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aufwärts. Dieser türkische Leutnant ist auch vor­gemerkt uach Deutschland, um in ein deutsches Regimeut zu kommen; ein Freund von ihm steht schon in Magdeburg.

Wir habe» hier fünf Fremdenzimmer, denn eS kommt immer viel durchreisender Besuch nach hier. Gleich in den ersten Tage» waren hier: 9 Offiziere und eine Hauptmanusfrau aus der Garnison Gorasda, die eine VergnügungS-Rundreise durch das türkische Gebiet machten. Einige Tage später kam der ganze übrige Theil der Disegrader Garnison mit 13 Offi­zieren hier durch, die Soldaten btvouakirten, die Offiziere wurde» i» Betten untergebracht, die fie allerdings wenig benutzten, da bis zum ftüheu Morgen gekneipt wurde. Folgende» Tag ging e» weiter über PrjepoljePleolje i»'s Manöver. Fast täglich habe» wir einzelne Gäste hier.

Ich schließe für heute meine etwas langstielig ausgefallenen Mittheilnngen und füge nur noch an: Wir find unberufen alle gesund, die Kinder haben, seitdem wir Visegrad verlassen, noch keine Schuhe uud Strümpfe au gehabt, laufe» nur barfuß, a» geeigneter Stelle gehe» wir Herren alle zusammen Abends baden, auch meinen Enkel Günther, den ich a» einer Gurte mit langem Seil an mich festbinde. Ich sage:An geeigneter Stelle", denn es ist hier nur eine, sonst ist der Lim voller Untiefe» und theils hoch aus dem Master hervor­ragender Felse».

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«Sch-Eche Kreisblatt für die «reise Marburg und Kirchhain.

Mlustrirtes Sounlagsblatt. -""

fit, Auzrigiu »«hm« mtg«g«n: di« Erpidttton dieser BlaüeS, di« Annoacru-

thrrMxx »»n Haas,nst«in & Vogl«. Frankfurt <L M.. Caffrl, Magd«- qe o f)lr| gBttn; Rudolf Mosie, Frankfurt a. M., B«rlin, München. Köln;

Sft Sonntag 26. August 1900. * « D»«b« * «te. Frankfurt« M. »«rlln. Hannover. Pari« k.

Zweites Blatt

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Die Deutschen beim Sturm auf die Takuforts*).

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Tak« Güdforl, 19. Juni.

Nu» komme ich dazu, euch etue» echte» Kriegs-

Nso ich wurde am 15. Juni Abends zum Ad- eirel gerufen, der mir de» Befehl ertheilte, um

laschen; trief zu schreibe», aber ich will euch von vornherein sage», daß es mir sehr gut geht. Ich bi» der reine Krieger geworden, wenn ihr mich sehe« würdet, würdet ihr eine» wahren Schrecken bekommen, be­waffnet bis oben hin, schmutzig uud braungebrannt.

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HIHI z Uhr Morgens mit dem Reservelandungskorps von s Amsa, Hertha uud Gefion, etwa 120 Mann, an a Md zu gehe», um mich nöthigeufalls der Taku- sorls zu bemächtigen. Es schloffen stch mir 20 eI E oesterreicher unter dem Ltnienschiffsfähn.ich Stenner , v* außerdem sollten an Laud noch 300 Japaner,

idei 50 Eug Luder und 20 Italiener, sowie 150 Russen zu mir stoßen. Wir kamen, da wir mit China *---- offiziell im Frieden lebte», durch die Forts hindurch

rfrfljl: »ach Tougku, wo der Iltis lag. Ich besetzte hier . «it den Japaner« zusamme« de« Bahnhof, schickte . bewaffnete Züge nach Tientsin u»d war dabei, de» - -** Lahichof zu sichern, da der Anmarsch von 5000 » reguläre» chinesischen Truppen gemeldet wurde, die r II Oll ich unter keine« Umständen nach Tongku hinein-

gllaffeu hätte. Da kam mir um 5 Uhr Nachmittags itnit i b« Befehl vom Admiral, daß infolge der feindlichen kse« v« Haltung der chinesische« Regierung die TakufortS d (571 - M Güte oder Gewalt besetzt werden sollten. Dem

