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LI«rteljährlich«r B«zugsprriS: bei bet Expedition 3 Mr., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).

InsertionSgebühr: di« gespaltene Zelle oder deren Raum 10 Pfg, Reclamen: die Zell« 25 Pf«.

Marburg

Mttwoch, 21. November 1900.

Ericheint täglich außer an W«rttagen nach Sonn- und tzerertagea. So»«tagSbeilage: JllustrirteS SovatagSblatt.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Univerfitäts-Buchdruckerr!

Marbura Markr 21. Tekevbon

35 Jahrg.

Die Wirren in China.

geschli

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irlichen Gesandten Herrn Mumm von

;llt werden.

.Xur ruhig, Susanne", mahnte dieser,Isa

i. M.

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-5 Uhr

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beseelt find und Uns (für die Vorkomm- jpersönlich nicht verantwortlich machen wollen, folge der Mißgriffe, die Wir in der Wahl Beamten gemacht haben, ist Euerer tat Gesandter ohne sein Verschulden ein

Am 18. d. M. hat der hiesige kaiserlich ikfische Gesandte dem Auswärtigen Amte ein graphisch hierher übermitteltes, vom 14. ember datiertes Schreiben des Kaisers , China überreicht, das in Uebersetzung «t:

.Der große Kaiser der Ta Tfing - Dynastie ietet Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser

Euerer Majestät Erwiderung auf Unfer

I. Mo ed. 6.

lach.

Euryy

Driginal-Roman von Irene v. Hellmuth.

(Fortsetzung.)

i den ä folger ien.

r auch )en geb

Bestellungen

den Monat Dezember auf die tzerhessische Zeitung" nebst ihren

(Nachdruck verboten.)

Wahre Liede.

insolo:

luite ag MNNeN.

n und Neustadt, sowie von allen Post­eten und Landbriesträgern entgegen-

oarzenstein zu erlaffen. Es geziemt sich i, daß Wir auch Unsererseits Befehle an Ml-Dn Unsere Bevollmächtigten ertheilen, damit -sammv ^"Handlungen, den Bedürfniffen Rechnung 4 Per end, zu einem befriedigenden Resultat ge- :r Per! ! und friedliche Beziehungen baldigst wieder

t.

lappich.

ger. 1 Ziin

I hatte wohl bemerkt, wie der Blick des Vreiters nach jener Loge gefallen war, wie h seinen starken Körper ein plötzlicher Ruck

«Schreiben des Kaisers von China '2 an den deutschen Kaiser.

er (der Wirren) geworden, was Wir auch rden, h noch auf das Tiefste bedauern. Es ist ge- zu besti t, daß Wir die schuldigen Würdenträger mit ind Stä »derer Strenge und entsprechend bestrafen, n Musei 6en Gesetzen und dem allgemeinen Rechts' ilnehw! II Kenugthuung zu gewähren.

lortrag Soeben erhielten Wir von Unfenn Gesandten m Hai Hua» ein telegraphisches Memorial, ei» 8 Eure Majestät bereits geruht haben, Jn- ei Kienen behufs Eröffnung der Verhandlungen ile Rm Unseren Bevollmächtigten an den General- Lic. Psi erschall Herrn Grafen Waldersee und den

yramm haben Wir erhalten. Mit Freude lder«) »Hochachtung ersehen Wir daraus, daß Euere ' stät von freundschaftlichen Gefühlen für

Ul*» sich gleich erholen, es war nur der Schreck, Ott gi* betäubte."

3m Cirkus verkündete eben der Direktor

j [agen werden von unserer Expedition 3, b) a grft 21) unseren Ausgabestellen in Kirch - Allegr, in G-dj

1. einet kleinen Weile nur beobachten, wie Aue Dame sich allmählich erholte, und wie »pp- L sich dann dem Ausgange zuwandten.

-Willst Du zu ihm, - Isa?" fragte der als sie aus dem Bereich der vielen, neu- *9=n Blicke waren.

zerstrok *-le An geredete nickte:Ja, ich will zu ' lch will ihn fragen, »warum er mir das

willko ben.

an

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aufgeregten Menge, daß Johnson sich keine Igliedeü liche Verletzung zugezogen habe, man möge bestiwi beruhigen, die Vorstellung nehme ihren tzang.

örsenpb rasch war nun freilich die Ruhe nicht ungen irr herzustellen, Alles sprach durcheinander,

> und wie er darauf die Zügel losließ, pwvist toui^en die verschiedensten Dermuthungen - doch niemand wußte das Richtige in m jew< Sache.

