Wöchentliche Beitngen: KreisSlatt für die Kreise Marburg «nd Kirchhain.
Jllnftrirtes Tsnntagsblatt
Marburg
M 181
Soi
kt 9
»a-r-
de zu Hu« habe« werde«, der feinen Pardon und kein Völkerrecht anerkennt; sie wisse» aber , daß Deutschlands Ehre und Würde ihre»
eingesetzt. Die Zweifel, ob die Beisetzung in Rom oder i« der Superga in Turin erfolgt, dauer» fort. Der „Popolo Romano"' schreibt, selbst wenn der König im Testament die Beisetzung in der Superga bestimmt haben sollte, möge das Parlament im Namm des Vaterlandes den Wunsch ausdrücken, daß die irdische Hülle Umbertos im italienische» Rom neben dm Ueberresten Viktor Emanuels beerdigt werde.
Mtfeet st Wch s»S Fttnrta»««.
6s6 he SM. btt
verfehlt, verpfuscht worden ist. Ich bin Ingenieur- Offizier gewesen, war in die Refideoz zur Kriegs- akademie kommandiert. Damals lebte» schon meine Elter» nicht mehr; ich war ga»z auf mich selbst gestellt nnd besaß außer meiner LeutnautSgage keine Mittel. Ei» allerer Vetter, derjenige, der mir heute »ach Jahren zuerst wieder begegnet ist, hielt stch damals als Jugenieur Major zur selben Zett wie ich in der Refidenz auf. Er hatte ein glänzendes Avancement gemacht, war ihm Zeichenfach alS ei» Genie erkannt und bekannt und verkehrte mit »tt in ver- wandschaftlicher und freundschaftlicher Weise. Mein intimer Umgang beschrmckte sich auf ihn und eine» junge», reiche» Ausländer, eine» Ruße« der fich in der Refidmz i» der deutschen Sprache vervollkommne» sollte u»d hierfür und für das geologische Fach ei» beso»dereS, von mir getheiltes Jnterefie zeigte. Wir füllte« unsere Mußestunden gemeinsam mit diesem Studium aus, und da fich schon früh bei mir der Hang zur Eiusamkett und Zurückgezogenheit kundthat, meine pekuniären Verhältnisse dieselbe auch gebot, so verkehrte ich nur mit jenen Beide», niemals aber in Wirrhrhäuler», und nur in denjenigen Gesellschaften, die meine Vorgesetzte» gaben und deshalb nicht zu umgehen waren. Erst als ich" —seine Stimme nimmt plötzlich eine« gedämpfte« bewegtere» To» an —, „erst als ich fie kennen lernte, regte sich i» mir jene jugendliche Freude a« Tanz und Geselligkeit, die mir so verderblich werde» sollte.
Wer fie war? Ei« hohes schlankes Mädchen von eigevthümlicher Schönheit, eine Schwester der Grazie; die Natur hatte ihr schwarzes Haar und tiefblaue Auge» verliehen, fie fiel auf durch ihren ■ Wuchs, der schlank wie ein junger Baum und biegsam
iet sta«
@01 Aua H-D mberg
itagW [51
den tz
-7210
ds
, M°» ilDffll.
ästige» lls
d. Seendi tmüthl! ufitalii rftau
L«ra«tw»rüich ft* di« Ztboftton: R«datteur Han» Hnpfer ta Steifenr, Ridavio»: Marv Sl. — Telephon 66.
1
iing^1
den
Uhr «
siatische« Freiwillige« -Armee Vollzen. Der Kaiser iß von seiner Nordlands - Reise zrzeüig zurückgekehrt, um persönlich von de« ab« ichende» Truppe« sich zu verabschiede». Das ist «Leben und Treiben j-tzt in Bremerhaven, ein üey'chäumender Patriotismus und eine Begeisterung,
Inzwischen hat die Hoffnung, daß die G e - sauoteu in Peking «och am Lebe« seien, wesentlich an Kraft gewonnen. Aus einer Reihe von Depesche« scheint i« der That hervorzngehen, das am 21. Juli die Gesandten »och gelebt habe« und daß ei» Nachlasse« der chinesische» Feindseligkeiten stattgefuude» hat. Damit ist »atürlich der Wunsch nach möglichster Beschleunigung des Vormarsches auf Peking erheblich verstärtt worden, und so hat denn dieser auch bereits seinen Anfang genommen. Aber auch ohnedies thut schnelles und ein- trächtiges Handeln der europäischen Mächte dringend »oth. Immer größere Gebiete falle» de» Boxer» zu, die christlichen Chinese» werde» zu Tausenden hln- gemordet, die europäische» Missionare überall, wo man ihrer habhaft wird, vo» dem gleiche» Geschicke betroffen, ijnb in der Mandschurei tobt um Niutschwang und an anderen Orten blutiger Kampf. So vermag nur energisches, einheitliches Handeln die Wiederkehr von Friede» und Sicherheit zu ermöglichen.