. er., Uhr. verkauft

chiuesischen Befehlshaber wurde ei« Ultimatum ge­fielst, daß er bis 2 Uhr Morgens die Forts zu übergeben habe. Dann war Sitzung aller Kanouen- bootS-Kommaudanteu und Führer der Landtruppen

*) Aus Kapitän zur See Pohls Briefen, die der

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Ia6en 3.1 iShu Ztg. zur Verfügung gestellt worden find.

auf dem russische« Kanonenboot Bobr, dessen Kom- Manbont Kapitän zur See und älter als ich war. l Hier wurde festgestellt, wie die Kanoueuboote sich zur Seschteßuug der Forts hivlegen sollten und ich, als ältester Osfizier der Landtruppe«, entwickelte de» aidern meine» Pla«, daß ich bei der geringe» Zahl der Mameschafte» »ur da»» Aussicht auf Erfolg habe» würde, wen« die Kanonenboote das Feuer der Forts soweit »iederkämpften, daß ich Herangehen tarnte. Ich beschloß aber, von vornherein soweit rrrzugeheu, daß dieser Moment sofott wahrgenommeu Serben konnte, sobald er eintrat. Die auderev Truppenführer erllätte« stch mit meinen Vorschlägen eirverstauden. Glücklicherweise traf während der Sitzung Kapitän Craddock vou der Alacrity mit der Meldung ein, daß die Engländer um 1 Uhr Nachts MO Mann ausschiffen würden. Wir waren also 120 Deutsche, 20 Oesterreicher, 860 Engländer, F 300 Japa»er, 150 Russe», 20 Italiener, zusammen

Aus dem Lande der Arnauten!

(Schluß.)

... Leider Ian» ich mich hier in bei Türke

rnfwtrt. : ander« tzeit mu> I Preis», ,60; 0,80; »rauueii laliwetß«; #änfe> n 4;5;i>e5> ; 10. Echt 2,50; 3.

$e»e6 de- g. NachU.' «öfter!

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WestsaleL l. Prei»- »«- mgabe da htl

deutsch

EtenNeS och, ist i

' '(573 richt so frei in de» Wälder» und Berge» herum- _____bewege«, wie in Bosnien, obgleich ich durch die erste hiefige Markt > Obrigkeit, de« Richter (Mudir), durch den türkische« (5i- Gendarmerie Oberleutnant und durch 6ie türkischen Offi

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Pferd zu einem AnSrstt geliehen hatte. Die fogenauute

pere dem Schutze aller ihrer Untergebenen angelegentlichst «Pfohlen worbe« bi»; den» ich bi» außer dem Mtlstär der einzige Fremde aus Europa hier i» der Gegend. Sicherheit waltet zwar für Niemand hier, tarn wer eine» Feind, oder nur etue» ihm Uebel-

»wllenden Hai, kann jederzeit gewärtig sei«, von bemselbeu erschaffe» zu werde», de»» Jeder hilft sic, 'M der Weise selbst, weil die Gerichtbarkeü hier ja

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wische» zwei Personen als auch zwischen ganze» Familie» anSgetrageu; stnd Familie» auf sehr ge- Ibömte« Fuße, so wird ei» Mitglied vo» der ton Familie bestimmt, die Ursache ,« habe«

«üst-r, 19.

« M Null ist. S» wurde gerade gesteru ein 01) HP türkischer Leutnant von einem seiner Leute erschaffe«, nirer denselben einige Stande« vorher bestraft nir <bflS)i haste; derselbe war ein sehr lieber, schon älterer nd" EaS ^£tte rin Tffchgenofle, der auch einige Worte

" rci französisch sprach, der mir »och am Tage vorher sei» Lj Pferd zu einem Ausritt geliehe» hatte. Die fogenauute f t; A Blutrache steht hier »och i» vollster Blüthe, denn g, hier wohnt der von Natur kriegerischste Stamm der ge» Türkin, die Arnauten. Diese Rache wird sowohl

970 Mann, von denen aber 150 Japaner zum Schutz des Bahnhofes Tongku znr Rückendeckung gegen etwaige chinefische Truppen zurückgelassen werde« sollte«. Zum Augriffe waren also uur 820 Manu verfügbar.

