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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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nachdem bekannt geworden war, daß die Gesang­vereine und Musikkapellen eine Serenade dar­bringen sollten. Behördlicherseits war

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Preßstimmen.

Der greise Präsident der ehemaliger Trans­vaalrepublik bildet augenblicklich für die politische und unpolitische Welt das Tages­gespräch. Auch die Presse aller Parteien ist

^.Kurt unbeweglich unten stehen mit einem ksichtsausdruck, als ekelte ihn die ganze Welt L Sie hob das raschelnde Kleid ein wenig in MHöhe und schlich auf den Zehenspitzen ganz

sind nicht gehoben. Höre man doch trotz aller Verschwiegenheit der betheiligten Beamten, daß es mit dem Dortmund-Ems-Kanal nicht gehe. Es bleibe bei dem Urtheil eines Moltke und Blume: Wenn es sich um die Wahl handelt, ob Eisenbahn oder Kanal, sei erstere zu wählen. Wir sind nicht prinzipiell gegen Kanäle, wenn es sich um die Förderung des ganzen Landes handele. Im übrigen aber wird durch dieselben zum Schaden der Landwirth- schaft, besonders in Folge der Steuervergütung, nur die Großmühlenindustrie unterstützt. Auch müsse es als ein unerhörter Zustand angesehen werden, wenn man Millionen in die Kanäle stecke und, gebunden durch Handelsverträge, den fremden Schiffen auf denselben freie Fahrt garantiere, keine Gebühren erheben dürfe. Auch dürfe an unserer Eisenbahnpolitik nicht gerüttelt werden, sonst würden unsere Finanzen ruiniert.

Die allgemeine politische Stellung der Konservativen ist und bleibt dieselbe wie früher. Wir sind bis ins Mark königstreu, nicht bloß aus Gesühl, sondern auch aus Ver­standesrücksichten. Eine starke Monarchie allein macht, trotz augenblicklicher Fehler, ein Land stark und glücklich. Alle Bestrebungen etwa nach einem Staatsgerichtshof und dergl. werden am Reichstag hoffentlich abprallen. Bedenken müssen wir haben gegen eine Politik, wie die des letzten Jahres, nach der man die Social­demokratie wie jede andere Partei behandeln wolle. Sind ihre Führer erst einmal an der Regierung, werden sie rücksichtslos ihre Ideen durchsetzen wollen. Dann werde es nur durch Ströme von Blut zu früheren Derhältniffen zurückgehen.

Eine Nothwendigkeit sei eine unab­hängige, selbstständige konservative Partei. Wir sind durch die Verfassung berufen, unsere Meinung zu sagen, wie wir sie für das Land ersprießlich halten. Wir können und dürfen keine Wetterfahne sein. Stolz können wir sein auf ihre Haltung bei allem Druck, der geübt worden ist, stolz auch auf die Beamten in ihr, die in anständigster Weise an ihrer Ueberzeugung festgehalten. Wir find entschlossen, in der bisherigen Weise fortzufahren, treu der Krone, mit dem Herz' und zu Opfern bereit, aber auch selbstständig und überzeugungstreu. Nur so werden wir einst in schwerer Zeit gegenüber der Social- demokratie^.unseren Einfluß in die Wagschale werfen können.

»Was meinst Du?"

«Nichts Isa! Du mußt nun wirklich gehen, wird bereits auf Dich warten. Ich will

er antwortete nur mit wenigen gezwungenen Worten.

Isa war wieder der Mittelpunkt der Gesell­schaft. Sie freute fich kindisch über die Triumphe, die sie feierte, und scherzte und lachte so herzlich, daß sie Alle mit fortriß.

Nur für Graf Dornbusch, der sich seinen Platz so gewählt hatte, daß er Isa immer im Auge behalten konnte, schien sie weder ein Wort noch einen Blick übrig zu haben. Sie sah ab­sichtlich an ihm vorüber, obwohl er sie mit glühenden Augen betrachtete.

Susanne die neben dem Grafen saß, be­merkte, wie es in ihm gährte und kochte, wie er knirschend vor innerer Wuth die Zähne auf­einander biß, und unter dem Tische die Ser­viette zu einem Knäuel zusammenballte. Su­sanne versuchte, den Aufgeregten in ein Ge­spräch zu ziehen, bekam aber nur einsilbige Antworten. Sie hätte Dornbusch gerne ab­gelenkt, weil sie für die junge Freundin fürch­tete, und warf derselben manchmal verstohlen einen Blick zu, der sie warnen sollte.

