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Mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Tas neue Vierteljahr

Lrigiualberichte aus China

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5. Kapitel.

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(Fortsetzung folgt.)

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in Marburg und der näheren Umgebung erscheinenden Zeitungen hat, kann sie als Jnsertionsorgan bestens empfohlen werden.

Der Abonnementspreis der .Oberhessischen Zeitung" beträgt wie bisher bei allen Postämtern 2,25 Mk., in der Stadt Marburg 2 Mk. pro Quartal.

Redaction und Verlag der .Oberhessischen Zeitung".

ist ja eine glückbringende Begegnung auf der Schwelle meines Hauses."

Jetzt erkannte der Baron auch seinen Neffen und auf ihn zueilend, umarmte er ihn herzlich. Hast mir vielFreude gemacht, mein Junge, ich kann stolz aus Dich sein."

Lieber Onkel, ich that ja nur meine Pflicht. Doch sei vor allem herzlich willkommen in der alten Heimath! Schade, daß Du uns so über­rascht hast, wir wollten

Den üblichen Empfang bereiten?" unter­brach ihn Hagendorf.Gerade den wollte ich umgehen. Ich mags nicht leiden, daß die Diener­schaft auf Kommando Freude heucheln muß, während sich doch jeder im Stillen ärgert, daß es mit dem bequemen Schlaraffenleben nun zu Ende ist.

Du siehst doch zu schwarz lieber Hagendorf. Es giebt noch treue und anhängliche Menschen, lenkte Stetten ein.

Daran zweifle ich nicht," entgegnete Hagen­dorf mit einem verbindlichen Lächeln zu seinem Sekretär gewendet, haben wir doch hier den Beweis dafür."

Der Baron winkte jetzt dem Sekretär, näher­zutreten, und machte ihn mit den beiden Herren bekannt.

Sein Sekretär mochte etwa fünfzig sichre zählen. Aus den scharfen Zügen seines Gesichtes sprach große Intelligenz. Er vereinigte mit vollendeten Umgangsformen die Bescheidenheit eines Mannes, der sehr wohl eine bestimmte Grenze zwischen sich und den auf höherer Rangstufe Stehenden zu beobachten weß.

denklich:

Das alles ist mir kaum als Derdienst zurechnen, Herr Major. Mich beherrschte Sehnsucht, nicht auf den unteren Stufen

Ich verdanke dem Oheim sehr viel, oder eigentlich alles," stimmte Leo bei, aber ein leichtes Zucken um seine Mundwinkel verrieth, daß es ihm unangenehm war, an diese That- sage erinnert zu werden.

Er kann aber auch mit Recht stolz sein auf Sie," fuhr Herr von Stetten fort, nachdem sich beide unter eine mächtige Linde gesetzt hatten. Sie haben nun schon das juristische Doktor- diplon erworben. Sie sind nach sehr jung und arbeiten bereits im Ministerium, fast möchte ich sagen, daß Sie ihrer Jugend gar zu wenig Konzessionen machen.

Kronek blickte den zarten Rauchwölkchen seiner Zigarette nach und erwiderte dann nach-

Die Wirren in China.

Zur Lage.

DieTimes" hat in außerordentlich scharfer Weise zu Gunsten des deutschen Borschlags Stellung genommen. Das findet, wie dieKöln. Ztg." schreibt, in Berliner diplomatischen Kreisen um so mehr Beachtung, als sich diese Stellung­nahme mit der Stimmung der großen Mehrheit der englischen Blätter deckt, und wir nicht immer gewohnt sind, die deutsche Politik in derTimes" in wohlwollender Weise beurtheilt zu sehen. Bezüglich der Führung der Untersuchung gegen die verdächtigen Großmandarinen befürwortet dieTimes" eine gründliche Feststellung des Sachverhalts vor einem unabhängigen Ge­richt, das zwar Chinesen als Zeugen vernehmen, aber keinen Chinesen als Beisitzer haben soll. Bekanntlich ist der deutsche Vorschlag ganz allgemein gehalten und geht auf keine gerichtliche Prozedur und dieselbe be­treffende Einzelheiten ein. Diese werden erst später feftgestellt werden müssen; es dürften aber, zum mindesten soweit Deutschland in Be­tracht kommt, keine Bedenken bestehen, sich dem von derTimes" befürworteten Verfahren an­zuschließen.

