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mit dem Krcisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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bereits nachgekommen, Es ist während des süd­afrikanischen Krieges nicht nur neutral ge- Iilieben, sondern hat der Neutralität eine für England günstige Auslegung gegeben und z.B. den Durchmarsch englischer Truppen durch seine Kolonie Mozambique gestattet. Der Zweck des englischen Flottenbefuches war natürlich, den Dank der Königin für diesesloyale" Ver­halten zum Ausdruck zu bringen. Man kann Portugal aus seiner Politik, die übrigens im Volke nicht so herzlich begrüßt wird, wie es die Regierungskreise glauben machen wollen, keinen Vorwurf machen, denn es war darauf ange­wiesen, so zu handeln. Es würde wohl Niemand einen Finger gerührt haben, wenn England die C ncesfioncn, die ihm gutwillig gemacht wurden, erzwungen hätte, und außerdem ge­wann das kleine Königreich einen sehr mächtigen Freund, der auch im Stande ist, ihm beit Besitz seiner Kolonialherrschaft zu garantiren. Allerdings sind die beiden Kontrahenten von zu verschiedener Stärke, als daß man ihre Be­ziehungen eigentlich mit dem Namen Allianz belegen könnte, eher könnte man von einer Art Protektorat sprechen, das England über den iberischen Staat ausübt, und wahrscheinlich wird Portugal, wenn die erste Freude verraucht ist, recht bald spüren, in welches Abhängigkeitsver- hältniß es gerathen ist. Einen Beweis hat es in den letzten Tagen bereits erhalten, denn natürlich ist es unter dem Drucke Englands geschehen, wenn die portugiesische Regierung dem niederländischen Konsul in Lourentzo Mar­ques das Exequatur verweigerte. Die diploma­tischen Beziehungen zwischen Portugal und Holland sind gewissermaßen suspendirt, aber Portugal hat unter dem Schutz des britischen Löwen nichts zu befürchten.

Soweit sich die Sachlage überblicken läßt, berührt das englisch-portugiesische Bündniß die deutschen Jnteresien nicht unmittelbar, aber es kann dennoch eine Frage wieder aktuell machen, nämlich die nach dem Charakter des geheimen Afrikaabkommens zwischen Deutschland und England. Die bisher für die glaubwürdigste gehaltene Lesart, wonach sich dieser Vertrag so oder so auf die portugiesischen Kolonien beziehe, wird zweifelhaft, wenn England thatsüchlich seinem neuen Verbündeten den überseeischen Besitzstand garantirt.

Städtischer Kohlenverkauf.

c. Die Kohlentheuerung hat österreichische und deutsche Städte veranlaßt, für ihre ärmere Bevölkerung die Kohlenversorgung selbst in die Hand zu nehmen und das Feuerungsmaterial

Die Wirren in China.

Z u r L a g e. i

Alle Gesandten mit Ausnahme des englischen, erhielten Instruktionen ihrer Regierungen, worin der in der letzten Zusammenkunft festgestellten gemeinsamen Note zugestimmt wird. Wahr- ; scheinlich treten die Gesandten am Dienstag wieder zusammen, falls bis dahin der englische Gesandte Instruktionen erhalten hat, die gemein­same Note zu unterzeichnen. Alsdann wird wohl sofort der Verkehr mit den chinesischen Bevollmächtigten eröffnet werden. Prinz Tsching äußerte, der Kaiser Kwangsu sei bereit, nach Peking zurückzukehren, sobald er gewiß fei, daß man mit ihm verhandeln würde und man ihm in Sicherheit zurückzukommen gestatte. Die Entfernung Tungfuhsiangs vom Oberfehl über die Truppen, die die Umgebung des Hofes bilden, wird von den Gesandten als ein bedeutungs­voller Schritt angesehen, der den Wunsch der Regierung beweist, sich mit den Gesandten zu verstänigen, Was die Frage der Gesandtschafts­gebäude angeht, ist geplant, daß sie alle auf einem etwa eine englische Quadratmeile großen Gebiete westlich der Tatarenstadt errichtet werden sollen. Das Ganze soll mit einem Wallgraben mit Zugbrücken umgeben werden, der ausreicht, um gegen die Wiederkehr von Angriffen Schutz zu gewähren. Außer den Klubs der Ausländer

