Einzelbild herunterladen
 

urrh

L

Marburg

M 212

ir,

f

s.

;64

8.

I

30

k-

?ö

(Fortsetzung folgt).

rt 3»

lud ute 00

ei SS

r

19

% mb, urdj n.

n.

0/

1'»

nk net uche «e»

darunter litt, daß daS linke Bein beim Sehe» durch einen Stock leicht gestützt werden mußte, ließ den Soldaten erkenne», auch wurde der Kriegsiuvalide durch ein im Knopfloch des schwarze» Gehrocke» ge­tragenes kleines eisernes Kreuz gekennzeichnet, u»ter deffenfchwarz-weißemBande einrotheS hervorschimmerte. Der einsame Wanderer war der grobherzoglich hessische Leutnant a. D. Erwin Münchhof. Der glorreiche deutsch-ftcmzöfische Krieg hatte dem derzeit »och sehr junge» Offizier, Wilcher an seinem Beruf mit großer Liebe gehangen und desseu Fähigkeiten ihm eine glänzende Laufbahn i» sichere Aussicht gestellt hatte», durch eine ehrenvolle Verwundung die Verabschiedung gar zn frühzeitig gebracht. Weit, weit länger, als Münchhof die Ehre gehabt hatte, de» Rock feines SroßherzogS zu trage», war er mm Kriegsiuvalide, »ud ewiger Leutnant a. D., während seine glück« licheren Kameraden Stabsoffiziere waren und der eine schon ein Regiment commandirte. Aber so verbittert d»rch sei» Ungemach war der stolze Manu doch nicht, daß er deßhalb »ar die Einsamkeit geliebt hätte, er wußte, wofür er gelitten hatte und »och litt; etwas Andere- bedrückte ihn in seinem Herze».

Erwt» Münchhof war, als er allein und feine Umgebung nicht beachtend in einem Seitenwege ein- herwandelte, in Erinnerungen versunken, und ein leiser Seufzer entrang fich seiner breiten Brust, als er fich gern AuSruhe» auf eine Bank »iedersetzte. .Siebzehn Jahre schon!' sprach er leise vor sich hi», .heute gerade war es, mir ist'r, als wär's erst gestern gewesen! Daß ich'S doch »immer vergeffeu kann!" Er strich fich mit der Ha»d über die Auge» und sah da»» lange, lauge i» das köstliche Srüu des Parkes hinein, dessen stattliche Kastaniendäume unter leichtem Luftstriche weiße und rothe Blüte».

General, welcher seit Jahre» Wiesbaden zu besuchen pflegt, seine Wandelbahn, bald hier, bald dort einer jungen oder jüngeren Dame de» Hof machend; immer Handschuh tragend oder de» Trauring unter den Siegelring klemmend, schwirrte der Berliner Fabrikant umher, welcher ehrbare» Fraue» als ein Gräuel er. fdjien; als stolze Fregatte, von bat gelbledernen Schuhe» bis znm blaubefederteu Hnt hi»auf wie zur Kaiserparade voll getakelt, segelt bnrch de» Schwarm die schöne reiche Wittib auf der Jagd nach einem dritten Glücke; in solchem schwelgt nnauSsprechlich selig das mit kurzem weiße» Kleibches angethane und mit rosa Schärpe »«gürtete etwa dreizeh» Lenze zählende junge Mädchen, das »ach der Die»steS ewig gleichgestellter Uhr de» jüngste» Leutnant des PapaS zur ritterlichen Begleitung hat; voll und voller, diamantenbesäet und mit hohe« »ud breitem Jndianerkopfputz rauschte ortentalischeS Ge- blüt einher; die elegante Pariserin, die jeden Tag mit einer neuen geschmackvollen Toilette die Auge» der Damen mb Herren fesselte, ist «it ihrem «übe» Maune auf bem Plaue erschiene»; auch ber lange Russe meb ber blasse Japanese habe» ihre Plätze ei», genommen, an de» Offizieren in Civil schreiten Unter- osfiziere nsb Mannschaften a»S bem Militärbadehause in manigfaltigen Uniformen einher; ber Herr Kur- direktor überschaut bestiebigt baS Ganze: bie Gesell- kchast ist vollzählig, bie Stimmung gut, Hochsaison läßt fich vortrefflich an.

