Einzelbild herunterladen
 

r

chaur^

gazi,).

ihllM, ldeaU

x-

öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg nnd Kirchham.

Ütf Joh. Allg. Loch, UniversitätS-Buchdruckrrri ill Marburg. Verantwortlich für die Redaktion: Redakteur Hans Hupfer in Marburg.

EWedition: Markt 21. Telephon 55. *» V Redaktion: Markt 21. Telephon 55.

er

M 218 <

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- and Feiertag«. QiartalS-SlbonnementS-PreiS bei der Expedition 2 Ml, bei all» «-Ämtern 2,25 Ml. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSaebüLr: M» m> -ältme-, oder denn Raum 10 Pfg., RtklammrdwZa-25«fc

MavßtWd

Dienstag 18 September 1900

Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen»

35. Jahrg.

Die. Wirren in China.

-w.

I- (617$

bürget

ir

Die FriidenSverhaudluuge».

W Die Nachrichte» auS Peking werden immer spür- licher. ES ist nicht einmal klar, wer eigentlich zu d« FriedeuSverhandlunge» ermächtigt ist. Vorläufig scheint festzustehe», daß vnr Lt-Hung-Tschaug und Prinz Tschirg mit ausreichenden Vollmachten als Unterhändler versehe» find. ES wird allerdings »och gmeldet, die amerikanische Regiermg sei officiell deuachrichtigt worden, daß der berüchtigte Yunglu durch kaiserliches Edikt ebenfalls »eben Li Hnng. Tschang und dem Prinzen Tsching zum Friedens- Unterhändler ernannt worden sei. Ueber Prinz Tsching wird aus London uuterm 5. Siptember berichtet:

Prinz Tsching zog gestern mit einer Eskorte britischer und japanischer Kavallerie ein und verbrachte die Nacht in seinem Palais. Ei» Korrespondent interviewte ihn. Prinz Tsching erklärte, er glaube, Hiles würde in nächster Zett be­friedigend beigelegt werde», die Be­handlung Pekings durch die Mächte sei unnöthig grausam gewesen, besonders betreffs deS Privateigen, chumr. Er sei jedoch dankbar, daß d e heilige Stadt bewahrt geblieben. Er sei mit voller Autorität vom

Seifet gekommen, durch jedes nothwendtge Opfer Friede» zu erlangen, doch sei er ficher, die Mächte würde» generös genug sein, nichts die Würde Chinas Verletzendes oder gar chtnefischeS Gebiet zu verlange». Er hoffe, i» Monatsfrist das Volk bei der Ernte und dem Wiederaufbau seiner Heimstätten zu sehe».

So entgehst Du mir nicht!

wfall).

(Heck

eiueu

geget rhypo i ei»

(Nachdruck verboten.)

Treue.

Roman von Ada Dörner.

(Fortsetzung»)

)örse» »

»Ich suche Dir auch keineswegs zu entgeh«, mrder» warne Dich nur. Du weißt, daß ich Later, . . Familie, alles Deinetwegen hingab, daß ich die Pflichten der Tochter, den kindliche» Gehorsam, die " - »übliche Zurückhaltung verleugnete, weil es mich mit

Eine Enthüllung.

Vielleicht erhalte« die Unterhandlungen eine ganz anderes Gesicht durch überraschende Euthüllungeu, die der österreichische Geschäftsträger Rosthor» in einem Interview gemacht hat. Er erklärt:

Die chinesische Regiernng habe am 19. Juni dem Gesandten eine formelle Kriegserklärung überreicht mit dem Bemerke», die Einnahme der Takuforts sei Europas Kriegserklärung gewesen und werde als solche von China acceptirt. Daher wüßten die Gesandten binnen 24 Stunden abreifen. Zwei Noten an das Tsungli- Damen blieben nnbeaut- »ortet. Am 20. Juni sagte Freiherr »o» Settel er:Ich muß ins Dame» geh«, weil die deutsche Regierung eine schnelle Erwiderung ver- Nit.* Die anderen Gesandten blieben zurück. Eine Viertelstunde später meldet« fliehende Di«er KettelerS Ermordung. Cordes sah ihn von Soldat« Tungsuhfiangs erschoßen. Danach hielte« die Ge. sandte»de« Kriegszustand für perfekt. Am stlb« Tage wurde die österreichische Gesandtschaft liedergebrannt.

