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Wochenschau.

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m rein menschlichen Standpunkte kann ts den Abgeordneten ja allerdings nicht wenn sie es vorziehen, ihren Beruss­ten nachzugehen, statt uninteressanten

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richtet sein, daß sie auch während kürzerer Arbeitsunterbrechungen benutzt werden kann. Die Benutzung der Sitzgelegenheit muß den be­zeichneten Personen während der Zeit, in welcher sie durch ihre Beschäftigung nicht daran ge­hindert find, gestattet werden.

Holungen vorjähriger Debatten, beispiels- zher die Seemannsordnung beizuwohnen. Iftrt i auch diese parlamentarische Arbeit muß *"♦11 tt werden, und je bester das Haus besetzt |ll A rascher und glatter schreitet sie vor- /(U , Glaubt man nun durch Gewährung

Bureneinwanderung in Deusch- Südwestafrik a.

Die in Amsterdam erscheinendeDeutsche Wochenzeitung" in den Niederlanden macht Mittheilungen über eine bevorstehende Ein­wanderung von Kaplandsburen, die früher auf Seiten der Republiken gekämpft haben, nach Deutsch-Südwestafrika. Nach dieser Darstellung haben gegen fünfzig der in Amsterdam weilen- Kapkolonisten beschlossen, mit ihren Familien nach Groot Namaqua und Damaraland auszu­wandern. Die Unterhandlungen mit der deutschen Regierung find in vollem Gange, denn die Buren unter denen sich solche befinden, die in der Kapkolonie zu den Millionären gezählt werden, wünschen direkt von der Regierung Land anzukaufen und nur im Bedarfsfälle sich an die Gesellschaft wenden, in welcher ein Rhodes Stimme hat.

deutungslose Bereinigung von Oberbürger­meistern charakterisiert hat, in die Aktion zu Gunsten der Großhändler eintreten soll. Wäre es nicht gerathener, man ließe die Kommunal­behörden aus dem Spiel? Man wird nament­lich den Großstadtpolitikern, solange sie noch dem Wohnungselend und Wohnungswucher, den Markthallenringen, dem Arbeitslosenelend und anderen Uebelständen mit zwar rein platonischem Wohlwollen aber verschränkten Armen gegenüber­stehen, zu Gemüthe führen müssen, daß sie nur erst vor ihrer eigenen Thür kehren möchten, ehe sie ihre Zeit verschwenden, um die Politik desKommerzienrathsvereins" zu treiben. Was würden die freisinnigenEinpeitscher" jener Großstadtpolitiker wohl sagen, wenn jetzt auch die Kreistage und andere ländliche Kommunal­vertretungen sich zu einerstürmischen" Aktion für besseren Zollschutz für die Landwirthschaft entschließen wollten?

Der Rücktrit der deutschen Botschafters in Paris des Fürsten Münster zu Derneburg hat nicht sonderlich überrascht. Er kränkelte seit längerer Zeit und in seinem hohen Alter und nach einer langen verdienstvollen diplomatischen Laufbahn hatte er doppelt Anspruch auf einen ruhigen Lebensabend. Ein besonderes Verdienst des Fürsten Münster lag in dem feinen diplo­matischen Takt mit dem er gewisse Verstimm­ungen, Mißhelligkeiten und Mißverständnisse, die zwischen zwei Staaten niemals ganz aus­bleiben dürften, zu beseitigen verstand, ohne Deutschland etwas zu vergeben.

Auf französischem Boden ist Präsident Krüger in Europa gelandet, und der begeisterte Jubel des französischen Volkes hat jeden seiner Schritte begleitet. Diese Kundgebungen der Theilnahme und Sympathie find zu tiefgehend und zu echt, als daß sie mit der leichten Er­regbarkeit des französischen Dolkscharakters allein erklärt werden könnten. Zwar klingt als vernehmlicher Begleitton das:Rache für Faschoba" mit, aber im Wesentlichen ist es die Bewunderung für das Heldenthum eines kleinen Volkes, die die Herzen der Franzosen erfüllt, es ist die Regung des sittlichen Empfindens für Recht und Unrecht in der Politik und im Dölker- leben. Die offene Bekundung dieser Gefühle, die Trennung von Volks- und Regierungspolitik hat dem französischen Volke alle Ehre gemacht, und es muß hervorgehoben werden, daß alle Kundgebungen in der würdigsten Weise ver­laufen find und die vorgekommenen Ausschreit­ungen auf Taktlosigkeiten von Engländern zurückzusühren sind, die die Langmuth der Franzosen stark herausgefordert haben.

Umschau.

