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Sierteljäfjrlidjer Bezugspreis: bei der Expedition 2 ML, »»hiti*/» Encheint täglich außer an Werktagen nach L-onn- und Feiertagen.

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Bestellungen

. bie Monate November und Dezember dieOberhefs. Zeitung" nebst ihren klagen werden von unserer Expedition «rkt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch- in und Neustadt, sowie von allen Post- salten und Landbriefträgern entgegen- pnnmen.

Die Wirren in China.

Don unserem ost asiatischen Expeditionscorps.

Am 9. September Nachmittags gingen wir Jangtsekiang auf der Rhede von Wusung, [ Hafenstadt von Schanghai, vor Anker, »her der Jangtsekiang (zu deutsch:der blaue ") seinen Namen hat, ist ohne weiteres ht recht ersichtlich, denn ein so schmutzig gelbes Her vermag die Elbe bei Dresden selbst in rn ungünstigsten Momenten nicht auszuweisen, e mag da erst dergelbe" Strom Chinas, i Peiho, aussehen! Nun, wir werden uns bald davon überzeugen können.

Die Rhede von Wusung war bei unserem «laufen geradezu gespickt von Kriegsschiffen, ht bei einander lagen da vor uns die Panzer- eFürst Bismarck",Kurfürst Friedrich Helm" undBrandenburg", ferner zwei lische, ein amerikanisches, ein russisches und ftanzösisches Kriegsschiff. Das Ganze bot m wirklich imposanten Anblick und man lte sich gewaltsam in die ganze Größe der t: Krieg aller Kulturstaaten gegen das ige Chinesenreich versetzt.

Da noch ein neues Bild! Den Jangtse- «z herab dampft ein zierliches weißes Kriegs- , ihm folgt mit einigem Abstande ein eres, schwarz gestrichenes. Auf etwa 1 km Innung von unserer Steuerbordseite geht weiße, auf unserer Backbordseite das mze Schiff vor Anker. Eilig kommt die apfpinaffe unsererBrandenburg" auf uns kschoffen, ein Marine-Offizier steigt bei uns Lord und bittet um die Erlaubniß, von wer Kommandobrücke aus die beiden neuen ömmlinge rekognosziren zu dürfen. Eine e Beobachtung und es giebt keinen Zweifel t; die Fremden sind chinesische Kreuzer. Inf allen Schiffen beginnt jetzt ein lebhaftes aalifiren, die Schornsteine qualmen heftiger, jeden Augenblick erwarten wir jetzt den

Machdruck verboten.)

Treue.

Roman von Ada Dörner.

«Fortsetzung.)

tin Paar tausend Mark! Als ob die so i zu beschaffen wären!" murmelte Stein. I wenn mir die dort drüben mit ihrem llehhaar und ihren schmeichelnden Blicken kn so bösen Streich gespielt hätte! , abwarten, abwarten! Vielleicht nimmt noch die Herrlichkeit zum zweiten Mal ein ! mit Schrecken. "

Ir fuhr fort die Bücher zu ordnen und dachte R unaufhörlich an seinen Sohn, an den un­seligen verblendeten Menschen, dem mit »unftgründenlnichtfbeizukommen war. Kronek t ja vollkommen Recht. Der verfahrenen hichte mußte ein Ende gemacht werden, und sollte und mußte auch geschehen, noch wußte k« ja nicht genau wie aber thun würde zDer mit der größten Spannung erwartete W des Rennens war gekommen. Hagendorf f bereits am frühen Morgen nach dem Renn- » hinausgefahren, während Margot mit Leo Rwmen erst später nachfuhren.

Gleich und mit klopfendem Herzen saß sie kn Kronek auf der Tribüne, die Finger um Bouquet italienifcher Veilchen gekrampft, ihr Leon überreicht hatte.