M x!! Neugierigen behielten jene Loge, wo "Pers«^en jungen Damen mit dem Herrn ge- 1|- scharf im Auge. Es mußte doch irgend 1 Beziehung bestehen zwischen dem Jokey- und jenen Logenbesuchern. Man konnte

In Euerer Majestät Erwiderung (auf Unser früheres Telegramm) wird Uns gerathen, nach Peking zurückzukehren, was Wir als ein Zeichen Euerer Majestät freundschaftlicher Gesinnung für Uns auffaffen. Sobald die Friedensver­handlungen die gewünschten Ergebniffe zeitigen, werden Wir sofort die Zeit Unserer Rückkehr bestimmen.

Da die christlichen Missionsthätigkeiten den Angehörigen verschiedener Staaten vertrags­mäßig zugestanden sind, so ist es Unsere Pflicht, in Zukunft die höchsten Provinzialbeamten strengstens anzuweisen, diesen Missionen be­sonderen Schuh angedeihen zu laffen, um alle Streitigkeiten auf immer beizulegen. Indem Wir Euerer Majestät hierdurch nochmals Unsere Gesinnungen kundgeben, hoffen Wir hierfür Allerhöchstderselben Anerkennung zu finden." Aus dem Bericht des Legationssekretärs v. Below über den Mörder des Herrn v. Ketteler.

Peking, den 25. Sept. 1900.

Durck einen Zufall ist es gelungen, den Mörder Baron Kettelers festzunehmen.

Am 6. d. M. bot ein Chinese dem Oberst Shiba, Führer des japanischen Detachements während der Belagerungszeit, eine silberne Uhr zum Kauf an, die mit Wappen und Namens­zug des Verstorbenen geschmückt war. Oberst Shiba ließ sogleich nachforschen, woher die Uhr stamme, und die Spuren führten alsbald auf den Mandschu-Soldaten, der am 20. Juni den tätlichen Schuß auf Freiherrn von Ketteler ab­gegeben. Derselbe leugnete keinen Augenblick seine Thäterschaft. Am 7. d. M. unmittelbar vor der Abreise Frau v. Kettelers, übergab mir Oberst Shiba die Uhr, und ich bat ihn um die Auslieferung des Verbrechers, der in das Lager des See-Bataillons in sicheres Gewahrsam ge­bracht wurde. Hier erfolgte seine Vernehmung durch den Zweiten Dolmetscher der kaiserlichen Gesandtschaft, Herrn Cordes, zunächst am 8., zuletzt am 21. d. M.

An der Richtigkeit der Aussagen Enhais, des Mörders ist nicht zu zweifeln. Im Gefühl, als Soldat auf höheren Befehl gehandelt und seine Schuldigkeit gethan zu haben, hat er sich freimüthig als Mörder bekannt, nicht um Gnade gefleht, sondern nur gebeten, da er doch sterben müffe, die Exekution möglichst zu beschleunigen. Wer derPrinz" gewesen ist, der den Befehl zum Erschießen der Fremden gegeben hat, scheint Enhai wirklich nicht zu wissen, was bei seiner untergeordneter^ militär­ischen Stellung kaum wunderbar erscheinen dürfte.

von Below.

angethan hat, warum er sich und unfern Namen so tief herabwürdigt, und den Menschen ein solches Schauspiel bereitet! Ich will erst mit ihm abrechnen und mich dann in irgend einem Winkel verborgen halten, damit mich Niemand mehr sieht. Denn von nun an werden die Leute mit Fingern auf mich deuten, seht das ist sie, die Tochter des Kunstreiters, von nun an bin ich gebrandmarkt, o, es ist um rasend zu werden! Warum? Ach Kurt, Susanne, gebt mir Antwort! Weshalb sank mein Vater so tief herab? Mußte er seiner Leidenschaft so weit nachgeben? Konnte er nicht ebensogut anderswo dem gefährlichen Sport huldigen? Mußte es denn gerade im Cirkus fein ? Wenn der Eine oder der Andere ihn nun erkannt hat, was dann? O, ich vermag es nicht zu fasten, nicht auszudenken! Sprich, Kurt, wie soll ich das ertragen?"

Dor allem: Werde erst ruhiger, Isa," be­gütigte Kurt das aufgeregte' Mädchen,was Dein Vater gethan hat, ist nicht fo schlimm, ist nichts Unehrenhaftes, Manche werden ihn vielleicht darum tadeln, doch nimmermehr wird ein Schatten auf Dich und ihn fallen. Ich denke, D« fährst mit meiner Schwester nach Haufe, und ich sehe, daß ich Euch mit Deinem Vater baldmöglichst folge. Hier ist nicht der Ort zu weiteren Auseinandersetzungen. Willst Du auf meinen Vorschlag eingehen?"

