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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg «ad Kirtbhain

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»Weitere formelle Erklärungen der Mächte

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Die Expedition nach Paotingfu.

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Die Wirren in China.

Der deutsch-englische Vertrag.

, daß es so ganz anders kommen würde!" ^»Aber Margot ist anders wir Ilka; sie lebt- für ihn, sie benimmt sich immer korrekt giebt ihm nicht den kleinsten Grund zur sucht mit Ilka war das doch anders!"

zu veranschaulichen, so daß sie sich entschlossen, mit aller Kraft ihre Flotten zu verstärken, um ihrerseits zunächst Seegeltung zu erlangen und später einmal nöthigenfalls die Alleinherrschaft Englands zur See, die ihnen unerträglich er­scheinen muß, zu brechen.

Es ist auch richtig, daß Deutschland, wie­wohl nichteine Hand voll," so doch nicht an­nähernd so viel Truppen nach China sandte wie England nach Südafrika. Aber diese Send­ungen erfolgten, obwohl Deutschland noch ohne Erfahrung in dieser Hinsicht dastand, mit einer Schnelligkeit und Pünktlichkeit, die auch im Ausland Annerkennung erzwangen. Allerdings konnte auch Deutschland diese Truppensendungen abfertigen, ohne sich um ihre Deckung zu sorgen, da ihnen keinerlei Gefährdung drohte.

Eines wird dabei aber von den englischen Chauvinistenblättern übersehen. Nur mühsam und langwierig und nur mit großen Opfern brachte England die Truppen zusammen, die in Südafrika gegen die Buren aufgeboten werden mußten. Englands Landmacht war nunmehr nahezu erschöpft. Einen zweiten Krieg hätte es nicht beginnen können und zu seiner Verteidigung blieben ihm nur ungenügende Cardes. Deutschland dagegen' wie dieKztg." ausführt, hat mit Leichtigkeit, ohne seine Wehr­kraft auch nur im mindesten zu schwächen, eine immerhin ansehnliche Truppenzahl aufgebracht und nach China gesandt. Deutschland ist nach wie vor gerüstet, um allen Angriffen begegnen zu können. Einzig und allein auf der See sieht es sich der Alleinherrschaft Englands gegen­über, ist aber in dieser Hinsicht in keiner un­günstigeren Lage als die übrigen Mächte und wird anch seinerseits danach streben, daß in Zukunft der englische Chauvinismus sich einige Zurückhaltung wird auferlegen müssen, wenn er auf die englische Seeherrschaft pochen und die anderen Mächte, insbefondere das Deutsche Reich, als eine quantite neglig-able behandeln zu können glaubt.

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Gewiß, von der Seite fürchte ich nichts; Margot wird ihm nie Grund zur Eifersucht geben aber er wird ihrer überdrüssig werden von dem Augenblick an, wo die andere wieder seinen Weg kreuzt!"

Aber Bernhard! Ilka ist für ihn ja längst eine Todte! Nie ist ihr Name mehr über seine Lippen gekommen, jede Erinnerung an sie ist ihm peinlich. Margot hat mir das selbst erzählt. Weil Du nicht an Margots Glück glauben willst, suchst Du nach den un­möglichsten Dingen, die es in Frage stellen könnten!"

Nein, das thue ich nicht! Weiß Gott, was ich darum gäbe, wenn ich an ihr Glück glauben könnte! Aber die Liebe zu Ilka hat Hagen­dors nie verwunden. Deshalb redete er nicht von ihr, deshalb will er an sie nicht erinnert sein!"

Mag sein, daß er Ilka geliebt hat, aber Margot liebt er mit ganz anderer Hingabe, und vor dieser Liebe muß jede Erinnerung ver­blüffen. Ich bitte Dich, sieh Dir doch Hagen­dorf nur an; sieht der aus wie ein Mensch, der um eine todte Liebe trauert und sich grämt? Um Jahre ist er jünger geworden, seit er mit Margot verheirathet ist. Und wenn Ilka heute käme und vor die beiden hinträte, ich glaube, keine Faser seines Herzens würde mehr auf­zucken!"

Da? find Anfichten, und ich kann nur wünschen, daß ihm diese Feuerprobe erspart bliebe, denn ich bin fest überzeugt, die alte Gluth würde zu lichten Flammen emporlodern, er müßte kein Hagendorf sein und das

Englische Vorstöße gegen Deutschland.