Angstvoll hingen ihre Augen an Hugo, der am Start hielt. Straff saß seine schlanke alt im Sattel. Er winkte mit der rothbe- ^schuhten Rechten zur Tribüne hinüber, wo

Angriff der verbündeten Schiffe auf die beiden Chinefen. Man wird doch nicht dulden, daß die Chinesen im Angesicht der verbündeten Flotte unser wehrloses Transportschiff in den Grund bohren! Da blitzt es an Bord der Brandenburg" auf, ein Kanonenschuß dröhnt über die-weite Fläche des Jangtsekiang, ein zweiter ein dritter folgt, jetzt beginnt auch Bismarck" zu feuern, der Engländer, der Amerikaner fallen ein jetzt muß man doch gleich die Späne von den beiden chinesischen Schiffen liegen sehen. Oh nein! Es wird nicht scharf geschossen, es wurde nur die chinesische Kriegsflagge, der blaue Drache auf gelbem Felde salutirt. Dann folgen die gegenseitigen Besuche der Geschwader-Chefs und am Nach­mittag dampfen die chinesischen Kriegsschiffe nach neuem Salut den Wusuug-Fluß hinauf wohin? wozu? Wer weiß das?

Also soweit wird die Fiktion aufrecht er­halten, daß wir mit China nicht im Kriege stehen! O seliger MarschallVorwärts" was würdest Du dazu sagen? Es fehlte nur, daß die Chinesen vor ihrer Abfahrt demRhein" einige Torpedos zugeschickt hätten, dann wäre das Bild noch origineller gewesen. Nun, sie waren aber nett und thaten es nicht. Hindern konnte sie nach der ganzen Lage jedenfalls nie­mand hieran. Ich kann nicht leugnen, daß wir harmlosen Europäer" über das Ganze doch etwas verblüfft waren.

Kurze Zeit nach dem Festmachen desRhein" fuhr das Korps-Kommando mit einer Dampf- pinasse nach Wusung und von dort mit der Bahn nach Schanghai, wo vor einigen Tagen zwei Kompagnien des 1. ostasiatischen Infan­terie - Regiments unter Führung des Majors Graham gelandet waren. Wie derOstasiatische Lloyd" vom 7. September schreibt, haben unsere Truppen auf alle Einwohner Schanghais einen vortrefflichen Eindruck gemacht. Sie sind sehr gut ausgenommen und unmittelbar neben dem Hause Li-Hung-Tschangs untergebracht worden. Eine nette Nachbarschaft in dieser Zeit!

DerRhein" benutzte den Aufenthalt von Wusung wieder, um feine Kohlenvorräthe und den Proviant zu ergänzen, und es entfaltete sich wiederum an feinen Borden das bekannte leb-, haste Leben und Treiben. Auf großen, von Schleppern bugsirten Leichterschiffen wurden hier die Kohlen herangeschast. Da uns das Der- laffen unseres Schiffe? nicht gestattet war, hatten wir genügend Zeit, das Thun und Treiber? der das Einladen der Kohlen in das Schiff be­sorgenden Kulis zu beobachten. Welch häßliche Menschen sind sie doch ausnahmslos. Kein

er Margot sah. Sie winkte ihm mit ihrem Taschentuch noch einen Augenblick die Renner flogen dahin.

Margot's Aufregung wuchs von Sekunde zu Sekunde.

Leo, Sie wissen nicht, welche Angst ich aus- stehe," flüsterte sie leise und drückte die Hand auf ihr lautklopfendes Herz.Ich hätte nicht kommen sollen!"

Aber warum, Tante. Ich bitte Sie, der Oheim ist ein vorzüglicher Reiter, sehen Sie nur dieser Sitz, diese Haltung!"

Und doch hat der beste Reiter schon Un­glück gehabt!"

Unnöthige Sorge, gnädigste Tante? Ich kenne den Oheim."

Schon ertönte daS erste Signal.

Ach, sehen Sie," rief Kronek plötzlich,ist das nicht" . . . Dann brach er rasch ab. Aber Margot war seinem Blicke gefolgt natürlich, dort drüben saß Ilka.

Leo, ich bitte Sie, lassen Sie den Wagen kommen," flehte Margot; es ist mir unmöglich meine Angst länger zu beherrschen!"

Unmöglich jetzt wo das Hauptjagd­rennen sofort beginnen wird und dort kommt der Oheim zurück, sehen Sie, er wird als Erster durch's Ziel gehen!"

Drüben formirten sich die Reiter neu. Das Jagdrennen begann. Graf Goldenmark's TraberhengstAli" nahm das erste Hinderniß und überflügelte HagendorfsJngwelde".

Der Freiherr ließ es mit so gleichgültig vornehmer Miene geschehen, daß man hätte sagen können, er gönne, von stolzem Selbstbe­wußtsein getragen, dem Nebenbuhler absichtlich

einziges sympathisches Gesicht sah ich unter ihnen. Auch sie arbeiten sehr fleißig und mit viel Geschrei, aber von der ameisenartigen Arbeitskraft der Fellahs von Port Said ist bei ihnen doch keine Rede.