Isa nickte wieder.Wenn Du mir einen Wagen besorgen kannst ja. Ich habe den Kutscher erst bis nach der Vorstellung bestellt, doch zunächst möchte ich natürlich über den Zu­stand meines Vaters Näheres erfahren."

Der deutsche Konsul Knappe hat sich an Bord des LinienschiffesKurfürst Friedrich Wilhelm" von Schanghai nach Nanking begeben, um beim Vicekönig Protest zu erheben gegen die Verproviantirung des chinesischen Hofes, die von Nanking aus betrieben wird.

Nach demLokalanzeiger" hat der deutsche Generalkonsul den Vicekönig darauf hingewiesen, daß Agenten der chinesischen Regierung kürzlich in Schanghai von fremden - Händlern Waffen gekauft hätten, das dürfe nicht länger angehen, auch wären Lebensmittel und Munition auf dem Dangtse - Fluß verschifft worden, die für ben flüchtigen Hof bestimmt seien. Die Vicekönige müßten ihren ganzen Einfluß daran setzen, diesem Treiben Einhalt zu thun. General­konsul Knappe hatte durchblicken lasten, daß, wenn der Vicekönig Geld brauche, ihm solches zur Verfügung gestellt werden könne. Darauf erwiderte der Vicekönig, Geld brauche er momentan nicht, auch besitze er absolut keinen Einfluß, da die Kaiserin - Regentin gegen ihn sowohl wie gegen Tschangtschitung aufgehetzt worden wäre. Er könne also in keiner Weise etwas thun.

Einzelheiten.

Um den Verbündeten entgegenzu­treten, bewegen sich nach einer Meldung des Daily Telegraph" aus Schanghai vom Sonn­abend drei chinesische Generale mit 23 000 Mann längs der Grenze der Provinz Tschili.

Aus Kanton wird über christenfeindliche Unruhen in der Provinz Kwangsi be­richtet. Die Nichtchristen tragen Abzeichen, und alle Personen ohne dieselben sind in Gefahr, getödtet zu werden.

Die China-Debatte im Reichstag.

p. Berlin, 19. November.

Der Wunsch der sozialdemokratischen Partei, die Reichstagssession mit einer .hrer politischen Reklame dienenden Jnterpellationsdebatte ein leiten zu können, ist nicht erfüllt worden. Die Interpellation ist bis zum Donnerstag zurück- gestellt, für welchen der Herr Reichskanzler im Beginn der heutigen Sitzung sich zu ihrer Beantwortung bereit erklärte.

An der Spitze der Verhandlungen trat dem­gemäß, der allgemein-politischen Bedeutung des Gegenstandes entsprechend, die Chinavorlage, die dem Reichskanzler Graf von Bülow den Anlaß bot, zu einer bedeutungsvollen programmatischen Darlegung das Wort

Das Wort kam schwer aus Jsa's Munde, als könnte sie es nur mit Ueberwindnng aus­sprechen , auS ihrem Blick sprach eine tiefe Seelenqual, so daß Susanne wie tröstend den Arm um die jüngere Freundin schlang.

Kurt fragte einen der Bediensteten, wohin man den Verwundeten geschafft, und erhielt bereitwillig Auskunft. Die Drei betraten nun ein kleines, dürftig ausgestattetes Gemach, wo der Kunstreiter auf einer schnell herbeigeschafften Ottomane lag. Verschiedene Neugierige standen umher und begafften den blaffen Mann mit dem aristokratischen, fein geschnittenen Gesicht. Ein Arzt bemühte sich, ihn zum Bewußtsein zu bringen.

Was wollen denn alle diese Menschen hier?" klagte Isa weinerlich.

Kurt flüsterte dem Arzt einige Worte in's Ohr, und dieser ersuchte die Anwesenden höflich aber bestimmt, den Raum zu Verlusten. Darauf schloß er die Thüre ab.

Ist die Verletzung gefährlich?" fragte Kurt den Arzt, nachdem er sich diesem mit den Worten vorgestellt:Mein Name ist Kurt v. Wallbrecht, hier meine Schwester, und, auf Isa deutend:Komtesse Tennewitz."