Einige Londoner Chauvinistenblätter gefallen sich noch immer in feindseligen Vorstößen gegen Deutschland. So spottet der LondonerGlobe" darüber, daß deutsche Zeitungen von der Ent­sendung einerHand voll" deutscher Truppen nach China und von der Schwierigkeit, mit der diesesarmselige Stück Arbeit" ausgeführt worden sei, so viel Aufhebens machten. Deutsch­land hätte niemals fern von Europa Krieg in großem Stile geführt, und es läge gänzlich außer der Macht des deutschen Kaisers, 200 000 Mann Truppen 10 000 km. weit von der mili­tärischen Basis entfernt ins Feld zu stellen.

Es ist richtig, daß die Engländer 200000 Mann 10000 km auf dem Seeweg nach Süd­afrika entsendet haben. Dazu waren sie im Stande mit Hülfe ihrer leistungsfähigen Schiff­fahrt und auf Grund ihrer Oberherrschaft zur See. Thatsächlich hat!es keine Macht gewagt, gegen Engländ vorzugehen und die englischen Truppensendungen nach Südafrika zu gefährden. Gerade diese Thatsache war aber geeignet, den Mächten die Alleinherrschaft zur See greifbar

noch nie gewesen, so ihrer eigenen grenzenlosen Liebe fich bewußt zu dem Mann an ihrer Seite, den sie mit Stolz den ihren nannte. O, warum durste sie in diesem Augenblick nicht vor ihm hinsinken, seine Knie umfassen und ihm für all das Glück danken, das er ihr geschenkt?"

Sie sah zu ihm hinüber und dachte: wie schön er ist.

Ganz leise streichelte sie seine Hand, die auf der Lehne ihres Sessels ruhte.

Aber er schien es nicht zu merken. Sie wandte sich voll zu ihm herum, und nun sah sie, wie blaß er war, und daß seine Augen nicht auf die Bühne gerichtet waren, sondern nach einer der gegenüberliegenden Logen.

Im selben Augenblick sank der Vorhang, und das Haus erstrahlte im blendenden Lichte der elektrischen Kronen.

Margot folgte dem Blick ihres Gatten.

Dort drüben saß eine Dame, nicht mehr in der ersten Jugendblüthe, aber in reifer, üppig entfalteter Schönheit. Eine Fülle tiefschwarzen Haares umrahmte ihr Antlitz und schmiegte sich in reichen Wellen um die edle Stirne, die wie mattes Elfenbein schimmerte. Große, dunkle Augen strahlten unter feingezeichneten Brauen, ein Paar flammende Augen, die in diesem Augen­blick stolz und herausfordernd zu Margot hin­überblitzten.

Das mußte Ilka sein. Wie ein Blitz durch­zuckte sie der Gedanke. Sie sah, wie ihr Gatte alles ringsum vergaß, wie seine Augen an dem stolzen Antlitz des schönen Weibes dort drüben hingen: und ein namenloses Weh schrie auf in ihrer Brust nein, sie war nicht todt für ihn.

(Fortsetzung folgt.)

Vorbereitung der Handelsverträge.

Wie dieTägl. Rundsch." aus sicherer Quelle erfährt, stimmt das Reichsamt des Innern der von agrarischer Seite dringend ge­wünschten Aufstellung eines Doppeltarifs (Maximal- und Minimaltarifs) grundsätz­lich zu. Der Beschluß des Wirtschaftlichen Ausschusses, nicht den Generaltarif, sondern den Doppeltarif als Grundlage der Verhandlungen zu wählen, entspricht der Initiative des Grafen Posadowsky. Der Abschlag der Minimalzölle

'1ÜMN gewöhnlich gut unterrichteter Seite ver- HNE-tt. wird uns gemeldet, daß dort zwischen wLC 1 deutschen Botschaft und dem russischen aus- «nigen Amt Verhandlungen stattgefunden , ebm, nach deren Verlauf kein Zweifel mehr " aUWnxnt aufkommen kann, daß Rußland sich mit

junge Glück würde in dieser Gluth wie Glas in Scherben springen!"

Dorothea schwieg still; sie wußte, in diesem Punkt würde sie ihren Bruder nie überzeugen, und dann hatten seine bestimmten Worte doch einen leichten Zweifel in ihrer eigenen Brust erweckt, einen Zweifel, den sie tapfer niederkämpfen wollte: Wenn Ilka den Weg der Beiden kreuzte, würde die junge Liebe stand halten? Aber das war ja ein thörichter Gedanke wer weiß, wo Ilka lebte wie sollte sie den Beiden nun plötzlich begegnen sollen, wo Jahre lang Niemand mehr von ihr gehört hatte. Damit tröstete sich Tante Dorothea, während sie still neben ihrem Bruder saß, der vergeblich sich mühte, für fein Kind die Zukunft so sonnig und hell auszumalen, wie er sie Margot gewünscht hatte.

