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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«

17.

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kommen und Villen besitzen!

Drama der Wirklichkeit, in welchem ihr die

mamals hingab.

(Fortsetzung felgt.)

Herr seiner diesen Und

Hauptrolle zugewiesen war.

Tag und Nacht hatte sie gebetet: Gott, reiße jede Erinnerung an Ilka aus Seele. Gieb meiner Liebe die Kraft,

eschen, Vater?"

. tzs klang wie ein wildes, zornerfülltes ^Euchzen, als Stetten antwortete:

treten. Zunächst ist das Schiff den Pangtse aufwärts nach Hankau gedampft.

Wie bestimmt verlautet, ist der Beitritt Japans zum deutsch-englischen Ab­kommen vom 16. Okt. gesichert. Die offizielle Erklärung des japanischen Kabinets dürfte dem­nächst erfolgen.

fuhren die Beiden in die dunkle Nacht hinein, kein Wort kam über ihre Lippen, nur manch­mal weckte Margots leises Schluchzen den Baron aus seinen Träumen. Unablässig be-

Jlkas bleiches Antlitz auf, mit den flammenden, lechzenden Augen, die auf ihm ruhten, als wollten sie das Leben aus seiner Brust auf­trinken.

Diese dunklen, räthselhasten Augen ver­folgten ihn, und er konnte ihrem Blick nicht entrinnen und neben ihm faß sein Weib, dem er Treue gelobt, und weinte still für sich hin!

Zum Verzweifeln war es.

Er hätte sie so gern getröstet, aber jedes Wort wäre jetzt Lug und Trug gewesen. Was war sie ihm gegen Ilka? Dies junge uner­fahrene Kind, voller phantastischer Träume, und dort die reife, stolze Frau, die Liebe seiner Jugend!

Erleichtert seufzte er auf, als endlich der Wagen vor dem Schlofle hielt.

Oben angekommen, bat er Margot, zur Ruhe zu gehen er wolle mit sich und seinen Ge­danken allein sein; ihre Nähe quälte ihn.

Leidenschaftlich schlang sie die Armee um seinen Hals und flüsterte mit thränenerstickter Stimme:Ich will Dir kämpfen helfen gegen diese Frau und gegen die Vergangenheit!"

Sie ahnte, nicht, wie ihm die Worte ins Herz schnitten, üe wußte nicht, daß nichts gar nichts ihn in diesem Augenblick mit ihr verband daß er nicht täuschen wollte daß er nicht kämpfen wollte daß er schwach und willenlos sich dem bestrickenden Zauber von da-

Nun war der Augenblick endlich gekommen, da er die Saat der Eifersucht und Zwietracht in den Herzen der Beiden säen, und sich an der jungen Frau, die er wie eine Todfeindin haßte, rächen konnte.

Es würde ihm gelingen, das wußte er, denn er kannte den Baron ja so gut; Schweigend

blatt an, daß die Parteileitung Vorbereitungen getroffen habe,um durch Flugblätter und Protestversammlungen die Masten aufzprütteln. Sollten so heißt es weiter die ange­kündigten ungeheuren Zollsätze wirklich Auf­nahme in die neuen Vorlagen finden, so dürfte ein Proteftsturm in Scene gehen, wie Deutsch­land ihn noch nicht erlebt hat." An Geschrei und Schimpferei hat die Sozialdemokratie bis jetzt fchon so erkleckliches geleistet, daß man sich ein Ueberbieten darin kaum noch denken kann. Wir können aber den neuen sozialdemokratischen Sturm" ruhig abwarten; er dürfte schließlich manchem über das wahre Wesen der Sozial­demokratie die Augen öffnen, der bis jetzt der rothen Gefahr gegenüber sich gleichgiltig ver­halten hat.

Vaters nahm.

argot war einer Ohnmacht nahe, aber sie stark sein und muthig, und während sie r :Hast Du

Eine sozialdemokratische Preis- aufgabc.

ImPommerschen Volkskalender" für 1901, den die Sozialdemokratie in vielen Tausenden verbreitet, ist der Landbesitz der Grundbesitzer in Deutschland zrsammengezählt. Dann heißt eS: Siebzehn der größten Grundbesitzer haben zu­sammen 18460 000 Morgen Land. Nun rechnet einmal zusammen, wieviel siebzehn von Euch Landwirheü haben."