Der Arzt verbeugte sich höflich:Doktor Dogtner." Dann fuhr er in beruhigendem Tone fort:Es scheint nur eine starke Verstauchung des Fußes zu sein, die sich bald wieder geben dürste. Gebrochen ist zum Glück nichts, und so werden wir hoffentlich bald wieder das Ver­gnügen haben, unfern vielbewunderten Jokey- reiter im Cirkus begrüßen zu können. In einigen Wochen hoffe ich"

zu ergreifen. Voraufchickend, daß nach wie vor an den Zielen festgehalten werde, die in dem an die Bundesregierung bezüglich der chinesische« Wirren gerichteten Cirkular vom 11. Juli d. I. bezeichnet worden sind, wies der Herr Reichs­kanzler zunächst die Behauptungen zurück, die deutsche Politik habe sich durch die chinesische Krisis überraschen lassen und diese Krisis durch den Abschluß des Kiautschou-Vertrages selbst heraufbeschworen. Ohne gegen den bis in de» pflichtreuen, ritterlichen Gesandten in Peking den leisesten Vorwurf zu erheben, könne er fest- stellen, daß in Berlin die Anzeichen des nahenden Gewitters wohl beachtet worden seien. In Zu­kunft werde das Augenwerk allerdings darauf zu richten sein, daß das Auswärtige Amt schneller, als bisher, über die Vorgänge in China unterrichtet werde, nichts aber sei in militärischer oder dima- tischer Richtung deutscherseits Unterlasten worden, was den Dingen einen anderen Verlauf hätte geben können. Was Kiautschou anlange, so müffe doch festgestellt werden, daß von allen in China engagirten Mächten Deutschland sich am meisten zurückgehalten und erst dann zugegriffen habe, als es den Anschein ge­wann, als sollte ohne Berücksichtigung Deutsch­lands an eine Auftheilung Chinas in Einfluß­sphären gegangen werden. Auch sollte nicht übersehen werden, daß unsere Position in China auf völkerrechtlichem Vertragsverhältniffe mit der chinesischen Regierung beruhe und durchaus im Einklänge stehe mit der freundlichen Hal­tung, die Deutschland nach dem chinesisch-japani­schen Kriege China gegenüber eingenommen habe.

In Wahrheit stellten sich die jüngsten chinesischen Ereignisse dar als eine Etappe, welche die europäische Kultur auf ihrem unaufhalt­samen Vordringen mit Nothwendigkeit einmal überwinden mußte. Was Deutschland in China wolle, sei mit zwei Worten gesagt: wir wollen keine PolitikderAbenteuer, aber wir wollen unsere Rechte und unsere Ehre.so behaupten, wie es einer großen Nation zu kommt. (Beifall.) Wir wollen rasche und gründliche Beilegung der Krisis und Sühne für das Geschehene, weil die Versagung dieser Sühne ein Freibrief wäre für neue Ver­brechen. Deutschland habe kein Interesse an der Auflösung des chinesischen Reichs, unser Interesse sei es vielmehr, daß China Zeit gewinnt, sich in die europäische Kultur einzuleben, und daß wir Zeit erhalten, unsere Position in China auszu­bauen, zu entwickel «und zu kräftigen. Sofern nicht andere Mächte über den jetzigen Rahmen ihrer Position in China hinausgehn,

Er hielt plötzlich inne. Sein Blick war auf Isa gefallen, die sich leichenblaß an die Freundin lehnte.

Ist Ihnen unwohl, gnädiges Fräulein?" wandte er sich besorgt an diese.

Danke, es ist schon vorüber" hauchte sie.

Fahre Du nach Hause," drängte Kurt die Schwester,und gieb acht, daß Isa sich nicht weiter aufregt."

Der Arzt hatte rasch einen Wagen besorgt und bald fuhren die jungen Damen durch die hell beleuchteten Straßen der Residenz. Isa drückte müde den schönen Kopf in die Polster, und Susanne lauschte schweigend den Klagen der Freundin.

Also deshalb mußte ich mit Papa in die große fremde Stadt ziehen," sagte sie,deshalb mußte ich hier leben, wo ich mich so todt­unglücklich fühlte, so berittff en und einsam, wo ich Niemand kannte, und mir alle Menschen gleichgiltig waren. Deshalb verkaufte er unser schönes Gut, wo ich mit Euch zusammen so glücklich war. Die Scholle, wo schon unsere Ahnen hausten, wo das Grab meiner Mutter sich befindet, wo alles, alles mir lieb und traut und heimisch war, wir verließen sie und andere, fremde Menschen leben jetzt dort an der Stätte, wo ich meine glückliche, sorglose Jugend verlebte! Und warum das Alles? Damit mein Vater seinem Ehrgeiz sröhnen konnte? Damit %ie Menge ihn beklatsche? Was anders sollte Papa zu diesem Schritt ver­anlaßt haben? Was trieb ihn nach der Stadt? Jetzt weiß ich auch, warum Papa mich so streng von jedem Verkehr fernhielt, warum er jeden Abend ausging! Um der Menge etwas vor-