Doch Isa bemerke es nicht.

Etwas, das beinahe dem Neid verwandt war, kam über die ernste, bescheidene Susanne. Was mußte es doch Herrliches sein, wenn man so verehrt wird, wenn man in solchem Maße die Aufmerksamkeit Aller auf sich zieht, wie dies reizende, junge Geschöpf. Susanne schaute fich im Kreise um. Wer beachtete sie den eigentlich? Fast Keiner. Doch, Einer war da, dem es anscheinend ein großes Vergnügen bereitete, wenn sie sich mit ihm unterhielt: Inspektor Heßfeldt. Der junge Mann, dessen bescheidtnes, zurückhaltendes Wesen ihm offenbar nicht ge­stattete, sich der Schwester seines Herrn zu nahen,

Später, Isa, wenn die Gäste fort find," flüsterte er ihr zu.

Hast Du Sorgen?" fragte das Mädchen.

Ja, Kind, schwere, quälende Sorgen"

O mein Gott, aber davon ahnte ich ja gar nichts! Warum ludst Du denn all die fremden Menschen ein? Was sind das für Sorgen, sprich doch, hattest Du irgend welche Verluste?"

Kurt lachte bitter auf.

Bis jetzt noch nicht, aber der schwerste Ver­lust wäre es für mich,*

In diesem Augenblick wurde er unterbrochen.

Gnädigste Komteffe, ich suche Sie schon eine ganze Weile," tönte die Stimme Herrn v. Uttrechts in das leise geführte Gespräch.

Sie entschuldigen," wandte er sich an Kurt, wenn ich Ihnen das gnädige Fräulein ent­führe. jede Minute ist mir kostbar."

Er bot Isa den Arm. Kurt starrte den Beiden finster nach.

Isa sah an diesem Abend geradezu entzückend aus. Mancher der anwesenden Herren beneidete Uttrecht um seine schöne Nachbarin, deren helles Lachen wie silberne Glöckchen durch den Saal tönte. Die Sorge um Kurt schien völlig ver- geffen, man ließ ihr auch keine Zeit zum Nnch- denken. Sie wurde von allen Seiten in An­spruch genommen, und ihr Tischnachbar hatte so viel zu fragen und zu erzählen, daß sie Mühe hatte, feiner Unterhaltung zu folgen.

So entging es ihr auch, daß Kurt, der etwas entfernt von ihr saß, fast gar nichts genoß, nur ein paar Gläser des schweren Weines stürzte er hastig hinunter. Man machte ihm Kompli­mente über sein Talent, Feste zu veranstalten,

wurde von Kurt hochgeschätzt. Er saß Susanne zur Rechten und schien darüber sehr beglückt zu sein. Die junge Dame plauderte eben lebhaft mit ihm über wirthschaftliche Angelegenheiten, als die unangenehme, schnarrende Stimme des Grafen Dornbusch an ihr Ohr schlug.

Wie lange gedenken Sie denn noch hier zu bleiben, gnädigste Komteffe?" ries er ganz plötz­lich Isa zu.

Das weiß ich selbst nicht," gab diese etwas widerwillig zurück,wahrscheinlich noch sehr lange, das heißt," fügte sie mit einem schalk­haften Blick auf Kurt hinzu,wenn meine freundlichen Gastgeber mich noch länger hier behalten."

Hoffentlich gelingt es uns, Sie für immer zu fesseln," raunte ihr Herr von Uttrecht zu.

Ich liebe das Leben auf dem Lande mehr, als die geräuschvolle Großstadt," sagte Isa,ich konnte mich in der Residenz gar nicht einge­wöhnen, und war glücklich, als meine beiden Jugendfreunde mich von dort entführten."

Und doch bietet das Leben in der Stadt viel mehr Abwechslung," warf Dornbusch schein­bar leicht hin, während er einen lauernden Blick zu Isa hinübersandte. Denken Sie nicht zum Beispiel an unsere schönen Theater, an den großartigen Cirkus"

Er hielt einen Moment inne, um die Wirk­ung seiner Worte bester beobachten zu können. Ein spöttischer Zug lag um den schmalen Mund, als er sah, wie Isa jäh erbleichte und nur mit Mühe ein Lächeln aus ihrem Gesicht sesthielt.