»Und ich? Leide ich nicht? Meinen Augen werde Sc wohl trauen dürfen. Beobachte ich Dein 4 (i t?elteS Spiel mit dem Grafen von Schack nicht

Nun? Nn«?* zischte er zwisch« d« krampfhaft aufeinander gebiffenen Zahnen hervor, I ttb sein Blick hing drohend an dem schönen Weibe.

Geh nicht zu west, Hugo,* sagte sie jetzt mit Wsterdrückter, aber scharfer Stimme.Ich bi« keine Heilige nnd besitze nicht die engelhafte Geduld einer dich«. Seit einem Jahr muthest Du «st mehr zu Tfi» 418 «trage« könne und erstage» will! Alle» hat seine rJL Grenz«, nab wir find auf der äußersten angelangt. Sern» Laß »ns jetzt abbrechen, d«n jedes wettere Wort Ne von Uebel.*

»widerstehltcher Macht zn Dir hinzog, weil ich Dir befolgt wäre, und hätte es bis in die Tief« der / . .Hille fein müßen. Aber Du lohust es «st schlecht, ich d- RLeS, alles würde ich ohne Klage an Deiner Seite ^e°erH erduldet haben, Kummer und Leid, aber geg« die ewigen, unverdienten Demüthigungen, die Du mst Nitest, lehnt fich mein ganzes Sein auf. Wie gifttger «ehlta» die schönsten Blumen zerfrißt und zerstört, I» werde» sie auch endlich meine Liebe verzehr«.'

Worüber unsere C^hinakrieger zuU schweige» habe». gWW>

DerVorwärts* behauptete dieser* Tage, daß den Mannschaften, die zu dem jüngst aus China heimgekehite» Veiwundeten-Transport gehören, dienst­lich befohlen worden sei» in keiner Weise und gegen keine Personen fich über las in China Gesehene oder bekannt Gewordene irgendwie aukzulassen. Nach Eikundignngen derDeutsch. Warte" au den zu­ständige» Stellen kann die Nachricht in dieser Form nicht zutreffk». Den Leute» wird nicht verboten, von ihr« KriegSerlebvisse» zu erzähle». Die allgemeine Richtschnur, die von de» maßgebende» Kommando­stelle» int Hinblick auf zahlreiche In die Preße ge­langte Indiskretionen und falsche Darstellungen für die Offiziere und Mannschaften unserer Cbinatrupp« vorgezeichnet ist, ist etwa folgende: Die Wiedergabe unverbürgter Meldungen, besonders auch solcher politischer Art, ist streng zu vermeiden. Im slllg>meinen ist eher zu wenig als zu viel zu er- zähle»; auch ist die eigene Person dabei nicht un- nöthig in den Vordergrund zu stelle», da hierbei leicht die Grenze» einer streng wahrheits­gemäßen Darstellung überschritt« werd«. Mittheil- ungen nach einer Sette hi», von der eine Verbreitung durch die Presse zu erwarten ist, find zu unterlaße». ES wttd besonders daraus aufmerksam gemacht, daß durch die Kriegsartikel streugsteSSttllschweige» über alle vertraulichen Mittheilunge» und rein dienstlicheuAngelegenheite» anbefohlen wird. Eine Ordonnanz, die eine münd, liche M'ldung zu überbringen hat, darf von derselbe« selbstverständlich auch später keine» Gebrauch machen. Hingegen wird nicht soweit gegangen, brieflich ober mündliche Mittheilunge«, die ein Chinakrieger über seine Erlebniffe in einem Gefecht an seine Angehörige» richtet, als einen Bruch ^dienstlichen Vertrauens ver- hältnifleS auzusehe».

Einzelheiten.

Ei» dritter russischer Angriff auf die Peitangforts wurde von den Chinese» zurückgeschlage».

Die Offiziere deS «gliche» KrmzerschiffeS Centmion* .erzähle», daß, als fich am Eon», abend die Wufungforts zum Gefecht aufchickten, der Centurion", der fertig war, nm in Thätigkett zu tret«, das deutsche Geschwader fignalifirte. Dieses machte für alle Fälle dieSchwalbe* bereit, nach Hanko» zn gehen.

Umschau.

