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mit dem Kreisölatt für die Kreise Marbma und Kirchhain.
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- Leitergreifen der Boxerbewegung.
Es mehren sich die Anzeichen dafür, daß das Mze scheinbare Nachgeben der chinesischen Staats- «änner in der letzen Woche nur darauf angelegt inat, die Mächte hinzuhalten und zu überlisten.
wd die anderen degradirten Beamten gegen- oartig die Hauptstützen des kaiserlichen Hofes »ilden und wahrscheinlich das Edikt, durch welches ie degradirt werden, selbst aufgesetzt haben! Die Mnustische Auffassung, d. h. die Ansicht, daß »er chinesische Hof ein unehrliches Spiel ireibe, überwiegt jedoch in den Privattele- mmmen aus China. Die Kreise der Europäer in den chinesischen Hafenstädten äußern fortge- schwersten Bedenken bezüglich der weiteren Mallung der Lage. In Schanghai wird von
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ihre Artillerie.
Neber die Einnahme von Shan-hai-kwan
liegt jetzt ein amtlicher russischer Bericht
Viceadmiral Alexejew berichtet nämlich
und streckte |nun dem Major beide Hände entgegen, — „wie ein Versinkender" dachte Stetten bei sich.
„Hagendorf, mein Freund, warum machst Du es uns beiden so schwer?" Aufrichtiger Schmerz und tiefes Mitleid machte Stettens Stimme zittern.
„Als Du vor Jahren um Ilka warbst, thatest Du es damals nicht mit denselben Worten! — Ihr Vater war schwach genug nachzugeben, er wollte es ja nicht — und wie war das Ende?"
„Laß das ruhen, das gehört der Vergangenheit an!" fuhr der Baron ungeduldig auf. „Wie kannst Du Margot mit Ilka vergleichen?"
„Ich dächte", fuhr Stetten unbeirrt fort, so schwer es ihm wurde, „der Gedanke an die Vergangenheit läge bei einer so ernsten Sache nahe genug. Dein unseliges Mißtrauen, hat damals Euer Glück zerstört!"
„Und Du," unterbrach ihn Hagendorf richtig, „zerstörst heute mit Deinem Mißtrauen, das Du in mich setzt, mein Glück. Dein Mißtrauen ist es, was Dich mir Margot nicht gönnen läßt. Aber ich will warten, geduldig warten, bis ich Dein Mißtrauen besiege!"
„Nein — das ist es nicht, Hagendorf. Aber Du brauchst eine andere Frau, wenn Du glücklich werden willst. Meif und willensstark muß sie sein, eine Frau, die das Leben kennt, auch mit seinen dunklen Abgründen; eine Frau, die mit muthiger Hand Dich stützt, eine Frau, die Dir als tapfere Gefährtin hilft, die feindlichen, dunklen Gewalten, die Euer Glüch bedrohen, aus dem Felde zu schlagen. Margot ist nicht diese
Shan-hai-kwan vom 3. d.: Ich traf bei Tagesanbruch auf der hiesigen Rheede ein, wo ich außer dem russischen den französischen, den englischen, den österreichischen und den japanischen Admiral vorsand. Die russischen Transporte, welche am 2. d. Abends hier ankamen, begannen alsbald mit der Landung. Um Mitternacht waren die russischen Streitkräfte an Land. Infolge einer Vereinbarung zwischen den Admiralen ist die Einnahme der Forts unter die Nationen vertheilt worden. Das 5. Fort
Stein gehauen. Er zuckte mit keiner Wimper, als er ruhig und bestimmt sagte:
„Du verlangst mehr, als ich geben kann. Ich wünschte, Du hättest Dir und mir das erspart!"
„Stetten!" — Der Baron sprang auf. „Bei unserer Freundschaft, was soll das — ich verstehe Dich nicht!"
„Das thut mir leid — doppelt leid bei dem Verhältniß, das bis heute zwischen uns beiden bestand. Aber es ist unmöglich — gerade weil ich Dich kenne. Es kann nicht sein!"
Hagendorf war totenblaß geworden. Krampfhaft umklammerte er die Lehne des Seffels, hinter dem er stand.
„Weil Du mich kennst? — Wahrlich, jeden anderen würde ich sür solche Worte vor den Lauf meiner Pistole fordern!"