Sie kennen doch gewiß den Cirkus Conradth Gnädigste? Waren Sie schon einmal dort? WaS da geboten wird, ist einfach großartig

M zu ihm hin.

fuhr herum, als sie die Hand auf seine Nulter legte.

-Was willst Du?" fragte er finster.

-Ich möchte wissen, was Dich quält, Kurt" segnete Isa in weichem Ton, und sah ihn

an.

«wen Augenblick schien er zu schwanken, zu '-legen, der finstere Ausdruck wich rasch einem ^lgen Lächeln. Sollte er ihr jetzt alles sagen, r too sein Haus voller Gäste war? Erfuhr ^.über die Stirn und schüttelte langsam den

Fenstern des dem Domhotel gegenüber liegenden Palasthotels weihevolle Weisen der Deutzer Kürassierkapelle, während die MengeHeil dir im Siegerkranz!" anstimmte. Als Krüger auf der Estrade erschien, brach ein Jubel los, wie ihn Köln noch nicht erlebt hat. Krüger war überaus gerührt. Er grüßte nach allen Seiten 'unb erklärte seiner Umgebung, daß das Erlebte ihm tief zu Herzen gehe.

Ein Zwischenfall.

Leider kam es Montag Abend zu einem bedauerntswerthen Vorfall vor dem englischen Konsulat. Dort versuchten einige Menschen unter lautem Geschrei das Schild herunterzu­reißen. Sie wurden aber durch berittene Schutzleute daran verhindert und zum Theil verhaftet. Nähere Angaben wer die Stören­friede gewesen find, erwarten wir noch. Daß die Bevölkerung ihre Handlung verurtheilt, daß sie den Schaden, der verursacht wurde, wie einen Schaden betrachtet, der in erster Linie Krügers Sache betrifft, bedarf keiner Versicherung.

Eine Anfrage im Reichstag. Eine Wiederholung des Besuchs?

Wie neuerdings verlautet, sollen im Reichs­tage Erwägungen im Gange sein, ob eine An­frage an den Reichskanzler wegen des amtlichen Verhaltens gegenüber dem Präsidenten Krüger zu richten sei. Wir glauben nicht, daß es zu einer Interpellation kommen wird.

Jetzt verlautet mit Bestimmtheit, daß der Berliner Besuch in drei bis vier Wochen stattfinden würde. Es wäre aus verschiedenen Gründen zweckmäßig, wenn darüber bald eine zuverlässige amtliche Mittheilung erginge.

Die Abreise.

Präsident Krüger reist Donnerstag Morgen 10 Uhr 6 Minuten direkt von Köln nach dem Haag via Arnheim, Utrecht, Gonda und wird dort um 2 Uhr 48 Min. eintreffen.

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Umschau.

Der Ausschuß des Handelstages hat beschlossen, die Verhandlung über die Ge­treidezölle von der Tagesordnung der Plenar­sitzung auszuschließen. Nach derselben Taktik hat bekanntlich auch der Kommerzienratsverein operirt, als er die Höhe der künftigen Getreide­zölle aus der Diskussion ausschaltete. Damit ist keineswegs etwa ein Entgegenkommen an die landwirthschaftlichen Forderungen dokumen- tirt, sondern nur ein wenig Verschleierungs- Politik getrieben, um derHandelsvertrags­bewegung" einen größeren Anhang auch von Unbefangenen" zu verschaffen. Wirklich klar­sehende Leute werden sich durch diese Taktik nicht täuschen lasten.

Präsident Krüger in Deutschland.

Eine Ovation. H

Eine nach vielen Tausenden zählende Menschen­menge bereitete am Dienstag Abend Krüger vor dem Domhotel eine große Ovation,

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®)te über das Treppengeländer hinab, und

Mittel M einma in die Küche, habe Verschiedenes rege

(Nachdruck verboten.)

Wahre Liebe.

Original-Roman von Irene v. Hellmuth.

(Fortsetzung.)

«Ich weiß nicht, Tante, ich hatte den ganzen 1 wenig Gelegenheit, mit ihm zu sprechen." «Ach so," sagte Tante Martha etwas gedehnt,

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Die politische Lage und die konservative Partei.

