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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg and Kirchhai«
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Tschingwantao kein Zollhafen ist, sie sollte vielmehr die weitausholenden Pläne Detrings in Bezug aus die Bucht fördern. Diese Pläne gingen dahin, Tschingwantao zu dem größten, sichersten und bedeutendsten Hasen Nordchinas umzubauen. In dieser Gegend der Provinz Tschili, besonders bei den schon erschloßenen Kohlenfeldern von Kaiping und in der Nähe von Schanhaikwan, haben nämlich Bohrungen deutscher Bergkundiger gewaltige Kohlen- und Mineralschätze, vor allem an Kupfer und Eisen entdeckt, deren Erschließung die wirthschaftliche Zukunft Tsching- wantaos sichern sollte. Herr Detring hatte angeblich schon im vorigen Jahr Londoner Geschäftshäuser zur Finanzirung des gewaltigen Unternehmens gewonnen, und eines dieser Häuser hatte schon damals einen Ingenieur hinausgesandt, um die Bucht auf ihre Tauglichkeit zu prüfen und Vorschläge zur Ausgestaltung des Hafens auszuarbeiten. Wie weit seitdem das Unternehmen gediehen ist, entzieht sich unserer Kenntniß, immerhin ist es angesichts dieser Vorgeschichte Tschingwantaos von Interesse zu vernehmen, daß England laut jener „ Reuter Meldung den Ort als Winterstation für fein Geschwader ausgesucht haben soll.
De? Mörder des Herrn von Ketteler.
Nach einer Meldung der „Daily News" aus Peking ist der Mörder des Freiherrn v. Ketteler ein subalterner Mandschu-Osfizier, der zu den Mandschu-Truppen gehörte, welche unter Prinz Tuans Oberbefehl standen. Er ist 52 Jahre alt, gehört zur sechsten Rangklasse und trägt eine blaue Feder auf der Mütze. Er 'wurde vom Dolmetscher Cordes verhört und bekannte sich schuldig. Er sagte, sein Hauptmann habe ihm am Abend des 19. Juni befohlen, sechs Leute vom Lager zu nehmen, um in der Patamen-Straße Polizeidienste zu thun. „Dort sollte ich," so erklärte der Offizier, „die Befehle des Prinzen, ich glaube des Prinzen Tuan, ausführen. Diese Befehle lauteten: es ist Krieg, wenn Ihr einen Ausländer seht, erschießt ihn. Am Morgen that ich, was mir befohlen war. Ich trat hin zur Sänfte des Gesandten, feuerte und sah, daß der darin Sitzende totgeschossen war." Cordes erkannte den Mörder wieder nnd letzterer erkannte auch Cordes als den Insassen der zweiten Sänfte wieder, welcher verwundet entkam.
Einzelheiten.
Dem „Russischen Invaliden" zufolge haben die russischen Truppen im Laufe der Monate Juli und August tun den Chinesen im
Weinend barg sie den Kops in ihren Händen. „Zum Lügner und Wortbrüchigen machst Du Deinem Vater, zum Verräther an Heller — und forderst Erbarmen von mir;" — Ein furchtbarer Kampf tobte in seinem Herzen. Er liebte sein Kind über alles — aber seine gerade, ehrliche Natur sträubte sich in diesem Augenblick gegen die Vaterliebe, die ihn, den Ehrenmann, wortbrüchig machen wollte.
Er sah auf das Mädchen nieder, das still vor sich hinweinte. Ihr Anblick schnitt ihm in's Herz. Er fühlte klar und deutlich: es gab nur zweierlei für ihn, entweder er machte sein Kind für das Leben unglücklich — oder er brach sein Wort.
Da kam es wie ein Schrei furchtbarer Qual über Margots zuckende Lippen: „O Gott, warum mußte das über uns kommen?"
Wie eine drohende Anklage trafen diese Worte das Herz des Majors. Ja, warum war es soweit gekommen? Langsam, aber furchtbar und unerbittlich dämmerte in ihm die Erkennt- niß auf, daß ihn im letzten Grunde die Schuld an allem traf. — Warum hatte er mit seiner Erziehung jeden eigenen Willen seiner Kinder gebrochen? Warum hatte er nie danach gefragt, ob Margot Heller liebte? Warum hatte er über ihren Kopf weg sie ihm zur Gattin versprochen? Und da es einmal geschehen, warum hatte er sein Kind nicht bester gehütet? Er kannte ja Hagendorf so gut von seiner für Frauen nur allzu verführerischen Seite. Immer klarer und deutlicher sah es der Major — es hatte ja so kommen müssen, wie es gekommen war — er war daran schuld und hatte nun kein Recht mehr, seine Tochter zu einem Schritt zu zwingen,
Ganzen 144 Geschütze verschiedener Systeme, 1200 Pud Pulver und 26 Fahnen erbeutet und außerdem den Boxern eine große Zahl von Gewehren, Patronen und Fahnen abgenommen.