Der dunkle Zweifel nagte wie ein Wurm in seinem Innern.

* *

Als Margot am Arm ihres Gatten die Loge betrat, richteten sich von allen Seiten die Gläser auf sie. In ihrer Hellen Robe fah sie entzückend aus, in dem rothblonden Haar flimmerte ein kostbares Diadem. Mit glänzenden Augen schaute sie umher, und Freude und Glück rötheten ihre Wangen. Im Hintergrund der Loge hatte Stetten neben Kronek Platz genommen. Auch Stein war anwesend.

Der Vorhang ging in die Höhe, und mit zurückgelehntem Haupt und halbgeschlossenen Augen lauschte Margot dem Gesang. Cs war ihr, als ob Isolde dort auf der Bühne von ihrer eigenen Liebe sänge. Jeder Ton weckte ein Echo in ihrer Brust. So glücklich war sie

Wie aus Berlin gemeldet wird, hat der Reichskanzler und Ministerpräsident Graf Bülow nach einer Mittheilung derNordd. Allg. Ztg." in der gestern unter seinem Vorsitze abgehaltenen Sitzung des Staats­mini st eriums nach warmen Worten der Anerkennung für den Fürsten Hohenlohe- Schillingsfürst in längerer Ansprache auf die Nothwendigkeit einer einheitlichen und geschlossenen Regierung hingewiesen als uner­läßliche Vorbedingung für diejenige Thätigkeit. und Zielbewußtheit in der inneren Politik, welche das Land verlange und brauche.

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Umschau.

Graf Bülow und die innere

treten ist. Schließlich sind noch von Oester­reichs Marine der PanzerkreuzerKaiserin Maria Theresia" und die beiden Torpedokreuzer Zenta" undAspern" jetzt in Ostasien stationirt.

* Einzelheiten.

Die deutsche Kolonie in Hankau hat an den Reichskanzler Grafen Bülow nachstehendes Tele­gramm gerichtet:Die Deutschen Hankaus be­grüßen das deutsch-englische Abkommen als beste Garantie für erfolgreichen Schutz ihrer Interessen im Dangtsethale."

(Nachdruck verboten.)

Treue.

Mowian von Ada Bitner.

(Fortsetzung.)

I mit l m deutsch-englischen Abkommen liegen noch Atjoot. An Bert. amtlichenStellen aber wird ver- Brex fcert. daß nach den Berichten aus denHauptstädten

Botschaft zugehen zu lassen, in welcher der Kaiser sich zunächst nach der Gesundheit des Königs von Italien erkundigt und dann sagt, China habe den befreundeten Mächten gegen­über durch eine unbesonnene Bewegung Schuld auf sich geladen. Ter Kaiser hege die Zuversicht, daß die Strafe hierfür keine übertriebene sein werde, und bitte den König von Italien, sich zum Zwecke der Beseitigung der Schwierigkeiten und des schnellen Abschlusses eines Friedensver­trages mit den anderen Mächten ins Einver­nehmen zu setzen. Schließlich versichert der Kaiser den König von Italien seiner unbe­grenzten Dankbarkeit.

Eine Erhöhung der Seezölle steht nach einem uns von der Nachrichten- Expedition des Deutschen Flottenvereins zu­gegangenen Telegramm bevor. Die bett. Nach­richt lautet:

Schanghai, 23. Oktober. Der gegen­wärtige Zolltarif soll bedeutende Aenderungen erfahren. Das Seezollamt wird eine allgemeine Zollerhöhung um 5°/0 Vorschlägen plus 5°/0 Einfuhrgebühren zahlbar im Einfuhrhafen.

DieSeestreitkräfteJapans, Italiens, Oesterreich-Ungarns, Portugals und der Niederlande in Ostasien.

m. Japan hat für die Verwendung in den chinesifchen Gewässern 3 neue Linienschiffe von mehr als 12 500 Tons Deplacement,Fuji", Daschima" undSchikischima", 4 neue Panzer­kreuzer von 9800 Tons,Asama",Tokiwa", Jdzumo" und den in Stettin gebauten Dakumo", 4 Küstenvertheidiger,Fuso", Hihei",Kongo" undHey-Den", sowie das frühere chinesische SchlachtschiffChin-Den" bereit. Zu diesen können noch die im Ausland gebauten 2 Schlachtschiffe und 2 Kreuzer treten, die in nächster Zeit fertig werden. Zu den ge­panzerten Schiffen kommen noch hinzu 22 kleine, theils geschützte, theils ungeschützte Kreuzer, 1 Minenschiff, 4 Kanonenboote, 12 Torpedobootszerstörer und ca. 25 Torpedoboote. Italien hat in Ostasien den Panzerkreuzer Vettor Pisani", die mittelgroßen geschützten KreuzerStromboli",Vesuvio" und Fieramosca" und die kleinen KreuzerElba" undStromboli". Von der Flotte der Nieder- tande sind das PanzerschiffPiet Hein" und die geschützten KreuzerHolland" und Königin Wilhelmina der Niederlande" in China, während Portugal durch die ungeschützten kleinen SchiffeAdamsstor" undBengo" ver-

