seine Einkünfte? — Ich will ganz offen sein, es wäre mir sehr erwünscht, wenn meine Braut nicht nur ihre Schönheit, sondern nebenbei klingende Münze mit in die Ehe brächte; denn eine angenehme Zugabe ist so etwas immer.. Ich habe einen schlechten Kauf an dem etwas verwahrlosten Gute gemacht. Tennewitz sagte mir, er hätte es nicht nöthig gehabt, den Boden auszunutzen. Ich bin nicht lange genug in der Gegend, um einen klaren Einblick in die Derhältniffe gewinnen zu können, aber wie ich aus den Reden meines zukünftigen Schwiegervaters entnahm, besitzt er ein großes Privatverm»gen, und ich denke, er wird mit der Mitgift nicht geizen. Das Gut war zwar mit verschiedenen Hypotheken belastet, aber immerhin bekam Tennewitz eine hübsche Summe ausbezahlt, die ihn woh in den Stand setzt, seine Tochter standesgemäß auszustatten."
Machdruck verboten.)
Wahre Liebe.
Original-Roman von Irene v. Hellmuth.
(Fortsetzung.)
Die Reklametrommel war allerdings kräftig ährt worden, kein Wunder, wenn zu dieser ischieds-Gala-Dorstellung zugleich „Benefiz" den beliebten Jokeyreiter Johnsohn" — Alt । Jung herbeiströmte. Die mächtigen Bund- ckbilder hatten wiederum ihre Schuldigkeit ian, ebenso wie die riesigen Inserate in n Zeitungen der Residenz. Da auch die tiker mit seltener Einigkeit behaupteten, die hingen dieses Jokeyreiters lohnten allein n den Besuch des Cirkus, ganz abgesehen der niedlichen Miß Bella und den übrigen 'gliedern, lauter Koryphäen auf dem Gebiete Reitkunst, so konnte es natürlich an Beern nicht fehlen.
In einer Mittelloge saßen auch Graf Dorn- h und Hans v. Uttrecht.
„Sie machen mich wirklich neugierig, Graf", te der Letztere, „diesen Johnson kennen zu >en, er muß nach Ihrer Beschreibung ein >z großartiger Künstler sein. Merkwürdig, ich nie von ihm hörte. Und Sie sagen, i werden nach der Vorstellung mit ihm ammentreffen?"
„Ganz gewiß, falls Sie dann noch Lust dazu 'en", lächelte Dornbusch hämisch. „Sie werden wen, lieber Freund, machen Sie sich auf eine tie Überraschung gefaßt".
Uttrecht sah seinen Begleiter mißtrauisch von Seite an. Etwas im Ton desselben sie
i unangenehm auf, doch behielt er nicht Zeit,'
retteten so mehrere. Besonderen Beifall der ungeheuren Zuschauermenge erregte die Rettung zweier Offiziere, die sich mit großer Geistesgegenwart und eiserner Ausdauer an einem Balken festhielten, bis Hilfe kam. Das heldenhafte Verhalten der Lotsenführer Rodriguez Ramos und Llopis wird allgemein gerühmt. Die Namen derjenigen Bewohner Malagas, iiie bei dem Rettungswerk umkamen, ind noch nicht bekannt.
Die Haltung der Besatzung des „Gneisenau" entsprach nach den bisher vor- iegenden Nachrichten den Ueberlieferungen der deutschen Marine. Allen voran bewährte sich der Kommandant des Schiffes als besonnener und unerschrockener Führer. Er hielt bis zuletzt aus; bei ihm befanden sich mehrere Kameraden, die ihn nicht verlassen wollten. Kapitän Kretschmann weigerte sich, die Brücke zu verlassen und ging so freiwillig mit dem Schulschiff unter.
Die Geretteten erzählen: Als Kommandant Kretschmann sah, daß alles verloren war, weil die Aukerketten den Dienst versagten, und daß eipe Vorwärtsbewegung unmöglich war, weil Wasser in die Heizkammer eingedrungen war, rief er: „Kinder, Ruhe und Gottvertrauen!" Blitzschnell wurde mit Hilfe des ersten Offiziers ein Rettungsboot ins Meer gelassen. Gleichzeitig sprangen etwa 50 Mann ins Merr und klammerten sich an die Planken. Diese waren es, welche in der vom Hafen aus- gesandtew Schaluppe Aufnahme fanden.
Die Aufstellung der Verlustliste begegnet naturgemäß den größten Schwierigkeiten. Authentisches steht auch nichts über die Zahl der Ertrunkenen fest. Man muß berücksichtigen, daß Viele der Geretteten schwer verwundet sind und sich infolge dessen in Bürgerquartieren verstreut befinden, so daß die Zusammenstellung der Liste der Geretteten mit besonderen Schwierigkeiten verknüpft ist; auf Grund dieser können aber erst die Namen der Ertrunkenen festgestellt werden. Dazu muß man wohl mit der Wahrscheinlichkeit rechnen, daß sämmtliche Schiffsstammrollen bei der Strandung des Schiffes verloren gegangen sind und somit zur Feststellung der Namen jeglicher authentischer Anhalt fehlt. Die allgemeine Aufregung wird die ohnehin nicht leichte Arbeit noch erschweren. Um auf alle Fälle den An- fragenden möglichst bald genaue Auskunft geben zu können, und um nichts zu versäumen, um den Unglücklichen baldige Gewißheit geben zu können, ist in dem zuständigen Nachrichten-
„Die Summe benutzte er dazu, seine übrigen Schulden zu bezahlen, mein Lieber", platzte Dornbusch mit schadenfrohem Lachen heraus. „Die Gläubiger, und es waren deren nicht , wenige, trieben ihn derartig in die Enge, daß er- sich genöthigt sah, das Gut zu verkaufen. Allerdings hat er mit dem Erlös seine Bedränger alle befriedigt. Wenn er auch am Schluffe mit leeren Taschen dastand, so war er doch wenigstens ein Ehrenmann geblieben. Sie können ganz ruhig sein, Ihr Schwiegervater in spe hat Niemanden um fein Geld gebracht, er darf den Kopf hoch tragen. Allerdings schuldet er mir gegenwärtig die hübsche Summe von zweitausend Thalern, — aber ich sage eS Keinem außer Ihnen, und wenn ich das Geld nicht wieder bekomme, — was thut's, — ich kanns verschmerzen!"
Mit weit aufgerissenen entsetzten Augen hatte Uttrecht diese Rede seines Begleiters mit angehört.
„Das ist ein schlechter Scherz, den Sie sich da machen, Graf," stammelte er, noch ganz blaß, aber doch rasch gefaßt, — „das ist gar nicht । möglich, es kann nicht sein!"
„Zweifeln Sie an meinen Worten?" lächelte Dornbusch überlegen, „gut, Sie sollen Thaten sehen. Ich sage Ihnen, noch heute werden Ihnen die Augen aufgehen. O, es ist eine reizende i Gesellschaft in der Dornbusch verkehrt."
Aus dem hübschen Gesicht Uttrechts malte sich ungläubiges Staunen.
(Fortsetzung folgt.)
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