Der Vater der Baronin v. Ketteler, der Gemahlin des in Peking ermordeten deutschen Gesandten, ist in großer Besorgniß, weil alle nach der Baronin v. Ketteler angestellten Nachforschungen ergebnißlos geblieben sind. Der Vater hat in Folge dessen bei dem chinesischen Minister des Auswärtigen angefragt, um Nachrichten über den Verbleib seiner Tochter zu erlangen. Die Baronin v. Ketteler hat China im August verlassen, um sich nach Doko- hama zu begeben, wo sie ihr Bruder erwarten und nach Amerika bringen sollte. Seitdem ist keine Nachricht mehr von ihr bei ihrem Vater eingegangen. — Diese Mittheilungen stehen im Widerspruch zu verschiedenen früheren Meldungen, wonach Frau von Ketteler erst ganz kürzlich China auf dem Wege nach Japan verlaßen hat. Immerhin bedarf die Sache weiterer Aufklärung.
Umschau.
Aus Kiautschou.
mg. Im Hinblick auf die chinesischen Wirren ist es von Interesse, zu erfahren, daß im Schutzgebiete von Kiautschou die Befestigungsanlagen eifrig gefördert werden. Schon im Juni des Jahres waren zwei 12 ein - Batterien aufgeworfen und bestückt sowie ein Munitionsraum hergestellt. Auch die Kasernenbauten für das Seebataillon und die Artillerie waren ihrer Vollendung entgegengeführt. Zeitweilig war die Besatzung von Tsingtau durch die Entsendung von 1 Officier und 25 Mann nach Tientsin zum Schutze des dortigen Konsulats, sowie des Majors Christ mit 6 Osficieren und 240 Mann zur Unterstützung der in Taku gelandeten deutschen Streitkräfte bedeutend geschwächt. Durch die Ankunft unserer Regimenter in Ostasien ist aber eine weitere Gefahr für das Schutzgebiet völlig ausgeschlossen.
Die Nachrichten über den Gesundheitszustand der Europäer in Kiautschou, welche bis Juni reichen, lauten andauernd sehr gut. Weder die Besatzungstruppen noch die europäische Bevölkerung hatte über ernstliche Erkrankungen zu klagen. Besonders sind infektiöse Darmerkrankungen, namentlich Ruhr, in diesem Jahre bisher kaum aufgetreten. Unter den Besatzungstruppen kamen Todesfälle nicht vor; nur der Signalist Rohlf von S. M. S. „Irene"
der für immer ihr Lebensglück zerstören würde. Er mußte die Folgen seines eigenen Handelns tragen — er durfte fein Wort bei Heller nicht einlösen — es war die furchtbarste Erkenntniß seines Lebens, und der starke Mann, der bisher seinen Weg gerade und ehrlich durch die Welt gegangen war, an dessen Namen nicht der geringste Makel klebte, glaubte unter der Last, die heute auf seine Schultern gelegt wurde, zusammenbrechen zu müssen. Und das alles um Hagendorf's seines Freundes willen! — Warum war er zurückgekehrt und hatte den stillen Frieden dieses Hauses gestört?
Margot sah, wie es in ihrem Vater kämpfte. Das Schweigen war ihr qualvoller als alle seine Vorwürfe und sein aufbrausender Zorn.
Er stand von ihr abgewandt und starrte zum Fenster hinaus. Leise erhob sie sich und trat mit zaghaften Schritten auf ihn zu. Der Major fuhr aus seinem Sinnen auf. Er sah ihre schönen Augen mit einem angstvollen flehenden Blick auf sich gerichtet. „Vater, Vater — sprich nur ein einziges Wort — dieses furchtbare Schweigen ertrage ich nicht länger!" Aufschluchzend barg sie ihr Köpfchen an seine Brust.
