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QeitaM, glaube« aber auch, daß die Entsatz-Expedition gut daran lhu« wird, die größte Vorsicht walte« za lasse«, «m nicht schließlich vor de« Mauer» Pekings vou einer bedeutende» llebermacht erdrückt z» werden.

Neue Nachrichten au» Peking

liege» jetzt vor; da»ach hätte« die chiuefische» Truppe» am 18. Juli die Feiuds.ltgkeiteu eingestellt, weil e» ih»r» an Munition mangelte. Sie ver­stärke» aber die Barikade» fortwährend. Da» Tsungli. Name» stellte Macdonald eine Abschrift der Depesche de» Kaisers von China au die Königin Viktoria zu, worin die Gewaltakte Banditen zugeschriebeu werden, uud die Königin um Vermtttelnug gebeten wird. Jene Depesche wmde dem Tsungli. Iame» am 3. Juli vou dem große» Rathe zugestellt. Trotz­dem ist am 2. Juli ein kaiserliche» Edikt ver­öffentlicht wordeu, da» die Boxer» auffordert, in ihrem patriotische» Werk fortzufahren und d^e Christen auSzurotten, und da» de« Bh-lö-ig» uud Gouverneure» befiehlt, ajle Mtsfio- nare zu vertreibe», die Christe» z» oerhaste» »ud fie zu zwinge«, ihrem Glaube« zu euffageu. — Ein anderes EsiÜ wurse am 18. Juli veröffentlicht, da» eineu vollstäudige» Umschwung in« folge de» Siege» der Verbündete» bei Tie»tst« bedeutet. I» diesrm Edikt wird zum erste» Mal die Ermordung de» deutschen Gesandte« erwähnt, die de« Rebellen zugeschrieben wird, unzweifelhaft aber ei» wohl­überlegter Mord war, den, wie Dolmeffcher Corde» beweisen ka»», eio kaiserlicher Offizier verübte. Die Chinese» unter«inirteu die ftan- zöfische Gesandtschaft, die jetzt zertrümmert ist. Der Gesandte Picho» flüchtete aber gleich am erste» Tage der Belagerang in die englische Gesandtschaft. Um die englische Gesandtschaft zu zerstöre», trugen die Chinese» lei» Bedenken, die Hanliu-Akademie, die au die Gesandtschaft angrenzt, eine» der heiligsten Gebäude China», tu dem eine einzig dastehende Bib­liothek sich befindet, i» Brand zu stecke». Vou de« tu der Peitasg Kathedrale eiugeschlosseue» Euro­päer« fehlt jede Nachricht.

Der Vormarsch

auf Pekiug soll «u» augetrete» wordeu feie, doch fehlt »och jede authentische Nachricht. Der „New Jork Heralb- veröffenüicht zwar ei» Telegramm an» Tientsin, demzufolge die japa»ische Avant­garde geschlagen sei» und 150 Manu au Todteu und Verwundete» verloren haben soll. Dagegen wird anderersest» berichtet: Die Ruffe» hätte» in der Richtung auf Peking belegeue, zehn Meilen von Tientfiu befindliche Fort» geuommen. Die Besatzung, die 10000 Manu zählte, habe angeblich die Flucht ergriffe». Diese beide» Meldungen lasse» sich nicht mit einander vereinbaren. Die nächste» Tage werde» aber wohl Klarheit bringe». Wir Deutsche müsse» e» bedauern, daß wir anscheinend bei dem Zuge nach Peking nicht mit einer unserer Stellung entsprechende« Truppeumacht vertrete» find, aber wir werde» «eiblol auf die Erfolge der auderu blicken. Daß unsere Leute im Falle der Roth einzu« gretfen und dem deutsche« Namen Ehre zu mache» verstehe», da» habe» fie bei Taku uud Tieutsin gc. zeigt «ud wen» sich Herausstellen sollte, daß der gegen Peking vorbereitete Schlag »och nicht genügt, um den Widerstand der Chinese» gänzlich «iederzu- werfe«, so werde» uusere jetzt in der Annäherung begriffenen Truppen noch Gelegenheit haben, bei Beweis anzutreteu, baß e» uu» tiefster Ernst ist mit dem Vorsatz, au» alle» unser« Kräfte« unb mit bem äußersten Nachbruck bazu beizutrage«, baß bet Civlli- sation in China nie «lieber in einer solchen empören­den Weise Hohn gesprochen werde, wie e» jetzt ge- schehen ist.

