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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.

5) Die Einrichtung von Schulen nach dem Altenaer und Frankfurter Lehrplan hat sich für die Orte, wo sie besteht, nach den bisherigen Erfahrungen im Ganzen bewährt. Durch Real- schulen mit umfassendem gemeinsamem Unterbau biete sie zugleich einen nicht zu unterschätzenden socialenVortheil.

Ich wünsche daher, daß der Versuch nicht nur in zweckentsprechender Weise fortgeführt, sondern auch, wo die Voraussetzung zutrifft, auf breiterer Grundlage erprobt werde. Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß die hiernach zu treffenden Maßnahmen, für deren Durch­führung ich auf die allezeit bewährte Pflicht­treue das Verständniß und die volle Hingebung der Lehrerschaft rechne, unseren höheren Schulen zum Segen gereichen und an ihrem Theil dazu beitragen werden, die Gegensätze zwischen der humanistischen und realistischen Richtung zu mildern und einem versöhnlichen Aus­gleich entgegenzuführen.

aber auch nicht zu erwarten. Daß sich der Reichskanzler jetzt bereits bindet, werden die Landwirthschaftskammern selbst kaum gedacht haben.

ung, wie die jüngere Freundin, im Gegentheil, Jsa's silbernes Lachen, das hie und da ihr Ohr erreichte, that ihr beinahe Weh, weil sie be­merkte, wie sehr Kurt darunter litt, daß Isa heute so ganz und gar vor den Anderen in An­spruch genommen wurde, und für ihn kaum einen Blick übrig hatte.

Besonders war es Herr von Uttrecht, der sich förmlich in dem Bann des schönen Mädchens befand, und die Augen kaum wegzuwenden ver­mochte. Wenn Isa ihm dann ihr strahlend heiteres Antlitz voll zuwandte, dann flammte ein Blitz auß seinen Augen, daß sie erröthend und verwirrt die ihren zu Boden senkte.

Doch schien ihr dies Spiel keineswegs unan­genehm zu sein, im Gegentheil, um den kleinen, rothen Mund zuckte es wie Schelmerei und ver­haltener Uebermuth. Sie hielt ihr Pferd dicht an der Seite ihres Begleiters, so daß die Mühe des Grasen Dornbusch, neben Isa zu kommen, vorläufig eine vergebliche war, da der schmale Waldweg nur für zwei Reiter Raum ließ.

Retten Sie mich vor den Zudringlichkeiten dieses Menschen," flüsterte Isa Herrn v. Uttrecht zu.Er verfolgt mich wie mein Schatten, trotzdem er weiß, daß ich ihn nicht ausstehen kann. Er hat sich bei mir schon während meines Aufenthaltes in der Residenz einen ganz deutlichen Korb geholt. Kann man denn gar nichts thun, um sich eines solchen Zubringlings zu entledigen?"

Uttrecht lachte. Ihm war der Graf schon auf dem ganzen Wege unbequem gewesen, er hätte seiner lieblichen Begleiterin gerne ein Wort gesagt, das nur für sie allein bestimmt

rieht um ihretwillen, oder ihre Handlung gar mißbilligte.

Sonderbar, bei diesem Gedanken gab es ihr einen Stich ins Herz. Unwillkürlich trieb sie ihr Pferd an, um rascher vorwärts zu kommen.

Wollen Sie mir entfliehen, Komtesse?" lächelte Uttrecht,geben Sie sich keine Mühe, das gelingt Ihnen nicht. Ich laffe mir da? Glück nicht so rasch entwischen, wenn es sich mir in so holder Gestalt zeigt."

-Der jungen Dame war sehr beklommen zu Muth, sie hielt den Blick zur Erde gesenkt. Dennoch fühlte sie, wie die Augen ihres Be­gleiters brennend auf ihr ruhten und sie unab­lässig fixirten. Dies machte sie befangen und nahm ihr die harmlose Freude an dem Ausflug Sie wäre gern geflohen und vermochte es doch nicht. Stürmisch pochte das junge Herz, das bei allem Bangen doch wieder ein seltsames Glücksgefühl durchzog. Isa fühlte sich verwirrt und ahnte nicht, daß diese Verwirrung sie noch lieblicher erscheinen ließ. Uttrecht mußte sich gestehen, daß er nie etwas Holderes erschaut, als diese zarte keusche Mädchenblüthe an seiner Seite. Es schmeichelte der Eitelkeit des jungen Mannes nicht wenig, daß er solchen Eindruck auf das schöne Mädchen machte. Er hätte Isa am liebsten an sich gezogen und auf den süßen Mund geküßt. Aber er wagte es nicht, er fürchtete, sie zu verletzen und von seiner Seite zu verscheuchen. Doch wünschte er dies Alleinsein, das wie ein holder Zauber auch auf ihn zu wirken begann, noch etwas auszu­dehnen.

