Xi 247
vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mr., bei allen Postämtern 2,26 Mk. (excl. Bestellgeld).
InsertionSgebühr: die gespaltene Zeile ober deren Raum 10 Pfg, Reelamm: die Zeil« 25 Pfg.
Marburg
Sonntag, 21. Oktober 1900.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach sonn- und Feiertagen. Sonntagsbeilage: Jlluftrirles Sonntagsblatt.
Druck und Verlag: Joh. Aua. Koch, Universitäls-Buchdruckerei Marburo Markt 21. — Telephon 55
35 Jahrg.
* Wenn wir heute rückschauend uns die
:beri|.:
3ii
spositionen zu treffen ; denn hoffentlich werden
Möb!
®a8
ttrr ' ’ M v V7WUUU VV*,4UU[iy
««en beherrschen und nicht wieder loslassen
das. es 2.
efteti
Gabi) tob das Steuer des Reichsschiffs auch in der [. 3.1 neren Politik so führen wird, wie es in den
ch versagt gewesen, der deutschen Politik ein sonderes Gepräge aufzudrücken, so kann nur it Genugthuung anerkannt werden, daß Fürst Hohenlohe, namentlich in der ersten Zeit ner Amtsführung, sich wieder den bewährten ihnen zuwandte, die sein großer erster Vor-
.EckzZ zimwr ib. it* n. 6oi :r m.l 3»! M.Zl s , 70 i. nti iab.,8
ist auch meine Ansicht," erwiderte '" ganz gegen seine Ueberzeugung, aber ! sich zu besinnen. Daß dieser entnervte,
(Nachdruck verboten.)
Treue.
Roman von Ada Dörner.
(Fortsetzung.)
Der Reichstag ist nunmehr auf
14. November einberufen. Mit der
lllklvlitischen Ereignissen der letzten Tage vergegen- -sJJ Artigen, dann haftet der Blick zunächst auf der onftig x unser ganzes politisches Leben bedeutsamsten :erfujl Haisache, daß die Leitung der Reichspoliti" den müde gewordenen Händen des Fürsten n.Bh ohenlohe in die des Grafen v. Bülow, jparir seitherigen Staatssekretärs des auswärtigen mts, geglitten sind. Der Rücktritt des Fürsten ) । Hohenlohe hat an sich in politischen Kreisen
ranls um eine Ueberraschung hervorgerufen, da es könnt war, daß den in hohem Greisenalter sindlichen Fürsten die Bürde seines Amtes wfindlich drückte, und daß seine Familien- lgehörigen unablässig in ihn drangen, sich in im h Privatleben zurückzuziehen. Ist es dem __eidenden Kanzler seiner ganzen Natur nach
>l.Z.» >lich das herumrathen und Kombinieren fhören. Den Abgeordneten aber wird es lieb ereme n, daß sie nun endlich in der Lage sind, ihre
ibl. Zi sUy zu besinnen. Daß dieser entnervte, ;.M.Ä ’twd) und moralisch zu Grunde gerichtete stch nie mehr aufrichten konnte, wußte ä« wohl; aber was kümmerte ihn das? Es m.oJ "8te, daß der angeregte Gedanke vorläufig
ienfim *. bevorstehenden, vielfach hochwichtigen Sitz- > mch gen des Reichstags besser besucht sein, als $ ’n E>en letzten Tagungen der Fall war. mit । iben der Chinafrage, bei deren Erörterung i. Zm! radikale Linke sich hoffentlich eine starke 3ima ederlage holen wird, werden in der kommenden t' Kai ffwn die Aufklärungskämpfe um die neuen s Ziii mdelsverträge die Hauptrolle fpielen. Die i möi runde der Caprivischen Handelsvertragspolitik wbl.z ten schon gewaltig und wollen ihre Minder-
. 2u ^urch großes Geschrei vergessen machen, it Pa efem Ansturm kann man vor der Hand mit aller [.3.mi he und Gleichmuts) entgegentreten; es ist
mer eine gute Taktik, die Gegner vor der 75M ^^bungsschlacht ihr Pulver verschießen —
m.P« kanntgabe des Einberufungstermins wird
75 M ^^ewungsjcytacyt ihr Pulver verschießen zu sin. Verfehlt aber wäre es, dem emsigen Zim« eiben der Gegner eines befferen Schutzes der
3- m. zwärtigen Angelegenheiten bisher geschehen ist.