In Südafrika habe» die Engländer mit der Gefangennahme des Burengenerals PrinSloo und einiger anderer Burenkommandante» eine« Erfolg erruvge«. Ob derselbe allerdings von entscheidendem Einflüsse auf die baldige Beendigung des Krieges sei» wird dürfte zu bezweifeln sein. Wenigstens wird bereits wieder von neue« Unternehmungen der Buren gemeldet.
Auch Frankreich endlich ist auf afrikanischem Boden daS Schicksal jüngst hold gewesen. Sultan Rabah, der thatkräftigste und gefährlichste Gegner, den Frankreich wie das Europäerihum überhaupt im Tschadsee- und Schari-Gebiet besaßen, wurden von den vereinigten Expeditione» Foureau-Lamy und Voulet- Chauoine besiegt und fand dabei feinen Tod. Für die weitausschaneuden afrikanischen Pläne Frankreichs ist damit eines der wesendlichste» Hindernisse in Wegfall gekommen.
wie eine schwanke Gerte war. Tanzte man über das glatte Parkett mit ihr, so glaubte man eine schwebende Fee im Arm zu habe». Sprach man mit ihr, so schmeichelle fich ihre weiche, modulationsfähige Stimme inS Herz wie Mufik. Ihre Gegenwart erfüllte Auge und Ohr zugleich mtt Freude und Verlange». Ob fie so gnt war wie schön?* Ich beobachtete fie, behielt im Gedächtniß was fie that und sprach, und wußte lange keine Antwort auf meine Frage.
Eine Zeitlang hielt ich eS auch für überflüssig, darüber »achzudenken, und wies derartige Gedanken zurück. WaS ging mich die schöne, anspruchsvolle Tochter eines Oberste» an. Eine Zeitlang! Als fie aber anfing, mich zu bevorzugen, war es vorbei mit der kühlen Reberlegung, Leidenschaft und Liebe erwachten, und der Verdacht, daß fie ein wenig kokett, ein wenig gemüthSloS sei, schwand ohne weiteres.
Ich erschien mir von dem Augenblicke en, trotz meiner mageren Börse und meiner Leutnants-Charge, nicht mehr unbedeutend und der Beachtung unwerth. Ihre mft zutheil werdende Auszeichnung hob mich in meinen und anderer Augen.
Feodor, mein junger Freund aus dem Ausland, hatte mich einmal .einen schönen Kerl* genannt, „ber in der Siebe noch fein Glück machen würde*; diese von mir verlachte Aeußeiung kehrte mir nun inS Gedächtnis zu.ück und ließ mich eines TageS meine Person vor dem Spiegel Revue paffieren. Jetzt, wo ich gealtert und häßlich geworden bin, kann ich sage», daß er recht habe» konnte; den» auch fie — ich will fie bei Name» nenne» — Justine Rittfeld gab mir verschiedene Male Sehnliches zu
Strenge thellte mit: Der Erbprinz von Hohenlohe lasse dem Landtage seinen Gruß entbieten und bitte denselben, das Versprechen entgegenzuuehmen, daß er bemüht sein werde, die ihm gestellte Aufgabe »ach Kräften zu lösen. Der Erbprinz verkenne die eigenartigen Schwierigkeiten seines Amtes nicht, werde aber bemüht sein, dem Herzog, der i» so jungen Jahren zur Regierung komme, nach seine« Kräften die Uebernahme der Re- gierung zu erleichtern, damtt dessen Regierung dem Lande zum Segen gereiche. Er rechne dabe auf den Beistand Gottes, die Hingebnng der Be
rn ers Stistm ns, w
? Al
d. M
* über u. a.
Hörden, die Mitwirkung und treue Berathung des Landtages und die Hilfe der Bevölkerung.
