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brachten, die den christlichen Nationen llUl rnügt. Wollen Euere Majestät Ihren kaiserlichen
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„Nun, was haben Sie mir denn mitzu- theilen?" fragte der Major, als sie in seinem Zimmer allein waren. — „Sie strahlen ja förmlich vor Freude!"
„Ich habe alle Ursache dazu, verehrter Herr Major, es handelt sich um meine Zukunft," entgegnete Dr. Heller in freudiger Aufregung. „Professor Oschmann machte mir heute die Mittheilung, daß er bald seine Stellung als Direktor der Nervenklinik niederlegen wird und mich als Nachfolger in Vorschlag zu bringen gedenkt. Sein großer Einfluß, welchen er in maßgebenden Kreisen besitzt, berechtigt mich zu der Hoffnung, daß diese Empfehlung nicht wirkungslos bleiben wird."
„Das verdienen Sie! Da gratulire ich von ganzem Herzen!"
„Aber ich hege noch einen anderen, viel innigeren Wunsch, Herr Major, von deffen Erfüllung mein ganzes Lebensglück abhängt."
„Mein lieber Doktor," entgegnete Stetten mit Wärme, indem en dem langjährigen Hausfreunde fest und innig die Hand drückte, ich er- rathe Ihren Herzenswunsch, der ja auch der meinige ist. Doch Margot ist noch zu jung, und der Schritt, den Sie thun wollen, ist zu ernst. Warten Sie darum ruhig noch die Zeit ab, bis Ihre feste Anstellung erfolgt. Margot ist Ihnen ja herzlich zugethan. Sie kennt unsere Pläne und ist Ihnen sicher, auch wenn Sie noch nicht verlobt sind."
„Und doch möchte ich von Margot selbst Gewißheit darüber haben, Herr Major! Mich quält eine beständige, unbestimmte Furcht, daß alles noch anders kommen könnte. Ich zittere vor dem Gedanken, daß ich mein Glück verlieren
M dazu leihen und hierbei die U n t e r st ü tz u n g rrBertreter aller beleidigten Nationen enehmigen, so erkläre Ich Mich Meinerseits da- t einverstanden. Auch würde Ich die Rück- ir Euerer Majestät begrüßen. Mein General-Feld- erschall Graf v. Waldersee wird den Befehl erhalten,
meinte er in Margots Augen ein plötz- -s Aufleuchten zu sehen — oder er hatte sich
30. September 1900. An den Kaifer von China.
7. Kapitel.
Acht Tage später kam Dr. Heller bei Stetten ' und ersuchte den Major um eine Unter- Ung unter vier Augen.
könnte, wenn ich es nicht offen vor der Welt als das meine bezeichnen und schützen kann."
„Unnöthige Sorgen, lieber Heller! Sorgen, wie sie die Jugend sich so gern macht, weil sie die wirklichen Sorgen des Lebens noch nicht kennt! Ich stehe Ihnen für meine Tochter!"
Der Major reichte Heller die Hand und schnitt damit, wie es seine kurze militärische Art war, jede weitere Erörterung ab.
Im selben Augenblick wurde die Thür auf- geriffen, und Gretchen stürzte freudestrahlend ins Zimmer.
„Papa! Papa! eine Einladung von Herrn von Hagendorf zum nächsten Sonnabend. Und hier noch eine für Dr. Heller. Ich habe sie dem Diener, der um die Adresse fragte, auch gleich abgenommen. Wir gehen doch alle hin, nicht wahr?"
„Gewiß, wenn Du bis dahin recht artig bist, kleiner Irrwisch!"
„Aber Papa! Du behandelst mich noch immer wie ein kleines Kind!"
Sie hob sich auf die Spitzen der niedlichen Füßchen und zauste ihn an dem grauen Bart. „Derdirb's nur nicht mit mir, sonst sticke ich Dir auch nie wieder so hübsche Pantoffeln!"
„Schreckliche Drohung!" lachte er und streichelte ihre rosigen Wangen. „Sei aber beruhigt, Du darfst zum ersten Male Dein Stumpfnäschen in die Welt der Geselligkeit strecken, obschon Kinder gar nicht unter große Leute paffen."