Dir amerikanische Regiernng

scheint sich über ihre Stellungnahme anscheinend noch nicht klar zu sein. „Moruing Post- berichtet:

Da» amerikauffche Kriegsamt habe den General Chaffee beauftragt, gemeinsam mit den chinesischen Truppen zu operiren, fall» diese ernstlich versuchten, die Boxerbewegung zu unterdrücken. Da» wäre doch eine Vertrauensseligkeit, die kaum zu glauben ist. ES verlautet auch auderer- sett»: Der KabinetSrath habe beschloffeu, nicht au Li Hung Chang» Vorschläge einzugehe«, sondern von der chiuestscheu Regierung zu verlangen, daß der Ge- sandte Conger sofort in Stand gesetzt werde, mit seiner Regierung in Verbindung zu treten, und daß die chinefische Regierung für die Sicherhett deffelbeu verantwortlich zu mache» fei. Die Tonart dieser Boffchaft klingt viel schärfer al» die der bisherige».

Einzelheiten.

In N o r d ch i na haben nach amtlichen rusfifche» Meldungen die Chinesen in Kalgan die russische Kirche und Häuser bet Russe« in Brand gesteckt, Wamen gr plündert, anderes Eigenthnw zerstört. — Am 28. Juli besetzte General Rennenkampf da» chinesische Fort Mache am Amur. — Am 29. Juli wurden die Chinesen aus den Gold­gruben vou Sheltuga verjagt, die Arbeiten find dort eingestellt, viele Befitzungeu verlaffen. — Am 29. Juli rückte» in Blagowjestschenk die erste» ru fischen Berstärkuugeu ein.

Ungern nach China gehen dieftanzöstschen Soldaten. Die ftanzösische Regierung ist nach der „Schles. Ztg.' schon bei bet Absendung bet ersten Truppen nach China auf einen entschiedenen Wider »tHen nicht nur in der Civilbevölkerung, sondern am der «ilftärischen Kreise gestoßen. DaS Blatt weiß au» privaten Mittheiluugen, daß die ftanzöstschen Soldaten mit schlechtem Geiste auSmarschirt sind und daß selbst tat Offizierkorps wenig Lust zu verspüren war.

Die Nachricht über eine jeyigr oder spätere Der- jartetnug der Lloyddampfer „vatbaroffa-, „Königin Louffe- und „Friedrich der Große- an bte iieichSregierung ist ganz unbegtüubet.

Deutsches Reich.

* Berit«, 3. August.

— Bon einet nochmaligen Helgola nbfahrt des Kaisers wissen Hamburger Blätter folgerte» zu melbeu. Danach trifft bet Kaiser am 10. August, >em Tage bet Uebcrgabe Helgoland», abermals dort ein und wird bei« Gedenkstein auf dem Oberlande mfelbst eine Rede halten. Am 10. August find 10 Jahre verflossen, als der Monarch seine erste Rede fielt am Tage der Uebergabe des Eilande».

— In Bremerhaven unterblieb bei der Abfahrt der Schiffe „Rhein- und „Adria' die Aufstellung »er Truppen, weil am Nachmittag ein heftige» Ingewitter mit starkem Regenguß niebergtag. Der Kaiser kam um vier Uhr an Laub und besichtigte mit der Gafferin eingehend bie Schiffe. Die Kaiserin ieß sechs cta» ihrem Regiment mitgehende Leute vor- treten, und schenke jedem eia Bild de» Kaiser» und eine wollene Leibbinde. Eine Ansprache erfolgte nicht.

