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vermuthlich
„Krank?—" Es klang eigenthümlig gedehnt.
gab mich der Hoffnung hin, daß er voll- "ldig genesen sei, weil man mir sagte — aber
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„Dor was?"
handelt, ist daran, ein
6 mag Wohl müßiges Gerede gewesen sein — Wer habe seine ärztlichen Besuche bereits »gestellt."
„So?" — Ein Blick, der sie peinlich kehrte und ihr das Blut in die Wangen trieb, eiste die junge Frau. Theilen Sie denn diese einung, gnädigste Tante?"
Einzelheiten.
Herr Oberstleutnant Petzel hat als rangältester Träger der hessischen Abzeichen beim ostasiatischen Expeditionskorps dem Großherzog von Hessen unmittelbar vor der am 2. August erfolgten Abfahrt des Dampfers „Rhein" aus Bremerhaven die Allerunterthänigsten Abschiedsgrüße des Großh. hessischen Kontingents zu Füßen gelegt, worauf folgende telegraphische
Erbschleicherei. Wir werden ihmentschieden und mit aller Energie entgegen arbeiten müssen. Wir werden —*
Leo unterbrach sich plötzlich. War das Einbildung gewesen? Er meinte eben im Spiegel, der auch das Bild des Nebenzimmers zurückwarf, etwas wie einen flüchtigen Schatten wahrgenommen zu haben.
„Was ist?" fragte Margot.
Er antwortete nicht, sondern trat in das andere Gemach. Es war leer. Keine Spur von einem Lauscher. Nur die niederwallenden Sammtportieren schwankten leicht, wie vom Luftzug bewegt. Kronek zog fie mit raschem Griff zur Seite und blickte in das Musikzimmer, in dem sich ebenfalls niemand befand. Dann kehrte er zurück.
„Suchen Sie etwas? Was wollen Sie?" fragte Margot erstaunt.
„Ich glaubte vorhin im Spiegel die Umrisse^ einer Gestalt bemerkt zu haben, die jedoch im dämmernden Halbdunkel des nächsten Gemaches verschwand."
„Sie werden sich geirrt haben."
„Wohl möglich. Darf ich indessen da fortfahren, wo wir vorhin stehen blieben?"
Obgleich Margot von dem angeschlagenen Gesprächsthema aufs unangenehmste berührt war so gab sie doch Leo die Erlaubniß, weiter zu reden, da sie hoffte, durch ihn die Lösung des Räthsels, an der sie sich vergeblich gemüht, zu erhalten.
(Fortsetzung folgt.)
„Nein, das wollte ich keineswegs. Er hat doch überhaupt bis jetzt keine letztwilligen Bestimmungen getroffen.
„Frau Baronin — Sie wiffen so gut wie ich, daß er es that, und Sie zur Universalerbin einsetzte, aber auch meiner in großherziger Weise gedachte."
„Nein! Davon wußte ich nichts, keine Silbe!" rief Margot lebhaft.
Kronek verneigte sich ohne Widerspruch. Sie nahm aber dennoch das ungläubige Lächeln wahr, welches flüchtig um seine Mundwinkel zuckte.
„Dann verschwieg Ihnen also der Oheim — vermuthlich um ihr Zartgefühl zu schonen — daß er sich kurz vor der Vermählung zu dem Notar Bauer begab und ein Testament hinterlegte, welches Sie im Falle seines Ablebensim wesentlichen zu seiner Universalerbin macht? Daran that er sehr recht, denn er zählt viele Jahre älter als seine jugendliche Gemahlin, und kehrte mit schwer erschütterter Gesundheit in die Heimath zurück. Und dieses Testament, sehen Sie —", seine Stimme sank zu halblautem Flüstern herab, „um dieses Testament handelt es sich eben. Stein betreibt — daran zweifle ich keinen Augenblick — die niedrigste
„Vor einem gewissen Menschen, der beständig um den Kranken ist und die Karten vielleicht in seinem eigenen Interesse mischt."
„Wer —?"
„Offen gesagt: ich traue diesem Stein nicht. Er ist ein Jntriguant."
Mit einem leisen halbunterdrückten Aufseufzer lehnte sich Margot in ihren Sessel zurück.
„Da hätte ich also den wunden Punkt getroffen. Wir hegen beide die gleiche Ansicht."
„Das kann ich nicht leugnen. Dom ersten Augenblick fürchte ich den Menschen."
„Und doch dulden Sie seinen Einfluß?"
„Was soll ich thun? Der Gedanke: er baut eine Scheidewand zwischen Dir und Hugo, drängte sich mir in letzterer Zeit oft auf — aber wie wehre ich mich dagegen? Ich bin zu schwach!"