Das humane England.

Vor einigen Tag« kam der «glische Dampfer Manhattan in Vlijfiug« an und setzte einige Hundert

Ich spiele weder mit Dir, noch mit anderen, sondern gebe mich, wie ich bin."

Wie Du bist, ja, Du bist eb« ein Weib, dar feine Leidenschaften nicht zn zügeln weiß."

,68 ist brutal und undankbar, mit dies« Vorwurf zu mach«, Du sprachst anders, al» ich Dir schrieb: Komm zu Mischka. Ich habe niemand mehr ans der Welt als Dich. Dn mußt fortan meine Heimath, «ein Erlöser, mein einziger Hort fein." Damals schwurst Du, mich hochzuhaüen wie ein« Engel GoüeS, und mich vor Rene zn bewahr«. Damals liebtest Dn mich'*

Wie Perle» rollt« die Thtäne» über ihre blaff« Wang«, langsam nnd schwer.

Der Sturm in feiner Seele begann fich zn legen. Eine Empfindung der Beschämung und der Bedauern» folgte dem maßlos« Ausbruch seine» Zorne».Ich liebe Dich noch," murmelte er.

»Ist das Liebe, wenn man eine Frau so quält?" fragte fie mit thräneuersticktet Stimme.

Et blieb vor ihr steh«, seine Lippen öffnet« fich, aber kein Laut kam heran». Der Zweifel rang mit dem glühenden Wunsch ihr zu glaub«.

Al» fie so herzbtech«d fortweinte, beugte fich Hagcudorf zögernd, wie im Sttette mit sich selbst, nieder u»d legte die Hand ans ihre Schulter. Ilka"

Sie fuhr zurück.Geh l Faffe «ich nicht an, Du hast keine Achtung vor mir und wirst es dahin bring«, daß ich mich selbst nicht mehr achte. Ich muß «blich an bet Zukunft und an der Möglichkeit verzage», mit Dir weiter zu leben. Aber weil ich Niemande» auf der Welt habe al» Dich, weil Du mich mit Juwel« und Geschenk« überhäufst, wie eine, die »nt nach dergleichen trachtet, so meinst Du auch, mit mit mach« z» könne», was Dir beliebt.

aus Südafrika verbannter Ausländer an» Land. Die Art und Weise, wie fie vor und währ«d der Seereise behandelt worden find, geht au» folgendem, i«Telegraaf" veröffentlichte» und vo» 95 Nieder­länder», 23 Deutschen, 10 Amerikanern und 46 Italiener, unterzeichnete» Protest hervor. @r lastet: Unterzeichnete, Unterthaue» verschiedener Staaten, von der englisch« Regierung als mißliebige Personen aus Transvaal entfernt, veröffentliche» hiermit ihren Einspruch gegen die Behandlung, die sie fich gefall,n laße» mußte». 1. Viele wurden, ohne jegliche vor- herige Warnung, mit Zurücklaßung von allem, was fie besaßen, darunter einige, die nicht einmal von Frauen und Kinder» Abschied nehm« durst«, ver­haftet und wie die schlimmste» Verbrecher w e g g e b r a ch t. 2. Die Reise vou Pretoria nach East Londo» mußte beinahe ohne Ausnahme in offenen oder Viehwagen gemacht werd« und in diesen war nicht einmal immer genügender Raum. 11. a. saßen in einem Wagen 18 Frauen mit 42 Kindern. Alle Reisenden waren der scharfen Nacht­kälte auSgesttzt und viele konnten fich nicht einmal gegen d« heftigen Segen schützen. Die Eifenbahnreise dauerte durchschnittlich 45 Tage, und da die eng­lische Regierung keine Nahrungsmittel verabreicht hatte, wollten einige am Bahnhof von Bloemfontein Eßwaar« kaufe», wmd« aber vo» Soldat« mit der Drohung zurückgejagt, daß jeder, der de» Zug verlaße, uiedergefchosse» werde. Diese Drohnng wurde i» englischer Sprache ausgesprochen, sodaß fie von de» meiste» nicht verstanden wurde. In East London war Niemand im Stande, für die bevorstehende lange Seereise etwas zu kaufe». 3. Ueber Be- baudlung a» Bord des Transportschiffes Manhattan Nr. 81 folgendes: Für Frauen und Kinder waren überhaupt keine Schlafstelle» Vorhand«, sodaß in aller Eile für die Herstellung einiger ge­sorgt werd« mußte; die Männer mußten in de» Pferdeställen eine Unterkunft suchen. Die Gelegenheit, fich zn reinig«, war sehr mangelhaft. Seife wurde niemals verabreicht; etwa 5Lter heißes Waßer diente zum Waschen der Teller, Löffeln, Gabel« u»d Schüße!« für etwa 500 Köpfe; jeder Reisende mußte dies für fich selbst thu». Die Zubereituug der Eßen» ließ alle» zu wünschen übrig; Kaffe, Thee und Suppe wmde in Eimer«, au» den« man am Morgen die Decke abgewaschen hatte, gereicht; da» andere Eße«, in eisernen Behälter«, die ftüher für die Soldate« al» Spncknäpfe gedient hatten. Die Beschaffenhett der Nahrung wm derart, daß man während der ganzen Reise fast nm vo« Brot leb« mußte. Selbst die begründetste« Klage» wurden nicht angehört. Km Sonntag, 26. August, wm da» Fleisch i» einem derartig« Zustande der Ver­wesung, daß man ans 50 Meter Entfernung

