mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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। Hauptquartier des Grase« Waldersee betraut den ist, angeknüpst und das Alleinbezugs- ht sürMarburg erworben. Die „Oberhessische ung" kann daher ihren Lesern rascheste und zu- ässigste Lrientirung über die Ereignisse in China prechen. Ueber den weiteren Verlauf des Krieges kraasvaal wird die „Oberhessische Zeitung", ge- t aus ihre Verbindung mit der Continental-Tele- chen-ComPagnie, wie bisher ihre Leser sorgfältig irrichten. Auch hier bürgt die bisherige Bericht- Utung sür zuverlässige und schnelle Meldungen. In der i n n e r e n Politik wird das neue Viertel- wieder reges Leben bringen. Mit dem Wiederritt der Parlamentszeit werden der „Oberhessischen ung" wieder regelmäßige Berichte ihrer Berliner tarbeiter zugehen.
Dem lokalen und provinziellen Theil den ir nach wie vor besondere Pflege angedeihen M; wir werden bestrebt sein, den Kreis unserer arbeitet mehr und mehr zu erweitern und rasch t alle Vorgänge in der Umgebung Marburgs zu chten.
Für Inserenten bietet die „Oberhessische Zeitung" Lortheile eines gut eingeführten Provinzialblattes, mzelte Leser in fremden Provinzen können dem menten nichts nützen; er wird naturgemäß den >ien Erfolg seiner Anzeigen bei einem Blatte das nicht einen über ein weites Gebiet dünnten Leserkreis hat, sondern das mit seiner ganzen tage in Marburg und den nahegelegenen Orten
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Am 18. August kam der Prinz mit feinem Gefolge in Begleitung des Grafen von Schack. Am nächsten Abend war Empfang im Jagdschloß.
Viele Gäste, unter ihnen auch Stettens, fanden sich ein.
Jetzt hätte sich Ilka, von banger Ahnung ergriffen, lieber ausschließen wollen.
„Ich bin wirklich krank, Hugo, und möchte zu Hause bleiben," sagte sie, aber er wehrte mit ruhigem Lächeln ab.
„Du glaubst meinem Hang zur Einsamkeit Rechnung tragen zu müssen. Hättest Du es aus eigenem Antrieb gethan, so würde ich Dir
in Marburg und der näheren Umgebung erscheinenden Zeitungen hat, kann sie als Insertionsorgan bestens empfohlen werden.
Der Abonncmentspreis der„Oberhessischen Zeitung" beträgt wie bisher bei allen Postämtern 2,25 Mk., in der Stadt Marburg 2 Mk. pro Quartal.
Redaction und Verlag der „Oberhcssischen Zeitung".
immer fortgesetzt, aber der Widerstand des heldenhaften, hochherzigen Volkes dürste doch dem Erlöschen nahe sein. In herzbewegenden Worten hat die Sonder - Gesandtschast der südafrikanischen Republiken noch einmal den Beistand der übrigen Mächte angerufen, und auch die Abreise des Präsidenten Krüger, die weit entfernt ist von feiger Flucht, gilt wahrscheinlich dem Versuche der Herbeiführung einer Intervention. Aber es ist so gut wie keine Aussicht auf Rettung vorhanden. Mag man den Ausgang der südafrikanischen Kümpfe auch noch so sehr beklagen, wie dies in Holland bei Eröffnung der Generalstaaten jüngst durch die Thronrede öffentlich geschehen ist, Europa wird dennoch auch weiter Gewehr bei Fuß verharren müssen. Die britische Uebermacht wird ihr Ziel erreichen. Ob England sreilich seines Sieges jemals froh werden oder ob derselbe nicht vielmehr das Anfangslied einer langen Kette kommenden Unheils sein wird, das bleibt noch sehr dahingestellt.
O e st e r r e i ch steht bereits unter dem Zeichen der W a h l k a m p a g n e, die voraussichtlich zu einer heftigen Auswühlung der Leidenschaften und erbitterten Kämpfen Anlaß geben wird. Viel erörtert wird dort gegenwärtig auch die Angelegenheit des Erzbischofs Stadler, der wegen einer auf dem Katholikentage zu Agram gethanen Aeußerung, Bosnien möge bald ganz mit Kroatien vereinigt werden, aus der kaiserlichen Kabinets - Kanzlei die Mahnung empfangen hat, sich politischer Thätig- keit fern zu halten. Kaiser Franz Josef hat mit diesem gegen die großkroatische Agitation gerichteten Schritte sicherlich im Interesse der österreichisch-ungarischen Gesammtmonarchie gehandelt.