„Soll ich Ihnen zu Hilfe kommen?"
„O, ja — ja! Mich überfällt oft solche Rathlosigkeit — ich weiß, daß Stein mich haßt. Aber warum?"
„Das wäre Ihnen wirklich nicht klar geworden?"
Mit unschuldsvoll fragendem Blick sah sie in das sarkastisch lächelnde Antlitz Kroneks.
„Nein, ich sinne vergebens über den Grund seines Hasses nach, denn, wenn er mir auch immer unshmpatisch war, so begegnete ich ihm doch stets mit Rücksicht und Güte."
Sie sind die verkörperte Seelenreinheit und Uneigennützigkeit, gnädige Frau" sagte Leo, ihre Hand an die Lippen führend, aber sie fühlte den leifen Spott und suchte ihre Hand zu befreien. „Da sie also gar nicht ahnen, um waS
Rückantwort erfolgte, die dem „Gieß. Anz." jetzt zur Verfügung gestellt wurde.
. Oeslau, 2. August, 12.08Mittags. Sagen Sie meinen Hessen, daß mein Herz mit ihnen geht, und daß ich weiß, daß vor allen deutschen Fürsten ich am meisten das Recht habe, auf meine Landeskinder stolz zu sein. Glück auch für die Zukunft! Ernst Ludwig.
„Ich bitte darum."
„Die Sache, um die es sich Hagendorfs Testament."
„Hugo denkt hoffentlich nicht solches zu machen."
„Ein zweites, wollen Sie sagen."
ist Major v. Reitzenstein mit einem kleinen Detachement von der Expedition nach Pangtsun- Takwantau-Hsianghsien nach Tientsin zurückgekehrt, ohne Boxer oder Truppen zu treffen. Gleichzeitig gingen zwei japanische Kompagnien von Hangtsun über Pantisien nach Hosiwu. Der Gesundheitszustand der deutschen Truppen ist befriedigend.
Ein Telegramm des englischen Generals Campbell meldet, er sei am 31. Oktober in Rendschu eingetroffen. Nach dem Verlaffen von Paotingfu habe er einen Umweg gemacht und 4 starke Verschanzungen der Boxer, bedeutende Vorräthe an Waffen und Munition zerstört und eine große Anzahl sehr guter Transport-Maulthiere erbeutet. Krankheitsfälle kamen nicht vor. Oberst Reballik, der die am Flusse marschierende Abtheilung kommandirte, nahm bei Tsangpeikon neun armirte Deckungen.
Aus Paotingfu
wird noch gemeldet, daß die internationale Kommission den Provinzrichter Tienhang, den Militärkommandanten Waugschangu, den General Kiu und zwei andere Beamte zum Tode verurtheilt hat. General Richardson kehrt mit dem britischen Kontingent am 28. Oktober über Langfaug zurück. Die Deutschen und Franzosen bleiben hier als Garnison während des Winters. Es sind Vorbereitungen getroffen worden, um morgen den für besonders heilig gehaltenen Tempel der Stadt zu zerstören. Ueber das Gefecht bei Liang-Siang, welches fchon am 10. September stattgefunden hat und mit der Eroberung der Ortschaft durch ein deutsches Expeditionskorps endete, das aus 1700 Mann von den Seebataillonen mit sechs Geschützen, einem Zug Pioniren und einem Schnellfeuergewehr bestand, ist der „Kreuzztg." durch ihren Spezialberichterstatter Baron Binder ein Bericht zugegangen, welchem wir Folgendes entnehmen:
Die Vorhut des ersten Bataillons traf gegen 6 Uhr vor der Stadt ein und wurde von dem an der Nordlisisre liegenden befestigten Pagodehüget aus zwei Geschützen beschossen. „Um 11 Uhr 20 Min. antwortete bereits die deutsche Artillerie, und die erste und zweite Kompagnie des 1. Bataillons nahmen den fest en Thurmdes Pagodenhügels im S türm, während sich das 2. Bataillon westwärts der Stadt entwickelte. Die Stadt ist von einer hohen und breiten Mauer umgeben und war von etwa 800 bis 1000 Boxern besetzt. Die Chinesen waren mit modernen Gewehren bewaffnet und schossen von der Mauer herab etwa eine Stunde hindurch mit heftigem Feuer auf die nordwärts der Stadt vorrückenden Kompagnien. Wie immer gingen die Geschosfe alle zu hoch und die Verluste waren auf deutscher Seite ganz geringe. Ein Seesoldat
es sich handelt, gestatten Sie mir vielleicht offen und frei zu reden?"
Umschau.