Die Nachricht, daß Rußland die Mand­schurei annektirt habe, war in Paris nicht unerwartet, hat aber dennoch unangenehm überrascht. Man findet allgemein, Rußland hätte keine Annexion im Norden vornehmen sollen, da sich Frankreich genau an die Ab­machung der Mächte gehalten habe, wonach das chinesische Gebiet nicht mehr angetastet werden soll. Die russische Annexion sei um so bedenklicher, bemerkt Amouretti imSoleil," als die Mandschurei die Wiege der Dynastie sei. DerMatin" sagt, dieser Akt Rußlands werde noch Gegenstand von Verhandlungen sein und könne nicht als definitiv betrachtet werden. DerTemps" theilt die Nachricht über die Annexion mit, ohne sie zu beurtheilen. Andere Blätter sehen bereits eine Theilung des ganzen chinesischen Reiches unter die Mächte voraus.

Militärische Maßnahmen.

Nach Pariser Meldungen zeigt sich Frank­reich, wie Delcasses Umgebung versichert, voll­kommen bereit, mit den übrigen resolut vor­gehenden Mächten, also in erster Linie mit Deutschland und Japan, die Jsolirung des von Tuan kommandirten kaiserlichen Haupt­quartiers rasch herbeizuführen. Man wird zu­nächst die Poatingfu mit Südchina verbindende Telegraphenlinie zerstören, so daß Tuan von Schansi aus nicht mehr mit den Vizekönigen

Staatskarriere stehen zu bleiben.

Ja, ja, der Ehrgeiz! Er ist eine mächtige Triebfeder. Ich kann es Ihnen nachempfinden, mein lieber, junger Freund! Wäre auch nicht beimMajor" stehen geblieben, wenn mir das Schicksal nicht einen Strich durch mein Streben gemacht hätte. Aber der unselige Sturz mit dem Pferde da hieß es seinen Abschied nehmen. Und nun müssen mir meine beiden Mädels die Grille vertreiben. Doch nun zur Sache! Da Hagendorf als Rekonvaleszent zurückkehrt, glaube ich, daß wir gut thun, vor­läufig von jeder aufregenden Festlichkeit Ab­stand zu nehmen. Doch da Sie ja mit Ihrem Oheim in steter Korrespondenz stehen, werden Sie ein richtigeres Urtheil haben als ich."

nicht in her Lage sind, dem Ex-Präsidenten zu gestatten, daßaer den Inhalt der Schatzkammer und der Archive des Transvaals mit sich führt. Das Gegentheil würde einen Neutralitätsbruch bedeuten. Wird Krüger als ein Privatmann angesehen, so hat er natürlich keine Spur von Recht, irgend etwas sortzuschleppen, was ihm nicht gehörj, wärend wir in jeder Weise absolut berechtigt sind, von Portugal und Holland zu ver­langen, daß sie ihn verhindern, etwa Derartiges zu thun. Ter beste Ausweg für die portugiesischen Behörden, um unerfreuliche Kontroversen zu ver­meiden, würde wahrscheinlich der sein, alles und jedes Staatseiaenthum in den Händen flüchtiger Transvaaler zu sequestriren, bis die Frage der Eigenthnms-Be- rechtigung endgültig entschieden worden ist. Jedenfalls kann niemand von uns erwarten, daß wir ruhig zu- fehen, wie der frühere Präsident der Südafrikanischen Republik oder seine früheren Untergebenen sich gewisse Sachen aneignen, deren Besitz von den größten Folgen für uns sein muß, und aus welche Krüger oder andere Transvaaler auch nicht mehr einen Schatten von Anspruch haben.

Diese Spekulation ist so übel nicht, sie schließt sich würdig dem bisherigen Verhalten der Engländer an. Eines Kommentares be­dürfen die Auslassungen derTimes" nicht, und es bleibt nur abzuwarten, auf welche Weise diese interessante Frage ihre Erledigung finden wird. Das Eine weiß man in London bereits ganz genau, daß Holland ganz gewiß nicht für irgend welche.Henkersdienste zu haben ist, und wenn England das Recht zu haben glaubt, Krüger des unberechtigten Besitzes von Staats­geldern oder Dokumenten zu bezichtigen, so hat Krüger viel mehr Recht auf seiner Seite, wenn er einfach antwortet, daß Transvaal noch lange nicht unterworfen und der Krieg überhaupt noch längst nicht beendigt ist. Mit Recht weist übrigens die Afrikanderpreffe darauf hin, daß die kämpfenden Buren solange die Rechte einer kriegführenden Macht beanspruchen können, solange nicht sämmtliche kriegsgefangenen Buren von den Engländern freigelassen werden. Be­merkt fei bei dieser Gelegenheit, daß die Buren, um einer gewaltsamen Beschlagnahme des Staats­archivs zu entgehen, bereits vor einiger Zeit photographische Kopien der wichtigsten und kompromittirendsten Schriftstücke angefertigt haben. Ein Theil derselben ist in Transvaal vergraben, ein anderer Theil befindet sich in Händen von Vertrauensmännern der Transvaal- Republik.