„Mit sechzehn Jahren — und ich werde bald siebzehn — ist man kein Kind mehr, sondern eine junge Dame," schmollte Gretchen.
iarte§, ffrifch, weich leint, r mit:
Ermordung des Ges andten Frhrn. v. Ketteler
angestellten Untersuchung:
Nachdem der chinesische Unteroffizier, der den tödtlichen Schuß auf Herrn v. Ketteler abgegeben, bei dem Derfuch, die Uhr des Ermordeten zu verkaufen, erkannt und von japanischen Soldaten festgenommen worden war, wurde er auf Antrag der deutschen Vertretnng unseren Truppen ausgeliefert. Am 21. Sept, fand seine letzte Vernehmung statt; in derselben sagte der Verhaftete aus, am 19. Juni, Nachmittags, hätte er und feine Leute von einem Prinzen den Befehl erhalten: „Schießt die Fremden nieder, wenn Euch welche zu Gesicht kommen!" Der Mörder bestreitet, daß der Beseh! lautete, auf einen Gesandten oder im besonderen auf den deutschen Gesandten zu schießen. Ebenso will der Mörder nicht angeben können, von welchem Prinzen der Befehl, auf die Fremden zu schießen, ertheilt worden ist.
Einzelheiten.
Von der ostasiatischen Nachrichten-Expedition des Deutschen Flotten-Vereins ist heute Morgen folgendes Telegramm bei uns eingetroffen:
Taku, 30. September. Die submarine Kabelverbindung zwischen Tschifu und Tsingtau ist vollendet und dem Betriebe übergeben. Damit ist das deutsche Schutzgebiet von Kiautschou unmittelbar an das internationale Kabelnetz angegliedert. Seitens des Oberkommandos der englischen Truppen ist die Legung eines besonderen Telegraphen von Peking nach Tientsin einer Privatfirma in Auftrag gegeben.
Des zweite ost asiatische Infanterie- Regiment mit der gesamten Artillerie soll morgen den Vormarsch von Tientsin in westlicher Richtung nach Paotingfu antreten.
— Laut telegraphischer Mittheilung ist S. M. S. „Geier", Kommandant Korvetten-Kapitän Peters am 29. Septbr. in Taku angekommen.
etzten, von dieser Auffassung nothgedrungen zurückkommen müssen. In dieser Beziehung cheint die kaiserliche Depesche durchaus geeignet, die jetzt noch manchmal vermißte Klarheit und llebereinstimmung herzustellen. Auch insoweit erwirbt diese Kundgebung des deutschen Kaisers sich ein Verdienst, als sie laut und deutlich einen Standpunkt betont, den man mehrfach zu verwischen gesucht hat. Nicht nur um die Ermordung des Frhrn. v. Retteler handelt es sich, sondern auch ganz abgesehen von der Hinschlachtung Tausender von chinesischen Christen um den Tod und die Marterung von — man darf wohl fügen — Hunderten von Ausländern, die allen Nationen angehören und deren Andenken um Sühne schreit. Nicht nur enge deutsche Interessen vertritt somit der Kaiser, sondern die Jntereffen aller civilisirten Nationen, die durch die chinesischen Greuelthaten verletzt worden sind.
Ueber eine Cirkularnote Frankreichs an die Mächte wird der Londoner „Morning Post" aus Wien und Paris gleichzeitig solgendes gemeldet.
Die Note stimmt dem Cirkularschreiben Bülows bei, indem sie die absolute Nothwendigkeit der Satisfaktionserlangung für den Mord eines europäischen Diplomaten und den Angriff auf die Legationen anerkennt. Doch während Vergeltung gefordert und wenn nöthig, mit Waffengewalt erzwungen werden würde, könnten die europäischen Gesandten in Peking sofort Verhandlungen'über die anderen Fragen mit Prinz Tsching und Li-Hung- Tschang beginnen. Dieselben beträfen die materiellen Indemnitäten, welche den Staaken, Missionen, industriellen Gesellschaften und Individuen für den während der jüngsten Ereigniffe angerichteten Schaden zukämen, sowie die Garantien gegen die Wiederholung ähnlicher krimineller Aktionen. Die Note schlägt daher dauernde Fortsetzung des Einsuhrverbots für Waffen und Munition in China, die Schleifung der Befestigungen zwischen Peking und dem Meere und die Bewachung der Legationen durch eine dauernde Militärbesatzung vor. Die Note schließt, Rußland stimme mit dem Text der Note absolut überein und die Prinzipien derselben seien von Deutschland in Unterredung mit dem französischen Gesandten in Berlin vorbehaltlos a c c e p t i r t. Japan sei in derselben Lage wie Deutschland. Die Note wurde ferner mit Rücksicht auf die prompte Beipflichtung Englands aufgesetzt, worauf die Verhandlungen in China sofort beginnen können.
Wenn fich diese Nachricht bestätigt, so wäre ja endlich eine Einigung der Mächte zu erwarten.
Eine in Berlin eingegangene amtliche Meldung aus Peking vom 23. September berichtet über das vorläufige Ergebniß der wegen der
Die Wirren in China.
ßin Telegramm unseres Kaisers.
