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Juj»rtion»grbühr: di» gespattmr Zeile oder deren Stau® 10 Pf-, Reclamm: bi» Zeil» 25 Pfg.

nnd Kirchhain.

Dienstag, 11. Dezember 1900.

tzrichei-ll taflltaj außer an Stjerttugen nuaj «uan- uno Feiertagen. SouutagSbeilage: Jlluftrirtrs Souutagsblatt.

Druck und Verlag: Joh. Au«. Koch, Umverfitäts-Buchdruckerei .Dtarbitra Markt 21. — Televbon 55

35. Jahrg.

Die Wirren in China.

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Zu militärischen Lage

riniEiL uns ein Reuter-Telegramm aus Peking —— £. 12.: Kapitäne Wingate und Ryder,

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Aropäern wnrden noch einige hundert che Eingeborene unter empörenden «den gemartert nnd getötet. Wingate hder besuchten die Missionsstation, worin :e Priester und ungefähr 3000 einge- Ehristen eine lange Belagerung durch und chinesische Truppen auszuhalten

Sie erhielten hier die Mittheilung, ie weiter westlich gelegene Station noch

«die deutsche Kalgan-Expedition be- m, kehrten heute nach Peking zurück. Sie verschiedene Plätze westlich von Kalgan, die Deutschen nicht berührten, besucht Daten nur von einer Eskorte von 12

tüfung der Dollmachten Tschings und ag-Tschangs zu einigen. Mehrere Ge- mhalten die Vollmachten für unge-

chaften erklärt, so unterliegt es doch auf der anderen Seite keinem Zweifel, daß frühere volksparteiliche Wähler jetzt ins sozialdemokrati- che Lager übergegangen sind. Diese starke Abnahme der volksparteilichen und das ent- prechend starke Anwachsen der sozialdemokrati- chen Stimmen ist um so charakteristischer, als während der letzten Legislaturperiode die Volkspartei die stärkste Partei in der Abge­ordnetenkammer war und einen entscheidenden Einfluß auf die innere Politik Württembergs ausübte. Die Früchte dieser unter überwiegend volksparteilichem Einflüße stehenden Legislatur- leriode sind allerdings sehr dürftig. Es sind ine Reihe großer Anläufe, namentlich zur Dersaffungs- und Steuerreform, unternommen worden, sämmtlich aber kläglich im Sande ver- aufen. DaS Facit dieses unter volkspartei- ichem Einflüsse stehenden Regiments inbezug auf die Stimmung der Bevölkerung wird durch >as Ergebniß der jetzigen Wahlen veranschau- icht. Es liefert einen neuen schlagenden Be­weis für die Wahrheit des Wortes, daß die bürgerliche Demokratie die Vorfrucht für die Sozialdemokratie ist.

nach dem Befehle der Behörden handelten. Diese Dinge ereigneten sich zu der Zeit, wo chinesischen Bevollmächtigten beständig den Mächten versicherten, die Chinesen thäkcn ihr Aeußerstes, um Gewalttaten zu unterdrücken. Selbst in Peking kommt es fast täglich vor, daß Chinesen verhaftet werden, welche Waffen verborgen tragen. — Eingeborene erzählen, >aß auf den 9. ds. der Tag des Aus- »ruches einer s r e m d e n f e i n d lich en Bewegung in der Hauptstadt festgesetzt hat. Die Berichte erregen jedoch keine Besorgniß, ja es mit der hier befindlichen Truppenzahl eicht ist, Herr jedweden Ausbruches zu werden, alls die Chinesen so übel berathen sein sollten, ihn überhaupt zu versuchen.

Einzelheiten.

Chinesische Geschosse sind, wie es in einem in der „Straßb. Post" veröffentlichten Soldatenbriefe aus Tientsin vom 22. Oktober ?eißt, vielfach nicht krepirt. Sie waren statt mit Sprengstoffen gefüllt mit — Sägespähnen.