in kleinen Mengen zum Selbstkostenpreise abzu­geben; dieSoziale Praxis" macht darüber folgende Mittheilungen: In Troppau giebt die Gemeinde gegen Baarzahlung 1/i bis 10 Doppelzentner für den Monat November zu 2 Kronen 20 Heller den Doppelzentner (frei ins Haus 2 K. 28 H.). Der Graudenzer Magistrat hat ein- größere Menge Kohlen von der Königlichen Centralverwaltung der fiskalischen BergwerkeKönigin Luise" in Zabrze zur Ab­gabe an die Einwohner von Graudenz in kleinen Posten zu den Selbstkosten angekauft. Der Bernburger Gemeinderath nahm den Antrag des Magistrats an, Brennmaterial im großen einzukaufen und dasselbe im einzelnen zum Selbstkostenpreise an die ärmere Bevölkerung abzu­geben. Die GrubeWilhelm Adolf" hat sich bereit erklärt, Förderkohle mit 38 Pf., Würfelkohle mit 43 Pf. das Hektoliter abzulassen. In Bremen war ein Antrag mit gleichem Ziele gestellt worden; für Bremen wurde aber eine Kohlennoth bestritten und der Antrag abge­lehnt; dafür wurde befchlossen, daß die Gas­anstalt Coaks in Mengen bis zu drei Hekto­litern zu billigen Preisen abgeben solle, solange die jetzigen Preise anhalten. In Nürn­berg hat der Magistrat gegenüber einem in öffentlicher Versammlung erhobenen Verlangen sich dahin ausgesprochen, daß es unmöglich sei, von Seiten der Gemeinde die Kohlenver­mittelung für die Gemeindeangehörigen zu über­nehmen.

Es ist interessant, daß gerade diejenigen Stadtverwaltungen, die in dem Kampfe gegen besseren Zollschutz sür die Landwirthschaft an erster Stelle stehen, gegen die den Unbemittelten jetzt so fühlbare Kohlentheuerung unempfindlich sind. Die Devise der auf den Freihandel ein­geschworenen Stadtväter lautet eben: Alles für den Großhandel!

Arbeitsnachweis durch die Post.

* Um den Arbeitsnachweis für das ganze Land, nicht bloß für die Städte, nutzbar zu machen, wird in denGrenzboten" der Vor­schlag gemacht, den Arbeitsnachweis durch die Post zu organisieren. Von einer solchen Centralisierung des Arbeitsnachweises wird nicht nur eine lohnausgleichende, sondern auch eine streikverhütende Wirkung erwartet. Zu diesem Vorschlag theilt dieSoziale Praxis" Nr. 7 Nachstehendes über einen solchen Arbeitsnach­weis durch die Postanstalten in Luxemburg mit. Hier besteht ein Hauptarbeitsnachweis für das ganze Land und daneben die Einrichtung ört­licher Arbeitsnachweife, die nur den Geschäfts-

IS 1 ischJ MarJ OlWel

Umschau.

englisch-portugiesische Bündniß.

Donnerstag hat zu Ehren des Admirals » der Offiziere des englischen Geschwaders, i zur Zeit in Lissabon weilen, im Ajuda- jlaiS ein Diner stattgefunden, bei dem König -t Carlos einen politisch hochbedeutsamen Mpruch ausbrachte. Der Monarch trank ; die Königin Viktoria und bekräftigte in sicher Weife das zwischen den beiden Staaten »chende Bündniß. Er wies darauf hin, daß »rtugal in den schwierigsten politischen Krisen, die Unabhängigkeit des Landes bedrohten, tzland immer an seiner Seite gehabt habe. Se Vergangenheit sei eine Bürgschaft, daß irtugal und England durch Bande der Allianz d der Freundschaft in Zukunft so verknüpft iben werden, wie sie es in der Dergangen- jt waren. Dies seien immer die Gefühle der worragenden Männer des öffentlichen Lebens Portugal gewesen; es seien gegenwärtig die fühle aller Portugiesen und würden es immer iiben. Die Anwesenheit des englischen Ge- vaders sei ein glückliches Vorzeichen mehr d ein willkommenes Zeugniß dieser Ge­lungen.

bereit!) der einzelnen Postanstalten umfassen. An dem Dienst nehmen 52 Postanstalten Theil. Die Arbeitsangebote und die Arbeits­gesuche sind mittels frankierter Postkarten, die einen besonderen Vordruck tragen, an das Postamt Luxemburg-Stadt oder an die betreffende Ortspostanstalt zu richten; eine weitere Gebühr wird nicht erhoben. Die auf Grund der An­meldungen aufgestellten Listen des Hauptarbeits­nachweises werden nicht bloß bei den 52 Post- anstalten, sondern auch bei den 101 Eisenbahn- tationen des Landes veröffentlicht. Ferner werden die Listen an jedem Sonnabend in einer Auflage von 2180 Exemplaren an die Hotels, Restaurants, Gastwirthschasten und Caf s des Landes vertheilt. Die Postanstalten erhalten täglich Berichtigungsbogen zu den Wochenlisten. Im Jahre 181)7 wurden 420 Arbeitsgesuche und 2261 Angebote für 3420 Arbeiter ausgenommen. Erledigt wurden 474 Arbeitsgesuche und 2390 Angebote für 3444 Arbeiter. Die Anmeldungen werden so lange veröffentlicht, bis sie mittels Postkarte als er­ledigt bezeichnet werden.

