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Ugif ^msten Gedanken beschäftigt ist. l|V ^rde aber plötzlich ernst und b

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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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Bei Hohsiwu war von den Chinesen der Versuch gemacht worden, den Fluß Peiho abzuleiten und das Land unter Wasser zu setzen, was ohne

qgefina nach der Befreiung der Gesandtschaften.

Peking zu uns herüberschallen. Da man uns bedeutete, daß die Gegend noch außerordentlich unsicher sei und die in Tschangtschiawan stationirte Wache wegen Mangels an Leuten an demselben Abend noch eingezogen würde, so verbarricadirten wir uns für die Nacht in einer Mühle, wurden aber, abgesehen von einigen Flintenkugeln, die weit über uns hinwegflogen, nicht weiter beunruhigt. Am Mittag des 14. August trafen wir dann nach einem scharfen Ritt über Tungtschau und Palikao kurz vor Peking die aufmarschirenden Truppen und die erste japanische Batterie. Das Gelände um Peking hat einen hügeligen Charakter und bietet in jeder Weise gute Deckungen. Da ein, weiteres Vorgehen wegen des feindlichen Ge­schütz- und Gewehrseuers ausgeschlossen war, so schlugen wir in einem im Kaoliangfeld versteckt liegenden Chinesenhäuschen unser Quartier auf. Nachdem es in der folgenden Nacht vom 14. bis zum 15. August den Verbündeten gelungen war, die verschiedenen Thore der Stadt zu sprengen, oder den Eingang zu erzwingen, ver­suchten wir in der Frühe des Morgens unser Ziel, die Gesandtschaften, zu erreichen. Wir zogen durch das Tschienmen in Peking ein. Auf dem Wege dorthin begegneten wir einem größern Transport japanischer Verwundeter

I und Todter. Das Bild, das sich beim Eintritt in die Stadt dem Auge bot, war einfach grausig; Hunderte von Menschen und Thier­leichen lagen umher; es brannte an vielen Stellen, überall flüchtende Chinesen, Weiber und Kinder. Wir hatten uns vielleicht einige hundert Meter von dem Thor und den in seiner

stiftet wurden. In den Straßen findet man Barrikade an Barrikade, überall Schutt und Trümmer von niedergebrannten und in die Luft gesprengten Häusern. Die Fenster und Thüren der verschiedenen Häuser, die irgendwie dem feindlichen Feuer ausgesetzt waren, waren verbarrikadirt. Mit Ausnahme der deutschen, englischen und japanischen Gesandtschaften und einiger europäischen Wohnhäuser war alles niedergebrannt und zerstört, aber auch diese hatten stark gelitten. Wenn man berücksichtigt, daß die Chinesen aus einer Entfernung von 80 bis höchstens 200 Meter mit Kanonen und auf 520 Meter mit Wallbüchsen, Feuerraketen und modernen Gewehren von der Stadtmauer sowie aus allen, dem Gesandtschaftsviertel um­liegenden Ruinen und Häusern die Gesandt­schaften beschossen, so kann man sich ungefähr vorstellen, welche Verwüstungen angerichtet worden sind. Dem verzweifelten Widerstand der europäischen Truppen und Freiwilligen, und auch ganz besonders der heroischen Haltung

I unserer deutschen Soldaten in Peking einerseits und anderseits der Feigheit und' Furcht der Chinesen vor einem offenen aggressiven Vor­gehen, ist es zuzuschreiben, daß die Europäer in Peking am Leben geblieben sind. Der Ein­druck, den die Leute nach den ausgestandenen Qualen im allgemeinen machten, war ein, ver- hältnißmäßig guter nur die Kinder sahen

I ungesund und leidend aus. Als wir am zweiten Tage unseres Aufenthalts in'Peking die deutsche Gesandtschaft besuchten, erwartete uns ein tief trauriger Anblick. Bedeckt mit der deutschen Flagge lag dort in einem

I chinesischen Sarge die Leiche unseres ermordeten Gesandten. Man hatte tags zuvor den Platz, wo er aus seinem Wege zum Tsungliyamen von

I Mördershand durch chinesische Soldaten er­schossen und vermuthlich auf Veranlassung eines chinesischen Ministers beerdigt worden war, ge­funden und die Leiche am Abend desselben Tages zur deutschen Gesandtschaft überführt.

I Nach herzlichem Abschied von allen und nach I Entgegennahme einer Menge Briesschaften und

Telegramme traten wir am 18. August unsere Rückreise an. Als wir Peking verließen, war I das bis dahin noch immerfort dröhnende Ge- I schützfeuer verstummt, nur das Gewehrfeuer I dauerte mit wenigen Unterbrechungen fort.