Der Vorsitzende der konservativen Fraktion Mgeordnetenhanses, Herr Graf zu Limburg- irum, hat am Dienstag in der Vorstands- ng des Vereins der Konservativen aller attieruugen im Breslau-Neumarkter Wähl­te einen mit lebhaftem Beifall aufge- menen Vortrag über die politische Lage alten, dem wir, einem ausführlichen Berichte Schlesischen Morgenzeitung" folgend, die stehenden Stellen entnehmen:

Zur Kohlennoth Stellung nehmend betont Redner: Hier müssen wir etwas thun, aber ie aus dem Auge lassen, daß es nothwendig l alle Maßnahmen als dauernde zu treffen, ie Händler und den Detailvertrieb könne man ät entbehren, nicht nöthig aber sei das delsmonopol. Zunächst müsse man mit den alischen Gruben Maßnahmen treffen, um Großfirmen Konkurrenz zu schaffen.

Bei der chinesischen Frage sei festzu- en: Wir mußten mit Energie und Ent- iedenheit vorgehen Angesichts der Völker- tsverletzung und der Gesandtenbehandlung, ier handelte es sich um die Ehre; für sie ein­en, entspricht dem deutschen Charakter; liegen demselben Gesichtspunkte einer erpolitik. Auch werde entschieden der inakrieg Konflikten mit anderen Völkern beugen, nachdem man gesehen, wie unsere itärische Organisation jo trefflich geklappt , und Angesichts des hAdenhaften Schlagens eier Marine. Das todesmuthige, kaltblütige alten der Mannschaften und Offiziere des Ktis", der seinem Namen Ehre gemacht, bleibe ser Geschichte unserer und anderer Marinen, ieses heldenmüthige Jn-den-Tod-gehen habe iubiutf gemacht auch bei anderen Völkern und ige ihnen, daß unser Militär, das 70 so ich gekämpft, seitdem nicht verrottet sei. diesem Sinne stelle sich die Ausgabe für Chinafeldzug als eine große Versicherungs- imie für die Zukunft dar.

Angesichts der Anleihen zur China- litik und der Geldknappheit, über schon im vorigen Jahre Herr von Siemens lagt, werde die so notwendige Eisenbahn- ik schlecht wegkommen. Bei dieser Geld- Pheit nun noch die Kanalvorlage mit 450 Millionen, betreffs deren die. Be­seit vorigem Jahre nur noch größere ge­lt sind. Auch die technischen Bedenken

Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 ML, fltoz» Ericheim täglich außer an Werktagen natti «omt- urw Feiertagen,

bei allen Postämtern 2,25ML (excl. Bestellgeld). Sonntagsbeilage: Jlluftrtrtes Sonntagsblatt.

Jus.rttooSgebühr: die gespaltene Zelle oder deren Raum 10 Pfg. o -«nnn Druck und Verlag: Joh. Aug, Koch, Univerfitäts-Buchdruckerei

Reclama.: bi. Zell. 25 Pfg. Donnerstag, 6 Dezember 1900. Marbnra Markt 21. - Telephon 55

thHustd Die alte Dame trippelte eilig davon. Isa tnfljea# tate ihr gedankenvoll nach. Also die Tante es auch bemerkt, daß Kurt anders war Klonst. Was mochte ihm nur fehlen? Sie

Auswärtige Politik und Sozial­demokratie.

Die Kunst, aus Schwarz Weiß zu machen, ist vomVorwärts" bezüglich der auswärtigen Politik des Reiches in der Zeit vom 30. Novbr. d. Js. bis zum 2. Dezember d. I. mit einem Ernst geübt worden, um den sämmtliche Au­guren des Alterthums das Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei beneiden müssen. Am 30. November schloß derVorwärts" seien LeitartikelIm weltpolischen Fahrwasser" folgendermaßen:

Nur zu bald wird es heißen Deutschland könne, nachdem es sich eine leitende Stelle im Concert der Mächte errungen, nun auchzur Wahrung seiner Ehre" anderswo (als in Asien) nicht zurückbleiben, es müsse mit dabei sein, wo irgend es Welthandel giebt, sei es in Europn, in Afrika oder in der weiten Insel­welt des Stillen Ozeans."

Am 2. Dezember schreibt dasselbe Blatt in einem Leitartikel, der nachweisen will, daß die Burenrepubliken im Hinblick auf Deutschland das Opfer einer politischen Illusion geworden seien, das Nachstehende:

Sie (bie Vuren) glaubten der gepanzerten Faust der befreundeten deutschen Nation sicher zu sein. So ergriffen sie denn, als der Ausbruch des Krieges un­vermeidlich geworden war, die Offensive . . . Die einfältigen Viehzüchter hatten eben keine Ahnung davon.... welch vorsichtige Geschäftsvolitiker im Grunde die wiedererftandenen Wikinger find'