An militärischen Operationen ist nur zu erwähnen, daß nach einem Reutertele­gramm aus Vryburg vom General Settle mit 7000 Mann die von den Buren am 17. Sept, umzingelte Garnison von Schweizer Benneck nach einem Gefecht entsetzt hat, wobei die Buren schwere Verluste erlitten. Der Buren­kommandant wurde gefangen genommen.

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40.

(Nachdruck verboten.)

Treue.

Roman von Ada Dörner.

(Fortsetzung.)

Elf Jahre waren verfloßen, als emsige Hände eifrig damit beschäftigten, die verwilderten tkanlagen und die Räumlichkeiten des Schloßes 'festlichen Empfange des Barons herzurichten, jeden Augenblick erwartet wurde.

inmitten der Arbeiter stand Leo e. Kronek krtheilte seine Befehle. Durch sein schroffes y gebieterisches Wesen hatte er sich auf dem T* wenig beliebt gemacht, doch fchweigend ge- ihm die Dienerschaft, wußte man doch, H er der Neffe und zukünftige Erbe ihres men Herrn war.

zen uns* der Fall ist und sie die größte Auflage der

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~ fligfte Orientirung über die Ereignisse in China Zechen, lieber den weiteren Verlauf des Krieges rM ransvaal wird dieOberhessische Zeitung", ge- näcnl auf ihre Verbindung mit der Continental-Tele- sen-Compagnie, wie bisher ihre Leser sorgfältig 7-M Mim. Auch hier bürgt die bisherige Bericht- "3 tang für zuverlässige und schnelle Meldungen.

n9sl» elt fjat. Sie hat Verbindungen mit der ost- duny Mn Nachrichten-Expedition des Deutschen Flotten- - ns die mit der officiellen Berichterstattung ans Hauvtanartier des Grasen-Waldersee betraut

i en ist, ongeknüpst und das Alleinbczugs- tfürMarburg erworben. DieOberhessische

* mg" kann daher ihren Lesern^ rascheste uudzu-

Lon Ilka wußte man nur, daß sie mit ihrer ms Ausland gezogen sei.

Einsam und verlaßen stand das freiherrliche mitten im Frieden des Waldes, um seine ligen Bewohner trauernd.

Der südafrikanische Krieg.

Seitdem man in England allmählich einge­sehen hat, daß es doch nicht angängig sein würde, sich der Person des Präsidenten Krüger gewaltsam oder durch List zu bemächtigen, be­schäftigt man sich in der Presse und im Publikum hauptsächlich mit der Frage, ob man denn nicht wenigstens die angeblichen vielen Millionen baren Geldes und die über die Grenze geretteten und besonders Herrn Chamberlain sehr unbe­quemen Staats-Archive auf die eine und oder andere Weise dembeurlaubten" Oberhaupte von Transvaal abnehmen könnte. Man schwelgt ordentlich in Beschuldigungen gegen Ohm Paul, der eben mit aller Gewalt zum gemeinen Ver­brecher, nicht nur an England, sondern auch an seinem eigenen Lande gestempelt werden soll, und so erregt es in der englischen Presse einen wahren Freudensturm, wenn der Premier der Kap-Kolonie, Sier Gardon Sprigg,in einer kürzlichen Parlaments-Sitzung das Haus dadurch elektrisirte, daß er mit großer Emphase und lauter Stimme die Erklärung abgab, daß Krüger nicht nur ein Kapitalist, sondern auch ein Dieb sei." An diese Erkürung fchloß der würdige Herr Premier eine lang- athmige Auseinanderfetzung über die angebliche Art und Weise, wie Krüger das Geld der beiden Republiken gestohlen habe. Bei solchen Auf­fassungen in England und seinen Kolonien kann es natürlich nicht überraschen, wenn sogar die Times", sich ganz ernsthaft mit der Frage be­schäftigt,'wie man Krüger seineBeute" wieder abjagen kann.