Auch in Frankreich machen die innern Partei-L>treitigleiten wieder von sich reden, obgleich sie augenblicklich einen etwas burlesken - hasten Anstrich tragen, sofern sich die Anhänger der bestehenden Republik und die Nationalisten den Rang mit großartigen Banketts abzulausen suchen. In Nordamerika endlich,„wo alle Erscheinungen in Natur und Dölkerleben einen gigantischen, ans Ungeheuerliche streifenden Charakter zu tragen pflegen, hat ein Orkan in verschiedenen Gegenden von Texas und namentlich in der blühenden Hafenstadt Galveston schreckliche Verwüstungen angerichtet, und im nordamerikanischen Kohlen-Revier ist ein S t r ei k der Kohlen-Arbeiter ausgebrochen, der wohl schon an 100 000 Ausständige umfaßt und immer noch weiter anzuschwellen droht, w.
Koloniales.
Nach Ablehnung der Summe für die Vorarbeiten der Ostafrikanischen Zentralbahn durch den Reichstag hat man sich in den interessierten Kreisen in Ostasrika auch die Frage vorgelegt, ob nicht auf anderem "Wege eine Erleichterung des Verkehrs nach dem Innern zu erreichen sei. Man hat wieder die Frage untersucht, ob es nicht Vortheilhast sei, gute Straßen und ein organisirtes Fuhrwesen zu schaffen, nachdem bereits manche Persuche nach dieser Richtung hin angestellt worden sind. Bislang war die
Ilka unterließ jede Gegenrede. Sie fuhr zur festgesetzten Stunde mit den andern nach dem Jagdschloß.
Die Baronin war Weltdame in vollstem Sinne des Wortes. Ihre angeborene Fröhlichkeit, ihr lebhaftes Temperament brachen sich bald siegreich Bahn. Sie fühlte sich seit Monaten zum ersten Male wieder in ihrem Element.
Die lebhafte Konversation, der Glanz der Kerzen, die Klänge der Musik, vor allem aber das Bewußtsein, einen Sieg ungewöhnlicher Schönheit zu feiern, wirkten elektrisirend auf sie. Die lange gewaltsam unterdrückte Lebenslust schäumte über wie moussirender Wein. Scherzworte flogen hin und her. Ilka wußte immer ein Thema anzuregen, welches alle um sie Versammelten interessirte. Sie wurde rasch der Mittelpunkt des Festes. Selbst ihr fremd-
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ländischer Dialekt wurde reizend gefunden, mahnte er doch an das ewig unruhige Ungarland mit feinen bald todestraurigen, bald in toller Lust jauchzenden Melodien.
Und ein seltsamer Hauch von dieser Unruhe, von dieser Schwermuth, die plötzlich wie eine sturmgejagte Wolke heranzieht, lag auch in Ilkas Wesen.
Dort drüben, an dem Kamin, lehnte Hagendorf. Ilka hatte das Gefühl, daß er sie schon lange beobachtete. Obwohl er eifrig in ein Gespräch mit dem Prinzen vertieft schien, fühlte sie doch, daß seine Gedanken bei ihr waren, daß er sie tadelte — daß er sie in diesem Moment haßte. Wie Wetterleuchten flog es aus seinen Augen ihr zu, wie ein ferner, grell aufleuchtender Blitz, der sie und den Grafen Schack traf, mit dem sie plauderte.
„Kinder, ich bin müde, und sür Euch wäre es auch Zeit, nach Hause zu gehen," sagte Dorothea, die Schultern der jungen Frau berührend.
Das war eine Warnung, denn Fräulein von Stetten würbe niemals müde. Sie besaß eine eiserne Natur und Nerven so stark wie Stahl. Aber die Baronin beherzigte diesen Wink. Sie endschuldigte sich bei dem Grafen und näherte sich dem Baron. „Bitte, Hugo, befiehl den Wagen. Ich bin so abgespannt."
„Abgespannt ?" fragte er verwundert. „Davon habe ich doch bis jetzt noch nichts bemerkt?"
Für jedes fremde Ohr klang es wie Scherz, nur Ilka fühlte die verschleierte Bitterkeit feiner Worte. „Es ist dennoch so. Ich möchte heimkehren."
Die Fürstin mochte es wohl bemerkt haben, daß Ilka sich zu verabschieden wünschte.
„Ich höre Ihre schöne Altstimme so gern, liebe Baronin. Würden Sie uns nicht mit einem kleinen Liedchen erfreuen wollen?"
„Ich kann mich ja nicht selbst begleiten, Hoheit," wehrte Ilka ab.
Der Fürst hatte die Aufforderung der Fürstin vernommen und trat auf Ilka zu.
