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Mch Tentsch-Ostafrika zurückkehrte, um den en deS Generalmajors v. Lieber! zu über- . Allgemein ist das Bedauern, daß die ienstvolle Thätigkeit des Generalmajors v.

in Deutsch-Ostafrika fchon jetzt ihr Ende

Professor Quidde über die Getreidezölle.

demokratischen Verein zu München der bekannte Professor Quidde u. A.

des über die Getreidezollfrage aus:

!k Eetreidepreise find durch die Concurrenz von d, Argentinien, den Vereinigten Staaten usw. wlossal gefallen. Wer nun ganz sicher ist, A uns niemals mehr bei freier Concurrenz e in der früheren Weise lohnend producirt kann, der kann einen Schutzzoll nicht der­en. All die Gründe, die von Prof. Lotz vor­worden sind, müssen dann dazu veranlassen, wenn auch vielleicht stufenweise Abschaffung

der Zolle zu fordern. Wer aus der anderen Seite überzeugt ist, daß es sich um eine vorübergehende Krisis handelt, muß im Interesse der Millionen Volks- Scnossen, die am Getreidebau interessirt sind, denselben elfen, über die Krisis hinwegzukvmmen. Wer aber zweifelt (unb das wird die Lage der Meisten sein), wird es nicht verantworten können, den geforderten Schutz zu verweigern. Wie hoch dieser zu bemessen ist, ist keine Frage des Princips, sondern vorsichtiger Prüfung.

Die Aeußerung ist nicht nur als Stimme der Vernunft aus einem sonst grundsätzlich entgegengesetzten Lager, sondern auch insofern zu beachten, als wir sonst bei dieser doktrinär verbissensten aller Parteien in Bezug auf sach­liche Unbefangenheit nicht gerade verwohnt sind.

cnien in Afrika direkt betheiligt sind, ist ,, wie diePost" mittheilt, betreffs der Mgerschaft des Herrn v. Lieber! der Ansicht, heute weniger ein Militär- oder Marine­eier auf dem Gouverneurposten in Deutsch-

Zollkrieg.

Der berühmte freisinnige Mannesmuth schmilz! wie Butter in der Sonne, wenn davon die Rede ist, in wirthschaftlicher Beziehung ausländischen Uebergriffen entgegenzutreten. Darum und um nichts weiter handelt es sich bei dem Anträge, der mit Unterstützung der Reichspartei, der Nationalliberalen und des Centrums vom Herrn Grafen von K a n i tz im Reichstage eingebracht worden ist. Die Be­stimmung unseres Zolltarifs, wonach gegenüber Staaten, die deutsche Schiffe oder deutsche Waren ungünstiger behandeln als andere Staaten, der Zuschlagszoll erhöht und ein Werthzoll einge­führt werden soll, hat nur den Zweck, unsere wirthschaftspolitische Rüstung dergestalt zu ver­stärken, daß wir gerüstet sind, ungerechten Zoll­maßregeln des Auslandes mit mehr Erfolg als bisher entgegenzutreten. DieFreif. Zeitung" jammert diesem Anträge gegenüber schon wieder, daß er zum Zollkriege gegen Nordamerika treibe! Das Blatt scheint also die Bevorzugung anderer Länder vor Deutschland für einen normalen und Wünschenswertsten Zustand zu halten und der Ueberzeugung zu sein, daß besonders Nord­amerika das Recht habe, auf dieser ungleich­mäßigen Behandlung zu bestehen. Welchen Begriff von freisinnigemMannesmuth" mögen gerade die Amerikaner bekommen, wenn sie solche Ausbrüche von Kriegsfurcht lesen. Früher hatte die Linke mit derartiger Angstmeierei Erfolge. DerMuth der Kaltblütigkeit" be­wirkte ein stetes Zurückweichen, um demunver­meidlichen Zollkriege" aus dem Wege zu gehen. Wohin wir dabei gerathen sind, darüber kann dieFreisinnige Zeitung" sich von einer ganzen Reihe von Industriezweigen, die durch amerikani­sche Zollmaßregeln arg geschädigt worden sind, belehren lassen. k.

wnstg' lerhins

Conradty hat mir ein glänzendes Angebot ge­macht! In kurzer Zeit bricht er die Vorstell­ungen hier ab, er wird dann alle größeren Städte des In- und Auslandes bereisen, und ich bin entschloßen mit ihm zu gehen. Er ist ein kluger Geschäftsmann, und hat sofort er­kannt, daß er aus mir etwas machen kann. Wenn ich dann von hier fort bin, denkt kein Mensch mehr an mich, und wenn ich zurück­komme, werde ich ein berühmter Künstler sein. Und einer solchen Berühmtheit öffnen sich willig alle Thüren. Das ist mein Plan."