Chinesische Grausamkeiten schildert ein in .Straßb. Post" veröffentlichter Soldaten­brief aus Tientsin vom 22. Oktober. Ein deutscher Soldat, der sich mit einigen Japanern nach einem einige hundert Meter vom deutschen Lager entfernten Dorfe begeben hatte, wurde von Boxern überfallen. Sie schnitten ihm seine Gesichtshaut in lauter etwa V2 Centimeter breite Streifen und suchten ihm die Pulsadern zu durchschneiden. Chinesische Dorfbewohner verbanden ihn und führten ihn nach dem Lager zurück. „Gleichzeitig hatten sie aus Angst vor Strafe (jedes Dorf, bei welchem ein Angriff auf das Leben eines der Verbündeten stattfindet, wird sofort in Brand gesteckt) die Uebelthäter festgenommen, welche sofort erschoßen wurden."

Aus Peking wird vom 9. d. berichtet: Der Außenhafen von Taku ist zugefroren. Fünfzig Schiffe sitzen im Eise fest.

begleitet. Es ereignete sich keinerlei mfall auf der Reise. Die Kapitäne be­it die Nachricht von der Ermordung eutnants Watthones in Kweitsneat- und erhielten ferner die Nachricht, daß iet 12 Europäer auf Anordnung des i$ in jenem Orte hin gemordet worden Die meisten derselben waren Missionare chweden und Norwegen, doch befand sich Watthones wenigstens noch ein Engländer den Ermordeten. Abgesehen von

Umschau.

Zu den Wahlen in Württemberg.

Das charakteristische Moment der soeben vollzogenen Neuwahlen zur Württembergischen Kammer der Abgeordneten ist der starke Rück­gang der deutschen Dolkspartei und die starke, Zunahme der sozialdemokratischen Stimmen. Beide Erscheinungen stehen sicher nicht vereinzelt da, sondern untereinander im Zusammenhänge. Denn, wenn die Zunahme der sozialdemokrati­schen Stimmen sich auch zum Theil auS dem Bevölkerungszuwachse der industriellen Ort-

»hlen.

[ketten.

iMk.5.

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Aus Samoa.

m. Der Kommandant S. M. S. „Cormoran" äußert sich in einem am 4. Oktober aus Apia abgegangenen Berichte wie folgt:

„Der Aufenthalt in Sydney und Aucland (Neu-Seeland) verlief normal. Die englische Bevölkerung zeigte sich sehr liebenswürdig und entgegenkommend. Von irgend welcher Miß­stimmung gegen Deutschland habe ich nirgends etwas bemerkt. Der Premierminister von Neu - Süd - Wales, Sir William Lyne, machte mir freundlicher Weise aus freiem Antriebe einen offiziellen Besuch. lieber die Zustände auf Samoa kann ich Gutes be­richten. Die Eingeborenen scheinen mit dem Gouverneur Dr. Sols, der in der kurzen Zeit das denkbar Beste geleistet hat, sehr zufrieden zu fein. Matafaa erklärte, so lange er lebe, würden Unruhen wohl nicht ausbrechen.

In Apia macht sich das Deutschthum mehr bemerkbar. Handwerker und Kaufleute bringen deutsche Schilder an und benutzen gern jede Gelegenheit, um zu zeigen, daß sie bereit sind, den Gouverneur in der Förderung des Deutschthums zu unterstützen. Auf der Straße hört man an Stelle der früher üblichen englischenBegrüßung von den Samoanern das freundliche deutsche „Guten Tag". Ich theile die Ansicht des Gouverneurs, daß es durch die Verhältnisse geboten ist, mit den Ver­

deutschungsbestrebungen nicht zu schnell vorwärts zu gehen.

Die allgemeine Lage ist eine durchaus zu- riedenstellende, der Gesundheitszustand der Be- atzung ein guter". Das sind erfreuliche Nachrichtens

enb, um mit ihnen die Friedensverhand- ;*"*“(?« ü einzuleiten, die, wie man glaubt, dem- beginnen sollen.