„Bei solch ländlichem Ausflug beruht alles auf Improvisation. Schack ist ein ausgezeichneter Klavierspieler. Sie werden nicht allzu unzufrieden fein. Bereiten Sie uns die Freude, Frau von Hagendorf."
Aengstlich und rathlos blickte Ilka den Frei- Herrn an. „Der Wunfch ihre? Hoheit ist auch der meinige," entschied Hagendorf kurz. „Ich werde den Grafen sofort selbst ersuchen."
Das geschah in höflichster Form, und doch mußte Schack eine gewisse Herausforderung in der harmlosen Bitte gefunden haben.
Ilka fang. Ihre Stimme war nicht besonders geschult, aber eine leidenschaftliche Seele offenbarte sich in jedem Ton.
_ Wic? eine herzergreifende Klage wurde der erschütternde Aufchrei: „Tort, wo Du nicht bist, ist das Glück!" von Ilka in den Saal hineingeschluchzt.
Stürmischer Applaus belohnte die schöne Sängerin.
Hagendorf war es, als hätten die Blicke des Grafen und Jlka's mit verzehrender Sehnsucht ineinander geruht. Er meinte auch bemerkt zu haben, daß ihre Hände sich bei dem Ilmwenden der Notenblätter berührten.
. Wochenschau. •
Schwere Trauer ist wahrend der vergangenen Woche über zwei deutsche Fürstenhäuser verhängt worden. Mitten im hoffnungsvollsten Alter, in blühender Jugendkraft, wurde Prinz Albert von Sachsen durch einen jähen Iln- glücksfall, einen Sturz aus dem Wagen, dahingerafft, und zum dritten Male seit Jahresfrist kehrte der Tod in dem großherzoglich hessischen Hause ein. Seinen in der Blüthe der Mannesjahre dahingegangenen beiden Brüdern ist nunmehr auch PriuzHeinrich von Hessen im 62. Lebensjahre in die Gruft gefolgt. Weit über die Grenzen der Staaten, dessen Fürstenhäusern die Verstorbenen angehörten, hat sich die innigste Theilnahme an den beiden Trauerfällen kundgegeben.
Unter den auswärtigen Dingen drängt die China-Frage nach wie vor alles klebrige in den Hintergrund. Durch ein Circular- Tel egramm der deutschen Regierung ist als Vorbedingung für den Eintritt in den diplomatischen Verkehr mit der chinesischen Regierung die Auslieferung derjenigen Personen gefordert worden, welche als die ersten und eigentlichen Anstifter der gegen das Völkerrecht in Peking begangenen Verbrechen festgestellt sind. Es wird in dem Telegramm gesagt, Deutschland glaube aus die Einstimmigkeit aller Kabinette in diesem Punkte zählen zu können; denn Gleichgiltigkeit gegen den Gedanken einer gerechten Sühne würde gleichbedeutend sein mit Gleichgiltigkeit gegen eine Wiederholung des Verbrechens. Hiergegen läßt sich in der That nichts einwenden, und so wird die zwingende Logik des Telegramms auch von der öffentlichen Meinung des Auslandes allgemein anerkannt. Man begrüßt in dem deutschen Vorschläge den Versuch, eine seste Grundlage für künftige Verhandlungen zu schaffen und, wie der „Slatin" sich ausdrückt, „die civilisirten Nationen aus der bisherigen klnthätigkeit, worin sie noch lange zn beharren schienen, aufzurütteln".
In Südafrika scheint sich der letzte Akt eines erschütternden Dramas abzuspielen. Zwar wird der Guerillakrieg von den Buren noch
Umschau.
Ist der Reichskanzler amtsmüde?