Ich bin aber keine Schauspielerin, sondern Deine Gattin, die Baronin v. Hagendorf, bin die Tochter eine» ungarische» Adeligen und fordere wa» mir ge­bührt, und war ich kraft meiner guten Rechte und meine« gnten Gewiff«» beanspruch« darf: Achtung und Rücksicht. Kannst Dn mir da» nicht gewähr«, so laffe nur auseinander geh«, dann ist e» für un» Beide beffer, wen» mir sofort und auf immer scheid«.'

Scheiden? Nun, da wäre ja da» Wort an»- gesproch«, wa» Dir schon lange'auf der Zunge liegt!" Er fühlte, wie der Zorn wieder i» ihm aufstieg.

E» ist nicht wahr. Wenn ich gehe, so gehe ich als eine Verzweifelte. Zeige mir da» Mittel, b« Dämon ewigen Mißtrauens zu bann« und ich werde bleib«.'

Er wm vor ihr hinweggettete« bi» in die Mitte des Zimmer». Die finstere Gewaü« de» Unglaubens schienen nicht weich« zn woll«. Endlich raffte er sich auf und ging langsam auf seine Gattin zu. Könntest Du Dich entschließ«, die Refid«z mit meinem in tiefster Waldeinsamkett geleg«« Gut Loschitz' zn vertansch«?'

Sie blickte ihn Überrascht an.Aber Hugo man würde lach« und spötteln, w«n Du mich hinter Riegel und Verschluß brächtest. Da» müßte ja zu seltsame» Folger»»ge» führen.'

Was flimmert mich die Meinung anderer, was kümmerts mich, ob fie mein Thu» nnd Laffe» seltsam find« oder nicht? Mir w« und ist immer nur der eigne Wille maßgebend. Die Frage ist ein­fach : Kannst Dn Dich dazu entschließe^? Kannst D» einer rastlos«, auftegend« Geselligkeit nm meinet» willen entsag« ?*

Auf unserem Gute find wir auch nicht in bet Lage, alle» Bekannten die Thüre zu verbiet«'.