1.3-m.r ~ —
effen . -
er®g uger für eine wahrhaft nationale Politik m bei igezeichnet hatte, Bon seinem Nachfolger dem mit mfen Bülow erhoffen wir, daß er mit fester
:mntS
L Röder.
bl. Ä
>^h°rheit, von dem allem zu reden —", 1? .......Dazu gehört Geld — Geld
stwleder Geld! — Kann es einen nicht zur
®er und jener hat mit einem i, gehabt, das wenn man es vom
rbl.n! mbU
. . — ----»«‘V nyiHVIl SA * 11 VVXr) VV VV VA VS V | y V, VUJ V 11
,!t beide vermögen die Welt nicht urnzu- n- Wäre ich im stände zu helfen, so
b-to s Hweiflung bringen, wenn man sich selbst be- ä" ° l ldtg sagt - ! ■
5t.
t, schÄ ^>uck gehabt, das wenn man es vom ibl.As ^nschen Standpunkte aus prüft, keine zehn l; X toetfb ist, und doch viele Tausende ein- ot, weil es durch seinen Effekt blendet? — Dl.3-’ n ■ solche Effekthaschereien erst verachtet, ■ 3-®1 J*»1 ^fiehlt die Roth: Schaffe auch was >l. z 'nchen. Es ist leicht Effektstücke zu machen, i , ®Q.n verliert darüber jeden Halt — '' .in allem — und daraus hervorwachsend • Äscher Bankrottt!"
A$a' )a, lieber Professor, da mögen Sie
,^1 > ’ ‘ Ere icy int sianoe zu qeisen, w s auf der Stelle geschehen — leider bin tgien vorläufig nicht, aber die Zeiten können
ltm55 -^cht haben," erwiderte Stein aufstehend. . in. 2" meine eigenen Ansichten aussprechen;
nationalen Arbeit, völlig thatenlos zuznsehen. Der Agitation muß durch Gegenagitation gedient, die vielfachen falschen Behauptungen müssen wiederlegt und im Reichstage müssen die Freihändler kurz aber kräftig charakterisiert werden. Wie die Regierung gesonnen ist, sich gegenüber dem angekündigten Lärm der mit der Sozialdemokratie Verbündeten Freihändler zu verhalten, wird sich ja wohl bald zeigen.
Auch für die Verhandlungen des Reichstags möchten wir eine Mahnung gelten lassen, die unser Kaiser jüngst bei der Grundsteinlegung des Limes-Museums auf der Saalburg an das deutsche Volk gerichtet hat. Als unser Kaiser auf der Saalburg auf das stolze Wort: „Ich bin römischer Bürger" hinwies, hat er damit zu einer kräftigeren Regung des deutschen Nationalgesühls anfpornen wollen. Wir Deutsche haben, was die Betätigung des Nationalgefühles betrifft, nicht nur die Römer sondern auch die Engländer und selbst die Amerikaner zu beneiden, die im Auslande mit Stolz und Erfolg die Eigenschaft des englischen oder amerikanischen Bürgers hervorkehren, wobei sie freilich auch von den diplomatischen und konsularischen Vertretern ihres Landes energisch unterstützt werden. Uns Deutschen wird im Auslande auch heute noch oft genug zugemutet, uns zu ducken, und selbst manche unserer Vertreter in fernen Ländern tragen dem deutschen Nationalgefühle nicht immer Rechnung, wie wir das erst jüngst bei den Ausweisungen aus Transvaal gesehen haben. Von dem stolzen Worte: „Ich bin Deutscher" mit der entsprechenden Wirkung, sind wir also leider noch ziemlich entfernt. Wie kann das aber auch anders fein, wenn in Deutschland selbst eine reichliche Zahl von Zeitungen jeden Tag dem Nationalbewußtsein in's Gesicht schlägt und die deutschen Zustände im Vergleiche zu denen anderer Länder als „grauenvoll" schildert? Wo soll der Nationalstolz aufkommen, wenn eine weitverzweigte Presse in jedem Falle, wo deutsches Selbstbewußtsein, deutsche Autonomie sich regt, an die Furcht vor dem Auslande appelliert wird? Woher soll der Respekt des Auslandes vor dem „civis germanns“ kommen, wenn man dort derartige „Stimmen der öffentlichen Meinung" liest und sich davon überzeugt halten muß, man brauche nur drohend mit den Wimpern zu zucken, um das mächtige Deutsche Reich zum Nachgeben zu zwingen? Mehr Nationalgefühl! Das ist es, was das Kaiserwort aus der Saalburg hat sagen wollen, und gerade die ver
fich ändern. — Und wenn ich; bitten darf, so schweigen Sie gegen Ihr Fräulein Tochter und den jungen Maler über meinen Besuch, den ich demnächst wiederholen werde. Wann sindWie denn mit Sicherheit zu treffen?"
