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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg and Kirchhain

Wg.

liegt noch folgende Waldersee hatte Flaggen außer der Hof in Shanheikwan

entwaffnete und zerstreute bei Kuanhsien vier regulären Bataillone.

Zum englisch-russischen Zwischenfall.

lieber die schon erwähnten Differenzen zwischen einzelnen Officieren in Shanheikwan

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Leider zu spät, verehrter Herr," stammelte Volkmar verlegen.

Wieso? Hier ist das Geld!" -

Ich kann es nicht mehr annehmen."

Warum?"

Der Termin ist abgelaufen, und Sie ließen meine wiederholten Aufforderungen unbeachtet."

Schrieb ich Ihnen denn nicht, daß die Sache beglichen werden solle?"

Ganz recht aber traurige Erfahrungen lehrten mich, solchen Versprechungen zu miß­trauen."

Gut; den Thatsachen gegenüber werden Sie sich anders verhalten. Hier ist das Geld, und nun darf ich wohl um die Rückgabe des Ringes bitten."

Unmöglich!"

Ach so Sie wollen die 14 Tage verzinst haben? Auch das! Bitte Ihre Berechnung zu machen!"

Davon kann keine Rede sein. Das Pfand befindet fich nicht mehr in meinen Händen."

.Wie?"

Der Aufschrei klang so drohend, daß Volkmar unwillkürlich zurückwich.

Ja, was wollen Sie denn? Abgemacht ist abgemacht. Ich bin ein armer, alter Mann und muß meine Jntereffen wahren."

Ein elender Wucherer, den ich mit diesen Händen erwürgen möchte, find Sie! Wo ist der Ring?"

Verkauft!"

Was? Sagte ich Ihnen nicht

Ich muß sehr bitten! Sie sagten mir, es wäre ein Geschenk des Grafen von R . . ."

Deshalb eben ist er mir Werth, und ich verlange ihn zurück."

Dann bedaure ich, außer Stande zu sein."

Stein öffnete die Brieftasche.Sehen Sie ich kenne Sie als einen Blutsauger erster Klasse"

Mein Herr, das ist eine Beleidigung!"

Ah bah! Wir sind doch unter uns, nicht wahr?"

Natürlich."

Also können wir frisch von der Leber weg reden. Sie gehören zur Zunft der Halsab­schneider."

Herr Stein"

Und beabsichtigten Ihren Dortheil aus einer kleinen, durch die Umstände gebotenen Verzögerung zu ziehen! Meinetwegen! Er soll Ihnen gewährt sein. Was kostet der Ring jetzt?"

Ich glaubeJhnen bereits gesagt zu haben *

Daß er verkauft ist? Das heißt meiner Leichtgläubigkeit zu viel zumuthen."

Mein Herr, es ist leider Thatsache."

Stein zuckte zusammen.

Dann kaufen Sie ihn zurück!"

Das ist unmöglich."

Es muß sein! Ich biete Ihnen dar Doppelte."

Und wenn Sie mir das Dreifache, ja sogar das 'Zehnfache böten, so müßte ich doch ant­worten: Unmöglich!"

Ist das Ihr letztes Wort?"

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Meldung vor: Graf die Fortnahme aller russischen vom Bahn­befohlen, der britische

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In mannigfachen Krümmungen erklettern sie an beiden Seiten die Gipfel der Berge, aber dort endigen sie, sodaß sie keinen zusammen­hängenden Schutzwall bilden, sondern ein für sich bestehendes gigantisches Bollwerk.

Gelbbuch über China.