Umschau.
Zu den Posener Ministerkonferenzen fchreibt das „Posener Tageblatt":
„Nicht darin liegt der eigentliche Werth jener Besprechungen, daß ein bestimmtes Programm aufgestellt worden ist, welches die wirthschaftliche und ideelle Kräftigung des Deutschtums bezweckt, sondern in der Erkenntnis; der Minister, daß unbedingt der Staat seine volle Macht einsetzen muß, damit die Ost- markeu nicht nur dem Namen nach, sondern de facto preußische Provinzen sind. Von dieser hohen Warte
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(Nachdruck verboten.)
Treue.
Roman von Ada Dörner.
(Fortsetzung.)
Frist
39.
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Lp!fe Eie. Goldig fluthete das warme Sonnenlicht tuniei. ihr rothblondes Haar.
nicht nur Euere Majestät nach Rang und Würde ehrenvoll zu empfangen, fondern auch Euerer Majestät jeden militärischen Schutz gewähren, den Sie wünschen und dessen Sie vielleicht auch gegen die Rebellen bedürsen.
Auch Ich sehne Mich nach Frieden. Aber nach dem Frieden, der die Schuld sühnt, das begangene Unrecht in vollen Umsang und nach jeder Richtung wieder gut macht und allen Fremden in China volle Sicherheit bietet an Leib und Leben, an Hab und Gut, besonders aber zu freier Ausübung ihrer Religion.
Wilhelm I. R.
Mit großer Genugthuung' darf man die Antwort unseres Kaisers begrüßen. Mit unbe- nngtem Nachdruck besteht er darauf, daß die Mörder die Schandthat büßen müssen; mit Recht verweist er darauf, daß es Kennzeichen der modernen Civilisation sind, daß man die Vertreter sremder Mächte als unverletzlich betrachtet und Fremden und Einheimischen Religionsfreiheit zusichert. Die Antwort des Kaisers ist von wohlthuender Festigkeit und principieller Entschiedenheit. China soll kein Haar gekrümmt werden, wenn es Geuugthuung in vollem Umfange gewährt. Ceremoniale Opfer genügen hier nicht; mit solchen kann man China unmöglich für seine begangenen Schandthaten entwischen lassen. Will China in die Reihe der civilisirten Mächte eintreten, so muß es die unerläßlichen Bedingungen: Gesandten- und Fremdenschutz erfüllen. Will es bei feiner „chinesischen Mauer" bleiben, so kann man nichts dagegen einwenden, kein Volk braucht sich eine fremde Invasion gefallen zu lassen. China selbst aber hat die Fremden gerufen, weil es mit seinen Empörern nicht fertig werden konnte; es hat dann Gesandtschaften eingerichtet, Niederlassungen gebilligt und ist «bamit in den Kreis moderner civilisirter Anschauungen eingetreten. Wenn dann doch die Fremden gemordet werden, so muß die volle Verantwortung nach den Bestimmungen des die civilisirten Nationen verbindenden Völkerrechts übernommen werden. Das ist auch der Standpunkt des Kaisers. Nach seinem Brief zu urtheilen, wird er ihn unnachsichtig festhalten. Das deutsche Volk und die gebildete Welt stehen hierbei auf seiner Seite.
Als eine Folge der kaiserlichen Depesche betrachtet es die „Köln. Ztg.", daß nunmehr auch für alle anderen Mächte vollste Klarheit geschaffen werden wird über die Absichten, die China wirklich beseelen. Denn wenn der kaiserliche Brief ausweichend beantwortet wird, oder wenn, den Versprechungen die Thateu nicht nachfolgen, so werden auch diejenigen Mächte, die bisher noch ein gewisses Vertrauen in den guten Willen und die Ehrlichkeit der Chinesen
jffionare, Frauen und Kinder vor den Thron Gottes *131] xeten, die um ihres Glaubens willen, der auch der eurige ist, unter Martern gewaltsam gestorben sind dalsAnkläger Euerer Majestät erscheinen. Zeichen die von Euerer Majestät be- chlenenTrankopser für alle diese Un-
„Ein Backfisch ist man und laust bei solchen Gelegenheiten wie ein verlorenes Kind herum."
„O, ich werde mich schon köstlich amüsiren!
Dr. Heller ist ja auch da."
„Ich glaube nicht, Fräulein Gretchen. Es war ja sehr liebenswürdig von dem Baron, mich auch einzuladen, aber ich stehe ihm doch zu fremd gegenüber, um diese Einladung annehmen zu können."