Frage dem Vordringen der Verbündeten ge­waltige Schwierigkeiten in den Weg gesetzt hätte; infolge des raschen Vordringens des Feindes konnten sie ihre Arbeit nicht vollenden. Am nächsten Abend, 13. August, um 5 Uhr Nachmittags, erreichten wir das noch in Flammen stehende Tschangtschiawan, das am Tage vorher genommen war; der Weg dorthin war durch Leichen von Pferden und Maulthieren, die an­scheinend meistens der Hitze zum Opfer fallen waren, gekennzeichnet. Hier fuhren wir von französischen Offizieren, der allgemeine Angriff auf Peking folgenden Tage unternommen werden sollte, daß die französischen Truppen im Laufe Nachmittags nach Peking abrücken sollten. Wir hörten denn auch am frühen Morgen Kanonen­donner und Eewehrfeuer aus der Richtung von

Nähe liegenden japanischen Truppen entfernt, I um auf kürzestem Wege zur Gesandtschaftsstraße zu gelangen, als plötzlich aus einer Ouerstraße I kurz vor uns chinesische Kolonnen hervorstürzten, I in den an der Straße liegenden Häusern I Deckung nahmen und ein heftiges Feuer auf die Japaner eröffneten. Die Lage wurde für uns um so kritischer, als die Japaner sofort den feindlichen Angriff aufnahmen und wir da- I durch ins Kreuzfeuer kamen. Unsere Gäule I herumreißen und Deckung in der nächsten Seitengaffe suchen, war das Werk eines Augen­blicks. Nachdem wir dort einige Zeit geblieben I waren und die Japaner die nächsten umliegen- I den Straßen von feindlichen Trupps gesäubert hatten, setzten wir unfern Ritt fort. Um uns nicht einer gleichen Gefahr wieder auszusetzen, ritten wir auf den Rath einiger japanischen Offiziere, welche sämmtliche Stadttheile für noch sehr gefährlich hielten, auf der Stadtmauer ent­lang. Hier bot sich uns ein schauerlich imposanter Anblick: die Stadt brannte an verschiedenen Stellen; die Mauer war mit Leichen chinesischer

I Soldaten besäet; Patronen, Schwerter, Lanzen, Uniformstücke, demolirte Geschütze lagen in wüstem Durcheinander umher. Wir gewannen den Eindruck, daß die chinesischen Truppen ein so schnelles Eindringen der Verbündeten .nicht erwartet hatten. Das Geschützfeuer der Alliirten muß außerordentlich wirksam gewesen sein, wie die Treffer zeigten. So weit wir nach den umherliegenden Leichen urtheilen konnten, be­standen die chinesischen Truppen in der Haupt­sache aus Kansusoldaten, die unter dem General

I Tungfuhfiang standen. Die Bestückung bestand I zum größten Theil in Vorderladern verschiede- I nen Kalibers, nur auf den wichtigsten Punkten waren einige moderne Kruppgeschütze in Stellung gebracht. Während der ganzen Zeit, die wir auf der Stadtmauer entlang ritten, wüthete der Kampf in den entfernteren Stadttheilen

I weiter. Ei« lebhaftes Geschützfeuer war auf die äußeren Theile der Kaiserstadt gerichtet.

I Nachmittags erreichten wir die Gesandtschafts- I straße und damit unsere glückstrahlenden Lands- I leute, von denen wir als die ersten und einzigen I Deutschen, die mit den Entsatztruppen in die I Stadt eingezogen waren, begrüßt wurden. Was I die Europäer in den zwei Monaten der Be­lagerung in Peking erduldet haben muffen, kann man nur verstehen, wenn man gesehen

hat wie sie sich haben Vertheidigen muffen, I DK WiNM M ChMll.

I und wenn man tue Verwüstungen tn Augen- I

I schein genommen hat, die um das Gesandt- Zur politischen Lage.

I schaftsviertel und in den Gesandtschaften selbst I Der Beitritt Rußlands und Frankreichs I von chinesischen Soldaten und Boxern ange- I zum deutsch - englischen Abkonzmen wird aus

Bestellungen

die Monate November und Dezember dieOberhefs. Zeitung" nebst ihren jagen werden von unserer Expedition ___I etft 21) unseren Ausgabestellen in Kirch- und Neustadt, sowie von allen Post- MorgMalten und Landbriefträgern entgegen- 'c'r ®t0 lammen.__________________________________

Ich wollte es nicht glauben, als Sie mir vor länger als einem Jahre sagten, Herr von ---- ,, Hagendorf habe feine erste Gemahlin nicht ber= ?e' Puf das er mit größter Sicherheit r^h- ^ssen. Heute muß ich Ihnen nun leider recht °ke, gebracht hatte Schlimm für sie, dachte 6en Ihr so unerwartetes Erscheinen ergriff bei sich, wenn die überraschende Begegnung mehr, als ich es nur immer für möglich Theater ihren Ehefrieden störte, aber im ^haltenhätte."