(Fortsetzung folgt.)

mu 1 tum n<>n multa in verstärktem Maße daraus zu achten haben, daß nicht für alle Unterrichtsfächer gleich hohe Arbeits­anforderungen gestellt, sondern die wichtigsten darunter nach der Eigenart der verschiedenen Anstalten in den Vordergrund gerückt und vertieft werden.

Für den griechischen Unterricht ist ent­scheidendes Gewicht auf die Beseitigung un­nützer Formalien zu legen und namentlich im Auge zu behalten, daß neben der ästhetischen Auffassung auch die den Zusammenhang zwischen der antiken Welt und der modernen Kultur ausweisende Betrachtung zu ihrem Rechte kommt.

Bei den neueren Sprachen ist mit besonderem Nachdrucke die Gewandtheit im Sprechen und sicheres Verständniß der gangbaren Schrift­steller anzustreben.

Im Geschichtsunterricht machten sich immer noch zwei Lücken fühlbar: Die Vernach­lässigung wichtiger Abschnitte der alten Ge­schichte und zu wenig eingehendes Be­handeln der deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts mit ihren erhebenden Erinnerungen und großen Errungenschaften für daS Vaterland. /

Für die Erdkunde bleibt.sowohl in den Gymnasien wie in den Realgymnasien erwünscht, daß der Unterricht in die Hand von Fachlehrern gelegt wird.

Im naturwiffenschastlichen Unterricht haben die Experimente einen größeren Raum einzu­nehmen und häufige Exkursionen den Unterricht zu beleben.

Bei der Physik und Chemie ist die An­wendung der technischen Seite nicht zu vernach­lässigen. Für den Zeichenunterricht wobei übrigens auch die Befähigung, das Angefchaute in rascher Skizze darzustellen, Berücksichtigung verdient ist bei den Gymnasien dahin zu wirken, daß namentlich die Schüler, welche sich der Technik, Naturwiffenschaft, Chemie ober Medicin zu widmen gedenken, von dem sakulta- tiven Zeichen-Unterricht fleißig Gebrauch machen. Außer den körperlichenUebungen, welche in ausgiebiger Weise zu betreiben sind, hat auch die Anordnung des Stundenplanes mehr der Ges undheit Rechnung zu tragen, insbesondere durch eine angemessene Lage und wesentliche Verstärkung der bisher zu kurz bemessenen Pausen.

4) Da die Abschlußprüfung bei ihrer Einführung den gehegten Erwartungen nicht entsprochen hat, namentlich dem übermäßigen Andrange zum Universitätsstudium, eher Vorschub geleistet als Einhalt geboten hat, so ist dieselbe bald zu beseitigen.

Die Wirren in China.

Zum Totßb des Grafen Pork.

Die näheren Umständen, unter denen Graf Pork seinen Tod sand, werden in einer Privat­depesche desB. L. -A." folgendermaßen ge­schildert: Major Frhr. v. Gebsattel, der die Nachricht vom Tode des Obersten Grafen Pork von Wartenburg nach Peking brachte, bezog ' Montag mit diesem dasselbe Haus iu Huai-lai. Ihre Zimmer lagen nebeneinander und konnten nur durch offene Kohlenpfannen erwärmt werden. Die Diener brachten Abends die Pfannen in die Zimmer. Major v. Gebsattel lehnte sie aber ab und machte auch den Obersten auf die Gefahr dieser Heizungsmethode aufmerksam. Der Oberst jedoch erwiderte, es wäre sehr kalt, ließ sich beide Pfannen in seine Stube stellen und begab sich früh zu Bett. In der Nacht wachte Major von Gebsattel für einen Augen­blick auf und hörte den Oberst sich hin und her werfen, schlief aber bald wieder ein. Nachdem des Morgens v. Gebsattel von seinem Diener geweckt worden war, rief er wiederholt ins Zimmer des Obersten hinein: Ausstehen! Auf­stehen! Es ist schon spät! Er erhielt aber keine Antwort. In demselben Augenblick kam der Diener des Grafen Pork und sagte, er könne seinen Herr nicht wach bekommen. Der Major stürzt sofort ins Nebenzimmer und fand den Obersten bewußtlos; schnell holte er einen Arzt, Dr. Felmy, der alle möglichen Wiederbe­lebungsversuche machte, aber alles blieb vergeb­lich um 10 Uhr Morgens starb Graf York. Schon während der Nacht scheint dem Grafen unwohl geworden zu sein, denn er hatte seine' Wäsche gewechselt. Die Leiche wird morgen hierhergebracht und wird provisorisch hier bei­gesetzt, um später nach Deutschland überge­führt zu werden.