Die Rechenaufgabe würde aber erheblich interestanter und für die Sozialdemokraten be­deutsamer sein, wenn sie folgendermaßen^gestellt würde: Die vierGenossen" Bebel, Singer, Vollmer und Arnos haben zusammen sagen wir gering taxiert: zehn Millionen Mark im Vermögen, dazu das entsprechende Einkommen und Villen. Nun rechnet einmal aus, wieviel vier von Euch Arbeitern an Vermögen Ein-

Weitere militärische Maßnahmen hat Graf Waldersee getroffen. Nach einem I Telegramm aus Tientsin vom 24. Oktober ist von dort eine aus Deutschen, Russen und Fran­zosen zusammengesetzte Expedition abgegangen. Die Deutschen marschiren nach Hsiangho, die Russen und Franzosen nach Paoti. Die Kolonne ist insgesammt 1000 Mann stark, mit i zwei Geschützen und Kavallerie. Die Expedition I ist nöthig, um die rechte Flanke der Ver- I bindungslinie von Tientsin nach Peking zu I schützen, da große Massen von Boxern, die vor den aus Peitang und Lutai verdrängten chinesi­schen Truppen flüchteten, zwischen Hsiangho und Paoti, 40 Meilen östlich von Peking sich fest- gesetzthabensollen.

Von einer zweiten Expedition benach­richtigt uns ein Telegramm des Deutschen Flotten­vereins, das auch die Nachricht bringt, daß der deutsche Gesandte in Peking eingetroffen ist. Das Telegramm lautet; |

Tientsin, 24. Okt. (Originalmeldung der Oberhest. Ztg.) Der deutsche Gesandte ist gestern in Peking angekommen; gemischte Truppen be­finden sich auf dem Marsch nach Tschangping.

Eine dritte Expedition scheint zu dem Zweck abgesandt worden zu sein, der chinesischen Regierung gegenüber Repressalien zu erlangen. Nach einer in Schanghai eingetroffenen, vom Montag datirten Pekinger Depesche hat Graf Walderfee ein gemischtes Detachement nach den Gräbern der Ming-Dhnastie ab­gesandt.

Zusammenstoß im Kiautschaugebiet.

Nach amtlichen Meldungen aus Tsingtau and am 23. Oktober im Kiautschaugebiete ein Zusammenstoß zwischen deutschen Truppen und ausständischen Chinesen statt. Zwei südwestlich Kaumi belegene, umwallte und energisch ver- theidigte Dörfer wurden genommen. Das deutsche Detachement hatte keine Verluste, die Chinesen eine größere Anzahl Todter und Verwundeter. Die deutschen Truppen kehrten nach zwölf­stündigem Marsch und Gefecht in verzüglicher Verfassung nach Kaumi zurück.

Einzelheiten.

Das deutscheKanonenbootIltis" hat seine durch das Bombardement mit den Taku- sorts in der Nacht zum 17. Juni erlittenen nicht unbedeutenden Beschädigungen nun wieder ausgebestert. Seit dem 17. August lag das Schiff auf einer Schanghaier Werft. Volle zwei Monate nahmen die Reparaturarbeiten in Anspruch. Vor einigen Tagen, am 22. Okt., hatIltis" seinen Dienst wieder ange-

Bat hlt sich o«iu te Refeq us zum cte. rstimniy

Ankündigung eines Proteststurmes.

* Unter einer Fluth von Schimpfwörtern, wie sie feit einiger Zeit denVorwärts" zu dem thatsächlichhervorragendsten" Gasienorgan stempeln, kündigt das sozialdemokratische Partei-

"163'S Skater hinausführte, sagte sie: 1 191458

752 871 Ä>'Ä

611 869

Hagendorf erhob sich, bot seiner Gemahlin I halten hatte.

den Arm 'und verabschiedete sich kurz von den Der Mann hatte doch recht gehabt wie andern; Margot sei unwohl, sie wolle nach I ihn da« in diesem Augenblick verdroß! Aber er Hause. I sollte nicht recht behalten! Er wollte stärker

Stein ließ die Equipage vorfahren. Ein I sein als diese Leidenschaft, die aus der Der- triumphirender Blick blitzte in seinen Augen, I gangenheit sich in sein Glück neidisch hinein- als er vor dem geschloffenen Wagenschlag sich I stahl. Und al? er das dachte und Margot noch einmal verbeugte. I Treue gelobte, tauchte im Dunkel vor ihm

Schatten aus seinem Leben zu bannen!" nun war alles vergebens gewesen; Ilka war kein bloßer Schatten mehr, der in der Erinnerung lebt nnd webt. Dort drüben saß sie, ein stolzes,

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Umschau

Die 12 000 Mark-Affäre.