* Zu diesem vielerörterten Thema bringt die „Deutsche Warte" jetzt einen neuen Beitrag. Ihr wird mitgettjeilt, daß die jetzigen häufigen Reisen des Fürsten nichts Anderes als den Ansang vom Ende seiner Kanzlerthätig- k e i t bedeuten. Sie schreibt:
Fürst Hohenlohe ist amtsmüde, aber nicht, weil er sich den Pflichten seiner hohen Stellung nicht mehr gewachsen suhlt, sondern weil die jüngsten Verschiebungen in der Weltlage ihn verwirren zmd beunruhigen. In seinen Jahren findet man sich nicht so leicht in Neues hinein. Im Grunde datirt seine Amtsmüdigkeit bereits seit dem Tode seiner unvergeßlichen Gattin. Er wollte zurücktreten, aber man ließ ihn nicht gehen, und zwar ans zwei sehr gewichtigen Gründen: Der Fürst stellt ein wichtiges Verbindungsglied zwischen der Reichsregierung und der Linken dar, und er steht auch am Draht, bet von Berlin nach München führt. Seine Verbindungen mit Süddeutschland sind für die Reichsregierung auch gegenwärtig von so hohem Werthe, daß sie des Fürsten Rücktritt als ein wahres Unheil anfehen würde. Der Reichskanzler wird, auch wenn er in süddeutschen Bädern weilt, eine wichtige politischeSendung auszuüben haben. Im Großen und Ganzen aber möchte er nicht allzuviel von der Last der Verantwortung für die ostasiatifchen Händel übernehmen, deren unruhiger, widerspruchsvoller Charakter seinen klaren, gesammelten Sinn abstößt. Er wird unsere China-Politik wohl noch vor dem Reichstage vertreten, der, wenn es nach seinen Wünschen ginge, schon l ä n g st einberufen wäre, und in dessen vorläufige Uebergehung er nur unter dem Drucke zwingender finanztechnischer Gründe willigte. Vermuthlich wird der Reichstag erst Mitte oder EndeNovember versammelt werden können. Der Fürst wird der Durchdringung der ostasiatischen Credite seine eifrigste Mitwirkung leihen, nach diesem Erfolge aber aller Voraussicht nach in verstärktem Maße das Bedürsniß nach Befreiung von diesen ihn bedrückenden Obliegenheiten empfinden. Wer im Augenblicke die meisten Aussichten hat, nach ihm Reichskanzler zu werden, ergiebt sich schon aus dem heute herrschenden Einfluß der auswärtigen Politik. Einen bestimmten Namen nennen, hieße diese wohlbegründeten Aussichten beeinträchtigen.
Wir halten auch biefc Meldung für eine der vielen Combinationen, zu denen die jetzige innerpolitische stille Zeit Anlaß und Muße bietet.
(Nachdruck verboten.)
Treue.
Roman von Ada Dörner.
(Fortsetzung.)
msen Fall ist und sie die größte Auslage der
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Rcclamen: die Zeile 25 Pfg. 2o sSCptClTlUCr 1UUU. Marbura Markt 21. — Televhon 55
S Zungen, den Baron mit einer unange- • "en Mittheilung zu verschonen. „Geh' - und sage es ihm noch," sagte eine mahnende 9 krne in ihr, doch auch eine andere erhob ß "nd warnte sie, da die verspätete Ausrichtig- q >nut ZU Mißverständnissen führen könnte. ‘ 10 schwieg sie denn und konnte den beenden Eindruck den falschen Weg gewählt rc. zu' a°en- nicht los werden, denn Hagendorf — Ä und blieb ein anderer. Er zeigte sich zwar ^Uein aufmerksam, aber in der Art, ihr
-Also, Du wünschest, daß wir bleiben?" -^s handelt sich ja nur um wenige Wochen. ? 'chadet es denn, wenn wir eine Jagd, ein ®r oder eine Spazierfahrt mitmachen?" »Nun gut, wir bleiben."
.Das heißt, wenn Du willst, Hugo, sonst >ch auch bereit, abzureisen."
.Lehr liebenswürdig, Ilka, aber ich bin Wen: wir bleiben!"
toar kein freundliches Zugeständniß; aber B wußte, daß er diesen Entschluß unter "y. Bedingung aufgeben würde.
'f'.ne qualvolle Unzufriedenheit mit sich selbst to^iigte sich jetzt ihrer. Warum hatte sie
sucht den Bries der Gräfin Randau ge- Ihr Gewissen sprach sie frei; denn diese ^lassungssünde war ja nur doch dem Wunsche
Tas neue Vierteljahr
1> t unb mit ihm die Nothwendigkeit für unsere Leser, eit j.;e unsere Zeitung durch die Po st beziehen, die trlluag i» cractiertt, damit in dem Weiierbezug gewohnten Lectüre feine Unterbrechung entsteht. Pierteljahrswende bietet uns aber nicht nur An- ju der Bitte an alle unsere Leser, uns auch künftig- »ste ü;r W hlwollen zu erhalten, sondern auch zu dem ichen. unser Blatt in ihren Bekanntenkreisen empfehlen und uns dadurch in dem Bestreben unterstützen, unsere Zeitung mehr und mehr aus- luen.
3® neuen Vierteljahr werden jedenfalls die Er- »jfie m China im Mittelpunkt des allgemeinen ercfles stehen. Ter Wichtigkeit der Vorgänge in Gen hat die „Oberhessische Zeitung" Rechnung ge- ten, indem sie neben der bewährten Berichterstattung h die Continental-Telegraphen-Compagnie sich auch
irS Lriginalberichte ans China
l-- E ßert h^. Sie hat Verbindungen mit der oft« tischen Nachrichten-Expedition des Deutschen Flotten- ins, die mit der officieUc« Berichterstattung ans