Er richtete ihr thränenüberströmtes Antlitz zu sich empor, sah ihr ernst in die Augen und sagte:
„Du hast recht; so oder so muß ein Ende gemacht werden. Ich zwinge Dich nicht, Heller zu heirathen — aber ebenso wenig werde ich zu einer Heirath mit Hagendorf je meine Einwilligung geben! Hast Du mich verstanden?"
„Ja, Vater!" kam es tonlos von ihren Lippen. (Fortsetzung folgt.)
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weniger an eine gewaltsame Zurücksührung des Kaisers an den bisherigen Regierungssitz, als daran, ihn auf diese Weise endgiltig von der sremdenfeindlichen Clique zu befreien, die sich mit seiner Person deckt und so, vor Strafe gesichert, das Feuer weiter zu schüren sucht."
Lediglich der Kuriosität wegen sei folgende, nicht ernst zu nehmende Meldung wiedergegeben: Nach einer Petersburger Depesche suchte die chinesische Flotte in der Meerenge von Formosa den russischen, nach Shanhaikwan segelnden Kreuzer „Rurik" anzugreifen. „Rurigs" Geschwindigkeit hielt ihn aber außer Schußweite.
Die Vereinigten Staaten und die Note Delcasses.
Die Antwort der Vereinigten Staaten auf die Note Delcaßes ist in großen Zügen nahezu festgestellt und dem diplomatischen Korps in Washington bereits mitgetheilt. Danach ist es möglich, daß die Vereinigten Staaten dem Verbote der Waffeneinfuhr nach China so wenig zustimmen können als der Aufrechterhaltung ständiger Schutztruppen in den Gesandtschaften in Peking und der dauernden Besetzung der Verbindungslinien zwischen Peking und Meer. Die beiden letzten Vorschläge könnten die Möglichkeit einer Besetzungvon Gebietsteilen im Gefolge haben. Man glaubt zu wiffen, daß, selbst wenn die Regierung den beiden Maßregeln geneigt sei, sie doch wünschen werde, die Beschlußfassung darüber dem Kongresse zu überlassen. Diese Gesichtspunkte sind nur bekanntgegeben, um den Vertretern der anderen Mächte einige Fragen anzudeuten, die man bei der Beantwortung der französischen Note in Erwähnung zu ziehen hat.
Zur Winter st ation für das englische Geschwader
im Golf von Petschili foll nach einer „Reuter"- Meldung Tschingwantao umgeschaffen werden. Die Lertlichkeit, um die es sich handelt, dürfte, fo schreibt die „Köln. Ztg." auf keiner Karte zu finden sein, denn Tschingwantao ist nicht etwa eine Stadt oder ein ausgebauter Hafen, sondern eine kleine Felseninsel am äußersten Ostende einer Bucht, etwa 20 Kilometer von Schanhaikuan und 15 Kilometer von dem Punkt gelegen, der auf den Karten als Rocky Point bezeichnet ist. Tschingwantao soll fast ganz eisfrei sein, nur für einige Tage pflegt das Meer in der Nachbarschaft *zu gefrieren. Der Ort ist eine Entdeckung des bekannten, im chinesischen Zolldienst angestellten Deutschen Herrn Detring, der Li-Hung-Tschang auf feiner Reise durch Deutschland begleitete. Herr Detring ist auch im vorigen Jahr zum Zollinspektor von Tschingwantao ernannt worden; die Ernennung hatte jedoch keinerlei praktische Bedeutung, weil
gegenübergetreten war, machten ihn einen Augenblick rathlos. Das war offenbar keine raschverfliegende Mädchenschwärmerei — hier glühte eine tiefe, mächtige Leidenschaft, die aus dem stillen, folgsamen Mädchen ein Weib gemacht hatte, das für seine Liebe muthig eintritt und ihr Recht auch gegen eine Welt verficht.
Wie eine Zentnerlast legte sich diese plötzliche Erkenntniß auf das Herz des Majors. Wie war es denn möglich, daß er fo blind gewesen war — wie hatte das alles so schnell kommen können?
Und doch — es konnte ja nicht sein — er hatte Heller sein Wort gegeben, und noch war er hier Herr im Hause und konnte unerbittlich Gehorsam verlangen.
Er wandte sich Margot wieder zu.
„Ob Du nun Heller liebst oder nicht, Du wirst ihn heirathen!"
„Das werde ich nie thun, Vater!" Zum ersten Male sah es der Major in den Augen seines Kindes trotzig aufleuchten. Es war nur ein Augenblick, aber er fühlte, wie sich sein Herz unter diesem Blick zusammenkrampfte.