— Eta ständiger Ausschuß, der au» de« Set» tretet« sämmtlicher sächsischer Handels- und Gewerbe- Kammern zue Erörterung vou Maßregelu, welche von de» Behörden zur Behebung der Kohlen- n o t h getroffen werden können, gewählt worden ist, beschloß etaftimmig, an die StaatSregiernng folgende anträge zu richten: 1) Unverzüglich den Rohstoff- Tarif für Kohlen von sächsische» Elbumschlageplätzen »ach dem sächsische« Btaueulaude etazufühte», 2) dahin zu wirken, daß bet Rohstoff-Tarif für Kohle» von be« deutschen Seehäfen nach bem deutschen Biunenlande eingeführt werde, 3) sich dafür zu ver- werteu, daß die soeben erst vom preußischen Ministerium der öffentlichen Atbetten enheilte Ge­nehmigung zur Ausdehnung de» AuSnahme- tarifs »ach b en beutscheu Seehäfen auf BraunkohlenBrikets balbigft rückgängig gemacht werbe.

Aus Marburg und Umgegend.

BfaftWSg, 3. August.

* Englischer Gottesdienst. Wie ta früheren Jahren, so soll auch i« diesem Jahre ein englischer Gottesdienst ta Marburg und zwar an den 4 Sonn­tagen (5., 12., 19. u. 26) de» Monats August eingerichtet werde». A» de» genannte» Tagen findet die Morgeuandacht um 830, der HauptgotteSdievst um 11 unb bie Abenbaubacht um 6 Uhr statt. Durch bas fceuubliche Entgegenkommen ber städtischen Behörde« sowie de» Herrn SchulinspekiotS soll bie Aula bet Mädchenschule ta ber UniverfitätSstraße za diesem Zwecke benutzt werde». Wit verweise» auf die kirchliche Anzeige in ber gleichen Nummer dieses Blatte». . .

* Ferienkurs«»-. Wir machen »och besonders darauf aufmerksam, daß bie Begrüßung ber Theil- nehmer bei 2. Kursus Sonntag Abend 8 Uhr im kleine» Saal (Parterre) ber Restauration Seebobe unb nicht int Museum stattfinbet. Allem Anschein «ach bürste bieser 2. Kursus noch besser besucht werben al» ber erste.

+ Ein stattlicher Festzug bewegte fich gestern Abenb anläßlich be» 75. Stiftungsfestes beS Corps Teutonia vom Bahnhof au» burch bie mtt dichten Menschenmassen gefüllten Straßen »ach bem Museum. Deu Zug eröffnete ein Vorretter, bann folgten bie CotpSsahne unb Fahnenträger unb Begleiter zu Pfetbe. In einem guirlanbengefchrnückten Vierspänner hatten bie Senioren des Corps, bie Herren Pfatter Dittrnar, Canzleiraih Eckhatbt von hier, sowie ein ausmittiger Herr, Platz genommen. Daran schloß fich ein Zug vou mehr als 200 Teutonen, unter diesen viele alle Herten. Die Casseler Husatenkapelle und unsere Jägerkapelle begleiteten den Festzug, bet von ber Augustenruhe unb bem Schloßberge an» durch Böllerschüsse begrüßt wurde.

* Ein Marburger, Herr Oberlehrer Dr. Wilhelm Greiff in Berlin, wmde vom Magistrat ber Stadt Berlin zur Weltausstellung nach Pari» gesandt und »ahm auch am tateruatioualen Kongreß für Schul­hygiene Theil. Herr Greiff weilt gegenwärtig auf der Rückreise hier ta seiner Vaterstadt.

* Gefechtsschießen. Das Hessische Jägerbataillon Nt. 11 wird am Mittwoch den 8. d. M. von 6 Uhr 30 Min. bi» 8 Uhr 30 Miu. Bor- mittags Gefechtsschießen mit scharfer Munition nördlich von Wehrda mit nördlicher Schußrichtung gegen den „Rickshell- abhalten. Zu diesem Zweck werden die Wege Wehrda—Goßfelden unb Fußweg Cölbe— Sarnau durch -Sicherheitsposten abgespetri. DaS Gelände darf während des angegebenen ZeittanmeS nicht bettete» werde». De» Sicherheitspofte» ist »»- bedingt Folge zu leisten.

