mit dem Kreisblatt für die Kreise Marbura und Kirchhain
Zweites Blatt
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18. Kapitel.
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seltenem Werth. Freilich hieß es, daß er sich nicht nur auf den Berkaus derselben beschränke, sondern ein noch bei weitem einträglicheres Geschäft betreibe, das eines Wucheres; da aber die Geschädigten meistens ihre Gründe hatten zu schweigen, so wurde niemals Anzeige gegen ihn
Vormittags 9-/- Uhr. Emweih««g und Feftpredigt.
Nachmittags 2 Uhr: Gcsanggottesvieuft.
Abends 8 Uhr: Evangelisa1ions-Bersamml««g.
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„Und der Eigentümer machte keinen Ber such, den Termin zu verlängern?"
„O ja, das wohl — aber ich kenne derartige Versprechungen. Was man heute nicht hat, hat man morgen auch nicht. Ich bin ein armer, alter Mann, der in dürftigen Verhältnissen lebt der sich sein Lebenlang quälte und arbeitete und -t- Gott weiß wie oft — das Opfer seines guten Herzens wurde."
„Seltsam, daß die Welt so ganz anders von Ihnen spricht, Herr Volkmar," spottete Ilka.
(Fortsetzung folgt.)
Verantwortlich für die Redaktion: Hans Hupfer in Marburg.
erstattet, und die Polizei suchte vergebens nach Beweisen.
Jetzt saß der Antiquitätenhändler einer Dame gegenüber deren Wünsch.e schwer zu befriedigen schienen.
„Ich ließ Sie zu mir rufen, und Sie baten mich, selbst Ihre Sammlung in Augenschein zu nehmen, aber ich bin sehr entäuscht und finde wirklich nichts, was mir gefällt. Ich bedauere, Sie zwecklos aufgehasten zu haben, Herr Volkmar."
Der Händler ließ sich nur ungern ein Geschäft entgehen und rief daher eifrig: „Verweilen Sie nur noch einige Augenblicke, gnädigste Frau Baronin. Ich habe da einen Ring, der mir, offen gestanden, als Pfand übergeben wurde, aber jetzt verfallen ist."
„So? — Ich möchte Ihnen keine weitere Mühe verursachen."
„Bitte sehr, Frau Baronin! Erlauben Sie mir, Ihnen den prachtvollen Stein zu zeigen!"
„Nun ja
Wie Jemand, der sich nur höflicherweise zu einem Zugeständniß zwingt, nahm Ilka ihren Sitz wieder ein. „Also beeilen Sie sich gefälligst, ich fange an, mich zu langweilen."
„Hastig schlüpfte der Händler in das nächste Zimmer und kehrte gleich daraus mit dem Ring zurück. „Sehen Sie, gnädigste Frau! Ein wasserheller, fehlerloser Diamant von ungewöhnlicher Größe in einer Fassung, die jedenfalls aus dem 14. Jahrhundert stammt."
Ilka hatte langsam über die Schulter zurückgeblickt, griff aber jetzt schnell nach dem Ring, „Wer gab Ihnen den Ring als Pfand?" „Verzeihen Sie, Frau Baronin, aber Diskretion ist für mich in geschäftlicher Beziehung Ehrensache. Ich nahm den Ring und streckte eine hohe Summe darauf vor, in der Voraussetzung, daß er rechtzeitig eingelöst werden würde. Indessen habe ich mich getäuscht. Seit zwei Wochen ist er verfallen!"
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Sonntag de« 11. November
Nachkirmes
im große« Saale
Der Sekretär brachte an diesem Abend noch mehrere Stunden bei Hagendorf zu, dann suchte er sein eigenes Zimmer ans, drehte den Schlüssel im Schlosse nm und setzte sich an seinen Schreibtisch. Lange saß er in dumpfes Brüten ver- versunken, den Kopf in die Hand gestützt. Vor ihm lag ein Papier, welches er aus einem Fach des Schreibpnltes genommen hatte. Darauf stand nichts weiter als „Vollmacht", und am Ende des Boges des Freiherrn Name, mit dem darrinter gedrückten Siegel. Lange starrte Stein auf das Blatt, dann tauchte er langsam und zögernd die Feder ein und begann den Bogen zu füllen. Dann faltete er das Blatt zusammen und schob es in eine mit Banknoten gefüllte Brieftasche. Schon in früher Morgenstunde des nächsten Tages verließ der Sekretär Loschwitz und fuhr nach der Stadt.
Sein erster Weg führte ihn nach einem großen Bankhanse. Dort besorgte er den Ankauf verschiedener Werthpapiere, präsentirte die Vollmacht und nahm eine bedeutende Geldsumme in lEmpfang. Hierauf bestieg er wieder den wartenden Wagen und gab dem Kutscher die Adresse des ziemlich entfernt wohnenden^ Antiquitätenhändlers Paul Volkmar. .
Erste Hypothek
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In einer der größten Vorstädte B .' . stand ein altes, unfreundlich anssehendes, einstöckiges Haus. Wenn man an der stets ver- schloffenen Thür klingelte, öffnete ein Diener von riesenhafter Gestalt. Der Hausflur war finster, die Treppe schmal und steil, dessen ungeachtet aber kamen viele Personen und zwar auch solche aus der vornehmsten Gesellschaft zu Volkmar, denn er besaß stets Antiquitäten von
(Nachdruck verboten.)
Treue.
Roman von Ada Dörner.
(Fortsetzung.)
Gut — aber eine Bedingung stelle ich." Welche?"
^Taß Du erst Frau Pastar Heller aufsuchst Dich offen mit ihr aussprichst." gern will ich das thun,' das verspreche ich !"
Margarethe umschlang die Schwester nnd ich noch lange leise mit ihr.
,Du magst Recht haben," sagte die jnnge endlich. „Handle für mich. Ich bin so jo energielos geworden. O, Grethe, wie bin ich, daß Du gekommen bist!"
lls wäre sie wieder zu Hause in dem ein- n, tränten Zimmerchen, gab Margot zu, neSchwesterihr das Weiche, goldschimmernde : löste nd noch lange flüsternd und lieb- d an ihrem Lager saß.
Dann ging Margarethe in ihr eigenes, von he mit Spätherbstblumen geschmücktes Gemach ch lange und schickte den Brief durch die treue Dienerin zur Post.
lls Käthe aus dem Haus treten wollte, i Stein plötzlich vor ihr, und ehe sie sich's hi ar ihr das Schreiben aus der Hand en.
Ile Korrespondenzen, die von Loschnitz ab- , besorge ich, denn mir liegt es ob, für pünktliche Ankunft zu sorgen, herrschte er erschrockene an.
stein warf einen Blick auf die Adreffe, i gab er der Alten den Brief zurück. Was iffen wollte, hatte er erfahren: Der Brief Man Dr. Heller adressirt.
Sonntag de« 11. November 1900:
Einweihung des Betsaales der Bischöflichen Methodisten
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