Sitzgelegenheit für die Angestellten in Verkaufsgeschäften.

Die Bundesrathsverordnuug über die Ein­richtung von Sitzgelegenheit für die Angestellten in offenen Verkaufsstellen wird intReichsanz." veröffentlicht. Darnach muß vom 1. April ab in denjenigen Räumen der offenen Verkaufs­stellen, in welchen die Kundschaft bedient wird, sowie in den zu solchen Verkaufsstellen gehören­den Schreibstuben (Komtoren) für die daselbst beschäftigten Gehilfen und Lehrlinge eine nach der Zahl dieser Personen ausreichende geeignete Sitzgelegenheit vorhanden sein. Für die mit der Bedienung der Kundschaft beschäftigten Personen muß die Sitzgelegenheit so einge-

mwirken.

im, wie man annehmen darf, die am lAg von der Tagesordnung abgesetzte

hust über die Ausführung der Anleihe- unb die Ueberficht über die Reichs-AuS-

^und Einnahmen, sowie der ferner vor- e Entwurf betreffend die privaten Ver- ngs-Unternehmungen in dieser Woche er- werben, so befindet sich der Reichstag JL tn von der Unmaste von Jnitiativ- icieitoil m vis-ä-vis de rien; denn die Etats-

iigegeldern dem Uebelstande abhelfen zu i, so wird man sich täuschen; das beste , den Besuch der Sitzungen zu heben, ist mmer eine Verminderung der Redseligkeit 111 f BE Verkürzung der Sessionen. Dem aber " *** die Gewährung von Tagegeldern geradezu

Die Wirren in China.

Der Tod des Grafen York von Wartenburg.

Leider hat sich, wie wir gestern in unserem Telegrammentheil meldeten, die von uns an­fangs bezweifelte Nachricht von dem Tod des Obersten Grafen York von Wartenburg bestätigt. Er ist am 27. November in Hullai, einem Dorfe zwischen Kalgan und Peking, an einer Kohlenoxybgas - Vergiftung gestorben. Das deutsche Heer verliert tn ihm einen seiner tüchtigsten Gen er alstabsoffizi er e, der zu hohen Erwartungen für die Zukunft berechtigte.

Er war ein Enkel des berühmten Feldmarschalls der Befreiungskriege und am 12. Juni 1850 zu Klein- Oels, dem vom Feldmarschall gestifteten Familien- fideikommihbesitz, geboren. Graf Jork machte de» Feldzug 1870/71 beim Ulanen - Regiment Nr. 3 mit, wurde am 28. Dezember 1870 Offizier und erwarb sich das Eiserne Kreuz. Früh schon regte sich die wissenschaftliche Neigung in ihm, und nach erfolg­reichem Besuch der Kriegsakademie wurde er 1882 zum Generalstab kommandiert, in den er 1884 versetzt wurde. Nachdem er noch in demselben Jahre zur Botschaft in Wien kommandiert war, wurde er im folgenden nach Petersburg gesandt, wo er bis zum Jahre 1893 verblieb. Hier legte er den Grund zu feiner umfassenden Kenntnitz russischer Verhältnisse, die nun in Ostasien ihre richtigste Verwendung finde» sollten. Nachdem er wieder zwei Jahre dem Großen Generalstabe angehört hatte und einige Zeit Major

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m besseren Zollschutz für hießen bz schäft beginnt nunmehr eine Reihe \ sind er Kommunalbehörden mobil zu machen, freisinnige Zeitung" befürwortet, daß der kg, den sie selbst bekanntlich als be-

vierteljShrltcher Bezugspreis: bei der ErpÄitioa 2 ML, A ft1t t*

bei allen Postämtern 2,56 ML (t;d. Bestellgeld).» UIVUIH

Sonnta«.2 Dezember 1900.

Die Anwesenheit des Präsidenten Krüger hat in Europa das Interesse für die Buren wieder neu belebt. Dazu kommt noch, daß der Krieg in Südafri ka jetzt Allüren an­nimmt, die stutzig machen müssen. Statt daß die Engländer die Buren verfolgen, wird ge­meldet, daß eine britische Division bei Smith­fields eineglänzende Stellung" eingenommen habe; nun kommt der Nachdruck, daß die 400 Mann starke Garnison von Dewetsdorp sich mit 2 Geschützen schon vor 8 Tagen den Buren ergeben mußte; daß die 1400 Mann starke Entsatzkolonne erst drei Tage später anlangte und das Nest leer fand, das find für die Eng­länder, die die Unterwerfung der Republiken bereits publizirt haben, wenig erfreuliche Zu­stände.