Und was denken Sie, daß dabei au? Isa werden soll?"

Hm," machte Tennewitz nachdenklich,sie hat mir einen großen Strich durch die Rechnung gemacht, daß sie Dornbusch abwieS, hätte ihn nehmen sollen, der Tollkops. Wißen Sie, Kurt, wenn einem die kleinlichen Sorgen des alltäglichen Lebens nichts anhaben können, wenn man reich und unabhängig ist, kann man diese sogenannte Liebe schon entbehren. Sie führten vorhin meine eigene, unglückliche Ehe als warnendes Beispiel an. Bei mir aber lag die Sache doch etwas anders. Wäre ich reich ge­wesen, hätte ich wahrscheinlich mit meiner Frau ein ganz erträgliches Leben geführt. So aber wollte sie immer Geld, und wenn sie keins er­hielt, dann trieb sie es toller denn zuvor. Sie lub, sich Gäste ein, das ganze Haus voll, und entfaltete einen fürstlichen Luxus alles auf Pump natürlich. Sie wollte damit den Leuten Sand in die Augen streuen, wollte überall als reich gelten, obwohl sie mir nichts ins Haus ge­bracht hatte, als ihren alten, adeligen Namen was in ihren Augen allerdings schwerer wog,

als Geld und Gut. Immer und immer mußte ich die Worte hören:Das bin ich meinem Namen schuldig." Sie war ihrem Namen so viel schuldig, daß ich zuletzt gezwungen war aus meinen eigenen Namen Schulden zu machen.

Er lachte wiederum bitter und schneidend, auf, dann verfiel er in trübes Sinnen.

Eine ganze Weile verging so, bis Kurt das Schweigen unterbrach:Lassen Sie Isa mit uns gehen, Herr Graf. Ihre Tochter liebt das Leben auf dem Lande sehr, sie fühlt sich dort viel Wohler, als in der Stadt. Außerdem hängt sie mit inniger Liebe und Zärtlichkeit an Susanne, und ich würde Ihnen um meiner Schwester willen dankbar sein, wenn Sie ge­statten würden, daß Isa uns begleitet. Tante Martha würde sich doch auch herzlich freuen, wenn wir ihren Liebling mitbrächten."

Ja, ja, ich weiß, nickte Tennewitz,Ihrer Tante kann ich meine Tochter unbedenklich an­vertrauen, sie versteht es, ein junges Mädchen zu leiten. Es war gut, daß Isa viel in Buchecke war, denn bei ihrer Mutter hätte sie schwerlich gelernt

Er unterbrach sich plötzlich mit einem tiefen Seufzer.

Laßen wir das," sagte er, über die Stirn fahrend, als könnte er gewaltsam die peinigenden Gedanken wegwischen.Nehmen Sie das Mädchen nur mit, lieber Freund, vielleicht ist es am besten so."

In Kurts Augen leuchtete es seltsam und freudig auf.

Ich danke Ihnen, Graf," rief er hastig und schüttelte Tennewitz die Hände, so daß

Leider bestätigt es sich, wie schon jüngst j erwähnt, daß der Gouverneur von Deutsch- aftika, Generalmajor v. Lieber!, sich ent-

Umschau.

Rücktritt General Lieberis.

Die Wirren in China.

Zur Lage.

Die miliiärischen Maßnahmen in Peischili sind vom Oberkommando mii großer Umsicht getroffen und durchgeführt worden. Graf Walder- see hat nach einem ebenso einfachen wie prak­tischen Verfahren gehandelt, indem er die ver­bündeten Truppen im Norden und Westen bis zu der nicht zu weit gelegenen berühmten chine­sischen Mauer vorschob, die chinesischen Auf­rührer hinausdrückte und nun einfach die Thore besetzen ließ, zn denen die Unruhestifter etwa wieder hereinkommen könnten. Auf diese sinn­reiche Weise hat er den ganzen Bezirk um Peking geschützt und den Truppen für den Winter ohne Schanzarbeit eine r^g-ion fortifiee

geschaffen, in der sie kaum belästigt werden dürften.