„Sie dürfen ihn durch keine Ablehnung kränken. Das gebe ich nicht zu," entgegnete der Major. „Der Baron weiß, daß Sie bei uns wie ein Sohn im Haufe sind, und zählt Sie deshalb ebenfalls zu seinen Freunden. NehnKn Sie an, und wärs nur mir zu lieb,"
So gab Heller gezwungen seine Zustimmung- Hagendorf war ihm unsympatisch, ohne daß er felbst zu sagen wußte, weshalb. Er kannte den Mann nicht und hatte ihn, anßer an dem Morgen bei Stetten, niemals gesehen. Und doch hegte er seit diesem Tage eine unüberwindliche Abneigung gegen Hagendors im Herzen.
„Also es bleibt bei dem Versprechen. Sie begleiten uns?" wiederholte Stetten.
Heller reichte nochmals dem Major die Hand, dann ging er mit einem seltsamen Gefühl der Beklommenheit. Hätte er nur noch vorher mit Margot sich aussprechen können, es war ihm, als ob dann alles gut sein würde.
Vergebens kämpfte er gegen die innere Unruhe, die ihn erfaßt hatte.
Mit gewinnender Herzlichkeit begrüßte Hagendorf seine Gäste.
(Fortsetzung folgt.)
- Auf das von uns gestern mitgetheilte Schreiben IlCtfl j Kaisers von China an unseren Kaiser hat sbeul-l , Letztere mit nachstehendem Telegramm ge-
1 ür das 4. Quartal 1900
1 xden Bestellungen auf die „Lberheff. I ifUttfl" nebst ihren Beilagen von unserer L Histon (Markt 21) unseren Ausgabestellen A Kirchhain und Neustadt, sowie von
1 m Postanstalten und Landbriefträgern ent- W egenommen. Die „Oberhessische Zeitung" —T et nach wie vor 2 Mark, durch die Post be- rns, en 2.25 Mk. vierteljährlich.
est.Cti dtach einer Weile brach Hagendorf auf. tzenpft Uf die freundliche Einladung des Majors hin ^ach er, recht oft zu kommen.
selben Augenblick trat das Mädchen die Schwelle. Hagendorf erhob sich. Eine , schmale Hand legte sich in die seine, und i paar große, fragende Augen blickten voll zu auf.
Hagendorf war überrascht von der Schön- >t Margots. Die hohe, schlanke Gestalt mit feinen Kopf, um den sich eine Fülle weichen landen Haares schmiegte, das zarte, blasse .t mit den großen verschleierten Augen, ir das die kleine Margo^von früher?
ier ” Nur zögernd ließ er ihre Hand aus der
ulkigen aus? .. ,
Ich mache nicht Euere Majestät persönlich >rantw örtlich für die Unbill, welche gegen die M allen Völkern für unantastbar geachteten Gesaiidt- n verübt, noch für die schwere Kränkung, welche dielen '.Rationen, Konfessionen und den Unteren Euerer Majestät, die Meinem christlichen den angehören, zngesügt worden ist. Aber die thgeber des Thrones Euerer Majestät, die . ..„ttn, auf deren Häuptern die Blutschuld
niwer Verbrechens ruht, das alle christlichen
itionen mit Entsetzen erfüllt, müssen ihre chandthat büßen, und wenn Euere ajestät sie der verdienten Strafezn- ihren, so will Ich dies als eine Sühne
L. G** Hagendorf schien zerstreut und hörte nur reidboi llb auf das, was der Major erzählte. Es ft 'Teil ihm schwer sich zu sammeln; immer nlnsf*. 2l>er schweiften seine Blicke zu Margot hin- . laarX ’fr. die in der Fensternische Platz genommen
Ich, der deutsche Kaiser, habe das Telegramm 'älajestät des Kaisers von China erhalten.
Ich habe daraus mit Genugthuung ersehen, daß
-ere Majestät bestrebt sind, die schändliche, jeder W, nitui hohnsprechende Ermordung eines Gesandten nach Gebrauch und Vorschrift I II rei Religion zu sühnen. Doch kann Ich als • I* Mer Kaiser und Christ diese Unthat durch N AJ xankopfer nicht als gesühnt erachten. , ... bcn Meinem ermordeten Gesandten ist eine große ' hl von Brüdern christlichen Glaubens, Bischöse,
Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mt., Encheim täglich auner an Wertragen nacy um) Feiertags.
bei allen Postämtern 2,25Mk. (excl. Bestellgeld). JylUlVUlH Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Souatagsblatt. ZF c^nfirQ
JusertionKgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg, i 1 nnn Druck und Verlag: Joh. Ang, Koch, UniversilätS-Buchdrnckerei ) »•
Reclamen: die Zeile 25 Pfg. LwNMrMff, 4. iJIIUDCr lyUU. Marbnro Markt 21. - Televbon 55