Ein sehr hübsches Bild gewährte der Schiffs­verkehr auf dem Vangtsekiang. Ein fortwährendes Kommen und Gehen von Schiffen aller Nationen. Einen besonders netten Eindruck machen die Jangtse-Dampfer der Rhederei von Rickmers in Bremen mit ihrem frischen grün-weißen Anstrich und ihrem zierlichen Ausbau.

Gegen Abend kehrte der Corps-Stab an Bord zurück, entzückt über die Anlage und die gefamintcn Verhältnisse in Schanghai. Leider bekamen wir anderen Sterblichen nichts davon zu sehen. Um 10 Uhr Abends dampften wir wieder ab, durch die südliche Mündung des Jangtsekiang hinaus und dann in scharfer Wendung nach Norden auf Taku zu.

Die Nachrichten, die wir aus Schanghai er­halten hatten, lauteten nach wie vor unklar. Immerhin traten wir jetzt doch wieder mit der Welt in Verbindung, denn derOstasiatische Lloyd", den wir hier erhielten, batirte erst vom 7. September. Hoffentlich bestätigt sich die Nachricht, die er bringt, daß die Ruffen in China abschwenken wollen, nicht. Wir würden ausnahmslos doch am liebsten an ihrer Seite fechten. Eine besondere Freude bereiteten uns die in diesem Blatte enthaltenen Mittheilungen über den Grafen Soden und seine braven Leute. Der Spruch:

Wer Gott vertraut, Brav um sich haut, Der hat auf keinen Sand gebaut,"

hat sich auch hier wieder bewährt. Hoffentlich können wir diesen braven Kameraden bald persönlich die Hand drücken.

Am 12. September Morgens gegen 7 Uhr passirten wir den Leuchtthurm von Promontory mit der Grabstätte der beim Untergange des Iltis" den Tod fürs Vaterland Gestorbenen.

Hell und freundlich glänzte im Morgen­sonnenschein der imposante Bau des weißen Leuchtthurms, in gewaltigen Massen, in seltsam schönen Konturen steigt dahinter ein mächtiges, zerklüftetes Gebirge zum Himmel empor, und in wunderbarem Smaragdgrün leuchtet davor in endloser Weite das ewige Meer. Born Bug unseres Schiffes ziehen weiße Wogenkämme nach der Küste, wo sie sich in tausend funkelnden Schaumperlen auflösend zu den Gräbern unserer Brüder emporschäumen, als wollten sie ihnen unsere Grüße, die Grüße aus der fernen

einen Vorsprung. Zu Margot hinübersehend, lächelte er, als sie wie zufällig die Hand an die Lippen legte, und ließ dann den Blick über die Reihen der Anwesenden gleiten.

Plötzlich fühlte Kronek seinen Arm ergriffen und gedrückt.Jetzt hat er sie entdeckt!" flüsterte die Baronin mit heißerer Stimme.

Hagendorf hielt einen Augenblick die Zügel kurz und starrte nach der ersten Tribüne empor, währendAli" auch das zweite Hin­derniß nahm. Dann ließ er der Stute die Zügel. Aber die Distanz zum Sprung war zu kurz genommen. Das edle Tier streifte mit beiden Hinterhufen die Hürde und begrub auf der anderen Seite in jähem Sturz den Reiter unter sich.

26. Kapitel.

Wochenlang hatte Hagendorf zwischen Tod und Leben geschwebt. Der alte Sanitätsrath Krause und Dr. Heller, die ihn gemeinsam be­handelten, hatten bei der schweren Gehirner­schütterung die der Sturz zur Folge gehabt hatte, wenig Hoffnung gegeben.

Pun schien sein Leben zwar gerettet, aber für feinen geistigen Zustand hegten die behandelnden Aerzte noch schwere Befürchtungen.

Unermüdlich hatte sich Margot der auf­reibenden Pflege unterzogen und war darüber noch blaff er und schmächtiger geworden.