„Jeden Sonnabend von 6 bis 8 Uhr. Da liefert Helene Arbeit ab oder holt neue, und ihr Bräutigam kommt dann auch erst später."
„Wir sprechen uns wieder. Jedenfalls rathe ich Ihnen, Ihre Einwilligung zur Vermählung der jungen Leute bis auf weiteres nicht zu geben."
Mit der Versicherung, daß er schweigen würde, und der Bitte um eine baldige Wiederholung des Besuches verabschiedete sich der Maler von Stein.
In Gedanken versunken fuhr Stein nach Hause. Er hatte die Ueberzeugung gewonnen, daß der alte Maler und deffen Tochter beiseite zu schaffen waren. Dazu hätte es aber einer Summe bedurft, die er weder gegenwärtig besaß noch von seinem Gehalt zurücklegen konnte. — Woher sie also nehmen, ohne zum Dieb zu werden?
13. Kapitel.
Margots Brautstand war kein wolkenloser. Ein dunkler Schatten lag über ihrem Glück und ängstigte sie. Sie suchte sich über die seltsame Beklemmung, die sie manchmal überkam, Rechen- chaft zu geben, aber es wollte ihr nicht ge- ingen. Auch Hagendorf schien unter einem gewissen Druck zu leiden. Wohl hatte er von )ent Baron das Jawort erhalten, wohl hatten die beiden sich miteinander versöhnt, aber das alte freundschaftliche, vertraute Verhältnis zwischen beiden wollte sich nicht wieder finden.
schiedenen Kommentare, welche in der Presse der Linken an dieses Wort geknüpft wurden, sind ein Beweis dafür, daß uns eine solche Mahnung dringend noth thut. Möchte sie nur aber auch allenthalben befolgt werden!
Aus den Niederlanden ist eine freudige Nachricht gekommen, die auch uns Deutsche nahe berührt. „Ons Wilhelmintge", wie die Unterländer ihre junge Königin nennen, hat sich mit dem Prinzen Heinrich von Mecklenburg- Schwerin verlobt. Die Verlobung der Königin wird allgemein als eine auf HerzeuSzuneigunc- basirende Verbindung betrachtet, der poetische Schleier der jungen Liebe umweht sie mit duftenden Rosenblüthen und das niederländische Volk jauchzt auch dem Bräutigam aus „fernem" Land mit herzlicher und aufrichtiger Freude entgegen. Vergessen sind nun all' die alten Vorurtheile gegen den mächtigen, so schnell groß gewordenen deutschen Nachbar. Allerorten hört man Aeußerungen, die darauf hinauslaufen, daß das mächtige und starke deutsche Reich deiy kleinen Niederland stets ein wohlwollender Nachbar gewesen ist, und daß das niederländische Volk, so lange es wehrbar ist und voller Energie, sich keinen besseren Freund wünschen kann, als Deutschland.