Einzelheiten.

Aus Schanghai wird denTimes" die alarmirende und wahrscheinlich erfundene Nach­richt telegraphirt, daß die Kalgau - Expedition eine Niederlage erlitten habe. Man glaube, eine Abtheilung Deutscher sei abge­schnitten und gezwungen worden, ihre Tobten und Verwundeten im Stich zu lassen. An unter­richteter Stelle weiß man von der angeblichen Niederlage nichts.

Umschau.

Der Reichskanzler und der Zolltarif.

Der Reichskanzler Graf v. Bülow empfing am Sonnabend die Herren v. Arnim-Güterberg, Graf Schwerin-Löwitz und Freiherr von Soden- Fraunhofen, welche als Vertreter des Kuratoriums der Centralstelle der preußischen Landwirtschafts­kammern und des Vorstandes des Deutschen Landwirthschaftsraths Denkschriften in Bezug auf das Börsengesetz und auf die künftige Ge­staltung des Zolltarifs überreichten. In seiner Erwiderung auf die mündlichen Erläuterungen der Herren Vertreter bemerkte der Herr Reichs­kanzler, daß zu erwägen sein möchte, ob nicht zunächst die Wirkungen des Börsengesetzes noch länger zu beachten seien, ehe über eine etwaige Abänderung desselben Entschließung gefaßt werde, lieber die künftige Gestaltung des Zoll­tarifs sei er zur Zeit noch außer Stande, bindende Erklärungen abzugeben, da der Entwurf der Beschlußfassung der ver­bündeten Regierungen noch nicht unterlegen habe und er einer solchen nicht vorgreifen könne. Wohl aber könne 'er die Zusicherung geben, daß den berechten Wünschen derLandwirth- schaft werde Rechnung getragen werden, soweit das irgend mit den wirthschaftlichen Gesamtintereffen vereinbar sei. Auch werde die Fertigstellung des Entwurfs zum neuen Zoll­tarife und seine Vorlegung an die gesetzgebenden Körperschaften thuulichst beschleunigt werden. Die Frage war diplomatisch; eine andere war

»Morm der höheren Schulen.

« DerReichsanzeiger" veröffentlicht einen des Kaisers an den Kultusminister Kgtubt vom 26. Nov., wonach der Kaiser Meistanden ist, daß die im Jahre 1892 ein- Ejete Reform der höheren Schulen M folgenden Gesichtspunkten weitergeführt

M) Bezüglich der Berechtigungen ist auszu- Mn davon, daß das Gymnasium, das Real- Mnafium und die Ober-Realschule in der Wedung zu einer allgemeinen Geistesbildung Eieichberechtigt anzusehen sind, und nur in- En eine Ergänzung erforderlich bleibt, als Kjr manche Studien und Berufszweige be= W deren Vermittelung nicht oder doch nicht Km;eiben Umfange zu den Aufgaben einer M, Anstalt gehört. Dementsprechend ist auf MNusdehnung der Berechtigungen ^realistischen Anstalten Bedacht zu Mmen. Damit ist gleichzeitig der beste M gewiesen, das Ansehen und den Besuch Mr Schulen zu fördern und so auf eine Me Verallgemeinerung des realistischenWissens wirken.

W) Durch grundsätzlicheAnerkennung IM Gleichstellung der drei höheren Mr-Anstalten wird die Möglichkeit ge- M, die Eigenart einer jeden weit kräftiger «tonen. Mit Rücksicht darauf will ich nichts en erinnern, daß im Lehrplane der Ghm- Ki und Realgymnasien das Lateinische entsprechende Verstärkung erführt. Be- Wren Werth lege ich darauf, daß bei der en Bedeutung, welche die Kenntniß des Mlischen gewonnen hat, diese Sprache auf >Wymnasien eingehender berücksichtigt wird. Meld ist überall neben dem Griechischen Wischer Ersatzunterricht bis zur fIersekunda zu erstatten. Außerdem ist in drei obersten Klassen der Gymnasien, wo Schlichen Verhältnisse dafür sprechen, das lische anstelle des Französischen r Beibehaltung des letzteren als fakultativen krichtsgegenstand obligatorisch zu en. Auch erscheint es mir angezeigt, daß i dem Lehrplan der Oberrealschulen, welcher Stundenzahl nach Raum dazu bietet, die unde eine größere Fürsorge findet.