Ja ich Ihre Worte sind mir räthfel-

ma U runde geschah ihr ganz recht. Warum mußte n Trs ! sich in die Höhle des Löwen wagen? .

eS# ienn dieser früher oder später des hübschen hust.

»ielzeuges müde wurde und ihr die Tatze zeigteWie denn, Herr Sekretär? Sollten Sie * je nun man mußte den Dingen ihren Lauf gestern in der Loge so sehr mit anderen Dingen fien. Für ihn konnte es ja nur von Vor- beschäftigt gewesen sein, um gar nicht zu be­eil sein I merken, was vorging? Wußten Sie wirklich

it6e»' Als Leo ging, fühlte er sich sehr befriedigt nicht, wer die gegenübersitzende Dame im __. »ld lächelte wie Jemand, der mit den ange- schwarzen Sammetkleid war?"

.....Sein GesichtIch dränge mich nie ui die Geheimnisse ...... besorgt, als er, I meiner Herrschaft und weiß nur das, was man

vrch das Bibliothekzimmer gehend, Stein traf, | mir ausdrücklich sagt."

Ja, Sie sind die verkörperte DiskretionDas ist es ja eben! Für einen gänzlich und Bescheidenheit," äußerte Kronek mit einem Fernstehenden intereffirt sich Niemand. Ja, leichten Anflug von Ironie. Er. konnte den wenn das zu machen wäre, wenn Sie sich seiner aalglatten Menschen, der stets entschlüpfte, annehmen wollten und ihm die Wege bahnen wenn man ihn zu halten meinte, nicht leiden I würden"

und suchte doch nach Anhaltspunkten, um eine IGeschähe ja gern, Herr Stein, und ohne direkte Verbindung mit ihm, der von allem, jede Aufforderung, wenn nur gewisse fatale was im Hause des Freiherrn vorging, so wohl I Verhältnisse nicht wären! Habe deshalb schon unterrichtet war, herzustell?n. oft angestoßen. Man sieht ihn zu häufig Arm

Deshalb fuhr er fort I in Arm mit einem Manne, den früher die ganze

Also j,"Fremde, deren üppige. «Mich- und den heute Niemand mehr

Schönheit allgemein auffiel, war die ehemalige ^nn .

Baronin von Hagendorf. Ich wollte,'sie wäre > also davon unterrichtet?"

Deutschland für immer fern geblieben und " . ' nL ' . Qr

hätte das Bild vergangener Tage nicht wieder I »Wie sollte ich Mich nicht über die Ange-

in den Mittelpunkt der Gegenwart gerückt. I legenheck meines Sohnes unterrichtet haben, Das es geschah, scheint schlimmen Samen wenn wir uns auch tote ich schon einmal er- geftreut zu haben. Hoffentlich geht er nicht wähnte, innerlich fremd gegenuberstehen! Da auf. Adieu, Herr Sekretär! Bitte unter- I heißt es auch wieder:Cto-rchez la temme.

brechen Sie Ihre Arbeit meinettoiUen nicht." I §err ©ottor, Sie toiffen also etwas von ihr.

,,, IWer unter uns jungen Leuten wußte wohl

$'n a XI in Nicht von dem allerliebsten Mädchen, welches all-

schließen, stieß sie Leo wieder auf und rief in Endlich die belebtesten Straßen dieser Stadt

das Zimmer hinein: . passirt, wenn Sie das Strickereigeschäft verläßt."

UebrtgenS, Ihr Herr Sohn ist einer der ISagen Sie mir aufrichtig, Herr Doktor, interefsantesten Gesellschafter.' I __-

Wie, Sie kennen meinen Günther?" fragte!Nein, nein!" wehrte Leo eifrig ab.Was Stein.Seit wann, wo haben Sie ihn denn I fällt Ihnen wohl ein? Aber immerhin rathe getroffen ?" ich Ihnen, machen Sie Ihren Sohn los, Herr

Im Restaurant H . . . . Dort Verkehren I Sekretär. Mit ein Paar tausend Mark ist es viele Künstler. Wir wurden einander von einem I geschehen."