„Hagendorf, eben weil Du mein Freund bist, möchte ich frei und offen mit Dir reden, wie es zwischen Freunden sich ziemt. Du schiebst meinen Worten einen falschen, böswilligen Sinn unter. Aber ich verzeihe Dir das. Weil ich Dich kenne, seit Jahren kenne, weiß ich, daß die Heirath Euch beide unglücklich machen würde — und das möchte ich nicht nur meiner Tochter, sondern auch Dir ersparen —, denn ich bin es Dir als meinem besten, meinem einzigen Freunde schuldig. Ihr habt beide den Kopf verloren, um so mehr ist es meine Pflicht, für Euch beide zu denken und Euch von einem Schritt zurückzuhalten, der Euch unfehlbar unglücklich machen würde!"
Die Wirren in China.
Die innere Lage in China
•* augenblicklich in tieferes Dunkel gehüllt, als t 'uvor. In den zumeist über London kommen- en Drahtberichten herrscht unentwirrbare Kon- ufion. Während ein Blatt sich kabeln läßt, die hincsische. Regierung mache jetzt ernstere An- taiim, gegenüber den Mächten einzulenken und »gen die Boxer energischer vorzugehen, heißt s m einer anderen Depesche, daß Prinz Tuan
xür das 4. Quartal 1900 jtben Bestellungen auf die „Qberheff. eitlMg" nebst ihren Beilagen von unserer wedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen Kirchhain und Neustadt, sowie von len Postanstalten und Landbriefträgern ent- »gegenommen. Die „Oberhefsische Zeitung" »stet nach wie vor 2 Mark, durch die Post 6e- Hjen 2.25 Mk. vierteljährlich.
Der ruhige, warme Ton, in dem Stetten die letzten Worte gesagt hatte, blieb auf Hagendorf nicht ohne Eindruck.
„Verzeih', Stetten," begann er mühsam, "Du kennst meine Heftigkeit; ich habe Dir vielleicht Unrecht gethan — aber ich verstehe Dich nicht, ich muß Dich bitten, Dich deutlicher zu erklären! Ich- erinnere Dich an den ersten Abend nach meiner Rückkehr. Du selbst sagtest mir, daß Du mit meinen Freunden wünschtest, mich bald verheirathet zu sehen. — „Das Schloß braucht eine Herrin" — das waren, glaube ich Deine eigenen Worte. Und jetzt, wo ich zu Dir komme und Dich um die Hand Deiner Tochter bitte, 'um sie als Herrin in mein Schloß zu führen, vernichtest Du mein junges Glück ? Glaubst Du nicht, daß ich alles thun werde, um Tein Kind glücklich zu machen? An den Augen will ich ihre Wünsche ablescn. — Stetten, Du weißt ja nicht, wie ich Margot liebe. Zu einem anderen Menschen hat sie mich gemacht — was in mir gut und edel ist, das hat die milde Sonne ihrer Liebe zu neuem Leben erweckt. — Die Schlacken in mir sind in der reinen Gluth dieser Liebe verzehrt, nur das Edelmetall ist geblieben; ich kann ohne sie nicht mehr leben, das lachende Glück, das ich dort draußen in der Fremde Jahr um Jahr suchte, das habe ich bei ihr gefunden! Stetten, bei unserer Freundschaft beschwöre ich Dich, gieb sie mir, stoße mich nicht zurück in den Schlamm, in dem ich rettungslos versinken muß, wenn sie mir nicht ihre Hand reicht!"
Er hatte mit glühender Leidenschaft gesprochen
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Heldenmut!) auf sie eindringen. Ein anderer Bilderbogen zeigt den Triumph der Chinesen zu Wasser nno zu Lande. In wilder Flucht rennen die europäischen Truppen nach der See zu, verfolgt von den chinesischen Massen. Bevor sie aber ans Wasser und zu den rettenden Booten kommen, werden sie von einer neuen chinesischen Abtheilung abgefangen und zusammgeschassen. Nur wenige können sich auf Booten retten, aber auch auf diesen gelangen sie nicht zu den Schiffen; denn die Chinesen schwimmen ihnen nach und schlagen sie tobt. Höchst sonderlich nimmt ich aus, wie zwei dicke Europäer in ihrer Todesangst mit solchem Nachdruck vom Ufer abgesprungen und, daß sie hoch über den Booten in den Lüften schweben und nach unbekannter Richtung weiter fliegen. Nun aber kommt erst die richtige Seeschlacht. Eine Anzahl Torpedos in verdächtiger Wanzenform schwimmen langsam auf die Schiffe los, aber biete Zerstörungsart ist einem besonders heldenmütigen Chinesen offenbar zu langsam. Er schwimmt daher den Torpedos voraus, kommt Yor ihnen an einem großen Kriegsschiffe an und bearbeitet dessen Panzer wutentbrannt mit Messerstichen. Das wird das Schiff wohl nicht lange ansgehalten haben. Nebenan fliegt bereits ein anderes in die Lust, in einer prächtigen Farbengarbe von Grün, Roth und Gelb. Leider beweisen die Chinesen nach ihren Siegen nur geringen Edelrnuth. Auf einem dritten Bilde schleifen sie die Gefangenen vor ein Gericht, bei dem würdige Mandarinen den Vorsitz führen. Die (Sefanganen tragen Ketten um den Hals; ein Admiral kniet, mit der Stirn den Boden klopfend, also Kotau machend, wie der Chinese sagt, vor dem Tribunal, und ein anderer wirb, am Boden liegenb, theils tobtgetreten, theils tobt- gestochen. Den einen Gefangenen transportirt man auf sonberbare Art zum Tempel ber Gerechtigkeit. Man hat ihm Hänbe unb Füße zusammengebunden, eine Bambusstange durchgesteckt und erspart ihm, indem man ihn auf eine allerdings nicht sehr bequeme Weise trägt, die Mühe selbstthätiger Fortbewegung.