+ Militärisches. Heute Morgen hatte fich auf dem Kasernenplatze eine Anzahl Gatbereservisten, zwecks einer militärischen Hebung ta Berlin, zu melbeu.

4- Der Oberhesfische Touristenverein unter- nimmt am nächsten Sonntag seine 7. Progtamnttour nach Fronhausen—Crumbach—Dünsbeig—Butentod —Himberg—Gießen. Die Abfahrt erfolgt nm 558 Uhr vom Bahnhof Nord bezw« 604 Uhr Bahnhof Süd.

* Literarisches. Der Inhalt brr Nr. 15 de» „Hessenlanb- ist folgertet: „Ludwig Mohr f-, Gedicht von Georg Schwieutag. Eta „Klagelied- Landgraf PhllippS ta feiner Gefangenschaft, vou SB. S. Freiherr Karl Rtvalier von Meysenburg, kurfürstlich hessischer Staatsminister (Schluß), von

Hermann Freiherr von Meysenburg. Jikob Hoff­meister in Wien, von SB. Bennecke. Aus alter und neuer Zett. Au» Heimath und Fremde.

4- Unsere gestrige Warnung, den Kindern bei Festzügen da» Wegnehmen der Sträußchen zu ver­bieten, kam leider etwa» zu spät. Gestern Abend wmde beim Tentonenzug ein kleines K'nd von der »ach Blume» haschende» Jugend umgestoße». Es wmde dabei vo» einem Pferde geriete» und im Gesicht verletzt.

+ Schöffengericht. Im weiteren Verfolg ber gestrigen Sitzung hatten fich zwei junge Butschen wegen Diebstahl» bezw. Hehlerei zu verantworten. Sie entwerteten nämlich einem hiesige» Kaufmann ein Fäßchen Bier unb tranken sich gehörig satt. Dafür bftrfe« fie 8 Tage lang im Gefängniß über bie» „Freibier' nachdenken.

* Die Aspdaltiruug des RudolphplatzeS wird nunmehr in einet Weise dmchgefähtt werden, die die beabfichtigte Sperrung de» Platze» für be« Verkehr überflüssig macht. Bei bet Asphaltirung wttb ein genügend breitet Streifen liegen bleiben, sobaß bet Fnhrwerksverkehr stattfinden kann. Mik den Arbeiten wird am morgige» Tage begonnen werbe». Die Bekanntmuchrmg, bie Sperrung bes Platzes beit., ist aufgehoben worben; es wttb aber darauf aufmerksam gemacht, baß be« Weisungen der ben Verkehr überwachenden Polizeibeamten unbedingt Folge zu leisten ist.

* Witterung. Diese Rächt wme» + 12,5 Gert C. Heute Mittag hatte die Lust eine Ternvermm von +■ 21,5 Grad 6. »arometerftart 746 mm, gegen gestern nm 1 mm gefallen. Windrichtung: SW.

Konmn-Anfßnnß 424 - R,nd-Nnis«n> 1.10 € • tMa-Untttse»« 7.47 a W»vd-Unt«ri«ng 10,10