gemeinschaftlichen Bekannten vorgestellt und be- Leichtfertig scherzend verabschiedete sich Leo. suchen uns seitdem von Zeit zu Z«it. Ein großes Daß et selbst dem Mädchen seit Monaten nach- Talent, Herr Sekretär, dem nur Protektion stellte, davon wurde von ihm natürlich kein mangelt. Er müßte in vornehme, reiche Kreise I Wort erwähnt..

| eingeführt werden. ! (Fortsetzung folgt.)

mb 71 w Wege gehen wollte. IJa, doch wenige würden sich dieser Pflichten

Die Unterredung drehte sich hauptsächlich mit gleichem Eifer widmen. Ich trage heute nUn v das geplante Rennen, die ausgesetzten Preise I eine recht, recht schwere Sorge mit mir fort." artie o i> die eingegangenen Wetten. Als diesesSie erschrecken mich! Wie soll ich das

lema erschöpft war, wußte Kronek ein anderes verstehen?"

id Zuschlägen. IDer gestrige Abend ist doch nicht ohne

13 , Leos scharfen Augen entging es nicht, daß Wirkung geblieben." gewisse Mißstimmung zwischen den Gatten - '

bcr jj flüchte. Er nahm es mit heimlicher Befrie- j in # Mg wahr. Grollte er doch der jungen Frau,

10 t ihn um seine kühnsten Hoffnungen, um ein

(Nachdruck verboten.) der am Bücherschrank verschiedene Bände nach I ihren Nummern ordnete. Das war einer, mit Treue. I dem man es nicht verderben, dem man aber

I auch eben so wenig rückhaltlos vertrauen durfte.

Roman von Ada Dörner. Kronek reichte ihm die Hand.Guten

(Fortsetzung.) . I Meud, Herr Sekretär! Immer fleißig? Immer

hiesig« .Sie sind mir willkommen!" erwiderte sie ! im Interesse meines guten Oheims beschäftigt." ?bM jungen. Es war ihr ja klar, daß HugoDas ist nur Pflicht und Schuldigkeit, Herr nem neuen Gespräch unter vier Augen aus Doktor."

n ei Die in Tientsin ansässigen Kaufleute L. (72S elfeld und O. Kleemann, die beiden ersten mischen, die nach der Befreiung der Gesandt- asien Peking betraten, senden derKöln. Zig." genden Bericht über ihre kühne Reife von enisin nach Peking: ¥

ihr v« Interesse an dem Schicksal unserer tos st°t ßnger Freunde und dem Fortgang der Kämpfe Einnahme der Hauptstadt bewog uns, den 5. August hier abgerückten Verbündeten ^Wnippen zu folgen, um wenn möglich, mit ttcn in Peking einzuziehen. Durch die sieg­ten Gefechte bei Peitsang und Yangtsun, mi Augenzeugen wir waren, und die weitern folge bei Hohsiwu hatten wir die Ueber- (728 Igling gewonnen, daß die Chinesen dem Dor- " jcn der verbündeten Truppen kaum einen Lauernd energischen Widerstand entgegensetzen ürden und in kurzer Zeit auch Peking fallen üibe. Wir verließen daher Tientsin in Br­eitung eines Pferdeknechts mit Proviant für ;n Tage am 12. August 6 Uhr Morgens und äsen gegen 11 Uhr Vormittags das in mgtsun liegende deutsche Detachement unter apitän zur See Pohl; von dort gingen wir

börira Mn 1 Uhr Mittags weiter mit dem Ver- mw «chen an unsere Landsleute, ihnen wo mög- uZ M h wichtige Nachrichten, die wir auf unserer fitem Reise erhalten sollten, zukommen zu WWMm. Nach einem sehr anstrengenden Ritt === reichten wir Abends 9 Uhr ein russisches l'ff Mager außerhalb Hohsiwus, wo wir sehr rundliche Aufnahme fanden. Sämmtliche in e«;we g. Mhe fcer Heerstraße liegenden Dörfer, die ii durchschritten, waren verlassen und theil- t We niedergebrannt. Die wenigen Dorfbe- vhner, die wir bemerkten, verschwanden bei rmmn Herannahen scheu in das Dickicht der üoliangselder und waren durch die freund- ------ lhsten Zurufe nicht zu bewegen, sich zu nähern.

Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 M., «scheint lägiich anker au Werktagen nach sonn- und Feiertagen.

_ , f)- - bei allen Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld). Souulagsbeiluge: Dünftrirtes «vuutagobiatt. , ZF JuhrU.

2ü5 'ZnfertionSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg. smitttnrufi RI Aff ober 1900 2rud Unb op Au° ch

* Reclamen: di» Zeile 25 Pfg. IVllIIIDuU), Dl. äJUVUCT ItfUU. Jlatbiiro Marü 21. Televhon