Der Krieg in Südafrika spinnt sich in dem bekannten Geleise weiter. In England hat allerdings die „Khaki-Politik" bei den Wahlen gesiegt, da die großen Massen offenbar noch in voller Jngostimmung sind. Allein in den Kreisen, die etwas tiefer in die Politik hineinschauen, scheint doch allmählich die Ueberzeugung durchzusickern, daß der Krieg am Kap gerade keine hervorragende Unternehmung, noch trauriger aber in der Durchführung war. Sein Ende scheint noch garnich:: absehbar zu sein. Präsident Krüger hat auf das ihm nur widerwillig gewährte Gastrecht der Portugiesen verzichtet und sich an Bord des holländischen Kriegsschiffes „Gelderland" begeben. Damit ist er den englischen Jntriguen entrückt.
In C h i n a ist die Lage nach wie vor unklar. Zwar hat jetzt, nach dem Eintreffen Waldersee's eine Periode regerer militärischer Thätigkeit begonnen, die sich in einem von Peking und Tientsin ans unternommenen Vorstoß gegen Paotingfu charakterisirt, aber die diplomatische Entwirrung der Fäden der chinesischen Angelegenheit macht den Vertretern der Mächte viele Arbeit, umsomehr, als der hinterhältigen Politik der Chinesen die Eifersüchteleien zwischen den Mächten nur allzusehr zu Hülfe
So oft Hagendorf seine Braut aufsuchte, zog sich der Major zurück und ließ die Brautleute mit Tante Dorothea und Gretchen allein. Auch zum Thee pflegte er nicht zu erscheinen, wenn Hagendorf anwesend war und Tante Dorothea mochte sich alle erdenkliche Mühe geben, die gedrückte Stimmung, die an solchen Abenden herrschte, zu zerstreuen, es gelang ihr nur selten. Selbst Gretchen schien wie umgewandelt, ihr kindlich-frohes Geplauder, das sonst die andern aufgeheitert hatte, war verstummt. Still und in sich gekehrt, saß sie da und hörte kaum darauf, was gesprochen wurde.
Ein paarmal hatte Hagendorf seiner »raut zu liebe sich überwunden und beim Major angeklopft, aber die kühle Art, mit von Stetten ihn jedesmal empfing, verdroß ihn, und er mußte sich Gewalt anthun, um sich zu beherrschen und seinem Unmuth nicht offen Ausdruck zu geben. Er sagte sich, daß er seinerseits alles gethan hatte, um das alte Verhältniß wieder herzustellen, und um so mehr verstimmte ihn Stettens ablehnende Haltung. Wenn man am Theetisch zusammen saß, bemerkte Margot oft, wie die Augen ihres Bräutigams finster nach )em leeren Platz des Majors hinüberschauten und wie sich eine tiefe Falte des Unmuthes zwischen seine Brunnen legte. Dann gab sie ich doppelte Mühe, Hugo heiter zu stimmen und ihm ihre Liebe und Sorglichkeit fühlen zu lassen. Meist gelang es ihr auch, aber manchmal kam es doch vor, daß Hagendorf früher als gewöhnlich anfbrach.
Stetten hatte feit jenem Tage, als ihn Hagen- ;>orf so schwer beleidigt hatte, dessen Haus nicht wieder betreten und jede Einladung für seine
kommen. Mehr denn je hat es den Anschein, als würde auch hier die Feder des Diplomaten das schädigen, was das Schwert des Soldaten errungen hat.
Umschau.
Zum Kanzlerwechsel.
In Rußland ist die Aufnahme des Kanzlerwechsels durchaus shmpatisch. Die Zeitungen besprechen anerkennend die Politik des Fürsten Hohenlohe und geben gleichzeitig dem Vertrauen Ausdrück, welches ihnen und dem russischen Reiche die Person des neuernannten Reichskanzlers und seine bisherigen Leistungen in der internationalen Politik einflößen.