Ein Gelbbuch über die China-Angelegen­heit ist am Donnerstag in der französischen Deputirtenkammer vertheilt worden in Form eines starken Bandes, der u. A. das Tagebuch des Gesandten Pichon über die Belagerung der Gesandtschaften enthält. Das französische Gelb­buch enthält Mittheilungen über einen bisher völlig unbekannt gebliebenen Plan des Prinzen Tfching, der am 1. Juli einen Aufstand gegen den kaiserlichen Hof Hervor­rufen wollte. Frankreich und Rußland wollten das Pronuneiamento des Prinzen unterstützen, die übrigen Mächte aber hielten ein solches Beginnen nicht für opportun. Tie darauf be­züglichen Unterhandlungen wurden von Kabinet zu Kabinet geführt. Die Pekinger Gesandten wußten von dieser Kombination nichts, sie hatte wenigstens bett Erfolg, daß das Bombardement der Gesandtschaften zeitweilig eingestellt wurde. Wie in Peking geplündert worden ist, ergiebt sich unter Anderem ' auch aus einer Stelle des Berichts, den ein Pekinger Korre­spondent derKöln. Ztg,", der die Belagerung der Fremden mitgemacht hat, seinem Blatte hat zugehen lassen. Unter dem Datum des 16. August (am 14. August waren bekanntlich die Fremden entsetzt worden) schreibt der ge­nannte Berichterstatter:Man vergeudet die kostbare Zeit mit Berathung. Die Generale sitzen mit weisen Mienen im Konferenzzimmer, die Soldaten sind unthätig, ehe noch die Schurken im Palast um Gnade gesteht haben, und alle Welt raubt und plündert in der gemeinsten Weise chinesisches Privateigenthum, Stickereien und Pelze. Nur der deutsche Soldat hat nicht geplündert, sagte gestern der französische Ge­sandte. Dieser Ruf des deutschen Soldaten ist nach der Meinung des .Grafen Soden mehr Werth als aller Plunder der Welt. Das meine ich auch, aber man fühlt sich hier für die andern civilisirten Staaten auch ein bischen mit ver­antwortlich."

Vom Grasen Waldersee.

Wie dasWolff'sche Telegraphenbürcau" be­richtet, meldet Graf Waldersee: Die Eisenbahn von Schauhaikwan nach Tangshakoun ist im Betrieb. Die Wiederherstellung der weiteren Strecke bis Tongku ist bis Mitte Dezember zu erwarten. Die Kolonne Normann ist am 6. Novbr. zurückgekehrt. Die Kolonne Garioni

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300 Meter höher hinauf, um den linken Flügel der Chinesen zu umgehen, während Major von Wyneken das Nämliche auf dem andern Flügel des Feindes unternahm. Im Centrum war es nammitlich die 8. Kompagnie unter Hauptmann Bartsch, welche ins Feuer kam, Major von Förster führte trotz einer Wunde an der Hand (eine feindliche Kugel hatte seine Mauser­pistole getroffen! mit brillantem Elan den Angrisf weiter. Außerdem waren während des ganzen Gefechts anwesend General v. Gay mit seinem Gefolge vom Hauptquartier, Oberstleutnant Wachs und Maler Rocholl. Kurz nach 6 Uhr hatte das Gefecht begonnen. Nach drei Stunden ging der rechte Flügel zum Sturm über, nahm den Hügel mit dem rechten Thurm und feuerte auch von dort aus auf den Feind. Einige Minuten später drang Major v. Wyneken, der nur 5 Mann bei sich hatte, gegen den linken Thurm vor. Der Feind floh, ohne Widerstand zu leisten. Die Leut­nants Mut her und v. Stockhausen er- obetten bie Schnellfeuergeschütze auf der Barrikade. Major v. Förster, Haupt­mann Bartsch, Leutnant Wrede und Leutnant Hermann nahmen vier weitere Geschütze. Im Verein mit den Boxern ^hineu noch drei Bataillone Mandschus und außerdem reguläres chinesisches Militär unter den Generalen Wn und Dschi an dem Gefechte theil. Die Unfrigen trieben aber, obwohl sie nur 150 Mann stark waren, diese Truppen aus fast uneinnehm­baren Stellungen. Gegen 50 Todte wurden später aufgesunden.

Unsere Verluste am Ende des Gefechts waren: 1 getödtet, und zwar der Unteroffizier Gaffe (der Name scheint verstümmelt zu sein) von der siebenten Kompagnie, 4 leicht und 2 Mann schwer verwundet. Major v. Förster verfolgte sofort den Feind in südwestlicher Richtung und trieb ihn durch die hinter dem Passe gelegene Stadt King Kwan, wo die deutsche Flagge ge­hißt wurde. Die Haltung der Truppen im Feuer war in jeder Hinsicht vortrefflich. Im letzten Stadium des Kampfes erschien auch noch ein Detachement englischer Pioniere auf dem Schlachtfelde, welche General von Gahl sofort nach dem rechten Flügel dirigirte, damit sie an dem allgemeinen Vordringen und der Verfolgung theilnähmen. Der Rest der Abtheilung Nor­mann konnte nur geringen Antheil an den Er­eignissen nehmen, aber ihr Vormarsch, besonders der Artillerie, auf kaum passirbaren Wegen war ein Meisterstück. Die Gegend präsentirt sich als eine hochpittoreske Berglandschaft. Zu beiden Seiten und im Westen fah man die riesigen Reste von ungeheuren Mauern in der Art der großen Mauer bei Schau-hai-kwan.