Ich glaubte nicht, daß die Chinesen Widerstand leisten würden, hatte mich aber getäuscht. Ich schlief auf dem Iltis den Schlaf des Gerechte», wollte um 2 Uhr aufsteheu uud um 3 Uhr abrückeu, da wache ich plötzlich auf, bum-bum gingen ganz schwere G - chosse üb« mich hinweg. An Bord große Auf­regung, Lärme», Rufe, ich so schnell wie möglich in meine Kleider, a» Land, wo meine Leute iu einem Schuppe» schliefe» uud sich jetzt sammelteu. Pfeifend gingen schwere Granaten über uns hinweg und chlugeu rechts und links ein, aber alle, ohne zu krepiren. Die Chinesen hatten das Feuer um 1 Uhr eröffnet und sich offenbar auf de» Bahnhof Tongku, wo auch die meisteu Kanoueuboote lagen, eingerichtet. Ich nahm rasch meine Leute uud marschirte auf das Fort zu, die Russe» und Japaner durch Patrouille» davon benachrichtigend. Sie stießen etwa % Stunde später zu mir. Die Kanonenboote gingen nun gleichfalls in ihre Position und wurden natürlich aufs heftigste beschossen von allen Forts, während wir, nur noch etwa 600 Meter vom Fort entfernt, im Graben und hinter kleinen Anhöhen liegend, de» Augenblick herbeisehuten, wo wir eingreife» konnten. Ich war so nahe au das Fort herangegaugen, daß wir fast iu das Feuer der Kanonenboote hiueia- kamen. Noch war es dunkel, der Mond schien aller­dings, aber die Duukelhett erschwerte das Ziele», und vou einem Schwächerwerden des Feuers im Fort war uichts zu merken. Besonders drei Schnell­ladegeschütze der uns zuliegendeu Front feuerten mit solcher Präzision und Ausdauer, daß ich im Innern glaubte, wir würden mit unser» geringen Mitteln keine» Erfolg haben. Es war ein großartiges Schauspiel. Rechts hinter uns die Kanonenboote, das Aufblitzrn und Dröhne» bet Schüsse, vor uns der Fei»d, das Zische» und Einschlagen der Ge­schosse; nun habe ich auch ein Gefecht mitgemacht, uud wirklich ein ernstes. Kurz vor Sounenaufgaug ging ich mit alle» Mannschaften, iu Uebereiusttmmuug mit dem englischen Kommaadauten, etwa 200 Meter zurück, um bessere Deckung zu suchen, und etwa x/2 Stunde nach Sonnenaufgang, als die Schiffsgeschütze besser richten konnten, schwiege» die drei gräßliche» Ding« da vorne. Iltis hißte das vou mir verab­redete Fernsigual, eine» Ball, als Zeichen, daß er sein Feuer eiustellen würde uud wir mut vorgehen könnten. Ich ließ den anderen Truppenführer» sagen, daß eS nun Zeit zum Vorgehen sei, uno vorwärts stürmte nun alles, auSeiuandergezsgen in langen Linie», die stch aber wieder zusammenschlossen, da tiefe Gräben daS sonst ganz ebene Laud durch­zogen. Die Engländer auf dem rechte« Flügel, wir to der Mitte. Nun richtete auch daS Fort sei« Feu« gegen uuS, und wir in unser« weißen An­zügen waren prachtvolle Ziele, aber es wurde schlecht geschossen, die Kugel« pfiffe« uns um die Ohre«, aber nur hin und wieder fiel einer. Je näher wir