Zu benjenigeu Kurgästen, welche fich nur selten be« Centrum beS Badelebens näherten oder eS ziem­lich theilnahmloS durchschritte», gehörte ei» Manu von etwa fünfzig Jahre», eine hohe und kräftige Ge- statt mit milden blaue» Ange» unb vollem braune»

Die Erörterung der ganzen Räumnugsftage, die fich in allergrößter Oeffentlichkeit vollzogen hat und an der alle Regierungen, die Presse aller Länder nud mit besonderem Anspruch auf Beachtung auch die Europäer in China selbst theilgenommen haben, hat bis jetzt jedenfalls das Ergebniß gehabt, daß gegen den Vorschlag so viel sachliche Gründe ins Feld geführt wurden, daß eine andere Washingtoner Meldung über die künftige Haltung Ruß­lands an Wahrscheinlichkeit gewinnt. Nach dieser Meldung hätte Rußland sich nämlich bereit erklärt, das Gewicht der gegen eine Räumung sprechenden Gründe anzuerkenne» und gegen eine weitere Be­setzung Pekings keine Einwendungen mehr zu erhebe». Nebenbei bemerkt, hindert auch die Besetzung Pekings dmch die verbündeten Truppen den chinesischen Hof durchaus nicht, sich wieder nach Peking zu begeben. Wie die Schonung des kaiserlichen Palastes anzeigt, würden auch, die chinesischen Würdenträger fich bei etwaigen Friedensverhandlungen daselbst voller Sicherheit er­freuen, unb wenn Lihungtschaug wirklich den großen Einfluß befitzt, über den er zu verfügen vorgibt, so sollte er ihn dazu anwende», dem Kaiser zu rathen, so rasch wie möglich nach Peking zurückznkehren und fich dort unter den Schutz der verbündeten Truppen zu stellen, unter dem er sicherer sein würde, als unter den undisciplinirten Horden, die ihn jetzt um­geben. Wenn Lihungtschaug das fertig bringt, werden die Mächte vermuthlich mit ihrer Anerkennung nicht geize».

Die Ränmnngsftage hat »och eine andere Frage zur Erörterung gebracht, bei der man von unrichtigen Voraussetzungen auSgegange» ist. Ma» hat nämlich gesagt, Deutschland werde ben Vorschlag machen, die Frage der Räumung zu vertage», bis der Feld- marschall Graf ®alberfee in China einge­troffen sei nnb dort als Vertreter der Mächte die Verhandlungen mit China in die Hand nehmen könne. Diese Angabe steht in Widerspruch mit der thatsächlichen Lage, denn Graf Waldersee bekleidet, sobald er in China eingettoffen sein wird, »m die durch Uebereinkommen der Mächte streng begrenzte Stellung eines Oberbefehlshabers der verbündeten Truppe» i» Petschili. Er kann somit über die

Vollmacht ber Mächte, auf Gl und beten er politische ober biplornatische Verhandlungen führen könnte, nnb e» versteht fich von selbst, daß er ohne solche Voll­macht auch keine Verhandlungen führen wird.

Rußlands Pläne im Norden enthüllt ein merkwürdiger Leitartikel der .Rossija" in recht unvorsichtiger Weise:Rußlands militärische Operationen in der Mandschurei könnten danach nicht als der chinesischen Regierung im Kampfe mit be» Aufrührer« erwiesene Hilfe bettachtet werben, soubern bie chinesische Regierung habe mit Rußland Krieg geführt.Rossija" verlangt energisch, baß Rnßlanb das Protektorat über bie M and- schirret übernehme» solle, baß bie chinesische» Truppen, bie mit Rußland gekämpft, wie Aufrührer »ach KriegSrecht streng bestraft n»b an allen wichtige» Orte» in der Mandschurei starke russische Garuisoueu zurückgelassen werde»."

Wir fragen: wie verträgt fich daS Alles mit der Friedensliebe nnb ber angeblichen Selbstlosigkeit Ruß­lands ? Wei halb die zärtliche Schonung der chine­sischen Empfindlichkeit in Peking, wenn man in der Mandschurei mit eiserner Faust die Herrschaft der rnsfischen Knute begründen will?

Die Verbündeten im Kaiserpalast.

Der stanzöfische Gesandte in China, Pichon, telcgrcphirte Delcassö: Peking, 2. Aug.: Das diplo­matische CorpS, begleitet von internationalen Truppen- abtheilunge», begab fich hente in den kaiserpalast und wurde empfangen durch Beamte, worunter fich mehrere Minister oder Mitglieder des Tsnngli Jamm befanden. Die Truppen machten lediglich einen Vorbeimarsch. Alles ist bestens verlaufen. Nach dem Verlasse» des Palastes wurden die Thore ge­schlossen. Die Trnppenabtheilnngen schloffen fich ihre» Verbände» wieder an. In Peking ist kein Mitglied der kaiserliche» Familie. Hoffentlich ge« gelangte» meine früheren Telegramme an Sie. Eine Antwort erreichte mich nicht. Ich fürchte, daß die Verbindung Tschisn-Shanghai unterbrochen ist.