: 3 H Zur diplomatischen Lage.

lOm B der französische Gesandte Pichon er- : 3 hatte, daß nach dem Jndochina benach- chinesischen Gebiete große Mengen von eingeführt und dort Truppen ange­lt werden, hat er Tsching und Li-Hung- ilär „Q ein Schreiben zugehen, laßen, worin 2 ihnen verlangt, diesem Vorgehen ein rfh* M machen, da Frankreich andernfalls ge- ___। sft, Maßregeln zu ergreifen, um die heit feiner Grenzen zu schützen und » Ueberfälle von Räubern mit Waffen- v [ jU unterdrücken. Pichon weist in dem PDCfl Iben weiter darauf hin, daß die Interessen l!änbergebiete es erfordern, ernstere Der- Die sremden Ge­

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tber » ongen zu vermeiden. .

eitig ’ it treten Montag zusammen, um sich über kitzel« tüfung der Vollmachten Tschings und

Mich« gert wird, nicht nur von den Boxern, zFreub Mauch von regulären Truppen, die

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Deutsches Reich

Berlin, 10. Dezember.

— Die Rheinische Metallwaaren-Ma- chinen-Fabrik Düsse lDorf und die Fahr­zeug-Fabrik Eisenach haben, laut ,Frkf.Ztg.', am 5. ds. Mts. mit der Charteret) Company «Cecil Rhodes und Genossen) für die englische Kriegs­verwaltung einen weiteren Kontrakt aus Lieferung von 12 Batterien der neuen Schnell- euergeschütze, System Ehrhardt, sowie der hierzu notwendigen Munitionswagen und 30000 Geschosse abgeschlossen. Die Lieferung soll noch mehr be- chleunigt werden als die erste und sie muß bis Ende Februar ausgeführt sein. — Hoffentlich legt die Re­gierung, gerade so wie sie es zu Beginn des Krieges «trupp gegenüber gethan hat, auch diesen Firmen nahe, die Lieferungen während des Kriegszustandes nicht auszuführen.

— Dem .Vorwärts" schreibt man: „Einem Norweger ist es gelungen, ein neues Gewehr zu erfinden, das sowohl hinsichtlich seiner genialen Konstruktion, als auch der Durchschlagskraft seiner Geschosse alle andern Systeme übertrumpft. Mit dem neuen Mordinstrument wurden im deutschen Lehr- Infanterie - Bataillon eingehende Versuche angestellt, die ein dermaßen „glänzendes Resultat" ergaben, daß, wie von durchaus vertrauenswürdiger Seite versichert wird, der Kaiser befohlen habe, eine der Divisionen des hannoverschen 10. Armeekorps probeweise damit auszurüsten. Die Erfindung ging vor kurzem in den Besitz eines Konsortiums internationaler Kapitalisten über, unter denen sich u. A. auch die Rothschilds befinden. Einer der Haupttheilnehmer ist ferner der Geheimrath Ehrhardt in Düsseldorf, in dessen Fabriken die Waffen hergestellt werden sollen." Die Verant­wortung für diese Behauptungen muß dem „Vorwärts" überlasten bleiben.

— Eine Volksversammlung in München beschloß, den Präsidenten Krüger nach München einzuladen.

— Wie die „Nordd. Allg. Ztg." hört, hat Ge­neralmajor Liebert, da seine Ernennung zum Divisionskommandeur bevorsteht, die, Enthebung von seiner Stellung als Gouverneur von Deutsch- Ostasrika beantragt. Dem Antrag wird aller­höchsten Ortes Folge gegeben werden. Als Nachsolger ist der Hauptmann im großen Generalstab, Graf von Goetzen, der bekannte Asrikaforscher, in Aussicht genommen.