Das deutsche Corps in China hat einen schweren Verlust erlitten. Der Oberst Graf Porck von Wartenburg ist in Folge einer Rauchvergiftung gestorben. Bekanntlich hatte er eine Expedition in das Innere des Landes gemacht und war mit seiner Kolonne auf dem Operationscentrum Peking begriffen. Graf Horck von Wartenburg, der bis zum Chinafeld­zug Chef der ersten Abtheilung des Großen Generalstabes war, wurde seinerzeit bei» Stabe bes Dberfommanbirenben angegliebert, nicht nur wegen seiner militärischen Qualitäten, soubern weil man ihn auch für ben Verkehr mit ben Angehörigen her russischen Armee für besonbers geeignet hielt. Nun hat er burch einen betrübenden Unfall sein Leben einbüßen müssen. Die Armee verliert an ihm einen ihrer tüchtigsten Offizieren.

Die diplomatische Arbeit in China rückt nicht vorwärts. Hoffentlich bringen die nächsten Wochen in dieser Beziehung eine Aeuderung.

Er?ch«iiu tayltd) außer an Werktagen naa? «sonn- un» Feiertagen.

Sonntagsbeilage: Jllnftrirtes Sonntagöblatt. OK

Druck uab Verlag: Joh. Aug. Koch, llaiverfitäts-Buchdruckerei

Marburo Markr 21. Televbon f>5

mg kann nicht gut begonnen werden, be- & Ht die Budgetkommission mit der China- ! wenigstensaus dem Gröbsten" heraus HM ier in dem Seniorenkonvent geäußerte I Singers, fortan wöchentlich mehrere pu Berathung der Initiativanträge an- , bürste schwerlich Anklang finden; denn würden die eigentlichen Reichstags- i noch mehr in die Länge gezogen werden. H ilament arische Geschäftslage ist also eine

Reichstage find jetzt wieder ruhige nr sehr ruhige Tage eingekehrt. Die ^hnnd der Chinadebatte bemerkbare -r-ndc, .»unsähigkeit hat sich zu einer direkten ina des Sitzungssaales gesteigert; nicht in to ikhr als der zehnte Teil unserer Bvlks- j a ist anwesend. Wenn die Tribünen- egenst $ auj diese Qede herabsehen, so werden , der Würde des Reichstages einen etwas pichen Begriff mit nach Hause nehmen.

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(Nachdruck »erbot»».)

Wahre Liebe.

tzuuü-Roman von Irene v. Hellmuth.

(Fortsetzung.)

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ho hier findet man Sie endlich wieder," f mit einer schnarrend und unangenehm ^bert Stimme, indem er das Monocle mit ^erzerrung des gelb schimmerden Gesichtes siieß.In her Residenz scheint die Sonne Langen zu sein, seit das leuchtende Ge- M schöne Komtesse Tennewitz, her armen Iden Rücken gekehrt hat! Aeh, was "6te Sie denn, Ihren getreuesten Der- k!o schlecht zu behandeln, mein gnädigstes IM

Manb da, wie abwehrend, sie sprach kein rnur ihre Augen hingen mit beinahe ver- Ml Ausdruck an ben etwas schlaffen * bes Sprechers. In biefem Augenblick ^rrt aus bem Hause, blieb ober plötzlich ^rocken stehen, als er ben heißen Blick 8- ben her Fremde auf Isa heftete. Es r viel Leidenfchast, eine solch lodernde »darin, daß es Kurt schmerzlich burch-

Kannte der elegante Herr Isa schon Wer mochte es sein?

Kurt nähertrat, eilte Isa wie schutz- * aus ihn zu, während der Fremde in ein ^gen klingendes Lachen ausbrach.

r6 Gotteswillen, Kurt, wie konntest Du anthun!"

F8 junge Mädchen sah sehr bleich und auf» I 6115.

Was denn, Isa, ich weiß nicht, was meinst Du?

Warum ludst Du diesen Menschen ein? Weshalb sagtest Du mir kein Wort davon?"

Aber Kind"---

Kurt kam nicht weiter. Der Fremde, der die kleine Scene genau beobachtet hatte, war näher getreten, zugleich mit seinem Begleiter, welcher Kurt lebhaft begrüßte:

Freue mich, Sie wohl zu sehen, Baron habe Ihre Einladung dankbar angenommen, und Ihnen, da ich die weitgehende Gastfreundschaft Ihres Hauses kenne, auch zugleich meinen Freund mitgebracht Graf Dornbusch, Baron v. Wallbrecht," stellte er die Herren einander vor. Zu feinem Befremden bemerkte er, wie sich Kurts stets so freundliches Gesicht bei Nennung des Namens Dornbusch einen Augenblick verfinsterte. Dann eine verbindliche Miene annehmend, reichte Kurt dem Gaste die Hand.Seien Sie mir willkommen, Herr Graf," fügte er hinzu, allein die paar Worte wollten nicht über feine Lippen, man merkte es, wie schwer ihm diese Lüge würde.