1"

Umschau.

Jl

Al» militärischer Reformator tritt jetztGenofle" Göhre auf,der also auch in dieser Beziehung die Wandlung vom Nationalsozialen zum Sozialdemokraten mit rechter Gründlichkeit voll­zogen hat. Er schreibt zu dem Antrag der Mainzer Parteizeuoffeu, die sozialdemokratische Reichstags- fraktio» solle eine» Antrag auf Einführung der allgemeinen einjährigen Dienst- zeit einbringe», folgende»:

Dies scheint fich ganz und gar logisch ans der gegen­wärtigen militärpolitischen Situation zu ergeben: erst hatte man fünf- und vierjährige, dann dreijährige, nun zwei-

(Nachdruck verboten.)

Nicht zu spät!"

Ein» Lein« Plauderei vom Rheine.

v.

;8

Die Wirren in China.

Die allgemeine Lage.

Wir hatte» bereits auf die Unwahrscheinlichkeit tngewiesen, daß Deutschland, wie in der Meldung LaffanS aus Washington behauptet wurde, mit einem ffompromißvorschlag hervorgettete» sei, »ach bem eine teilweise Zurückziehung ber Truppe» von Peking er. jrige» solle. ES ist inzwischen viel über diesen Vorschlag geschrieben worden, doch entbehren alle taten »knüpfenden Betrachtungen jeder Grundlage, ta Deutschland b.n in Frage stehenden Vorschlag licht gemacht hat. Thatsächlich ist auch gar licht abzusehen, waS man mit ihm praktisch erreichen sollte. ,Ob 10 000 oder 20000 Manu verbündeter

WScheEche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

*.* **"; Jllustrirtes Sonntagsdlatt.

kappen in Peking stehen, dürfte dem chinesischen Hose, soweit die Frage seiner Wiederkehr in Betracht tarnt, ziemlich gleichgültig sein. Auf der anderen kette ist aber gar keine Bürgschaft gegeben, daß nicht üt Chinesen diesen theilweisen Rückzug gerade so «liegen würden, wie sie eine vollständige Räumung «Siege» würde», »nd es lassen fich somit gegen die teilweise Räumung alle diejenigen Gründe geltend mchen, die gegen die vollständige Räumung sprechen, ober auch »och weit mehr. Al» das Korps der ver- duldeten Truppe» in der Stärke von noch nicht 20000 Mann den Vormarsch z»m Entsätze ber (Be­riten antreten sollte, würbe gegen diesen Vormarsch ki Einwand erhoben, daß mau wohl »ach Peking pl-nge», fich dort aber möglicher Weise mit einem i schwachen Korps ans bie Dauer nicht werde hatten nuen. Trotzdem überwog bei ber Mehrheit ber nunanbirenben Osficiere ber Wunsch, bie Gesandte» n jeden Preis zu befreie», nnb man beschloß ben

«marsch, an bem bann Trupen aller Nationen hell »ahmen. Wen» nun banal» schon Besorgnisse »«en btr Sicherheit ber Truppen ix Peking be- «be», Besorgnisse, bie wir übrigen» nicht r sehr erheblich halten, so müßten fie bei einer >ch»ächn»g des Corps um die Hälfte doch »och äel stärker auftreten. Eine solche Zwettheilnng würde ich vom militärischen Standpunkte ihre ernste» Be- rien haben, den» wenn man fich auf fie einließe, Maate jeden Augenblick irgend ein militärisches i ' leizuiß eintreten, das eine ganz rasche Dislocation K Truppen »öthig machte. Soll bann erst »ieber 6 ganze große europäische Apparat i« Bewegung setzt werben, nm über eine Aeubernng eines früheren Flusses zu beschließeu, oder soll der Oberbefehl», »der, falls er bi» dahin eingettoffen ist, da» Recht «den, selbständig und ohne weitere» Maßregeln »wrdnen, die mit einem früher gefaßten Beschlüsse 1 Mächte in Widerspruch stehen würden? Noch ? ganze Reihe anderer schwer zn lösender Fragen ade» durch den TheilungSplan aufgeworfen werden, «che Truppen sollen i» Peking bleiben, welche