gewesen, so daß an

il thatsächlichen Bestehen eines Bündnisses kür Ki s doch einer entente cordiale kein Zweifel tleibeni hr erlaubt ist. Auf welche Fragen sich das tcreKu "vernehmen bezieht, das natürlich nicht erst n der letzten Woche datirt, ist ziemlich klar, sichtlich ^Portugal ist an feinem Theile den aus ihm di- i Mrenden Verpflichtungen zum größten Theil

Hutten ianz resp. das herzliche Einvernehmen zwischen rbaulu ; beiden Staaten ist dann weiter das Thema Depeschenwechsels zwischen 2,.. "-'-2 Milch, d der Königin Viktoria gewesen, so daßan

Lf»rtkliährltcher B,r»g»pr«is: bei der Srpeditton 2 Ml.. täglich sicher an Werttagen nach voim- uud .jet.twflo.

iz» <)üß bei allen Postämtern 2,25 Mk. (exel. Bestellgeld). SsuulagsbeUage: Jlluftrirtrs SouutagSblatt.

M InfertionSgebShr: di. gespaltene Zeile oder btrtn Raum 10 Psg. in i Qnfi Druck und Verlag: Joh. Aua. Koch, Univrrfitats-Bichdrnckcrei

Reclamm' di. Zelle 26 Psg. MMWVH, 12 4)6^111061 1900. ifatburo Markt 21. - Telephon 55

Der englische Admiral Sir H. Rawson gifte für den Trinkspruch des Königs feinen lik sowie denjenigen der Offiziere des Ge- paders, der englischen Regierung und des uzen britischen Volkes aus. Nachdem er an Königin Worte der ehrerbietigsten Be- ißung gerichtet hatte, dankte er für die ge­rne Gastfreundschaft und versicherte, daß die irte, mit denen der König die alte Freund- ~T7 dft und das Bündniß zwischen Portugal und ▲I glaub bekräftigte, auf das herzlichste vom III lischen Volke und von der englischen Regierung V H ibert werden. Zum Schluß erhob der Admiral 1 Glas auf das Wohl und das lange Leben l- P- H Königs und der Königin, auf das Heil des inigreichs Portugal und auf die innigste kundschaft zwischen den beiden Ländern. Die

larii

tun

(Fortsetzung.)

Hirt Die Zukunft zeigte sich Uft kllichsten Licht.

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der Sinnenden

Am Morgen kamen doch auch wieder andere

L^wbanlen, trübe Ahnungen wollten sich in ihr HMz schleichen, wenn sie des Vaters gedachte.

er

an seinem kompromittirenden Thun und iben nicht am Ende ihr ganzes Glück ngslos zerschellte? Ob der Geliebte sich idesl^über hinwegsetzen würde um seiner Liebe Den? Wie sollte sie ihm das Alles sagen, ihn vorbereiten auf das, was er doch er=

en mußte?

Sie hielt es für bester, wenn Uttrecht die ze Wahrheit von ihr selbst erführe als von rn.

Alle diese bunten Wünsche und Hoffnungen ten durch Jsa's Kopf, während sie sorg- iger als sonst Toilette machte. Das nahm e ungewöhnlich viel Zeit in Anspruch. Es daher schon gegen elf Uhr, als ,bie junge tone enblich unten im Frühstückszimmer er= en unb bort nur Taute Martha antraf, bie lächelnd die Hand entgegenstreckte.ß Guten Morgen,. kleine Langschläferin," Sie sie.Heute hast Du ein wichtiges 6r= gniß versäumt, liebes Kind, noch kann ich ibst e5 kaum glauben. Es kam fo rasch und 1 gänzlich unerwartet.*

Isa, die seit gestern immer nur an Uttrecht tojte erschrak ein wenig; sie fürchtete, die Un-

(Nachdruck verboten.)

Wahre Liebe.

Original-Roman von Irene v. Hellmuth.

geduld hätte ihn schon am Morgen hierher­getrieben.

Denke Dir nur, Susanne hat sich verlobt!"

Tante Martha war nicht im Stande, mit ihrer Neuigkeit länger zurückzuhalten.

Ja, nicht wahr, da wunderst Du Dich, Isa? Mir ging es ebensö," fuhr die alte Dame gut gelaunt fort, als sie des Mädchens erstaunte Augen sah.

Isa begriff offenbar nicht, was die Tante meinte. Erst als die gutmüthige Dame sich alles von der Seele geredet, konnte das Mädchen wieder zu Worte kommen.