Berechtigtes Aufsehen erregt ein Vorfall, der imlAnschluß an die bekannten Aeußerungen von Cecil Rhodes über die Ansiedlung der Buren in Deutsch-Damara- Land, die Beachtung weiterer Kreise verdienen. In dem Budget, das dem Kapparlament kürzlich vorgelegt worden ist, befindet sich u. a. ein Posten für den Aus bau der Walfischbai. Bei der Berathung am 26. Oktober beantragte der Abgeordnete der Afrikanderpartei für Paar! Dr. Hoffmann die Streichung dieses Postens mit der Begründung, daß die Walfischbai gar keine Bedeutung für die Kapkolonie habe, da ja das ganze Hinterland Deutschland gehöre. In der Erwiderung hierauf that der Premierminister Sir Gordon Sprigg die überraschende Aeußerung: „Wir müssen Walfischbai halten, da dieZeitwahr- scheinlich nahe ist, wo das Hinterland wiedererworben werden wird.
Wenn Cecil Rhodes erklärt, eine Einwanderung von Buren in Deutsch - Damara-Land verhindern zu wolle«, so ist das etwas sehr dreist von ihm, doch Cecil Rhodes ist schließlich nur eine Privatperson, deren übermüthige Prahlereien noch dazu nichts Neues sind. Wenn aber ein Premier-Minister öffentlich ausspricht, daß ein deutsches Gebiet von England bald wiedererworben werden würde, so bleibt das ein ganz ander Ding, man kann getrost sagen, ein Vorgang, wie er bisher noch nicht dagewesen ist. Eine sehr baldige, und möglichst befriedigende Aufklärung in dieser sonderbaren Angelegenheit erscheint demnach dringendgeboten.
; Die Wirren in China.
! Militärische Operationen.
r * Heute liegen verschiedene Nachrichten über Militärische Operationen vor. Zunächst wird tag Paotingfu vom 26. Oktober gemeldet.
Eine italienische Truppen - Abtheilung kste die als Strasexpedition ausgesandte bri- Iche Kavallerie ab. Mehrere Dörfer wurden lebergebrannt, viele Boxer getöbtet. Eine Er- ndigungs-Patrouille britischer Kavallerie kam, ne auf Widerstand zu stoßen, in Jtfchou an, le deutsche Truppen-Abtheilung traf mit ihr i den östlichen kaiserlichen Gräbern zu- nmen.
Ueber Kämpfe der deutschen Truppen gen ferner folgende Meldungen vor: Am . Oktober hatte ein deutsche sDetachement > Infanterie-Regiments Nr. 2 unter Major Forster ein mehrstündiges siegreiches erggefed)t im Engpaß westlich von in g i) i a t i e n bei Tsitsingtuan an der chinesischen euer. Fünf Geschütze wurden im Sturm •obert und die deutsche Flagge gehißt, ajor von Forster ist leicht verwundet, Kann hoffnungslos, 2 Mann schwer, 2 Mann ht verwundet, 1 Mann tot. Die Chinesen ren in großer Uebermacht und ließen 50 te auf dem Schlachtfeld zurück.
Die „Pall Mall Gazette" berichtet über Gefecht folgendes: Am 28. Oktober fanden vere Kämpfe in den Bergen der Schansi- mze statt. Ein anglodeutfches Korps i 1500 Mann unter Oberst von Normann iirmte den Tschingkung-Paß. Die Chinesen starker Stellung auf dem Bergkamm leisteten aäigen Widerstand. Die Avantgarde and aus 80 Deutschen unter Major von : er, welche nach einem Nachtmarsch eintraf.
lolonne entwickelte bei Tagesanbruch die Schnell entwickelt warfen die Chinesen uer auf Forsters Truppe. Die bengalische eie stieg ab, erklomm den Berg, umging ike und befreite die Deutschen. Unter
Deutsches Reich
Berlin, 5. November.