— Die „Freis. Ztg." behauptet, der in der Budget­kommission von Frhrn. von Thielmann angekündigte weitere Nachtragsetat für Cchina, der gleich­zeitig mit dem neuen Reichshaushaltsetat erledigt werden solle, werde gleichfalls Forderungen für die China-Expedition enthalten, und zwar habe Frhr. von Thielmann selbst mitgetheilt, daß die zweite Forderung hundert Millionen betragen werde. Danach würden sich die Gesammtkosten bis aus Weiteres aus 253 Millionen belaufen.

diesjäh vorüb«

«Nachdruck »erboten.)

inal-Roma» von Irene v. Hellmuth.

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zu erringen?"

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bas Mädchen einwilligt, — Ihnen gebe

Ich was, gehen Sie mir doch mit Ihrem

—x—rief Kurt da-

: Art N, e mstalM mögli enscheü folgeck h du rt. U: mit d lieb

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(Fortsetzung.)

einmal wollte ich Diejenige noch nach der mein Herz so stürmisch te. Deshalb kam ich heute hierher mit rsatze, nicht eher fortzugehen, bis ich sie o erblickt hätte. Wie ich das fernere

ertragen sollte, wußte ich freilich nicht, hier nur ein Mittel, Arbeit, — viel

so gs- icherlei. m de»

ier e rufen?“

h dem Ton, mit dem er diese Worte sprach,

ichnete Mb ein Ehrenmann, — icy weiß, oei findet «ist Susanne gut aufgehoben, Sie werden htstag fchützen in den Stürmen des Lebens, und “S 1 bas Mädchen einwilligt, — Ihnen gebe (8072 'eine Schwester von Herzen gern! — Soll

mache» hten Sie nicht erst das Aeußerste, die Ge- !iu erringen?"

t Ein- fürchtete, das würde mir nicht ge= trd) du S. Wie konnte ich, der Untergebene, es ' HO i, meine Augen zu ihr erheben? Der h ver- ^ieb des Standes — —" an all! ,

tnferet n Standesunterfchied!

,.S Wahre Liebe, jreuden chon s' m alt

nähme Mensch ist Mensch, wenn er nur ein braver, ehrlicher Kerl ist! Heßfeldt, Und ein Ehrenmann, — ich weiß, bet

hatte den Ellenbogen auf den Tisch r W°M und das Gesicht in die Hand gelegt.

kch Heßfeld, — Sie sind wirklich thöricht," er sinnend. „Warum wollten Sie so die Flinte ins Korn werfen? Warum

klang eine tiefe Bewegung, er steckte dem In­spektor beide Hände entgegen, die dieser mit festem Druck faßte.

„Sie find zu gütig, Herr Baron," stammelte er verwirrt, „aber daß gelobe ich Ihnen feierlich, Sie sollen es nie bereuen! Was in meiner Macht liegt, soll geschehen, um Ihrer Schwester das Leben so angenehm als möglich zu machen!"

Kurt schritt zur Thüre, und wäre dort bei­nahe mit Susanne zusammengestoßen.

„Aha, die kleine Neugierde hat wohl ein wenig gehorcht?" sagte er lächelnd und drohte ihr mit dem Finger. „Na, ich uehme es Dir ja nicht übel, bei einer für Dich so hochwichtigen Verhandlung."

Damit schob er daS erglühende Mädchen vollends ins Zimmer, und blieb eine Weile lauschend stehen. Drinnen regte sich vorerst gar nichts. Kurt lächelte leise vor sich hin.

„Am besten ist's, man läßt die Beiden jetzt allein," murmelte er, „sie werden sich manches zu sagen haben."

Dann seufzte er ein paar Mal tief auf und suchte die Tante, um sie über das Dorgefallene zu unterrichten.

Als er etwa eine Stunde später wieder an der Thüre stand, hörte er drinnen ein Helles glückliches Lachen; er öffnete vollends das Zimmer. Da saßen die Beiden, hielten sich an den Händen und schauten sich mit solch verklärtem Ausdruc' in die leuchtenden Augen, daß Kurt unwillkür­lich wieder einen tiefen Seufzer ausstieß.