Darüber war wohl eine halbe Stunde ver­gangen, es hatte für Isas Ungeduld viel zu lange gedauert.

Ist Susanne denn glücklich?" fragte sie.

Ach und wie, das Kind strahlt ja förmlich vor Vergnügen und Wonne. Es ist aber auch ein prächtiger Mensch, ihr Bräutigam, und so lieb haben sich die Beiden, so lieb! Jetzt ist die Reihe an Dir, mein Liebling! Na lange werden wir auf Deine Verlobung wahrscheinlich auch nicht mehr zu warten brauchen, wie mich dünkt", plauderte die Tante weiter.

Isas reizendes Gesichtchen erglühte über und über.

Nein, lange nicht," bestätigte Isa mit leuchtenden Augen,vielleicht erfolgt das große Ereigniß schon heute."

Du Schelmin," drohte die Tante mit dem Finger und zog das Mädchen an sich.Liebst Du ihn denn! Verdient hat er eS, wenn er endlich glücklich wird, der gute Junge. Er lieb:: Dich ja so aufrichtig und so treu. Wie das

auf einmal alles zusammen trifft; es ist doch seltsam, dann haben wir zwei Bräute im Hause!"

Isa war zu sehr mit ihren eigenen Ge­danken beschäftigt, um viel auf die Reden der alten Dame zu hören. Auch bemerkte sie nicht, daß die Augen der Tante sich langsam mit Thränen füllten; sie weinte über das Glück der Kinder", die sie liebte wie ihre eigenen.

Isa suchte so schnell als möglich mit ihrer Morgen-Chocolade fertig zu werden. Sie schlürfte den heißen Trank hinunter, während sie wiederholt nach der Uhr sah. Dann eilte sie aus dem Zimmer, Tante Martha einen Gruß zunickend. Eine nervöse Unruhe hatte sich ihrer bemächtigt, und der Gedanke, ob der Geliebte wirklich kommen werde, erfüllte sie ganz.

Im Flur traf Isa mit Susanne zusammen, und mußte nun nochmals eine Fluth von Worten über sich ergehen lassen. Bis sie der Freundin ihren Glückwunsch gestammelt und die ganze Geschichte dieser seltsamen Verlobung mit ange­hört hatte, verging wieder eine geraume Weile. Der Boden brannte ihr förmlich unter den Füßen, und als sie bemerkte, daß Kurt eben­falls aus der Thüre feines Zimmers trat, und Miene machte, auf sie zuzugehen, eilte sie davon.

Enttäuscht und traurig blickte Kurt ihr nach. Susanne merkte es wohl, wie er litt. Ein leiser Seufzer entfloh seinem Munde, dann trat er bei Tante Martha ein.

Na, mein Jungchen," scherzte diese, .was machst Du für ein Leichenbitter - Gesicht" Heute mußt Du doch lachen und luftig fein, wie es sich für einen angehenden Bräutigam gehört!"

Wie Tante, Du treibst auch noch Spott mit mir?" versetzte Kurt finster.

Ich Spott? Kurtchen, das liegt mir wirk­lich fern! Ich spreche im vollen Ernst. Isa hat mir doch soeben erklärt, daß sie sich heut noch verloben werde.

Kurt taumelte einen Schritt zurück. Sein Gesicht war leichenblaß, nur die Augen glühten daraus hervor. Dann stand er mit einem Satz neben der Tante, und umklammerte deren Hand­gelenk so ungestüm, daß sie kaum ein schmerz­liches Aufstöhnen unterdrücken konnte. ,

Aber Kurt, mein Junge, was ist Dir nur?" rief sie erschrocken und ängstlich.

Was sagte Isa, sprich Tante, ich bitteDich!" Ich kann Dir wiederholen, daß sie mir erklärte, sie werde sich vielleicht heute ebenfalls verloben."

Unb Du glaubtest, mit mir?"' Natürlich, mit wem denn fönst?" O Tante, Tante, wie unglücklich bin ich doch!" rief Kurt verzweifelnd, stürzte nieder und vergrub den Kopf in den Schooß der er- fchrockenen Frau, um die Thränen zu verbergen, die ihm unaufhaltsam über die Wangen liefen. Ein konvulsivisches Zucken ging durch feinen starken Körper.

Tante Martha war förmlich sprachlos, diesem plötzlichen furchtbaren Leid gegenüber. Sie streichelte zärtlich das dichte Haarihres Jungen", wie sie immer gethan, als er noch ein Knabe war, und zermartete ihr Hirn, um etwas zu erfinden, das ihn beruhigen konnte. Allein es fiel ihr nichts ein. Geraume Zeit herrschte tiefe Stille in dem traulichen Gemach.

(Fortfetzung folgt.)