Hierauf widmete Vizepräsident Rädlein dem Herzog Alfred warme Worte des NachrnfS und sprach die Erwartung aus, daß die Erziehung deS Herzogs Carl Eduard durch den Regierungsverweser in echt nationalem Sinne geleitet werde, »arnit derselbe deutsch fühlen und deutsch denken lerne. Unter solcher Voraussetzung werde der Segen des Himmels nicht fehlen. — Sodann wurde der Landtag geschlossen.
und um seine Lippe« zuckt es. Die Faste zwischen den Braue« hat fich so tief eingegraben, wie damals, als fie ihn zuerst sah, und nie vorher erschien ihr fein Haupt- und Barthaar so mit Grau vermischt, das Gesicht so vergrämt und elend wie in diesem Augenblick. Er sicht ihre Betroffenheit nnd lächelt tranrig.
.Meine alte Freundin, die Erinnerung, hat Einkehr bei mir gehalten,* sagt er bitter, .und fich den bisher vorenthaltene» Tribut der salzige» Thrä»e» geholt. Zwei Menschen habe» daran schuld. Sie sind mir tat Gasthaus begegnet und von ihnen wollt ich erzählen; das heißt, wenn Sie zuhören wollen, Fräulein ThuSnelde.
Seine Stimme wird weich und sei» Blick glänzt. Er denkt a» das BUd — fei» Bild ta ihrem Buch, er weiß ja nun, das fie ihm gern Gehör schenken wird.
.Ich will aufmerksam und mit Theilnahme zuhören,* sagte fie mit !eifern, verständnißvollem Ton, tadem fie de» Schirm beiseite legt und ihr Skizzenbuch schließt.
Während er zu erzählen beginnt, fieht fie bald auf ihre weißen, unberingten Hände nieder, bald auf ben röthlich überhauchten See, bald ta das WaldeS- dickicht, aus dem allmählich nebliger Duft aufsteigt, selten hebt sich ihr Auge zu ihm auf. Aber ihr Herz lauscht ath.mloS auf jedes seiner Worte.
.Ich will mich kurz fassen,* sagt er, daS Auge mit einem geistesabwesenden, etwas starren Blick vor fich auf ben Erbboden heftenb, .mehr als von einer einzigen Periode meines Lebens zu erzählen, lohnt fich nicht. Der Gang desselben iß dürftig und gewöhnlich gewesen, und es krmmt nur daran' an, daß Sie verstehen und erkennen, wodurch es
(Nachdruck verboten.)
Die Ehestifteriu.
Bon H. PalmS-Paysen.
«rin von Marietta Tonelli, MSbchenliebe, Aw Mälarsee Ein Hochzeitstag rc.
(Fortsetzung-)
Er setzt fich neben fie, nachdem er eine Zettlang die Szenerie, über den See und seine alte t geredet. Dabei blickte fie ihn kaum an, ihre
d zeichnete mechanisch hi« und dort einen beten Strich an der kleinen Skizze, die er beten möchte. Sie reicht ihm das Buch. Daß darin auch die alte Zeichnung befindet, die fie
Umschau.
AnS Coburg-Got ha.
Ein uns zugegangenes ausführliches Telegramm die Sitzung des Coburgsche» Landtags macht folgende interessante Angaben: Minister von
ixbtn anbertrant ist und daß fie für eine gerechte stand, ins Feld ziehen.
Die Chinesen und die polnische Presse.