Susanne flog ihm an den Hals.

„Wie bin ich glücklich, Kurt," flüsterte sie ihm in's Ohr, „jetzt will ich nicht mehr ruhen und rasten, bis auch Du das ersehnte Ziel er­

reicht hast. Gleich heute werde ich selbst noch mit Isa sprechen."

„Nein, nein, Susanne, da? wirst Du nicht! Laß den Dingen ihren Lauf, ich will nicht, daß Isa irgendwie beeinflußt werde."

„Immer das alte Lied," sagte sie halb grollend.

Sie hätte den Bruder so gerne glücklich ge­sehen; das melancholische Gesicht, welches er in den letzten Tagen zur Schau trug, that ihr ordentlich weh, und sie beschloß bei sich, trotz des Bruders Verbot, Isa alles zu sagen. Sie war fest überzeugt, daß die Freundin die treue hingebende Liebe Kurts noch nicht erkannt hatte, daß man ihr deßhalb die Augen öffnen mußte.

„Vielleicht," so hoffte Susanne im Stillen, „kann ich ihm heute noch die beglückende Nach­richt bringen, daß sein sehnlichster Wunsch sich erfüllen werde."

Kurt saß dann bei dem Brautpaar.

Kräftig schüttelte er dem zukünftigen Schwager die Hand.

„Mache Susanne glücklich," sagte er, nachdem sie auf das Wohlergehen der Verlobten ange­stoßen hatten, „sie besitzt alle Eigenschaften, die ein rechtes Weib haben muß."

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Isa hatte eine schlechte Nacht gehabt. Erst als der Tag graute, fiel sie in einen leichten, unruhigen Schlummer, der ihr jedoch keine Erquickung brachte. In allen Gliedern lag es ihr am Morgen wie Blei. Daran trug aller­dings die hochgradige Erregung des vorher­gehenden Abends schuld. Isa hörte noch immer die leidenschaftlichen Worte, die ihr Herr von Uttrecht in's Ohr geflüstert, fühlte noch den

innigen Händedruck, mit dem er sich verabschiedet hatte. Sie wußte es, er würde ihr gern noch mehr gesagt haben. Aber es fehlte ihm die günstige Gelegenheit dazu. Isa sah, wie er zornig die Lippen aufeinanderbiß, als Susanne wie eine Hüterin immer neben ihnen stand und nicht begreifen zu können schien, daß er nur auf den Moment wartete, wo sie sich entfernte.

Aber das geschah nicht, und Herr v. Uttrecht mußte sich damit begnügen, Isa tief in die Augen zu blicken, und ihr zuzuflüster:

„Werden Sie mich morgen früh am Wald­weg erwarten, — da, wo wir uns schon öfters begegneten?"

Während sie seine Frage mit einem kaum merklichen Neigen des Kopfes beantwortete, zog ein stürmischer Jubel durch ihr junges Herz. „Morgen, ach morgen, da würde er ihr sagen, daß er sie liebe, — wie süß mußte das sein!"

In ihrem Zimmer saß sie dann noch lange unbeweglich still ohne Licht zu machen, und starrte in die Dunkelheit hinaus. In ihrem Innern wogte ein Chaos von Gedanken, von süßen Hoffnungen und bangen Zweifeln durch­einander. Zum ersten Male in ihrem Leben schlug ihr Herz einem Manne entgegen. Das Gefühl war ihr so neu, sie mußte sich erst dar­an gewöhnen, sie mußte es erst faffen lernen, daß es ein Wesen gab, dessen ganze Seele sie allein ausfüllte, wie Uttrecht ihr bebend versichert hatte. Wie in einem Traum befangen, fühlte sie sich noch jetzt, es kam ihr vor, als trüge die Welt ein völlig anderes Gepräge als läge alles vor ihr im goldenen Sonnenschein, während draußen die Herbstnebel in phantastischen Gebilden um das Haus wogten. (Forts, folgt.)