— Aus Bayern wird der „T. R." geschrieben: Es wird sich demnächst bei uns wieder ein Schritt vollziehen, der in Bezug aus die Einheitlichkeit im deutschen Heere nur zu billigen ist. Unsere hellblaue Militärhofe wird nämlich durch die bereits längst in der preußischen Armee eingeführte grauschwarze Einheitshose erseht
wurde hier getöbtet, Leutnant v. Kleist in der Hüfte durch einen Streifschuß leicht verwundet, zwei Seesoldaten auch durch nur leichte Verwundungen ge- sechtsunfähig. Von diesen zwei Kompagnieen wurde em hinhaltendes Feuergefecht geführt, um den anderen Truppen den Angriff auf das Ost- und Westthor zu Nchern. Die der Expedition beigegebenen indischen Lanzenreiter waren angewiesen worden, durch die Maisfelder gedeckt das Südthor zu erreichen und den Boxern den Rückzug abzuschneiden. Warum die braunen Inder diesen Befehl nicht ausführten, ist noch nicht erwiesen. Gegen 11 Uhr gelang es der 2. Compagnie d 's 2. Bataillons, das Westthor zu nehmen und in die Stadt emzudringen. Hier begann ein verzweifelter Häuserkampf. Die Boxer waren von den Nordmauern geflüchtet und wollten das Südthor gewinnen, wurden aber noch rechtzeitig abgeschnitten, da die beiden Kompagnien nach raschem Säubern der Oststraße das Ostthor erreichten und die inneren Flügel öffneten. Die chinesischen Thore sind überall doppelt gehalten, so zwar, daß vor jedem Thor eine Art von Lünette angelegt ist, und so zwei Thore zu nehmen sind. Das äußere Thor wurde inzwischen von der Pionier- abtheilnng des 2. Bataillons mit Dynamit gesprengt und somit war der nördliche Theil der Stadt in der Gewalt der Deutschen. Der Südtheil war bereits von den Boxern geräumt, die durch das unbesetzte Lüdthor entwischten. Die Boxer hatten ihre Gewehre auf den Wällen weggeworfen und waren nun auf Speer und Schwert angewiesen, mit denen sie die Straßen vertheidigten. Der Kampf währte in der Stadt bis gegen 12-/, Uhr Mittags, wo das Feuer vollkommen verstummte und was nicht in dem Handgemenge gefallen war, gefangen wurde. Wer mit der Waffe in der Hand ergriffen wurde, ist vor der Mauer niedergeschossen worden. Weiber und Kinder wurden angewiesen, die Stadt zu verlassen, dann wurden das Vieh und die Lebensmittel gesammelt und das Rä u b ernest an allen Ecken angezündet. Nach oberflächlicher Schätzung sollen in Liang - Siang 4000 Einwohner gewesen fein. Diese Zahl ist zu hoch gegriffen, denn in friedlichen Verhältnissen wohnen dort gegen 12000 Menschen. Allerdings sind die Orte in der Umgebung von Peking von der friedlichen Bevölkerung verlassen, und was man dort an trifft, gehört ausschließlich Boxern oder Räuber an. Die Chinesen verloren im Kampfe gegen 250 Mann, weitere 150 waren standrechtlich erschaffen worden. 400 sind entkommen. Die deutschen Verluste beziffern sich auf zwei leicht verwundete Offieiere, einen tobten unb vier verwundete Seesoldaten. Nach Aussagen ber Officiere war ber Straßenkampf sehr heftig unb mußten bie Revolver ein ent= scheibenbes Wort sprechen. Denn bie Boxer stürmten mit ihren Lanzen toll bis auf fünf Schritte heran, und es genügte nicht immer ein einziger Schuß, um den Angreifer niederzulegen.
„ . ^..Jch weiß nicht, was ich Ihnen darauf er- ®ern soll," preßte sie gequält hervor. „Hugo "’s- gewöhnt, feinen Willen durchzufetzZn."
c .„Ich zweifle, ob in diesem Falle der Wunsch
= kines Onkels ausschlaggebend war, und ob er
—. ht auf fremden Einfluß zurückzuführen ist." „Wieso? ich verstehe sie nicht!"
f „Betrachten Sie es als eine wohlgemeinte k »rnung."
(Nachdruck verboten.)
M Treue.
H Roman von Ada Dörner.
(Fortsetzung.)
Wenige Tage später traf Kronek auf Loschitz erhielt jedoch, wie fchon oft, den Bescheid: p Herr sei nicht zu sprechen. „Er ließ sich kr bei Margot melden und fragte: „Wie l es dem Oheim? Warum zieht er sich von Wt Welt zurück?"
.Er ist noch krank." erwiderte sie beklommen.
„Das ist auch der Fall. Hugo glaubt, den St nicht mehr nöthig zu haben?"
Ländern waren keine Verluste.
Gouverneur von Kiautfchou meldet so- n 1. ds. mußte ein 10 Kilometer nord- >n Kaumi gelegenes Dorf, das von bern und Boxern in Uniform hart- ertheidigt wurde, gestürmt werden, urde ein Seesoldat, Emil Walter, und tist Josef Stüdele von der dritten Kom- des dritten Seebataillons verwundet, tgner hatten beträchtliche Verluste.
ie. amtliche deutsche Meldung aus z vom 1. ds. besagt ferner: Am 27. Oct.
M 260 bei allen Postämtern 2,25 Mk. (ejcl. Bestellgeld). 2 ”• Marburg
9.1.« *■«--ow«. Nmkag. 6 November 1900. *"* "* 35