Auch sind alle Maßregeln zur Sicherung der Verpflegung getroffen, indem man die Truppen sofort mit Verpflegung für 200 Tage versah und mit Baracken u. s. w. ausrüstete. Allerdings stehen der Ausschiffung des Materials noch schwere Hindernisse entgegen. Die früh­zeitigen Fröste haben das Ausladen bei Taku sehr erschwert, und man versuchte, 16 km süd­lich Schanhaikwan einen besseren eisfreien Landungssteg zu bauen; doch wird man alles hufbieten, um doch noch vor Taku die Landung des Materials zu bewirken; trotzdem die Eis­brecher sich als wirkungslos erweisen, indem das flache Wasser die Arbeit jener technischen Mittel vereitelt.

Natürlich werden mit allen Mitteln die Bahnstrecken SchanhaikwanTientsin, Taku Peking und PekingPaottngfu hergestellt, da letztere Stadt in einem fruchtbaren, von den Fremden fchon feit Jahren gern ausgesuchten Lande liegt.

Die Anerkennung, die unsere oberste Armee- Verwaltung im Reichstage allseitig erfahren hat, ist wohl verdient, da sie die Mobilisirung des Personals und Materials in erstaunlich kurzer Zeit bewirkte. Wie groß die Schwierig­keiten waren, bezeugt schon der Umstand, daß in kürzester Frist allein über 50 000 mit Zink­blech beschlagene Kisten zur Verpackung unb Lanbtransport ber Verpflegung u. s. w. her- gestellt werben mußten.

lieber bie Kolonne Mühlenfels berichtetWolffs Telegraphenbureau": Graf Walbersee meldet aus Peking: Das Detache­ment Mühlenfels vertrieb am 20. November stärkere Boxerbanden nach einem kurzen Gefecht aus Ankiatschwang. Die Boxer verloren 50 Todte und 8 Geschütze. Eine Eskadron der Kolonne Jork unter Rittmeister Rusche griff die Nachhut der von Hsuenhwa auf Hwaian zurückkehenden Truppen an und erbeutete ;8 Gepäckwagen mit Geld, Munition unb Aus­rüstung. Die Chinesen hatten 30 Tobte unb scheinen unter General Majuekun unb Hochentai in ber Auflösung begriffen zu fein unb nach ber Provinz Schansi zu fliehen.

Graf Walbersee hat am Dienstag in Peking Li-Hung-Tschaug unb bem Prinzen Tsching Besuche abgestattet. Beibe brückten, Privatmittheilungen zufolge, ihre Hoffnung auf balbigen Friebensschluß aus. An ber Haub einer Lanbkarte soll ihnen ge­zeigt worben fein, baß in Anbetracht ber Größe

Eine Ehrung für ben Präfibenten Krüger.

Es geht uns :in aus München batirter von uns herzlich fchon erwähnter Aufruf zu, nach dem sich aus angesehenen Männern aller Parteirichtungen ein Ausschuß zur Sympathie­bezeugung für ben Präsidenten Krüger gebildet hat. Die Kundgebung soll einen einheitlichen Charakter tragen und jedem Mitfühlenden die Betheiligung möglichst bequem machen. Es ist für diesen Zweck von Künstlerhand eine illustrirte Postkarte hergestellt worden mit der Widmung: Unser Mitgefühl bem treuen Vater seines Volks!" Die Vervielfältigungen biefer Karte sollen burch eine Sammelstelle dem Präsidenten übermittelt werden. Diese Karten sind auch in Marburger Schreibwaaren-Handlungen zu haben. Die Sammelstelle ist auf jeder Karte ange­geben.

Es ist nur ein kleines Zeichen der Theil- nahme, mit dem das deutsche Volk dem Haupt der Transvaalrepublik naht, aber der Präsident wird aus ihm entnehmen können, daß sich nicht nur in Frankreich, das er das Land der Frei­heit genannt hat, sondern auch in Deutschland die Bewunderung für die heldenmüthigen Buren und ihren kernigen Präsidenten mit der auf­richtige^ Trauer über das herbe Geschick paart, von bem die Republiken in den letzten Monaten betroffen worden sind. Das deutsche Volk weiß, was es heißt, um die Freiheit kämpfen, unb es steht mit seinen herzlichsten Sympathien auf Seiten berer, die ihre Heimathsscholle gegen den Eroberer vertheidigen, wenn es auch die politi­schen Gründe, bie die Regierung verhindern, diesem Gefühl durch bie That Ausbruck zu ver­leihen, Wohl zu toürbigen versteht.

biefer wieberholt erstaunt auf ben jungen Mann blickte.

Eigentlich müßte ich Ihnen banken," sagte er langsam,ba Sie boch in uneigennütziger Weise für meine Tochter sorgen wollen."