Anzeigen ntta« entgegen: bie Expedition diese» Blattes, die Annoncen- thneeer Mn Haasensteiu & Vogler, Frankfurt a. M., Caffel, Magde­burg, Wien; Rudolf Moffe, Frankfurt a. M., Berlin, München, «51»; l. B. Daube * Eo., Frankfurt a. M., Berlin, Harmover, Pari» re.

sollen »ach Tientfin gehe», wer soll hierüber be- Truppen Befehlsbefugniß anSüben, befitzt aber keine stimme», ber Oberbefehlshaber ober bie Mächte? ------ --- - - -----

Man steht so bemerkt baz» bieKöln. Zig." daß durch eine Theilung ber Truppen eine Reihe bon Fragen aufgeworfen werben würde, die dmchan» geeignet wären, bie an fich schon ausreichend ver­wickelte Lage nm neue Schwierigkeiten nnb Verlegen­heiten zu bereichern. Bo» Deutschlanb ist, wie ge­sagt, bieser Vorschlag nicht gemacht worben. Wen» aber eine anbere Nation mit ihm her vortreten sollte, so würbe fich bald Herausstellen, baß man bamit einen Weg einschlägt, ber nicht» weniger als prak- tisch ist.

lährig, Dienstzeit - was liegt näher, als nun die allgemein» «injährig« Dienstzeit zu fordern, als den uachsteo Schritt, der am leichtesten durchführbar ist? Damit wäre dann vor Allem der Anfang «ine» Bruchs «it dem Prinzip der stehenden Heere gemacht; in der Zeit» wo di» in «inem Jahr» ausgebildeten Mannschaften ent- lasten, di» Rekruten aber eben erst eingestellt find, würbe »8 kein stehendes Heer in dem bisherigen Sinne mehr geben. Der Milst-iirmuS erhielte dadurch seinen ersten wirklich tödtlichm Stoß Die Folge dieser Neuerung uäre dann sicher auch Einführung militärisch-gymnastischer Jugend- erzrehung. Ohne diese Kompensation würde man (!) sich rewiß kaum auf die einjährige Dienstzeit einlassen. Damit war» aber dann nur ein neue« Stück der künftigen demo­kratischen Heeresverfastung in die That umgesetzt. Und seine unbedingt» Konsequtnz wär« dann sich«! wieder di« baldig« E fahrnng^ daß schließlich auch die einjährig« Dienstzeit noch ein« u b«rflüssig lange ist. So könnt« die Ein, führnng d«r «iuiahrrgen »imstzeit, die auch sonst natürlich große Verandnnugen im militärischen Betriebe mit sich bring« würde, die hier nicht des Näheren angeführt werden dürfen, schließlich nichts auderes al» der eigentliche und wirkliche Uebergavg zu unserer Heerekverfastung werden. Man darf dem auch nicht entgegmhalten, daß sich darauf di» herisch«nd«n ««»alt« nun und nimmermehr einlassen muss«; si« werden fich mit der steigenden Theil- nahme an der Herrschaftsgewalt unserer- V V * «°ch «ns viel mehr eivlasten. Und schließlich werden sie doch stets das kleinere von zwei Uebeln wählen. Das «ber wird in ihren Augen dann sicher bi« einjährig« Dienst- zeit sein. Außerdem ist boch au bedenken, daß schon in der heutigen Heere,Verfassung Kräfte und Twdenzen wirksam, und zwar, wi, ich glaube, sehr stark wirksam find, bie ebenfalls alle sichtlich auf eine ähnliche Veränderung der jetzigen Diwst. unb Ausbildungsweise, wie wir sie fordern, hiudrangen.

Dazu bemerkt bieT. Rdsch."; Die Auseinander- Atzung ist so verblüffend einfach, daß unsere mili­tärischen Autoritäten fie wohl mit dem Gefühl größter Beschämung vernehmen werden. Erst fünfjährige, dann vierjährige, bann zweijährige, bann ein­jährige , bann gar keine Dienstzeit! Wunder­bar, daß wir nicht schon längst darauf gekommen sind! Wir könne» zwar durchaus sicht feststellen, wann jemals Bei uns fünf- oder vierjährige Dienst­zeit bestanden hat, aber wenn es uns der ehemalige Herr Pastor sagt, muß es doch wohl wahr sei«, wir wissen e» eben nur nicht. Wir wissen bisher nur von einer einzigen Herabsetzung der Dienstzeit, näm­lich von drei auf zwei Jahre, eine Herabsetzung, die sich unter ganz bestimmten Voraussetzungen und Ver- hältniffen und aus ganz bestimmten Gründen voll­zogen hat. Aber wer wird nach solchen Gründen und überhaupt derartigen Nebendingen auch nur fragen; viel einfacher ist es doch, die Gesetze der arithmetischen Reihe anzuweuden: 5, 4, 3, 2, 1, 0.