* I» eigener Sache. ES flieht eine gewisse Sorte von Blättern, denen es nicht wohl ist, wenn sie nicht irgend jemand anrempeln, ans irgend etwas schimpfen können; je persönlicher nnb gehässiger, desto lieber. Die Marburger nattonalsofiale Zeitung bemüht sich anscheinend, unter diesen lieblichen Exemplaren der deutschen Wesse einen Ehrenplatz sich zu erobern. Zu einigen Erfolgen hat sie e» auch schon gebracht Ein besonders beliebte» Objekt, an dem sie ihr Schimpftalent übt, ist die „Oberh Ztg.". Mit einem Eifer und einem G schick, der den Angehörigen der Redak tton die Anwartschaft auf einen Correct o r posten zweifellos sichert, durchstöbert die Redaktion des national« sozialen Blattes unsere Zeitung und findet sich irgendwo ein Druckfehler, irgend ein Versehen, dann wird flugS eine Briefkasten'Notiz, ein Eingesendt oder ein sonstiger Artikel geschmiedet. Wir haben diesen Hebungen mit Ruhe lzu- gesehen, da wir neidlos die Meisterschaft des national- sozialen Blattes im Schimpfen anerkennen, persönliche Zänkereien auch unsrer Geschmacksrichtung nicht entsprechen. Sachlichen AuSeinindersitzungen, die wir verschiedene Male versucht haben, ist das Blatt aber stets aus dem Wege gegangen. Den vielen persönlichen Angriffen gegen die Redakttvn unseres Blattes fügt nun dar Gerlach'sche Blatt einen neuen hinzu. Die — Keckheit desselben übersteigt selbst das bei dieser Zeitung übliche Maß soweit daß wir d-m Blatte e nmal grünolich auf die Finger klopfen müssen. Vielleicht, daß e« seine unartigen Manieren dann etwas ablegt ,, , _

Da« nationalsoziale Blatt fühlt sich gemüßigt, in Er­mangelung anderer Lokalnotizen sich mit unserer Redaktions- „geschicklichkelf zu beschästigen. An und für sich wäre das uns gleichgültig, da wir die Redaktion jene» Blatte« ihrer joumalistischm Ausbildung nach eine« UrtheilS nicht für fähig erachten unb wir gewöhnt sind, uns an kompetentere Beurthe.lec zu halt-n. Wogegen wir aber Front machen müssen, ist die U n e h r 1 i ch ke i t und widerliche Heuchelei, mit der das Gerlach'sche Blatt gegen uns Borget)t Es be­hauptet wir hä'ten den Urnschan-Artik»! zur Kaiserrede in Nr. 176 als eigene Meinungsäußerung hin- gestellt, wäh end er der .Kreuzzeitung" entnommen war. Wir sind genötigt, diese Behauptung als eine U n - Wahrheit zurückzuweisen, gerade so wie e« eine bewußte Unwahrheit gewesen sein muß, als das Blatt vorgestern uns vorwa-f, wir hatten unsere Stellungnahme zur Kaiser­rede geändert. Die nattonalsoziale Revaktton mußte aus der Lektüre unse.es Blattes wissen, daß wir diejenigen unserer Lestartikel und Umschauartikel, die Originale sind, durch ein Corr spondenzzeichen kenntlich machen. Es ist daher bei uns stets deutlich erkennbar, welche Artikel wir anderen Zeitungen entnehmen. Das Gerlach'sche Blatt hat also entweder bewußt die Unwahrheit gesagt ober zum wenigsten mit ihrer ehrabschneiderischen Behauptung eine grobe Leichtfertigkeit begangen, bie um so eigenartiger berühren muß, als bas nationalsoziale Blatt biejenigen seiner Umschau-Artikel, bie es anderen Bläkte n entnimmt, nicht immer als Nichtoriginale kennzeichnet. Ganz besonders keck um ein mildes Wort zu gebrauchen — erscheint aber ber Schmähartikel des Gerlach'schen Blattes, weil der Verfasser sich erst vor kurzem von der „Freisinnigen Zeitung", ohne ein Wort ber Erwiderung zu finden, vor­werfen lassen mußte, daß er „sonderbare Rechts­begriffe in Bezug auf vublicistischen Anstand und litterarisches Eigenthum" habe, weil er ans ber genannten Zeitung, trotzdem er sie stets auf das Heftigste angreife, nicht etwa eine kürzere Notiz, sondern oft „Leitartikel wortgetreu ohne Quellenangabe abgebruit" habe. Wir glauben, daß diese ReminiSeenz dem Gerlach'schen Blatte unangenehm sein wird. Wer im Glashause sitzt, soll aber nicht mit Steinen werfen!