Sehr hübsch von Ihnen, Herr Volkmar, nur ist die Diskretion in diesem Falle mir gegen­über zwecklos, denn ich kenne den Betreffenden sehr genau, und noch mehr: ich weiß, daß er diesen Ring verpfändete."

In der That, Frau Baronin!"

Sie sehen, daß ich gut unterrichtet bin", sagte Ilka,aber begegnen möchte ich dem Mann nicht. Wie ist das zu verhindern?"

Wollen Sie in diesen Alkoven treten, gnädigste Frau? Aber jetzt muß ich meinerseits ernstlich um"

Diskretion bitten ? Ja dazu haben Sie alle Ursache, denn es ist mir zufällig fein Ge- heirnniß, daß dieser Brillant zu den Familien­juwelen der Freiherren von Hagendorf gehört!"

Um Gotteswillen, Frau Baronin, wie Sie mich erschrecken! Davon ahnte ich ja nicht das Mindeste."

Das thut mir für Sie äußerst leid, denn es könnte für Sie unangenehme Folgen haben."

Gnädigste Fran"

Persönlich verspreche ich Ihnen keine Un­annehmlichkeiten bereiten zu wollen, voraus­gesetzt, daß Sie jetzt über meine Anwesenheit schweigen."

Ich will und muß es."

Aber kein Wink, kein Zeichen! Die Vor­hänge schließen nicht dicht. Ich werde genau beobachten,"

Sie hatte eben Dwch Zeit in das Versteck zu schlüpfen, als Stein mit den Worten:Ich komme in der bewußten Angelegenheit", eintrat.

Offizier verweigerte jedoch die Herabziehung der britischen Fahne ohne Befehl vom General Gaselee. Ein russischer Offizier mit Soldaten schlug darauf die Sikh-Schildwack'e von ihrem Posten und riß die Flagge berat. Die Sikh- Schildwache feuerte über die Köpfe der Russen, ein Leutnant brachte die Wache heraus und ver­langte sofortige Wiederhissung der Flagge, die stärkere russische Abtheilung legte an und drohte zu feuern, falls die Wache vorginge. General Read sandte sofort 200 Mann und verlangte Entschuldigung und Wiederhissung der britischen Fahne, widrigenfalls er das Verhalten der Russen als Kriegsakt ansehen würde. Schließ­lich entschuldigte sich der russische General und hißte die britische Flagge wieder auf.

Die Japaner.

Unter den Mächten, die gegen China im Felde stehen, nehmen die Japaner als einziges heidnisches Volk eine Sonderstellung ein. Sie haben sich seit Jahrzehnten alle Errungenschaften unserer modernen Wissenschaft und Technik an­geeignet. Eine Zeit lang schien es, als ob sie mit derselben Schnelligkeit auch das Christen- thnm annehmen wollten. Die christliche Mission, die erst vor 40 Jahren dort Eingang sand, unternahm einen Siegeslauf durch die japani­schen Inseln. Die Zahl der Christen im Lande beträgt über 200 000. Seit einigen Jahren wird jedoch von allen Missionsgesellschaften Klage geführt, daß es nicht mehr so schnell vorwärts geht. Der Grund ist in erster Linie im Erwachen des nationalen Selbstbewußtseins bei den Japanern zu suchen, auch mag die Gegenarbeit des Buddhismus, der neuerdings seinen Besitzstand im Lande mit ungewohntem Eifer vertheidigt, nicht ganz erfolglos gewesen sein. Infolge dessen schlug die von Europa und Amerika mit Hochdruck betriebene Missions- Thätigkeit in letzter Zeit ein langsameres Tempo ein. Zu den bestehenden Gemeinden kamen im letzten Jahre nur etwas über neun­tausend Neugetaufte hinzu. Das ist an sich ein erfreulicher Ertrag auf einem angebauten Missionsfelde, aber in Japan war man an größere Zahlen gewöhnt. Die dort thätigen Missionsgesellschaften, unter denen sich auch eine deutsche, der Allgemeine protestantische

(Nachdruck verboten.)

Treue.

Roman von Ada Dörner.

(Fortsetzung.)

.Die Welt? Lieber Himmel, die urtheilt em Schein. Ich habe mein gutes schwer- cdientes Geld für diesen Diamant hingegeben." .Den ich seiner eigenthümlichen Fassung gen kaufen will."