glaubt, Rache für ei« Geschehniß nehme« zu muffen, um ein bestimmtes Glied der anderen Familie zn «schieße« oder auch zu erstechen, und Waffe« hi» zu ttagen ja die Türke» immer mit sich. Die Pistole» n»b Messer im Gürtel führe» fie ja immer u»d das Gewehr»gt Urnen auch bei jedem «eitere» AnSgang auf dem Buckel. ES waltet allnding» hier uud iu d« nächste« Umgebung durch die österreichisch - ungarische B.satznng eine gewisse Sicherheit; da jedoch die Thäter meistens straflos ausgehe«, so nützt dieselbe auch nicht viel. Hi« in Priboj endet die Militär sttaße und führt als fahr- barer Weg «och ca. 1 Stunde weiter zu einem kleine« primitive» Badeorte. Vo» dort ab ab« sind, bis weit in die Türkei hinein, keine fahrbaren Wege mehr, »nr schmale Gebirgspfade vermitteln de» Verkehr zu Fuß o^er zu Pferd, meistens aber nur auf letztere Welse, dem auch der allerärmste Türke hat hier wenigstens ein Pferd, meistens aber mehrere. Da» oben erwähnte Bad ist eine große Annehmlichkeit, daS Waffer hat 28 Grad Wärme, soll ober weiter keine Hellk.cft habe». Die Lage ist ganz herrlich, auf einer Anhöhe mit prächtiger Aussicht auf den Himmel und die Gebirge, er steht dort eine griechisch orientalische große Kirche, dir früh« von de« Türke» zerstört wurde, mm aber wieder in de» Stand gesetzt wird. Während des Sommers bildet sich dott eine ganze Kolonie von Badegäste». Die angeseheneren Türke» uud Serbe» wohne« iu de» sehr bescheideveu Räum­lichkeiten des Fremdeuhanses, die weniger Bemittelt«

kamen, desto schwächer wurde das Feuer, ab« ei», zelue unterhielte» es doch noch, bis wir im Fott wate». Leider war die Brücke, über die meine Leute das Fort betreten sollte», zerstört, vir mußten uns daher alle »ach dem rechten Flügel zmückziehe». Ich ließ, dies «kennend, meine Leute mir folge», und drang selbst, weit a» der Spitze meiner Leute voraus, mit den Engländern zugleich in das Fort ein. ES war ein unendlich schön« Moment, als ich unter Hurtah unsere mitgebrachte Flagge auf der S.-W.-Ecke des FortS hißte, gerade in dem Augen­blick, als Iltis in der Höhe des FortS anlangte und etwa 100 Meter bei uns vorbeidampste. Wir brachten dem tapfer» Schiffe drei HrnrahS, die es «widerte, eS hatte scharf durch das Feuer gelitten, Laus war schwer am Fuß verwundet, Leutnant Hellmann tobt, mehrere Offiziere verwundet, tot ganzen fieben Tobte unb zehn Verwundete. Iltis hatte durch sei» Feuer« natürlich daS feindliche Feuer ans sich gezogen, aber mit dem englischen Kapitän von bet Algertne auch fast allein durch sein schneidiges Vorgehen den Erfolg des Tages er- zwungen. Ehre dem Schiffe und seinem Komman- bauten! Ich halte nur einen Verwundeten, bei den anderen Detachements waren mehrne Verwundete und Tobte.