* Wir haben bereits in unserem gestrigen Depeschentheil diese Erkürung der halb amtlichen Berliner Correspondenz" über die dem Reichs­amt des Innern zur Agitation sür die sogenannte Zuchthausvorlage zur Verfügung gestellten 12 000 Mark gebracht. Unser Telegramm haben wir dahin zu ergänzen, daß der vorletzte Satz des­selben folgende Fafsung haben muß. :

Mus Anregung und durch Vermittelung des Direktors im Reichsamt des Innern Dr. von Woedtke hat cher Generalsekretär Bueck eine Summe von 12000 Mk. zur Verfügung gestellt; diese ist zur Deckung der Druckkosten verwendet worden, die durch die Wiedergabe des obenbezeichnetcn amtlichenMaterials entstanden sind.

Zunächst ist bei dieser Erklärung ein Wider­spruch im Datum festzustellen. Der Bueck'sche Bries ist nach der Mittheilung derLeipziger Volkszeitung" vom 3. August 1898 datiert, während nach derBerliner Correspondenz" seine Entstehung Anfang August 1899 fallen müßte. Das Urtheil über die ganze Äffaire kann dieser Widerspruch natürlich nicht beein­flussen. Es ist zweifellos im höchsten Maße bedauerlich, und bedenklich, daß ein hoher Re­gierungsbeamter Geld zur Agitation für einen Gesetzentwurf von Privaten fordert und anni- mirt. Gewiß ist die Affaire stark aufgebauscht worden, aber auch derjenige, der die liberale Mache zurückweist, wird das Vorgehen der Re­gierung in diesem Falle nicht billigen können. Der Linken ist damit wieder einmal Wasser auf ihre Mühle geliefert worden. Mit Recht wird aber von einigen Blättern darauf hinge­wiesen, daß die Veröffentlichung des Briefes im jetzigen Augenblick zweifellos eine Jntrigue gegen den Grafen Posadowsky bedeutet. Der Sturz des Ministers war sein Zweck, das liegt wohl auf der. Hand. Deshalb werden auch wohl die Akten über den Brief noch lange nicht geschloffen werden.

(Nachdruck verboten.)

Treue.

Roman von Ada Dörner.

[Fortsetzung.)

ie fragte nicht, sie sagte fein Wort, als dorf sich wie aus einem Traum ausraffte ihr den Arm bot, um seine Gattin ins zu geleiten. Und er ließ es auch ge- daß sie sich umwandte und den Arm

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Ja, mein armes Kind, sie ist nicht todt!" | Nun hatte ihn also seine Ahnung doch nicht «trogen, und es war gekommen, wie er es ^kausgesehen hatte.

Jetzt kam die Feuerprobe ihrer Liebe, nun »chte es sich zeigen, ob sie echt war.

Ilka hatte den Weg der Beiden gekreuzt.

verführerisches Weib. Margot fühlte, daß sie

sich mit dieser vollentfalteten, blendenden Schön- , . ,

heil nicht messen konnte. Jetzt begriff sie es, legten sich seine Gedanken mit Ilka, wie Hagendorf mit allen Fasern seines Herzens Wo kam sie her? War sie gekommen um an diesem Weibe hatte hängen können. Was sein junges Glück zu stören? Wie schön sie ge- war sie dagegen? Schwach und hilflos wie worden war? Ob sie ihn noch liebte? Und ein Kind kam sie sich vor, und eine namenlose I während er so fragte, stiegen all die Erinner- Angst vor der Frau, die so stolz und siegesge- ungen an sein Glück von damals in seinem wiß dort drüben saß, kam über sie, eine Angst, Innern auf und zogen an ihm vorüber, und wie sie die Kinder empfinden, wenn es dunkel I eine seltsame Trauer, daß nun das.alles vor­wird. Sie konnte ihre Thränen nicht mehr I über war, beschlich ihn.

zurückhalten und schluchzte leise in ihr Spitzen- Und dann sagte er sich wieder, daß sie für tuch. Vergeblich suchten ihre Augen ihren Vater. I nicht mehr existiren dürfe, daß seine Liebe Er war aufgebrochen er hätte heute kein I ein Frevel fei, und er sah Stettens Wort mit Hagendorf reden können,_ «schmerz ernstes Gesicht vor sich, wie er es damals ge- und Zorn hatten ihm die Kehle zugeschnürt. I sehen hatte, als er um Margots Hand ange-

Deutsches Reich

Berlin, 26. Oktober.