Die Kohleunoth.

* Die Frage ber Abhilfe ber Kohleunoth, bie nnfer wirthschaftliches Leben bedrückt nnb alle Häus­lichkeiten intereffirt, ist in diesen Tagen vom prenßi- scheu StaatSmixisteriu« «örtert worden. DieBerl. Corresp." bespricht bie bett. Sitzung des Staat». Ministeriums und sagt: E» sei bert festgestellt worden, blättchen abschüttetteu.Ob sie wohl xoch lebt?, ob sie fich meiner wohl »och bann und wann erinnert? Ach, thörichtes Grübeln, eitler Narr! Sie ist bie glückliche Gattin eine» Andern nnb hat dich längst bcrgiffen!" Unwillig sprang Erwin von seinem Sitze auf nnb »anberte weiter. I» seine» Ange» lag tiefe Iraner, um ben znsammeugepreßtex Mnub spielte ber Zorn, fest krampfte fich bie Hand um ben Knauf be» Stockes.

Eine größere, ihm entgegenkommenbe Gesellschaft hemmte feixe Schritte. Sie sprach laut unb lebhaft, fich dabei al» Oesterreich« bekundend. I» ihr xahte Münchhof, d« vor den Damen zurückgetteten war, au zweiter Stelle em Herr, der ebenfalls auf den ersten Blick ben Solbateu erkennen ließ. Zwffche» bem an de» Schläfe» schon «grauten Haare las man

Jmxne 2k«tnpaar sorglose» Glück und vollste Znftiedenheit, unb b« kühngeschwungene schwarze Schnurrbart mußte ben Neid manche» Husaren-Ritt- meister» erregen. Münchhof wollte zur Sette ans« diegeu, ber Oesterreich« desgleichen, während bie übrige Gesellschaft bereits voransgeschrfttex war, bie beiden alte» Soldaten standen fich einen Augenblick gegenüber, schaute» fich betroffen, prüfend an, riefen bannMünchhof Kubelka!' in freudig« Heb«- raschuug und schüttelten fich, als alte Freunde wieder- "könnt nnb wiedergefunden, kräftig bie Hände. Der Oesterreicher eilte feiner Gesellschaft nach, um fich öon ihr zu verabschieden, nnb bann gingen bie beibex Kameraden in entgegengesetzt« Richtung Arm in Arm, wobei Fragen und Antworte» fich ix freudig« Er- reguig überstürzte».

Bon Hugo Dinckelbergl

3« Kurgartex zu Wiesbaden hatte das Nachmittags- begonnen. Nach regen« und kättereichen Vor- tzch«, welche ber wenig wonnemonatliche Mai ge» hatte, brachen hin nub wieb« wärmenbe «menstrahlen durch die vom Rheine h« üb« das «uwSgebirge schnell dahixeilenden Wolken hindurch, w ftendebewegt« Hoffnung, daß nun die trübe» A vorüber seien und der fernere Kuraufenthalt ^ «»d Genuß bringen werde, wogte ein Theil «urgäfte auf dem große» Wcmdelplatze am Weiher ta de» nächsten Seitengängen ans u»b ab, wenb andere Kurgäste andächtig lauschend de» Mpavillon umstanden und ein tritt« Theil der kn Gesellschaft ix behaglicher Ruhe rat« bem -Een ber vor bem Kurhause fich hinziehenden ^reihen ben würzigen Mocca schlürfte. In E-er» unverwüstlich schöne Freischütz-Klänge mischten '«as Lachen ftoh« Menschenkinder nnb daS Gepiepse 'Stalen unb Spatzen, welche fich zwischen ben Attischen um bie ihnen zugeworfeuen Suchenbrocken ^ie», unb von bem Weih« h«, auf dem junge ?v"Me bie ersten Tage ber Kindheit befummelten, « ei» Schwanenmännchen vor einer baherfchießenben rreI sein heiseres Kampfgeschrei ertönen. Dichter

die Scharen der Couctttbesuch«, unter den«, Jiun erstenmale auftauchenden Kurgäste von den

«it Sennerangen auf Rang und Stand, auf nnb Vergnügungssucht, auf Toilette nnb f gelblichen von weiblichen Personen wenigstens V aiter »'prüft wurden. Gemessen zog ber alte Barte. Die straffe Hattuug"de» SöipnS, bieHcht