Kurt schüttelte ben Kopf.

Nein, Herr Graf! In biefem Falle sind wir, meine Schwester unb ich, bie Empfänger, nicht bie Geber."

Ich weiß schon, Sie wollen mich barüber Hinwegtäuschen, als ob Sie mir in meiner be­drängten Lage einen Dienst erwiesen."

Mittlerweile steckte ber Arzt, ber sich diskret zurückgezogen hatte, ben Kopf zur Thüre herein.

Sie müßen sehen, baß Sie baldmöglichst zur Ruhe kommen, mein Herr," sagte er freund­lich.Der Fuß sollte in eine wagerechte Lage ge­bracht werden, Sie dürfen ihn vorläufig durch feine Bewegung anstrengen. Dabei fleißig kalte Um­schläge machen, das ist alles, was sich thun läßt. Doch hoffe ich, daß Sie bald wieder hergestellt sein werden. Freilich, Vorsicht ist vor allem nöthig. Die Sache könnte bei Ihrem Beruf leicht schlimme Folgen haben."

Der liebenswürdige Doktor half noch, ben Ver­letzten in ben Wagen heben. Kurt begleitete Tennewitz nach besten Wohnung, um feine Schwester Susanne bort abzuholen.

Isa schreckte leicht zusammen, als ber Wagen unten vorfuhr. Der herbe Ausdruck, der auf ihrem lieblichen Gesicht lag, verschwand aber doch sogleich, als Kurt ihren Vater behutsam ins Zimmer führte; jeder Schritt schien dem Verletzten eine Qual zu sein. Mitleidig blickte sie auf den herkulisch gebauten Mann, ber sich ächzenb auf ben Divan fallen ließ. Mit

Finanzdirektor von Deutsch - Ostafrika, 6. Sennigfen, ber fünf Jahre in ber unten Kolonie thätig war unb feit zwei Gouverneur von Kaiser Wilhelmslanb

(Nachdruck verboten.)

Wahre Liebe. izinal-Roman von Irene v. Hellmuth.

(Fortsetzung.)

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hen Monat Dezemb er auf bie rrhefsische Zeitung" nebst ihren en werben von unserer Expebition

21) unseren Ausgabestellen in Kirch -

nnb Neustabt, sowie von allen Post­en unb ßanbbriefträgern entgegen^ Minen.

lag eine große Bitterkeit lin bem Ton, diese Worte gesprochen Wurden. Kurt eine Weile trübe vor sich hin, ehe er begann:Hören Sie, Graf, was ich 11 Vorschlägen möchte: Sie kennen boch idyllische Schlößchen Rosenbühl? ich habe sntschlosten, basselbe, ba es Wirklich ein ,.e§ Fleckchen Erbe ist, zu kaufen. Das P zwar recht herabgeWirthschaftet, boch ger Behanblung sehr ertragsfähig. Ich scs vorläufig für Sie kaufen, das heißt, ^cke Ihnen die Kauffumme vor. Sie ? M das reizende, von Wilden Rofen um- Haus, Zinsen sollen Sie mir erst dann wenn Sie es können. Ich unb Susanne, ?aben genug unb übergenug. Schlagen Herr Gras! Das Abenteuer, bas Sie ___"fanden haben, Wirb halb ganz vergessen Haspe!? ®an wirb es als einen tollen Streich be= ,en- als eine übermütige Laune. Keiner warum Sie ein Cirkusreiter ge= ^.toaren, unb alles Wirb Wieber gut." L£n," rief Tennewitz heftig,ich will kein benn ein solches bebeutet Ihr Ange- boch! Ihr Vorschlag ist ja gut ge= weiß," fügte er etwas milber hinzu, L? iah, baß Kurt unwillig bie Stirn Fte- ..aber ich sagte Ihnen schon, ich tauge yum Lanbwirth, ich kann nicht stille sitzen, rüB hinaus in bie Welt, unb Direktor

Bi«rtel)Shi lichel Bezugspreis: bei ber Cxpebllton 2 Ml., iir- äa «>, cugiia, auver an -iJerrtacer: na® trenn-- und Feiertagen,

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J asrika am Platze ist als vielmehr ein Ver- iSntl chngsbeamter, ba nunmehr die Kriege vor- « t find und hauptsächlich auf bie Durchführ­ung! einer geregelten Verwaltung Bedacht zu sen ist. In den genannten Kreisen würde

IlsJf ^cn hat' nicht auf feinen Posten zurückzu- In den Kreisen, Welche an unseren

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