i In dem Unterrichtsbetriebe sind seit dem

> 1892 auf den verschiedenen Gebieten fennbare Fortschritte gemacht worden. Es aber noch mehr geschehen. Namentlich ® die Direktoren eingedenk der Mahnung

(Nachdruck verboten.)

Wahre Liebe.

äginat-Roman von Irene v. Hellmuth.

(Fortsetzung.)

war und das kein Anderer zu hören brauchte. Deshalb kam ihm Jsa's Wunsch sehr gelegen.

Warten Sie bis zu jener Lichtung, Komtesse," sagte er leise,dort wird der Weg breiter, dann geben Sie Ihrem Pferd einen leichten Schlag, und treiben es zu rascherer Gangart an. Ich thue dasselbe und wir sprengen den Andern voran, bis wir aus dem Gesichts­kreis sind. Dort drüben biegen wir um die Ecke, und lasten die Gesellschaft wieder voran- reiten."

Isa lachte wie ein ausgelassenes Kind.

Ei, das ist herrlich," rief sie beinahe etwas zu laut, so daß Uttrecht ihr ein Zeichen gab, sich nicht zu verrathen.

Es war ihnen thatsächlich gelungen, die ganze Gefellfchaft los zu werden. So ritten sie eine Weile schweigend durch den herrlichen Wald. Die Sonne hatte sich wieder hinter einer Wolkenschicht versteckt, es war fast dunkel zwischen den riesigen Fichten, die kaum ein Stückchen des Himmels sehen ließen, .weil sich ihre dichten Aeste oben ineinanderschlangen, und so ein Mines Dach bildeten. Hie und da huschte ein Reh flüchtig über den Weg, oder ein Eich­hörnchen kletterte behend an den dicken Stämmen empor. Der weiche Waldboden dämpfte den Tritt der Pferdehufe, so daß man ihn kaum vernahm. Auch das Sprechen der Gesellschaft drang nicht mehr bis hierher, weil sie ein gutes Stück voraus war.

Isa bereute nun fast, allein mit Uttrecht zurückgeblieben zu fein. Wenn man sie suchte, was mußte man von ihr denken? Sie sah im Geiste, wie Kurts Augen nach allen Seiten um- herspähten, wie er vielleicht in Besorgniß ge-

Morgen brach trüb und neblig an, doch Sonne kämpfte sich nach und nach durch oviken. Die Jagdgesellschaft war schon am ^ Morgen aufgebrochen unter dem lauten lustigen Gebell der Hunde und unter dem ^schallenden Trara der Hörner. Isa schien ^'chr lustig und heiter gestimmt, sie plauderte chver kindlich übermüthigen Weise von i Dingen und war so recht der Mittel- Ha«r- « der Gesellschaft. Sie war es gewöhnt, r? Herren ihr huldigten, und nahm das Mstverständlich hin. Wo sie sich zeigte, chr die allgemeine Aufmerksamkeit, überall .kr Gegenstand der offenen Auszeichnung, ^ute sich auch kindisch darüber, daß man fand, und ihr das ohne Umschweife . Ärmlich zu erkennen gab. Heute aber sah Mders reizend aus in dem dunkelgrünen, schließenden Sammtkleid, das die zier- Mgur deutlich erkennen ließ, und mit _ lEtfen Hütchen, das eine weiße, Wallerche Ichmückte, und unter dem das frei über Lücken fallende, von einem Bande ^engehaltene Haar goldig hervor- 'Ulerte..

Ritt in der kühlen, frischen Morgenluft i/1 ungemein Wohl und färbte ihre Wangen ^spurnem Roth.

^lanne, die wie Isa eine tüchtige Reiterin ' °bsand sich nicht in so -gehobener Stimm­

tzricheim täglich außer an Werktagen iiaaj <oonn= uno Feiertagen.

SouuragSbeilage: JllnstrirteS So«»1agsblatt. qx CYrtfirrr

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Univerfitäts-Buchdruckerei

Marbnra Markt 21. Televbon 55

Biertrltährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Ntt., im

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