»Sie sollen ihn für die Hälfte des reellen

Ützes haben!"

.Für wieviel also?"

Der Alte nannte eine Summe.

, Ilka lachte laut auf.Damit verlangen $ mindestens das doppelte des wirklichen rthes!"

.Nur was ich selbst gab."

.Das gestatte ich mir, zur Ehre Ihres ge- den Verstandes zu bezweifeln. Aber fei's trum!"

Sie zog ein zierliches Portefeuille hervor und Ifc den geforderten Betrag auf den Tisch.

Volkmar quittierte eiligst.

In demselben Augenblick ertönte die Klingel, k trat ans Fenster.Kennen Sie den Herrn c vor Ihrem Hause steht?"

Der Wucherer blickte hinab.Ja, aller­es."

»Wie heißt er?"

.Bitte tausendmal um Entschuldigung, wenn ' diese Frage unbeantwortet lasse. Mein MNgswott heißt: Diskretion."

Die Wirren in China.

leber die Kämpfe bei Tsukingkwan demLok.-Anz." eine vom 30. Oktober, ans schau datiette Meldung seines Spezialbericht­atters, Dr. Wegener, zugegangen, der dem anps^als Augenzeuge beigewohnt hat:

"Die deutsch - italienische Abtheilung unter berft von Normann, die im Begriff ist, von mtingfu längs des Gebirges nach Peking zu vschiren, befand sich in der Nähe von Jtschou, i gestern Abend die Vorhut unter Major von irfter meldete, daß der Weg durch die chinesische auei, die bei Korse die Provinz Petschili von Hansi trennt, im Westen von Jtschou von arrikaden versperrt sei, die mit Artillerie und Httuppen besetzt seien. Zwei Abtheilungen jt der 8. und eine von der 7. Compagnie des Ostasiatischen Regiments unter dem Befehle, i Majors von Förster wurden zur Aufklärung gesandt. Heute Morgen ritt ich mit den ersten rppen fort.

Der Marsch ging bei schwachem Mondschein ich Hohlwege und Flußbette, über Gräber ib Steinmauern, und war schon an sich eine inzende Leistung, da die Truppen von dem [trigen Marsche sehr erschöpft waren. Als c Morgen dämmerte, lag am Ende des Thales t uns ein Abhang, der sich bis zur Höhe n vierhundert Metern erhob. Wir sahen ein or und zwei Thürme auf der einen Seite d am anderen Ende des Passes eine Mauer tThor. Die Ueberraschung war voll­end ig. Die Mauer wurde schnell genommen, nun folgte ein unbeschreiblich schwieriger Weg et Schluchten und Schieferberge, die einzig r Maulthiere passirbar sind; an mehreren eilen war er durch Steinbarrikaden versperrt; ! Berge ragten überall über den Weg und kitteten den Chinesen fast überall, unsere uppen von oben her zu bestreichen. Major Förster drängte ohne Zögern vorwärts. Bei tm kleinen Dorfe stießen wir auf den Wider- nb des Feindes. Nach einem kurzen , aber higen Gefechte sahen wir die Chinesen $ Posten in voller Flucht verlassen. Darauf uznoseirten wir kaiserliche Truppen. S diese sich feind-selig erwiesen, stießen t kräftig vorwärts. Darauf erfolgte eine tge, regelrechte Beschießung der oberen eHungen, von denen ein heftiges Feuer s modernen Mannlicher-Gewehren Pnet wurde. Auch mit Granaten wurden swe Leute beschossen. Unsere Linien drangen R Deckung zu Deckung unwiderstehlich vor. 6ine Abtheilung unter den Leutnants Muther v. Stockhausen klomm auf der rechten Seite

Bierteljäh > ] icher Bezugspreis: bei der Expedition 2 IDti., »»rSilfVzt «rrickeun lag:,.'» Uetzer an Wertlllgen nach sonn- und Feiertagen,

bei allen Postämteru 2,25 Mk. (exct. Bestellgeld). «rgWl VU4j| LouuNigsdeUage: Jlluftrirtes Souutaqsblatt.

Jns«rtion»gebühr: di« gespaltene Zeile oder drren Raum 1V Psg. ~ 1 iaaa Druck und Verlag: Joh. Ang. Kock, Univeriüots-Bulyonickerei

Reclamyt: di« Zeil« 25 Psg. ^LÜMllllg, 11. yiODCntDCr 1900. Diarbnrc Marti 21. - Televdon 55