Vom Nordwestfort ging eS «ach de« Nordfott. Ich «ahm mit meine« Leute« die Spitze, ließ gleich zwei Geschütze besetze« und zur Unterstützung der Kanonenboote, die daS heftig feuernde Südfort be- schossen, gegen dieses schießen. Unsere Leute be. dienten die Geschütze, der Linienschtffsfähnrich Stenner feuerte ab, uud beim zweiten Schuß gelang es ihm, das Pulvermagazin in die Luft zu spreugen, nach­dem Iltis kurz vorher ein anderes zur Explosion gebracht hatte. Das war den Chinese» zu viel, ihr Feuer wurde schwächer, ich setzte i» meine» von mir vorher bestellten Booten, die dem Iltis gefolgt waren, üb« den Fluß, zugleich mit den Engländern mtb rückte in das Fort ein, das durch die Explosion ganz grausam verwüstet war. Aber eS ist geradezu unglaublich, wie stark diese Forts sind und was für prachtvolle Geschütze fie haben, alle neuester Ko« stluktiou Krupp. Da» Fort ist etwa 1000 Meter laug, ich habe daher nur den Südtheil besetzt, während die Russen, 150 Mann stark, den Nordtheil halten. Die Engländer haben jetzt daS N.-W.-Fort, die Japaner das Nordfort besetzt. Um 7 x/2 Uhr war alles beendet. Am Nachmittag, nachdem meine Leute ausgeruht halt«, unternahm ich einen Zug »ach d« Sttaudbatterie, in der etwa 20 schwere Geschütze stehen, die ich unbrauchbar machte, und dann gingS nach dem Südwefifott, wo ich von den dort befindlichen 20 Feldgeschützen zwei mitnahm, nachdem ich die andern auch unbrauchbar gemacht hatte. Daun habe ich meine ganze Kraft dazu ver­wendet, mein Südfort in vertheidigungsfähigeu Zu­stand zu versetzen »nd die Leute sicher unterzubringen. jtzier brennt eS nämlich auch in verschiedenen Kase­matten und das Feuer, das olleroings sonst unschädlich ist, bringt hin und Wied« mal ein frei» liegendes Geschoß zur Explosion. Wir erwarten hier

bauen sich selbst Bretterhäuser, Reiser- uud Laub­hütten, worin sie sich wochenlang aufhalten. Die hier in der Türkei zerstreut wohnende» Serben, welche die unterdrückte 3tatloxolttüt bilden, feiern dott jährlich am 1. August ei» großes Fest, eine Art Kirmes, eine Wallfahrt, wo bis zu 2000 Per­sonen zusammenkommen. Da ka»u man Trachte» sehe», de»u au diesem Tag häugt jeder seine» ganze» Staat an sich, worin ja auch der größte Thell des Vermögeus dieser Leute besteht. Es wird den ganzen Tag bei sehr primitiver Musik der serbische National- tanz, der Colo, getanzt, und was bas Jutereflanteste ist, hi« wttben fast alle Bnlobnngen geschloffen, beim durch daS zerstreute Wohne» habe» die Leute das ganze Jahr über keine anb«e Gelegenheit, sich zu sehe» unb kenne» zn lern«. Man hört plötzlich einen Schuß unb bann sieht man bas neue Braut paar sich durch die Menge bewege», die Braut durch einen große» Extra-Kopfputz ausgezeichnet; der daselbst wohnende Archimaudttl giebt dann gleich seinen Segen dazu. Die türkischen und unsere Offiziere unb bie Notabilitäten von Pttboj, wir saßen bei ein« ziemlich guten serbischen Zigeuner-Musik bis Abends spät zusammen unb es that mir leib, als ich biefeS intnessante Fest verlassen mußte. Von ben türkischen Offizieren spricht nur ein« deutsch und auch gleichzeitig französisch, sodaß mit de» Uebttgen die Unterhaltung immer verdolmetscht werde» muß. Dieser Eiue ist auch recht gebildtt, was man sonst wenig« bei denselben findet, höchsten» vom Major

ben Anmarsch chinesischer Truppen, boch glaube ich nicht, baß wir ihnen die Forts lassen werden. Im Südfort find heute 150 Russen dazu gekommen, sodaß wtt jetzt in dem allerdings riesigen Fort 420 Mann stehen. Meine Unterbringung ist gut, die Verpflegung geht au, leider regnet es heute uud in dem Lehm ist alles unwegbar. Ich bin gespannt, wie lange ich hier noch im Fort al» Kommandant sitzen werde. Ich bin frohe» MutheS und ftoh erregt, daß ich doch auch einmal Gelegenheit zu kämpfe» hatte. Hätte» wir aber das Nordwestfort nicht genommen, dann hätte eS uns recht schlimm ergehe» tonnen.

