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«... >««. Donnerstag. 25. Oktober 1900.
Zweites Blatt
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; ich sie oft ersehnt, aber viel, viel werthvoller ist mir das Bewußtsein, Dir alles Verlorene ersetzen zu können. Nimmst Du mir diese Hoffnung, so wird eine schmerzliche Oede in meinem Innern zurückbleiben, ein tiefer Riß, über den fürstliche Freigebigkeit und zärtliche Scherzworte nicht hinweg trösten können. Hugo, ich bitte Dich noch einmal, ist Ilka wirklich für Dich tobt?" Mit ängstlicher Spannung waren ihre
Margot bemühte sich, heiter zu sein, konnte aber an diesem Tage nicht sroh werden. Sie mußte immer an Ilka, die Todte oder doch längst Verschollene, denken und sich sagen: Ihr Verlust hat ihm eine Wunde geschlagen, die auch Du nicht zu heilen imstande bist.
Nach und nach wurde zwar dieser peinliche Eindruck wieder verwischt, um so mehr, als jetzt die Wintersaison begonnen hatte und eine Fluth von Einladungen zu erledigen und zu erwidern waren.
Hagendorfs Hang zur Eifersucht war zwar nicht geringer geworden, aber in Margots kühlem, vornehmem Wesen, gab es nichts, was ihm Nahrung bot. Margort blieb für andere immer die Stolze, Unnahbare. Monatelang schien es wirklich, als vermöge ihr lichtes, klares Wollen und Wesen alle dunklen Geister doch endlich siegreich zu bannen . . .
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14. Kapitel.
So ging der Winter vorüber und der Frühling kam ins Land gezogen. Allmählich hatten sich die Beziehungen zwischen Hagendorf und seinem Schwiegervater zu bessern angefangen so daß Margot in der Freude hierüber jenen Wintertag fast vergessen hatte, an dem zu« ersten Male die bange Frage in ihr aufgetaucht war, ob Ilka für ihren Gatten wirklich eine „Todte" sei. Hagendorf weigerte sich nicht mehr, das Haus seines Schwiegervaters zu betreten und Stetten zog sich nicht mehr zurück, wenn seine Kinder kamen, und nahm wieder an den Mahlzeiten theil.
Freilich, die alte frühere Herzlichkeit, der warme, freundschaftliche Ton wollte sich nicht wiederfinden, aber Margot war froh, daß die alten Beziehungen doch wenigstens wieder angeknüpft waren; sie hoffte zuversichtlich, daß die Zeit das ihre thun werde, um ihren Vater mit Hugo völlig auszusöhnen.
Sie ahnte nicht, wie wenig ihr Vater ihre Hoffnungen theilte, sie wußte es nicht, wie schwer es ihm wurde, mit Hagendorf freundlich zu verkehren, wie sehr er sich überwinden mußte
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so würdest Du Hand in Hand mit mir ruhig und lächelnd dem Gespenst der Vergangenheit entgegen getreten sein. Daß Du es nicht wagst, ist mir ein Beweis dafür, daß sie Dich in unlösbaren Fesseln hält, die zu zerreißen, ich zu schwach bin."
Er machte eine abwehrende Bewegung. „Du ziehst ganz falsche Schlüsse aus meiner Weigerung, Dich nach Loschwitz zu führen. Nicht weil ich das einst zurücksehne, sondern weil ich mich mit Widerwillen davon abwende, mag ich jenen Boden nicht wieder betreten. Das Gut ist einer alten unumstößlichen Bestimmung zufolge unveräußerlich, audernfalls hätte ich es längst in andere Hände übergehen lassen. Es muß Eigen- thum des Freiherrn von Hagendorf bleiben, ich spende jährlich die nöthige Summe zu seiner Erhaltung, — aber das alte, finstere Gebäude ist weder sür Dich noch für mich, der sich wieder dem Hellen, freundlichen Leben zukehren möchte, ein passender Ausenthalt. Sei mit dieser ein- sachen, aufrichtigen Erklärung zufrieden und suche nach keiner anderen." Eine Weile schwieg er — dann fuhr er schmeichelnd fort:
„Kleine Thörin, was fällt Dir ein? Deine Zweifel könnten mir fast die Stimmung verderben und die Befürchtung wecken, daß Du selbst nicht glücklich bist. Gerade Dein Frohsinn ist der Stern, an dessen Anblick ich mich immer erquicken will. Je ungetrübter er erstrahlt , desto wohler werde ich mich fühlen. Von mir und meinem Glücke darf nicht so viel die Rede sein. Je wenig es geschieht, desto dankbarer bin ich dafür, und je harmlos-glücklicher Du in die Zukunft blickft, desto glückverheißender wird sie auch mir erscheinen. Du bist für mich wie ein Licht, das alle Schatten aus den verborgendsten Winkeln vertreiben muß."
Sie lächelte fchwermüthig. „Wenn das Licht nur immer hell genug leuchten kann. Hugo."
„O ja! Lasse eS nur nicht wieder durch ganz unnöthige Thränen schimmern. Sei heiter, dann bin ich es auch."
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Treue.
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(Fortsetzung.)
um wenigstens äußerlich das alte Verhältnis^ wieder herzustellen.
Tief in seinem Innern schlummerte ein unbesiegbares Mißtrauen gegen seinen Schwiegersohn, das sich durch daS augenblickliche Glück seiner Kinder nicht täuschen ließ. Nur Tante Dorothea gegenüber gab er diesem Gefühl manchmal Ausdruck.
Eines Abends, als Gretchen bei Frau Pastor Heller war, deren Sohn unerwartet schnell von seinen Reisen^zurückgekehrt war, saß der Major mit seiner «Schwester allein im dämmernden Zimmer. Margot war mit ihrem Mann dagewesen und beide hatten gebeten, sie morgen in die Oper.zu begleiten; „Tristan und Isolde" sollte gegeben werden.
(Fortsetzung folgt.)
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Augen aus ihn gerichtet.
„Was Du da sagst, ist Thorheit, Margot."
„Nein, es beweist Dir nur, daß ich Dich verstehe. Wenn uns das Leben auseinander risse, würde ich doch immer an Dir hängen. nn-Nns Wie ich nun und nimmermehr zu vergessen ver- «'.■L möchte, so vermagst Du es auch nicht." *2 „Ich bitte Dich
Phmrnh „Hugo! Wäre ich Dir wirklich das Höchste, das Theuerste, etwas, was die Macht besitzt, 1 Dich über alles zu crösten, Dir alle? zu ersetzen,
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. So mußt Du mich nicht nennen. Ich bin
m. Ä meinen Jahre vorausgeeilt und will kein Spiel- ieuQ für Dich sein, sondern Deine Vertraute, Dein Weib, in dessen Seele Du alle Geheim- ^un! n;ffe niederlegen darfst, an dem Du eine stütze, eine starke und muthige Gefährtin finden Du unterschätzest mich, wenn Du meinst dafi ich nichts weiter als ein tändelndes Kind ' bin dem man immer nur ein lächelndes Antlitz m f k zeigen muß. Du überhäufst mich mit den I xp Gaben Deiner Großmuth, und ich nehme sie .•x (lerne und freudig an, aber ich bitte Dich um mfhT — gieb Dich selbst und jeden Deiner Ge- Tä bauten mir ganz zu eigen. Glanz und Pracht schmücken das Leben, und ich gestehe offen, das; gebraa 7 „ „rrpknf ar.,r nief. viel wertbvoller
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