Das „Journal de St. Petersburg“ sagt: Graf Bülow steht in der vollen Kraft seiner Jahre und seines großen Arbeitsvermögens. Er hat Beweise gegeben von seiner Fähigkeit, die verschiedenen Gruppen des Parlaments zu behandeln, mit denen die Regierung zu rechnen hat. Seine Beredtsamkeit ist ein- fchneidend, jedes seiner Worte ist geeignet, auf die öffentliche, Meinung in Deutschland Eindruck zu machen. Gras Bülow hat alle wünschenswerthe Energie und Erfahrung, um auf derjenigen Höhe zu stehen, die das Land von ihm erwartet. — „Birshewija Wjedomosti" sagen, in Rußland wisse Jedermann, daß Gras Bülow gute, freundschaftliche Beziehung zu Rußland schätze. — „Herold" bemerkt: Graf Bülow ließ nie Neigung vermissen, herzliches Einvernehmen mit Rußland zu pflegen. Er findet aus der Schwelle seiner Bahn das Vertrauen der fremden Regierungen zu seiner Person, seinem Wollen und Können. — Die deutsche „St. Petersburger Zeitung' erwartet von dem neuen Reichskanzler ebenfalls alle Rücksicht und Freundschaft für Rußland, die die gute Ueberlieserung und Klugheit ihm zur Pflicht machten. — ,N o w o st i' sagen, Gras Bülow sei ein Staatsmann, der glänzende Befähigung bewiesen und Verstand und Scharfblick gezeigt habe. — „Swet" legt der Ernennung keine besondere Bedeutung für Europa bei, welches, wie bisher, mit dem deutschen Kaiser selbst zu thun haben werde.
Vom freisinnigen Parteitag.
* Bis auf fast ein halbes Hundert Anträge hat es der Freisinn für den Görlitzer geheimen Parteitag gebracht. Am heutigen Sonnabend werden die Delegierten zusammentreten und in drei Dormittags-Sitzungen das reiche und vielseitige Programm erledigen. Man wird also weder große Reden noch geistreiche Debatten zu erwarten haben; auf den Parteitagen faßt sich der Freisinn überhaupt kürzer als in den Parlamenten.
Der Abg. Richter hat in zwei Serien sechs Anträge eingebracht, sich aber auf die auswärtige Politik, die, wie es scheint, sein „Altentheil"
Person abgelehnt. Wohl hatte er dem Freunde von früher verziehen, aber das Vergessen wurde ihm schwer. Doch das war es nicht allein, was seine Zurückhaltung Hagendorf gegenüber veranlaßte. So sehr er auch innerlich mit sich kämpfte — und das that er redlich —, er konnte das Gefühl nicht los werden, daß der Baron und seine Tochter nicht zu einander paßten. Immer wieder stiegen die alten, tiefeingewurzelten Zweifel an dem Glück der Beiden in ihm auf, immer wieder warf er sich vor, zu nachgiebig gewesen zu sein, gegen seine bessere Ueberzeugung. Daß er diese bessere Ueberzeugung unter dem Zwang einer, wie er es nannte, „schwachen" Stunde geopfert hatte, darunter litt seine ehrenhafte Jlatur am meisten. Diese Nachgiebigkeit konnte er sich selbst nicht verzeihen. Manchmal ver- suchte er eS wohl, sich einzureden, daß er un- nötljig schwarz sehe, daß alles noch gut werden könne, und daß sein Kind an der Seite Hagen- >orfs doch das Glück finden würde, das er ihr o sehr wünschte, — aber solche Stunden waren eiten, und es gelang ihm nicht, die bangen
Zweifel wirklich fortzuscheuchen.
Tante Dorothea fühlte, daß dieser Zustand, unter dem alle gleichmäßig litten, möglichst bald ein Ende finden müsse. Sie that daher alles, um Margots Ausstattung, so schnell es irgend anging, fertig zu stellen.
Eines Abends, als Hagendorf gegangen war, köpfte sie bei ihrem Bruder an, um mit ihm über diese Angelegenheit zu reden. So oder so müßte es nun doch zn Ende kommen; sie meinte, auch ihrem Bruder müsse eS erwünscht sein, den „Belagerungszustand", wie sie es scherzhaft nannte, aufzuheben.