de» Gestank nicht erfrag« konnte. Erst nach' einem heftigen Protest der Reisend« wurde da» Fleisch, das bereits in b« Suppenkesseln war, über Bord geworfen. Der Stewarb hatte die llnverschämthett, einem Reislnden zu sag«:Wenn ich e8 auf den Tisch bringe, dann habt ihr e» zu eße».'r Die är ztliche Behandlung war einem Herrn Adams anverirant, deff« Abneigung gegen die Aus­länder so stmk wm, daß er fie nicht einmal während der Ausübung seines Berufes verbergen konnte. Eine Fran die ihr krankes Kind zu ihm brachte, sagte er:Nun ja, es kommt nicht darauf an, wenn vou diese» Holländern einige Kinder sterbe», den Engländer find auch schon genvg gestorben. "F Die Herren ManSvelt nnd de Korte vertraute» deshalb ihre kranken Kinder diesem Arzte auch nicht mehr an. Kranke erhielten i» der Regel dieselbe Nahrung wie Gesunde; wollte» fie etwas anderes hab«, da»» mußte» fie ungeheure Preise dafür bezahlen. Während 14 Tag« wmd« wir vo« 100 Soldate« be­wacht, die jedenfalls zum Abschaum der englische» Natto» gehört«. Sie Ware» voll Ungeziefer, und häufig sah« wir, wie fie fich i» demselb« Raume, i» dem wir aßen, deS Ungeziefers entledigte» und es von ihr« Kleide« auf den Lode» schüttelt«. I» SimonSstadt wurde» wir glücklicher­weise vo» dieser Gesellschaft erlöst. Um der Wahr- hett die Ehre zn gebe«, müße» wir vermelde», daß nach Madeira da» Eße» etwas bester geworden ist. AIS dem Kapitän deutlich gemacht wurde, daß da» ärgste zu befürchte» wäre und daß er dafür verant­wortlich gemacht werden würde, wurde auf g«anuter Insel einiges Schlachtvieh für uns gekauft. Wenn man aber fünf Woche« Hunger gelitten hat, so half das ordentlichere Este», das man i» d« letzte« fieben Tag« erhielt, auch nicht mehr viel. Wir erlösten diese» Protest, um zu zeige», wie daS humane England, das d« Krieg in Südafrika be- gönne« hat, um die Unterdrückt« zu beschütze», seine Kultur den Unterihauen anderer Mächte geg«über dethätigt. In einer Anmerkung ist noch erwähnt, daß fich der Kapitän von den Reisende» erster Elaste ei» ZusriedenheitSzeugniß ausstelle» ließ und dabet auch die Unterschrift vo» Stabe« nicht verschmäht hat. DemProtest" ist wohl kein Wort znzu- füge»; er bestätigt, waS früher» Berichte schon kurz gemelbet haben.

Die Pläne beS neuen Kolonial» Direktor».

In ben jüngst« Tagen wurde viel von nm» fastenden NenerungSplänen gemunkelt, die der neue Direktor der Kolonial- Sbtheilnng Dr, Stübel in einer Denkschrift dem Reichskanzler unterbreitet habe. Diese Pläne ziett« angeblich darauf hin, die Beziehungen

Versteh' mich recht! Ich beabfichtige keine Ein­stedelei zu errichte». Wir werden reis«, werde» in der Welt , erschein«, so ost eS nn» gefällt, aber dann auch wieder Wochen- und monatelang nm für nn» leben. Siehst Du, ich denke e» mir herrlich, Dich so ganz allein für mich zu hab«. Dan» werde ich erst wieder in d« Bollbefitz meine» Glücke» gelang«. Kannst Dn Dich mtt dieser Zukunft, mit dem Ge- baute» an so ein verborgene», von jedem »«gierige» Blick geschützte» Nestch« nicht beft««den?*

Wohl liebte e» Illa, wie ei» glänzender Falter umher zu gaukeln, fie lachte, tanzte, plauderte ge« und wm nicht taub für da» Geflüster der Bewunder­ung, welche» stet» ihren Eintritt in lichtstrahlende Säle begleitete.!

Ich könnte e» vielleicht, wenn ich die Gewißheit hätte, daß Du dann ein zufriedener Mensch wirst und von Stunde an aufhörst, Dich und mich zu quäl«'.

Da» verspreche ich Dir!' Er preßte fie mti aihemranbender Gewalt an seine Brust.Siehst Du, wenn ich Dich quäle und Dir weh thne, so geschieht eS nur aus Angst, Dich zn verlieren. Wer so mit Leib und Seele a» etwa» hängt, der fürchtet be­ständig, daß eS ihm genommen wird. Ist da» nicht ganz natürlich und menschlich? Der ahnt immer Ge­fahr« und ist nie ruhig, der möchte daS Weib, in dem feine eigene Seele lebt, ix da» er alle feine Wünsche und Hoffnung« hineingegeben Hai eher er- drücken und erstick«, als es fich raub« laffen. Je höher man etwas schätzt, desto sorgfälttger behütet, desto argwöhnischer bewacht man es auch. Aber Da bereust Deine bedingungsweise Zusage schon wieder, wie ich sehe. Sie wm also nicht ernstlich gemeint?'

(Fortsetznug soll.)