pn. Neben den sozialdemokratischen Blätter« fahren auch polnische fort, den Chinesen zu Hilfe zu komme«, und zwar gleichfalls mit den Argumenten, daß Deutschland an de« Wirren in China schuld sei und daß doch die chinefische Kultur auf weit höherer Stufe stehe, als die deutsch-europäische. So schreibt die .Praca*: .Der Vorgänger des ermordeten Kettelet trat der chinesischen Regierung mit solcher RückfichtSlofigkett gegenüber, als er es gemäß ben ben bet preußischen Politik Schwächer« gegenüber befolgten Traditionen irgend bermochte. Bis heutigen Tages finb in der preußischen Politik die krenzrttter- licheu Tradttionen nicht auSgestorben. Wie die Kreuzritter einst mit Feuer und Schwert LÜthaue» bekehrten und .cibilifirten*, wie fie die harmlosen slabischen Volksstämme unter dem Deckmantel ber Civilisation ausrotteten, so breiten ihre Nachkommen in unsere» Landestheile» .Kultur* aus, und heut wollen sie auch China gegenüber in ber Rolle oon Kulturkämpfern auftreten. Und mit welchem Recht? Steht einerseits bie Kultur Chinas so tief unb andererseits die deutsch, europäische Kultur so hoch? Die chinesische Kultur und Gesittung find einige Tausend Jahre alt d. h. China hat als Staat schon existirt und seine Art gesellschaftliche Organisation besessen zu einer Zett, als die heute Europa bewohnenden Völker, darunter deutschen, als unorga- nifirte Horden in den Steppe» herumirrten, sich i» wenig bon den Thieren unterscheidend ei» Nomadenleben führten.* I« ber gleiche» Weise geht es »och spaltenlang weiter. Wer bavach »icht einsieht, baß bie chinesische Kultur höher steht als bie beutsch - europäische unb baß Demschland, ta Souberheit Preußen, es gewesen ist, baS bie Wirre« ta China verursacht hat, bem ist nicht zu helfe«. Vo» Interesse bei diesem Geschreibsel ist «nr, baß auch hier wieder Sozialdemokratie «nd Polonismus an einem Strange ziehen. Es wttd bas aber auch erklärlich, wenn man bedenkt, baß beibe Tobtfeinbe beS brutsche» Reiches stab und beibe stets, wen« fie gegen bie Institutionen des letzteren anstürmen und zurückgewleseu werden, es so darzustellen belieben, baß fie bie Angegriffenen feien. Die beutsche Nation ober wirb es fich merken, baß PolonlsmnS und Sozialdemokratie eS waren, die, als es sich um die Aufrechterhaltung der Ehre Deutschlands handeüe, dem Feinde zu helfen versuchten.
intag 3 die keine Grenzen kennt. Ei» Schiff »ach dem üstu lichtet die Anker, um unsere Krieger ihrer e». . ,-Jmmung zuzuführen. Wohl wissen die Tapfer», lenck!.z«!chxu Gefahre» fie entgegengehe«, daß fie mit einem
•e>dgtn nehmen entgegen: bie Expedition diese- Blattes, die Annoncen»
vnreanx so« Haasenstein & Bögler, Frankfurt a. M., Cassel, Magde- o- cxnr.rn
bnrg, Wien; Rudolf Stoffe, Frankfurt a. M„ Berlin, München, Köln; 00.
Ä. L. Daube fc 6e„ Frankfurt a M.. Bettln, Hannover, Pari? rc
Billigtet und Sicherheit, die den glorreiche» ldWkh «lüärische» Ueverlieseruuge» Deutschlands vollauf ’ «spricht, lat fich die Mobilmachung unserer o st -
M bem Gedächtniß heraus einst von seinem Kopfe imacht, hat fie längst vergeßen und gestattet es M, baß er die Blätter umwendet und schaut und Äfiert.
Mtt ihrem Sonnenschirm zieht fie sonderbare Hieroglyphen in den Sand, ihr Ohr horcht auf seine "tae Stimme. Welch' eine Stunde, welch' eine Sfcmbe ber Wonne ist biefe!
Als er plötzlich schweigt, stört fie ihn «icht, fie Wl einmal egoistisch sein, einmal nur an fich beulen, P ihm selbst das wohlgesällt unb bequem ist ober Wft, fie will bie Seligkeit seiner Nähe einmal aus- Wßr», ganz unb voll, eS ist vielleicht bas letzte Mal. 1 Nun reicht er ihr das Buch zurück. Seine Hand Wt ei« wenig, fie ficht es nicht. Aber fie stutzt Md wendet ihm rasch ihren Kopf zu, als er mit Wkierender Stimme sagt: .Ich möchte Ihne« etwas WH meiner Vergavgenhett erzähle«!' ist»« erst bemerkt sie eine Veränderung in seinem Wchl. Seine Auge« find roth und geschwollen
i Wochenschau.