Der Kaiser ließ für den Sarkophag des Grafen M o l t k e einen reich vergoldeten Lorberkranz nach Kreifa» senden, dessen Schleise die Widmung trägt: Dem Gencralseldmarschall Grafen Moltke sein treuer Kaiser Wilhelm II."

Prinzregent Luitpold sandte an den früheren Reichskanzler, Fürsten zu Hohenlohe- Schillingsfürst, unterm 19. d. M. aus Hinter­see solgendes Telegramm:Mein lieber Fürst! Einer Mittheilung Sr. Majestät des deutschen Kaisers habe ich entnommen, daß Sie wegen Ihrer geschwächten Gesundheit den Rücktritt von Ihren Aemtern erbeten und erhalten haben. Diese Nachricht erfüllt mich vom allgemeinen, wie besonders auch vom bayrisch m Stand­punkt aus mit großem Bedauern. Sie haben mit ruhiger Sicherheit die Geschäfte des Reichs geleitet und zugleich die Zugehörigkeit zu Ihrem engeren Vaterland niemals verleugnet. Immer durfte ich die Ueberzeugung haben, daß Sie auch den bayrischen

Tas Vorspiel zum dritten Akte begann, «zendorf hatte seine Selbstbeherrschung wieder- langt. Er legte seinen Arm um die Lehne ts Sessels seiner Frau und machte sie leise «f die Einzelheiten des Spiels aufmerksam, »er sie hörte nicht, was er sagte. Was dinierten sie jetzt die Vorgänge auf der Bühne? Üer spielte sich ein anderes Drama ab, ein

Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Ml., fJl?Ericheint täglich ouster <m Werktagen nach toonn» und Feiertagen.

bei allen Postämtern 2,25Mk. (cxcl. Bestellgeld). Sonntagsbeilage: Zlluftrirtes Svuatagsblalt. ok

ZnferttonSgebühr: di« gespaltene Zelle oder deren R«un 10 Pfg, l 07 Of+nfu»* 1 nnn Druck und Verlag: Joh. Aua. Koch, Univeriitäts-BuchSruckerei

Reclaunn: die Zell» 25 Pfg. 'S^OIluUDenu, u I. ^/llvUtr JLVUU. Marbnro Markt 21. Televbon 55

Die Wirren in China.

Die Expedition nach Paotingfu, Heute liegen sichere Nachrichten über die ^ition vor. Zunächst ist uns ein Tele- min von der Nachrichten - Expedition des ffchen Flottenvereins zugegangen, das fol­gen Wortlaut hat:

Tientsin, 24. Okt. (Originalmeldung der berhess- Ztg.") Paotingfu ist am 19. tober von den vereinigten Truppen erobert rdw. Es wurde kein ernstlicher Wider­nd geleistet. Eine kleine sranzösische ^pen - Abtheilung war schon am 13. »der vor Paotingfu angekommen. Die Hinten chinesischen Truppen haben sich in jcher Richtung zurückgezogen. Zwei Ge­he wurden erbeutet. Die zweite deut- pstgsigtische Brigade bezieht einst-

Sn in Paotingfu Quartier.

«stgänzt wird dieses Telegramm durch Ide Depesche des englischen Generals Gaselee: A qer bei Ngansu, 18.10. Ich gedenke

in Paotingfu einzutreffen, wo die von \ und Tientsin eintreffenden Truppen der tgbeten zusammentreffen sollen. Kein nd wurde geleistet, da die ch i n e s is ch e n Ken sich zurückzogen und wir auf rr nicht stießen. Der Gesundheitszustand $r Kolonne aus Peking ist vorzüglich. Von M habe ich über die Tientsiner Kolonne gehört. Vorräthe an Getreide und. | ngsmitteln sind gegen Bezahlung reichlich en. Die Transportverhältnifse sind gut.

ne zweite Depesche aus Paotingsu vom ober meldet: Die unter meinem Beseh! I Streitmacht der Verbündeten stern hier ein. Heute wurden an den Äpren Wachen aufgestellt von deutschen, scheu und italienischen Truppen. Sämmt- merale der Expedition durchzogen mit ruppenabtheilungen die Stadt. Hierauf die Quartiere vertheilt. Ich werde die britischen Truppen im Lager halten, arte jetzt die Anordnungen ersee's bezüglich der weiteren |te ab. Die Einwohner sind zumeist in dt geblieben. Von Feindseligkeiten keine Anzeichen vor. Vorräthe sich hier beschaffen, sind aber keineswegs vorhanden. Eine Depesche des Generals bell meldet, daß er am 19. Oktober in «mwallten Stadt Daojangtsien ange­rn sei. ____________