Graf Dornbusch allein schien davon nichts wahrzunehmen. Er verbeugte sich in feiner geckenhaften Weise, und schnarrte:Ich muß um Entschuldigung bitten, daß ich als unge­ladener Gast hier einbringe, aber mein Freund hier hat mir so viel von Ihrer Liebenswürdig­keit erzählt, und her einzig dastehenden Art und Weise, wie Sie es verstehen, die Gäste zu ent­zücken, daß ich meine Begierde, Sie kennen zu lernen, nicht länger bezähmen konnte. Daß ich nvch Jemand, ben ich hoch verehre gerade

hier treffe, muß ich als einen ganz besonderen Glücksfall preisen!"

Er hatte, während er sprach, Isa nicht aus ben Augen gelassen, hoch biese toürbigte ihn keines Blickes. Während sich Dornbusch mit einigen Konversations - Phrasen an Susanne wandte, flüsterte Kurt dem Begleiter des Grasen zu:Wie ist es nur möglich, baß Sie diesen Menschen Ihren Freund nennen, und ihn mit hierherschleppen?

Er ist mir kein Freund, lieber Wallbrecht, und ebensowenig habe ich ihn hierhergeschleppt. Als er hörte, zufällig sprach ich mit ihm da­von, baß ich nach Buchecke zur Jagd gehe, heftete er sich förmlich an meine Fersen, ich wurde ihn einfach nicht mehr loS, und da ich von früher her wußte, daß Sie eine weitgehende Gastfreundschaft üben, nahm ich ihn in Gottes Namm mit. Graf Dornbusch ist mir durchaus nicht sympathisch, aber es giebt Fälle in denen man Gesellschaftern von seiner Sorte eben nicht auSweichen kann."

Kurt wußte Wohl, weshalb Dornbusch darauf bestand, gerade hierher zu kommen, auch be­griff ex, daß eS Isa sehr unangenehm fein mußte, dem abgetoiefenen Freier hier zu be­gegnen, aber das ließ sich nun nicht mehr ändern, und Kurt beschloß, über Isa zu Wachen, damit der Zudringliche sie nicht allzu sehr be­lästigen konnte. Aber dieser Vorsatz war sehr schwer auszuführen. Die Pflichten des WirtheS und Gastgebers nahmen Kurt mehr in Anspruch, als ihm lieb war, überall war seine Gegenwart nothwendig, und auch Susanne konnte sich der jungen Freundin nicht so widmem, wie sie ge­wünscht hätte. Sie sehnte bas Enbe dieser Be­

suchstage herbei, weil sie bemerkte, wie Kurt unter bem Zwange litt, ben er sich in Gegen­wart all her fremben Menschen auferlegen mußte. Gras Dornbusch wich nicht von bet Seite Jsa's, obgleich biese ihm beinahe verächt­lich begegnete, ihn kaum eines Blickes toürbigte. Er benützte jebe Gelegenheit, ihr heimliche SiebeStoorte in's Ohr zu flüstern.

Gnäbiges Fräulein, warum behandeln Sie mich so schlecht?" raunte er Isa gelegentlich zu, während aus seinen Augen deutlich die kaum zu unterdrückende Leidenschaft sprach. Isa gab keine Antwort, er schien auch keine erwartet zu haben, denn er fuhr sogleich fort: Sie find noch schöner geworden in der letzten Zeit, o wie ich mich nach einem Wiedersehen gesehnt habe, Sie müssen die Meine werden, ich kann nicht leben ohne Sie, ich glaube jetzt ein Mittel gesunden zu haben, das Sie etwas gefügiger machen soll."

Isa wandte sich ab. Ihr wurde säst bonge vor diesem Menschen, was sollte sie nur thun, um ihn los zu werden? Sie athmete erleichtert auf, als Kurt, her sich von einer kleinen Gruppe Herren freigemacht hatte, her­zutrat und die Unterhaltung in allgemeine Bahnen lenkte.

Dornbusch bat darum, Isa beim Diner als Tischnachbarin haben zu dürfen, da er doch einalter Bekannter" des gnädigen Fräuleins sei, allein Kurt zuckte bedauernd die Achseln.

Die Komtesse ist mein Gast, und hat bas Recht, sich ihren Tischnachbar selbst zu wählen, so war es wenigstens immer Brauch in Buchecke".