$eitttn|jen Grundsätzen des Abkommens einverstanden Maib^klärt, nachdem es aus den Besprechungen den ^-^Hindruck gewonnen hat, daß Deutschland und Ugland keine Verletzung des Abkommens darin rbhtfcn würden, wenn Rußland zur Sicherung

r 1 - Vertrag überall, auch in Petersburg, eine xuMche Aufnahme gesichert sei. DieVoss, frei bituug" schreibt:Daß von Rußland dem o?"- KWiwen keine Schwierigkeiten in den Weg 31J jeqt werden, wird uns heute aus Petersburg

m Erb Generl Campbell ist mit der linken Seiten- ^enea linnnc des von Tientsin nach Paotingfu ab- Btschirten Expeditionstheils am 17. October r-ja. lPafang angekommen. Pafang war während ' er letzten zwei Wochen von 1500 Mann kaiser- ch-chinesischer Truppen besetzt gehalten worden, m denen 1000 bei Ankunft der Engländer

Mich abzogen. Ein chinesischer General war r. 13. in einem Gefecht mit Boxern bei Pantu- idenlM 6jön schwer verwundet worden. In Nenanhsien l ein Schreiben des Prinzen Tuan aufgefunden . ... erben, das Befehl ertheilt, die Expedition im Hill Ämpfgelände zu vernichten und das von der friesischen Regierung zu liefernde Waffen zür rrfügung stellt. General Campbell marschirt >ut, Gi! ldivärts weiter nach Paotingfu, der übrige u)eil der von Tientsin abgegangenen Expedition jat sich am 18. Oktober mit der von Peking ng ged ^gegangenen Expedition unter General Gaselee Reinigt, und so wird angenommen, daß die , . srze Expedition am 21. Okt. Paotingfu er- lpl habe.

t: Auch dem König von Italien

' st ein Schreiben des Kaisers Kwangsü zuge- Hezangen. DieAgenzia Stesani" meldet:

ler auch in Rom beglaubigte chinesische Ge­le in London ist vom Kaiser von China

Ericheint täglich aufeer an Werktagen nach sonn- und Feiertagen.

Sountagsbeilage: ZUuftrirtr» Louutagsblatt. cv <

Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, Univetiitäts-Buchdtucketei H*

.Rarfmro Markt 21. Teleobon ö?-

mt! .Siehst Du, wie glücklich sie find! Wir 53 uns damals, Gott sei Dank, alle geirrt flnfl Hu schwarz gesehen!"

.Ja, wenn ich das doch glauben könnte!" pxSt.) ^berte Stetten mit einem schweren Seufzer.

.»Aber sieh Dir» die beiden doch nur an, sicher können zwei Menschen überhaupt t zusammen sein, als Hugo und Margot, .trägt sie auf den Händen und liest ihr ihre Wuschx bon den Augen ab!"

j.»Tanz wie bei Ilka!" fugte, der Major tt- ..Damals hätte kein Mensch daran ge-

eien gtt , Nur mit innerem Widerstreben hatte Stetten t*ber f Einladung angenommen, da er kein Musik- $ kund war. Aber das war es nicht allein ge- Den ganzen Tag über schon hatte ihn ftker als sonst der Gedanke verfolgt, ob nun ^t doch bald, nachdem die ersten Monate der Ehe vorüber waren, das junge Glück in . ^Rben gehen werde. Und daran dachte er cktergo P, als die beiden gegangen waren und er Mar> « seiner Schwester allein saß.

uth- Als ob sie seine Gedanken errathen hatte, fww^k^brach sie plötzlich das Schweigen mit den

Sierteliäbrltdicr Bezugspreis: bei dir Expedition 2 Mt., I*«««*

bei allen Postämtern 2,25 Mk. (excl. Beftellgeld). ü/tUlVHVß

JnfertionSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg. -t nnn

Reclamen- die Zeil. 25 Pfg. FleMg, 26. öuCDCT 1900.