Neben der Sorge um das Leben des Gatten quälte sie fort und fort der Gedanke, daß Ilka es war, die im letzten Grunde an dem entsetz­lichen Unglück schuld war. Ihr plötzlicher Anblik hatte Hagendorf die Geistesgegenwart geraubt,

Heimath bringen. Eine schöne Ruhestätte haben sie gesunden, die dort den ewigen Schlaf fchlafen, weit endlos weit von der lieben theuren Heimath, doch:

Wer den Tod im heiligen Kampfe fand, Ruht auch in fremder Erde im Vaterland". Sie haben den Tod im heiligen Kampfe ge­funden im Kampfe für Deutschlands Ruhm und Größe. Ehre ihrem Andenken!

Weiter ging unsere Fahrt die chinesische Küste entlang. Wie schön ist sie! Gewaltige Gebirgsmassen von wunderbar grotesken, dabei aber schönen Formen thürmen sich an ihr empor, von tief in das Land einschneidenden Buchten unterbrochen. Zwar sieht man nur ganz ver­einzelte Bäume und die Küste macht im Ganzen einen unwirthlichen Eindruck, aber für das Auge bietet sie schöne Bilder, würdig des Pinsels eines großen Künstlers. Einen eigenartigen Eindruck machen die vielen, mitten aus dem Meere hervorragenden Felseninseln, deren eine in ihrer Form eine auffallende Ähnlichkeit mit Helgoland hat. Die berühmtendrei Farben Helgolands" besitzt sie allerdings nicht.

Am frühen Morgen des 13. September ging unserRhein" auf der Rhede von Taku vor Anker.

Rußland und das deutsch-englische Abkommen.

lieber die Erklärung der russischen Regierung zq der deutschen Note liegen nunmehr einige nähere Nachrichten vor. Eine Petersburger Times"-Depesche besagt, die russische Regierung habe nunmehr den Empfang des deutsch-eng- lifchen Abkommens bestätigt. In ihrer Antwort stellt sie fest, daß der Inhalt der Note die Lage keineswegs wesentlich ändere. Das Prinzip der offenen Thür, wie es in der ersten Klausel der Note dargelegt ist, Wird angenommen mit der Er­klärung , daß Rußland ihm nicht anders als günstig gesinnt sein könnte, da diese Politik den durch die bestehenden Verträge hergestellten Status quo in China nicht berühre. Klausel zwei, welche die Integrität Chinas erklärt, wird zugestanden, weil Rußland die Unver­letzlichkeit Chinas zur Grundlage seiner eigenen Politik in China gemacht hat. Hinsichtlich Klausel drei, die Schritte zur Sicherung der deutschen und englischen Interessen Vorsicht, falls ein dritter Staat Gebiet in China erwerben sollte, verweist die russiche Regierung aus die russische Zirkularnote vom 25. August und erklärt, daß Rußland feine Haltung je nach den Umständen ändern würde.

fo daß er den gefährlichen Sprung zu kurz be­messen hatte.

Warum hatte es so kommen müssen warum war diese Frau wieder aufgetaucht? Erst hatte sie ihr reines Eheglück getrübt und war zwischen sie getreten und nun war sie es, die Hagendorf an den Rand des Grabes ge­bracht hatte, die ihn vielleicht für Lebenszeit zu einem unglücklichen, unheilbaren Kanken gemacht hatte. Fort und fort legte sich Margot diese Frage vor. Sie hätte alles ja so viel leichter getragen, wenn nicht immer wieder diese Frau, die sie aus tiefster Seele haßte, ihre Gedanken beschäftigt hätte.

Der Diener meldete die beiden Aerzte. Als sie mit Margot das Krankenzimmer verließen, sagte der alte Sanitätsrath:

Er bedarf der größten Ruhe, und doch würde eine Veränderung der Umgebung gut fein. Ich möchte einen Aufenthalt auf dem Gut Loschitz Vorschlägen. Wir dürfen die Ueberführung dort­hin jetzt wagen!"

Nein nur nicht nach Loschitz!" wehrte Margot ab.

Warum? Mich bestimmt hauptsächlich die große Nähe zu dieser Wahl, und schwerlich dürfte man noch ein schöneres Stückchen Erde finden," wandte der Sanitätsrath ein.Der weit ausgedehnte Park, die Wälder rings herum, der Friede ungestörter Einsamkeit alles muß ja wohlthätig wirken. Ich und Dr. Heller, wir könnten wöchentlich mindestens zweimal hinkommen und unseren Patienten sorgfältig überwachen."

Margot wollte die Gründe ihrer Weigerung nicht nennen. Zudem wußte ja Hagendorf kaum,