| n. Mit blutige» Schriftzügen ist bie verflossene Wch- im Buche der Geschichte eingetragen. König |® b er t dox Italien, der gütige Monarch, L zu Monza bei Mailand der Kugel eines arrar- Ejpidien Moedbuben, Namens Bresct ober Presst, Egg Opfer. Weir über bie Grenzen Italiens hinaus K dieses Erugniß Abscheu unb Entsetzen, Schmerz Eb Trauer wachgerufe». Deutschlands Kaiser unb zumal beklagen ix bem Dahingcschiedene« einen Egt» Freund und bewährte» BundeSgenoffe». I» Ermen, tiefempfundenen Worten hat Kaiser Mil Helm II. dieser Klage Ausdruck gegeben ta fai Belleids-Telegramme« an den neuen Herrscher Kallens, ben König Viktor Emanuel III., unb bie Wstgin-Witwe Margherita. Mögen bie kaiserliche» Mische in Erfüllung gehen, bem neuen Könige eine KtnüDoHe Regierung bescheeri werde» unb uns bie Emnbfäaft Italiens erhalte« bleiben. Möge aber Ech gegen bas internationale Mordgesindel, bem Wubar auch das ta Paris verübte Attentat Ws den Schah von Persien zuzuschreibeu ist, Krgifdie Maßnahmen getroffen werden.
' Noch eine zweite Trauerknnde brachten bie letzten Nage. Ei» deutsches Fürstenhaus wurde mit dem Wtzhche» Ableben des Herzogs Alfred vo« skachsen-Koburg und Gotha in Schmerz teb Trauer versetzt. AIS englischer Prinz erzöge», hat i« im 55. Lebensjahre Dahingeschiedene »ach Be- j-igiwg des Koburg-Gothaische» Thrones stch mit fffcr ben Aufgabe« eines deutsche» Fürsten ge> Widmer. Der Verlust, be« Regierung und Bevölkerung Kobirrz-Golhas erlitte«, begegnet auch in den ander« chen Bundesstaaten allseitiger, auftichttger Theil
time.
Sieben diesen Trauer > Botschaften aber steht die irresische Frage «ach wie vor im Vorder- de des allgemeine« Interesses. Mtt einer
ast l| nei kern»
3«m Königsmord in Italien. , König Victor Emanuel III. richtete eiue Prokla- ' ntatio« an bie Italiener, ta ber es heißt: Mir war es »icht vergönnt, ben letzten Seufzer bes Vaters zu vernehmen, ich fühle aber, baß es meine Pflicht fein wirb, ben väterlichen Bahne« zu olge» nnb feinen Tugenden als König und erste« iürger Italiens «achzueifer« .... Den geliebte» und beweinten König überleben seine staatlichen Einrichtungen, die er treu wahrte und i« den zwelund- zwanzig Jahre» seiner fleckenlosen Regierung zu uner- chütterlich'U machte. Diese Einrichtungen, welche mir heilig sind durch die Traditionen meines HauscS und weil ich fie als Italiener glühend liebe, werden mit fester und starker Hand gegen jede Antastung und Sewaltthätigkeit, woher sie auch kommen möge, geschützt werde«. Des bi« ich sicher, das Glück und die Größe Italiens zu verbürgen. ES war der Ruhm meines Großvaters, Italien seine Einheit unb Unabhängigkeit gegeben zu haben; es war der Ruhm meines Vaters, über die Erhaltung derselbe» mit Eifer gewacht zu habe». Das Ziel meiner Regierung ist durch diese unvergängliche» Ertanerungeu vorgezeichnet.
Möge Gott mir helfe» und die Liebe meines Volkes mich stärke», damit stch meine gesammte Fürsorge als König bem Schutze ber Freiheit unb ber B ertheibignng ber Einheit widmen kau», welche durch unlösliche Bande zum Heile des Vaterlandes vereinigt find.
Das Testament deS Königs Humbert ist ber „Agenzia Stefanl* zufolge trotz eifriger Nachforschungen bis jetzt nicht gefunden worben. Der Oberjägermeister Graf Carmlnati bi Brambilla würbe nach Rom gesandt, um es bort zu suchen. Dadurch werden die Anordnungen bezüglich deS Begräbnisses verzögert. Der Graf vo» Brambilla verfichert, König Humbert habe seine Memoiren ta ein Album geschrieben, welches dem König Viktor Emanuel übergebe» wurde.
Zu ben Vorbereitungen zur Leichenfeier liegt folgenbe Meldung anS Rom vor: Zur Herstellung des KönigSsargeS wurde ein alter Nußbaum im Schloßpark gefällt. Im Sarg mürbe in ber Höhe des Gesichtes eine Glasscheibe
ch b achm. n Sch
(6
TU