Wir verzichten darauf, uns mit dem genannten Blatte über bas Wesen einer Preßübersicht und bte Gründe auseiaonde zusetzen, aus denen wir in der Sammlung »on Preßstimmen nochmals einige Sätze dir „Kceuzzeitung" citirt haben. Wir haben uns schon zu lange mit dem nationalsozialen Organ beschäftigt Dieserhalb bitten wir auch unsere Leser um Entschuldigung. Wir hoffen, sie werden uns nicht mißverstehen, wenn wtt fernerhin von den nattonalsozialen persönlichen Rempeleien nicht mehr Notiz nehmen. Leute, die Lust an Skandal empfinden, läßt man eben am besten allein.

Heffen-Naffail und Nachbargebiete.

Eafsel, 3. August. Die kaiserlichen Prinzen Ettel Fritz und Adalbert, welche gester» Abend vom Bremerhaven abreiste», traft« heute früh 61/, Uhr ta WilhelmShöhe ein. Eta officieller Empfang fand nicht statt. Die Prinzen fuhren sofort »ach ihrer Ankunft tat offene» Wage» »ach WilhelmShöhe. Der Kaiser, welcher he»te »ach Coburg zu der Leichen- feierlichkett reist, trifft vo» dort erst morge» gege» Abend aus WilhelmShöhe ei». Die Ankunft der Kaiserin wird schon vorher. Mittag» erwartet.

Bettenhause«, 1. Ang. In der Nähe unsere» Orte» wurde auf der Landstraße ei« Radfahrer von

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wollte, »ahme» die Burschen einen Stein und schli damit zu. Plötzlich ging ei« Schuß lo8; bie i drang dem eben Erwähnte« in die Brust und .

letzte ihn schwer. Der junge Man« wurde all * ta's LaudkrankenhauS nach Berleburg tranSp«

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Trockenen, sprang sie wieder in» Wasser und n, vo» einem anderen Manne gerettet, *5er habet eigene» Lebe» riSkirte. f

Verletzten wachen- und monatelang am Lebe« M bi» fie plötzlich durch Verblutung starben. 3®r find sogar ganz sichere Heilungen beobachtet »w so daß nicht zu bezweifelu ist, daß Projettile ® Herzwand einheilen könne». Solche Beobach^ habe« denn ben kühne« Chirurgen dahin 8^ seine Kunst auch an den scheinbar Hoffas losen Fälle« vo» Herzverletzung zu «ri6* Italienische Chtrnrge« haben operattve Verfahren bei Herzverletzungm e«M Untersuchungen an Hunden haben ergeben, daß' im Stande ist, den verletzte» HerzmnSkel bst* Naht zu schließe» und die Wunde zur völlige« zu bringen. 3« der That hat vor einiger Zr« ■

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Satailloi Serabf ta« ft SolkS» an d , brach Krefel inbiv lungi

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mehreren Vagabunden überfalle» nrt tödtlich wandet.

Krankfurt a. M., 2. August. Um,, zahlreiche« Selbstmorde» der letzte» Tage enegtz einer 53jährigen Köchln Katharina Bauer aus M berg besoidere» Aufsehen. Die Unglückliche ftz

Passagier za suchen. Dieser kam jedoch vollW.-——- unverletzt die Chausee entlang, man brachte ihn Erndtebrück nnb übergab ihn ber Polizei, da weigerte, feine Personalien anzugeben.

X Erndtebrück, 2. Aag. Durch dar so oft gerügte Spiele» nrt Schußwaffen brach!! gestern hier bet 15 Jahre alte Soha des B meister» Depper sehr zu Schaden. Derselbe veisi nämlich in Gemeinschaft mit einem anderen Bms eine» Revolver zu entladen. Als e» nicht gi

Vermischtes.