Vom Büchermarkt.

*** China» Krieg, seit 1840 und f«in« heutigen Streitlüste. Mit 4 Karten in Stein­druck und 4 Skizzen im Text. 98 S. Berlin 1909. E. S. Mittler u. Sohn, König!. Hoibuchhandlung. Preis 2 Mark. Gerade zur rechten Zeit ist soeben dieses Buch «rschieueu. Denn es kann zu einer Beunheilung der Frag«, welche Aussichten die Chinaexpedition haben wird, ein« genauere Kennlniß aller der Erfahrungen gar nicht entbehrt werden, die in früheren Kriegen europäischer Mächte gegen China gemacht worden sind Darauf hat kürzlich auch Lord Salisbury aufmerksam gemacht, wie in Nr. 172 d. Bl. vom 26. Juli cr. berichtet worden ist, . . . daß di« Chinesen vor 40 Jahren genau di« gleichen Schlicht au- gewendet haben, um energisch» Maßnahmen der Mächte zu hintertreiben oder wenigstens zu verzögern. Die Situation von 1860 bietit in mehr als einer «eziihung ein Analogon zu der gegenwärtigen. Auch damals war «in« größer« Anzahl Europäer in Peking gefangen und von jedem Ver­kehr mit der Außenwelt abgeschnitten... u. s. w. Zweifellos ist die Geschichte auch hier die beste Lehrmeisterin. Und darum nehmen wir» dankbar entgegen, daß da» vor­liegend« Werk uuS eine Uebersicht der Kri ge giebt, die China feit 60 Jahren also gegen England, Frankreich, Japan, ja, gegen sich selbst geführt hat In 6 Abschnitten weiden der englisch-chinesische Krieg 1840 - 42 (Opiumkrieg), die Verwtckeluvgen China» mit England und Frankreich 1856-60, der Tonkin-Feldzug 1882 85 und der japanisch­chinesisch« Krieg 189495 behandelt. In einem 6. Ab- schnüt werden wa» ganz besonders werthvoll, ja eben die Quintessenz de» Ganzen ist die Erfahrungen aus allen diesen Kriegen zusammengestellt, um ihre Verwerthung und Anwendung bei der jetzigen China-Expedition zu er­mögliche». ES würde unS aber «in wesentliches Erforderniß bet unserer abschließenden Beurthcilung der jetzigen Kriegs­lage fehlen, wenn wir keine Kennlniß der gegenwärtigen militärischen Machtmittel China» hätten. Darum giebt das Buch in einem 7. und letzten Abschnitt:Die heutige chinesische Armee' n. ch einer authentischen Uebrrstcht der jetzigen Sampsmittcl d«S chinesischen Reiche», wozu noch die neuesten und besten Quellen, so da» Militär-Wochenblatt vom 13. Juli cr, benutzt wurden der Verfasser be» Buches ist nicht genannt; wir werden aber kaum fehlgehen, wenn wir in ihm «inen krnntnißreichen höheren Berliner Offizier vcrmuthen, der in dem Buche fein« Aufgabe glänzend ge­löst hat. H.

V AlSKünstleriunen-Nummer' erscheint da» neueste (25.) Heft derModernen Kunst" (Verlag von Rich. Bong, Berlin, Leipzig, Wien, Stuttgart. Preis des Heftes 6o Pfg.). Es ist «in genialer Gedanke, einmal in vollendet schöner Reproduktion zusammenzustelleo, was von weiblicher Künftlerhand in neuer Zeit Hervorragendes geschaffen worden ist und damit gewissermaßen eine internationale Revue über di, Malerei der Frauen zu bieten.

*** Des Kindes bester Spielkamerad ist da» im Ber­lage von Henry Schwerin, Berlin, monatlich einmal mit vielen Jllufttationen und mehreren illustrirten Beilagen erscheinende GebrauchsblattKindergarderb«'. Abonnement nur 60 Pfg. pro Quartal.