Solche Bilderbogen werden in Massen in China verbreitet und erzählen den dummen Volke von den glänzenden Waffenthaten der Chinesen und der kläglichen Vernichtung der fremden Teufel.
(Nachdruck verboten.)
Treue.
Roman von Ada Dörner.
(Fortsetzung.)
Die Thüre fiel dröhnend hinter dem Major »s Schloß.
Noch am selben Vormittag ließ sich Hageners beim Major melden.
.Die Zeit meines Besuches scheint schlecht " begann Hagendars, als der Major, Mt ihn wie sonst herzlich zu begrüßen, •8 auffallend kühler Weise ihn bat, Platz zu Ahmen. „Sage es ganz offen, wenn ich Dir ‘»gelegen komme, Tu hast vielleicht Verdruß Nhabt und —"
„Nein, bitte," fiel ihm Stetten ins Wort, -öch war im Begriff, zu Dir zu gehen. Ich suchte mit Dir reden."
-Um so besser, eben deshalb komme ich auch. Stetten — um Gotteswillen — warum Du mich so finster an? Du hast Aerger t, und das erleichtert mir nicht gerade i, was ich Dir zn sagen habe. Ich komme mlich mit einer Bitte zu Dir — nein, unter- ch mich nicht — mit einer Bitte, von deren iüllung mein Lebensglück abhängt. Es ist um was ich Dich bitten will, sehr viel — bin gekommen, um Dich um die Hand :nei Tochter, um Margots Hand zu bitten!" hatte das hastig gesagt, wie einer, der er Sache nicht ganz gewiß ist.
Seine Augen suchten in dem Gesicht des jors zu lesen, aber das blieb wie aus
sie eine Expedition nach Singanfu senden wollten, den Kaiser und die Kaiserin-Wittwe zuignoriren und die Vicekönige einzuladen, rinen neuen Kaiser zu erwählen und der neuen Regierung die Unterstützung der Mächte zu leihen, bis sie konsolidirt sei.
wurde ausschließlich durch die Russen genommen, das erste, sowie die Forts am User, durch alle betheiligten Mächte gemeinsam. Die Stadt wurde nicht eingenommen; nur die Thore werden bewacht. Der Ort Ching-wan-tan wurde von den russichen Landungs-Truppen zusammen mit den anderen Kontingenten genommen. Die dort vorgefundenen Festungsgeschütze waren gut erhalten. Die Kolonne des Generals Zerpitzki ist,, von Peitang kommend, am 2. ds. vor Shan-hai-kwan eingetroffen. Der ganze Weg von Tongku bis Shan-hai-kwan ist von Russen besetzt. Die Amerikaner haben nach der Einnahme von Shan-hai-kwan jede weitere Theilnahme anden Operationen ab gelehnt. Auf der hiesigen Reede liegen 10 russische Kriegsschiffe. Ein Theil der russischen Truppen rückt nach dem Norden vor.
„Erfolge der Russen.
Die Ruffen unter Generalleutnant Subbotitsch nahmen am- 1. Octob er Mukden ein, nachdem die letzte chinesische Armee in der Mandschurei am 27. September bei Schischepu zersprengt wurde.
Auszeichnung des Kapitän Lans.
Der Kaiser von Japan hat dem Kapitän des „Iltis", Lans, die dritte Klasse des „Ordens der ausgehenden Sonne" verliehen. Auch einige andere deutsche Marineoffiziere wurden vom Kaiser von Japan dekorirt. Ueberhanpt scheinen, wie man der „Post" mit- theilt, die Beziehungen zwischen den japanischen und deutschen Marinen sehr freundlich zu fein; denn der Leichnam des beim Sturm auf Taku gefallenen japanischen Kapitäns wurde von den deutschen Schiffsbooten geborgen und den japanischen Schiffen überbracht.