Während uns Herrn Krügers Flucht von Süd­afrika und sein Reiseziel ganz gleichgültig lassen (?), hoffen wir, daß ein anderer wichtigerer Punkt der Aufmerksamkeit unserer Regierung nick entgangen ist. Mr. Krüger verläßt das portugiesische Territorium entweder als das Haupt eines kriegführenden Staates, mit dem wir im Sreite liegen, oder als ein privates Individuum. Auf jeden Fall aber sollten wir dagegen protestiren, und wir haben hierzu das volle Recht, daß er in einer von den beiden genannten Eigen­schaften die Gelder und die Archivdokumente des Staates mit sich nimmt, welchen wir erobert und unterworfen (?) haben. Wenn die niederländische Re­gierung Krüger als ein Staatsoberhaupt anerkennt, so muß sie sich ebenso wie das uns Verbündete (?) Portugal davon überzeugen, das neutrale Mächte

Die Korrespondenz mit Stetten und allen _ eien Bekannten der Heimath hatte er im fe der Jahre eingestellt. Nur die für seinen en Leo von Kronek bestimmten Geldsendungen II jten regelmäßig bei deßen Vormund an. 94-t »eilen erhielt wohl auch Leo einige Zejlen der Hand seines Oheims, und diese waren dann 95* einzige Quelle, aus der die zurückgebliebenen 9p nnhe spärliche Nachrichten über Hagendorf _ ielten.

en Leserkreis hat, sondern das mit seiner ganzen klllMage in Marburg und den nahegelegenen Orten reitet wird. Da das bei der .Oberhessischen

n; wir werden bestrebt sein, den Kreis unserer ttw, irheiter mehr und mehr zu erweitern und rasch

»» )n bei inneren Politik wird das neue Viertel- wieder reges Leben bringen. Mit dem Wieder- itt der Parlamentszeit werden derOberhessischen

)J*] mg* wieder regelmäßige Berichte ihrer Berliner _arbeitet zugehen.

Dem lokalen und provinziellen Theil

Diesem Briefwechsel machte leider die fort­währende Krankheit meines Oheims ein Ende," entgegnete Leo.

Aber Sie erhielten doch häufig Nachrichten von ihm?"

Ja gewiß, doch stets nur durch des Onkels Reisebegleiter und Sekretär."

Ja durch den guten alten Falk!"

Falk ging schon vor fünf Jahren. Der jetzige Sekretär meines Oheims ist ein gewißer Joseph Stein, von diesem auch erhielt ich eine Nachricht von der bevorstehenden Rückkehr."

Hoffentlich kehrt er als völlig Genesener in unseren Kreis zurück. Es thäte mir wehe, diese herrliche Reckengestalt durch die Ein­wirkungen des tropischen Klimas gebrochen zu sehen."

Kaum hatte der Major diese Worte ausge­sprochen, als ein Diener in höchster Bestürzung die Meldung machte, daß der gnädige Herr so­eben eingetroffen fei.

Da wirft er nun alle unsere Empfangs­pläne über den Haufen," rief Stetten lachend, doch mit bewegter Stimme aus.

Beide Männer eilten dem Heimkehrenden entgegen.Sei tausendmal gegrüßt auf deutschem Boden! Kennst wohl den Graukopf gar nicht mehr?" rief Stetten in freudiger Er­regung und reichte dem alten Freuncke die Hand zum Gruße.

Gewiß, gewiß kenne ich meinen lieben werthgeschätzten Freund", beeilte sich Hagendorf zu erwidern, und der kalte fremde Ausdruck wich plötzlich aus seinen Gefichtszügen.Das

Für Inserenten bietet die .Oberhessische Zeitung" lii! )oriheile eines gut eingeführten Provinzialblattes. mzelke Leser in fremden Provinzen können dem centen nichts nützen; er wird naturgemäß den :W»en Erfolg feiner Anzeigen bei einem Blatte i, bas nicht einen über ein weites Gebiet dünn-

M b mit ihm die Nothwendigkeit für untere Leser, == t he unsere Zeitung durch die Post beziehen, die -u erneuern, damit in dem Werterbezug

ewohmen Lectüre keine Unterbrechung entsteht, ertu zietteljahrswende bietet uns aber nicht nur An- w der Bille an a l l e unsere Leser, uns auch künstig- ;ksi K Wohlwollen zu erhallen, sondern auch zu dem Her j 6en unser Blatt in ihren Bekanntenkreisen - mpsehleu und uns dadurch in dem Bestreben kart» ^terstützen, unsere Zeitung mehr und mehr aus-

dfnl neuen Vierteljahr werden jedenfalls die Er- n sie i« China im Mittelpunkt des allgemeinen °'/w Ms stehen. Der Wichtigkeit der Vorgänge in n9M ien hat dieOberhessische Zeitung" Rechnung ge- lung» n mbem sie neben der bewährten Berichterstattung ann bie Continenlal-Telegraphen-Compagnie sich auch

Vierteljährlicher Bezugspreis: bei ber Expebition 2. z» vflltvz» Erscheint täglich außer an Werktagen uaa? <sonu= uno öciecwge.i.

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