Unive -fitätSnachrichteu. Fräulein EW v. Richthofen promovlrte vor ber Heidelberger sophischen Fakultät in Nationalökonomie mit Prädikat summa cum laude. Wie die „S Post- hört, wird die Dame schon in kurzer Z-it der Grobherzoglichen Gewerbeinspettio« al» Assi eiutteten.

Ja Könitz scheint e» doch noch nicht so ruhig zu sein. Wenigstens wmde« ta der dem kaum ins Amt zurückgekehrten ersten meister einige Fensterscheiben eingeworfen. Uni trotz der anwesenden Soldaten. Die Nachricht, die Soldaten nächsten» Könitz verlaffen würde», weist fich den» auch al» falsch.

Herzschutzverlttzungen. Ue&er die U welche bet Herz Verletzungen direkt zum Tode herrscht unter den Chirurgen noch Uneinigkeü. sehr viele» Fälle» dürfte wohl der Tod durch blutuug sowohl »ach aoße» als »ach innen d. h. ta ähnlicher Weise, wie jede Verletzung große» Blutgefäße» zum Tode führt. In Fälle» leidet die Thätigkeit de» Herzens selbst indem entweder der im Herzen liegende, die aktion regulttende Appmat zerstört wird, oder die da» Herz ernährenden Gefäße, die sog. K säße, durch Blutgerinnsel oder dmch das SM verstopft werden, die Ernährung der HerzmuS stockt und so da» Herz stillsteht. Eine weitere lichkeit ist die, daß daS Herz vou den . Gefäßen vollständig loSgerisseu wird. Jndeffn der verhältaißmäßig geringen Größe, welche

aas Deutschland Namens ber ehemaligen Angehör be» Regiment» „Kaiser Wilhelm' Sergeant ber ihnen „so wohlgesinnte« Einwohne schäft ®i ei« herzliches Lebewohl' zuruft n«b damit be» verbirtet für bie ihnen überwiesenen Gelds- wie für die C i g a r r e»s e» d u n g des Klingfpor.

SalzbSVe« (bei Lollm), 1. August. Mit heutigen Tage ist unser Lehrer, Herr Häuser, Marburg versetzt worden. Die vakante Lehr hatte ttotz der Ausschreibung keine Bewerbung fnnben unb wurde daher einem SchulamtSkaudi Herrn Schneider aus Münchholzhausen, üb ~ Laasphe, 2. Aug. Zwischen deu St Schamede und Erndtebrück flog gestern einem j Mann der Hut ans dem Etsenbahuzuge. Ti ihn die übrige« Passagiere davon hindern sprang der Passagier au» dem Zug nnb versch nachdem er eine steile Böschung hinuntt: geko Gestrüpp. Bo» Erndtebrück an» fuhr nun Maschine zurück, um ben vermuthlich vertrug

der Großherzogin spreche ich der Stadt Gieße, f—forn wärmsten Dank an» für ihre aufrichtige Theiss^

an den Großherzog eine Beileidsdepesche J^Ebe» ö Darauf gmg folgende Antwort ein: Im

81. 3i Koi

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Anläßlich de» Ableben» de» Herzogs von

Koburg nnb Gotha hat Oberbürgermeister * aii)

Ernst Ludwig. — Bo» ber Bürgermeisterei , tbtnoai bem „G. Auz.- ei» an Herr» Oberst v. Dewsh j richtete» Schreiben mitgetheilt, worin vor dem '

Der Tod tritt ta den meiste» Fälle« fofol! 1 Jadesse» gießt e» doch in ber medizinischen Liü«4 1*|| schon eine ganze Reihe von Beobachtungen, os \

merkt, vergeht fast kein Tag, an welchem uich, - oder mehrere Selbstmordfälle zn v.tzeichuen si,h

Gieße«, 1. August. Die streikende« JC«’

von Gieße« und Umgegend beschlossen, trotz Hy» ihren Forderungen andauernd ablehnende» 1

der Arbeitgeber, die Fortsetzung de» ©rietti/**

Kmz nach ihrer Rettung verschied die Lebensmüde. Nebenbei