Chinesische Bilderbogen.
Der „Köln. Ztg." sind aus Schanghai einige chinesische Bilderbogen zugegangen, die in renoin- mistischen Bildern die Heldenthaten der chinesischen Truppen und die vernichtenden Niederlagen der Europäer zu illustriren suchen. Tie „Köln. Ztg." beschreibt sie folgendermaßen.:
Sie sind in einer ungeheuren Verschwendung von gelber, rother und grüner Farbe gehalten, sodaß die Neuruppiner Fabrikanten vor Neid vergehen müssen. Auf dem einen Bilde sehen wir eine wilde Schlacht: In einem von europäischen Truppen besetzten Fort fliegt eine Mine in die Luft und zerstückelte Menschen- theile, Hände, Arme, Köpfe, werden heftig unb in wilbem Durcheinander gen Himmel geschleudert. Natürlich nehmen bie europäischen Soldaten Reißaus — einige stürzen sich als kühne Springer im Hechtsprung von den Mauern des Forts — aber nur, um vor dem Fort den Chinesen zum Opfer zu fallen, die aus allen Ecken unb Winkeln mit geschwungenen Säbeln unb prächtigen Bannern mit unvergleichlichem
Umschau.
Polnische Gegenminen.
In Galizien hat sich, wie der „T. R." geschrieben wird eine polnische Ansiedlungsbank gebildet. Eine Kommission von dort besichtigte dieser Tage in aller Heimlichkeit in der hiesigen Gegend eine Anzahl Güter, auch in den Ansiedlungen haben die Herren geweilt. In Posen haben dann Berathungen stattgefunden, denen namhafte polnische Landwirthe beiwohnten. Herr v. Jackowski, der ehemalige Vorsitzende der bäuerlichen Vereine, ist mit Ausarbeitung einer Denkschrift beauftragt worden. Die Bank will in erster Linie Galizien kolonisieren, sie wird aber auch den preußischen.Verhältnissen ihr Augenmerk zuwenden und die hiesige Parzellierungsthätigkeit finanziell unterstützen.
Die Meldungen von dem Umsichgreifen der Boxerbewcgung im Süden und in Schanghai ind äußerst beunruhigend, aber auch im übrigen Reich wächst die Befürchtung vor einem neuen Vorstoß der mit den fremdenfeindlichen Sekten vereinigten Regierungstruppen. Nachrichten aus Hankau besagen, daß ungefähr zweihunderttausend Mann chinesischer Truppen, mit modernen Waffen ausgerüstet, aus allen Theilen des Reiches gegen Singanfu vorrücken, um sich dem General Tungfuhsiang anzuschließen.
Man wird jedenfalls gut thun, sich über die baldige Beendigung der chinesischen Wirren keinen Illusionen hinzugeben.
Eine deutsche Niederlage?
Tie bereits gemeldete deutsche Recognoscirungs- Expeditivn südwestlich von Tientsin, wobei die Deutschen zwei Verwundete gehabt haben sollen, während ein den Zug begleitender japanischer Kuli den Tod fand, ist in einer Privatdepesche des „Standard" aus Tientsin vom 5. d. M. zu einer Niederlage der Deutschen aufgebauscht worden, die von 8000 Chinesen, wahrscheinlich Lihungtschangs Veteranentruppen, zum Rückzüge gezwungen worden seien. Amtliche deutsche Meldungen über diesen Vorgang sind noch nicht eingetroffen, werden aber stündlich erwartet.
Waffe nfunde.
Den „Daily News" wird aus Peking vom 28. September gemeldet: Nachforschungen des Dolmetschers der deutschen Gesandtschaft, Cordes, führten zur Entdeckung von drei Hinterlader-Kanonen neuesten Modells, sowie einer Menge anderer Waffen und Munition in einem Tempel der Stadt. Die Kanonen waren in einzelne Stücke zerlegt, um sie leichter verstecken zu können, es waren aber alle Theile vorhanden. Die Deutschen stellten die Theile der Kanone zusammen und vermehrten damit
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fln. i ben Europäern als sehr nothwendig bezeichnet, ja» bah die Verbündeten keinen Durchzug von 0 Truppen, Waffen und Dorräthen auf dem * üud Sanntfe nordwärts gestatten sollten, bis der EinrM Kaiser nach Peking zurückgekehrt sei. Bezeich- iftr. 35« »tob ist eine Auslassung des englischen Blattes 6 porttj .Shanghai Mercury", welches vorschlägt, mit . auf die Schwierigkeiten, welche die
ekti-^iirten zu überwinden haben würden, wenn