„Ich sage noch einmal, Du wirst es thun; oder magst Du es, Deinem Vater den Gehorsam zu verweigern?" Seine Stimme bebte vor Schmerz und Zorn.
Da war es um Margot's Faffung geschehen. Sie fühlte den Riß, der sich klaffend zwischen ihr und ihrem Vater aufthat und über den es keine Brücke mehr gab.
„Vater, Vater!" schluchzte sie auf, „fordere alles von mir, was Du willst — nur das eine nicht; ich kann es nicht thun. Habe Erbarmen mit Deinem Kinde;"
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j-gtiir das 4. Quartal 1900
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den Bestellungen auf die „Lberheff. nebst ihren Beilagen von unserer »kdition (Markt 21) unseren Ausgabestellen Kirchhain und Neustadt, sowie von n Postanstalten und Landbriefträgern ent; -genommen. Die „Oberhessische Zeitung"
W nicht Herr der Lage ist, und tz die Kaiserin - Regentin und der Hof n noch weiter von Peking entfernen wollen, mit er nicht dorthin zurückkehren könne. r einer Londoner Privatdepesche wird sogar huptet, daß der Hof mit den Edikten nur :it gewinnen wollte; er habe unterdessen seine twitfräfte reorganisier und sei mit ganzer iacht und allen angeblich degradirtey hohen timten nach Singansu gezogen, weil er sich ti stark genug znm Widerstande halte. Gleich- ch ist folgende Meldung mit Vorsicht aufzu
Die Wirren in China.
Zur diplomatischen Lage.
Wichtige neue Nachrichten aus China liegen tute nicht vor. Es bestätigt sich, daß der unefifche Hof von Taiyuenfu nach Sianfu (oder stnganfu) übergesiedelt ist. Diese Nachricht ist atürlich nicht geeignet, daß Vertrauen in die iufrichtigkeit der chinesischen Regierung zu be- stigen. Das Edikt, das die Uebersiedelung te Hofes anordnet, soll vom 29. September jtirt fein. Wenn dieses Datum richtig ist, so Äre der Entschluß der chinesischen Regierung, ch noch weiter ins Innere zurückzuziehen aller- >»gs gefaßt, ehe man in Taiyuenfu Kenntniß Bte von dem Antworttelegramm Kaiser gilhelms, in welchem dem Kaiser Kwangsü ßdegelegt wurde, nach Peking zurückzukehren jtb sich unter den Schutz der verbündeten
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itweraK Mächte irre zu führen. Wenn man ein- al diesem Gedanken Raum giebt, so entsteht ei weitere Verdacht, daß Kaiser Kwangsü
h yj imppen zu stellen. Allein auf chinesische toten ist wenig Verlaß. Aucb in London aiebt’ am dem Argwohn Ausdruck, die p.streften- inesnchen Edikte nur bestimmt gewesen seien,
, .3Rit der Möglichkeit, auf Singanfu Vordringen 3-_> müssen, wird in deutschen militärischen Kreisen arburg: Mm seit einiger Zeit gerechnet. Man denkt dabei
idstch 'stet nach wie vor 2 Mark, durch die Post bk' urg, q Men 2.25 Mk. vierteljährlich.
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$ne Weile schwieg er und blickte wie un- ’ifig zum Fenster hinaus. Der Muth und Entschlossenheit, mit der Margot ihm eben
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?titen eines Einwandes dagegen erhoben, te ist es nicht so? Du hast Hellers Auf- Esamkeiten entgegengenommen und kanntest Absichten. Nicht Du, sondern ich habe ^echt zu fragen, warum hast Du das ge-
ich glaubte, Du liebst ihn. Du hast Wunsch erkannt, Du hast nicht den
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6^^£.Unt) glaubst Hagendorf zu lieben?" Ein ’ueH» ödender Hohn lag in dem Ton seiner Frage. -Ja, Vater; vom ersten Augenblick an, als Hagendorf in unserem Hause sah, habe ich
(Nachdruck verboten.)
I® Treue.
" Roman von Ada Dörner.
?! (Fortsetzung.)
M.»Vater, warum hast Du das gethan!" kam Michluchzend von Margots Lippen.
|L®ie ein Messer traf ihn die Frage des Wienden Mädchens.
K,2Barunt? — Weil ich Dein Glück wollte.
uaß pcy visyer zeoerzeir au [einen wunjcqen Wk? «nlos gefügt hatte.
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*er je seine Absichten kreuzen könne.
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